7. Oktober 2015

PuppenMITmacherei 2015: Gestaltung von Gesicht, Haaren und Details

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Welcome back to the fourth meeting of the „Puppenmitmacherei“, a doll making initiative by Naturkinder and Mariengold! Today we complete our dolls and create the hair and the face and add some cute, little details. Below I share tips and tricks, answer some frequently asked questions and make a forecast on our next date in November. An online translator can be found here, more details about the initiative here. If you take part in the „Puppenmitmacherei“ and write about it on your blog, Instagram or Facebook, don’t forget to link your article at Naturkinder today. More power to you! Caro and I wish you great joy with your finishing touches.

Halbzeit bei der Puppenmitmacherei von Naturkinder und Mariengold! Drei von sechs Treffen liegen bereits hinter uns, die Puppen sind jetzt fertig genäht und warten auf ihren Lebenshauch.

Was nun folgt, ist der schönste Teil, denn mit den nächsten Arbeitsschritten erwachen die Puppen zu individuellen, kleinen Wesen mit einer ganz eigenen Persönlichkeit. Neugierig, wer da unter euren Händen entstehen möchte? Na dann los, wir haben viel vor!

Gesicht

Beginnen wir mit dem Gesicht. Dafür – und für die nächsten Arbeitsschritte bis zur Vollendung der Puppen – benötigen wir im Großen und Ganzen:

Garn zum Sticken von Augen und Mund
Schere
Stecknadeln
Nähnadeln in verschiedenen Stärken und Längen (auch Puppennadeln)
Ein Knäuel Puppenhaargarn
Starkes Nähgarn in der Farbe des Puppenhaargarns
Häkelnadel
Ein Stück festen Karton für den Zuschnitt der Haarsträhnen
Starkes Nähgarn in der Farbe des Puppentrikots
Roter Wachsmalstift

Bevor ich Augen und Mund sticke, markiere ich sie mit Stecknadeln. Verwendet am besten zwei gleichfarbige Nadeln für die Augen, möglichst in der gewünschten Farbe, und eine rote Nadel für den Mund. Dann bekommt ihr einen guten Eindruck von eurem Puppengesicht. Bevor ihr mit dem Sticken beginnt, probiert ein bisschen aus. Was ändert sich, wenn ihr die Augen weiter auseinandersetzt oder den Mund ein Stück näher an die Nase rückt? Schon wenige Millimeter machen einen Unterschied.

Zum Sticken der Gesichtsmerkmale verwende ich das Knopflochgarn von Gütermann (z. B. hier erhältlich). Was ich an dem Garn so mag? Es ist schön fest verzwirnt und gleitet gut durch den Stoff, ohne lästige Schlaufen zu bilden. Und es kommt in vielen verschiedenen Farben. Ihr könnt natürlich auch mit Sticktwist arbeiten. Dann empfehle ich euch, das Garn nicht als gesamten Strang, sondern nur zweifädig zu verwenden.

Jetzt kommen auch endlich die Puppennadeln zu Einsatz. Puppennadeln sind extralange Nähnadeln. Von der Firma Prym sind sie im Set mit Längen von 7 cm, 9 cm und 13 cm erhältlich (z. B. hier).

In meinen Puppennähkursen mache ich immer wieder die Erfahrung, dass die Frauen großen Respekt vor dem Sticken der Augen haben und sich nicht so recht an diesen Schritt herantrauen. Wenn es euch auch so geht, habe ich ein paar Tipps für euch:

Bevor ihr loslegt, nehmt ein kleines Stück Puppentrikot zur Hand und stickt ein paar Augen zur Probe. So bekommt ihr ein Gefühl für den Vorgang und könnt besser einschätzen, was auf euch zukommt. Als Lichtblick – das Sticken auf dem losen Stoff ist viel umständlicher als später auf dem Puppenkopf.

Rund, viereckig, oval, sternförmig, groß, klein, für die Gestalt der Augen gibt es viele Möglichkeiten. Probiert aus, was ihr schön findet und was euch leicht von der Hand geht. Wählt im Zweifel die einfachere Form. Das spart Nerven und Zeit und ist in der Regel gut genug. Setzt euch nicht mit zu viel Perfektionismus unter Druck. Denn der hindert euch nur an der Vollendung eurer Puppe.

Wenn euch das freihändige Sticken nicht so recht gelingen mag, zeichnet die Form der Augen mit einem weichen Bleistift vor und malt diese einfach mit dem Stickgarn aus. Dabei müsst ihr die aufgezeichneten Konturen mit einsticken, denn diese können später nicht wegradiert werden.

Führt den Stickfaden straff, damit er keine Schlaufen bildet, an denen die Kinder sich später zu schaffen machen können. Zieht ihn aber auch nicht zu fest an, sonst wird der Puppentrikot zusammengezogen und Augen und Mund werden zu schmal.

Wenn ihr die Augen geschafft habt – und das werdet ihr ganz sicher -, gelingt euch der Mund mit Leichtigkeit! Lächeln oder nicht? Das liegt ganz bei euch. Wenn ihr eher einen neutralen Gesichtsausdruck haben wollt, stickt einen dezenten, kleinen Mund. Ein Lächeln bekommt ihr, wenn ihr ein V stickt oder die gewünschte Form mit mehreren kleinen Stichen auf die Puppe bringt.

Und nicht verzagen, wenn der Mund nicht ganz gerade wird. Ein bisschen schräg wirkt er schön frech. Überhaupt gilt für das gesamte Gesicht: Eine gewisse Asymmetrie lässt die Puppen lebendig erscheinen.

Haare

Für das Puppenhaar verwende ich das Mohair-Garn für Puppenhaar von Wollknoll, manchmal auch das von DollyMo (hier und hier erhältlich). Grundsätzlich eignen sich alle häkelbaren Garne, von denen ich persönlich natürliche Fasern wie Schafwolle, Alpaka oder Angora am schönsten finde.

Zur Herstellung von Puppenhaar gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich mache es schon immer so: Aus dem Puppenhaargarn häkele ich ein Käppchen als Perückenbasis, in das nach dem Befestigen am Kopf Haarsträhnen in beliebiger Länge geknüpft werden.

Für den Zuschnitt der Haarsträhnen könnt ihr aus festem Karton eine Schablone herstellen, die ca. 10 cm breit und so lang ist, wie das Haar werden soll. Das Puppenhaargarn mehrfach um die Schablone wickeln und an einer Seite aufschneiden. So bekommt ihr schnell und einfach viele gleichlange Haarsträhnen und das Knüpfen kann beginnen.

Für den Anfang bestückt den Kopf nicht zu dicht mit Haarsträhnen (Abstand circa 1,5 cm). Das Mohairgarn hat viel Volumen und wird schnell sehr voll. Wählt Haarlänge und Frisur passend zum Alter und der Fingerfertigkeit des Kindes. Je jünger das Kind, desto pflegeleichter sollte das Puppenhaar sein. Dann sind ein kurzer Strubbelkopf oder zwei feste, geflochtene Seitenzöpfe empfehlenswert. Ältere Kinder freuen sich über lange, volle Mähnen zum Frisieren. Dann können es ruhig 100 Haarsträhnen sein.

Alternativen zu dieser Häkel-Knüpf-Technik ist Puppenhaar, das z. B. aus Teddyplüsch oder Tibetlammfell genäht oder aus Tressen von Tierlocken hergestellt wird. Ich selbst habe damit keine Erfahrung, im Internet findet ihr aber zahlreiche Tutorials.

Details

Zum Schluss können die Puppen noch mit süßen, kleinen Details verschönert werden. Ein paar Finessen am Körper gliedern die Puppe und machen großen und kleinen Kindern Freude. Aber sie können natürlich auch weggelassen werden.

Möglich ist alles. Da hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Puppen haben heute Nasen, Ohren, Bauchnabel, Pos, Augenbrauen, Sommersprossen, Grübchen an Knien und Ellbogen usw. Ob eure Puppe diese Merkmale bekommen soll, entscheidet ihr selbst. Folgt eurem Gefühl und macht kein Dogma daraus.

Zu meiner Mitzi passen ein Bauchnabel gut und rote Apfelbäckchen.

Ein Bauchnabel geht so: Mit einer Stecknadel markieren, mit starkem Nähgarn in der Farbe des Puppentrikots und kleinen Vorstichen einreihen, fest abbinden und Fäden vernähen.

Für das Wangenrot empfehle ich die Wachsmalkreide aus reinem Bienenwachs von Stockmar in der Farbe Karminrot mit der Nummer 01. Zum Färben die Wachskreide auf ein Stück Stoff oder ein Papiertaschentuch reiben und sanft kreisend auf die Wangen auftragen. Die Farbe ist nicht permanent und muss regelmäßig aufgefrischt werden. Alternativen sind Aquarellbuntstifte, Make-Up und Acrylfarbe. Mehr dazu hier.

Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß bei den letzten Gestaltungsschritten an eurer Puppe! Und denkt daran, eure Beiträge heute bei Naturkinder zu verlinken.

Fragen an Mariengold

Wie immer beantworte ich noch ein paar Fragen zum Thema.

Wie kann ich mehrfarbige Augen sticken?
Damit habe ich überhaupt keine Erfahrung. Vielleicht geht es gut, wenn ihr zwei, drei Farben als ein Stickfaden zusammen nehmt und mehrfädig stickt. Das gibt bestimmt eine schöne Melierung, vorausgesetzt die Farben sind Ton in Ton. (Wenn ich mich recht erinnere, gibt es solche mehrfarbigen Garne sogar zu kaufen.) Oder ihr stickt mehrere Farben nacheinander und malt die Augen quasi mit Stickgarn auf. Dann könntet ihr auch kleine Lichtpunkte setzen, was den Blick der Puppen wach und lebendig macht. So oder so empfehle ich euch, das Ganze vorher auf einem Stück Trikotstoff auszuprobieren.

Ich traue mir das Sticken der Augen überhaupt nicht zu. Gibt es dazu Alternativen? 
Ja, die gibt es. Ihr könnt es euch ganz leicht machen, indem ihr die Gesichtsmerksamle mit Aquarellbuntstiften aufmalt. Dann wirken sie ganz zart und durchscheinend, was ich gerade für kleine Kinder sehr, sehr schön finde. Die Buntstifte vorher auf einem Stück Puppentrikot testen, um zu sehen, wie die Farben auf dem Stoff herauskommen und mit welchem Druck gemalt werden muss. Mit abgerundeter Miene arbeiten. Buntstiftfarbe verblasst mit der Zeit und muss regelmäßig erneuert werden. Wenn ihr euch traut, könnt ihr die Augen und den Mund auch mit Acrylfarbe aufmalen, dann ist die Farbe permanent.

Wie kann ich meiner Puppe Sommersprossen machen? 
Das könnt ihr hier nachlesen. Die Sommersprossenstifte sind jetzt auch in meinen Shops bei Dawanda und Etsy erhältlich.

Was ist, wenn mein Kind irgendwann eine andere Puppenhaarfarbe wünscht?
Ganz einfach. Wenn ihr das Puppenhaar mit der Häkel-Knüpf-Technik angefertigt habt, könnt ihr die Perücke entfernen und durch eine neue in der Wunschfarbe ersetzen. Wenn das Haar länger werden soll, könnt ihr die Perücke ebenfalls austauschen oder nur die Haarsträhnen entfernen („entknüpfen“ geht nicht so gut, aber die Knüpfknoten können mit einer kleine Schere aufgeschnitten werden) und eine neue Frisur anfertigen.

Wie es weitergeht

Der nächste Termin für die Puppenmitmacherei ist Mittwoch, der 4. November. Dann eröffnen wir die Puppenkleiderschneiderei. Wer dafür noch Anleitungen und Schnittmuster braucht, wird hier fündig.

Weitere Fragen zu allen Themen der Puppenmitmacherei an hello@mariengold.net.

Mehr zu Puppenmitmacherei findet ihr hier.


5. Oktober 2015

Frühstück in Schwarz-Weiß

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So spontan wie dieses Mal haben wir noch nie ein Treffen zustande gebracht. Aber es war auch ein ganz besonderer Montag. Denn Anita war in Berlin.

Im Sommer hat sie sich einen Traum erfüllt und ist mit ihrer Familie auf einen alten Bauernhof aufs Land gezogen. 8Hände sind jetzt also nicht mehr nur in der Großstadt zu Hause, sondern haben auch einen Rückzugsort in der Natur. Natürlich malen wir uns schon jetzt ein gemeinsames Wochenende dort in den schönsten Farben aus! Aber bis es soweit ist, vergehen noch Herbst, Winter und Frühling und so lange treffen wir uns weiterhin in Berlin.

Dieses Mal waren wir in einem kleinen, feinen Café in Mitte, ganz in der Nähe des Fernsehturms, das Julia und ich zwei Wochen vorher entdeckt und für gut befunden hatten. Dort gibt es das beste Birchermüsli der Stadt und herrlichen Kaffee, von dem man gern noch eine weitere Tasse bestellt. Weil die Sonne es an diesem Montagmorgen so gut mit uns meinte (viel zu gut für unsere Wollpullover), war unser zweiter Gang aber eine erfrischende Rhabarberschorle.

Dazu gab es eine Puppenschau von Von Kowalke und Mariengold, wie immer der schönste Teil unserer Zusammenkünfte. Laura ist zur Zeit mehr als Friedel denn als Puppenmacherin unterwegs und Anita kommt erst einmal in aller Ruhe im neuen Nest an, so dass es von 1000 Rehe und Lilla Kirrivi gerade nichts Neues gibt. Macht aber nichts. Denn wir haben uns so oder so immer viel zu erzählen. Von Puppen und Kursen, Kundschaft und Kindern, Plänen und Wartezeiten, Momenten der Freude und Phasen des Zweifelns.

Wir vier zusammen, das ist ein großes Glück. Bevor wir 8Hände vor einem Jahr offiziell gründeten, hatte ich bereits ein ausführliches Konzept für ein solches Puppenkünstlerinnenkollektiv in der Schublade. Damals sprachen wir viel über die Ziele und Möglichkeiten unseres Vorhabens. Vier Frauen, viele verschiedene Ansichten, Wünsche und Hoffnungen. Und das Leben, in dem es immer wieder anders kommt als geplant.

Obwohl ich damals wahrscheinlich am beharrlichsten dran blieb an unserer Idee (und ich hatte wirklich große Pläne!), bin ich heute froh, dass wir nichts überstürzt und uns viel Zeit genommen haben, um als Gruppe zusammenzuwachsen und zu werden, was wirklich zu uns passt.

Heute sind 8Hände für mich vor allem inspirierend und eine riesengroße Freude. Es ist unser geschützter Raum, in dem wir ganz für uns und die Puppenmacherei sein, offen sprechen und uns gegenseitig in unseren kreativen Bemühungen unterstützen und ermutigen können. Wir frühstücken und lachen, reden und werkeln miteinander. That’s it. Nicht mehr und nicht weniger. Wohin die Reise mit den Puppen geht, was die Zukunft bringt – wir können es nicht sagen, aber wir haben uns und wir teilen einen Schatz. Und der ist so viel größer als meine Schublade. Danke euch dafür, ihr wunderbaren Frauen, Freundinnen und Puppenmacherinnen!

Die Schwarz-Weiß-Fotos sind übrigens von Anita. Sie selbst ist unheimlich scheu und kaum vor die Linse zu bekommen, aber sie macht sehr, sehr schöne Bilder. Mit Lilla Kirrivi ist sie jetzt auch bei Instagram. Unbedingt vorbeischauen!

Café Oliv, Münzstraße 8, 10178 Berlin

Mehr über 8Hände findet ihr hier.


15. September 2015

DIY: Puppenkörbchen

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Auf einmal waren sie da in der DIY-Blogosphäre: große Körbe, mittlere Körbe, kleine Körbe, Aufbewahrungskörbe, Korbtaschen, Schmuckschalen usw. Alles aus Seil genäht. Zwei Videos machten dazu die Runde, die wunderbar erklärten, wie es geht, DIY Rope Baskets von Elle Frost und How To Make Rope Baskets von Gemma Patford. Tatsächlich supereinfach!

Und so kam es, dass meine Tochter zu ihrem 11. Geburtstag den tollsten Papierkorb der Welt geschenkt bekam. (Den sie so toll findet, dass sie ihn nicht als solchen verwenden mag und ihn stattdessen umgedreht als kleines Tischchen nimmt.)

Für mich war die Sache damit eigentlich erledigt. Ausprobiert und gut. Bis ich auf die Idee kam, dass sich mit dieser Technik auch ganz einfach wunderschöne Puppenkörbchen herstellen lassen. Gesagt, getan und mit euch geteilt.

Ihr braucht

Geflochtenes Baumwollseil in der Stärke 5 mm (z. B. hier erhältlich, 100 Meter sind ausreichend für mehrere Körbchen)

Nähmaschinengarn (besonders schön wird’s zweifarbig: für mein Körbchen habe ich für den Boden und das untere Drittel helle Orchidee genommen, für den Rest Creme)

Nähmaschine

Maßband

Stecknadeln

Nähnadel

Schere

Und so geht’s

Je nach gewünschter Größe eures Puppenkörbchens nehmt ein 15 bis 20 cm langes Stück Seil doppelt und näht es mit der Nähmaschine im Zickzackstich mit Stichlänge 3 und Stichbreite 6 zusammen. Dann geht es spiralförmig weiter. Wenn der Boden groß genug ist, kippt das Stück um 90 Grad und näht weiter, bis die gewünschte Höhe des Körbchens erreicht ist. Markiert die Position der Henkel mit Stecknadeln und spart diese Teile in der nächsten Runde aus. Noch eine letzte Runde darüber nähen. Das Seil von der Kone abschneiden und das Ende mit einer kleinen Handnaht sauber am Rand fixieren.

Und dann ab ins Körbchen mit den Puppen. Viel Freude beim Einkuscheln und Herumtragen!

Weitere DIYs findet ihr hier.


9. September 2015

Fundstücke #6

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1 Puppen mit sich herumzuschleppen – Kinder lieben es! Eine Nähanleitung für eine schöne, einfach herzustellende Puppentrage gibt es von Kleine Lotta Hohenberg.

2 Eine der bekanntesten Puppen der Welt ist Ernie aus der Sesamstraße. Seit 2006 ist Martin Paas die Hand unter der Puppe. In der Nido erzählt er von seinem ungewöhnlichen Beruf.

3 Schon gewusst? Bei Youtube gibt es jede Menge Videos zur Puppenmacherei. In ihrer Playlist „Dolls“ sammelt Kukalka alle möglichen Clips zum Thema.

4 Über die Bedeutung des freien Spiels für Kinder schreibt Peter Emmendener in seinem Artikel „Nurturing The Playful Mind“. In einem Absatz geht es auch um das Spielen mit Puppen.

5 In ihrer Reihe „Doll Making Tips“ gibt Fabiola von Fig & Me Anfänger/innen Impulse zur Weiterentwicklung der eigenen Puppenmacherei. Bisher erschienen: „How To Create A Little Belly On Your Handmade Doll“, „Adding Shoulders To Your Pattern“ und „Achieving Sturdy Necks“.

6 Die Nähsets von Revoluzza habe ich euch schon einmal hier vorgestellt. Jetzt gibt es ein neues Set für einen Stoffhasen, der von der Malerin Frida Kahlo inspiriert wurde. Die Machart ist supersimpel: die Puppen sind bereits auf den Stoff gedruckt und müssen nur noch ausgeschnitten, zusammengenäht und mit Füllwatte gestopft werden.

7 Wefted Doll Hair ist seit einiger Zeit eine Riesenthema in der Stoffpuppenmacherei. Ich werde immer wieder gefragt, wie das geht. Ehrlich gesagt habe ich davon überhaupt keine Ahnung, denn für unser Filzkopfpuppenprojekt haben Laura und ich eine ganz eigene, andere Technik für natürliche, lockige Haarschöpfe entwickelt. Das Internet bietet aber eine Fülle an DIYs zur Herstellung von Puppenhaar aus Tressen, z. B. hier und hier.

Das Internet ist voller schöner Dinge und guter Ideen. Wenn ihr Vorschläge und Links für diese Reihe habt, schickt sie gern an hello@mariengold.net. Weitere Fundstücke findet ihr hier.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


2. September 2015

PuppenMITmacherei 2015: Herstellung von Kopf und Körper

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Welcome back to the third meeting of the „Puppenmitmacherei“, a doll making initiative by Naturkinder and Mariengold! Hopefully your summer is recreative and inspiring and you are ready for the next action. Today we have a great deal to do: at first we make the doll head. When this obstacle is overcome, we stuff the arms and legs and sew the doll together. Below I share tips and tricks, answer some frequently asked questions and make a forecast on our next date in October. An online translator can be found here, more details about the initiative here. If you take part in the „Puppenmitmacherei“ and write about it on your blog, Instagram or Facebook, don’t forget to link your article at Naturkinder today. Cheer up! Caro and I wish you great joy in making your doll today.

Willkommen zurück bei der Puppenmitmacherei von Naturkinder und Mariengold! Ich hoffe, ihr habt einen schönen Sommer und seid gestärkt und inspiriert und bereit für die nächsten Arbeitsschritte an eurer Puppe.

Bei unserem zweiten Treffen Anfang August haben wir unser Puppenstudio eingerichtet, Anleitung und Schnittmuster, Material und Arbeitsutensilien bereitgelegt und die Puppenteile mit der Nähmaschine genäht.

Heute gibt es richtig viel zu tun: wir nehmen die erste große Hürde und stellen den Puppenkopf her. Wenn das geschafft ist, stopfen wir die Arme, Beine und den Rumpf und nähen die Puppe zusammen. Seid ihr bereit? Kann’s losgehen?

Herstellung des Kopfes

Beginnen wir mit dem Kopf. Im Großen und Ganzen brauchen wir dafür folgende Materialien und Arbeitsutensilien:

Schurwolle am Vlies
Mullschlauch
Abbindegarn
Maßband
Häkelnadel Stärke 3 bis 4
Filznadel
Stecknadeln
Nähnadel
Schere
Den bereits genähten Kopfbezug

Mullschlauch kommt in verschiedenen Qualitäten. Wenn ihr wie ich mit eher dünnem Material arbeitet, nehmt ihn doppelt für mehr Stabilität. Mullschlauch gibt es z. B. bei Wollknoll. Die größte Auswahl und den besten Preis bekommt ihr in der Apotheke.

Zum Modellieren der Kopfform braucht ihr ein extrastarkes, reißfestes Garn. Ich nehme dafür das synthetische Abbindegarn von Wollknoll. Mit starkem Zwirn, sehr dünner Paketschnur oder gewachster Zahnseide geht es aber auch gut. Passt auf eure Hände auf! Das dünne Garn schnürt die Haut ein. Falls nötig, schaffen dünne Lederhandschuhe hier Abhilfe.

Zum Rollen des Kopfes und Stopfen der Arme, Beine und des Rumpfes empfehle ich euch Schafschurwolle am Vlies (z.B. hier erhältlich). Ich liebe dieses Material! Schurwolle ist natürlich, duftet herrlich, lässt sich filzen, ist schmutzabweisend und selbstreinigend und kann Wärme speichern. Besser geht’s nicht!

Zum Beziehen des Kopfes nehme ich den Schweizer Trikotstoff von Wollknoll in der leichten, gut dehnbaren Qualität mit einem glatten Maschenbild auf beiden Seiten. Dieser Stoff schmiegt sich gut an den Kopf und bringt die abgebundenen Formen wunderbar zur Geltung. Durch seine Weichheit ist er nicht ganz so robust wie die feste, weniger gut dehnbare Qualität für den den Rest des Körpers. Dieser kleine Unterschied macht sich im Puppenspielalltag aber kaum bemerkbar.

Eine wichtige Frage ist, wie fest die Kopfkugel, die Ausgangsform des Hauptes, eigentlich sein soll. Ist sie zu weich, wird auch der Kopf zu weich. Dann verliert er später schnell seine Form, wird z. B. platt, wenn das Kind häufig darauf liegt. Ist die Kugel wiederum zu hart, kann sie nicht gut modelliert werden und der Kopf bekommt nicht seine typische Form mit der Vertiefung auf Höhe der Augen, den runden Wangen und dem ausgeprägten Hinterkopf. Ein hilfreiches Bild ist das der reifen Pflaume, d. h. die Kopfkugel soll fest im Kern sein, beim Andrücken aber ein wenig nachgeben.

Keine Sorge, falls es euch nicht gelingt, die Kopfkugel richtig rund zu rollen! Mit der Filznadel könnt ihr anschließend eine schöne Form ausarbeiten und Unebenheiten glätten. Dafür mit der Filznadel an den nötigen Stellen mehrmals einstechen und die Kugel gleichmäßig formen. Auch hier gilt wieder: achtet auf eure Hände, denn Filznadeln sind sehr, sehr spitz und haben mehrere Widerhaken am Schaft!

Ein großes Problem von Stoffpuppen ist häufig, dass der Kopf mit der Zeit immer lockerer auf dem Körper sitzt und im schlimmsten Fall irgendwann nach vorne hängt. Ein trauriger Anblick! Was tun? Entscheidend ist, wieviel Wolle sich an der Verbindung zwischen Kopf und Körper befindet. Je mehr Wolle es dort gibt, desto fester und stabiler sitzt der Kopf später auf dem Körper. Macht den Hals – auch wenn er bei traditionellen Waldorfpuppen nicht sichtbar ist – also nicht zu dünn, sondern sorgt an dieser Stelle für ordentlich Substanz und Festigkeit.

Wenn die Kopfkugel gerollt, in Wolle gehüllt und mit Mullschlauch bezogen ist, geht es ans Modellieren. Das Wichtigste hierbei ist das Abbinden der sogenannten Augenlinie, die den Kopf horizontal in zwei Hälften teilt. Dadurch entsteht eine Vertiefung im Gesicht, auf der später die Augen sitzen. Nehmt das Garn für diesen Arbeitsschritt ruhig doppelt, denn es wird viel Zug auf diesen Faden gebracht, damit die Furche schön tief wird. Die Höhe der Augenlinie bestimmt ihr selbst. Sie kann auf der Mitte der Kopfkugel sitzen oder etwas darunter oder darüber. Je tiefer die Augenlinie sitzt, desto höher ist die Stirn und desto jünger wirkt die Pupppe (Stichwort „Kindchenschema“). Wenn ihr unsicher seid, markiert nach dem Abbinden die Augen und den Mund mit Stecknadeln und schaut, wie euch das Gesicht gefällt. Wenn ihr etwas ändern möchtet, löst die Augenlinie wieder und positioniert sie neu.

Nase oder nicht? Meine Puppen hatten in den ersten Jahren von Mariengold keine Nasen und jetzt möchte ich nicht mehr auf sie verzichten. Es gibt gute Argumente sowohl für als auch gegen Nasen. Dagegen spricht, dass erhöhte Körperteile schneller schmutzig und im schlimmsten Fall sogar löchrig werden. In der Waldorfpädagogik gibt es auch die Ansicht, dass Kinder keine Nasen an den Puppen brauchen, weil sie sich diese ja einfach vorstellen können. Wiederum bereiten Nasen Kindern eine Riesenfreude, denn man kann sie streicheln, putzen, küssen und das eigene Näschen daran reiben! Aus gestalterischer Sicht spricht für Nasen, dass sie das Gesicht strukturieren und ihm einen individuellen Touch geben. Die Nasen der Puppen meiner Freundin Julia von Von Kowalke z. B. sitzen sehr tief, was mittlerweile ein wichtiges Wiedererkennungsmerkmal ihre Goldstücke ist. Folgt in dieser Frage eurem Herzen und macht kein Dogma daraus!

Wenn der Kopf fertig modelliert ist, wird er mit Stoff bezogen. Über die Vorzüge von Puppentrikot in der leichten, gut dehnbaren Qualität habe ich oben schon geschrieben. Mir ist gerade noch ein weiterer Vorteil eingefallen: durch seine gute Dehnbarkeit macht dieser Stoff weniger bis überhaupt keine Falten am Hals. Dafür beim Anzeichnen des Kopfbezugs auf dem Stoff die Öffnung für den Hals möglichst schmal machen und das Ganze dann mit viel Geschick und Fingerkraft über den Kopf ziehen und sauber abbinden.

Stopfen der Teile und Zusammennähen der Puppe

Aus meinen Kursen weiß ich, was für eine große Herausforderung die Anfertigung des Kopfes ist und wie riesig die Erleichterung ist, wenn das geschafft ist, vor allem wenn man vorher noch nie eine Puppe genäht hat. Deshalb gönnt euch jetzt erst einmal eine schöne Pause, erholt und stärkt euch, bevor es mit dem Körper weitergeht.

Für die nächsten Arbeitsschritte brauchen wir:

Die genähten Puppenteile
Stopfwolle
Holzlöffel und Essstäbchen
Stecknadeln
Nähnadel
Nähgarn
Schere

Zum Stopfen der Puppenteile benutze ich Kochlöffel aus Melamin oder Holz. Zum Ausarbeiten feiner Formen wie die Daumen sind stabile Essstäbchen hilfreich.

Also Stoff für die Arme, Beine und den Rumpf verwende ich den Schweizer Trikotstoff von Wollknoll in der schweren, weniger gut dehnbaren Qualität mit einem glatten Maschenbild auf der rechten und einem krausen Maschenbild auf der linken Seite. Dieser Stoff ist sehr kräftig, widerstandsfähig, schmutzabweisend und gewährleistet eine lange Erhaltung der Puppe.

Stopft eure Puppe möglichst fest. Denn je fester eine Puppe gestopft ist, desto länger bleibt sie in Form. Meine Tipps: nicht zu kleine Wollstücken verwenden. Die Wolle mit der einen Hand und dem Kochlöffel kräftig in die Teile hineinschieben und mit der anderen Hand den Stoff straffziehen. Die Wolle nicht nur an einer Stelle, sondern feste von allen Seiten aus in die Teile hineindrücken. Und keine Angst, der Stoff ist robust und hält ordentlich was aus. Die Nylbondnähte sind absolut stabil. Ihr könnt also richtig Gas geben!

Festigkeit ist aber auch kein Muss. Manchmal will es einfach nicht gelingen oder ist gar nicht gewünscht. Ich mag z. B. auch sehr die eher locker gestopften Puppen meiner Freundin Laura von 1000 Rehe. Weichheit ist ja auch eine ganz bestimmte Qualität, die zu manch einem Kind vielleicht besser passt als das Harte, Feste.

Wenn die Teile gestopft sind, geht es an das Zusammennähen der Puppe. Ich empfehle euch dafür das Extra Stark No. 40 oder das Knopflochgarn von Gütermann (z. B. hier erhältlich), beides reißfeste Garne aus Polyester für stark beanspruchte Nähte. Mit Nylbond geht es auch, wobei mir dieses Garn für diesen Zweck zu glatt und rutschig ist. Falls ihr nur mit natürlichen Materialien arbeiten möchtet, tut es natürlich auch ein Baumwollgarn.

Euer Stich für die Handnähte: der Matratzenstich, auch Blindstich, Leiterstich oder Zaubernaht genannt. Zaubernaht tritt es sehr gut, denn dieser Stich macht ganz saubere Nähte, bei denen der Faden nicht sichtbar ist. Der Matratzenstich wird daher für alle Nähte außen an der Puppe verwendet. Tutorials dazu findet ihr in Handarbeitsbüchern oder im Internet.

Ich wünsche euch guten Mut, geschickte Hände und einen langem Atem bei der Herstellung von Kopf und Körper eurer Puppe! Und denkt daran, eure Beiträge heute bei Naturkinder zu verlinken. Dort verlost Caro auch das wunderbare Buch „Lulu & Pip“, das ich Ende Juli hier auf meinem Blog ausführlich besprochen habe. Alle Teilnehmerinnen unseres dritten Online-Dates zur Puppenmitmacherein sind herzlich dazu eingeladen!

Fragen an Mariengold

Nach diesem langen Text sind hoffentlich nicht mehr allzu viele Fragen offen. Hier beantworte ich jetzt noch drei spezielle Anliegen zum Thema Kopf und Körper, die besonders häufig vorkommen.

Meine Puppe soll einen Hals bekommen. Wie mache ich das am besten?
Dafür gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Eine sehr einfache ist, den Unterteil des klassischen Puppenkopfes, den Karin Neuschütz in ihrem Buch „Die Waldorfpuppe“ als Halswulst bezeichnet, nicht vollständig in den Rumpf einzunähen, sondern einen Teil davon als Hals herausschauen zu lassen. Diese Technik erklären Laura und ich ausführlich in unserem Charlie Bo E-Book.

Wie erreiche ich gut bewegliche Arme und Beine für meine Puppe?
So eine Schlenkerpuppe bekommt ihr, wenn ihr die Arme und Beine nicht vollständig stopft, sondern genug Luft (ich sage mal 3 cm) für das Einnähen der Glieder in den Rumpf lasst. Je weniger Wolle sich an den Gelenken befindet, desto beweglicher sind die Arme und die Beine. Die Puppe mag dann an diesen Stellen vielleicht nicht besonders schön aussehen, weil sie an den Gelenken ziemlich dünn ist, aber dafür schlenkern die Arme und Beine ganz toll und diese Körperteile sind ja meistens auch bekleidet.

Mein Kind hat eine Allergie gegen Schafwolle./Ich möchte eine vegane Puppe herstellen. Welches Material kannst du empfehlen?
In der Regel sind beim Puppenmachen die einzigen Materialien, die Schafwolle enthalten bzw. tierischen Ursprungs sind, die Füllwolle und das Puppenhaargarn. Beides kann ersetzt werden. Für die Herstellung des Kopfes und zum Stopfen der Puppe könnt ihr auf Baumwolle, Kapok oder andere pflanzliche oder snythetische Fasern ausweichen. Allerdings kommen diese Materialien nicht im Vlies, sondern eher in Flocken, so dass sie nur bedingt zum Rollen der Kopfkugel geeignet sind. Dann müsst ihr mit anderen Techniken experimentieren. Als Alternative für Puppenhaar aus tierischen Fasern wie Schurwolle und Mohair fällt mir nur Baumwollgarn und synthetisches Garn ein. Am besten sucht ihr im Internet nach veganen Puppenmacherinnen und holt euch Rat. Mir fehlt da einfach die Erfahrung. In meinen acht Jahren als Puppengestalterin habe ich nur ein einziges Mal eine Bestellung für eine vegane Puppe erhalten. (Nach wie vor sehe ich ganz viel Potenzial in dem Thema und einen Zukunftsmarkt für die Puppenmacherei – nicht für mich, aber vielleicht für Frauen, die gerade mit dieser Arbeit beginnen und ihre Nische suchen. Aber das ist ein anderes Thema.)

Wie es weitergeht

Der nächste Termin für die Puppenmitmacherei ist Mittwoch, der 7. Oktober. Wenn der Termin heute die Pflicht ist, kommt im Oktober die Kür! Denn dann gestalten wir Gesicht, Haare und Details wie Bauchnabel, Popo, Ohren und worauf immer ihr Lust habt. Mit diesen Merkmalen werden wir die Persönlichkeit unserer Puppen wunderbar herausarbeiten. Das wird toll!

Weitere Fragen zu allen Themen der Puppenmitmacherei an hello@mariengold.net.

Mehr zu Puppenmitmacherei findet ihr hier.