4. September 2019

5 Fragen, die mir in jedem Kurs gestellt werden (und die Antworten)

Meine Puppennähkurse sind das Herz meiner Arbeit, so empfinde ich es jedes Mal, wenn ich mit den Frauen um einen großen Tisch voller Bastelmaterial und Werkzeuge sitze und unter unseren Händen die schönsten Puppen entstehen. Was für eine Lebendigkeit, was für eine Freude! Dabei wird natürlich auch viel geschnattert und gerade am Anfang, wenn die Teilnehmerinnen sich untereinander noch nicht so gut kennen, richtet sich die Aufmerksamkeit auf mich und es kommen viele Fragen. Die fünf häufigsten habe ich für euch ausgewählt und beantworte sie natürlich auch.

Wie bist du eigentlich zum Puppenmachen gekommen?
Diese Fragen kommt immer als erstes, meist wenn wir gerade die Köpfe herstellen und die erste Aufregung verflogen ist. Die kurze Antwort: Über meine Tochter, für die ich vor 14 Jahren meine allererste Puppe nähte, was mir leider keine so große Freude bereitete, weil mir das neue Handwerk nicht leicht von der Hand ging. Deshalb war ich mir damals sicher, nur dann noch einmal eine Puppe zu nähen, sollte ich noch einmal ein Kind bekommen. Aber das ist eigentlich nur die Geschichte der Herzenspuppe für meine Tochter. Wie es dann dazu kam, dass das Puppenmachen mein Beruf wurde (also die lange Antwort)? Eigentlich hatte ich nie einen bestimmten Berufswunsch, interessierte mich aber immer für Gestaltung und wollte vor allem frei arbeiten. Nach meinem Studium an der Universität der Künste Berlin beschäftigte ich mich viel mit textilem Design und probierte verschiedene künstlerische Techniken aus. Mein Fokus lag immer auf einem Konzept für meine berufliche Selbständigkeit, in der ich all meine Interessen und Fähigkeiten ausleben könnte. Für die Puppen entschied ich mich dann – trotz der eher holprigen Premiere – ganz bewusst. Ich wollte ein Produkt herstellen, das vielseitig und zeitlos ist und für das es immer eine Nachfrage gibt. Danach ging alles ganz schnell: Ein paar Wochen später verkaufte ich meine ersten Puppen, schon nach wenigen Monaten gab ich meinen ersten Kurs, nach relativ kurzer Zeit konnte ich davon leben. Das war 2007, Mariengold gibt es also schon seit zwölf Jahren!

Wie lange brauchst du für eine Puppe?
Sie wird mir meist vor der langen Mittagspause am ersten Tag gestellt, wenn die Frauen zwar vor Glück rosig gefärbte Wangen haben, aber auch in den Händen und Armen und im Rücken zu spüren beginnen, was es körperlich heißt, eine Puppe herzustellen. Dann tut es mir fast ein bisschen leid, wenn ich antworte, dass ich nur zwei bis drei Stunden für das brauche, was sie an zwei Tagen machen. Mit einem Augenzwinkern füge ich dann meist noch hinzu, dass ich eben auch ein Profi bin.

Kannst du vom Puppenmachen leben?
Diese Frage bringt mich immer ein bisschen in die Zwickmühle. Grundsätzlich finde ich es wichtig, über das Thema Geld zu sprechen und dabei auch konkret zu werden. Dafür wünsche ich mir aber einen vertrauensvollen Rahmen, der in einem Kurs mit sechs Menschen, die ich gerade erst kennenlerne, nicht gegeben ist. Es überwiegt aber das Bedürfnis, zu bestätigen und auch Mut zu machen, dass es möglich ist, von der eigenen Hände Arbeit zu leben, weshalb ich in der Regel doch darauf antworte und sich oft auch interessante Gespräche darüber anschließen, was ein gutes Leben eigentlich ausmacht und was man dafür braucht.

War auch schon einmal ein Mann im Kurs?
Eine ganz spannende Frage, die den Frauen jedes Mal unter den Nägeln brennt. Und ich freue mich jedes Mal, dann zu erzählen, dass in den elf Jahren, in denen ich jetzt Kurse gebe, ganze zwei Männer dabei waren. Einer in einem meiner ersten Kurse, ein junger Informatik-Student, kaum älter als ich, der für seine kleine Schwester eine Puppe nähte und zum letzten Termin (damals umfasste ein Kurs vier Donnerstag Abende) sogar einen selbst gebackenen Kuchen mitbrachte. Und der andere vor circa drei Jahren zusammen mit seiner Partnerin, die im Kurs zwei Puppen für ihre beiden Kinder nähten. Beides waren tolle Erfahrungen, die ich mir öfter wünschen würde, auch wenn ich immer deutlich spüre, wie wertvoll und wichtig der Raum auch ist, den ich den Frauen für ihre ganz eigenen Themen halte.

Wo kommst du ursprünglich her?
Zugegeben, hier schummele ich, denn diese Frage kommt nicht in jedem Kurs, sondern nur, wenn jemand aus Sachsen dabei ist. Diese Menschen erkennen nämlich sofort meinen Dialekt, auch wenn er nach 19 Jahren in Berlin kaum mehr hörbar ist. Es kam auch schon vor, dass sogar die Stadt (Dresden) richtig getippt wurde, weil ich immer noch bestimmte Redeweisen verwende, sehr wenige zwar, die aber für diese Region besonders typisch sind.

Mehr Antworten findet ihr in meinen FAQ. Und Fragen immer gern an hello@mariengold.net.


13. Mai 2019

Gleichmutig

Es ist Mitte Mai und wie jedes Jahr um diese Zeit befindet sich Mariengold in einem Tief. Das heißt, ich habe kaum Aufträge für Puppen und nur wenige Bestellungen in meinem Shop. Woran genau das liegt, weiß ich nicht, aber ich kenne das schon aus den letzten Jahren, in denen Frühling und Frühsommer auch immer relativ umsatzschwach waren. Weil ich dazu neige, mir so etwas zu Herzen zu nehmen, arbeite ich seit zwei, drei Jahren bewusst daran, eine Gelassenheit zu entwickeln, die in Zeiten wie diesen trägt.

Solche Schwankungen sind ganz normal, das wissen alle, die selbständig arbeiten. Mal läuft es gut, mal nicht. Mal fließt es kräftig und beständig, mal tröpfelt es nur vor sich hin. Phasen der Intensität und der Ruhe wechseln sich immer ab, das ist der natürliche Lauf der Dinge. Auch wenn es schwer zu glauben ist, wenn man mittendrin steckt: Alles, auch das, geschieht für uns, nicht gegen uns. Die Energie immer auf dem höchsten Punkt halten zu wollen, baut nur Druck auf, kostet Kraft und macht es einem unnötig schwer. Das Gleiche gilt für Kontrolle. Es lässt sich viel gestalten, aber nicht durch Festhalten an starren Vorstellungen, sondern durch Loslassen und indem man sich dem Strom des Lebens anvertraut und mit sich selbst in Verbindung bleibt. Sorgen zerknittern nur das Herz und die Stirn.

Damit ich nicht in eine negative Gedankenspirale hineinkomme, sorge ich vor. Was mir am meisten hilft, ist, dass ich schon seit einigen Jahren jeden Monat Geld für solche Zeiten zurücklege. So bin ich grundversorgt und kann die wichtigsten Ausgaben zahlen. Das tut schon einmal sehr gut und hält den Kopf frei. Das Zweite ist eine positive Einstellung. Ich richte meinen Fokus darauf, diese Zeit, in der ich viel weniger zu tun habe als sonst, so angenehm und erfüllend wie möglich zu gestalten. Da fallen mir viele schöne und nützliche Dinge ein: zuerst einmal ausruhen und regenerieren, denn so ein Tief kommt meist nach einer sehr arbeitsreichen Phase, also Körper und Seele Gutes tun, auch dem Geist, indem ich mich weiterbilde, lese, Ausstellungen besuche, natürlich auch in die Natur gehen, ausgedehnte Spaziergänge machen und unbekannte Ecken meiner Stadt erkunden, den Wechsel der Jahreszeiten wahrnehmen, Menschen treffen, die Wohnung blitzeblank putzen, endlich diese Kimono-Jacke nähen, die mir nicht mehr aus dem Kopf geht, und so weiter.

Es lässt sich unter diesen Umständen aber auch sehr gut arbeiten, zwar mit dem Wermutstropfen, dass diese Arbeit nicht direkt bezahlt wird, aber dafür bringt sie viel Freude und Lust an der Gestaltung, denn sie ist eine Investition in die Zukunft. Neben dem laufenden Geschäft (Puppen nähen, Kurse vorbereiten, Materialpakete schnüren, E-Books verschicken etc.) habe ich immer auch besondere Vorhaben auf dem Zettel, für die mir oft Zeit und Muße fehlen. Diese lassen sich jetzt gut auf den Weg bringen mit dem erstaunlichen Nebeneffekt, dass die positive Energie, die mit der Umsetzung von Herzensprojekten verbunden ist, den Erfolg wieder anzieht. Beschäftigungen, die Freude machen, sind jetzt wohltuend, die aufbauen, erheben und inspirieren.

Klingt leicht und gut machbar? Das ist es auch, wenn man vorher etwas Wichtiges mit sich selbst geklärt hat und zwar den eigenen Wert und in welcher Beziehung dieser zu Arbeit und Erfolgsparametern wie Geld, Ansehen, Likes und Follower steht. Denn natürlich lässt sich so eine Zeit nur dann frei gestalten, konstruktiv nutzen und auch genießen, wenn man in seinem Selbstwertgefühl nicht vollkommen abhängig ist von der Bestätigung von außen, sondern ihn auch (und immer mehr) in sich drinnen findet, was sicher für die meisten eine Lebensaufgabe ist, auch für mich. Je mehr mir das gelingt, desto mehr kann ich von Erwartungen loslassen und Vertrauen aufbauen, dass alles gut ist, wie es ist. Nichts bleibt jemals, wie es war, das Leben ist immer in Wandlung und meint es dabei immer gut mit uns. Sich stark und flexibel zu machen für diesen Weg, von dem wir niemals wissen, wie er verlaufen wird, ist etwas sehr Wichtiges und Gutes, das wir für uns selbst tun können.

Damit in Frieden zu kommen, war ein Prozess von mehreren Jahren für mich, an dessen Beginn die bewusste Entscheidung stand, nicht länger unter diesen Aufs und Abs leiden zu wollen. Heute bin ich froh, mir diesen Spielraum erobert zu haben und berücksichtige diese Phasen auch in meiner Jahresplanung. Gerade erfreue ich mich daran, in Ruhe die kommende Landpartie für Puppennähverliebte vorzubereiten, viel zu schreiben, ausführlich über eine Idee nachzudenken, die vielleicht mein nächstes großes Projekt wird, und alles ein bisschen langsamer, aufmerksamer und liebevoller zu machen. Und davon nehme ich dann etwas mit in die nächste Hochzeit, in der ich wieder mehr Arbeit haben werde, als ich eigentlich bewältigen kann, denn das ist die andere Seite der Medaille, dieser wilden, freien und wunderbaren Selbständigkeit mit Handarbeit, dem Glück von der eigenen Hände Arbeit leben zu dürfen.


19. Februar 2019

22 Dinge über Mariengold

Auf meiner Liste mit Puppennamen befinden sich derzeit 278 Stück – zweihundertachtundsiebzig schönste Namen.

Es kommt allerdings nur selten vor, dass ich darauf zurückgreife, weil mir die Namen für meine Puppen in der Regel einfach so zufliegen.

Manchmal wünschte ich, ich bräuchte für meine Arbeit nicht so viel Material. Das ständige Bestellen, Verräumen und Im-Auge-Behalten meiner Vorräte kostet nämlich ganz schön viel Zeit (und braucht auch eine Menge Platz).

Kurz bevor ich mich mit den Puppen selbständig gemacht habe, hatte ich einen Platz am Seminar für Waldorfpädagogik hier in Berlin. Eigentlich wollte ich Handarbeitslehrerin, wurde im Aufnahmegespräch aber ganz schnell in Richtung Klassenlehrerin gelenkt, was ich nachvollziehen konnte und was mich auch durchaus gebauchpinselt hat. Ein paar Wochen später jedoch wachte ich eines Morgens auf und wußte ganz sicher, dass das nicht mein Weg ist, und sagte das Studium ab. Danach war ich frei für die Puppen, begann bereits als frischgebackene Puppenmacherin mit meinen Kursen für Erwachsene und entdeckte im Unterrichten eine große Leidenschaft und großes Können.

Seit meiner Premiere 2007 habe ich 115 Kurse gegeben, inklusive zwei Landpartien und sieben Filzkopfkursen mit Laura sowie einem Kids Kurs.

Im Dezember 2010 gab es zum ersten Mal mehr Interessinnen als Plätze, so dass ich eine Warteliste begann.

Aktuell befinden sich 19 Namen darauf.

Auf der für den Kurs nächste Woche in Wien sind es 37.

Vor jedem einzelnen Kurs habe ich Lampenfieber.

Meine allererste Puppe, Tilda, die ich 2004 nach einer Anleitung von Karin Neuschütz für meine Tochter nähte, hatte rotbraunes Haar. Bis heute ist das meine Lieblingsfarbe.

Obwohl Laura und ich uns schon seit 14 Jahren kennen, wir einmal Kieznachbarinnen waren und schon unzählige Briefe hin und her geschickt haben, kann ich mir ihre Postleitzahl nicht merken und habe ganz oft einen Zahlendreher drin.

Ganze acht Jahre dauerte es, um das Holzköpfchen, das ich 2008 bei einem Schnitzkurs auf Hof Lebherz anfertigte, im Rahmen der PuppenMITmacherei zu einer kompletten Puppe zu vervollständigen.

Und nur wenige Minuten, um das Ganze wieder rückgängig zu machen. Ja, genau, die Puppe ist jetzt wieder nur ein Köpfchen. Pur gefällt es mir einfach am besten.

Eine Zeitlang nannte ich mich „Puppengestalterin“, das stand sogar auf meiner Karte. Heute kann ich darüber lachen bzw. möchte ich mich eigentlich lieber selbst in den Arm nehmen, weil ich den dahinterliegenden Wunsch so deutlich sehe, meine Arbeit auf diese Weise aufzuwerten. Mittlerweile bin ich wieder bei „Puppenmacherin“ und fein damit.

Bei der letzten Aufräumaktion auf meinem Blog habe ich 215 Artikel gelöscht.

Ungefähr 50 davon habe ich in den zwei Wochen darauf wieder reaktiviert und die restlichen 265 nach wiederum zwei Wochen endgültig gelöscht.

Letzten Oktober gab es ein denkwürdiges Ereignis, als ich nämlich zum ersten Mal zehn Puppen für den Sofortkauf in meinem Shop vorrätig hatte, das gab es vorher noch nie. Ein Grund zum Feiern war das zwar nicht, bedeutete es ja vor allem, dass die Puppen zu diesem Zeitpunkt nicht gut liefen (was ich auch auf das Aus von Dawanda schob). Andererseits war es auch toll, meinen Kundinnen und Kunden eine so große Auswahl an bieten zu können. (Bis Weihnachten waren sie alle verkauft.)

Erst vor kurzem habe ich die Illusion aufgegeben, dass ich noch ein Studium oder eine Ausbildung in Kunsttherapie brauche. Obwohl ich jahrelang daran festgehalten hatte und dieses Ziel ein wichtiger Motivator für mich war, ging das Loslassen erstaunlich leicht.

Letztes Jahr kam es zum allerersten Mal vor, dass mir eine Nähnadel abgebrochen ist.

Ich habe eigentlich immer Wollflusen an meinen Schuhen.

Seit Jahren sammle ich Material für einen Blogartikel mit dem Arbeitstitel „Puppenmachen heute“, der in dieser Form wahrscheinlich nie erscheinen wird. Trotzdem mache ich weiter, einfach weil’s Spaß macht und spannend ist und vielleicht irgendwann etwas anderes daraus entstehen wird.

Im November 2018 verschickte ich 76 Pakete mit Puppen und Material, im Januar 2019 genau die Hälfte.

Noch mehr Dinge über Mariengold findet ihr hier, hier, hier und hier.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)

 


16. Januar 2019

Das Herz ist die Mitte (Hallo, 2019)

Manchmal fühlt sich der Januar wie ein einziger Neujahrstag an. Dann breitet sich das ganze neue Jahr vor einem aus wie ein weißes Blatt Papier, das darauf wartet, beschrieben zu werden (oder möglichst lange weiß zu bleiben). Verheißung liegt in der Luft, fast greifbar mit den Händen, das aufgeregte Flattern des Neubeginns erzeugt ein vibrierendes Echo, das einen durchströmt und mit neuem Leben anfüllt, und ehe man sichs versieht, lässt einen das Flügelschlagen der großen Träume hoffnungsvoll Richtung Wolken abheben. Herrlich!

So ist es dieses Jahr bei mir zwar nicht, aber auch himmlisch, denn ich genieße eine Ruhe und Unaufgeregtheit, wie ich sie früher zu Jahresbeginn nicht kannte. In der Zeit dazwischen habe ich entgegen meiner Gewohnheit dieses Mal weder zurückgeschaut, noch große Pläne für die Zukunft geschmiedet. Es ist der Versuch, ein Experiment quasi, zu schauen, ob es einen Unterschied macht oder es ganz gleich ist, ob man einen großen Plan hat oder alles auf sich zukommen lässt. Für mich ist das neu, denn eigentlich bin ich eine, die gern alles genau durchdenkt, plant und umsetzt. Das heißt jedoch nicht, dass ich mich jetzt nur noch zurücklehne und abwarte, im Gegenteil: Ich vertraue, bin sturmfest und guter Dinge, trage meine Werte und Ziele nah am Herzen, fühle mich lebendig und entschlossen, mit klarem Kopf und freiem Sinn.

Ganz ohne Planung geht es natürlich nicht, zumindest nicht beruflich. Allerdings ist die Liste der Vorsätze dieses Jahr ziemlich kurz. Die zwei wichtigsten sind, weiterhin gute Arbeit zu machen und nie zu vergessen, wie dankbar ich für mein Leben sein darf. Ich bin nämlich – und das freut mich besonders, weil ich es vor einem Jahr bereits an dieser Stelle schrieb – einfach zufrieden und glücklich.

Weitermachen, dass heißt für mich und für euch: Auch 2019 nähe ich Puppen für euch und eure Kinder, gebe Kurse und Workshops (ganze 17 an der Zahl!), versorge euch mit Anleitungen und Material zum Selbermachen und schreibe meinen Blog, immer fest im Blick, was mir wirklich wichtig ist: zu leben und zu arbeiten, wie es mir gut tut, und wertvolle und nützliche Inhalte für euch zu kreieren. Mein Schaffen richte ich ganz klar daran aus, wie ich am besten dienen und am wirkungsvollsten meine Erkenntnisse und Erfahrungen teilen kann, um kreative, freudevolle und heilsame Prozesse bei euch anzustoßen. Meine Lieblingsthemen dabei sind das Herzverbundene Puppenmachen, die Schaffung von Verbindung zwischen Menschen und – ganz neu – Nachhaltigkeit, denn wir haben nur diese eine Erde (und dieses eine Leben). Erste Blogartikel dazu sind bereits in der Mache, letzte Woche hatte ich einen Knaller-Einfall für ein neues, völlig ungeplantes E-Book (das wohl sicher erst nächstes Jahr erscheinen wird), im Spätsommer heißt es wieder Puppen&Packen und ich brüte immer noch über diesem großen Wunschprojekt, das ich bereits letztes Jahr ankündigte, ohne jedoch konkret zu werden und dabei bleibt es auch, denn manche Dinge brauchen eben Zeit.

Und machmal kann es ganz schnell gehen, wenn sich eine aufregende Idee im Kopf eingenistet hat und es nur so kribbelt in Herz und Händen, sie ins Leben zu holen und mit der Welt zu teilen. Ich bin gespannt und riesig vorfreudig, was das wohl dieses Jahr sein wird. Freiraum habe ich genug in meiner Planung gelassen und lade mit offenen Armen ein, was immer kommen wolle, um mich tiefer ins Puppenmachen und die Begegnung mit mir selbst zu führen.

Aber erst einmal ein fröhliches Prosit mit Neujahrsschokolade, immer schön langsam in das neue Jahr hineinträumen, der Stille lauschen und das Herz weiten. Denn weiter geht es immer.

Ich freue mich auf euch, auf 2019 und alle Herzmomente und Freudebegegungen, die es für uns und mich bereithalten möge,

eure Maria

What The World Needs Now


17. Dezember 2018

Wieder ein Jahr voller Herzmomente und Freudebegegnungen

Eine Liste wie diese schreibt sich nicht am Stück, sondern wächst über das Jahr, Eintrag für Eintrag. Ich freue mich jedes Mal, wenn etwas Neues dazukommt, das ich bewahren und erinnern möchte, und gegen Endes des Jahres steigt auch die Vorfreude, sie mit euch zu teilen.

Vor genau einem Jahr erschien „Monikas Puppen“, ein kleines Tagebüchlein, das mir Monikas Tochter Claudia erlaubte hier zu veröffentlichen. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit geht mir die Geschichte wieder sehr nah. Bis heute ist sie eine der meistgelesenen auf meinem Blog.

Der Messerschmied in Lichterfelde. Einmal im Jahr bringe ich meine Scheren zu ihm, auf dass er sie wieder richtig schön scharf schleift, und freue mich über ihn und sein kauziges Lädchen.

Immer wieder Laura. Letzten Dezember (und auch diesen) habe ich mich sehr an ihrem Blog-Adventskalender erfreut. Ich mag ihren poetischen und erfrischenden Blick auf die Welt.

Sandra von Junikate. Unser Kontakt ist zwar lose und unregelmäßig, aber immer herzlich und zugewandt.

Letztes Jahr war ich genau einen Tag krank. Das war am 19.12. und mit mir schien die Welt zu ruhen: kaum E-Mails, keine Bestellungen und keine Pakete, die zur Post gebracht werden mussten.

Es kommt nicht besonders oft vor, aber ab und zu erreichen mich persönliche Mails von Leserinnen, die sich für meinen Blog bedanken. Das bedeutet mir sehr, sehr viel. An sich reicht es mir nur für mich zu schreiben, aber manchmal fühlt sich auch ein bisschen einsam an, als wäre da niemand auf der anderen Seite. Umso mehr freut es mich, wenn ich auch einmal von euch höre.

991 Rechnungen in 2017. Zugegeben, die 1000 hätte ich gern noch geknackt. Aber andererseits, was sagt so eine Zahl schon aus?

Als ich im Januar schon ein paar Wochen lang auf der Suche nach einem großen Karton für den Versand des Materials für meinen Puppennähkurs in Wien war – ich wollte nichts kaufen, sondern wiederverwenden -, kam mir eines Vormittags eine Mitarbeiterin aus einem neu eröffneten Feinkostladen in meiner Nachbarschaft entgegen, in den Händen zwei große Boxen, die sie entsorgen wollte. Sie überließ sie mir gern.

Ich freue mich immer, wenn ich aus dem Fenster schaue und zufällig das Fahrschulauto vorbeifährt, mit dem ich vor fünf Jahren den Führerschein gemacht habe. Das war in einer sehr turbulenten und arbeitsreichen Zeit und ich bin immer noch sehr froh, dass ich das damals alles so gut geschafft habe, und genieße heute den Komfort und die Freiheit, die mir mein Auto ermöglicht.

Anfang Januar schrieb mir eine Leserin, wo die Anleitung für die Teufelsmütze bzw. das Glückshäubchen, wie ich es lieber nenne, schon einmal erschienen ist. Damit ist die Urheberrechtsfrage zwar nicht geklärt, aber ich bin immer wieder beeindruckt von dem Schwarmwissen hier.

Zwei Mal die Woche gehe ich morgens vor der Arbeit zum Yoga. Meistens ziehe ich mich danach nicht um, sondern genieße es, in angenehm gemütlicher Kleidung zu werkeln.

Am 9. Januar habe ich zwei Pakete an die Danziger Sraße 167 geschickt, eine Puppe und ein Materialpaket, unabhängig von zwei Nachbarinnen bestellt. Lustigerweise wohnt eine meiner besten Freundinnen auch in dem Haus.

In meiner zweiten Arbeitswoche im Januar stand die Sonne mittags zum ersten Mal wieder so hoch, dass sie ihr Licht auf meinen Bildschirm warf und ich kaum noch etwas erkennen konnte. Sehr dankbar und frühlingsvorfreudig war ich da (zog aber trotzdem den Vorhand ein Stück vor das Fenster).

Andrea, die Gewinnerin des Buches „Künstler machen Puppen für Kinder“ schenkte mir zum Jahreswechsel einen wunderschönen, goldenen Kerzenständer aus einem buddhistischem Kloster, dessen Licht so hell und warm scheint, wie es auch mein Herz durch solche Gesten wird.

Wenn auf meinem Kontoauszug so etwas Herziges wie „Hermines Traumpuppe“ steht.

Post von Ramona. Ich war ganz gerührt, dass sie mir einen handgeschriebenen Brief über ihren Besuch im Käthe-Kruse-Puppen-Museum in Donauwürth geschrieben hat.

Von Renate aus dem Januar-Kurs gab es Filzhausschuhe in meiner Lieblingsfarbe. Sie kamen genau zur rechten Zeit, als meine Birkenstocks nach Jahren fast auseinanderfielen.

In demselben Kurs war Verena bereits zum dritten Mal dabei. Dieses Mal mit ihrer schwangeren Tochter Anne. Es ist immer wieder berührend, Mütter und Töchter gemeinsam beim Puppenmachen zu erleben.

Als ich Anfang des Jahres einen Kurs in Wien gab, war es unglaublich schön zu spüren, wie willkommen ich dort war und wie liebevoll man mich umsorgte, damit ich mich rundum wohlfühle in der fremden Stadt. Das machte mir Lust, in Zukunft mehr Kurse außerhalb Berlins zu geben.

Gleichzeitig kostete es mich auch ganz schön viel Mut, außerhalb meiner Komfortzone zu unterrichten. Deshalb beschenkte ich mich zur Belohnung danach selbst mit einer Projekttasche von MINUK. In der Kommunikation mit der Antje, der Inhaberin des kleinen Hamburger Labels, stellte sich heraus, dass sie zeitgleich mit meiner Bestellung an einer Puppe für ihren Sohn nach einer Anleitung von Mariengold arbeitete (siehe hier).

Im Februar hatte ich meine bisher jüngste Teilnehmerin im Kurs, Mascha, 10 Jahre alt.

Auch mit dabei war Ella von Ringelmiez, eine langjährige Begleiterin aus dem Internet, die ich vorher schon einmal in Berlin getroffen hatte.

Mit ihr gab es ein Premiere: Zum ersten Mal überhaupt bin ich nach dem Kurs noch etwas essen gegangen.

Es ist immer wieder schön zu erleben, wenn Frauen in den Kursen Kleider verschenken oder tauschen, die ihrer eigenen Puppe nicht passen, oder weil eine Puppe sonst nackt nach Hause gehen müsste.

Dieses Jahr habe ich einige Interviews gegeben. Das mache ich sehr, sehr gern, denn Fragen zu meiner Arbeit zu beantworten, öffnet auch meinen Horizont und schafft Klarheit und Bewusstsein. (Siehe z. B. hier.)

Im Februar habe ich nur Geschwisterpuppen genäht, jede Woche ein Pärchen oder gar ein Trio.

In ihrer Anmeldung für den Kurs im März schrieb Denise: „Ich freue mich darauf, Puppenmutter zu werden.“

Hühnerhautschön war das Wort, das eine Kundin über ihre Puppe schrieb. Ich konnte sofort nachempfinden, was sie meinte.

Dieses Jahr musste meine Nähmaschine mehrere Male in die Reparatur. Ich gehe dann immer in die Werkstatt von Bernd Kieselbach im Prenzlauer Berg, der meine Maschine in der Regel binnen Minuten wieder flott macht. Was für ein Service!

Wenn im Frühling die ersten Sonnenstrahlen in meinem Arbeitszimmer ankommen. Mit einem warmen Rücken näht es sich herrlich gemütlich.

Was für ein schöner Zufall, dass meine Buchbesprechung von „Die Puppe Mirabell“ mit dem Welttag des Buches zusammenfiel.

Im Mai, kurz vor der Landpartie, als ich unheimlich viel vorzubereiten hatte, schwächelte meine Nähmaschine und ich kam nur ganz langsam mit dem Nähen voran. Erst fluchte ich, aber dann merkte ich, wie gut mir die Entschleunigung tat und dass ich trotzdem alles pünktlich schaffte.

„365 Tage Vorfreude“, schrieb unsere Teilnehmerin Marina, die bereits im Vorjahr dabei war, kurz vor dem Workshop. Laura und mir ging es ganz genauso.

Claudine war auch zum zweiten Mal dabei und brachte dieses Mal auch ihre zweite Tochter mit. Das waren drei Schweizer Frauen zu Besuch im Hohen Fläming.

Claudine trug auch wieder die Mala, die sie letztes Jahr von unseren Gastgebern Ulrike und Douglas gekauft hatte.

Und einmal entdeckte ich, dass sie unser Abschlussfoto von 2017 als Hintergrundbild auf ihrem Laptop eingerichtet hatte. Da hätte ich am liebsten losgeweint vor Dankbarkeit.

In Gesprächen auf der Landpartie herauszuhören, dass meine Tipps und Empfehlungen aufgegriffen werden, z. B.  schwärmte Flurina von dem Buch „Herzensbildung“ von Christiane Kutik, das sie auf meinem Blog entdeckt hatte und das ihr ein wichtiger Begleiter im Familienalltag geworden war. Ich bekomme so wenig direkte Rückmeldung zu meinen Beiträgen, dass es immer wieder gut tut zu erfahren, dass es ankommt.

Wie Carolin, die Tänzerin und Bewegungslehrerin, die uns einen Nachmittag in Bewegung brachte, mit ihrer lila Mütze die Landstraße nach Jeserigerhütten angeradelt kam. Eben noch in Neukölln bei Kaffee und Zimtschnecke zum Konzepten und ein paar Wochen später Wiedersehen und Umsetzung der Ideen bei der Landpartie.

Friederike hatte ein paar Bücher über Käthe Kurse und von Astrid Lindgren mitgebracht, die auch rege genutzt wurden.

Aus einem las Laura an einem Abend für alle die Geschichte „Die Prinzessin, die nicht spielen wollte“ vor. (Was Schauspielerinnen können, können nur Schauspielerinnen, es war ein Hochgenuss.)

Und wie herzerwärmend war es bitteschön, dass Claudine bei der Abschlussrunde schon vorsorglich ein Taschentuch in das kleine Täschchen ihrer Puppe gesteckt hatte?

Denn ja, es sind wieder viele Tränen des Glück und Rührung geflossen, auch bei Laura und mir.

Der letzte Abend war besonders schön. Wir saßen alle im Garten beisammen, Laura und ich auf der Hollywoodschaukel, es gab Wein und Knabberzeug, und wir waren entspannt und glücklich (und sehr, sehr müde).

Nach der Landpartie verwöhnte mich meine Familie mit dem ersten Spargel des Jahres und anschließend lasen wir gemeinsam die Feedbackzettel der Teilnehmerinnen. Meine Tochter war so stolz auf mich!

Wenn Puppen, die mir zur Reparatur geschickt werden, ganz liebevoll ausstaffiert und geschützt im Karton reisen.

Manchmal gelingen Reparaturen auch von mir aus der Ferne angeleitet. Dazu schrieb eine dankbare Puppendoktorin: „Vielen Dank für die guten Tipps! Ich habe Nina gewaschen, neu gefüllt und zum Teil die Nähte erneuert. Jetzt sieht sie gut aus wie lange nicht mehr. Ihr Alter sieht man ihr natürlich trotzdem an, aber das ist ok.“

Im Sommer bekam ich ganz unverhofft ein Päckchen von Natalie aus dem Rosaminze Puppenatelier. Es enthielt viele feine Kleinigkeiten, die in ihrer Gesamtheit ganz schön großartig waren.

Wenn sich Leserinnen mit Foto bei mir melden, wie Sabine aus Österreich. Dann weiß ich, mit wem ich es zu tun habe und das Internet fühlt sich nicht mehr so anonym an.

Als Laura einmal Handversöhnung statt Handverwöhnung getippt hatte. Was für ein treffender Verschreiber!

Laura schreibt mir auch fast immer, wenn ich eine Musikliste veröffentlicht habe. Diese hier ließ sie beim Trampolinspringen laufen.

Und kurz nachdem ich diesen Beitrag veröffentlich hatte, mailte sie mir: „Wie gut hat mich das Wunderlied heute morgen aus deinem Blog getroffen! Das wollte ich dich unbedingt wissen lassen.“

Als Karola mich im Juli wissen ließ: „Ich fühle mich durch die Sommerrabattaktion reich beschenkt und möchte Danke sagen.“ (Zum Valentinstag 2019 gibt es die nächsten Sonderpreise.)

Was Caro von Naturkinder einmal in den Kommentaren bei Instagram über meine Puppennäh-E-Books gesagt hat: „Maria @mariengold gibt Kurse in Berlin. Ihre Anleitungen sind allerdings auch so gestaltet, als würde sie dich an der Hand nehmen.“

Überhaupt freue ich mich sehr über ihren Support und unsere gute Zusammenarbeit seit einigen Jahren. (Wer weiß, vielleicht gibt es nächstes Jahr wieder eine PuppenMITmacherei?)

Immer wieder liebe Geschenke von Kursteilnehmerinnen: Neben oben erwähnten Filzhausschuhen z. B. eine Glasflasche mit Flower of Life von Birgit und eine Duftmischung fürs Yoga von Linda.

Mit Linda verbindet mich mittlerweile auch eine E-Mail-Freundschaft, ebenso mit Ariete, Anna, Inka und Julia, auch ehemalige Kursteilnehmerinnen. Unglaublich schön, was für eine tragende Verbindung aus einem gemeinsamen Wochenende entstehen kann.

Wenn erwachsene Frauen sich trauen, ihre Puppennähfreude voll und ganz ausleben, ist das ein Geschenk für den ganzen Kurs, denn es wirkt ansteckend und kitzelt die Kinder im Herzen wach. Besonders gelungen ist das Eva aus dem Juli-Kurs mit ihrem Bröckerl (so der Name ihrer Puppe).

So unerwartet und unangenem das Aus von Dawanda kam, es brachte auch Gutes mit sich. Ich war erstaunt, wie viele Anfragen ich von der Presse bekam und welch unverhoffte PR mir das Ganze einbrachte.

Außerdem nutzte ich die Gelegenheit und setzte mit meiner Grafik-Designerin Clara ein Projekt um, das ich schon seit Jahren in der Pipeline hatte, nämlich neue Produktbilder für meinen DIY-Angebot. (Und sie sind ganz toll geworden!)

Den Sommer haben wir wieder in den Bergen verbracht. Letztes Jahr, kurz nach unserem Abstieg, war dort ein Baby namens Runa geboren worden, dem ich dieses Jahr zum ersten Geburtstag eine Puppe schenkte. Es ist zwar nicht die erste Puppe von mir an diesem Ort, aber eine, die mir besonders am Herzen lag.

Es war bereits unser achter Sommer auf dem Berg und ich werde immer noch von Glück und Dankbarkeit durchflutet, wenn ich daran denke, dass wir dieses Lieblingsfleckchen Erde damals über meinen Blog gefunden haben.

Unser Puppenmacherinnenkollektiv 8Hände ist seit Anitas Wegzug leider nicht mehr aktiv. Umso mehr habe ich mich gefreut, Anita im Juni auf ein Frühstück in Berlin zu treffen. Wir beide träumen von einem zweiten Wochenende unter Puppenmacherinnen bei ihr auf dem Land. Vielleicht in 2019?

Ein Kompliment von meiner lieben Freundin Ursula, die als Coach arbeitet: Erst neulich habe sie wieder jemanden meinen Blog empfohlenen als Beispiel dafür, wie man dieses Marketinginstrument ansprechend gestalten und nutzen kann. Da bin ich gleich drei Zentimeter gewachsen.

Wenn Kursteilnehmerinnen sich anfreunden und auch danach in Kontakt bleiben wie Eva und Linda aus dem Juli-Kurs oder Marina, die Johanna nach der Landpartie sogar in Dresden besucht hat.

Im August initiierten Natalie und ich ein Treffen für Puppenmacherinnen in Berlin. Obwohl der Termin in den Sommerferien lag, war es voll an unserem großen Tisch im Café Fleury am Weinbergspark. Mein Eindruck ist, dass es gerade eine richtige Bewegung gibt, in der sich Puppenmacherinnen und Gleichgesinnte im echten Leben/außerhalb von Social Media zusammentun und gegenseitig unterstützen, inspirieren und austauschen wollen. Schön!

Puppen&Packen! Mit dieser Päckchentauschaktion habe ich einen lang gehegten Wunsch und Plan umgesetzt und es hat mir so gut gefallen, dass sie im nächsten Jahr wieder stattfinden soll.

Bei der Organisation eines solchen Vorhabens kann es schon einmal zu Fehlern kommen. So hatte ich es aus Versehen so eingerichtet, dass eine Teilnehmerin gleich zwei Päckchen erhielt und eine andere beinahe leer ausgegangen wäre, wenn nicht kurzfristig Ramona eingesprungen wäre und etwas Schönes für sie zusammengepackt hätte.

Einer meiner Lieblingsartikel dieses Jahr war das Feedback für Puppen&Packen. Die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen hatten unheimlich gut getan und es war die reinste Freude, sie in einem Beitrag zu teilen und zu bewahren.

Julia war schon zwei Mal bei mir im Kurs und auch bei der letzten Landpartie dabei. Dort schenkte sie sich selbst meinen puppennähverliebt-Anhänger, den sie beim Filzkopfkurs im Herbst immer noch trug. Solche lieben, kleinen Entdeckungen bescheren mir immer einen Kloß im Hals.

In diesem Kurs war auch Marina dabei. Julia und Marina kannten sich bereits von der Landpartie und waren auch Tauschpartnerinnen bei Puppen&Packen. Just einen Tag vor dem Kurs hatte Marina ihr Päckchen von Julia erhalten und konnte sich so persönlich für ihr Geschenk bedanken. (Und ich mittendrin, ihr könnt euch vorstellen, wie ich mich gefreut habe.)

Julia wiederum wurde von Stefanie beschenkt und in den Herbstferien sogar besucht. Dazu schrieb mir Stefanie: „Es war so eine schöne Zeit mit Julia. Wir haben selbstgebackenen Kuchen im Garten gegessen und Kaffee getrunken. Ich konnte ihr wundervolles Arbeitszimmer und die Puppen sehen, die sie schon gemacht hat. Wir haben so viel geredet, wie in den eineinhalb Stunden nur ging und hätten noch Tage weiterschnattern können.“

In Annas Bachelor-Arbeit zum Thema Therapeutisches Puppenmachen neben Insa Fooken (siehe hier) und Gudrun Gauda zitiert worden zu sein.

Überhaupt waren die vielen Gespräche und E-Mails mit Anna eine große Bereicherung und Inspiration in diesem Jahr.

Ich hatte wirklich Sorge, dass aus der Landpartie ein Zitterpartie wird, wenn wir einen zweiten Termin anbieten. Aber so kam es nicht und die Veranstaltung im September war innerhalb weniger Tage ausgebucht. Große Vorfreude auf den Altweibersommer im Refugium Hoher Fläming!

Gleiches galt für meine Wochenendkurse. Trotz dass ich die Teilnahmegebühr um 40 Euro erhöht habe, kamen in den letzten Wochen viele, viele Anmeldungen für 2019 und die ersten Kurse sind bereits ausgebucht.

Ulrike ist Förderlehrerin, war im Sommer bei mir im Kurs und hatte eine Puppe für die Arbeit hergestellt. Dazu schrieb sie mir einige Wochen später: „Meine Puppe lebt nun mit in meiner Praxis. Für eine Schülerin ist es mittlerweile zum Ritual geworden, sie nach all dem anstrengenden Mathe als Belohnung zu frisieren. Es ist so schön zu erleben, wie viel Motivation dadurch entsteht.“

Als die Angebotstexte für meine E-Books durch einen Fehler bei Etsy nur noch Kauderwelsch ergaben, meldeten sich gleich ein paar aufmerksame Kundinnen. So konnte ich den Fehler schnell beheben und am habe an dem Tag sogar besonders viele Exemplare verkauft.

Es kommt nur ganz, ganz selten vor, aber manchmal verkaufe ich Puppen auch in meine Nachbarschaft. So geschehen mit Silvia, die mit ihren Kindern gleich ums Eck wohnt, mich aber über das Internet gefunden hatte. Obwohl es eigentlich keinen Unterschied machen sollte, ist es toll zu wissen, dass meine Puppen nicht nur fern, sondern auch nah wertgeschätzt werden.

Wenn Kursteilnehmerinnen sagen, dass die Puppen in Wirklichkeit noch viel schöner aussehen als auf den Bildern auf meiner Website.

Es gibt natürlich auch Teilnehmerinnen, die eher still sind. Dann freue ich mich umso mehr, wenn ich in ihren Augen sehen kann, dass sie Freude beim Puppenmachen haben.

Im November schickte ich eine Puppe nach Amman in Jordanien, eine Premiere.

Heute morgen erreichte mich diese Nachricht von Katrin, einer Kundin aus Deutschland: „Ich hätte fast geheult – ich bin so gerührt vom Anblick deiner Puppe und danke dir von Herzen! Du verstehst dein Handwerk wirklich und deine Puppen haben eine Seele.“

Und dann noch unverhoffte Post von Cristina Cevales-Labonde, von der ich schon einige Bücher meinem Blog vorgestellt habe, z. B. meinen Favoriten „Biegepüppchen selbst gemacht“: „Ich denke, wenn wir uns klein machen vom Kopf und groß im Herzen werden, können wir in eine andere Welt schlüpfen. Dann passen wir in diese hinein, als würden wir dazugehören, weil wir fühlen, was dort lebt. Ein wenig wie Alice im Wunderland, als sie durch die kleine Türe ging. Und ich bin überzeugt, Sie haben diese Fähigkeit. Daher konnten Sie in meine Bilder hineinsteigen und die vielen Kleinigkeiten überhaupt sehen.“

Mit diesen Worten einer Puppenmacherin, die ich sehr schätze, möchte ich schließen und sie gleichzeitig an euch weitergeben. Denn ohne euch würde es Mariengold nicht geben. Gemeinsam bringen wir mit unseren Händen und den Puppen Schönheit, Liebe und Freude in die Welt – sie braucht es dringend. Tausend Dank dafür!

Die gesammelten Herzmomente und Freudebegegnungen der letzten Jahre finden sicher hier den Glückslisten.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)