25. Januar 2023

Ganz neu mit Laura: Puppenreparier-Runden im März und November in Berlin

Nach unserem Filzkopfkurs, der 2018 zum letzten Mal stattfand, und neben der Landpartie für Puppennähverliebte, die wir ein Mal im Jahr veranstalten, bieten Laura und ich jetzt etwas ganz Neues an. Die Idee dafür wurde so ziemlich genau vor einem Jahr geboren, als wir unsere Podcast-Folge „Neues Leben für die Puppen: Über Reparaturen, Glow-Ups und Abschiede“ aufnahmen und Laura dabei spontan das Bild eines Kreises von Menschen kam, die gemeinsam ihre alten und zerliebten Puppen reparieren und aufarbeiten.

Seitdem ließ uns die Idee nicht mehr los und nach monatelanger Planung, Terminfindung mit zwei vollen Kalendern und nicht zuletzt einem großartigen Flickwochenende auf dem Land, das noch mehr Lust und Mut gemacht hat, ist es endlich soweit und wir laden euch ganz herzlich zu unserer Puppenreparier-Runde in Berlin ein.

Ein Herz für Puppen und Reparaturen

Puppenreparaturen sind Herzensangelegenheiten und gehören zu einem langen Puppenleben dazu. Dabei geht es vor allem um Nachhaltigkeit und die Schönheit und den Wert des In-die-Jahre-Gekommenen, Abgenutzten, Zerliebten und Unvollkommenen. Als Puppenmacherinnen sind Laura und ich natürlich große Fans von allen lebensverlängernden Maßnahmen für Puppen. Denn Reparieren, Pflegen und Kümmern bedeutet Ressourcenschonung, Werterhaltung, Wertschätzung, Traditionspflege, Erfahrungsgewinn, Achtsamkeit, Selbstermächtigung und schließlich auch Spaß und Freude, vor allem wenn man es in einer Runde mit Gleichgesinnten tut. Genau dafür haben wir uns die Puppenreparier-Runde ausgedacht.

Die Puppenreparier-Runde ist kein Kurs, bei dem ihr unter unserer Anleitung etwas Bestimmtes lernt, sondern sie hat eher den Charakter einer offenen Werkstatt, in der alle an ihren eigenen Projekten werkeln und Laura und ich unterstützend zur Seite stehen. Diese Projekte können alles Mögliche sein:

– Reparaturen und Aufarbeitungen, z. B. Löcher flicken, Nähte ausbessern, lockere Gliedmaßen festnähen, Laufmaschen sichern

– Erneuerungen, z. B. Gesicht neu sticken, Haarfarbe ändern, Details wie Nase, Ohren oder Geschlechtsteil hinzufügen

– Verschönerungen und Glow-Ups, z. B. Haarsträhnen verdichten, Wangenrot auffrischen

– Abschluss angefangener Puppen, die möglicherweise schon seit Jahren auf ihre Vervollständigung warten

Dabei soll es nicht in erster Linie darum gehen, den ursprünglichen Zustand der Puppen wiederherzustellen, sondern kreative, funktionierende Lösungen zu finden, um ihnen ein möglichst langes Leben zu schenken.

Dafür kommen wir an einem Nachmittag zusammen, um in gemütlicher Atmosphäre gemeinsam zu reparieren, aufzuarbeiten und zu verschönern. Ihr bringt eure kleinen Patient*innen mit, Laura und ich Material, Handwerkszeug und unsere ganze Expertise aus über 15 Jahren Puppenmachen. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen und ganz bestimmt viel zu erzählen aus all den wilden Puppenleben an unserem großen Tisch.

Den Begriff Puppe sehen wir hier übrigens nicht so eng und ihr dürft gern auch reparaturbedürftige Stofftiere und andere Wesen zum Kuscheln, Spielen und Liebhaben mitbringen.

Termine und Anmeldung

Die Puppenreparier-Runden finden immer samstags von 16 bis 19 Uhr im Projektraum Popcorner in der Hedwigstraße 12 in Berlin-Friedenau statt. Hier die Termine für 2023:

4. März

18. November

Die Teilnahme ist kostenfrei, wir würden uns aber über eine kleine Spende freuen, um die Kosten für Raummiete und Material zu decken.

Alle Informationen findet ihr noch einmal hier, Anmeldung an hello@mariengold.net, gern mit Bildern und kurzer Beschreibung eures Vorhabens, damit wir uns darauf einstellen können.

Laura und ich freuen uns auf euch und sind sehr gespannt auf die Premiere!


19. Januar 2023

Flick und Glück auf dem Land (und eine Einladung zum Puppenreparieren)

Letztes Wochenende fand mein erstes Highlight des Jahres statt. Da war ich mit meiner Freundin Julia in der Priegnitz im wunderschönen Landhaus MariaMaria, wo der Workshop „Wear it + Repair it“ mit der Textilkünstlerin Doris Runge stattfand. Zwei Tage nähen, stopfen, flicken, stricken und neu machen standen auf dem Programm. Im Gepäck hatte ich einen weißen Lieblingspullover aus Schurwolle, der über die Jahre zahlreiche Löcher und Flecken bekommen hatte.

Eigentlich ist es nicht unbedingt meine Art, Kleidung auszubessern. Bis ich vor einem Jahr für unsere Podcast-Episode „Neues Leben für die Puppen“ tief in das Thema Reparieren eintauchte und sich mir über die Puppen hinaus eine neue Welt öffnete. Ich las Bücher, lernte über Techniken, Material und Hintergründe, nahm an Online-Kursen teil, entdeckte eine faszinierende Bubble bei Instagram, staunte über Meisterinnen ihres Fachs, arbeitete mich ein und deckte mich ein mit Werkzeugen und Utensilien, von denen ein kleines honigduftendes, gelbes Blöckchen Schneiderwachs mein liebstes ist.

Als mir dann im Herbst der Workshop mit Doris zuflog und ich mich auch gleich in den Ort verliebte, an dem er stattfinden sollte, zögerte ich keine Sekunde und meldete Julia und mich an. Es sollte auch ein Freundinnenwochenende werden.

Und wie gut wir es hatten: Schönste Wintersonne nach vielen grauen Tagen bei der Abreise in Berlin, anderthalb Stunden später warmer Empfang in der Priegnitz, ein charmant renoviertes altes Pfarrhaus, in dem schon der Ofen eingefeuert war und es nach Apfelkuchen duftete, ein Gefühl von Vertrautheit und Das-wird-richtig-Gut, Ankommen in der Gemeinschaft, Abtauchen ins Handwerk und Aufgehen im gegenwärtigen Moment.

Doris hatte Bücher, Samples, Material und Werkzeuge und ihre fast lebenslange Textil-Liebe-Expertise dabei und so entstand ein gemütlicher und wohlwollender Raum, in dem sich alle, versammelt um den großen Küchentisch, ihren eigenen Projekten widmen konnten. Besonders schön fand ich, dass Marion, unsere Gastgeberin, die ganze Zeit um uns herumwuselte, den Ofen mit Holz feuerte, köstliche Mahlzeiten zauberte, uns mit Snacks und Geschichten von Land und Leben versorgte und sich bei Gelegenheit dazusetzte und ebenfalls werkelte.

Ich lernte an dem Wochenende nur eine einzige Flicktechnik, mit der sich sowohl grobe Wollsocken als auch feiner Strick reparieren lassen. Das war völlig ausreichend für den Anfang und um meinen Pullover zu flicken. Dafür nahm ich mir ganz viel Zeit und hielt ansonsten Augen, Ohren und Herz offen. Denn es gab noch so viel mehr zu lernen und zu erfahren, zum Beispiel über den Wert der Handarbeit, das Glück des Reparierens und die Verbundenheit, die in so einer Runde entstehen und vielleicht ein wenig zu einer besseren, friedlichen Welt beitragen kann.

Mir haben diese beiden Tage auch noch einmal richtig Lust auf die Puppenreparier-Runde gemacht, die Laura und ich ganz neu zwei Mal in diesem Jahr anbieten werden. Am Samstag, den 4. März und 18. November laden wir herzlich ein, in gemütlicher Atmosphäre im Popcorner in Berlin gemeinsam Puppen zu reparieren, aufzuarbeiten und zu verschönern. Ihr bringt eure kleinen Patient*innen mit, Laura und ich Handwerkszeug und unsere Erfahrung aus über 15 Jahren Puppenmachen. Mehr dazu hier, die Anmeldung läuft bereits und wir freuen uns riesig auf euch!

© 9. Bild Simone Hawlisch


16. Januar 2023

Aus meiner Puppenwerkstatt: Tine

Puppe Tine brauchte neues Haar und einige offene Stellen mussten geflickt werden. Eigentlich brauchte sie auch dringend ein Bad, aber das wir mir zu heikel, denn der Mund war mit Farbe aufgemalt und ich wusste nicht, wie dieser auf Wasser reagieren würde. Für das Haar häkelte ich ich neues Käppchen (in einer andere Farbe) und knüpfte Strähnen ein, die offenen Stellen schloss ich mit dem Matratzenstich und etwas Wangenrot brachte neue Frische auf des zerliebte Gesicht.

Unter dem alten Haar fand ich übrigens eine Stecknadel. Davor warne ich meine Kursteilnehmerinnen immer: Nur keine Stecknadel vergessen! Hier aber hat sie in 30 Jahren keinen Schaden angerichtet, sondern Glück gebracht, das sogar für ein zweites Leben reicht.

Wenn ihr eine Puppe habt, die eine Reparatur, Erneuerung oder ein Glow-Up braucht, schickt mir gern eine Mail an hello@mariengold.net, am besten mit Bildern, damit ich mir schon einmal einen Eindruck verschaffen und euch ein maßgeschneidertes Angebot machen kann. Neues Leben für die Puppen liegt mir sehr am Herzen, deshalb helfe ich von Herzen gern weiter.


17. Februar 2022

Podcast #05: Neues Leben für die Puppen: Über Reparaturen, Glow-Ups und Abschiede

Für unsere erste Episode im neuen Jahr haben wir uns ein Thema ausgesucht, das gut zum Neujahrsvorsatz taugt: mehr Nachhaltigkeit. Denn Nachhaltigkeit lässt sich auch sehr gut auf die Puppen beziehen, besonders wenn diese kaputt gegangen oder einfach nur in die Jahre gekommen sind.

Wir sprechen über alle möglichen Maßnahmen zur Reparatur, Aufarbeitung und Pflege von Puppen, aber auch über die Möglichkeiten, wenn nichts mehr geht, bis hin zum Abschied.

Die Folge ist ein Plädoyer für die Schönheit und den Wert des In-die-Jahre-Gekommenen, Abgenutzten und Zerliebten und ein Aufruf zum Kümmern um die Dinge, die uns am Herzen liegen.

Ihr findet unseren Podcast auf Spotify und bei Apple Podcasts. Abonniert uns dort und verpasst keine neue Episode!

Oder ihr hört uns direkt hier, indem ihr auf den Player unten klickt.

Feedback, Themenwünsche und Fragen sind jederzeit Willkommen an hello@mariengold.net oder 1000rehe@gmx.de.

Über finanziellen Support für das Hosting würden wir uns auch sehr freuen. Das geht am besten über Paypal.

Weitere Episoden findet ihr hier, einen Einblick in meine Puppenreparaturwerkstatt hier.


24. Januar 2022

Oh, Nose!

Wenn man alten Puppen ein zweites Leben schenkt, gibt es immer auch die Möglichkeit etwas hinzufügen, das vorher nicht da war, z. B. eine Nase.

Das kann einen völlig neuen Look geben, gerade wenn es um eine Rundumauffrischung nach Jahrzehnten geht wie bei diesen beiden.

Und so geht’s

Ihr benötigt Nähgarn in der Farbe des Stoffes (z. B. Extra Stark von Gütermann, das auch Teil meines Starterkits ist), Stecknadel, Nähnadel und Schere.

Mit der Stecknadel die Position der Nase festlegen.

Ein Stück Nähgarn zuschneiden und (ohne Knoten am Ende) auf die Nadel fädeln. Mit kleinen, gleichmäßigen Vorstichen kreisrund um die Stecknadel nähen. Es reicht, nur den Stoff zu fassen.

Stecknadel und Nähnadel entfernen und die Fäden verknoten. Den Knoten festziehen und den Stoff komplett abbinden, wodurch die Nase geformt wird. Mit einem zweiten Knoten sichern und die beiden Fäden nach innen in den Kopf stechen und vorsichtig abschneiden.

Auf die gleiche Weise kann übrigens auch ein Bauchnabel gemacht werden, falls der im Laufe der Zeit herbeigewünscht wird.

Zum Schluss noch etwas rote Farbe auftupfen.

Weitere Reparaturen findet ihr hier.