6. September 2022

Fundstücke im September

1 Schon alle Kleidungsstücke von Mariengold genäht? Dann findet ihr bei Klimperklein ein kostenfreies eBook mit Anleitungen und Schnittmuster für fünf einfache Projekte für eure Puppen.

2 Was Menschen, die diesen Blog lesen, schon lange wissen, zeigt eine Studie von Mattel jetzt schwarz auf weiß: Das Spielen mit Puppen hilft Kindern, Empathie und Fähigkeiten der sozialen Informationsverarbeitung zu entwickeln.

3 Der Herbst steht vor der Tür und alles mit Plüschfutter ist fortan Willkommen, so auch dieser sehr einfach zu nähende Puppenschlafsack, Anleitung hier.

4 Während deutschsprachige Podcasts über Handarbeit noch eine Seltenheit sind, findet man im englischsprachigen Bereich viel Hörenswertes über alle möglichen Themen, z. B. The Woven Road über Geschichte und Traditionen textiler Handwerkskünste auf der ganzen Welt.

5 Wissen und Erfahrung weitergeben und teilen oder nicht? Diese Frage stellt sich nicht zwangsweise, nur weil man sich öffentlich mit dem zeigt, was man kann und macht, denn: „Not every artist desires to be a teacher and therefore is not obligated to share their process.“ Das ganze kluge Statement von Sara Buscaglia von Farm & Folk von findet ihr hier.  

6 Filzen ist mittlerweile eine gängige und beliebte Technik beim Puppenmachen. Hier gibt es einen Überblick über Werkzeuge und Hilfsmittel und hier Tipps zum Modellieren von Puppengesichtern.

7 Die Aktion #dollsforukraine, bei der im März diesen Jahres Puppen aus der ganzen Welt zugunsten der Nothilfe in der Ukraine versteigert wurden, war ein voller Erfolg. Sabine von Bienchen & Blümchen schaffte es damit sogar in die lokale Presse. Der Artikel befindet sich zwar hinter einer Paywall, aber auch ohne ausführliche Lektüre ist es einfach großartig, dass unser Lieblingshandwerk auf diesem Weg einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird.

Das Internet ist voller schöner Dinge und guter Ideen. Wenn ihr Vorschläge und Links für die Reihe habt, schreibt gern an hello@mariengold.net. Weitere Fundstücke findet ihr hier.


29. Juni 2022

Drei Bücher, drei Filme und drei Instagram-Accounts mit Puppen

Der Sommer ist da und mit ihm lange Abende, die sich herrlich mit einem Buch oder Film oder bei Instagram vertrödeln lassen. Hier teile ich ein paar Empfehlungen mit euch, in denen auf die eine oder andere Weise auch Puppen vorkommen. Bei den Büchern steht jeweils der Klappentext des Verlags dabei, bei den Filmen die Beschreibung des Verleihs, außerdem ist im Titel der Trailer verlinkt. Bei den Instagram-Fundstücken verlinke ich nur ein Bild, wobei der Rest der Accounts auch sehenswert ist. Viel Freude damit!

Bücher

„Aus und davon“ von Anna Katharina Hahn:

Um Himmelswillen, wo bleibt der Junge? Als ihr kleiner Enkel Bruno nicht zum Essen kommt, meint Elisabeth, die Kontrolle über ihr Leben zu verlieren. Ihre Tochter Cornelia hat sich von ihrem Mann getrennt und nimmt eine »Auszeit« in Pennsylvania. Stella, Brunos hinreißende ältere Schwester, treibt sich mit ihren Peers irgendwo in der Stadt herum. Und Bruno ist einfach weg. Unerreichbar. Einmal noch wollte Elisabeth Verantwortung übernehmen, Cornelia vier Wochen lang alles abnehmen, ohne Wenn und Aber. Doch seit dem Schlaganfall ihres Mannes ist der alte Schwung hin, und helfen kann ihr keiner.

Anna Katharina Hahn: Aus und davon, Suhrkamp Verlag, ISBN: 978 3 518 42919 8, 24 Euro (Gebundene Ausgabe) oder 12 Euro (Taschenbuch).

(Ausführliche Besprechung von mir findet ihr hier.)

„Der Schöpfer“ von Gudrún Eva Mínervudóttir:

Sveinn hat sich der Kunst verschrieben, lebensgroße Sexpuppen aus Silikon herzustellen, und darüber fast sein Leben vergessen. Da bleibt eines Tages Lóa mit einer Reifenpanne direkt vor seiner Haustür liegen. Er bietet ihr seine Hilfe an und bittet sie herein. Lóa ist alleinerziehende Mutter zweier Töchter und hat eigentlich nur einen Gedanken: möglichst schnell wieder nach Hause zu kommen. Vorher höchstens noch ein Gläschen Wein. Völlig erschöpft schläft sie wenig später auf Sveinns Sofa ein. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, stößt sie zufällig auf Sveinns Werkstatt und die Puppen. Seltsam fasziniert, packt sie eine davon in ihr Auto und setzt damit eine Kette unvorhergesehener Ereignisse in Gang.

Gudrún Eva Mínervudóttir: Der Schöpfer, btb Verlag, ISBN: 978 3 442 74625 5, 9,99 Euro (Taschenbuch).

„Die Zeit und was sie heilt“ von Kit de Waal:

In einem englischen Küstenort hat Mona einen Laden für Künstlerpuppen. Immer wieder betreten stille Frauen ihr Geschäft. Sie kommen aus einem Kreis für Mütter totgeborener Kinder. Und Mona versucht, den Trauernden mit Hilfe der Puppen Erlösung zu bringen. Die Arbeit ist Mona wichtig. Sie selbst kann jene Nacht nicht vergessen, als die IRA ein grausames Bombenattentat verübte und sie alles verlor. Das Schicksal seiner starken Heldin wird mit emotionaler Wucht erzählt, aber nirgends deprimiert die Lektüre, denn dieses Buch ist nicht nur traurig, sondern schön und trostreich.

Kit de Waal: Die Zeit und was sie heilt, Rowohlt Buchverlag, ISBN: 978 3 498 07405 0, 22 Euro (Gebundene Ausgabe).

(Ausführliche Besprechung von mir findet ihr hier.)

Filme

„Lars und die Frauen“, Regie: Graig Gillespie, mit Ryan Gosling, Emily Mortimer u.a.:

Lars ist ein schrulliger, kontaktscheuer Einzelgänger. Aus heiterem Himmel überrascht er seinen Bruder Gus und dessen schwangere Ehefrau Karin mit seiner neuen Freundin. Die beiden können ihren Augen nicht trauen, als Lars eine Sexpuppe vorzeigt, die er für lebendig hält. Eine Psychaterin rät überraschenderweise dazu, das Spiel mitzumachen und die Puppe als Familienmitglied aufzunehmen. Das Experiment hat vor allem für Lars einige überraschende Folgen.

Streaming siehe hier.

„Annette“, Regie: Leos Carax, mit Marion Gotillard, Adam Driver u.a.:

Der gefeierte Stand-up-Comedian Henry und die berühmte Opernsängerin Ann werden ein Paar und stehen im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit. Als ihre Tochter Annette auf die Welt kommt, gerät Henrys Karriere ins Stocken, während Ann erfolgreich auf Welttournee ist. Auf einer gemeinsamen Kreuzfahrt kommt Ann ums Leben und ihre Stimme wird der kleinen Annette verliehen. Mit dieser Gabe geht Henry mit ihr auf Tournee. Die Zusammenarbeit findet ein jähes Ende, als Henry wegen Mordes inhaftiert wird.

Streaming siehe hier.

„Frau im Dunkeln“, Regie: Maggie Gyllenhaal, mit Olivia Coleman, Dakota Johnson u.a.:

Während eines einsamen Urlaubs am Meer ist Leda fasziniert von einer jungen Mutter und ihrer Tochter, die sie am Strand beobachtet. Erschüttert von ihrer engen Beziehung, wird Leda von der Intensität ihrer Erinnerungen an die eigene Mutterschaft überwältigt. Eine impulsive Handlung sich den unkonventionellen Entscheidungen, die sie als junge Mutter getroffen hat, zu stellen und ihre Vergangenheit zu bewältigen.

Streaming siehe hier.

(Ausfühliche Besprechung von Elena Ferrantes Romanvorlage von mir findet ihr hier.)

Instagram-Accounts

@thisispattischmith

@susannahconway

@cupofjo

Mehr Bücher findet ihr hier, mehr Fundstücke hier.


10. Mai 2022

Fundstücke im Mai

1 Festes und gleichmäßigs Stopfen gehört zu den kniffeligsten und am meisten unterschätzten Arbeitsschritten beim Puppenmachen. Wie es geht und zwar ohne Dellen, könnt ihr mit diesem Video von Yayapan lernen.

2 Sommerzeit ist Erdbeerzeit, aber noch ist es nicht soweit. Dieser kleine gehäkelte Zwerg mit Erdbeermütze verkürzt vielleicht das Warten. Die Anleitung ist von Häkelprofi Doerthe Eisterlehner alias Frau Apfelkern, zu finden hier.

3 Die Schriftstellerin Ulrike Edschmid hat mit „Wir wollen nicht mehr darüber reden“ ein Buch über ihren ersten Schwiegervater Kasimir Edschmid und seine Frau Erna Pinner geschrieben. Erna Pinner, geboren 1890, war Zeichnerin, Schriftstellerin, Naturwissenschaftlerin – und Puppenkünstlerin. Als solche schuf sie nahezu lebensgroße Menschengestalten, die einst weithin bekannten Pinner-Puppen, von denen wohl keine erhalten geblieben ist. Daneben standen ihr Leben lang Tiere im Vordergrund ihres Schaffens. In den Radio-Features „Wir wollen nicht mehr darüber reden“ und „Ich bin eine Geschichten-Finderin“ über Ulrike Edelschmid erfahrt ihr mehr.

4 Wie aus einem Schuhkarton ein Mäusezirkus wird, findet ihr in diesem mit-Kindern-basteln-tauglichen DIY von WE LIKE MONDAYS.

5 Reparaturen sind ein großes Thema für Puppenmacherinnen, denn Puppen aus Stoff verschleißen mit der Zeit. Meist beginnt es mit der Nase, die dünn und löchrig wird. Das kann man flink flicken oder man geht die Extrameile und erneuert das ganze Gesicht. Laura hat eine relativ einfach Möglichkeit gefunden, aber seht selbst. (Passend dazu möchte ich euch auch unsere Podcast-Folge „Neues Leben für die Puppen: Über Reparaturen, Glow-Ups und Abschiede“ ans Herz legen.)

6 Marzipan, Aprikose, Schokolade – Jahrelang verwendete ich Lebensmittelvergleiche für die Bezeichnung der Hautfarben für die Puppen. Vor ein paar Monaten war Schluss damit, weil ich kein gutes Gefühl mehr dabei hatte. Diese Gefühl bestätigte sich, als ich diesen Hautfarben-Guide einer Lektorin mit Schwerpunkt Diversity las. Neue Farbnamen zu finden, war ehrlich gesagt gar nicht so einfach, Teil Zwei des Guides war dabei hilfreich.

7 Handarbeit erfährt immer mehr Wertschätzung in der sonst so schnelllebigen Modeindustrie. „The Hands That Heal Us“ von Eno Mfon ist das titelgebenden Gedicht der diesjährigen Herbst-Winter-Kollektion der Modedesignerin Bethany Williams, wunderschön umgesetzt in diesem Spoken-Word-Clip.

Das Internet ist voller schöner Dinge und guter Ideen. Wenn ihr Vorschläge und Links für die Reihe habt, schreibt gern an hello@mariengold.net. Weitere Fundstücke findet ihr hier.


29. März 2022

Geschenkideen für Puppennähververliebte (Osternest-Ausgabe)

1 Eine gute (und auch schön anzuschauende) Handpflege ist jedes Mal bei meinen Geschenkideen dabei. Dieses Mal die Alles Liebe Handcreme von Primavera mit dem erhebenden Duft von Rose, Neroli und Mandarine. Erhältlich für 10 Euro in Naturkosmetikgeschäften oder direkt bei Primavera.

2 Eine Blumenwiese auf den Fingernägeln wächst mit diesen temporären Tattoos, die aufgeklebt und jederzeit wieder gelöst werden können. Gibt’s für ca. 3,80 Euro bei Etsy.

3 Ein magnetisches Herz für eure Stecknadeln hat Prym, das älteste industrielle Familienunternehmen Deutschlands, deren Serie Prym Love immer wieder mit hübschem, buntem Nähzubehör überrascht, Preis 8,80 Euro.

4 Loretta Napoleoni, Ökonomin, politische Analystin und Journalistin, hat mit „Die Macht der Maschen“ ein Buch über das Stricken geschrieben, dessen Untertitel „Wie stricken uns durchs Leben begleitet und miteinander verbindet“ eigentlich schon alles sagt. Erhältlich für 20 Euro im stationären Buchhandeln oder online.

5 Euer ganz eigenes Strickbuch könnt ihr mit My Knitting Notes von den Macher*innen des Laine Magazines schreiben. Darin ist nicht nur Platz für 31 Strickprojekte, sondern es gibt auch sechs Seiten für den Wollbestand, 18 Seiten für Notizen, eine Größentabelle für Stricknadeln sowie eine Auflistung der gängigsten Strickabkürzungen. Zu kaufen für 19,90 Euro bei Maschenfein.

6 Damit aus Puppen (oder Kindern) Schmetterlinge werden, brauchen sie nur ein Paar Flügel. Die gibt es von der Firma OYOY ab und zu bei Stadtlandkind (zur Zeit leider nicht) oder in der großen Größe für 68 Euro hier.

7 Handarbeiten und Serieschauen im Dunkeln, das geht wunderbar mit einer kleinen Lampe um den Hals, die nur das ausleuchtet, was die Hände tun. Ich möchte keine Werbung für die großen Handelsplattformen machen, aber wenn ihr sucht, findet ihr viele Modelle, auch in Rosa, Preis ca. 20 Euro.

8 Ein handgeschriebener Gruß ist immer ein große Freude, vor allem wenn es eine Karte mit Bezug zum Lieblingshobby ist. Bei Mylys gibt es schöne Motive von Strickdesignerin und Illustratorin Aleks Byrd, z. B. Knitster Girl Turtleneck, Knitster Girl Sweater & Sock oder Knitster Girl Sock, je 3,50 Euro.

9 Zum Basteln finde ich diese Augensticker aus Haftpapier ganz toll, die alles lebendig machen, Geschenkverpackungen, Luftballons und Einladungskarten zum Beispiel. Eigenproduktion von WLMNDYS, erhältlich in ihrem Shop, 100 Stück ab 6,99 Euro.

10 Und zum Schluss noch etwas Gutes für den Bauch und die Seele: MaKao She ist eine kakaohaltige Trinkmischung in Rohkostqualität mit Carob, Shatavari und Lucuma, speziell entwickelt für das Wohlbefinden der Frau. 80 g kosten 6,99 Euro.

Das Internet ist voller schöner Dinge und guter Ideen. Wenn ihr Vorschläge und Links für die Reihe habt, schreibt gern an hello@mariengold.net. Die Geschenkideen der letzten Jahre findet ihr hier, weitere Fundstücke hier.


22. Februar 2022

Fundstücke im Februar

1 Noch ist es Februar und auch noch recht kalt. Ein kleines Paar Puppenhandschuhe ist schnell gestrickt und kann bis zum Frühling sicher noch einige Male ausgeführt werden. Hier gibt es eine Kurzanleitung zum Gleich-Loslegen.

2 Wer kennt ihn nicht, den berühmten Holzaffen von Kay Bojesen? Über 70 Jahre ist das Spielzeugtier jetzt alt, mittlerweile wird es von der dänischen Firma Brdr. Krüger produziert. In diesem Interview spricht der Design Manager Janus Højgaard über die Bewahrung von Werten und ikonischem Design und wie man ein Traditionsunternehmen in die Zukunft führt.

3 Auf der Insel Rügen ist das flauschige Pommernschaf zu Hause. Es ist perfekt an das raue Klima dort angepasst und liefert Wolle für hochwertige Funktionskleidung made in Germany. Die ganze Erfolgsgeschichte der Firma Nordwolle könnt ihr euch hier anschauen.

4 Wenn ihr aus eurem Hobby ein tragfähiges Business machen wollt, findet ihr bei Fig & Me einen ausführlichen Blogartikel über die wichtigsten Schritte in die berufliche Selbständigkeit mit Puppen/machen.

5 Das Sticken der Augen ist für die meisten die größte Herausforderung beim Puppenmachen. Joanna von Yayapan zeigt in diesem Video, wie es gelingt, sogar mit Lichtpunkt, der die Augen herrlich lebendig macht.

6 Die Nachfrage nach Puppen mit dunkler Hautfarbe steigt. Aber kann man mit Schwarzen Puppen die Gesellschaft verändern?, fragt der Podcast „Frisch an die Arbeit“ von ZEIT Online. Antwort gibt Olaolu Fajembola, die mit ihrem Onlineshop Tebalou für mehr Vielfalt im Spielzimmer sorgt. Dort gibt es auch das Buch „Gib mir mal die Hautfarbe“, das sie zusammen mit Tebogo Nimindé-Dundadengar geschrieben hat und in dem es darum geht, wie man mit Kindern über Rassismus sprechen kann.

7 Kokeshi, das sind traditionelle, kunsthandwerklich hergestellte Figuren aus Japan. Sie werden aus Obstbaum-Holz gedrechselt und haben eine stark vereinfachte menschliche Form. Ich mag diese Interpretation von @annikajohanna.art.

Das Internet ist voller schöner Dinge und guter Ideen. Wenn ihr Vorschläge und Links für die Reihe habt, schreibt gern an hello@mariengold.net. Weitere Fundstücke findet ihr hier.