30. Juni 2020

Notiz zur Mehrwertsteuersenkung

Ab morgen gilt in Deutschland bis Ende des Jahres ein verringerter Mehrwertsteuersatz von 16 statt 19 Prozent. Nach reiflicher Überlegung möchte euch, liebe Kundinnen und Kunden, darüber informieren, dass ich mich dagegen entschieden habe, meine Preise entsprechend zu senken.

Die letzten Wochen und Monate waren für Mariengold eine große finanzielle Herausforderung, deren Ausgang noch immer offen ist. Deshalb habe ich beschlossen, dass das kleine Plus, das diese Maßnahme mir mit jedem Verkauf bescheren wird, in die Kompensation der Einbußen des letzten Quartals fließen soll.

Natürlich ist mir bewusst, dass auch auf der anderen Seite viele Menschen in Schieflage geraten sind. Deshalb biete ich meine Puppen bereits seit April und noch bis zu meiner Sommerpause Mitte Juli zu einem geringeren Preis als sonst an. Außerdem findet ab morgen wieder die allsommerliche Rabattaktion für meine eBooks statt. Darüber hinaus besteht immer – in diesen Zeiten erst recht – die Möglichkeit, mich auf Sonderkonditionen wie Ratenzahlung oder Preisminderung anzusprechen.

Ich hoffe auf euer Verständnis und dass auch in Zeiten der Krise weiterhin Puppen gekauft und selbst genäht werden. Denn Puppen und Puppenmachen tun der Seele gut, auch und gerade jetzt.

Herzlichen Dank für eure Unterstützung und eure Solidarität bis hierher und weiter, das weiß ich sehr zu schätzen!

 


6. Mai 2020

Nicht echt, aber lebendig

Vor einiger Zeit erhielt ich Post von einer lieben Leserin, Christa, die mir einen Zeitungsartikel mit dem Titel „Mutterliebe“ schickte, der Aufmacher darunter lautete : „Noelle Georges hat drei Babys, die sie herzt, wickelt, badet und spazieren fährt. Das Ungewöhnliche: Sie sind nicht echt.“

Dazu schrieb Christa: „Als ich diesen Artikel in der Stuttgarter Zeitung las, musste ich an dich denken. (…) Mich selbst hat die Geschichte etwas befremdet, aber ich weiß, dass du einen besseren, offeneren Zugang dazu hast.“

Das habe ich wohl und das liegt wohl in meiner Natur, die immer versucht zu verstehen und zu erspüren, was andere Menschen bewegt, wie sie ticken und warum sie tun, was sie tun. Neue Perspektiven einzunehmen und Menschen in ihrem Sein zu entdecken, finde ich unheimlich bereichernd. Mich interessiert, was sie einzigartig und verschieden macht, mehr aber noch, was uns verbindet, gerade wenn ein Verhalten anders als die Norm, ja gar fremd erscheint, wie vielleicht das von Noelle Georges aus dem Artikel: „Arya-Khaleesi ist ein Frühchen. Ihre Mama trägt sie ins Bad, legt sie sanft ins Waschbecken mit dem lauwarmen Wasser. Benetzt die Haare mit einem Schwämmchen, schäumt den Bauch ein, tupft sorgsam den Nabel. Abspülen, abtrocknen, etwas Puder. Dann die Windel dran, Strampler anziehen. Mit dem Bürstchen leicht über den Kopf kämmen, etwas Spray auf die Haare, damit sie nichts verfilzen. Und zurück ins Bettle.“

Weiter erfährt man, dass es sich bei Arya-Khaleesi um eine lebensechte Puppe handelt, bei ihrer Fürsorge um ein Hobby – wie sie selbst sagt – der 19-jährigen Noelle, dem sie sich schon als kleines Mädchen hingebungsvoll widmete und das sie bis heute beibehalten hat, und dass sie irgendwann echte Kinder haben möchte, am liebsten Zwillinge.

Der Artikel beobachtet und beschreibt, er fragt nicht nach Gründen, sucht nicht nach dem Abgrund, er bewertet nicht, wertet nicht ab. Das gefällt mir. Denn ob Menschen sich aus purer Freude am Spiel Puppen wie echten Menschen zuwenden oder weil sie einsam sind, keine eigenen Kinder haben können oder es ihnen schwerfällt, Kontakt zu anderen Menschen aufzubauen, wer sind wir, dass wir uns erlauben, darüber zu urteilen und uns abschätzig zu äußern?

Dass der Umgang mit Puppen heilsam ist, auch und gerade für Erwachsene, ist umfassend wissenschaftlich untersucht und belegt. (Wenn euch das Thema interessiert, empfehle ich euch dieses Buch.) Ich erkenne darin vor allem eine Strategie der Selbstfürsorge und einen Ausdruck des Bedürfnisses, Liebe zu schenken. Das finde ich spannend und berührend, weil es zutiefst menschlich ist. Puppen sind Beziehung. Sie treten mit dem Teil von uns in Beziehung, der sich nach Lebendigkeit und Werden sehnt, der danach strebt, in sich selbst hineinzuwachsen, in unser vollentfaltetes Sein.

Puppen mögen nicht echt sein, die Gefühle, die sie wachzurufen, die Verbindung, die sie herzustellen vermögen, sind es. Es ist eine Verbundenheit mit uns selbst und mit dem Menschsein in jedem Menschen. Nur das zählt. Dafür öffne ich immer wieder mein Herz.

(Wenn euch das Thema interessiert, schaut auch mal hier rein.)


22. April 2020

Meine Kurse bleiben ein Real-Life-Erlebnis

Eigentlich hatte ich gehofft, dieser Tage wieder grünes Licht für meine Kurse zu haben. Zwar werden die Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes jetzt langsam gelockert, jedoch bleibt die Kontaktsperre noch mindestens bis zum 3. Mai bestehen, was Gruppenangebote wie meine Puppennährunden unmöglich macht. Wie es danach weitergeht, ist bisher schwer abzuschätzen. Deshalb kann ich erst einmal nur abwarten und die angemeldeten Teilnehmerinnen der kommenden Veranstaltungen um Geduld bitten.

Und die haben sie zum Glück auch. Was mich freut, ist, dass es bisher keine einzige Absage von Seiten der Frauen gab. Im Gegenteil, mehrmals wurde mir sogar mitgeteilt, dass die Aussicht auf das gemeinsame Puppennähen in dieser herausfordernden Zeit ein Lichtblick sei. Das zu hören, bedeutet mir sehr, sehr viel. Puppenmachen tut der Seele gut, darüber habe ich hier bereits ausführlich geschrieben. Und Puppenmachen in einer Gruppe von Gleichgesinnten tut so doppelt gut, das weiß ich aus zwölf Jahren Erfahrung mit meinen Kursen. Denn gemeinsam im Hier und Jetzt verbrachte Zeit schafft eine Verbindung zwischen Menschen und lässt uns spüren, wer wir sind, wofür unser Herz schlägt und dass wir nicht allein sind.

Da wundert es mich auch nicht, dass keine der darauf angesprochenen Frauen es sich vorstellen konnte, stattdessen einen Live&Online-Kurs im Internet zu besuchen. Natürlich hatte ich darüber nachgedacht, es aber zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Erwägung gezogen. Möglicherweise verpasse ich dadurch die Chance, jetzt eine der ersten zu sein, eine Pionierin, wie ich es schon mit meinen eBooks zum Puppenmachen und einem mehrtägigen Workshop wie der Landpartie für Puppennähverliebte war. Sehr wahrscheinlich werde ich dadurch auch weitere finanzielle Einbußen in Kauf nehmen müssen. Aber ich bleibe dabei und tatsächlich erscheint es mir gerade jetzt, wo sich unser Leben immer mehr ins Virtuelle verlagert, sogar mutiger, den Schritt ins Internet nicht zu gehen, sondern das einzigartige Gemeinschaftserlebnis meiner Kurse zu bewahren.

In meinen Kursen geht es um das Arbeiten mit den eigenen Händen, um Schöpfung, darum, das Leben im wahrsten Sinne des Worte zu begreifen und nicht, es auf einem Bildschirm anzuschauen. Es geht auch um ein Miteinander, Austausch und Kommunikation, um Schwingung zwischen Menschen, die sich in einem Raum nahe sind und die wunderschöne Erfahrung des Puppenmachens teilen. Dadurch entstehen Verbundenheit, Sinnhaftigkeit und Angebunden-Sein. Analoge Kontakte sind in meinen Augen nicht durch die Online-Welt ersetzbar. Deshalb werde ich meine Kurse nicht in das Internet bringen.

Das heißt aber auch, dass es jetzt Geduld und Gelassenheit braucht. Denn es liegt nicht in meiner Hand, wann ich wieder unterrichten kann. Derweil stelle ich Puppenkleidung für den großen Verkaufstisch her, stocke meinen Materialvorrat auf, bringe Werkzeuge und Arbeitsutensilien auf Vordermann, fertige neue Modelle an und setze Ideen um, für die bisher keine Zeit war. Eins kann ich euch verraten: So viele freie Wochenenden hintereinander wie jetzt hatte ich seit Jahren nicht mehr. Insgeheim habe ich mir genau das schon lange gewünscht, hätte es aber von mir aus nicht umgesetzt. Zeit zur Erholung zu haben, für Familie und Freunde, Bücher, Spaziergänge und Yoga, auch mal wieder Langeweile zu empfinden und mich auf den Montag zu freuen, das genieße ich gerade sehr. Diese Pause zeigt mir aber auch, wie sehr mir meine Kurse am Herzen liegen und dass es mein Liebstes ist, das Puppenhandwerk mit anderen Menschen zu teilen.

Umso größer ist jetzt die Vorfreude auf die kommenden Veranstaltungen, sollten sie denn stattfinden können. Hier findet ihr die aktuellen Termine und dort halte ich euch auch auf dem Laufenden, wann es wieder losgeht und unter welchen Umständen.

Ich freue ich mich also auf eure Anmeldungen und kann es kaum erwarten, wieder in gemütlich-froher Runde mit euch Puppen zu nähen!


8. April 2020

Puppen/machen in Zeiten der Krise

Als diese Krise begann, war mein erster Gedanke, dass ich mir jetzt wohl eine richtige Arbeit suchen müsse, einen krisensicheren Job, am besten eine systemrelevante Tätigkeit, um mich für die Zukunft abzusichern. Denn wer würde jetzt noch Puppen kaufen? Wer einen Kurs buchen? Wer die Muße haben, etwas mit den Händen anzufertigen? Mein Herz sackte ins Bodenlose, das Gedankenkarussel begann zu kreisen und mein Mut machte sich auf Hasenfüßen davon. Bis mich an Tag Vier des Ausnahmezustands folgende Nachricht von meiner lieben Kursteilnehmerin Tanja erreichte:

„Ich sitze gerade in unserem Wohnzimmer und halte meine Puppe in den Händen, die ich bei dir in Berlin genäht habe, und versuche durchzuatmen. (…) Ich frage mich, wie es dir geht. Puppen nähen tut der Seele gut, ich teile das gerade so sehr. (…) Für heute habe ich mir fest vorgenommen, den Fokus wieder mehr auf Achtsamkeit zu richten, Ruhe, Besonnenheit und Zuversicht zu fühlen und zu teilen, meine Sinne zu öffnen für das, was ich sonst noch spüren kann und mehr spüren möchte, wenn die Angst sich im Hintergrund hält. Liebe Maria, in Gedanken umarme ich dich ganz fest!“

Ihr könnt euch vorstellen, wie es weiterging. Tränen der Rührung flossen, mein Herz blühte auf vor Dankbarkeit und ich bekam allmählich eine Idee davon, was mein Beitrag in dieser Zeit sein könnte, was meine Arbeit jetzt bewirken könnte. Dass sie ein Licht sein kann.

Mir auszumalen, dass Puppen, die nach meinen Anleitungen, in meinen Kursen oder durch meine eigenen Händen angefertigt worden waren, jetzt Halt und Trost böten, Freude und Liebe schenkten und Menschen sich weniger allein fühlen ließen, richtete mich wieder in meine volle Größe auf und gab mir die Kraft und machte mir auch Lust weiterzumachen.

Tatsächlich zeichnete sich bereits in der ersten Woche ein Anstieg der Nachfrage meines DIY-Angebot ab. Himmel, war ich da wieder froh, dass mein Business so breit aufgestellt ist! Denn zu diesem Zeitpunkt war schon absehbar, dass ich die kommenden Kurse absagen müsste, und ungewiss, wie es mit dem Verkauf meiner handgemachten Puppen weitergehen würde.

Puppen wollten meine Kundinnen erst einmal selber nähen. Um ihre Hände zu beschäftigen und sich abzulenken, um sich in der freigewordenen Zeit einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen oder weil sie jemanden vermissten, so wie Eva: „Ich freue mich schon auf das Material. Das gibt eine Puppe für meine Enkeltochter, die ich aktuell leider nicht sehen kann. Aber beim Nähen fühle ich mich ihr nahe.“

Puppenmachen tut der Seele gut, gerade jetzt, wo wir auf Abstand zu unseren Liebsten gehen müssen und die Nachrichtenlage zuweilen erdrückend ist. Durch die Handarbeit können wir wieder mehr zu uns selbst und in die Stille finden. In unsere Schöpferkraft kommen und neuen Mut und Zuversicht für die Zukunft erlangen. Uns von der Schönheit, die wir imstande sind mit unseren eigenen Händen zu erschaffen, überraschen und berühren lassen. Unsere Aufmerksamkeit auf etwas Erhebendes und Aufbauendes lenken. Uns mit unserem Herzen und den Menschen verbinden, die wir lieben. Es tut gut, jetzt unsere Selbstwirksamkeit zu spüren und zu erleben, dass es einen Teil in uns gibt, der unendlich stark, unverletzlich und völlig unabhängig von den äußeren Umständen ist, so unangenehm, beängstigend und widrig sie auch sein mögen.

Außerdem ist es jetzt, da wir viel weniger Berührung erfahren und geben dürfen, ein wahres Geschenk für unsere Sinne, mit natürlichen, weichen, duftenden Materialien zu werkeln und als Ergebnis ein Wesen in den in den Händen halten und fest in die Arme nehmen zu können, das sich so fein und zugleich kernig, warm, kraftvoll und aufgeweckt anfühlt, dass man auch seine eigene Lebendigkeit wieder mehr spürt.

Auch bei den Menschen, die jetzt keine Puppe eigenhändig anfertigen, sondern sie bei mir bestellen, höre ich den Wunsch heraus, sich selbst eine Freude machen zu wollen. Eine Kundin, die letzte Woche die Puppe Lovis kaufte, schrieb mir, dass sie sich in diesen Zeiten damit etwas Gutes tun wolle. Eine andere Kundin kaufte Vienna für ihre gerade geborene erste Enkeltochter, die sie aufgrund der Umstände erst einmal nicht sehen kann, aber die Aussicht genießt, ihr die Puppe irgendwann persönlich zu überreichen.

Solche persönlichen Einblicke sind gerade Balsam für meine Puppenmacherinnenseele und lassen mich zusammen mit all euren lieben Nachrichten, Bestellungen und Einkäufen (auch aus purer Solidarität, das rührt mich sehr), Mutmachworten, Trostgedanken, offenen Ohren, großen Herzen und virtuellen Umarmungen immer wieder spüren und wissen, dass meine Arbeit auch in diesen Zeiten wertvoll und nützlich ist und dafür danke ich euch tausendfach!

Was die Zukunft bringt, weiß ich nicht. Aber hier und jetzt bin ich mit Mariengold für euch da und wünsche euch alles Liebe und viel Vertrauen in die Kraft eurer Herzen und eurer Hände!

Meine DIY-Angebot zum Puppenmachen findet ihr in meinem Shop, Puppen für den Sofortkauf, sofern gerade erhältlich, immer hier, die Goldene Postkarte von dem Bild zu Beginn hier. Bestellungen für Wunschpuppen sind jederzeit Willkommen an hello@mariengold.net. Und ich freue mich auch über neue Follower bei Instagram!


18. März 2020

Mir geht’s gut, wie geht es euch?

Puppennähen tut der Seele gut, so steht es auf diesem Aufkleber, den ich gern in meinen Kursen verteile. Puppennähen ist aber auch meine Arbeit, mein täglich Brot, und das läuft unter den derzeitigen Umständen weiter wie gehabt, auch wenn noch nicht klar ist, ob meine beiden Verantaltungen im April (viel weiter lässt sich gerade sowieso nicht planen) stattfinden können.

Grundsätzlich bin ich guter Dinge und möchte die kommende Zeit so konstruktiv wie möglich für Mariengold nutzen. Denn tatsächlich gibt es viele Aufgaben und Projekte, die ich teilweise seit Jahren vor mir herschiebe und die ich jetzt, wo ohnehin weniger Einnahmen zu erwarten sind, guten Gewissens erledigen kann. Auch habe ich vor, ein paar Geschichten für euch aufzuschreiben, die schon länger in meinem Kopf sind. Falls ihr Themenwünsche für diesen Blog habt, schreibt gern an hello@mariengold.net.

Mein Shop ist natürlich weiterhin geöffnet und ich versorge euch mit Puppenbastelmaterial und Anleitungen. So können in diesen schwierigen Zeiten eure Hände in Bewegung und euer Herz hoffentlich (möglichst) leicht bleiben.

Eilbestellungen für Osterpuppen sind noch möglich. Außerdem gibt es nächste Woche einen großen Frühlingskleidermarkt für eure Puppen.

Passt auf euch auf und haltet an eurer Liebe fest,
eure Maria

Fünf Dinge, die meiner Seele gerade noch gut tun

Kübra Gümüsay. Wie sie schreibt, wie sie denkt, wie sie spricht. Ich empfehle euch diesen Podcast mit Matze Hielscher (der erste Podcast, der mich jemals zum Weinen gebracht hat) und ihr Buch „Sprache und Sein“.

Online-Yoga-Kurse. Jetzt, wo ich mein Studio nicht mehr besuchen kann, übe ich täglich zu Hause und bin froh über das riesengroße Angebot im Internet, z. B. bei YogaEasy, Mady Morrison oder Adriene.

Stille. Keine Nachrichten, dafür die Stimme aus meinem Herzen und aus der Ferne das Zwitschern der Vögel und das Erwachen des Frühlings, der sich gerade fast unbemerkt Leben bahnt.

Lesen. Da unsere Bibliothek bis auf weiteres geschlossen bleibt und ich jetzt ohnehin den kleinen Buchladen in meiner Nachbarschaft unterstützen möchte, habe ich mir erlaubt, drei Neuerscheinungen zu kaufen: „Marianengraben“ von Jasmin Schreiber, „Ein Mann seiner Klasse“ von Christian Baron und „Herzland“ von Téa Obreht. Die werde ich auch in genau dieser Reihenfolge lesen.

Die Fastenaktion der evangelischen Kirche. Das Motto dieses Jahr lautet „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus“. So schwer das gerade ist, so anrührend und bewegend sind die täglichen Kalenderblätter, z. B. dieses Gedicht von Rainer Maria Rilke, mit dem ich für heute schließen möchte:

Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen
von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gerne gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.