19. Februar 2019

22 Dinge über Mariengold

Auf meiner Liste mit Puppennamen befinden sich derzeit 278 Stück – zweihundertachtundsiebzig schönste Namen.

Es kommt allerdings nur selten vor, dass ich darauf zurückgreife, weil mir die Namen für meine Puppen in der Regel einfach so zufliegen.

Manchmal wünschte ich, ich bräuchte für meine Arbeit nicht so viel Material. Das ständige Bestellen, Verräumen und Im-Auge-Behalten meiner Vorräte kostet nämlich ganz schön viel Zeit (und braucht auch eine Menge Platz).

Kurz bevor ich mich mit den Puppen selbständig gemacht habe, hatte ich einen Platz am Seminar für Waldorfpädagogik hier in Berlin. Eigentlich wollte ich Handarbeitslehrerin, wurde im Aufnahmegespräch aber ganz schnell in Richtung Klassenlehrerin gelenkt, was ich nachvollziehen konnte und was mich auch durchaus gebauchpinselt hat. Ein paar Wochen später jedoch wachte ich eines Morgens auf und wußte ganz sicher, dass das nicht mein Weg ist, und sagte das Studium ab. Danach war ich frei für die Puppen, begann bereits als frischgebackene Puppenmacherin mit meinen Kursen für Erwachsene und entdeckte im Unterrichten eine große Leidenschaft und großes Können.

Seit meiner Premiere 2007 habe ich 115 Kurse gegeben, inklusive zwei Landpartien und sieben Filzkopfkursen mit Laura sowie einem Kids Kurs.

Im Dezember 2010 gab es zum ersten Mal mehr Interessinnen als Plätze, so dass ich eine Warteliste begann.

Aktuell befinden sich 19 Namen darauf.

Auf der für den Kurs nächste Woche in Wien sind es 37.

Vor jedem einzelnen Kurs habe ich Lampenfieber.

Meine allererste Puppe, Tilda, die ich 2004 nach einer Anleitung von Karin Neuschütz für meine Tochter nähte, hatte rotbraunes Haar. Bis heute ist das meine Lieblingsfarbe.

Obwohl Laura und ich uns schon seit 14 Jahren kennen, wir einmal Kieznachbarinnen waren und schon unzählige Briefe hin und her geschickt haben, kann ich mir ihre Postleitzahl nicht merken und habe ganz oft einen Zahlendreher drin.

Ganze acht Jahre dauerte es, um das Holzköpfchen, das ich 2008 bei einem Schnitzkurs auf Hof Lebherz anfertigte, im Rahmen der PuppenMITmacherei zu einer kompletten Puppe zu vervollständigen.

Und nur wenige Minuten, um das Ganze wieder rückgängig zu machen. Ja, genau, die Puppe ist jetzt wieder nur ein Köpfchen. Pur gefällt es mir einfach am besten.

Eine Zeitlang nannte ich mich „Puppengestalterin“, das stand sogar auf meiner Karte. Heute kann ich darüber lachen bzw. möchte ich mich eigentlich lieber selbst in den Arm nehmen, weil ich den dahinterliegenden Wunsch so deutlich sehe, meine Arbeit auf diese Weise aufzuwerten. Mittlerweile bin ich wieder bei „Puppenmacherin“ und fein damit.

Bei der letzten Aufräumaktion auf meinem Blog habe ich 215 Artikel gelöscht.

Ungefähr 50 davon habe ich in den zwei Wochen darauf wieder reaktiviert und die restlichen 265 nach wiederum zwei Wochen endgültig gelöscht.

Letzten Oktober gab es ein denkwürdiges Ereignis, als ich nämlich zum ersten Mal zehn Puppen für den Sofortkauf in meinem Shop vorrätig hatte, das gab es vorher noch nie. Ein Grund zum Feiern war das zwar nicht, bedeutete es ja vor allem, dass die Puppen zu diesem Zeitpunkt nicht gut liefen (was ich auch auf das Aus von Dawanda schob). Andererseits war es auch toll, meinen Kundinnen und Kunden eine so große Auswahl an bieten zu können. (Bis Weihnachten waren sie alle verkauft.)

Erst vor kurzem habe ich die Illusion aufgegeben, dass ich noch ein Studium oder eine Ausbildung in Kunsttherapie brauche. Obwohl ich jahrelang daran festgehalten hatte und dieses Ziel ein wichtiger Motivator für mich war, ging das Loslassen erstaunlich leicht.

Letztes Jahr kam es zum allerersten Mal vor, dass mir eine Nähnadel abgebrochen ist.

Ich habe eigentlich immer Wollflusen an meinen Schuhen.

Seit Jahren sammle ich Material für einen Blogartikel mit dem Arbeitstitel „Puppenmachen heute“, der in dieser Form wahrscheinlich nie erscheinen wird. Trotzdem mache ich weiter, einfach weil’s Spaß macht und spannend ist und vielleicht irgendwann etwas anderes daraus entstehen wird.

Im November 2018 verschickte ich 76 Pakete mit Puppen und Material, im Januar 2019 genau die Hälfte.

Noch mehr Dinge über Mariengold findet ihr hier, hier, hier und hier.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)

 


16. Januar 2019

Das Herz ist die Mitte (Hallo, 2019)

Manchmal fühlt sich der Januar wie ein einziger Neujahrstag an. Dann breitet sich das ganze neue Jahr vor einem aus wie ein weißes Blatt Papier, das darauf wartet, beschrieben zu werden (oder möglichst lange weiß zu bleiben). Verheißung liegt in der Luft, fast greifbar mit den Händen, das aufgeregte Flattern des Neubeginns erzeugt ein vibrierendes Echo, das einen durchströmt und mit neuem Leben anfüllt, und ehe man sichs versieht, lässt einen das Flügelschlagen der großen Träume hoffnungsvoll Richtung Wolken abheben. Herrlich!

So ist es dieses Jahr bei mir zwar nicht, aber auch himmlisch, denn ich genieße eine Ruhe und Unaufgeregtheit, wie ich sie früher zu Jahresbeginn nicht kannte. In der Zeit dazwischen habe ich entgegen meiner Gewohnheit dieses Mal weder zurückgeschaut, noch große Pläne für die Zukunft geschmiedet. Es ist der Versuch, ein Experiment quasi, zu schauen, ob es einen Unterschied macht oder es ganz gleich ist, ob man einen großen Plan hat oder alles auf sich zukommen lässt. Für mich ist das neu, denn eigentlich bin ich eine, die gern alles genau durchdenkt, plant und umsetzt. Das heißt jedoch nicht, dass ich mich jetzt nur noch zurücklehne und abwarte, im Gegenteil: Ich vertraue, bin sturmfest und guter Dinge, trage meine Werte und Ziele nah am Herzen, fühle mich lebendig und entschlossen, mit klarem Kopf und freiem Sinn.

Ganz ohne Planung geht es natürlich nicht, zumindest nicht beruflich. Allerdings ist die Liste der Vorsätze dieses Jahr ziemlich kurz. Die zwei wichtigsten sind, weiterhin gute Arbeit zu machen und nie zu vergessen, wie dankbar ich für mein Leben sein darf. Ich bin nämlich – und das freut mich besonders, weil ich es vor einem Jahr bereits an dieser Stelle schrieb – einfach zufrieden und glücklich.

Weitermachen, dass heißt für mich und für euch: Auch 2019 nähe ich Puppen für euch und eure Kinder, gebe Kurse und Workshops (ganze 17 an der Zahl!), versorge euch mit Anleitungen und Material zum Selbermachen und schreibe meinen Blog, immer fest im Blick, was mir wirklich wichtig ist: zu leben und zu arbeiten, wie es mir gut tut, und wertvolle und nützliche Inhalte für euch zu kreieren. Mein Schaffen richte ich ganz klar daran aus, wie ich am besten dienen und am wirkungsvollsten meine Erkenntnisse und Erfahrungen teilen kann, um kreative, freudevolle und heilsame Prozesse bei euch anzustoßen. Meine Lieblingsthemen dabei sind das Herzverbundene Puppenmachen, die Schaffung von Verbindung zwischen Menschen und – ganz neu – Nachhaltigkeit, denn wir haben nur diese eine Erde (und dieses eine Leben). Erste Blogartikel dazu sind bereits in der Mache, letzte Woche hatte ich einen Knaller-Einfall für ein neues, völlig ungeplantes E-Book (das wohl sicher erst nächstes Jahr erscheinen wird), im Spätsommer heißt es wieder Puppen&Packen und ich brüte immer noch über diesem großen Wunschprojekt, das ich bereits letztes Jahr ankündigte, ohne jedoch konkret zu werden und dabei bleibt es auch, denn manche Dinge brauchen eben Zeit.

Und machmal kann es ganz schnell gehen, wenn sich eine aufregende Idee im Kopf eingenistet hat und es nur so kribbelt in Herz und Händen, sie ins Leben zu holen und mit der Welt zu teilen. Ich bin gespannt und riesig vorfreudig, was das wohl dieses Jahr sein wird. Freiraum habe ich genug in meiner Planung gelassen und lade mit offenen Armen ein, was immer kommen wolle, um mich tiefer ins Puppenmachen und die Begegnung mit mir selbst zu führen.

Aber erst einmal ein fröhliches Prosit mit Neujahrsschokolade, immer schön langsam in das neue Jahr hineinträumen, der Stille lauschen und das Herz weiten. Denn weiter geht es immer.

Ich freue mich auf euch, auf 2019 und alle Herzmomente und Freudebegegungen, die es für uns und mich bereithalten möge,

eure Maria

What The World Needs Now


17. Dezember 2018

Wieder ein Jahr voller Herzmomente und Freudebegegnungen

Eine Liste wie diese schreibt sich nicht am Stück, sondern wächst über das Jahr, Eintrag für Eintrag. Ich freue mich jedes Mal, wenn etwas Neues dazukommt, das ich bewahren und erinnern möchte, und gegen Endes des Jahres steigt auch die Vorfreude, sie mit euch zu teilen.

Vor genau einem Jahr erschien „Monikas Puppen“, ein kleines Tagebüchlein, das mir Monikas Tochter Claudia erlaubte hier zu veröffentlichen. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit geht mir die Geschichte wieder sehr nah. Bis heute ist sie eine der meistgelesenen auf meinem Blog.

Der Messerschmied in Lichterfelde. Einmal im Jahr bringe ich meine Scheren zu ihm, auf dass er sie wieder richtig schön scharf schleift, und freue mich über ihn und sein kauziges Lädchen.

Immer wieder Laura. Letzten Dezember (und auch diesen) habe ich mich sehr an ihrem Blog-Adventskalender erfreut. Ich mag ihren poetischen und erfrischenden Blick auf die Welt.

Sandra von Junikate. Unser Kontakt ist zwar lose und unregelmäßig, aber immer herzlich und zugewandt.

Letztes Jahr war ich genau einen Tag krank. Das war am 19.12. und mit mir schien die Welt zu ruhen: kaum E-Mails, keine Bestellungen und keine Pakete, die zur Post gebracht werden mussten.

Es kommt nicht besonders oft vor, aber ab und zu erreichen mich persönliche Mails von Leserinnen, die sich für meinen Blog bedanken. Das bedeutet mir sehr, sehr viel. An sich reicht es mir nur für mich zu schreiben, aber manchmal fühlt sich auch ein bisschen einsam an, als wäre da niemand auf der anderen Seite. Umso mehr freut es mich, wenn ich auch einmal von euch höre.

991 Rechnungen in 2017. Zugegeben, die 1000 hätte ich gern noch geknackt. Aber andererseits, was sagt so eine Zahl schon aus?

Als ich im Januar schon ein paar Wochen lang auf der Suche nach einem großen Karton für den Versand des Materials für meinen Puppennähkurs in Wien war – ich wollte nichts kaufen, sondern wiederverwenden -, kam mir eines Vormittags eine Mitarbeiterin aus einem neu eröffneten Feinkostladen in meiner Nachbarschaft entgegen, in den Händen zwei große Boxen, die sie entsorgen wollte. Sie überließ sie mir gern.

Ich freue mich immer, wenn ich aus dem Fenster schaue und zufällig das Fahrschulauto vorbeifährt, mit dem ich vor fünf Jahren den Führerschein gemacht habe. Das war in einer sehr turbulenten und arbeitsreichen Zeit und ich bin immer noch sehr froh, dass ich das damals alles so gut geschafft habe, und genieße heute den Komfort und die Freiheit, die mir mein Auto ermöglicht.

Anfang Januar schrieb mir eine Leserin, wo die Anleitung für die Teufelsmütze bzw. das Glückshäubchen, wie ich es lieber nenne, schon einmal erschienen ist. Damit ist die Urheberrechtsfrage zwar nicht geklärt, aber ich bin immer wieder beeindruckt von dem Schwarmwissen hier.

Zwei Mal die Woche gehe ich morgens vor der Arbeit zum Yoga. Meistens ziehe ich mich danach nicht um, sondern genieße es, in angenehm gemütlicher Kleidung zu werkeln.

Am 9. Januar habe ich zwei Pakete an die Danziger Sraße 167 geschickt, eine Puppe und ein Materialpaket, unabhängig von zwei Nachbarinnen bestellt. Lustigerweise wohnt eine meiner besten Freundinnen auch in dem Haus.

In meiner zweiten Arbeitswoche im Januar stand die Sonne mittags zum ersten Mal wieder so hoch, dass sie ihr Licht auf meinen Bildschirm warf und ich kaum noch etwas erkennen konnte. Sehr dankbar und frühlingsvorfreudig war ich da (zog aber trotzdem den Vorhand ein Stück vor das Fenster).

Andrea, die Gewinnerin des Buches „Künstler machen Puppen für Kinder“ schenkte mir zum Jahreswechsel einen wunderschönen, goldenen Kerzenständer aus einem buddhistischem Kloster, dessen Licht so hell und warm scheint, wie es auch mein Herz durch solche Gesten wird.

Wenn auf meinem Kontoauszug so etwas Herziges wie „Hermines Traumpuppe“ steht.

Post von Ramona. Ich war ganz gerührt, dass sie mir einen handgeschriebenen Brief über ihren Besuch im Käthe-Kruse-Puppen-Museum in Donauwürth geschrieben hat.

Von Renate aus dem Januar-Kurs gab es Filzhausschuhe in meiner Lieblingsfarbe. Sie kamen genau zur rechten Zeit, als meine Birkenstocks nach Jahren fast auseinanderfielen.

In demselben Kurs war Verena bereits zum dritten Mal dabei. Dieses Mal mit ihrer schwangeren Tochter Anne. Es ist immer wieder berührend, Mütter und Töchter gemeinsam beim Puppenmachen zu erleben.

Als ich Anfang des Jahres einen Kurs in Wien gab, war es unglaublich schön zu spüren, wie willkommen ich dort war und wie liebevoll man mich umsorgte, damit ich mich rundum wohlfühle in der fremden Stadt. Das machte mir Lust, in Zukunft mehr Kurse außerhalb Berlins zu geben.

Gleichzeitig kostete es mich auch ganz schön viel Mut, außerhalb meiner Komfortzone zu unterrichten. Deshalb beschenkte ich mich zur Belohnung danach selbst mit einer Projekttasche von MINUK. In der Kommunikation mit der Antje, der Inhaberin des kleinen Hamburger Labels, stellte sich heraus, dass sie zeitgleich mit meiner Bestellung an einer Puppe für ihren Sohn nach einer Anleitung von Mariengold arbeitete (siehe hier).

Im Februar hatte ich meine bisher jüngste Teilnehmerin im Kurs, Mascha, 10 Jahre alt.

Auch mit dabei war Ella von Ringelmiez, eine langjährige Begleiterin aus dem Internet, die ich vorher schon einmal in Berlin getroffen hatte.

Mit ihr gab es ein Premiere: Zum ersten Mal überhaupt bin ich nach dem Kurs noch etwas essen gegangen.

Es ist immer wieder schön zu erleben, wenn Frauen in den Kursen Kleider verschenken oder tauschen, die ihrer eigenen Puppe nicht passen, oder weil eine Puppe sonst nackt nach Hause gehen müsste.

Dieses Jahr habe ich einige Interviews gegeben. Das mache ich sehr, sehr gern, denn Fragen zu meiner Arbeit zu beantworten, öffnet auch meinen Horizont und schafft Klarheit und Bewusstsein. (Siehe z. B. hier.)

Im Februar habe ich nur Geschwisterpuppen genäht, jede Woche ein Pärchen oder gar ein Trio.

In ihrer Anmeldung für den Kurs im März schrieb Denise: „Ich freue mich darauf, Puppenmutter zu werden.“

Hühnerhautschön war das Wort, das eine Kundin über ihre Puppe schrieb. Ich konnte sofort nachempfinden, was sie meinte.

Dieses Jahr musste meine Nähmaschine mehrere Male in die Reparatur. Ich gehe dann immer in die Werkstatt von Bernd Kieselbach im Prenzlauer Berg, der meine Maschine in der Regel binnen Minuten wieder flott macht. Was für ein Service!

Wenn im Frühling die ersten Sonnenstrahlen in meinem Arbeitszimmer ankommen. Mit einem warmen Rücken näht es sich herrlich gemütlich.

Was für ein schöner Zufall, dass meine Buchbesprechung von „Die Puppe Mirabell“ mit dem Welttag des Buches zusammenfiel.

Im Mai, kurz vor der Landpartie, als ich unheimlich viel vorzubereiten hatte, schwächelte meine Nähmaschine und ich kam nur ganz langsam mit dem Nähen voran. Erst fluchte ich, aber dann merkte ich, wie gut mir die Entschleunigung tat und dass ich trotzdem alles pünktlich schaffte.

„365 Tage Vorfreude“, schrieb unsere Teilnehmerin Marina, die bereits im Vorjahr dabei war, kurz vor dem Workshop. Laura und mir ging es ganz genauso.

Claudine war auch zum zweiten Mal dabei und brachte dieses Mal auch ihre zweite Tochter mit. Das waren drei Schweizer Frauen zu Besuch im Hohen Fläming.

Claudine trug auch wieder die Mala, die sie letztes Jahr von unseren Gastgebern Ulrike und Douglas gekauft hatte.

Und einmal entdeckte ich, dass sie unser Abschlussfoto von 2017 als Hintergrundbild auf ihrem Laptop eingerichtet hatte. Da hätte ich am liebsten losgeweint vor Dankbarkeit.

In Gesprächen auf der Landpartie herauszuhören, dass meine Tipps und Empfehlungen aufgegriffen werden, z. B.  schwärmte Flurina von dem Buch „Herzensbildung“ von Christiane Kutik, das sie auf meinem Blog entdeckt hatte und das ihr ein wichtiger Begleiter im Familienalltag geworden war. Ich bekomme so wenig direkte Rückmeldung zu meinen Beiträgen, dass es immer wieder gut tut zu erfahren, dass es ankommt.

Wie Carolin, die Tänzerin und Bewegungslehrerin, die uns einen Nachmittag in Bewegung brachte, mit ihrer lila Mütze die Landstraße nach Jeserigerhütten angeradelt kam. Eben noch in Neukölln bei Kaffee und Zimtschnecke zum Konzepten und ein paar Wochen später Wiedersehen und Umsetzung der Ideen bei der Landpartie.

Friederike hatte ein paar Bücher über Käthe Kurse und von Astrid Lindgren mitgebracht, die auch rege genutzt wurden.

Aus einem las Laura an einem Abend für alle die Geschichte „Die Prinzessin, die nicht spielen wollte“ vor. (Was Schauspielerinnen können, können nur Schauspielerinnen, es war ein Hochgenuss.)

Und wie herzerwärmend war es bitteschön, dass Claudine bei der Abschlussrunde schon vorsorglich ein Taschentuch in das kleine Täschchen ihrer Puppe gesteckt hatte?

Denn ja, es sind wieder viele Tränen des Glück und Rührung geflossen, auch bei Laura und mir.

Der letzte Abend war besonders schön. Wir saßen alle im Garten beisammen, Laura und ich auf der Hollywoodschaukel, es gab Wein und Knabberzeug, und wir waren entspannt und glücklich (und sehr, sehr müde).

Nach der Landpartie verwöhnte mich meine Familie mit dem ersten Spargel des Jahres und anschließend lasen wir gemeinsam die Feedbackzettel der Teilnehmerinnen. Meine Tochter war so stolz auf mich!

Wenn Puppen, die mir zur Reparatur geschickt werden, ganz liebevoll ausstaffiert und geschützt im Karton reisen.

Manchmal gelingen Reparaturen auch von mir aus der Ferne angeleitet. Dazu schrieb eine dankbare Puppendoktorin: „Vielen Dank für die guten Tipps! Ich habe Nina gewaschen, neu gefüllt und zum Teil die Nähte erneuert. Jetzt sieht sie gut aus wie lange nicht mehr. Ihr Alter sieht man ihr natürlich trotzdem an, aber das ist ok.“

Im Sommer bekam ich ganz unverhofft ein Päckchen von Natalie aus dem Rosaminze Puppenatelier. Es enthielt viele feine Kleinigkeiten, die in ihrer Gesamtheit ganz schön großartig waren.

Wenn sich Leserinnen mit Foto bei mir melden, wie Sabine aus Österreich. Dann weiß ich, mit wem ich es zu tun habe und das Internet fühlt sich nicht mehr so anonym an.

Als Laura einmal Handversöhnung statt Handverwöhnung getippt hatte. Was für ein treffender Verschreiber!

Laura schreibt mir auch fast immer, wenn ich eine Musikliste veröffentlicht habe. Diese hier ließ sie beim Trampolinspringen laufen.

Und kurz nachdem ich diesen Beitrag veröffentlich hatte, mailte sie mir: „Wie gut hat mich das Wunderlied heute morgen aus deinem Blog getroffen! Das wollte ich dich unbedingt wissen lassen.“

Als Karola mich im Juli wissen ließ: „Ich fühle mich durch die Sommerrabattaktion reich beschenkt und möchte Danke sagen.“ (Zum Valentinstag 2019 gibt es die nächsten Sonderpreise.)

Was Caro von Naturkinder einmal in den Kommentaren bei Instagram über meine Puppennäh-E-Books gesagt hat: „Maria @mariengold gibt Kurse in Berlin. Ihre Anleitungen sind allerdings auch so gestaltet, als würde sie dich an der Hand nehmen.“

Überhaupt freue ich mich sehr über ihren Support und unsere gute Zusammenarbeit seit einigen Jahren. (Wer weiß, vielleicht gibt es nächstes Jahr wieder eine PuppenMITmacherei?)

Immer wieder liebe Geschenke von Kursteilnehmerinnen: Neben oben erwähnten Filzhausschuhen z. B. eine Glasflasche mit Flower of Life von Birgit und eine Duftmischung fürs Yoga von Linda.

Mit Linda verbindet mich mittlerweile auch eine E-Mail-Freundschaft, ebenso mit Ariete, Anna, Inka und Julia, auch ehemalige Kursteilnehmerinnen. Unglaublich schön, was für eine tragende Verbindung aus einem gemeinsamen Wochenende entstehen kann.

Wenn erwachsene Frauen sich trauen, ihre Puppennähfreude voll und ganz ausleben, ist das ein Geschenk für den ganzen Kurs, denn es wirkt ansteckend und kitzelt die Kinder im Herzen wach. Besonders gelungen ist das Eva aus dem Juli-Kurs mit ihrem Bröckerl (so der Name ihrer Puppe).

So unerwartet und unangenem das Aus von Dawanda kam, es brachte auch Gutes mit sich. Ich war erstaunt, wie viele Anfragen ich von der Presse bekam und welch unverhoffte PR mir das Ganze einbrachte.

Außerdem nutzte ich die Gelegenheit und setzte mit meiner Grafik-Designerin Clara ein Projekt um, das ich schon seit Jahren in der Pipeline hatte, nämlich neue Produktbilder für meinen DIY-Angebot. (Und sie sind ganz toll geworden!)

Den Sommer haben wir wieder in den Bergen verbracht. Letztes Jahr, kurz nach unserem Abstieg, war dort ein Baby namens Runa geboren worden, dem ich dieses Jahr zum ersten Geburtstag eine Puppe schenkte. Es ist zwar nicht die erste Puppe von mir an diesem Ort, aber eine, die mir besonders am Herzen lag.

Es war bereits unser achter Sommer auf dem Berg und ich werde immer noch von Glück und Dankbarkeit durchflutet, wenn ich daran denke, dass wir dieses Lieblingsfleckchen Erde damals über meinen Blog gefunden haben.

Unser Puppenmacherinnenkollektiv 8Hände ist seit Anitas Wegzug leider nicht mehr aktiv. Umso mehr habe ich mich gefreut, Anita im Juni auf ein Frühstück in Berlin zu treffen. Wir beide träumen von einem zweiten Wochenende unter Puppenmacherinnen bei ihr auf dem Land. Vielleicht in 2019?

Ein Kompliment von meiner lieben Freundin Ursula, die als Coach arbeitet: Erst neulich habe sie wieder jemanden meinen Blog empfohlenen als Beispiel dafür, wie man dieses Marketinginstrument ansprechend gestalten und nutzen kann. Da bin ich gleich drei Zentimeter gewachsen.

Wenn Kursteilnehmerinnen sich anfreunden und auch danach in Kontakt bleiben wie Eva und Linda aus dem Juli-Kurs oder Marina, die Johanna nach der Landpartie sogar in Dresden besucht hat.

Im August initiierten Natalie und ich ein Treffen für Puppenmacherinnen in Berlin. Obwohl der Termin in den Sommerferien lag, war es voll an unserem großen Tisch im Café Fleury am Weinbergspark. Mein Eindruck ist, dass es gerade eine richtige Bewegung gibt, in der sich Puppenmacherinnen und Gleichgesinnte im echten Leben/außerhalb von Social Media zusammentun und gegenseitig unterstützen, inspirieren und austauschen wollen. Schön!

Puppen&Packen! Mit dieser Päckchentauschaktion habe ich einen lang gehegten Wunsch und Plan umgesetzt und es hat mir so gut gefallen, dass sie im nächsten Jahr wieder stattfinden soll.

Bei der Organisation eines solchen Vorhabens kann es schon einmal zu Fehlern kommen. So hatte ich es aus Versehen so eingerichtet, dass eine Teilnehmerin gleich zwei Päckchen erhielt und eine andere beinahe leer ausgegangen wäre, wenn nicht kurzfristig Ramona eingesprungen wäre und etwas Schönes für sie zusammengepackt hätte.

Einer meiner Lieblingsartikel dieses Jahr war das Feedback für Puppen&Packen. Die vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen hatten unheimlich gut getan und es war die reinste Freude, sie in einem Beitrag zu teilen und zu bewahren.

Julia war schon zwei Mal bei mir im Kurs und auch bei der letzten Landpartie dabei. Dort schenkte sie sich selbst meinen puppennähverliebt-Anhänger, den sie beim Filzkopfkurs im Herbst immer noch trug. Solche lieben, kleinen Entdeckungen bescheren mir immer einen Kloß im Hals.

In diesem Kurs war auch Marina dabei. Julia und Marina kannten sich bereits von der Landpartie und waren auch Tauschpartnerinnen bei Puppen&Packen. Just einen Tag vor dem Kurs hatte Marina ihr Päckchen von Julia erhalten und konnte sich so persönlich für ihr Geschenk bedanken. (Und ich mittendrin, ihr könnt euch vorstellen, wie ich mich gefreut habe.)

Julia wiederum wurde von Stefanie beschenkt und in den Herbstferien sogar besucht. Dazu schrieb mir Stefanie: „Es war so eine schöne Zeit mit Julia. Wir haben selbstgebackenen Kuchen im Garten gegessen und Kaffee getrunken. Ich konnte ihr wundervolles Arbeitszimmer und die Puppen sehen, die sie schon gemacht hat. Wir haben so viel geredet, wie in den eineinhalb Stunden nur ging und hätten noch Tage weiterschnattern können.“

In Annas Bachelor-Arbeit zum Thema Therapeutisches Puppenmachen neben Insa Fooken (siehe hier) und Gudrun Gauda zitiert worden zu sein.

Überhaupt waren die vielen Gespräche und E-Mails mit Anna eine große Bereicherung und Inspiration in diesem Jahr.

Ich hatte wirklich Sorge, dass aus der Landpartie ein Zitterpartie wird, wenn wir einen zweiten Termin anbieten. Aber so kam es nicht und die Veranstaltung im September war innerhalb weniger Tage ausgebucht. Große Vorfreude auf den Altweibersommer im Refugium Hoher Fläming!

Gleiches galt für meine Wochenendkurse. Trotz dass ich die Teilnahmegebühr um 40 Euro erhöht habe, kamen in den letzten Wochen viele, viele Anmeldungen für 2019 und die ersten Kurse sind bereits ausgebucht.

Ulrike ist Förderlehrerin, war im Sommer bei mir im Kurs und hatte eine Puppe für die Arbeit hergestellt. Dazu schrieb sie mir einige Wochen später: „Meine Puppe lebt nun mit in meiner Praxis. Für eine Schülerin ist es mittlerweile zum Ritual geworden, sie nach all dem anstrengenden Mathe als Belohnung zu frisieren. Es ist so schön zu erleben, wie viel Motivation dadurch entsteht.“

Als die Angebotstexte für meine E-Books durch einen Fehler bei Etsy nur noch Kauderwelsch ergaben, meldeten sich gleich ein paar aufmerksame Kundinnen. So konnte ich den Fehler schnell beheben und am habe an dem Tag sogar besonders viele Exemplare verkauft.

Es kommt nur ganz, ganz selten vor, aber manchmal verkaufe ich Puppen auch in meine Nachbarschaft. So geschehen mit Silvia, die mit ihren Kindern gleich ums Eck wohnt, mich aber über das Internet gefunden hatte. Obwohl es eigentlich keinen Unterschied machen sollte, ist es toll zu wissen, dass meine Puppen nicht nur fern, sondern auch nah wertgeschätzt werden.

Wenn Kursteilnehmerinnen sagen, dass die Puppen in Wirklichkeit noch viel schöner aussehen als auf den Bildern auf meiner Website.

Es gibt natürlich auch Teilnehmerinnen, die eher still sind. Dann freue ich mich umso mehr, wenn ich in ihren Augen sehen kann, dass sie Freude beim Puppenmachen haben.

Im November schickte ich eine Puppe nach Amman in Jordanien, eine Premiere.

Heute morgen erreichte mich diese Nachricht von Katrin, einer Kundin aus Deutschland: „Ich hätte fast geheult – ich bin so gerührt vom Anblick deiner Puppe und danke dir von Herzen! Du verstehst dein Handwerk wirklich und deine Puppen haben eine Seele.“

Und dann noch unverhoffte Post von Cristina Cevales-Labonde, von der ich schon einige Bücher meinem Blog vorgestellt habe, z. B. meinen Favoriten „Biegepüppchen selbst gemacht“: „Ich denke, wenn wir uns klein machen vom Kopf und groß im Herzen werden, können wir in eine andere Welt schlüpfen. Dann passen wir in diese hinein, als würden wir dazugehören, weil wir fühlen, was dort lebt. Ein wenig wie Alice im Wunderland, als sie durch die kleine Türe ging. Und ich bin überzeugt, Sie haben diese Fähigkeit. Daher konnten Sie in meine Bilder hineinsteigen und die vielen Kleinigkeiten überhaupt sehen.“

Mit diesen Worten einer Puppenmacherin, die ich sehr schätze, möchte ich schließen und sie gleichzeitig an euch weitergeben. Denn ohne euch würde es Mariengold nicht geben. Gemeinsam bringen wir mit unseren Händen und den Puppen Schönheit, Liebe und Freude in die Welt – sie braucht es dringend. Tausend Dank dafür!

Die gesammelten Herzmomente und Freudebegegnungen der letzten Jahre finden sicher hier den Glückslisten.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


21. Februar 2018

25 Dinge über Mariengold

Die am häufigsten verwendeten Farben für die Schuhe meiner Puppen sind Dunkelblau und Knallpink.

Gelb halte ich für die am meisten unterschätzte Farbe.

Donnerstags ist immer am meisten los in meinem E-Mail-Eingang.

Freitags am wenigsten.

Donnerstag ist auch mein Lieblingstag. Schon seit meiner Kindheit.

Mein Rekord im Transportieren von Ein-Kilo-Vliesen Stopfwolle mit einem Mal mit meinen zwei Händen von meiner Wohnung ins Materiallager in der Dachkammer darüber liegt bei acht Stück.

Für das Nähen der Puppenteile für die Landpartie 2017 habe ich viereinhalb Rollen Zwibond und drei Stunden Nähzeit benötigt.

Pro Monat brauche ich circa 16 Fahrscheine für die BVG, mindestens die Hälfte davon für die Fahrten zu meinen Kursen und für Besorgungen für Mariengold.

Ich habe eine echte Schwäche bzw. Stärke für Rechtschreibung und Grammatik und mag es, Regelwerke zu studieren und freue immer sehr auf den Newsletter der DUDEN-Sprachberatung.

Am liebsten schreibe ich mit einem Bleistift mit harter Mine.

In meinen Kursen bekomme ich selbst keine vollständige Puppe zustande. Das ist vor allem eine Zeitfrage. Aber selbst wenn ich bei weniger Teilnehmerinnen die Zeit habe, höre ich spätestens bei den Augen auf.

Beim Lektorat der englischen Übersetzung für mein Details E-Book letztes Jahr ist mir aufgefallen, dass einige Begriffe sich auch gut als Bandnamen eignen würden, z. B. Moles and Birthmarks, Prick, Shoulders of Giants, Slanted Toe Bed, Pacifier und Whipstitch.

Seit Jahren gehe ich an meinen Kurswochenenden in einem Sushi-Restaurant in der Kastanienallee essen. Und jedes Mal, wirklich jedes Mal läuft dort dieser Song. Das wäre mir nicht weiter aufgefallen, wenn ich ihn nicht neulich bei radioeins gehört und von jetzt auf gleich Lust auf Maki mit Lachs und Avocado bekommen hätte.

Ja, genau, ich verbringe die Mittagspause – auch wenn es meist schwerfällt – in der Regel allein, ohne die Teilnehmerinnen, weil ich so am besten Kraft für die zweite Tageshälfte tanken kann.

Ich habe eine besondere Vorliebe für Puppennamen, die mit A, M oder L beginnen.

Einen meiner Lieblingspullover, einen kirschroten aus Mohair, konnte ich anfangs nicht beim Puppenmachen anziehen, weil er so stark gefusselt hat.

Mittlerweile weiß ich genau, wie viel Nähgarn ich auf die Unterspule meiner Nähmaschine aufspulen muss, damit es für ein Langarmshirt reicht.

Es kommt mir so vor, als würde sich in der ersten Jahreshälfte das Baby Twink E-Book besser verkaufen und in der zweiten Mitzi. Ich beobachte das weiter.

Ich kann mich nur an ein einziges Mal erinnern, dass eine Puppe doppelt verkauft wurde, also zeitgleich bei Dawanda und Etsy.

2017 habe ich unter anderem bestellt: 1300 Aufkleber mit großem Herz, 500 mit kleinem Herz, 72 Wachsstifte für Wangenrot, 300 kleine Kartons für Material und Puppen, 140 kg Stopfwolle und ebenso viele Rollen Zwibond, also 140 Stück.

Die meisten Materialpakete für Puppen habe ich im November verkauft, die wenigsten im April.

Bisher ist es zwei Mal vorgekommen, dass eine Kursteilnehmerin und ich uns danach noch einmal privat verabredet haben. (Und beide hießen Anna.)

Ich weiß noch genau, wann und wo ich auf den Titel „PuppenMITmacherei“ für Caros und meine Mitmachaktion gekommen bin. Das war  2015 an einem besonders schönen Frühlingsabend im März oder April in der S-Bahn auf dem Weg zum Savignyplatz, wo ich mit meinem Mann und meinem Bruder zum Essen verabredet war.

Meine supertolle Friseurin Aylin hat mich in all den Jahren noch nie gefragt, was ich eigentlich beruflich mache.

Wie letztes Jahr um dieses Zeit befinden sich auch heute genau 24 Entwürfe für Blogartikel in meinem Content-Management-System, aber nicht mehr dieselben wie damals.

Noch mehr Dinge über Mariengold und weitere Einblicke findet ihr hier.


12. Januar 2018

Die Zeiten ändern dich (Hello, 2018)

Da liegt es vor uns, ein ganzes neues Jahr, verheißungsvoll und hoffnungsfroh wie ein leeres Blatt Papier. Nach einem fast halben Januar vielleicht nicht mehr ganz so unbeschrieben, nicht mehr ganz so weiß, aber noch immer – immer! – voller Möglichkeiten.

Diese besondere Anfangszeit ist durchpulst von guten Wünschen und Gedanken: Das Leben nehmen, wie es kommt. Nichts wiederholen. Neues wagen. Sich berühren lassen. Durchhalten bei den eigenen Werten. Nicht immer glücklich sein wollen. Jetzt leben. Sich ganz groß wähnen und wieder klein anfangen. Die Angst fallen lassen. Fragen stellen, auch die unbequemen. Nach innen lauschen. Sich von Projektionen verabschieden, Fantasiebilder loslassen. Die Ruhe bewahren. Verantwortung übernehmen. Erlauben, dass alles vergeht, ob man will oder nicht. Sich selbst gegenüber großzügiger werden. Ja zu Wachstum, Ja zu Entwicklung. Auch Ja zum Nein. Die Dinge akzeptieren, wie sie sind. Lernen, man wird geliebt, auch wenn man versagt. Wollen, was kommt. Auch sich selbst. Das Herz führen lassen. Das Leben unendlich küssen und umarmen.

2017 war für mich das erste durch und durch gute nach einer Reihe von anstrengenden und schwierigen Jahren. Ich durfte mich von den Herausforderungen eines Jahrzehnts Selbständigkeit und von jahrelangem Arbeiten über meine Grenzen hinaus erholen und einen neuen Stand in Leben und Beruf aufbauen, aufrecht, kraftvoll und flexibel. Vieles geht jetzt leichter, fühlt sich besser an. Manche Knoten wollen sich noch nicht lösen, hier und da knirscht es nach wie vor, neue Baustellen kommen hinzu, das ist in Ordnung. Es mag kitschig klingen, aber es ist wahr: Jeder Tag ist ein Geschenk und nichts geschieht ohne Grund. Das Leben ist kurz, zu kurz um festzuhalten, sich selbst und andere zu erniedrigen, Dinge zu erzwingen, die nicht sein sollen, und nicht mit dem Fluss zu gehen. Stattdessen: Folgen wir unserem Weg, vertrauen wir dem Universum, lassen wir unser Licht scheinen und haben wirden Mut, loszulassen und immer wieder zu beginnen. Mit Mariengold etwas zu dieser neuen Welt beizutragen, ist meine größte Inspiration.

Das ist der Funke, der meine Ideen und Projekte zündet. Für 2018 habe ich mir einiges vorgenommen, lasse aber auch wieder viel Raum für die Entfaltung von Vorhaben, von denen ich jetzt noch nichts ahne – das sind mir ohnehin die liebsten. Ein kleiner Einblick in das, was schon da ist:

So wertvoll das Internet für meine Arbeit ist, so wichtig ist mir auch, mit der Puppenmacherei mitten im Leben zu stehen und echte Begegnungen zwischen Menschen im Hier und Jetzt zu schaffen. Deshalb biete ich auch in diesem Jahr wieder einen Kurs pro Monat an, geht die Landpartie für Puppennähverliebte in die zweite Runde und finden weiterhin Filzkopfkurse statt, beides zusammen mit meiner Freundin Laura, mit der zu unterrichten mir seit drei Jahren ein großes Vergnügen ist.

Überhaupt empfinde ich in der Gemeinschaft mit anderen Menschen stets tiefe Freude und innige Verbundenheit mit meinem Lebensgold. Da geht es für mich lang, auch wenn dort auch Ängste, Unsicherheit und Herausforderungen auf mich warten. Selbstbestimmtes Arbeiten passt gut zu mir, aber ich spüre auch, dass es unendlich wichtig für mich ist, in Verbindung zu gehen und gemeinsam mit anderen Freigeistern in der Welt zu wirken. In diesem Sinne funke ich schon länger ans Universum, dass ich offen bin für Kooperationen, Austausch und Wunder aller Art. Berlin (nicht nur Berlin) ist voller toller Menschen und wenn wir uns zusammentun, kann so viel Schönes und Neues entstehen. (Erste Früchte oder eher hübsche, kleine Knospen trägt mein Wunsch auch schon, wofür ich sehr dankbar bin.)

Hier auf dem Blog geht es in gewisser Hinsicht wieder ein paar Schritte zurück, back to the roots, wenn ihr so wollt. In den letzten Jahren habe ich immer wieder mit verschiedenen Themen, Formaten, visuellen Welten und Tonarten experimentiert. Mein Traum war es immer, ein Internetmagazin für Puppenmacherei auf die Beine zustellen, einzigartig, vielseitig, humorvoll, mit Tiefgang. Heute weiß ich: Das kann ich allein nicht stemmen. Was ich aber weiß, ist, dass ich von Herzen gern schreibe und dass ich mich nicht scheue – und eigentlich auch gar nicht anders kann als – persönlich zu schreiben. Das ist eine meiner größten Stärken und darauf möchte ich die Zukunft bauen.

Damit eng verbunden ist mein Fokus auf den heilsamen Aspekt des Puppenmachens, der sich jetzt mehr und mehr auf dem Blog und in anderen Bereichen meiner Arbeit zeigen darf. Der Prozess der Puppenherstellung geht tief und birgt ein großes Potenzial für Heilung und Entwicklung. Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen und ist die Grundfeste meiner Vision von Mariengold in zehn Jahren.

Was ich sonst mit und für euch vorhabe: eine schöne Gemeinschaftsaktion im Herbst anstelle der PuppenMITmacherei, eine neue Blog-Kolumne mit dem Titel „Hallo, Frau Gold“, die Übersetzung meiner E-Books in weitere Sprachen, ein Kurs in Wien, der vielleicht Auftakt für regelmäßige Kurse auswärts ist, ein Traumprojekt, von dem ich aus Respekt vor der Sache, hier lieber noch nichts weiter schreibe, und natürlich Puppen, Puppen, Puppen.

Aber unabhängig von allen Zielen und Projekten im Außen ist mir in 2018 Gelassenheit am wichtigsten. Wenn mich die letzten Jahre mit Mariengold eines gelehrt haben, dann dass es immer solche und solche Zeiten gibt. Mal läuft es gut, mal eher schlecht, mal ist man oben, dann wieder unten. In den kommenden Monaten möchte mich darin üben, eine Haltung des Gleichmuts zu etablieren, die mir erlaubt, dass weder das eine noch das andere bestimmt, welchen Wert ich meiner Arbeit und nicht zuletzt auch mir selbst beimesse. Die Essenz meines Tuns ist völlig frei und unberührt von diesen Hochs und Tiefs und ich darf vertrauen, dass das Leben es immer gut mit mir meint.

Und jetzt mitten hinein in die Achtzehn, mit vollem Schwung.

Für das neue Jahr wünsche ich euch ein offenes Herz und Leichtigkeit – das ist der Weg, der einzige.

Eure Maria