3. Oktober 2016

DIY: Puppenwaschmittel aus Kastanien

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Puppen aus natürlichen Materialien wollen auch natürlich gewaschen werden. Das geht ganz traditionell mit Kernseife, Natron und Waschsoda, aber es gibt auch eine grüne Möglichkeit mit Kastanien. Diesen Tipp gab mir eine liebe Leserin, die auf ihrem Blog Tannenblau über Naturkosmetik und Kräuterwissen schreibt. Michaela brachte mich also auf die Kastanie.

Kastanien sind supergut zum Waschen geeignet. Unsere heimische Rosskastanie gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse, d.h. ihre Früchte enthalten Saponine, das sind waschaktive, pflanzliche Seifenstoffe. Die stecken auch in Waschnüssen aus Indien, allerdings müssen diese um die halbe Welt zu uns reisen, was der Umwelt und dem Klima gar nicht gut tut. Zudem ist durch die große Nachfrage in Europa der Preis für Waschnüsse in Indien so stark angestiegen, dass die Menschen dort sich diese längst nicht mehr leisten können und auf chemisches Waschmittel zurückgreifen müssen.

Waschmittel aus Kastanien hat also viele Vorteile: Es ist natürlich, gratis, verpackungsfrei und ethisch einwandfrei. Und die Herstellung ist ganz einfach und macht große Freude, nicht nur das Sammeln der Früchte bei einem schönen Herbstspaziergang, sondern auch das Ansetzen der Lauge (it’s magic!) und das Waschen selbst mit einer so wertvollen, pflanzlichen Substanz. Eure Kinder machen bestimmt auch gern mit.

Auch wenn es hier nur um die Reinigung von Puppen geht, bekommt ihr mit Waschmittel aus Kastanien natürlich auch andere Wäsche sauber. Im Internet findet ihr viel Wissenswertes und tolle Anleitungen dazu, z. B. hier und hier.

Gerade gibt es Kastanien in Hülle und Fülle, also packen wir es an!

Ihr braucht

Kastanien (für ein Puppenwäsche reichen 3 bis 4 Stück)

Ein großes, scharfes Messer

Eine stabile Schneideunterlage

Ein Schraubverschlussglas mit einem Fassungsvermögen von ca. 500 ml

Wasser

Ätherisches Öl für den Duft (z. B. Rose, Zitrone, Mandelblüte, Lavendel)

Und so geht’s

Die Kastanien je nach Größe vierteln oder achteln, in dem Glas mit Wasser übergießen und ein paar Stunden ziehen lassen. Das Wasser wird mit der Zeit milchig-trüb und wenn man es schüttelt, schäumt es. Die Kastanien abseihen und die Lauge zum Waschen verwenden. Wer mag, gibt vorher noch ein paar Tropfen ätherisches Öl dazu.

Für das Puppenbad lauwarmes Wasser ins Waschbecken oder in eine große Schüssel geben und die Kastanienlauge hinzufügen. Darin die Puppen waschen. Anschließend gut mit klarem Wasser ausspülen und das Wasser ausdrücken. Die Puppen in ein Handtuch wickeln, das Wasser nochmals ausdrücken und an einem warmen Ort trocknen lassen. Grundsätzlich könenn die Puppen auch im Wollwaschgang bei niedriger Temperatur und geringer Schleuderzahl in der Waschmaschine gewaschen werden. Dazu die Puppen in einen Kissenbezug oder Waschsack stecken, um Fusselbildung zu vermeiden, und die Kastanienlauge in das Waschmittelfach geben. Nach dem Trocknen das Wangenrot auffrischen und die Puppen sehen wieder ganz lebendig aus.

Viel Spaß beim Puppenplanschen!

Weitere DIYs findet ihr hier, Rezepte für grüne Kosmetik hier.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


13. Juli 2016

DIY: Ringelbandeau

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Nach einer Anleitung für das beliebte Ringelbandeau der Mariengold Puppen bin ich schon zig Mal gefragt worden. Es steht auch schon seit Monaten auf meinem Zettel, aber ich habe mich bisher gedrückt. Es gibt da nämlich einen Arbeitsschritt, sozusagen den entscheidenden Handgriff oder das kleine große Kunststück, das aus einem einfachen Stück Stoff einen feinen, zur Runde geschlossenen Schlauch macht.

Dafür die richtigen Worte zu finden, kam mir irre schwer vor. Genauso gern wollte ich die sprachliche Nuss aber auch knacken und stellte mich letzte Woche schließlich unerschrocken der Herausforderung.

Wie erwartet habe ich länger als sonst mit den Worten jongliert, aber das soll euch nicht entmutigen, im Gegenteil: Einmal verstanden, wie es geht, und mit ein bisschen Übung ist so ein Bandeau ganz fix genäht und sieht tipp topp aus als Haarband, Rundschal, Zopfgummi, Bustier, Ohrenwärmer, Minirock oder was auch immer euch und den Kindern dazu einfällt.

Ihr braucht

Baumwolljersey in fester und zugleich elastischer Qualität (die schönsten Ringel gibt es bei Frau Tulpe)

Nähgarn

Nähmaschine

Schere

Nähnadel

Und so geht’s

Aus dem Stoff ein Rechteck zuschneiden. Die Breite entspricht dem Kopfumfang eurer Puppe minus 2 cm, damit das Bandeau später schön fest sitzt. Die Länge nach Wunsch wählen und mal zwei nehmen, da der Stoff hier doppelt liegt. Bei mir ergibt das die Maße 30 cm x 15 cm für eine 40 cm große Puppe mit einem Kopfumfang von 32 cm.

Die kurzen Seiten rechts auf rechts mit der Nähmaschine zur Runde schließen. Und jetzt kommt der Zauberkniff: Das Teil so in die Hände nehmen, dass Daumen und Zeigefinger jeweils links und rechts die Naht fassen. Die anderen Finger nach innen bewegen und dadurch den Stoff in der Mitte zusammendrücken. Die beiden Daumen-Zeigefinger zusammenführen, so dass die Naht rechts auf rechts aufeinandertrifft, quasi um den restlichen Stoff herum. Das Knäuel unter die Nähmaschine legen und die langen Seiten Stück für Stück zusammennähen, indem die Kanten immer wieder rechts auf rechts aufeinandergelegt werden. Da entsteht allmählich ein Schlauch. Die Naht 2 bis 3 cm vor Ende der Runde stoppen, das Teil auf die rechte Seite drehen und die Öffnung von Hand im Matratzenstich schließen.

Am besten näht ihr gleich noch ein Bandeau in einer anderen Farbe, eins für die kleine Schwester, eins für den nächsten Kindergeburtstag, eins aus Samt mit eingearbeitetem Gummi in Gedenken an die 90er Jahre usw. Ich wünsche euch viel Freude dabei!

Weitere DIYs findet ihr hier, meine E-Books für Anleitungen und Schnittmuster für weitere Puppenkleidung hier und hier.


13. Juni 2016

Puppen und Schmetterlinge (und ein Sommer-Give-Away für euch)

Origami-Schmetterling Blog

An Puppen mag ich einfach alles: ihre handwerkliche Herstellung und die künstlerische Gestaltung, ihren unschätzbaren Wert als Spielzeug für Kinder oder Seligkeitsding, das auch Erwachsene gern in ihrer Nähe haben, die Gefühle, die sie zu wecken vermögen, die Herzenserinnerungen, die fast alle Menschen mit ihnen verbinden. Ich mag aber auch das Wort selbst.

Geheimnis Puppe

Das Wort Puppe kommt von dem lateinischen pup(p)a für „(Spiel-)Puppe, kleines Mädchen“. Es hat drei Bedeutungen: 1. die Nachbildung der Figur eines Menschen, 2. eine Larve oder Raupe im letzten Entwicklungsstadium sowie 3. zu einer bestimmten Form zum Trocknen zusammengestellte Getreidegarben in der traditionellen Landwirtschaft.

Was diese drei in erster Linie gemeinsam haben, ist ihre Form. Ich sehe aber auch eine schöne symbolische Verbindung zwischen der Puppe als Spielzeug und der Puppe in der Zoologie.

Puppen für Kinder sind Nachbildungen der menschlichen Gestalt. Sie sind Bilder des Menschen und das macht sie so wertvoll als Spielzeug. Sie können Partner im Rollenspiel, kleine Freunde und Vertraute und manchmal sogar lebenslange Begleiter sein, die Gefühle und ganz viel Liebe freizusetzen vermögen. In den Puppen sind also im wahrsten Sinne des Wortes Möglichkeiten für Spiel und Beziehung verpuppt wie in einem Kokon, aus dem durch die Zuwendung und Phantasie der Kinder Spielgefährten schlüpfen wie Schmetterlinge.

Wunderwesen Schmetterling

Schmetterlinge sind ganz bemerkenswerte kleine Wesen, denn sie durchlaufen im Laufe ihres Lebens eine vollständige Verwandlung: Aus dem winzig kleinen Schmetterlingsei schlüpft zunächst eine Raupe. Diese futtert sich dick und rund, bis sie voll entwickelt ist und genügend Nährstoffe für den nächsten Entwicklungsschritt gespeichert hat. Dann sucht sie sich einen ruhigen, geschützten Ort, um sich zu verpuppen. Von außen betrachtet geschieht in diesem Stadium nicht viel. Innen aber vollzieht sich eine wundersame Verwandlung. Dabei werden die ursprünglichen Organe der Raupe komplett abgebaut und dieses Material sowie die Speicherstoffe dazu benutzt, den gesamten Körper des fertigen Falters aufzubauen. Ist der Schmetterling voll entwickelt,  sprengt er den Kokon auf und streckt sich in seine neue Freiheit. Er sammelt neue Kraft, pumpt sich zu seiner letztendlichen Gestalt auf und hebt schließlich zu seinem ersten Flug ab.

Vor dem Hintergrund dieser erstaunlichen Metamorphose wird verständlich, dass der Schmetterling überall auf der Welt als Symbol für Veränderung gilt. Wann immer er uns im Traum, in der Meditation oder auf außergewöhnliche Weise in der materiellen Welt begegnet, kündigt er eine Verwandlung auf seelischer Ebene an.

Dann sind wir meist schon länger auf dem Weg, haben uns spirituell geöffnet und möchten uns bewusst weiterentwickeln. Der Schmetterling ist ein Zeichen dafür, dass sich nun etwas grundlegend ändern wird. Dann ist ein bestimmter Aspekt unserer Persönlichkeit so reif, dass wir ihn hinter uns lassen können. Er wird für immer umgewandelt und auf eine neue höhere Stufe gehoben. Perfektionismus wird dann zum Beispiel zu Gelassenheit, Selbstausbeutung zur Fähigkeit, gut für sich zu sorgen. Das Alte wird losgelassen und wir sind wieder einen Schritt weiter in unserer Entwicklung.

In der griechischen Mythologie ist der Schmetterling auch ein Bild für die Seele. In diesem Sinne durchlaufen wir in unserem Leben innerlich immer wieder die Stadien von der Raupe zur Puppe zum Falter und wieder von vorne, bis unsere Seele nach dem Tod aus dem Körper emporsteigt – gleich einem wunderschönen Falter.

Dieses Bild hat mir in meinem Leben schon oft Kraft und Halt gegeben, mich getröstet und zum Lächeln gebracht. Und es inspiriert von Beginn an meine Arbeit als Puppenmacherin. Heute weiß ich, dass meine Seele sich ganz bewusst die Puppen als Spielfeld ausgesucht hat. Um im Bild zu bleiben, dort stehen sie als Symbol für die Vielzahl an Möglichkeiten, das Leben zu gestalten, den unendlich großen Raum für Entwicklung, der uns umgibt und einlädt, und auch für das Überraschungsmoment, was sich wohl zeigt, wenn der Panzer geknackt ist und der Blick auf das Innere, auf das Herz frei wird.

1000 Schmetterlinge für euch

Ich finde, Schmetterlinge kann es gar nicht genug geben. Sie erinnern uns daran, unbeschwert und neugierig durch das Leben zu gehen, aber auch den Mut zu haben, uns immer weiterzuentwickeln.

Deshalb falte ich sie gern aus Papier und schicke sie in die Welt hinaus (z. B. hierhin). Ihr kennt sicher die alte japanische Legende, nach der die Götter demjenigen einen Wunsch erfüllen, der 1000 Kraniche faltet? Mit Schmetterlingen geht das bestimmt auch.

Faltet mit! Für euer Schmetterlingsglück schenke ich euch eine Anleitung, die kein Geheimnis und keine große Kunst ist, aber mit viel Liebe und guten Gedanken für euch von Mariengold gestaltet wurde. Hier könnt ihr die Vorlage herunterladen, ausdrucken und loslegen.

Noch eine kleine Anmerkung zum Material: Für diese Faltkunst verwendet ihr am besten spezielles Origami-Papier, das besonders reißfest und flexibel ist. In Berlin bekommt man besonders hübsches bei ting oder Modulor. Gut geeignet ist auch Papier von Magazinen und Zeitschriften, das dann noch quadratisch zugeschnitten werden muss. Am schönsten wirken die Schmetterlinge übrigens, wenn sie in bunten Schwärmen und vielen verschiedenen Größen an Wänden oder Fenstern flattern dürfen.

Viel Freude beim Falten und einen Sommer voller Leichtigkeit und Furchtlosigkeit für euch!

Weitere Downloads und Give-Aways findet ihr hier in dem neu eingerichteten Bereich in der Seitenleiste.


23. Mai 2016

DIY: Sonntagsschleife

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Eigentlich habe ich es nicht so mit Rüschen und Knöpfen, Bommeln und Litzen und all dem herrlichen Kleinkram, mit dem man Puppenkleidung verzieren kann. Ich mag es schlicht und einfach. Weil ich das am besten kann und weil es mehr meist gar nicht braucht.

Wenn aber doch einmal ein Farbkleks fehlt oder ein gewisses Etwas von meinen Kundinnen und Kunden nachgefragt wird, lasse ich mir gern etwas einfallen. So entstand letzte Woche die Sonntagsschleife, die aus einem einfachen Puppenkleid einen feinen Zwirn macht. Ohne die Bänder kann sie auch als Fliege getragen werden. Geht ganz leicht.

Ihr braucht

Einen klitzekleinen Rest Baumwollgarn (z. B. Catania von Schachenmayr)

Häkelnadel

Vernähnadel

Schere

Nähgarn und Nadel zum Annähen

Und so geht’s

8 Luftmaschen plus 1 Wendeluftmasche aufnehmen und 3 Reihen halbe Stäbchen oder feste Maschen häkeln, am Ende jeder Reihe eine Wendeluftmasche arbeiten. Den Faden abschneiden, durch die letzte Masche ziehen und vernähen, den Anfangsfaden ebenso. Für die Schleifenform das Rechteck fest abbinden, indem das Garn mehrfach um die Mitte gewickelt und fixiert wird. Für die Bänder einen ca. 8 cm langen Faden mit Hilfe einer Nähnadel auf der Rückseite so einfädeln und verknoten, dass die beiden Enden schön nach links und rechts fallen. Annähen und auf zum Picknick unterm blühenden Kirschbaum!

Weitere DIYs findet ihr hier.

Auf der Suche nach dem passenden Kleid? Hier gibt es meine E-Books mit Anleitungen und Schnittmustern für Puppenkleidung.


4. Mai 2016

DIY: Blütenhaarband

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Gibt es etwas Schöneres auf der Welt als Blumen? Na klar, Blumenkränze im Haar, dazu ein Himbeereis und barfuß durch den Tag spazieren. Davon ist dieses einfache Haarband inspiriert, das ich immer wieder gern für meine Puppen anfertige. Dabei kann man wunderbar in Farben schwelgen und ruckzuck einen romantischen, sommerfeinen Look zaubern.

Ihr braucht

Baumwollgarn in verschiedenene Farben (z. B. Catania von Schachenmayr)

Häkelnadel

Vernähnadel

Schere

Gummiband 15 bis 20 mm breit (z. B. elastisches Schrägband)

Nähmaschine und Nähmaschinengarn

Und so geht’s

Für das Haarband braucht ihr eine Handvoll Blüten, je nach Kopfumfang und Dichte etwa 15 bis 20 Stück:

4 Luftmaschen häkeln und mit einer Kettmasche zum Ring schließen. Zu Beginn der 1. Runde 2 Luftmaschen häkeln, dann 9 feste Maschen in den Ring arbeiten und mit einer Kettmasche in die 2. Luftmasche der Anfangsluftmaschen zur Runde schließen. In der 2. Runde die Blütenblätter anfertigen. Dafür die Folge in Klammern 5 Mal bis zum Ende der Runde häkeln (2 Luftmaschen, 1 Stäbchen und 1 halbes Stäbchen in die 1. Masche, 1 Kettmasche in die nächste Masche). Den Faden abschneiden, durch die letzte Masche ziehen und vernähen, den Anfangsfaden ebenso.

Das Gummiband in der passenden Länge zuschneiden. Damit es später gut hält, sollte es recht knapp auf dem Puppenkopf sitzen. Mit der Nähmaschine (oder auch von Hand) die Enden schließen und die Blüten fixieren. Ich verwende dabei Nähgarn in einer einzige Farbe, ihr könnt natürlich zwischendurch auch wechseln.

Viel Freude beim Werkeln und einen schönsten Mai für euch.

Weitere DIYs findet ihr hier. (Und das Rezept für besagtes Himbeereis kommt auch ganz bald.)