29. September 2014

Hallo Gold

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Am Wochenende haben meine Freundin Kristina und ich auf das Schönste den Herbst begrüßt. Zusammen mit unseren Mädchen sind wir raus aus der Stadt in die Ostpriegnitz gefahren und haben zwei gemütliche Tage im Winterquartier in Dechtow verbracht, einem liebevoll restaurierten alten Stallgebäude mitten auf dem Land umgeben von weiten Feldern, urigen Obstwiesen und unzähligen Zugvögeln, die sich herbstfroh schnatternd in der Gegend sammeln, um später in den Süden weiterzuziehen.

So sehr ich den Sommer auch liebe, aber dorthin zieht es mich gerade überhaupt nicht. Viel lieber atme ich in diesen Tagen die würzige Luft ein, setze auf langen Spaziergängen einen Schritt vor den anderen, wärme mich in der milden Sonne und spüre die Schönheit und Kraft des Herbstes mit Leib und Seele. Große Liebe!

 


27. August 2014

Kopf in den Wolken, Herz im Himmel

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Zwei Wochen liegen zwischen diesen Bildern und heute – eine gefühlte Ewigkeit. Wie ein anderes Leben kommt mir unsere Zeit in den Bergen jetzt vor. Romantische Bilder sind brüchig, ging es mir oft durch den Kopf, wenn ich das Leben in Doro durch meine Kamera betrachtete. Bin ich doch dort oben auf dem Berg auf einer anderen Ebene immer irgendwie auch auf der Suche nach stimmigen inneren Bildern für mein Leben.

Da kam mir eine Kolumne in einem Magazin gerade recht, in der Alain de Bottons Idee von einer Reisetherapie weitergesponnen wurde. Reisen sei wie eine Pilgerfahrt zu einem besseren Selbst, hieß es darin, wichtig sei natürlich die Wahl des Wallfahrtsortes. Soso, dachte ich bei mir, richtete meinen Blick auf die Bergspitzen und streichelte gedankenverloren das struppige Wesen neben mir auf der Bank.

Meine Pilgerwege führten mich geradewegs in die Heidelbeeren. In der Nacht vor meinem Geburtstag gab es einen irren Regen (wie so oft in diesem Urlaub). Als am späten Mittag die letzten Tropfen versiegt waren, schlüpfte ich in Regenmantel und Gummistiefel und machte mich auf in den Wald, wo mich die Beeren überall blau und prall anstrahlten. Beim Pflücken vergaß ich immer vollkommen die Zeit. Wenn ich dann nach Stunden wieder auftauchte, fühlte ich mich erfrischt und munter.

Und angenehm frei von den all den offenen Fragen, die ich eigentlich lieber in Berlin in meiner Werkstatt zurückgelassen hätte. Aber so einfach ließen die sich leider nicht abschütteln und so gab es in diesem Urlaub neben all den wunderschönen Erlebnissen und lustigen Momenten und heitersinnigen Gesprächen für mich auch Zeiten auf Augenhöhe mit dicken Wolken, aus denen ich meinen Kopf manchmal nur schwer herausbekam. Mein Rezept gegen das wildgewordene Gedankenkarussel: Blaubeeren pflücken, die Katze streicheln, Abendspaziergänge unternehmen und Berglück pur mit Familie, Freunden und 114 Ziegen genießen. Herrlich. Jetzt dürfen sie gern kommen, die Changes – Turn and Face the Strain.

Wie es in den letzten drei Sommern in Doro war, könnt ihr hier, hier und hier nachlesen.

 

 

 


7. Juli 2014

Rückblick: Schnitzen auf Hof Lebherz 2009

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Vor fünf Jahren, im Sommer 2009, habe ich einen Kreativ-Urlaub auf Hof Lebherz in Warmsen verbracht. Dort habe ich mit dem Kursleiter Jürgen Maaßen, einem renommierten Holzbildhauer und Ausstatter für das Figurentheater, und neun leidenschaftlichen Puppenbauern und -spielern aus ganz Deutschland drei Tage lang Figurenköpfe geschnitzt. Ausgehend von grob vorbereiteten Rohlingen aus Lindenholz haben wir geschnitzt, geschnitzt und geschnitzt. Jürgen und seine Assistentin Maarit Kreutzinger, eine junge Holzbildhauerin, die mittlerweile selbst unterrichtet, standen uns dabei mit Rat und Tat zur Seite. So entstanden zehn Figurenköpfe, allesamt anders und einzigartig und doch unverkennbar mit Jürgens – und in meinem Falle eher Maarits – Handschrift versehen.

Meinen Wunsch einen Kopf für eine Stoffpuppe à la Mariengold zu schnitzen, habe ich in dem Kurs nicht verwirklichen können, denn dieser war als Weiterbildung für Puppenspieler konzipiert, welche die Figuren für ihre Stücke selbst herstellen. So lag der Schwerpunkt auf der Anfertigung von bühnenwirksamen Figurenköpfen mit ihren ganz speziellen Anforderungen. Unter den vielen Puppenspielern bin ich diesen Weg mitgegangen und hatte so das Glück, einmal für ein paar Tage in eine völlig andere Welt einzutauchen, Gespräche über Puppenspiel und Bühnen zu belauschen, beeindruckende mitgebrachte Figuren zu bestaunen und das ein oder andere improvisierte Spiel zu sehen.

Und natürlich mich an einem Holzklotz abzuarbeiten, der nach vielen, vielen Stunden des Schnitzens und mit ermunternder Motivierung und tatkräftiger Unterstützung von Jürgen und Maarit schließlich die Form des Kopfes einer jungen Frau annahm. Wie es mit der hölzernen Schönen weitergehen sollte – keine Ahnung, keine Idee. Mein Holzköpfchen, wie ich es liebevoll nannte, wenn ich in den folgenden fünf Jahren in den Untiefen meines Materialschrankes auf es stieß, sollte noch einige Zeit bis zu seiner Weiterverarbeitung ruhen.

Das Wichtigste, was ich in meinen Warmsener Tagen gelernt habe: In jeder Kunst steckt ein großes Können. Und in jedem Können steckt viel Arbeit, Übung und Beschäftigung mit Material, Technik und Ausdruck. Während meines Ausflugs in die Welt des Schnitzens habe ich meine eigene Arbeit mit anderen Augen sehen gelernt. Auf neue Weise schätzen gelernt. Auf einmal wurde ich ganz neugierig auf all die Möglichkeiten, die in meinem ganz eigenen Schaffen mit Nadel und Faden liegen. Diese Abenteuerlust macht bis heute einen großen Teil meiner Motivation aus.

Die Arbeit mit dem lebendigen Material Holz und den scharfen Eisen hat mir damals viel Spaß gemacht. Hatte ich doch vor mittlerweile sieben Jahren auch das Schnitzen einer Kinderharfe für meine Tochter sehr genossen. Aber ich bekam auch große Achtung vor dem Werk von Holzbildhauern, so dass ich meinen Plan, in Zukunft auch Holzköpfe für meine Puppen zu schnitzen, demütig wieder losließ.

Eine Riesenfreude in diesem Sommer 2009 war das Kennenlernen von Maarit im Workshop und dass sie auch in Berlin lebt. Unser Kontakt ist in den letzten fünf Jahren nie abgerissen. Einmal haben wir zusammen mit unserer gemeinsamen Freundin Laura von 1000 Rehe (die Welt ist klein!) einen Stand auf dem Öko-Weihnachtsmarkt am Kollwitzplatz gemacht, zwischenzeitlich bestand unser Kontakt auch nur aus vereinzelten E-Mails. Vor einigen Wochen gab es dann ein großes Wiedersehen bei Mohnbrötchen und selbstgemachter Erdbeermarmelade. Wir haben stundenlang geplaudert, Maarit hat mir ihre Werkstatt gezeigt, geduldig alle meine Fragen zu ihrem Handwerk beantwortet und – ihr ahnt es vielleicht schon – die Geschichte des Holzköpfchens nimmt wieder Fahrt auf!


4. Juni 2014

Werk-Reise in eine andere Welt

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Was für ein Ausflug! Die Geschichten überschlagen sich in meinem Kopf. Gedankenspaghetti habe ich das in letzten Tagen immer wieder genannt. Auch mit dem Abstand von gut einer Woche lassen sie sich noch lange nicht zu einem stimmigen Nachklang oder einem Knaller-Fazit zusammenfügen, die vielen Eindrücke und Erfahrungen, Begegnungen und Empfindungen auf der Reise zum Puppen-Festival in Neustadt bei Coburg gemeinsam mit meinen Puppen-Freundinnen Anita von Lilla Kirrivi und Laura von 1000 Rehe.

Wir hatten schon so eine Ahnung, was da auf uns zukommen würde. Das Internet gab uns einen Vorgeschmack, ebenso unsere berufsbedingten Begegnungen mit verrückt-liebenswerten Puppenliebhabern und Sammlern aus aller Welt. Schon bei den Vorbereitungen waren wir mit viel Neugier, Abenteuerlust und einer guten Portion Humor dabei. Zum Glück sind diese uns auch unterwegs nicht ausgegangen!

Natürlich gab es jede Menge lustige, skurrile, schräge und bemerkenswerte Momente, für die allein ich unsere Reise schon liebe! Laura hat sie hier und hier auf das Köstlichste eingefangen. Wir haben so viel gelacht und unsere Freude mit den Puppen und Besuchern des Festivals gehabt. Aufregung, Entdeckungen, Inspiration, gemischte Gefühle, Staunen, Kopfschütteln, Glück, Bewunderung, Verwunderung, Fragezeichen, Abwinken, Herzklopfen, Faszination Mensch – alles war an diesen zwei Tagen dabei. Was wir die ganze Zeit gemacht haben?

Abreise 4.37 Uhr am Berliner Hauptbahnhof. Fünf Stunden, eine große Schale Erdbeeren und ein ausgedehntes Nickerchen später Ankunft in der bayerischen Puppenstadt. Warm-Up und erstes Einkaufserlebnis beim Puppendoktor Packert inklusive Begegnung mit einem Reisebus voller englischer Puppenliebhaber, herrlich! Danach unser erstes offizielles Festival-Ziel: Die Präsentation der Künstlerpuppen für den Max-Oscar-Arnold-Kunstpreiswettbewerb, ein ganz toller Einstieg und der künstlerisch-kreative Höhepunkt unserer Reise! Weiter ging es ins Museum der deutschen Spielzeugindustrie und am Abend zur Verleihung oben genannten Preises ins Neustädter Rathaus.

Nach einer selig durchschlummerten Nacht im Gästehaus Outdoor Inn in der Nachbarstadt Sonneberg machten wir uns auf die Suche nach dem Geburtshaus von Lauras Papa, der uns live am Telefon ein bischen von der Puppen-Vergangenheit seiner thüringischen Heimat erzählte. Ein paar Straßen weiter kehrten wir bei Haida ein, einem Fachgeschäft für Puppen- und Teddyzubehör und meinem persönlichen Halleluja (sprich Tiefpunkt der Reise)! Wieder in Neustadt bummelten wir über den großen Flohmarkt für Antikspielzeug, besuchten die Ausstellung des Verbands europäischer Puppenkünstler (wo Laura sogar bei einem Filz-Workshop mitmachte!) und gingen noch einmal ins Spielzeugmuseum in die Sonderausstellung “Lebendige Werkstätten”, einem Begegnungsort für Künstler und Besucher. Am späten Nachmittag dann zurück nach Berlin, Einfahrt in den Hauptbahnhof 22.42 Uhr.

So weit, so gut zum Ablauf des Geschehens. Das war ganz schön viel! Anita liefert hier Bilder und weitere Eindrücke dazu und zeigt hier Bilder der Puppe, die sie für den Wettbewerb gemacht hat.

Das eigentliche Herz dieser Reise aber waren für mich die Menschen.

Da waren zuallererst natürlich meine beiden Gefährtinnen: Laura mit ihrer Leichtigkeit und guten Erdung (nein, das ist kein Gegensatz), ihrer komischen Clowninnen-Natur und dem erzählerischen Talent. Und Anita mit ihrer rührenden Zurückhaltung und klugen Aufmerksamkeit, ihrer Genauigkeit und bemerkenswerten künstlerischen Ambition mit den Puppen. Wir drei hatten es einfach richtig gut miteinander!

Vorab hatte ich mich schon mit Sanne von Allerleipuppen verabredet und fieberte nicht zuletzt deshalb voller Vorfreude dem Festival entgegen. Mit diesem persönlichen Kennenlernen nach einigen Jahren E-Mail-Kontakt ging für mich ein riesiger Wunsch in Erfüllung. Was für eine Frau, was für eine Puppenmacherin! Das weiß ich natürlich schon lange, schließlich war Sanne mit ihren Puppen von Anfang an eine große Inspiration für Mariengold. Auf dem Festival aber wurde mir das unglaublich kreative Potenzial dieser tollen Frau erst so richtig bewusst. Sannes Stoff- und Filzpuppen live zu sehen und in den Händen zu halten, mit ihr zu plaudern, in diese schelmischen Augen zu schauen, ihre Wirbelwind-Power (anders kann ich es wirklich nicht nennen) zu erleben – wow! Ich bin zutiefst dankbar und berührt von dieser Begegnung und schicke Luftküsse nach Göritzhain!

Und noch ein Traum wurde wahr, als wir in den “Lebendigen Werkstätten” den Stand von Anne Kohlschmidt entdeckten und mit der Künstlerin ins Gespräch kamen. Auch das war eine berührende Begegnung: Anne Kohlschmidt ist eine gestandene Puppenmacherin mit jahrelanger Erfahrung, sie lebt von ihrer Arbeit und kommt dabei ganz ohne das Internet aus. Ihre Augen leuchten, sie strahlt eine gelassene Heiterkeit und Zufriedenheit aus und auch ihre Puppen strotzen nur so vor Leben und Liebe. Wir drei waren auf der Stelle ganz hingerissen und verliebt und dankbar für das Vorbild, das wir in ihrer Hingabe, ihrem künstlerischen Werk und ihrer Ausstrahlung gefunden haben.

Schön war es für mich auch, ganz unverhofft die Spielzeuggestalterin Andrea Schnellhardt kennenzulernen, deren Puppen ich vor einigen Jahren bei DaWanda entdeckt hatte, woraufhin sich ein langes Telefonat ergab, bei dem wir uns gegenseitig Starthilfe für die berufliche Selbständigkeit gaben. Ich fand’s herrlich, Andrea nach der langen Zeit inmitten ihrer bunten Puppenschar und sogar als diesjährige Preisträgerin in der Kategorie Experimentelle Puppenkunst zu sehen und mit ihr zu staunen, wohin uns unsere Siebenmeilenstiefel schon getragen haben.

Stellt sich noch die Frage, warum ich im Titel unseren Ausflug als Reise in eine andere Welt bezeichne. Klar, ich habe diese Tage mit meinen Freundinnen und den Begegnungen auf dem Festival in vollen Zügen genossen. Und dennoch blieb mir diese Welt der Puppensammler und Liebhaber antiken Spielzeugs die ganze Zeit seltsam fremd, obwohl ich doch selbst eine Puppenmacherin bin. Aber das ist in Ordnung so.

Ich bin von ganzem Herzen dankbar für jeden Moment dieser Reise, für die Eindrücke und Begegnungen, einfach für alles, was ich mit nach Hause in meine eigene Welt und mein Kreativ-Studio genommen habe.

So viel ist sicher und bedeutet schon jetzt Herzklopfen vor lauter Vorfreude: Wir Berliner Puppenmacherinnen werden wieder gemeinsam verreisen und unser Handwerk feiern!

 


28. April 2014

Vier Jahreszeiten

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14 Tage in den Bergen der Steiermark. Mittendrin 2 1/2 sonnige Tage in Wien. 4 Jahreszeiten, die zugegebenermaßen zuweilen starke Nerven erforderten. 3, nein 4 (mit Hund!) glückliche Herzen.

Eine herrliche Auszeit in der Stille und Herzlichkeit Österreichs, wie sie meine Freundin Okka von Slomo vor einiger Zeit so trefflich für das Reisemagazin Merian in Worte gefasst hat. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzufügen.

Außer vielleicht meine Tips. Österreich ist bekannt für seine hervorragende Küche, deshalb habe ich hauptsächlich kulinarische Empfehlungen für euch:

Der Grüne See in Tragöß.

Das Hubinger in Etmissl.

Das Steirereck in Turnau.

Das Kindermuseum Frida & Fred in Graz.

Das Weingut Hannes Sabathi in Gamlitz.

Steirisches Kürbiskernöl.

Die Gragger & Cie Holzofenbäckerei in der Spiegelgasse 23 in Wien.

Das Café Engländer in der Postgasse 2 in Wien.

Das Engel in der Pfarrgasse 5 in Wien.

Die Märchenbühne Apfelbaum in der Kirchengasse 41 in Wien.

Die Meierei im Stadtpark in Wien.

Das Burger De Ville in der Lerchenfelder Straße 1-3 in Wien.

Die Dachterasse des 25hours Hotels unter der gleichen Adresse.

Und noch ein gutes Buch für den Land-Stadt-Urlaub: “Das Wesen der Dinge und der Liebe” von Elizabeth Gilbert.