24. Mai 2021

Es geht weiter mit meinen Puppennähkursen – Eine Einladung

Meine Kurse liegen mir am Herzen, nicht nur weil sie einen großen Teil meiner Arbeit und auch meines Einkommens ausmachen, sondern auch weil es mein größtes Glück als Puppenmacherin ist, mit anderen Puppennähverliebten um einen großen wild-chaotischen, blumengeschmückten und materialbedeckten Tisch zu sitzen, zu werkeln und zu plaudern, zu lachen und sich auszutauschen und dabei wunderschöne Puppen entstehen zu lassen.

Dass diese besonderen Räume, in denen Menschen sich begegnen und miteinander kreativ werden, in den letzten Monaten coronabedingt geschlossen bleiben mussten, machte mich sehr, sehr traurig, nicht nur wegen der ungeheuren wirtschaftlichen Schieflage, die für die Veranstalter*innen daraus resultierte und die vielleicht für lange Zeit Leerstellen in unserer kulturellen Landschaft hinterlassen wird, sondern auch und vor allem wegen der vielfältigen Möglichkeiten für Freude, Heilung und Entwicklung, die dadurch verloren gegangen waren und die doch gerade in dieser Zeit so wichtige Lichtblicke und Bezugspunkte gewesen wären.

Deshalb freue ich mich sehr, dass mit Inkrafttreten der neuesten Corona-Verordnung des Landes Berlin Präsenzveranstaltungen in der Erwachsenenbildung wieder erlaubt sind. Ich nehme meine Kursarbeit jetzt also wieder auf und biete ab Juni wieder einen Termin pro Monat zum Puppennähen in Berlin an.

Endlich, denn auch und gerade jetzt gibt es einen riesengroßen Bedarf an liebevollem und kreativem Miteinander, inspirierenden Begegnungen und der eigenhändigen Herstellung von schönen und berührenden Herzensdingen. So eine Auszeit vom Alltag bringt Abwechslung und Leichtigkeit, tut der Seele gut und stärkt letztlich auch das Immunsystem.

Ich habe natürlich größtes Verständnis, wenn Menschen jetzt (noch) nicht an Präsenzkursen teilnehmen möchten. Aber ich möchte auch eine Einladung an diejenigen aussprechen, die einen Ruf verspüren und sich auch unter diesen Umständen vorstellen können und wünschen, eine Puppe zu nähen. – Kommt! Wir gestalten es sicher, mit Achtsamkeit, guter Laune und viel frischer Luft.

Meine Kurse finden unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln statt, inklusive und – das ist neu gegenüber den Veranstaltungen in 2020 – eines negativen Tests für alle Beteiligten (der natürlich entfällt, wenn ihr vollständig geimpft seid).

Damit ihr es euch ein bisschen besser vorstellen könnt: Meine Kurse bestehen derzeit aus drei bis fünf Personen plus mir. Wir sitzen an einem sehr großen Tisch, in einem großen, hohen Raum mit einer Tür direkt nach draußen, die wir regelmäßig zum Lüften öffnen, wofür ich einen Timer einstelle, damit wir es in unserem kreativen Flow nicht vergessen. Beim Werkeln halten wir den Mindestabstand von 1,5 Metern ein und tragen, wann immer wir uns näherkommen, eine medizinische Maske (FFP2 ist nicht nötig). Desinfektionsmittel steht bereit, Snacks und Getränke dagegen biete ich aus Gründen nicht an. Mehr dazu hier in meinem Hygienekonzept, das laufend aktualisiert wird.

Ich habe feine Antennen für die Bedürfnisse meiner Teilnehmerinnen und habe mich letztes Jahr, als es noch möglich war, auch unter den umständlichsten Umständen stets bemüht, es so angenehm und sicher wie möglich für alle zu gestalten. Das ist auch gelungen, denke ich, so dass es immer wieder Momente gab, in denen wir einmal alles vergessen konnten und uns nur auf das wundervolle Schaffen mit den Puppen konzentrierten. Das wünsche ich mir auch für die kommenden Saison.

Dazu lade ich euch ganz herzlich an meinen neuen tollen Veranstaltungsort, das Popcorner in der Hedwigstraße 12 in Berlin-Friedenau und für zwei auswärtige Kurse bei Wollknoll in Oberrot ein!

5./6. Juni – noch 1 freier Platz

3./4. Juli – noch 2 freie Plätze

21./22. August – ausgebucht, Warteliste

6./7. September bei Wollknoll in Oberrot – Anmeldung und Details direkt bei Wollknoll

8./9. September bei Wollknoll in Oberrot – Anmeldung und Details direkt bei Wollknoll

18./19. September

2./3. Oktober

6./7. November

4./5. Dezember

Auch wenn die kommenden Kurse bereits oder fast ausgebucht sind, meldet euch gern für die Warteliste an. Denn ich gehe davon aus, dass es noch Bewegung bei den Anmeldungen sowie ein paar Zusatztermine geben wird.

Alle Details findet ihr hier, Anmeldung und Fragen an hello@mariengold.net bzw. für den Kurs in Oberrot direkt bei Wollknoll.

Mit eurer Anmeldung geht ihr kein finanzielles Risiko ein, da die Abrechnung immer erst im Kurs erfolgt und ich auch bei kurzfristiger Absage von eurer Seite keine Stornierungsgebühr in Rechnung stelle. Dafür muss ich mir unter diesen besonderen Umständen vorbehalten, Kurse (auch kurzfristig) abzusagen, wenn es die Infektionsschutzmaßnahmen erfordern oder es nicht genug Anmeldungen gibt.

Ich freue mich sehr auf euch und die Puppen!


26. April 2021

Mit Mariengold gemacht #25

1 Was mir leicht von der Hand geht, ist für Anfängerinnen meist nicht selbstverständlich. Daran werde ich immer wieder erinnert, wenn ich so tolles Feedback wie von Michele bekomme, die mit meinem Baby Twink eBook ihre allererste Puppe genäht hat und überglücklich über den Erfolg ist. Sogar eine Nähmaschine hat sie sich jetzt angeschafft, mit der die Reise weitergeht.

2 Manche Frauen kommen immer wieder zu mir in den Kurs, sogar in Zeiten von Corona, als es letztes Jahr noch möglich war. Christina war im September zum zweiten Mal bei mir in Berlin und kaufte (als auch das noch ohne Weiteres möglich war) zwischen beiden Kurstagen auf meine Empfehlung hin sogar das schöne Garn ein, das ich so für meine Puppen verwende, und häkelte daraus eine Mütze für ihr Herbstkind.

3 Eleonora hat die Haare ihrer Puppe mal anders gestaltet, als ich es in meinen eBooks empfehle. Sie verwendete dafür kein flauschiges Mohairgarn, sondern eine glatte Alternative wie Schurwoll- oder Merinogarn. Auch sehr schön.

4 Ich freue mich immer sehr, wenn Puppen, die mit meinen Anleitungen genäht werden, bei Instagram geteilt werden. Mittlerweile tauchen sie auch vermehrt in den Stories auf. Darauf aufmerksam werden kann ich nur, wenn ihr den Hashtag #puppennähverliebt nutzt und/oder auf @mariengold verlinkt. Dann hinterlasse ich in der Regel auch immer einen kleinen Gruß.

5 Susanne, eine liebe Followerin und Teilnehmerin der Landpartie 2019, versorgt mich regelmäßig mit Bildern ihrer Werke, die sie für und mit ihren beiden Kindern anfertigt. Zuletzt war auch ein liebevoll gestaltetes Puppen-Camping im Garten dabei. Vielleicht auch eine Idee für euch?

6 Meine ehemalige Kursteilnehmerin Renate, von der ich schon mehrmals hier erzählt habe, hat sich wieder etwas Besonderes einfallen lassen: „Ich habe einen Arbeitskollegen, der in seiner Freizeit als Highlander (Highland Games, Darsteller auf Märkten) unterwegs ist. Als er mir mal ein Foto von sich in Montur zeigte, hatte ich die Idee, ihm ein Puppen-Doppelgänger zu machen. (…) Allerdings nicht ganz originalgetreu, denn die Schotten haben wohl – habe extra nachgefragt – echt nix drunter.“ Neben einer Unterhose hat die Puppe auch eine Narbe am Knie und wie das geht, steht in meinem Details eBook.

7 Was für eine schöne Vereinigung: Diese Puppe wurde mit meinem Baby Twink eBook gemacht und trägt ein supersüßes Strickjäckchen nach einer Anleitung von PetitKnit, für die auch mein Strickerinnenherz schlägt. Ich nehme an, es ist die berühmte Ankers Jacke, die es auch auf Deutsch gibt.

Wenn ihr auch einmal Teil dieser Reihe sein möchtet, schickt eure Bilder gern an hello@mariengold.net. Mein DIY-Angebot zur Herstellung von Puppen findet ihr in meinem Etsy-Shop, mein Kursangebot hier, alle Beiträge dieser Reihe hier.


22. Februar 2021

Update Kurse

Auch wenn in Berlin derzeit keine Präsenzveranstaltungen in der Erwachsenenbildung erlaubt sind, nehme ich gern eure Anmeldungen für meine Puppennähkurse entgegen. Ich bin guter Dinge, dass es im März oder April weitergehen kann und informiere euch natürlich an dieser Stelle, sobald es Neuigkeiten gibt.

Hier die Termine für die nächsten drei Veranstaltungen in Berlin, zu denen ich euch herzlich einlade, auch wenn noch nicht klar ist, ob sie tatsächlich stattfinden dürfen:

20./21. März – noch 1 freier Platz

17./18. April

8./9. Mai

Alle Details findet ihr hier, Anmeldung an hello@mariengold.net.

Mit eurer Anmeldung geht ihr kein finanzielles Risiko ein, da die Abrechnung immer erst im Kurs erfolgt und bis auf Weiteres auch bei kurzfristiger Absage keine Stornierungsgebühr fällig wird. Dafür muss ich mir unter diesen besonderen Umständen vorbehalten, Veranstaltungen abzusagen, wenn es die Infektionsschutzmaßnahmen erfordern.

Ich freue mich sehr darauf, bald wieder – vielleicht schon im März? – mit euch Puppen zu machen!


19. Januar 2021

Mit Mariengold gemacht #24

1 Genau vor einem Jahr, in einem meiner letzten regulären Kurse vor der Coronazeit, fertigte Carla ihre allererste Puppe an und gab ihr den Namen Marianne, nach ihrer Großmutter, die ihr die Liebe zur Handarbeit vererbt hat, wie sie auf Instagram schreibt.

2 Wie toll ist bitte diese gefilzte Schiebermütze auf dem Kopf eines genauso tollen Puppenbuben, hergestellt mit meinem Baby Twink eBook?!

3 Im Oktober durfte ich Sybille zum dritten Mal in meinem Puppennähkurs begrüßen. Dieses Mal war sie mit ihrer Tochter Annika da, mit Anfang Zwanzig eine meiner jüngsten Teilnehmerinnen. Annika nähte auch diesen wunderschönen roten Cordmantel aus meinem Oh Girl! eBook für ihre Puppe. Ich bin immer wieder begeistert, wenn ich eure Interpretationen meiner Schnittmuster sehe.

4 Es kommt immer wieder vor, dass Kursteilnehmerinnen anschließend in ein regelrechtes Puppennähfieber kommen, so wie Yeliz, die die heilsame Superpower des Puppenmachens „gerade in diesen komischen und schwierigen Zeiten“, wie sie sagt, für sich entdeckt hat.

5 „Mein Herz hüpft!“, schreibt Anne über diese Geburstagspuppe, die mit meinem Baby Twink eBook angefertig wurde. Und mein Herz hüpft natürlich auch, wenn ich solch anrühende Bilder sehe.

6 Heilungspuppen werden ein immer wichtigeres Thema in meiner Arbeit. Diese Puppe zum Beispiel fertigte eine Kundin sich mit Anleitung und Material aus meinem Shop zur Begleitung eines Klinikaufenthaltes an, damit sie sich dort nicht so allein fühlt.

7 Dass mich ein handgeschriebener Brief als Dankeschön für einen Kurs erreicht, ist eine Seltenheit und schenkt mir in Zeiten wie diesen ganz viel Kraft und Mut zum Weitermachen.

Wenn ihr auch einmal Teil dieser Reihe sein möchtet, schickt eure Bilder gern an hello@mariengold.net. Mein DIY-Angebot zur Herstellung von Puppen findet ihr in meinem Etsy-Shop, mein Kursangebot hier, alle Beiträge dieser Reihe hier.


8. Dezember 2020

Goodbye Honigpumpe (Hello Popcorner)

Vergangenes Wochenende fand mein letzter Puppennähkurs für dieses Jahr statt. Um ihn hatte ich am meisten gebangt und gehofft, dass er auch unter den derzeitigen Umständen stattfinden könnte, denn es war gleichzeitig mein letzter Kurs im Familienzentrum Honigpumpe im Waldorfkindergarten Prenzlauer Berg. Hier hatte vor zwölf Jahren alles begonnen, nur wenige Monate nachdem das neugebaute Haus in der Choriner Straße in Betrieb genommen worden war. Damals besuchte meine Tochter diesen Kindergarten, was mir als frischgebackene Puppenmacherin viele Möglichkeiten für meine berufliche Selbständigkeit eröffnete.

So konnte ich Kontakte in die Berliner Waldorf-Community knüpfen, meine ersten Puppen verkaufen, erhielt viel Zuspruch, Unterstützung und wertvolles Feedback sowie frühzeitig das Angebot, im angegliederten Familienzentrum Kurse durchzuführen. Bis dahin hatte ich nicht mehr als zwei Handvoll Puppen genäht, aber eine liebe Freundin (Hallo Uli, falls du hier noch mitliest!) glaubte ganz fest an mich und sah, was ich noch nicht sehen konnte, und organisierte meine erste Veranstaltung quasi im Alleingang, wofür ich bis heute dankbar bin, denn ich weiß nicht, ob ich es mir sonst zugetraut hätte. An meinen ersten Kurs habe ich kaum Erinnerungen, aber ich weiß noch, dass er mit zehn Leuten aus dem Stand ausgebucht war. Und so ging es immer weiter, der Zulauf war enorm und ließ mir Brust und Herz schwellen. Bis heute habe ich grob über den Daumen gepeilt an die 80 Kurse gegeben, an denen um die 400 Frauen (und genau zwei Männer) teilnahmen und ebenso viele Puppen entstanden.

In dieser Zeit wuchs ich als Mensch und Puppenmacherin, entwickelten sich meine Puppen stetig weiter und wandelten sich Konzept und Stil meiner Kurse. Was jedoch immer blieb, war das Haus, der Waldorfkindergarten Prenzlauer Berg, der mir ein wunderschönes, liebevoll gestaltetes und lebens- und menschenfreundliches Zuhause für meine Kurse bot, in dem ich mich immer wohl und sicher fühlte. Warum dann der Abschied?

Der Hauptgrund ist, dass ich schon lange nicht mehr in der Nachbarschaft, sondern bereits seit einigen Jahren in Zehlendorf lebe, was am anderen Ende von Berlin ist. Diese Distanz erfordert pro Kurswochenende sechs Stunden Fahrtzeit und das einmal im Monat, mit U- und S-Bahn und einem großen roten Koffer quer durch die Stadt gurken – das wollte ich irgendwann nicht mehr. Außerdem wünschte ich mir eine Veränderung. Meine Tochter war schon lange kein Kindergartenkind mehr und auch ich entwuchs mehr und mehr dem alten Kindergarten, so sehr ich ihn mochte, und sehnte mich nach einem neuen Umfeld, einer neuen Gemeinschaft, neuen Möglichkeiten.

Und so spielte mir das Leben Anfang diesen Jahres ganz unverhofft den Projektraum Popcorner in Friedenau zu. Ich konnte mein Glück kaum fassen: Ein ehemaliges Ladengeschäft, Berliner Altbau, wunderschön gelegen, mit einer freundlichen und gut gemischten Nachbarschaft. Ein großer, heller Raum mit hohen Schaufenstern, Parkett und einer lichten, leichten und kreativen Atmosphäre. Drei Betreiberinnen, die diesen Raum mit viel Herzblut, Engagement und Lebendigkeit gestalten und ein ansprechendes, vielseitiges Angebot für Klein und Groß aufbauen. Ein Samstags-Wochenmarkt und ein Café mit Lieblings-Potenzial in Laufweite. Und das Ganze nur 20 Minuten mit dem Auto von meinem Zuhause entfernt. Jackpot!

Bei aller Freude über diesen wahnsinnig tollen neuen Raum, verabschiede ich mich aber auch mit einem weinenden Auge vom Kindergarten, denn es sind viele Erinnerungen und Begegnungen, Kleinigkeiten und große Gefühle damit verbunden, die mein Leben geprägt und reicher gemacht haben.

Der Morgenkaffee bei Impala am Senefelder Platz, dem Coffeeshop mit den freundlichsten Baristi der Stadt.

Das Geräusch meines Rollkoffers auf dem Asphalt der Schwedter Straße.

Der große Kirschbaum im Garten des Kindergartens und wie er sich mit den Jahreszeiten veränderte (Lieblingszeit Hochblüte im April).

Das Magazin a tempo, das lange zum Mitnehmen im Foyer auslag und das ich gern auf der Heimfahrt las (bis mir die Augen zufielen).

Die Hintergrundrauschen der Eltern, die an den Wochenenden Putzdienst hatten. Ich mochte es, wenn etwas los war in dem großen Haus.

Der Kochkurs der Ayurveda-Ausbildung des Gesundheitszentrums Sonne und Mond, der ein, zwei Mal im Jahr zeitgleich stattfand und stets die köstlichsten Düfte zu uns ins Obergeschoss aufsteigen ließ.

Der alljährliche große Adventskranz mit den dicken, roten Kerzen.

Die herrlichen, kunstvollen Faltsterne aus farbigem Transparentpapier an den Fenstern.

Überhaupt die wunderschöne Dekoration, die liebevoll hergerichteten Jahreszeitentische, Blumen und Sträuße im ganzen Haus, die den Jahreslauf immer wieder sichtbar und spürbar für mich machten.

Meine heilige, stets allein verbrachte Mittagspause bei Si An in der Kastanienallee, wo jahrelang ein- und dieselbe Playlist lief, die ich am Ende auswendig kannte. (Und wo ich wiederum jahrein jahraus dengleichen Lunch bestellte, was die Bedienung irgendwann auch abgespeichert hatte und kaum noch nachfragte.)

Die tolle Choriner Straße, Heimatstraße des Kindergartens und eine meiner Lieblingsstraßen in Berlin, weil dort immer bunte Wimpelketten zwischen den Häuserreihen flattern.

Das Geräusch der Kindersicherung am Tor.

Dieser spezielle, heimelige Geruch.

Die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner, die ab und zu vorbeischauten und sich mit leuchtenden Augen nach den Puppen erkundigten. Sie sind allesamt die gute Seele das Hauses.

Die Bunzlauer Keramik, die so typisch für Waldorfkindergärten ist und aus der der Kräutertee, den ich immer servierte, einmal mehr schmeckte.

Nach Feierabend auf einen Sprung in den großen LPG Biosupermarkt, um Proviant für die Rückfahrt zu besorgen (am liebsten Dinkelhappen).

Wie der Garten über die Jahre wuchs und gedieh und sich zu einer prächtigen grünen Stadtoase entwickelte. (Ich sehe immer noch meine Tochter dort auf der Schaukel.)

Die wunderbaren, zerliebten Puppen, die ich auf meinen Rundgängen durch die Gruppenräume immer entdeckte und von denen ich einige aufarbeiten und reparieren durfte.

Das Schaufenster von The Lovers ein paar Häuser weiter, vor dem ich stets Halt machte und ein bisschen davon träumte, irgendwann einmal in einem ebenso schönen Space einen Kurs zu geben. (Dieser Traum ist mit dem Popcorner in Erfüllung gegangen.)

Der Buchladen Mundo Azul, an dem ich mir auch oft die Nase platt drückte, um zu schauen, was es Neues gibt.

Die vielen vertrauten, aber namenlosen Gesichter, die ich regelmäßig wiedersah, wenn ich im Kiez rund um den Kindergarten unterwegs war.

Die neueste Ausgabe der Kindergartenzeitung vorzufinden und darin zu schmökern. (Ich frage mich bis heute, ob es so ein tolles Blatt auch in anderen Einrichtungen gibt.)

Das regelmäßige Stöhnen über den Staubsauger. Auch das, ja.

Das Abschließen und Dichtmachen des Hauses mit Sack und Pack links und rechts in der Hand, schief sitzender Mütze auf dem Kopf, fix und foxy, aber mit ganz vielen Puppenschmetterlingen im Bauch.

Das unendliche gute Gefühl, das ich mit meinen Kursen hier immer Willkommen und richtig war.

Und ich schwöre, dass ich jedes, wirklich jedes Jahr im Dezember beim Hinaustreten auf die Straße in die Dunkelheit des Spätnachmittags den Weihnachtsstern am Himmel leuchten sah!

Rückblickend würde ich sagen, dass es in den letzten zwölf Jahren an diesem Ort vor allem darum ging, meine Kursarbeit aufzubauen, einen Umgang mit meinen Ängsten und Unsicherheiten mit Menschen zu finden, mich zu öffnen, in die Begegnung  zu gehen und in Verbindung zu kommen und mehr und mehr ich selbst zu werden. Dafür gab mir der Kindergarten genau den richtigen Raum, in dem ich mich wohl, sicher und geborgen fühlte. Der neue Veranstaltungsort ist anders, hat eine andere Energie und Qualität und wird sicher etwas ganz Neues aus mir hervorbringen, auf das ich sehr gespannt bin. Mit der Erfahrung der ersten Kurse, die ich dieses Jahr dort schon gegeben habe, würde ich sagen, dass die anstehenden Themen Sichtbarkeit, Reife und meine volle Kraft und Größe sind. Aber dazu zu gegebener Zeit mehr.

Jetzt heißt es erst einmal Abschied nehmen vom Waldorfkindergarten Prenzlauer Berg, dem ich das beste erste Zuhause verdanke, das ich mir für meine Kurse vorstellen kann, viele schöne Begegnungen, wunderbare Erinnerungen, sogar Freundschaften, die bis heute anhalten.

Die Puppe, die mich jahrelang als Modell begleitete, ließ ich am Sonntag einer spontanen Eingebung folgend im Kindergarten zurück. Namenlos, aber heißgeliebt wie sie war, ist sie durch unzählige Hände gegangen, hat viel Lachen und Plaudern gehört, auch die ein oder andere Träne gesehen (auch von mir) und ist angefüllt mit hunderten von Stunden Puppennähglück. Möge sie dieses Glück weiter in den Kindergarten tragen und den Kindern Freude bringen!

Ab Januar 2021 finden alle meine Kurse im Projektraum Popcorner in der Hedwigstraße 12 in Berlin-Friedenau statt. Alle Details und die Termine findet ihr hier. Anmeldung an hello@mariengold.net.

Ich freue mich sehr darauf, an meinem neuen Veranstaltungsort Puppen mit euch zu nähen und neue Erinnerungen und Glücksmomente zu schaffen.