21. Februar 2018

25 Dinge über Mariengold

Die am häufigsten verwendeten Farben für die Schuhe meiner Puppen sind Dunkelblau und Knallpink.

Gelb halte ich für die am meisten unterschätzte Farbe.

Donnerstags ist immer am meisten los in meinem E-Mail-Eingang.

Freitags am wenigsten.

Donnerstag ist auch mein Lieblingstag. Schon seit meiner Kindheit.

Mein Rekord im Transportieren von Ein-Kilo-Vliesen Stopfwolle mit einem Mal mit meinen zwei Händen von meiner Wohnung ins Materiallager in der Dachkammer darüber liegt bei acht Stück.

Für das Nähen der Puppenteile für die Landpartie 2017 habe ich viereinhalb Rollen Zwibond und drei Stunden Nähzeit benötigt.

Pro Monat brauche ich circa 16 Fahrscheine für die BVG, mindestens die Hälfte davon für die Fahrten zu meinen Kursen und für Besorgungen für Mariengold.

Ich habe eine echte Schwäche bzw. Stärke für Rechtschreibung und Grammatik und mag es, Regelwerke zu studieren und freue immer sehr auf den Newsletter der DUDEN-Sprachberatung.

Am liebsten schreibe ich mit einem Bleistift mit harter Mine.

In meinen Kursen bekomme ich selbst keine vollständige Puppe zustande. Das ist vor allem eine Zeitfrage. Aber selbst wenn ich bei weniger Teilnehmerinnen die Zeit habe, höre ich spätestens bei den Augen auf.

Beim Lektorat der englischen Übersetzung für mein Details E-Book letztes Jahr ist mir aufgefallen, dass einige Begriffe sich auch gut als Bandnamen eignen würden, z. B. Moles and Birthmarks, Prick, Shoulders of Giants, Slanted Toe Bed, Pacifier und Whipstitch.

Seit Jahren gehe ich an meinen Kurswochenenden in einem Sushi-Restaurant in der Kastanienallee essen. Und jedes Mal, wirklich jedes Mal läuft dort dieser Song. Das wäre mir nicht weiter aufgefallen, wenn ich ihn nicht neulich bei radioeins gehört und von jetzt auf gleich Lust auf Maki mit Lachs und Avocado bekommen hätte.

Ja, genau, ich verbringe die Mittagspause – auch wenn es meist schwerfällt – in der Regel allein, ohne die Teilnehmerinnen, weil ich so am besten Kraft für die zweite Tageshälfte tanken kann.

Ich habe eine besondere Vorliebe für Puppennamen, die mit A, M oder L beginnen.

Einen meiner Lieblingspullover, einen kirschroten aus Mohair, konnte ich anfangs nicht beim Puppenmachen anziehen, weil er so stark gefusselt hat.

Mittlerweile weiß ich genau, wie viel Nähgarn ich auf die Unterspule meiner Nähmaschine aufspulen muss, damit es für ein Langarmshirt reicht.

Es kommt mir so vor, als würde sich in der ersten Jahreshälfte das Baby Twink E-Book besser verkaufen und in der zweiten Mitzi. Ich beobachte das weiter.

Ich kann mich nur an ein einziges Mal erinnern, dass eine Puppe doppelt verkauft wurde, also zeitgleich bei Dawanda und Etsy.

2017 habe ich unter anderem bestellt: 1300 Aufkleber mit großem Herz, 500 mit kleinem Herz, 72 Wachsstifte für Wangenrot, 300 kleine Kartons für Material und Puppen, 140 kg Stopfwolle und ebenso viele Rollen Zwibond, also 140 Stück.

Die meisten Materialpakete für Puppen habe ich im November verkauft, die wenigsten im April.

Bisher ist es zwei Mal vorgekommen, dass eine Kursteilnehmerin und ich uns danach noch einmal privat verabredet haben. (Und beide hießen Anna.)

Ich weiß noch genau, wann und wo ich auf den Titel „PuppenMITmacherei“ für Caros und meine Mitmachaktion gekommen bin. Das war  2015 an einem besonders schönen Frühlingsabend im März oder April in der S-Bahn auf dem Weg zum Savignyplatz, wo ich mit meinem Mann und meinem Bruder zum Essen verabredet war.

Meine supertolle Friseurin Aylin hat mich in all den Jahren noch nie gefragt, was ich eigentlich beruflich mache.

Wie letztes Jahr um dieses Zeit befinden sich auch heute genau 24 Entwürfe für Blogartikel in meinem Content-Management-System, aber nicht mehr dieselben wie damals.

Noch mehr Dinge über Mariengold und weitere Einblicke findet ihr hier.


12. Januar 2018

Die Zeiten ändern dich (Hello, 2018)

Da liegt es vor uns, ein ganzes neues Jahr, verheißungsvoll und hoffnungsfroh wie ein leeres Blatt Papier. Nach einem fast halben Januar vielleicht nicht mehr ganz so unbeschrieben, nicht mehr ganz so weiß, aber noch immer – immer! – voller Möglichkeiten.

Diese besondere Anfangszeit ist durchpulst von guten Wünschen und Gedanken: Das Leben nehmen, wie es kommt. Nichts wiederholen. Neues wagen. Sich berühren lassen. Durchhalten bei den eigenen Werten. Nicht immer glücklich sein wollen. Jetzt leben. Sich ganz groß wähnen und wieder klein anfangen. Die Angst fallen lassen. Fragen stellen, auch die unbequemen. Nach innen lauschen. Sich von Projektionen verabschieden, Fantasiebilder loslassen. Die Ruhe bewahren. Verantwortung übernehmen. Erlauben, dass alles vergeht, ob man will oder nicht. Sich selbst gegenüber großzügiger werden. Ja zu Wachstum, Ja zu Entwicklung. Auch Ja zum Nein. Die Dinge akzeptieren, wie sie sind. Lernen, man wird geliebt, auch wenn man versagt. Wollen, was kommt. Auch sich selbst. Das Herz führen lassen. Das Leben unendlich küssen und umarmen.

2017 war für mich das erste durch und durch gute nach einer Reihe von anstrengenden und schwierigen Jahren. Ich durfte mich von den Herausforderungen eines Jahrzehnts Selbständigkeit und von jahrelangem Arbeiten über meine Grenzen hinaus erholen und einen neuen Stand in Leben und Beruf aufbauen, aufrecht, kraftvoll und flexibel. Vieles geht jetzt leichter, fühlt sich besser an. Manche Knoten wollen sich noch nicht lösen, hier und da knirscht es nach wie vor, neue Baustellen kommen hinzu, das ist in Ordnung. Es mag kitschig klingen, aber es ist wahr: Jeder Tag ist ein Geschenk und nichts geschieht ohne Grund. Das Leben ist kurz, zu kurz um festzuhalten, sich selbst und andere zu erniedrigen, Dinge zu erzwingen, die nicht sein sollen, und nicht mit dem Fluss zu gehen. Stattdessen: Folgen wir unserem Weg, vertrauen wir dem Universum, lassen wir unser Licht scheinen und haben wirden Mut, loszulassen und immer wieder zu beginnen. Mit Mariengold etwas zu dieser neuen Welt beizutragen, ist meine größte Inspiration.

Das ist der Funke, der meine Ideen und Projekte zündet. Für 2018 habe ich mir einiges vorgenommen, lasse aber auch wieder viel Raum für die Entfaltung von Vorhaben, von denen ich jetzt noch nichts ahne – das sind mir ohnehin die liebsten. Ein kleiner Einblick in das, was schon da ist:

So wertvoll das Internet für meine Arbeit ist, so wichtig ist mir auch, mit der Puppenmacherei mitten im Leben zu stehen und echte Begegnungen zwischen Menschen im Hier und Jetzt zu schaffen. Deshalb biete ich auch in diesem Jahr wieder einen Kurs pro Monat an, geht die Landpartie für Puppennähverliebte in die zweite Runde und finden weiterhin Filzkopfkurse statt, beides zusammen mit meiner Freundin Laura, mit der zu unterrichten mir seit drei Jahren ein großes Vergnügen ist.

Überhaupt empfinde ich in der Gemeinschaft mit anderen Menschen stets tiefe Freude und innige Verbundenheit mit meinem Lebensgold. Da geht es für mich lang, auch wenn dort auch Ängste, Unsicherheit und Herausforderungen auf mich warten. Selbstbestimmtes Arbeiten passt gut zu mir, aber ich spüre auch, dass es unendlich wichtig für mich ist, in Verbindung zu gehen und gemeinsam mit anderen Freigeistern in der Welt zu wirken. In diesem Sinne funke ich schon länger ans Universum, dass ich offen bin für Kooperationen, Austausch und Wunder aller Art. Berlin (nicht nur Berlin) ist voller toller Menschen und wenn wir uns zusammentun, kann so viel Schönes und Neues entstehen. (Erste Früchte oder eher hübsche, kleine Knospen trägt mein Wunsch auch schon, wofür ich sehr dankbar bin.)

Hier auf dem Blog geht es in gewisser Hinsicht wieder ein paar Schritte zurück, back to the roots, wenn ihr so wollt. In den letzten Jahren habe ich immer wieder mit verschiedenen Themen, Formaten, visuellen Welten und Tonarten experimentiert. Mein Traum war es immer, ein Internetmagazin für Puppenmacherei auf die Beine zustellen, einzigartig, vielseitig, humorvoll, mit Tiefgang. Heute weiß ich: Das kann ich allein nicht stemmen. Was ich aber weiß, ist, dass ich von Herzen gern schreibe und dass ich mich nicht scheue – und eigentlich auch gar nicht anders kann als – persönlich zu schreiben. Das ist eine meiner größten Stärken und darauf möchte ich die Zukunft bauen.

Damit eng verbunden ist mein Fokus auf den heilsamen Aspekt des Puppenmachens, der sich jetzt mehr und mehr auf dem Blog und in anderen Bereichen meiner Arbeit zeigen darf. Der Prozess der Puppenherstellung geht tief und birgt ein großes Potenzial für Heilung und Entwicklung. Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen und ist die Grundfeste meiner Vision von Mariengold in zehn Jahren.

Was ich sonst mit und für euch vorhabe: eine schöne Gemeinschaftsaktion im Herbst anstelle der PuppenMITmacherei, eine neue Blog-Kolumne mit dem Titel „Hallo, Frau Gold“, die Übersetzung meiner E-Books in weitere Sprachen, ein Kurs in Wien, der vielleicht Auftakt für regelmäßige Kurse auswärts ist, ein Traumprojekt, von dem ich aus Respekt vor der Sache, hier lieber noch nichts weiter schreibe, und natürlich Puppen, Puppen, Puppen.

Aber unabhängig von allen Zielen und Projekten im Außen ist mir in 2018 Gelassenheit am wichtigsten. Wenn mich die letzten Jahre mit Mariengold eines gelehrt haben, dann dass es immer solche und solche Zeiten gibt. Mal läuft es gut, mal eher schlecht, mal ist man oben, dann wieder unten. In den kommenden Monaten möchte mich darin üben, eine Haltung des Gleichmuts zu etablieren, die mir erlaubt, dass weder das eine noch das andere bestimmt, welchen Wert ich meiner Arbeit und nicht zuletzt auch mir selbst beimesse. Die Essenz meines Tuns ist völlig frei und unberührt von diesen Hochs und Tiefs und ich darf vertrauen, dass das Leben es immer gut mit mir meint.

Und jetzt mitten hinein in die Achtzehn, mit vollem Schwung.

Für das neue Jahr wünsche ich euch ein offenes Herz und Leichtigkeit – das ist der Weg, der einzige.
Eure Maria


13. Dezember 2017

Wieder viele Herzmomente und Freudebegegnungen in 2017

Eine Leserin bezeichnete neulich diese alljährliche Glücksliste als Jahresrückblick, den sie immer freudig erwartet. Recht hat sie, denn auch wenn ich diese Aufzählung bisher nicht als solchen gesehen habe, freue ich mich Jahr für Jahr wieder darauf, all das Schöne und Gute aufzuschreiben, das mir mit Mariengold widerfahren ist.

In der Vorweihnachtszeit bekomme ich immer besonders viele Anfragen von Partnern, Freunden und Brüdern, die für ihre Herzensfrauen Kursteilnahmen, Material und Anleitungen bestellen. Männer kommunizieren da ganz anders als Frauen, ich mag das.

Die vielen Fragen nach meinem Wohlergehen am 20. Dezember 2016 nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidtplatz, von nah und fern.

Am Tag darauf ein Puppenkauf mit den Worten: „In Zeiten wie diesen braucht es Puppen ganz besonders“. Der Name der Käuferin war Friedensmarmelade2. Wie passend, wie wahr.

Auf meinen Kontoauszügen immer wieder persönliche Worte wie „Danke für die liebevolle Beratung“ zu lesen.

Im Januar die erste Puppe nach Südafrika zu schicken. Mit feuerroten Haaren und graublauen Augen, Reisezeit fast 3 Monate, ihr Name: Ginger Maria.

Das war nicht die erste Puppe, die nach mir benannt wurde. Besonders häufig höre ich von Kurspuppen mit dem Namen Maria.

Zum ersten Mal mehr Wiederholerinnen als Neulinge in einem Kurs. (Das war genau genommen schon 2016, aber ich möchte es trotzdem hier festhalten.)

Eine Schwarz-Weiß-Kopie von „Ziegenmaserrötelpeter“ in meinem Briefkasten, einem der lustigsten Bücher mit Puppe, das ich je gelesen habe. Noch einmal tausend Dank unbekannterweise! (Hier die Besprechung.)

So viele Dankeschön-E-Mails für das DIY für die einfachste Latzhose zu Weihnachten 2016.

Anfragen, meist von ganz weit weg, z. B. aus Brasilien oder der Türkei, ob ich auch für Einzelkurse zu haben bin. Es ist immer wieder ein bisschen unglaublich zu lesen, dass meine Arbeit auf der ganzen Welt geschätzt wird.

Wie Katja im Januar-Kurs ein Stück aus dem Buch „Die große Wörterfabrik“ vorgelesen und die passende Puppe Marie in unserer Runde genäht hat.

Im selben Kurs Ellen: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so etwas Schönes anfertigen kann“, das höre ich oft und es rührt mich immer wieder zu Tränen (bei diesem Mal sind sie tatsächlich auch geflossen). Es ist wunderbar mitzuerleben, wie Frauen die Erfahrung machen, das sie alles schaffen können. Manchmal gehen sie dann wirklich 5 cm größer nach Hause.

Und Dagmar in der Vorstellungsrunde, als sie von ihrer Kurs-Puppe von November 2015 erzählte, die zwar nicht so eifrig bespielt wird wie erhofft, aber: „Sie wird aus der Ferne geliebt.“

Als ich am Ende dieses Kurses nach Hause ging, sah ich aus heiterem Himmel eine riesige Sternschnuppe quer über den Senefelder Platz rauschen. Ich konnte nur mit offenem Mund stehenbleiben, während der Verkehr um mich herum weiterging. Was das für eine Erscheinung war, habe ich im Nachhinein versucht herauszufinden. Aber wie das bei Wundern so ist, gab es keine Daten und Fakten.

Dass der Poncho mit Pompoms direkt bestellt wurde. Ich habe tatsächlich nur dieses eine Exemplar angefertigt. Und gerne weitergegeben.

Lustiges, zufälliges Zusammentreffen mit Katrin am Hafen in Gager, einer meiner ersten Kursteilnehmerinnen von vor circa acht Jahren. Noch immer ist begeistert von den Puppen die Rede. Auch ihren beiden Töchtern stellt sie mich als die Puppenmacherin von damals vor. Sie nicken nur ehrfürchtig.

An meinem ersten Arbeitstag nach den Winterferien die 100. Rechnung für das Jahr 2017 geknackt zu haben.

Drei Tage ohne Internet im Februar. Privat ist mir das Internet egal, aber beruflich brauche ich es unbedingt. Erstaunlich, wie gut ich mich in dieser Zeit organisiert habe. Eine Stunde täglich habe ich in meinem Lieblingskaffee mit W-Lan verbracht und es ging ganz wunderbar.

Irgendwie war mir mein liebstes rotes Haarband abhanden gekommen. Ich wusste noch, dass meine ehemalige Mitarbeiterin Karoline das gleiche besitzt, fragte mutig an und sie schenkte es mir gleich. Diese kleinen Berührungspunkte ab und zu sind schön.

Dass Elke aus dem März-Kurs extra aus Portugal angereist war.

Im selben Kurs war Anja schon zum vierten Mal dabei, dieses Mal für ihr Patenkind.

Noch einmal März-Kurs: Maja hatte die Teilnahme von ihrer Oma geschenkt bekommen, die leider nicht mehr lebt. Die entstandene Puppe für ihre kleine Tochter, also die Urenkelin, benannte sie nach ihrer Oma und erklärte, dass diese so in der Puppe fortleben würde.

Immer wieder Kursteilnehmerinnen aus Dresden. Obwohl ich bald länger in Berlin als in meiner Geburtsstadt lebe, fühle ich mich immer noch verbunden und freue mich jedes Mal, wenn eine Dresdnerin dabei ist. (Ich mag auch den Dialekt.)

Unser Filzkopfkurs im März bei Laura. Alle haben sich wie zu Hause gefühlt.

Ganz spontan, so ziemlich gegen Ende des Prozesses, kam mir die Idee, Puppenmacherinnen aus ganz Deutschland um einen kleinen Beitrag für mein neues E-Book „Von Kopf bis Fuß“ zu bitten. Dass es am Ende ganze 15 tolle Tipps und Tricks wurden, hat mich selbst überrascht und wahnsinnig dankbar und glücklich gemacht.

Endlich zu Besuch Julias Atelier in Karlshorst.

Dass unsere Landpartie so schnell ausgebucht war und es sogar eine Warteliste gab.

Wo ist Eva? Was für ein Puppenkrimi. Die Eltern hielten mich wochenlang auf dem Laufenden, aber leider ist die Sache nicht gut ausgegangen, so dass ich schließlich eine Ersatz-Eva angefertigt habe.

Mit Clara zum Yoga zu gehen. Wir waren schon vorher Freundinnen, aber diese regelmäßige Stunde am Dienstag Morgen stärkt unser Miteinander – als Freundinnen und als Puppenmacherin-Grafik-Designerin-Gespann.

Vier schwangere Frauen im April-Kurs. So viele waren es noch nie.

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich eine Puppe an eine Berliner Adresse schicke. Eigentlich macht es keinen Unterschied, wohin die Puppen kommen, ob in meine Nachbarschaft oder ans andere Ende der Welt, aber Berlin ist eben meine Herzensstadt.

2017 habe ich besonders viele Geschwisterpuppen genäht, sowohl Puppen im Doppelpack, als auch Puppen für Familien, die schon ein Mariengoldstück in der Familie haben.

Im Mai-Kurs eine der größten Herausforderungen des Jahres: Eine an Schizophrenie erkrankte Frau und ihre Betreuerin waren dabei. Was habe mir im Vorfeld Gedanken gemacht und wie hat mein Herz heftig gepocht, als ich die beiden begrüßte. Und dann wurde es einer der besten Kurse. Auch Dank der anderen Teilnehmerinnen, die mit ihrer Selbstverständlichkeit, Einfühlung und Leichtigkeit diese Erfahrung für alle Beteiligten ermöglicht haben.

In diesem Kurs entstand auch die erste Elfenpuppe mit spitzen Ohren. So eine gab es noch nie.

Ich lerne immer ganz vial von meinen Teilnehmerinnen, dieses Jahr unter anderem: Wie man zu Beginn einer Naht mit dem ersten Stich den Faden mit einem Knoten befestigt, was genau eigentlich Interlock-Strick ist und wie man Bauchnabel und Po in einem Arbeitsgang macht.

In der Kalenderwoche 20 hatte ich sage und schreibe vier Puppen, eine zerliebter als die andere, zur Reparatur und Erneuerung in meiner Werkstatt. Was da wohl in der Luft lag?

Auch Heilungspuppen habe ich genäht. Eine ging sogar direkt in eine Klinik, um gleich Gutes zu tun.

Dass mir kurz vor der Landpartie so viele Menschen alles Liebe gewünscht haben, Familie, Freundinnen und Freunde, Bekannte, Leserinnen.

Überhaupt unsere Landpartie, ein Lieblingshöhepunkt des Jahres.

Bei einem Blick in die Zimmer der Frauen auf fast jedem Bett eine mitgebrachte Puppe sitzen zu sehen. Was für ein Herzschmelzmoment.

Ein langer Abendspaziergang mit Laura durch die Wildnis des Hohen Fläming.

(Und dass sie mir später ihre Landpartie-Puppe, in die ich mich so verliebt hatte, zum Geburtstag schenkte.)

Die ausführlichen Feedbackzettel unserer Teilnehmerinnen, hand- und herzgeschrieben.

Die ehemalige Kindergärtnerin meiner Tochter, die seit Jahren Stammkundin ist und immer wieder Puppen für ihre Verwandt- und Bekanntschaft in der Schweiz bestellt.

Sie ist auch eine der wenigen, die mich konsequent als Künstlerin bezeichnet, was ich selber nicht tue. Wenn es von ihr kommt, mag ich es aber.

Christina im Mai-Kurs, die eine Puppe für die Bühne genäht hat. Über ihr zartes Projekt zu sprechen, kostete sie viel Mut, aber das Wochenende war schließlich die Initialzündung, ihren Traum vom eigenen Stück in die Wirklichkeit umzusetzen.

Immer wieder Partner, die für ihre Frauen einen Kurs als Geschenk buchen.

Im Juni brachten gleich zwei Männer ihre Frauen persönlich zum Veranstaltungsort. So viele Männer waren noch nie gleichzeitig im Raum.

Celys Mann hatte ihr sogar ein Kreativ-Tagebuch für die Puppenreise nach Berlin gebastelt.

Immer wieder Begegnungen im Prenzlauer Berg mit Menschen, die mich von Mariengold kennen, von den Puppen oder den Kursen. Und immer wieder dieses Leuchten in den Augen.

In den Sommermonaten mein Kaffee in der Morgensonne im Impala am Senefelder Platz. Kurz vor Neun begegnen einem hier Fünffach-Espresso-Shots, übernächtigtes Partyvolk, Zeitungsleser, Sonnenblinzler, zuckerkrümelpickende Spatzen und viele müde Papas mit ihren Kindern.

Meine Bekannten hier in Berlin wissen zwar in der Regel, dass ich Puppenmacherin bin, kennen aber meist meine Internetseite nicht. Manchmal bekomme ich aus heiterem Himmel Nachrichten wie diese von Marlis: „Jetzt habe ich durch den Link auf deiner Mail zum ersten Mal auf deine Website geklickt. Was einem da entgegen strömt ist ja ganz zauberhaft! So kongruent und so, dass einem echt das Herz aufgeht!“

Dass die Christkind-Puppe für die ehemalige Kindergartengruppe meiner Tochter zu Johanni fertig geworden ist, dem Fest, das genau auf der anderen Hälfte des Jahreskreises liegt.

Das Flamingo-Armband-Geschenk von Jean aus dem Juni-Kurs.

Im Juli das kleine handgeschnitzte Herz aus Holz von Traudel, das mich seitdem in meiner Geldbörse begleitet.

Immer wieder Doro, der Ort unseres Herzens, der vor acht Jahren Dank dieses Blogs in unser Leben gekommen ist.

Dass man mich dort oben auf dem Berg als „Puppenmarie aus Berlin“ kennt (eine Bezeichnung, die ich hier unten doof fände).

Sie sind selten, wenn man hauptsächlich allein vor sich hin werkelt, aber es gibt sie, die Sternstunden im Leben einer Puppenmacherin, die mit allem Pimp und Pomp gefeiert werden. 2017 waren das bei mir die Premiere der Landpartie für Puppennähverliebte, die Veröffentlichung meines neues E-Books und das zehnjährige Jubiläum von Mariengold.

Mich im Sommer beherzt von all den Puppen- und Puppenkleider-Samples zu trennen, die ich für meine E-Books hergestellt habe und zu wissen, dass sie in gute Hände gekommen sind.

Es war ein superschöner Zufall, dass das neue Buch meiner Freundin Okka am selben Tag erschien wie mein Details-E-Book. (Und es ist grandios, Okkas Buch!)

Unser zweiter Puppennähtag im Oktober.

Beim Eurythmie-Fest an der Schule meiner Tochter: Zwei kleine Mädchen im Publikum haben ihr zerliebten Puppen dabei, die mich sehr an meine erinnern. Ich traue mich nicht zu fragen, schicke nur ein zaghafte Lächeln zu der Familie hinüber.

In den ersten fünf Tagen nach Verkaufsbeginn die Kosten für die Produktion des neuen E-Books fast vollständig wieder hereingespielt zu haben.

Euer umwerfendes Feedback zur Blumenwiese aus Händen. (Es war nämlich alles andere als leicht, diesen Artikel zu schreiben und auch noch zu veröffentlichen.)

Die Musik-Tipps von Lena von Wurzelfein.

Kaum zu glauben, aber in meinem Kurs im August waren drei Hebammen dabei, die ingesamt neun Kinder hatten.

Eines machte sogar mit: Lina-Sophie, 12 Jahre.

Dass es auch mit Rollstuhl geht, weil der Waldorfkindergarten Prenzlauer Berg, wo meine Kurse stattfinden, barrierefrei ist.

Im September eine Bestellung von Mario mit dem Wunsch: „Dann hat der Kleine (sein Neffe) ’nen Buddy.“

Als eine Stammkundin die dritte Ausführung der immer wieder zerliebten (und leider unbespielbar gewordenen) Lotti für ihre Tochter bestellte, erklärte ich ihr mit einem großen Lächeln im Herzen, dass ich diese Puppe auch ein viertes oder fünftes Mal für sie nähen würde.

Was manchmal vorkommt: Dass ich am Donnerstag vor einem zweitägigen Wochenendkurs das Gefühl habe, krank zu werden. Ist zum Glück noch nie passiert, weil ich weiß, wie ich mir Gutes tun kann.

Die erste Wiederholungstäterin in unserem Filzkopfkurs. Und sie möchte auch ein drittes Mal kommen.

Die Resonanz auf meinen puppennähverliebt-Anhänger. Der Verkauf läuft zwar nicht so gut wie gedacht, aber dafür haben mir ganz viele Menschen erzählt, warum sie puppennähverliebt sind.

Und was das Mariengold zu tun hat.

Dass die erste Christkind-Puckbabypuppe ausgerechnet nach Finnland verkauft wurde, in die Heimat des Weihnachtsmannes.

Wenn E-Mails an mich mit „Liebe Frau Gold, …“ beginnen.

Ich freue mich immer sehr über ferne Ländernamen auf meinen Rechnungen. Dieses Jahr war zum ersten Mal Mexiko dabei.

Eine Kursteilnehmerin von vor längerer Zeit schrieb mir, dass die Puppen jeden Tag Teil ihres Leben seien und sie deshalb oft an mich denke.

Der Puppenmacherinnenplausch mit Julia von Julchen-Puppen, die einen Stand auf dem Martinsmarkt unserer Schule hatte.

Dass unsere Landpartie nächstes Jahr seit Wochen ausgebucht ist und es sogar schon Interessentinnen für 2019 gibt.

Zum ersten Mal eine Anfrage mit dem Puppenauftragszettel.

Astrid, die in meiner Postfiliale am Schlachtensee arbeitet. Sie ist superfreundlich, kompetent und schnell und weiß mich auch zu nehmen, wenn ich an manchen Tagen vor lauter Spaghetti im Kopf nichts weiter als ein „Hallo“ heraus bekomme.

Sonja Fritz von Wollknoll, die meine Riesenbestellungen immer ganz schnell bearbeitet und in letzter Zeit geduldig vermittelt hat, wenn es Schwierigkeiten mit der Auslieferung durch DHL gab.

Es war mir auch eine große Freude, meine neue Blogreihe „Gute Frage“ mit ihr zu beginnen. Denn seit über zehn Jahren ist Wollknoll der Puppenmachereibedarf-Lieferant meines Vertrauens.

Als mein Kameraobjektiv kaputt war und ich eine ganz tolle Beratung und fast neuen, gebrauchten Ersatz zum Supersonderpreis bekommen habe.

Auf Tuchfühlung mit der Puppenmacherei-Szene in der Türkei (mehr dazu im Januar).

3073 Verkäufe in meinem Etsy-Shop.

Mehr als doppelt so viele bei Dawanda.

Drei Mal die Woche Yoga. Nichts hilft besser gegen einen krumm gearbeiteten Rücken oder den Einsame-Werkstattarbeit-Blues.

Caro von NATURKINDER, mit der ich drei Jahre lang die PuppenMITmacherei veranstaltet habe. Obwohl wir uns nicht in natura kennen, lief unsere Zusammenarbeit wie am Schnürchen und haben wir uns trotz unserer jeweiligen Projektdichte immer auch Zeit für persönliche E-Mails genommen. Sie ist eine wahnsinnig tolle Frau.

Völlig unerwartet so viel bewegtes Feedback zu dem Gedicht zu bekommen, das ich in meinem November-Beitrag veröffentlicht habe. Es ist allerdings nicht von mir, sondern aus dem ersten Gedichtband „Milk and Honey“ von Rupi Kaur. Aber ich freue mich sehr, dass ich eure Herzen damit berühren konnte.

Mein Holzköpfchen und seine ganze über achtjährige Geschichte.

Letztes Wochenende das Wiedersehen mit Paula aus einem meiner ersten Kurse in 2008. Als wäre es erst gestern gewesen.

Meine „neue“ Internetseite ist jetzt genau fünf Jahre alt. Der große Relaunch damals war der Startschuss für viele Projekte und Neuerungen bei Mariengold, die bis heute dazu beitragen, dass ich von meiner Arbeit wirklich leben kann. Die nächste Veränderung kündigt sich schon leise an, kommt aber nicht vor 2019.

Vorfreude auf meinen ersten Puppennähkurs außerhalb Berlins im Januar in Wien. Mit all den sympathischen Interessentinnen hätte ich gut und gerne auch fünf oder sechs Kurse füllen können.

Dass diese Liste von Jahr zu Jahr länger zu werden scheint.

Glücklich und dankbar.

Mehr Herzmomente und Freudebegegnungen findet ihr hier, hier und hier.