Last weekend I participated in my second Fröken Skicklig doll making class. My first time was in Sweden where I stayed with Juliane in her little red cottage at the strawberry field. This time the class took place in the drama school in Berlin where Juliane studied the art of puppetry some years ago. It was an insensive and busy weekend full of doll making joy, new techniques and ideas, interesting conversations, yummy food, impulses for my own doll class teaching and a not so surprising insight: On the one hand being together with Juliane was good for my soul and the class blew a fresh breeze in my own work, but on the other hand I realized my limits and especially a deep need for rest and distance from doll making. With regard to my volume of work and the resulting sanitary and mental condition, it is definitely time for a summer break. And it is coming very soon!
Gut zwei Jahre sind vergangen, seit ich im Sommer 2010 in Südschweden war, um Juliane kennenzulernen und an ihrem Puppennähkurs in Höör teilzunehmen. Juliane hatte mich in ihr kleines rotes Häuschen auf dem Erdbeerfeld eingeladen, deshalb habe ich diese kreativ-genießerische Auszeit in meinem Blogartikel damals mit Puppennähen im Erdbeerfeld überschrieben. Als Juliane im Frühjahr ihren Berliner Kurs ankündigte, zögerte ich nicht lange mich anzumelden, vor allem weil der Kurs in ihrer alten Studienstätte, der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, stattfinden sollte. Neben der Wiederholung der schönen gemeinschaftlichen Erfahrungen des Puppenkurses in Schweden und meiner Neugier auf neue Impulse für meinen eigenen Unterricht hat mich vor allem das Ambiente der Schaupsielschule gereizt. Zum einen weil ich eine große Liebhaberin von Figurentheater und Puppen für die Bühne bin, wie ich hier schon oft erzählt habe. Zum anderen weil ich gerade Julianes akademischen und künstlerischen Hintergrund als Puppenspielerin schon immer spannend und anregend für meine eigene Arbeit fand. Der berufliche Austausch mit Juliane ist der intensivste und fruchtbarste, den ich mit einer Berufskollegin habe, und er hat meiner Puppenmacherei in den letzten beiden Jahren wertvolle Anregungen gegeben.


Ich hatte also große Lust auf das Puppennähen in der Schauspielschule und freute mich schon seit Wochen auf den Kurs. In der Woche davor wurde ich krank und bangte um meine Teilnahme, die ich so sehr wollte. Ich ahnte eigentlich schon im Krankenbett, dass es möglicherweise etwas zu bedeuten hat, dass ich so kurz vor dem lang ersehnten Puppenkurs krank wurde, bin aber nicht weiter auf diesen Gedanken eingegangen, weil ich ja so gern dabei sein wollte. Tatsächlich wurde ich rechtzeitig gesund, machte mich aber noch etwas geschwächt auf den Weg nach Friedrichshain in der Hoffnung, dass mir der Kurs einen Energiekick geben würde.


Das Wiedersehen mit Juliane und der Kursauftakt mit den anderen Teilnehmerinnen war sehr schön. Juliane hatte wieder alles ganz liebevoll vorbereitet und ein Umfeld geschaffen, das Lust auf kreatives Arbeiten machte. In unserem Kursraum hatte Juliane damals in ihrem Studium das Fach “Geschichte des Puppenspiels”. Es gab eine Schultafel, Lamellenvorhänge und klassische Bänke und Stühle. Ab und zu erzählte Juliane von den Erfahrungen ihres Studiums und manchmal spürte ich bei ihr ein bischen von der leisen Wehmut, die auch ich kenne, wenn ich an meine Studienzeit zurückdenke. Ich habe später noch allein einen Streifzug durch das Haus gemacht und ein paar interessante Winkel entdeckt, die erahnen ließen, welche Talente und Geschichten das Studium der Puppenspielkunst hervorbringt. Und Juliane ist eine davon. In Bezug auf die Puppenmacherei hat sie zwei Leitsätze aus ihrem Studium mit uns geteilt: “Achte darauf, was das Material dir sagt” und “Arbeite niemals gegen das Material”. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen ich mit diesen Impulsen in der nächsten Zeit machen werde. Was ich noch an Anregungen aus dem Ambiente mitnehme, ist, dass ich in Zukunft noch häufiger ins Puppentheater gehen möchte. Hier in Berlin gibt es so viele Möglichkeiten, Figurentheater für klein und groß, jung und alt zu erleben, die möchte ich gern noch mehr nutzen. Außerdem habe ich mich an meinen Schnitzkurs auf Hof Lebherz vor drei Jahren erinnert und mir vorgenommen, bald wieder etwas in der Richtung zu machen, vielleicht ein Seminar zur Herstellung von Klappmaul- oder Latexfiguren.


Einer weiterer Grund für meine erneute Teilnahme an einem Puppennähkurs war der Wunsch, wieder einmal die Seiten zu wechseln. Ich unterrichte ja selbst seit vier Jahren Puppenmacherei und gebe jährlich sechs bis acht Gruppen- und viele Einzelkurse. Als Kursleiterin fühle ich mich wohl und sicher, jedoch habe ich ab und zu das Bedürfnis, selbst Schülerin zu sein, um die Herstellung einer Puppe, was ja ein langwieriger, komplexer und anstrengender Vorgang ist, auch mal aus dieser Perspektive wahrzunehmen. So eine Kursteilnahme ist auch anregend für meinen eigenen Unterricht. Ich bekomme neue Ideen und Impulse, nehme Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahr, werde aufmerksam auf Dinge, die ich besser machen könnte, lerne etwas über meinen persönlichen Unterrichtsstil, finde Bestätigung für mein eigenes Kurskonzept, bekomme Lust auf Veränderungen usw. Was ich von Juliane lernen kann, ist die Gestaltung des Kursraumes. Frische Blumen, farbenfrohe Tischläufer, handgemachte kleine Abfallbehälter, mit Lavendel gefüllte Erdbeerchen als Give-Away für die Kursteilnehmer, im Hintergrund ein reichhaltiges Buffet für die Pausen, all das muss nicht unbedingt sein, macht aber gute Laune und schafft einen schönen Raum für ein besonderes Nähwochenende.


Die Stimmung im Kurs war sehr gut, das Arbeiten angenehm ruhig und sehr konzentriert. Die gemeinsamen Stunden waren lern- und erfahrungsintensiv. Juliane hat uns in kurzer Zeit sehr viel Technik und Wissen vermittelt. Sie hat sehr genau und detailliert mit uns gearbeitet, jede Teilnehmerin aufmerksam und individuell begleitet und, wenn es passte, auch mal aus dem Nähkästchen geplaudert und uns von ihrer Wahlheimat Schweden, ihrem Studium und ihrer Arbeit erzählt. Es gab Gespräche zum Beispiel zu den Themen Urheberrecht, Hypes und Moden in der Puppenmacherei, Kursgebührenerstattung im Krankheitsfall, Preisgestaltung und Erfahrungen mit internationaler Kundschaft. Vor allem aber gab es viel zu tun und zum Ende des Kurses hin wurde es noch einmal sehr intensiv, um die Arbeiten an den Puppen soweit zum Abschluss zu bringen, dass Juliane sie vor einem hübschen rosa Hintergrund mit einer süßen kleinen Wimpelkette und Accessoires zum Thema Erdbeeren fotografieren konnte, was ein schöner Abschluss war.


Leider habe ich schon in den ersten Stunden des Kurses gespürt, dass ich doch nicht so gesund bin, wie ich dachte. Im Laufe der Zeit wuchs sich meine körperliche Schwäche zu einer Erkältung aus, die ich eigentlich schon in der Woche vor dem Kurs habe kommen sehen, aber nicht wahrhaben wollte. Und so habe ich erfahren, wie es ist, in einem relativ angeschlagenen Zustand so ein großes Vorhaben zu meistern. Ich habe mich dabei erstaunlicherweise wirklich wohl und vor allem sehr bei mir selbst wahrgenommen. Ich war weniger im Außen, habe konzentriert gearbeitet und mich bei weitem nicht so zerstreut und aufgeregt gefühlt, wie ich mich sonst in größeren Runden oft erlebe. Dennoch denke ich jetzt mit ein paar Tagen Abstand, dass es unter den gegebenen Umständen mit meiner Krankheit und Erschöpfung besser gewesen wäre, nicht teilzunehmen. Ein Kurs in etwas, das ich beruflich fünf Tage die Woche je acht Stunden lang mache und dem ich einen Großteil meiner Energie widme, besonders jetzt im Wandlungsprozess für Mariengold, ist keine Erholung, sondern eher eine Weiterbildung und die fällt, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, mehr in den Bereich Arbeitszeit als Freizeit. Und so hatte das Wochenende, wie so vieles im Leben, zwei Seiten: Einerseits hat das Zusammensein mit Juliane meiner Seele gut getan und der Kurs hat frischen Wind in meine eigenen Arbeit geweht. Andererseits habe ich meine Grenzen und vor allem ein tiefes Bedürfnis nach Ruhe und Abstand von der Puppenmacherei erkannt.

Noch ein paar Worte zu meiner Kurspuppe, die ich spontan Tinka genannt habe. Interessanterweise habe ich in den letzten Tagen ein paar E-Mails mit der Frage bekommen, was ich mit der Puppe mache. Ehrlich gesagt habe ich mir darüber weder vor, noch im Kurs Gedanken gemacht. Im Gegensatz zu meinem ersten Fröken Skicklig Puppennähkurs war ich dieses Mal viel mehr prozess- als ergebnisorientiert, was auch eine gute Erfahrung war. Während die noch immer namenlose Puppe aus meinem ersten Kurs bei Juliane mir schon bei ihrer Erschaffung sehr ans Herz wuchs und sie mir in den letzten beiden Jahren eine liebe Wegbegleiterin war, habe ich zu der Puppe aus diesem Kurs keine so spezielle Beziehung. Was wohl auch gut so ist, denn sie soll die Puppe eines anderen Mädchens werden. Ich werde sie meiner kleinen Nichte Lexi in Australien schenken, die im Juli mit ihrer Mami, meiner Schwester, zu Besuch nach Berlin kommen wird.