29. März 2017

FKK im Wohnzimmer

Letzten Samstag ging es für Laura und mich in die fünfte Runde unseres Filzkopfkurses, der im Sommer 2015, am heißesten Tag des Jahres, Premiere hatte. Obwohl die Zeichen dieses Mal nicht unbedingt auf Grün standen – Terminkollision im Theater am Schlachthof, nur vier Anmeldungen, Laura mitten im Ringelnatz und ich auf Hochtouren bei der Arbeit an meinem neuen E-Book -, entschieden wir uns, den Kurs trotzdem zu machen und so lud Laura mich und die filzvorfreudigen Frauen kurzerhand zu sich nach Hause in den Prenzlauer Berg ein.

Das gemeinsame Unterrichten ist uns eine große Freude und bis zur Landpartie im Juni nehmen wir gern jede Gelegenheit wahr, um zu üben, zu üben und nochmals zu üben. In den Genuss von Lauras Gastgeberinnenzauberei komme ich ja schon seit vielen Jahren, deshalb wusste ich, dass sie es ehrlich meinte, als sie die Teilnehmerinnen mit einem herzlichen „Fühlt euch wie zu Hause“ begrüßte. Und natürlich wurde es auch eine gemütliche, lustige, kreative, verplauderte, wonnige, leckerbissige und schaffensreiche Wohnzimmersession.

Unsere allhalbjährliche Befürchtung, in der Zwischenzeit das Filzen verlernt zu haben, bewahrheitete sich nicht. Ganz im Gegenteil, Laura und ich waren entspannt und fokussiert wie nie zuvor, die Zeit floss angenehm dahin und ohne ganz ohne Hektik, dafür mit viel Frühlingssonne und köstlicher Obsttorte, entstanden unter unserer Anleitung vier schöne Filzköpfe. Wir warnen die Frauen zu Beginn immer vor, der Kurs habe eher Werkstattcharakter und es brauche viel Geduld und Spucke, bis die Köpfe so werden wie gewünscht. Dieses Mal aber könnte jeder einzelne ohne weiteres zu einer kompletten Puppe weiterverarbeitet werden. So etwas macht Laura und mich natürlich auch stolz und glücklich.

Viel wichtiger sind uns jedoch die Begegnungen mit den Frauen, ihre Geschichten und ganz besonders die Puppen, die meist aus ihren Taschen herauslugen. Das öffnet die Herzen und schafft Verbindung. Und mit diesem Rückenwind tanzen die Filznadeln von ganz allein. Die meisten Frauen, die zu uns kommen, haben schon Erfahrung im Puppenmachen. Meist werkeln sie bereits seit Jahren mehr oder weniger allein im stillen Kämmerlein und stellen die schönsten Dinge für ihre Kinder, für Freunde und Bekannte oder für das Regal her. Sie sehnen sich nach Austausch und gegenseitiger Inspiration, nach Feedback und Mutmachworten oder einfach nach dem Gefühl, nicht allein oder kein Alien zu sein, wie es oft mit einem Augenzwinkern formuliert wird.

Einen Tag mit Gleichgesinnten zu verbringen, kann Wunder bewirken. Laura und ich können immer förmlich dabei zusehen, wie Leben in die Frauen kommt, wie ihre Augen zu leuchten und die Wangen zu glühen beginnen. Es wird viel gelacht und erzählt, auch in stiller Harmonie geschwiegen und schwer geschafft. Deshalb ist unsere Arbeit so wichtig und viel mehr als nur ein Broterwerb. Das ist der Grund, warum ich mittlerweile zwölf Kurse im Jahr plus zwei Filzkopfkurse und die Landpartie mit Laura anbiete. Weil es einen Bedarf gibt und weil so ein Erlebnis rundum glücklich macht, mich selbst natürlich auch. Puppennähen tut der Seele gut. Diesen Raum schaffen Laura und ich mit unserem Angebot. Alles andere geschieht dann fast von allein. Inmitten von Heiterkeit und Verbundenheit bahnen sich die Puppen auf magische Weise durch die Hände und Herzen der Frauen ihren Weg ins Leben und werden freudig begrüßt und von allen Seiten mit Liebe überhäuft.

Mehr zu unserem Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier, das Charlie Bo E-Book zur Herstellung unserer Filzkopfpuppe hier. Der nächste Kurs findet am 23. September statt. Anmeldung an hello@mariengold.net.

Unsere Landpartie für Puppennähverliebte ist bereits ausgebucht, es gibt aber eine Warteliste, für die ihr euch anmelden könnt.


27. September 2016

FKK mit Kastanienglanz und Weihnachtswichtel

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Als Laura und ich uns letzten Samstag auf den Weg zum Theater am Schlachthof machten, dem Veranstaltungsort unseres Filzkopfkurses, sie vom Prenzlauer Berg, ich von Zehlendorf aus, hatten wir beide die gleiche Idee: Kastanien sammeln. Der Morgen war sonnig und mild, die Luft frisch und voller Herbstwürze, die Kastanien leuchteten in tiefstem Rotbraun und vor uns lag Runde Vier unseres gemeinsamen Workshops. Mit gefüllten Jackentaschen und voller Vorfreude kam ich heiter und gut durchgewärmt im Friedrichshain an. Wie immer hatte Laura den Raum bereits wunderschön vorbereitet und eine gemütliche und einladende Atmosphäre geschaffen, Kaffee gekocht, Blumen hingestellt und an jedes Detail gedacht. So ein Empfang ist für mich, die ich bei meinen anderen Puppennähkursen immer allein für alles verantwortlich bin, ein großes Glück. Einfach anzukommen, meine Sachen auszupacken, einen Kaffee zu trinken und mit Laura zu plaudern, bevor es losgeht, ist der schönste Einstieg in so einen langen, kreativen Tag.

Dieses Mal waren wir eine eher kleine Runde von sieben Frauen, alle mit Erfahrungen in der Puppenmacherei, eine sogar zertifizierte Porzellanpuppenkünstlerin. Entsprechend entspannt lief der Kurs ab, auch wenn Laura und ich wie immer einige Male die Luft anhielten und uns im Stillen fragten, wie aus den üppigen Wollbergen jemals ansehnliche Puppenköpfe werden sollten. Diese Zweifel kannten wir schon vor den anderen Kursen und wussten (oder ahnten oder hofften), dass auch dieses Mal alles gut gehen würde. Trotzdem dachte ich, ach, hättest du in der Zwischenzeit doch wie eine Weltmeisterin gefilzt, kam aber letztlich wieder zu der Erkenntnis, dass dieser Kurs mit Laura für mich ein gute und wichtige Übung im Loslassen ist. Kontrolle gibt es hier nicht, stattdessen Hingabe an den Moment, die Bereitschaft, mit dem zu gehen, was ist, und zu vertrauen, dass alles genau richtig ist, wenn auch anders als vorgestellt oder gewünscht. Dann wird, nein, dann ist alles gut. Die Augen der Teilnehmerinnen strahlen sowieso die ganze Zeit, einfach weil es Spaß macht, miteinander zu handarbeiten, etwas Neues zu lernen, andere Puppennähverliebte kennenzulernen und einen aufregenden Tag in Berlin zu verbringen. Da nehmen die Filzköpfe wie von selbst Form an, begleitet von Lachen und Seufzen, Stirnrunzeln und Schmunzeln, Glücksgefühlen und Kekslaune. (Laura beschreibt das verflixte Filzen übrigens sehr schön hier.)

Tine hatte wieder ihren Weihnachtswichtel dabei, ein kleines Meisterwerk des mütterlichen Puppenerschaffens. Der fühlte sich pudelwohl zwischen den Kastanien und dem Blumenstrauß, die er sonst wohl nie zu Gesicht bekommt, weil er nur den Advent kennt. Auch die anderen mitgebrachten Puppen wurde geherzt und bewundert, angelacht und durch alle Hände gereicht. Es ist immer wieder ein Fest, diese Vielfalt zu sehen und die Freude der Frauen zu spüren, mit der sie an die neue Technik herangehen. Nicht immer kommt dabei ein perfekter Filzkopf heraus, aber darum geht es in unserem Kurs auch nicht. Vielmehr sehen wir ihn als Werkstatt, in dem nach Herzenslust probiert und experimentiert, gestaltet und gewerkelt, geschwatzt und auch geschmatzt werden darf, denn Kuchen und eine schöne Tasse Kaffee gehören bei uns immer dazu.

Auch nächstes Jahr öffnen wir unseren Werkraum im kleinsten Theater der Stadt wieder für euch. Dann findet unser Filzkopfkurs voraussichtlich im März und September statt. Die genauen Termine und der Anmeldebeginn folgen im November.

Es haben sich auch schon ganz viele Frauen für unser Puppenmacherei-Retreat auf Land gemeldet. Laura und ich freuen uns riesig über das große Interesse. Die Vorbereitungen sind bereits in vollem Gange und schon bald geht es damit hinaus in die Welt. Wenn ihr schon jetzt Lust habt, dabei zu sein, schreibt ganz unverbindlich an hello@mariengold.net. Dann erfahrt ihr die Neuigkeiten als erste.

Mehr zu unserem Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier, das Charlie Bo E-Book zur Herstellung unserer Filzkopfpuppe hier.


7. März 2016

FKK mit Zupfkuchen und Klebepünktchen

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Gut ein Jahr ist es jetzt her, dass meine Freundin Laura von 1000Rehe und ich so richtig in unser gemeinsames Projekt eingestiegen sind. Zuerst war da die Idee, zusammen einen Kreativ-Kurs zu veranstalten. Um gefilzte Puppenköpfe sollte es gehen und um ein neues Kurskonzept, eine Einladung an Menschen, die ihre Puppenmacherei weiterentwickeln und etwas Neues ausprobieren wollen. Schnell spannen wir den Faden weiter und so entstand noch vor dem allerersten Kurs im Sommer 2015 ein E-Book mit Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Herstellung unserer Filzkopfpuppe Charlie Bo.

Auch nach dem intensiven ersten Jahr unserer Zusammenarbeit erweist sich unser Doppel als echtes Dreamteam. Laura und ich ergänzen uns nicht nur hervorragend, auch ist es eine tolle Abwechslung, neben all den Kursen, die ich allein meistere, mit einer Freundin und Kollegin zusammenzuarbeiten. Was mir an Laura gefällt, sind ihre magische Hände, ihre entspannte Gelassenheit, ihre Erzählkunst und ihre Gabe, herrlich gemütliche Räume und ein wohliges Gefühl von Rundum-Willkommen-Sein zu zaubern. Laura wiederum sagt, sie schätze meinen klaren Kopf, mein Talent für Zahlen und Struktur und meine Lust am Konzipieren und Organisieren. Es passt also gut mit uns beiden.

Deshalb laden wir auch in diesem Jahr wieder herzlich zu unserem Filzkopfkurs im Berliner Friedrichshain ein. Der erste Termin fand vorletzten Samstag statt. Wieder reisten Frauen aus ganz Deutschland und sogar Österreich an. Aus dieser Vielfalt entstand im vergangenen Jahr schon die Idee, jede Teilnehmerin sich mit ihrem Wohnort auf einer großen Deutschlandkarte verewigen zu lassen. Irgendwann werden dort hoffentlich viele, viele bunte Klebepunkte zu sehen sein.

Laura und ich staunen immer wieder über das große Interesse an unserem Kurs und darüber, dass die Frauen teilweise wirklich weite Wege auf sich nehmen, um dabei zu sein. Auch freuen wir uns auch sehr, dass jedes Mal professionelle Puppenmacherinnen dabei sind, die wir sonst nur aus dem Internet kennen. Ebenfalls toll: Meist bringen die Frauen Puppen oder andere Wesen aus ihren Händen mit, die sich dann auf unserem grünen Samtsofa tümmeln und immer wieder für Gespräche, Streicheleinheiten, Liebesbekundungen und sogar die ein oder andere Bestellung zwischendurch sorgen.

Kunterbunt und fröhlich sind sie, unsere Runden im Theater am Schlachthof, der vielleicht kleinsten Off-Bühne der Stadt mit dem wohl am vielseitigsten genutzten Raum. Wir füllen ihn gern mit Leben und Lachen, Fadenresten und Wollmäusen, Stöhnen und Staunen, abgebrochenen Filznadeln und Kuchenkrümeln, Schnattern und Schweigen, Nähmaschinensurren und Rischrischrisch und vor allem vielen Ohs und Ahs für all die wunderbaren, liebenswerten und eigensinnigen Filzköpfe, die in stundenlanger Hingabe unter den Händen unserer abenteuerlustigen und furchtlosen Teilnehmerinnen entstehen.

Mehr zu unserem Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier, das Charlie Bo E-Book zur Herstellung unserer Filzkopfpuppe hier. Unser nächster und auch letzter Filzkopfkurs in diesem Jahr findet am Samstag, den 24. September statt. Details hier, Anmeldungen an hello@mariengold.net.


14. Dezember 2015

Gutes tun mit Charlie Bo

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Letzte Woche haben Laura und ich einen Teil der Einnahmen aus unserem Filzkopfpuppenprojekt für einen guten Zweck gespendet. Wie ich hier schon einmal erzählt habe, wollten wir mit dem Namen „Charlie Bo“ für unsere Puppe und dem ursprünglichen Spendenvorhaben für Reporter ohne Grenzen ein Zeichen für das Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung setzen und den Einsatz vieler Journalisten für die Pressefreiheit auf der ganzen Welt unterstützen.

In der Zwischenzeit ist viel passiert. Unsere Welt verändert sich in atemraubendem Tempo und mit spürbarer Intensität. Angesichts der globalen Geschehnisse tauchen immer wieder Ängste, Schmerz und Wut auf. Und viele Fragen: Was können wir tun? Wie können wir helfen? Wo können wir ansetzen, um die Welt ein bisschen besser zu machen? Können wir überhaupt irgendetwas tun?

In diesem Jahr sind Zehntausende geflüchtete Menschen in Berlin angekommen, um hier Sicherheit und ein besseres Leben für sich und ihre Familie zu finden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse stand für Laura und mich schnell fest, dass wir mit unserer Spende ein Projekt in unserer Stadt, am liebsten in unserer Nachbarschaft unterstützen wollen. Initiativen, die tatkräftig helfen, gibt es viele in Berlin, das Engagement ist groß, auch in unserem Freundes- und Bekanntenkreis.

So sind wir auf SocialVisions gestoßen, einen Verein, der das Fotoprojekt „Syria on the Move“ ins Leben gerufen hat, das geflüchteten syrischen Jugendlichen mittels Fotografie eine Stimme gibt. In Workshops, Ausstellungen und über eine Online-Plattform können junge Syrerinnen und Syrer aus ganz Europa ihre Geschichte mit selbst fotografierten Bildern erzählen und von ihrem Leben im Exil berichten.

Laura und ich finden, wir können etwas tun, auch wenn wir uns manchmal ganz klein und unbedeutend fühlen angesichts der großen Verwirrung in der Welt. Wir können uns engagieren, mit anpacken, Geld und Sachwerte spenden, ein Lächeln schenken, freundlich auf unsere Mitmenschen zugehen und jeden Tag durch liebevolles Denken und Handeln Frieden stiften, im Kleinen wie im Großen. SocialVisions ist einer von vielen unterstützenswerten Vereinen, „Syria on the Move“ eines von vielen Projekten, die geflüchteten Menschen Hoffnung auf ein gutes Leben machen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Kund/innen und Kursteilnehmerinnen, die unsere Spende ermöglicht haben, und freuen uns auf ein neues Jahr mit euch und Charlie Bo!

Wenn ihr möchtet, könnt ihr hier für SocialVisions spenden.

Mehr zu unserem Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier, das Charlie Bo E-Book zur Herstellung unserer Filzkopfpuppe hier und die Termine für unsere Filzkopfkurse in 2016 hier.


30. September 2015

FKK mit Männerbesuch (und die Termine für 2016)

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Jungs FKK

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Mit den Manteltaschen voller Kastanien machte ich mich letzten Samstag auf den Weg zum zweiten Filzkopfkurs von 1000 Rehe und Mariengold. Die Reise von Zehlendorf nach Friedrichshain ist lang, Zeit genug, um auf der Sonnenseite der S-Bahn ausgiebig das herrliche Herbstwetter zu genießen (in dieser Hinsicht war unsere Premiere im Juli wirklich eine Herausforderung) und mich auf den vor mir liegenden, langen Tag einzuschwingen.

Lampenfieber hatte ich dieses Mal nicht, kein bisschen. Unser erster Filzkopfkurs war zwar komplettes Neuland für Laura und mich, gefühlt ziemlich chaotisch und vor allem irre heiß, aber wir waren ein super Team und das gemeinsame Unterrichten fühlte sich rundum gut an. Und heute würde es nicht anders werden, freute ich mich. Zudem stand Mariengold ein Heimspiel bevor, denn über die Hälfte der Frauen war schon einmal bei mir im Kurs. Große Vorfreude!

So gab es ein großes und warmes Hallo, als die Teilnehmerinnen nach und nach eintrafen, sich mit Charlie Bo bekannt machten (ein wahrer Liebesbekundungsmagnet!), ihre eigenen (nicht weniger liebesbekundungswürdigen) Puppenwerke vorstellten und Platz an dem von Laura so schön hergerichteten Tisch nahmen. Es konnte also losgehen.

Mit der Erfahrung aus dem letzten Kurs hatten wir ein paar Dinge geändert: Den Beginn eine halbe Stunde auf 9.30 Uhr vor gelegt, um genug Zeit für eine ausgiebige Begrüßungsrunde zu haben. Eine Stunde länger für das Filzen eingeplant. Die Ohren am Schluss gestrichen. So lief es wie am Schnürchen und schon am Mittag zeigte sich unter den Händen jeder Teilnehmerin ein wunderbarer Filzkopf mit einer ganz eigenen Persönlichkeit.

Ja, die Frauen filzten, was das Zeug hielt. Nur die Nadeln machten dieses Mal nicht so richtig mit. Ob es an falscher Handhabung oder dem Raumklima lag, wie Laura mit einem Augenzwinkern vermutete, manch eine Frau brach oder verbog eine Filznadel nach der nächsten. Ersatznadeln hatte ich glücklicherweise genug dabei, so konnten wir die Crashs mit Humor nehmen. Für das nächste Mal habe ich mir jedoch schon einmal dick und fett eine Zange hinter die Ohren geschrieben, denn die braucht es manchmal, um abgebrochene Nadelspitzen aus dem Filz zu bekommen.

Später am Nachmittag, als die Köpfe längst fertig gefilzt waren und die Gesichter aufgestickt wurden, drückten sich zwei Lausebengels aus der Nachbarschaft die Nase an unserem Schaufenster platt. Was wir da machen, wollten sie wissen, nachdem sie uns ihre grüne Plastikschlange vorgestellt hatten. Puppenköpfe aus Wolle herstellen. Aha. Die lässt sich auch an Plastikschlangen verfüttern. Soso. Also wanderte ein guter Rest unseres Rohmaterials in die Hände der beiden Jungs und von dort aus in den Schlund der Schlange, ihre Hosentaschen oder wohin auch immer (es wurde ständig Nachschub gefordert – es war rätselhaft), begleitet von wortreichen Erklärungen und Gekichere, dass einem das Puppenmacherinnenherz vor Freude hüpfte.

Tatsächlich hüpfte und tanzte dieses meine Herz an diesem Tag vom Morgen bis zum Abend. Beim Abschied waren Laura und ich wieder einmal begeistert von den Filzköpfen des Tages, den herzlichen Begegnungen mit unseren Kursfrauen und überglücklich über die Entwicklung unserer Zusammenarbeit von der ersten Idee im Oktober 2014 bis zu diesem zweiten Kurs im September 2015.

Wir machen natürlich weiter! Die Termine für 2016 stehen auch schon fest:

27. Februar

24. September

Weitere Details hier. Anmeldung an hello@mariengold.net.

Das war es für dieses Jahr von unserem FKK. Es war uns ein Fest mit euch auf unseren Blogs und in den Kursen im Theater am Schlachthof. Laura und ich sagen von Herzen Dankeschön für eure Freude an unserem Wirken als Puppenmacherinnen und schicken 1000 Handküsse einmal um die ganze Welt! Vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Jahr?!

Mehr zu unserem Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier, das Charlie Bo E-Book zur Herstellung unserer Filzkopfpuppe hier.


8. Juli 2015

FKK bei 40°

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Eigentlich hätten wir es wissen müssen: wenn wir unser Projekt FKK nennen, was in einem anderen Zusammenhang kurz für Freikörperkultur steht, bekommen wir für unseren allerersten Filzkopfkurs auch allerfeinstes Sommerwetter mit Sonnenschein von morgens bis abends und das seit Tagen, gleißendem Licht und höchstsommerlichen Temperaturen. Eine echte Herausforderung für Laura und mich und unsere neun Kursteilnehmerinnen!

Wir waren gut gewappnet. Unser Veranstaltungsort, die kleine Off-Bühne Theater am Schlachthof im Friedrichshain lag ebenerdig und im Schatten und konnte gut gelüftet werden, es gab literweise Wasser, mittags erfrischende, asiatische Kost im Viet Bowl für die Teilnehmerinnen und ein entspanntes Picknick auf dem Gehweg vor dem Theater für Laura und mich, alle waren leicht und luftig (und sommerlich schön) gekleidet und zur Not konnte man sich im Hinterzimmer, der eigentlichen Bühne, ein bisschen runterkühlen. Aber das Wichtigste: die monatelange Vorfreude auf den Kurs, das Kribbeln in den Händen beim Filzen und Entdecken neuer Techniken und Möglichkeiten und die Lust am Austausch mit den anderen Frauen übertrafen jedes Hitzegefühl!

Und so war unser Filzkopfkurs genauso wunderbar, schöpferisch, produktiv, lebendig, herzerfrischend, erfüllend, spritzig und lustig, wie von uns beiden seit letztem Oktober erdacht, geplant und gewünscht.

Unsere Teilnehmerinnen waren unheimlich toll! Bis auf zwei Frauen aus Berlin kamen sie von weither (sogar aus Frankreich und der Schweiz!), sie waren superneugierig und offen und haben trotz der enormen Hitze engagiert mitgearbeitet, gefilzt, genäht, gestickt, gestöhnt und gelacht und schließlich pünktlich um 19 Uhr alle ihren Filzkopf fertig gestellt. Das gab eine herrliche kleine Ausstellung am Ende! (Zu diesem Zeitpunkt konnte ich allerdings keinen geraden Satz mehr rausbringen, geschweige denn meine Kamera halten.)

Am Ende des Tages, nachdem wir mit letzter Kraft das Theater wieder tiptop aufgeräumt hatten und uns mit unserem Wahnsinnsgepäck (man glaubt es kaum) auf dem flirrenden Asphalt gegenüberstanden, fielen Laura und ich uns glücklich in die Arme, vergaßen für einen Moment die drückende Abendschwüle und genossen den Abschluss unseres herrlichen Filzkopftags, auf den wir so lange gemeinsam hingearbeitet hatten (mit einem kleinen Schlenker über unser Charlie Bo E-Book wohlgemerkt).

Auch wenn es wahrscheinlich mein anstrengendster Arbeitstag des Jahres war, so war es auch einer der schönsten – und das verdanke ich dir, liebe Laura, meine Freundin mit Augen wie 1000 Rehe, und euch, ihr neun unerschrockenen Frauen, die ihr uns euer Vertrauen geschenkt habt und uns mutig in das Filzkopfabenteuer gefolgt seid!

Großstadtpicknick für heiße Tage

3 EL Sonnenblumenöl
2 EL Tomatenmark
2 EL Paprikamark
1/2 TL Kreuzkümmel
2 EL Zitronensaft
Salz nach Belieben
1 Tasse Bulgur
3 Frühlingszwiebeln
2 große Tomaten
1/2 Gurke
1 Bund Petersilie

In einem Topf mit 1 EL Sonnenblumenöl Tomatenmark und Paprikamark leicht anrösten und mit 1 Tasse Wasser ablöschen. Kreuzkümmel, Zitronensaft und Salz dazugeben und kurz aufkochen lassen. Bulgur hinzufügen, so dass er komplett mit Flüssigkeit bedeckt ist (sonst noch mit etwas Wasser auffüllen). Den Topf vom Herd nehmen, Deckel drauf und eine Stunde quellen lassen.

In der Zwischenzeit Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden, Tomate und Gurke klein würfeln und Petersilie grob hacken.

Bulgur mit einer Gabel auflockern, 2 EL Sonnenblumenöl und das Gemüse dazugeben, gut vermischen und abkühlen lassen.

Dazu passen bestens kühlender Joghurt und milchsaure Rote Bete (einfach fix und fertig aus dem Glas). Guten Appetit und gute Erfrischung!

Am 26. September findet unser nächster Filzkopfkurs statt. Details hier, Anmeldung für die Warteliste an hello@mariengold.net.

Mehr zu unserem Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier, das Charlie Bo E-Book zur Herstellung unserer Filzkopfpuppe hier, mehr Rezepte hier.


29. Juni 2015

FKK mit Nagellack und Schwimmhäuten

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Endspurt im Filzkopfpuppenprojekt von 1000 Rehe und Mariengold: in fünf Tagen findet unser allererster Filzkopfkurs statt! Neun mutige Frauen haben sich angemeldet, um mit uns Puppenköpfe mit Hilfe der Filznadeltechnik herzustellen. Diese Premiere macht uns beide trotz jahrelanger Erfahrung im Unterrichten total hibbelig. Wir sind voller Vorfreude, Respekt und Spannung. Und natürlich wahnsinnig aufgeregt – logisch!

Im Juni haben Laura und ich uns an zwei sommerverregneten Vormittagen Zeit genommen, den Kurs vorzubereiten. Wir haben gefilzt, was das Zeug hält, Modellköpfe in allen möglichen Stadien hergestellt, den Ablauf getimt, in Gedanken Möbel im Theater am Schlachthof, unserem Veranstaltungsort, gerückt, unser Charlie Bo Original auf einen langen Tag im Friedrichshain gefasst gemacht und an die 60 Filznadeln mit Nagellack markiert.

Ja, richtig gelesen! Die Teilnehmerinnen bekommen von uns nämlich Filznadeln in drei verschiedenen Stärken für den Kurs zur Verfügung gestellt. Und weil diese Nadeln alle gleich aussehen, musste eine Lösung zur Unterscheidung von fein, mittel und stark her. Da lag eine farbige Kennzeichnung wie bei Wizpick nahe. Aber wie sollten wir die Farbe auf die Nadeln bekommen? Irgendwann bin ich auf Nagellack gekommen. Gesagt, getan. Superschick und zum Nachmachen empfohlen!

Jetzt ist es fast geschafft: Anleitungsbroschüren geordert – check. Material aufgestockt – check. Neun Paar Puppenohren genäht – check. All-you-need-Päckchen für die Teilnehmerinnen geschnürt – check. Tische für den Lunch reserviert – check. Kuchen für den Nachmittag organisiert – check. Von uns aus kann’s losgehen. Wir freuen uns riesig auf Samstag!

Mehr zu unserem Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier, das Charlie Bo E-Book zur Herstellung unserer Filzkopfpuppe hier.


28. Mai 2015

FKK mit Happy End und guten Aussichten

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Portrait

My friend Laura of 1000 Rehe and I are happy to announce that our e-book for the felted head doll Charlie Bo is now released and available in English and German language in the Mariengold webshops at Etsy and Dawanda as well as in the 1000 Rehe shops in the internet (details here). Mariengold also offers a suitable material kit in a deluxe version. To celebrate Charlie Bo, Laura and I are hosting a drawing for you, our dear readers and doll making friends. In the raffle there are a set of four Wizpick felting needles, a ready-to-wear Charlie Bo outfit consisting of pink overalls and dark blue leather shoes and as main prize the e-book plus material kit deluxe including fabric and leather for the doll clothes. To take part in the drawing, please send a message to hello@mariengold.net until Sunday night. We will draw and inform the winners on Monday. Laura and I are sending you heartfelt greetings from Berlin. We can’t wait to see all your beautiful and wild self-made felted head dolls!

Hurra, es ist soweit – unser Charlie Bo E-Book, eine Zusammenarbeit von 1000 Rehe und Mariengold, wird heute veröffentlicht! Unser allererstes gemeinsames Projekt ist Laura und mir in den letzten Wochen und Monaten sehr ans Herz gewachsen und wir freuen uns wie verrückt über:

Den kleinen Filzkopfracker, von dem wir bis zuletzt gar nicht genau wussten, wie er eigentlich genau aussehen würde, und in den wir jetzt wahnsinnig verliebt sind.

Immer wieder Clara, die mit ihrem feinfühligen Sinn für Schönheit unserer Anleitung ein Grafik-Design gegeben hat, das unsere Kooperation ganz wunderbar zusammenhält.

Erin, die unsere Texte so sorgfältig ins Englische übersetzt und dabei genau den richtigen Ton getroffen hat.

Jo, der ein großartiges Portrait von uns gemacht hat.

Karoline, die mir am Ende ihrer Mitarbeit bei Mariengold so fachkundig bei der Umsetzung meines Entwurfes für Charlie Bos Overall geholfen hat.

8Hände, unser kleines, feines Berliner Puppenkünstlerinnenkollektiv, das den Raum für dieses Projekt erst geöffnet hat und Lust auf mehr macht.

Die 20 abenteuerlustigen Frauen, die sich binnen weniger Wochen für unsere beiden Filzkopfkurse im Sommer angemeldet haben. Wir freuen uns auf euch!

Und alle Menschen, die unsere Leidenschaft für die Puppenmacherei teilen und unser Projekt inspiriert, angefeuert und unterstützt haben.

Jetzt seid ihr dran, viel Freude mit Charlie Bo!

Neu in den Shops

Das E-Book zur Herstellung der Filzkopfpuppe Charlie Bo ist ab heute auf Deutsch und Englisch in den Mariengold Shops bei Dawanda und Etsy erhältlich. Laura bietet das E-Book natürlich auch in ihren 1000 Rehe Shops im Internet an, mehr dazu hier.

Unser Charlie Bo E-Book ist für puppennähbegeisterte Menschen mit Freude an der Herausforderung, seien es Anfänger oder Fortgeschrittene. Es bietet einen guten Einstieg in das Nadelfilzen von Puppenköpfen, vermittelt neue Techniken und Schnitte und macht Lust, das eigene Können zu erweitern und zu verfeinern. Grundkenntnisse im Nähen und Filzen sind vor Vorteil, aber kein Muss, da die wichtigsten Techniken in der Anleitung erklärt werden.

Für die gute Verständlichkeit sorgt auch die tolle Gestaltung. Wie die Mariengold Puppennäh-E-Books aus den letzten beiden Jahren ist auch dieses eine superausführliche, professionell gestaltete Anleitung zur Herstellung einer schönen und stabilen Puppe nach Entwürfen zweier Puppenmacherinnen mit langjähriger Expertise. Es beinhaltet Schritt-für-Schritt-Erklärungen mit vielen Bildern und ausführlichen Beschreibungen natürlich mit Schwerpunkt auf die Modellierung des Kopfes, anschauliche Illustrationen und Erklärungen der wichtigsten Techniken, Schnittmuster für die Puppe und ihre Kleidung, umfangreiche Hinweise und Bezugsquellen für Material und Arbeitsutensilien, die schönsten Fotos von Lauras und meiner Zusammenarbeit und natürlich viele ermutigende Worte für euch.

Als Starthilfe bietet Mariengold eine Charlie Bo Materialpackung Deluxe an, die fast alles enthält, was ihr zur Herstellung eurer Filzkopfpuppe braucht: nicht nur das Basismaterial, sondern auch Filznadeln in drei verschiedenen Stärken, eine Jersey-Nähmaschinennadel, eine Spule Nylongarn zum Modellieren des Kopfes und zum Nähen der Teile mit der Nähmaschine, Granulat für extra Gewicht, Vlieseline zur Stabilisierung der Ohren und Fußsohlen, eine Nähnadel mit Goldöhr und eine Spule Garn für die Handnähte, eine lange Puppennadel und einen wasserfesten Aquarellbuntstift zum Färben des Mundes, der Wangen und anderer Details. Nur das Stickgarn für die Augen und die Wensleydale Locken für das Haar müsst ihr noch selbst besorgen, so habt ihr die Wahl aus vielen Farben und Qualitäten, für die Locken z. B. hier.

Wenn ihr Filzkopfpuppen wie Charlie Bo verkaufen oder die Anleitung für eure Puppennähkurse verwendet möchtet, könnt ihr eine entsprechende Lizenz bei uns erwerben.

Einen Teil der Einnahmen aus dem Charlie Bo E-Book werden Laura und ich jedes Jahr für einen guten Zweck spenden. 2014 für Reporter ohne Grenzen, eine international tätige NGO, die sich weltweit für die Pressefreiheit einsetzt. Auf den Namen Charlie Bo sind wir nämlich im Januar gekommen, als bei dem schrecklichen Terrorangriff auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo ein Großteil der Redaktion ums Leben kam. Mit dem Namen unserer Filzkopfpuppe und unserer Spende wollen wir ein Zeichen für das Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung setzen und den Einsatz vieler mutiger Menschen für die Pressefreiheit auf der ganzen Welt unterstützen.

Verlosung

Die Veröffentlichung unseres Charlies Bo E-Books möchten Laura und ich mit euch feiern und zwar mit einer Verlosung, wie ihr sie schon von Mariengold kennt. Es gibt zwei kleine und einen riesengroßen Preis:

Filznadeln von Wizpick: Diese Filznadeln mit dem Colour Code System in 16 (!) verschiedenen Stärken sind echte Powernadeln und wahrscheinlich die allerbesten, die ihr für die Herstellung eurer Filzkopfpuppe bekommen könnt. Wir verlosen ein Set aus vier Nadeln in Red, Pink, Brown und Grey.

Charlie Bo Outfit: Für unsere Filzkopfpuppe haben Laura und ich zwei funkelnagelneue Kleidungsstücke entworfen, einen Overall mit großen Taschen, der als Kleid und Hose getragen werden kann, sowie Schnürschuhe aus Leder, die perfekt sitzen. Der zweite Preis in unserer Verlosung ist ein Kleiderset bestehend aus einem rosa Overall mit weißen Blumen und dunkelblauen Schuhen mit hellroten Schnürsenkeln.

Charlie Bo E-Book und Material Deluxe: Unser Hauptpreis für euch ist eine komplette Materialpackung mit allem Drum und Dran zur Herstellung einer Filzkopfpuppe inklusive E-Book (mit etwas Glück sogar als farbig gedruckte und gebundene Broschüre), Arbeitsutensilien wie Filznadel, Nähnadeln und Puppennadel sowie Stoff und Leder für die Puppenkleidung.

Wenn ihr gewinnen möchtet, schreibt bis Sonntag Nacht an hello@mariengold.net. Wer welchen Preis gewinnt, entscheidet das Glück. Die Gewinner werden wir am Montag auslosen und benachrichtigen. Laura und ich drücken euch ganz fest die Daumen.

Und jetzt hoch die Gläser! Wir grüßen euch herzlich aus Berlin und freuen uns auf all die schönen, wilden Filzkopfpuppen, die unter euren tanzenden Nadeln entstehen werden!

Mehr zu unserem Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier.

(Die Gewinnerinnen der Verlosung sind Katja, Xenia und Dorothea.)


19. Mai 2015

FKK mit Charlie Bo (und endlichendlich mit Veröffentlichungstermin)

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Next week my friend Laura of 1000 Rehe and I will finally publish our first common e-book which is a detailed tutorial for the making of Charlie Bo, a doll with a needle-felted head and two brand new pieces of clothing! Join us on May 28th here with more details on the e-book and a drawing of course. We are looking very forward to meeting you then.

Im Oktober letzten Jahres war es, dass Laura von 1000 Rehe und ich zum ersten Mal über eine Zusammenarbeit sprachen. Komisch eigentlich, wenn man bedenkt, dass wir seit 10 Jahren miteinander befreundet sind und uns schon unser ganzes Puppenmacherinnenleben lang kennen.

Umso schöner, dass wir jetzt, in diesem runden Jubiläumsjahr unserer Freundschaft unser erstes gemeinsames E-Book veröffentlichen – und zwar kommende Woche am 28. Mai!

Wie es dazu kam

Gesichter erzählen Geschichten. Davon zeugen Worte wie Herzmund, Segelohren, Lachfalten, Rotznase, Denkerstirn, Adlernase, Schmollmund, Schwanenhals, Pausbacken, Tränensäcke, Mandelaugen, Mondgesicht oder Stupsnase.

Laura und ich lieben Geschichten. Sie ist Schauspielerin und arbeitet neben der Puppenmacherei als Clownin im Krankenhaus, ich bin ein Bücherwurm und schreibe selbst fast jeden Tag. Auf das Geschichtenerzählen verstehen wir beide uns also gut. Klar, dass wir irgendwann Lust hatten, unsere eher einfachen Stoffpuppen, insbesondere ihre Köpfe, detailreicher zu gestalten, um aus ihnen individuelle Charaktere mit einer eigenen Geschichte zu machen.

Also begannen wir mit verschiedenen Techniken zu experimentieren und landeten schließlich beim Filzen. Laura mit glühender Nadel und 1000 Ideen im Kopf und ich mit meiner Energie und Expertise, Freude an spannenden Konzepten und Lust auf ein neues Projekt. So entstand im Herbst 2014 die Idee, gemeinsam eine Puppe mit einem gefilzten Kopf zu entwerfen, ein E-Book mit der Anleitung für ihre Herstellung zu schreiben und einen ganz neuen Kurs hier in Berlin anzubieten.

Beflügelt von der Zusammenarbeit tüftelten wir nicht nur unsere eigene Methode zum Filzen von Puppenköpfen aus, sondern auch eine spezielle Häkeltechnik zur Herstellung von lockigem Puppenhaar, ein neues Schnittmuster für den Puppenkörper sowie Designs für Puppenkleidung und Schuhe.

All das hat uns riesigen Spaß gemacht und wir sind glücklich und stolz, euch heute endlich unsere Puppe vorzustellen, an der wir monatelang gemeinsam gewerkelt haben.

Die Filzkopfpuppe Charlie Bo

Am Anfang war Charlie Bo nur ein Kopf. Im Herbst 2014 hatten wir die Idee, zusammen einen Kurs anzubieten, in dem wir die Herstellung von gefilzten Puppenköpfen unterrichten wollten. Aus diesem Wunsch wurde schnell ein größeres Vorhaben, nämlich der Plan, ergänzend zu dem Kurs eine Anleitung zum Selbermachen zu verfassen. Aber warum nicht gleich viel größer denken?! So spannen wir die Idee weiter und beschlossen, zu dem Kopf noch einen Körper zu entwerfen, die zusammen unsere Filzkopfpuppe ergeben würden. Gesagt, getan: Hier ist Charlie Bo!

Besonders prägnant ist natürlich ihr Kopf. Im Vergleich zu eher einfachen Stoffpuppen ist er sehr detailliert ausgeformt und verfügt über Merkmale wie Hals, Wangen, Kinn, Augenhöhlen, Grübchen, Nase und Mund.

Charlie Bos Haar ist aus Locken vom Wensleydale Schaf. Die Augen sind gestickt und haben einen schönen Lidschwung. Der Mund und die Wangen werden mit einem wasserfesten Aquarellbuntstift gefärbt. Und Charlie Bo kann auch mit den Ohren wackeln!

Die Puppe hat einen schlanken, eher zarten Körper mit gut beweglichen Armen und Beinen, die von außen am Rumpf befestigt werden, einen leicht gewölbten Bauch, einen Po mit zwei runden Backen, auf denen sie frei sitzen kann, einen Bauchnabel, Brustknospen und Grübchen an Ellbogen und Knien. Die Hände und Füße sind mit Granulat gefüllt, damit sie etwas schwerer fallen.

Apropos Füße, die haben sogar eine Sohle und lieben Schuhe. Für sie haben wir Lederschuhe zum Schnüren entworfen, die perfekt sitzen und garantiert nicht verloren gehen. Charlie Bo trägt aber natürlich nicht nur Schuhe, sondern auch einen wandelbaren Overall, der sowohl Kleid als auch Hose sein kann.

Endspurt

Jetzt brauchen wir noch paar Tage für den Feinschliff. Clara ist in den letzten Zügen für das Layout der englischen E-Book-Version, danach stehen die Korrekturen an, die Texte für die Angebote in unseren Webshops müssen noch geschrieben und das große Finale auf Lauras und meinem Blog vorbereitet werden (Verlosung!).

Aber nächste Woche wird gefeiert: Am 28. Mai veröffentlichen wir unser Charlie Bo E-Book. Wir freuen uns auf euch!

Mehr zu unserem Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier.


22. April 2015

FKK mit Troddeln und Glitzerlaune

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Am Tag unseres letzten Treffens für die gemeinsame Arbeit an der Filzkopfpuppenanleitung schneite es. Am 31. März, keine fünf Tage vor Ostern. Gut, dass ich meine champagnerfarbene Glitzerstrickjacke und die Lieblingskette mit den bunten Troddeln anhatte! Laura schloss sich spontan an und schlüpfte in ihre altrosa Funkelstiefeletten. So brachten wir auch diesen dunkelgrauen Tag in Berlin zum Strahlen (von diesen Tagen gab es in der Zeit, als wir die Fotos für das E-Book machten, wirklich genug).

Trotzdem doof, dass das Licht so schlecht war. Denn es war der Tag, auf den wir monatelang hingearbeitet und auf den wir uns wahnsinng gefreut hatten. Unsere Puppe saß endlich fertig gefilzt, genäht und eingekleidet vor uns, die Anleitungsbilder waren im Kasten, die Texte fix und fertig. Und wir beide standen mit unseren Kameras mit tiptop aufgeladenen Akkus bereit, um unser Goldstück von allen Seiten zu fotografieren.

Was gar nicht so einfach war. Denn sogar Lauras lichtdurchflutete Wohnung mit den großen Fenstern Richtung Süden war an diesem Tag alles andere als eine geeigneter Ort für so ein wichtiges Shooting.

Wir machten das Beste draus, nahmen die Sache mit Humor, mixten uns einen feurigen Smoothie und zogen dann geduldig von Raum zu Raum, verrückten Möbel, drapierten Stoffe, probierten unterschiedliches Licht, drückten alle möglichen Knöpfe an unseren Kameras, fluchten manchmal ein bisschen vor uns hin, knipsten im Liegen, im Stehen, übereinander, nebeneinander, untereinander und hatten richtig viel Spaß. Schöne und eher mittelprächtige, tolle und lustige Bilder sind dabei entstanden. Am Ende des Tages saßen wir völlig erschöpft, aber glücklich auf Lauras Couch und machten noch ein letztes Selbstportrait mit Filzkopfpuppe. Das zeige ich euch beim nächsten Mal.

Ende nächsten Monats wird veröffentlicht, mit etwas Glück vielleicht schon früher! Von Lauras und meiner Seite sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Jetzt liegt es in anderen Händen. Clara beendet gerade das Layout für die deutsche Version. Erin steckt in den letzten Zügen für die Übersetzung ins Englische. Nächste Woche beginne ich mit dem Lektorat und Clara setzt noch die englische Version. Parallel dazu bereite ich das Angebot des E-Books und möglicherweise einer passenden Materialpackung in unseren Webshops vor und arbeite an weiteren Blogartikeln rund um dieses Projekt.

Anfang Mai lüften wir dann das Geheimnis des Namens unserer Filzkopfpuppe, stellen sie euch ausführlich vor und geben weitere Einblicke in unsere Zusammenarbeit. Den Veröffentlichungstermin können wir euch dann sicher auch sagen.

Im Moment aber schnaufen Laura und ich erst mal durch, halten die Nase in die Berliner Frühlingssonne und sammeln Bärenkräfte für den weiteren Weg Richtung Veröffentlichung und Kurse im Sommer.

Weitere FKK-Berichte findet ihr hier.