4. November 2015

PuppenMITmacherei 2015: Anfertigung der Kleidung (und ein DIY)

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Welcome back to the fifth and next to last meeting of the „Puppenmitmacherei“, a doll making initiative by Naturkinder and Mariengold! The dolls are now completed and ready to be dressed. Time to play with fabrics and yarns! Below I share tips and tricks, answer some frequently asked questions and make a forecast on our last date in December. An online translator can be found here, more details about the initiative here. If you take part in the „Puppenmitmacherei“ and write about it on your blog, Instagram or Facebook, don’t forget to link your article at Naturkinder. Caro and I wish you great joy in making your doll outfits today.

Herzlich Willkommen beim fünften und vorletzten Treffen der Puppenmitmacherei von Naturkinder und Mariengold! Bei unserem letzten Online-Date haben wir letzte Hand an die Puppen gelegt und sie fix und fertig vollendet. Sie blicken nun mit wachen Augen in die Welt und haben sicher schon wilde Küsse, Liebesbekundungen und vielleicht auch einen Namen bekommen.

Was jetzt noch fehlt, ist die Kleidung. Neben der Gestaltung der letzten Details an der Puppe selbst, ist auch das Einkleidung ein Lieblingspart bei der Puppenherstellung. Zeit also zum Spielen mit Stoffen und Garnen! Let’s go.

Kleidung für Puppen

Die Herstellung von Puppenkleidung macht riesigen Spaß. Man kann dabei so richtig eintauchen in Farben, Muster und Materialien und seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Dafür muss man gar nicht besonders gut nähen, stricken oder häkeln können. Für den Anfang reichen ganz einfache Projekte wie eine weite Hose mit Gummizug, ein Shirt aus dem alten Lieblingsbody, von dem ihr euch nicht trennen könnt, ein simpler Rock oder ein improvisiertes Kleid aus einem Knallerstoff. Schaut mal, wie die Kleidung eurer Kinder genäht ist. Traut euch, die Schnittmuster direkt von Hand auf den Stoff zu zeichnen. Vertraut euch. Perfektion ist jetzt nicht gefragt.

Wenn ihr nicht nähen, aber dafür stricken könnt, auch gut. Dann hüllt ihr eure Puppe von oben bis unten in Maschen. Und wenn euch das alles so gar nicht liegt, findet sich in der Familie vielleicht eine Oma, die leidenschaftlich gern mit ihren Händen arbeitet und Lust hat, eine ganze Puppengarderobe anzufertigen. Oder ihr schaut euch auf Flohmärkten und in Spielzeugläden um.

Sicher werdet ihr bald feststellen, dass Puppenkleidung sich sehr gut eignet, um alle möglichen Handarbeitstechniken zu lernen. Die Projekte sind relativ klein und gehen schnell von der Hand, sie verzeihen Fehler und Unregelmäßigkeiten und finden meist begeisterte und dankbare kleine Abnehmer, egal ob das Ergebnis in euren Augen besonders schön ist.

Natürlich könnt ihr auch mit Vorlagen von erfahrenen Puppenmacherinnen arbeiten. Die Mariengold E-Books zur Herstellung von Puppenkleidung findet ihr hier. Sie beinhalten zahlreiche Projekte zum Nähen, Stricken und Häkeln, Schritt-für-Schritt-Erklärungen mit vielen Bildern und ausführlichen Beschreibungen sowie Schnittmuster für zwei Puppengrößen. Damit könnt ihr gleich loslegen und gelangt – so das Feedback meiner Kundinnen – ganz leicht zu schönen Ergebnissen.

Puppenkleidung könnt ihr aus allen möglichen Stoffen und Garnen herstellen. Für Kinder am besten geeignet sind natürliche Fasern wie Baumwolle, Leinen, Schurwolle usw. Ihr könnt auch die abgelegte Kleidung eurer Kinder verwenden und Lieblingsstücken ein zweites Leben schenken. Weiches Material lässt sich gut an- und ausziehen, schmeichelt der Kinderhaut und fällt schön an den Puppen. Einfache und weite Schnitte, elastisches Gummiband und leicht gängige Verschlüsse kommen kleinen Händen entgegen. Harmonische Farben tun Augen und Seele gut.

Kleidung hält Puppen nicht nur warm und schön, sondern sie ist auch eine wunderbare Möglichkeit, ihre Persönlichkeit herauszuarbeiten, die individuellen Vorstellungen eurer Kinder umzusetzen oder gleich mit ihnen gemeinsam zu werkeln. Kinder gehen da mit ganz viel Freude, Kreativität und Improvisationtalent heran und zaubern aus dem, was gerade da ist, das, was sie sich wünschen. So wird aus dem cremefarbenen Seidentuch ein Hochzeitskleid, aus dem Lieblingshaargummi mit den Kirschen ein fescher Gürtel und aus dem Blümchentaschentuch der lang ersehnte Minirock.

Ihr spürt es bestimmt jetzt schon: Eine selbst gemachte Puppe ist ein echtes Herzensding, vielleicht das schönste Geschenk, das ihr euren Kindern machen könnt. Ein Kleiderschatz, der mit der Zeit durch viele emsige und kreative Hände wächst, hält dieses Geschenk jahrelang lebendig.

DIY für kuschelige Wärme

Für die kalte Jahreszeit habe ich noch ein einfaches Projekt zum Selbermachen für eure Puppen, nämlich gestricktes Tuch aus Mohairgarn à la Tibi, das um die Schultern, als Schal oder Kopftuch getragen werden kann.

Ihr braucht

1 Knäuel Mohairgarn (z. B. Soft Kid von GGH)

Rundstricknadeln der Stärke 3 bis 4

Schere und Vernähnadel

Und so geht’s

5 Maschen anschlagen und eine Reihe rechts stricken. Das gesamte Tuch wird kraus rechts, also nur mit rechten Maschen gestrickt. In der nächsten und allen folgenden Reihen jeweils nach der ersten und vor der letzten Masche eine Masche rechts verschränkt zunehmen. Weiterstricken, bis das Tuch die gewünschte Länge erreicht hat. Für eine Puppe von 30 cm ist eine Länge von circa 35 cm empfehlenswert, für eine größere Puppe von 40 cm sind es circa 45 cm. Nach der letzten Reihe die Maschen abketten, den Faden abschneiden und durch die letzte Masche ziehen. Fäden vernähen.

Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß und gutes Gelingen bei der Puppenkleiderschneiderei! Und denkt daran, eure Beiträge heute bei Naturkinder zu verlinken.

Fragen an Mariengold

Wie immer beantworte ich noch ein paar Fragen zum Thema.

Kann ich mit deinen Anleitungen auch Kleidung für Puppen machen, die nicht nach Mariengold Designs hergestellt wurden?
Na klar! Die Entwürfe passen auch anderen Puppen mit ähnlichen Maßen und können leicht für andere Puppengrößen angepasst werden, indem die Schnitte für die genähte Kleidung mit Hilfe eines Kopierers vergrößert oder verkleinert werden bzw. die Maße für die Strickkleidung umgerechnet werden.

Welche Läden in Berlin kannst du für Stoffe und Garne empfehlen?
Berlin ist eine große Stadt und es gibt viele tolle Läden für kreative Menschen. Ich kenne bei weitem nicht alle, werde aber oft in diesen fündig:

Wollen Berlin in der Gärtnerstraße 32
Siebenblau in der Pappelallee 86
Loops in der Wörther Sraße 19
Frieda Hain in der Gärtnerstraße 10
Frau Tulpe in der Veteranenstraße 19
Fadeninsel in der Oranienstraße 23

Mit welcher Nähmaschine arbeitest du?
Ich nähe mit einer Brother Inno-vis 10 Anniversary. Ich habe auch eine Overlock-Nähmaschine, eine Bernina 700D. Mit der geht alles ein bisschen schneller und einfacher, denn sie näht und versäubert in einem Schritt. Aber so eine Maschine braucht ihr nicht unebdingt für die Puppenkleiderschneiderei. Eine einfache Haushaltsnähmaschine ist völlig ausreichend. Ich habe auch schon von Frauen gehört, die Puppenkleidung komplett von Hand nähen. Apropos Versäubern, als professionelle Puppenmacherin mache ich das natürlich. Wenn ihr für eure Kinder näht und der Stoff nicht allzu sehr ausfranst, könnt ihr diesen Arbeitsschritt einfach weglassen.

Maschenproben sind mir ein Graus. Müssen die unbedingt sein?
Wenn ihr mit einer Anleitung arbeitet, sind Maschenproben hilfreich, um auf die nötigen Maße und letztlich zu einem Kleidungsstück zu kommen, das eurer Puppe wirklich passt. Gerade wenn ihr noch lernt, tut ihr euch mit diesem Arbeitsschritt einen Riesengefallen. Ihr könnt aber auch einfach drauf losnadeln. Je erfahrener ihr im Stricken seid, desto freier könnt ihr arbeiten.

Wie es weitergeht

Der nächste Termin für die Puppenmitmacherei ist Mittwoch, der 2. Dezember. Dann findet das Finale statt und die Puppen haben ihren großen Auftritt! Caro und ich freuen uns riesig und können es kaum erwarten die ganze Puppenschar unserer Aktion in ihrer vollen Pracht zu sehen.

Weitere Fragen zu allen Themen der Puppenmitmacherei an hello@mariengold.net.

Mehr zu Puppenmitmacherei findet ihr hier.


2. November 2015

Fundstücke #7

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1 Junikate erzählt, wie sie ihre Puppen fotografiert und verrät hilfreiche Tipps und Tricks für ihre „Puppografie“. Passend zum Thema gibt es auch ein DIY für eine kleine Puppenknipse.

2 Für unser Filzkopfpuppenprojekt haben Laura und ich uns dieses Jahr viel mit der Herstellung von Puppenköpfen mit der Filznadel beschäftigt. Die Faszination dieser Technik zeigt auch dieser Einblick in die Arbeit von Mon Petit Frère.

3 Blogger für Flüchtlinge ist eine Initiative zur Unterstützung der geflüchteten Menschen in Deutschland. Revoluzza hat sich dafür ein Projekt namens MATCHBOXPEOPLE ausgedacht. Hier erklärt sie ausführlich, wie man selbst einen Workshop für geflüchtete Kindern mit den MATCHBOXPEOPLE-Figuren und Streichholzschachtel-Häusern veranstalten kann und liefert auch alle Vorlagen.

4 In ihrem Artikel „Self-doubt as a creative, always room for improvement“ schreibt Fabiola von Fig & Me über Selbstzweifel als Motor für den kreativen Prozess. Habe ich sehr gern gelesen.

5 Bei Puppenschuh Wagner gibt es schöne handgemachte Lederschuhe für Puppen.

6 Fröken Skicklig zeigt in ihrem Tutorial, wie sich aus Mohairgarn in drei verschiedenen Farbtönen ganz natürliches Puppenhaar herstellen lässt.

7 Wer sind eigentlich die Gesichter hinter den Puppen? Bei Pinterest gibt es schöne Pinnwände mit Portraits von Puppenmacherinnen, z. B. hier und hier.

Das Internet ist voller schöner Dinge und guter Ideen. Wenn ihr Vorschläge und Links für diese Reihe habt, schickt sie gern an hello@mariengold.net. Weitere Fundstücke findet ihr hier.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


21. Oktober 2015

Interview: „Ich wollte einfach selbst bestimmen, was ich mache.“

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Meine Puppennähkurse sind echte Wundertüten. Ich freue mich immer wahnsinnig auf die Frauen, bin neugierig, was für Geschichten sie mitbringen und mit was für Puppen sie nach Hause gehen. Und manchmal nehmen die Frauen noch viel mehr mit als ein Spielzeug für ihr Kind. Dann wirkt so ein Kurs wie kreativer Zunder für das ganze Leben.

So geschehen im Mai 2014 bei Kathrin, einer gelernten Spielzeuggestalterin aus Stuttgart, die ich euch letztes Jahr schon in einem Interview vorgestellt habe. Seitdem hat sich viel bei ihr verändert.

Im September gab es ein freudiges Wiedersehen in Lauras und meinem Filzkopfkurs hier in Berlin. Danach hat sie mir wieder ein paar Fragen für meinen Blog beantwortet.

Liebe Kathrin, seit unserer ersten Begegnung im Frühling 2014 ist viel bei dir passiert. Im Schnelldurchlauf: was hat sich beruflich bei dir getan?  
Liebe Maria, das ist wahr. Schon während des Kurses bei dir reifte in mir die Erkenntnis, dass ich für mich etwas ändern muss. Zu Hause angekommen, habe ich allen vorgeschwärmt, was dieser Kurs in mir bewegt hat. Nach langen Gesprächen mit meinem Mann, meiner Familie und Freunden entschied ich mich, zu Ende des Jahres zu kündigen, meine Festanstellung aufzugeben und mich als Puppenmacherin selbständig zu machen. Das tat ich dann auch im Sommer, so dass die Firma, bei der ich arbeitete, genug Zeit hatte, Ersatz für mich zu finden. Ich habe dann dort noch im Schnelldurchlauf eine neue Kollektion entwickelt, die Ende des Jahres in den Handel kommt. Dabei war ich so gelassen und entspannt, wie ich es die letzten Jahre nicht war. Dadurch ist eine schöne letzte Kollektion entstanden, die sehr gut ankommt. Ende des Jahres habe ich dann mein Gewerbe als Puppenmacherin angemeldet, bevor es in der Firma in die letzte Runde ging.

Was waren die wichtigsten Gründe, deine Festanstellung aufzugeben und dich als Puppenmacherin selbständig zu machen? Welche Hoffnungen und Wünsche waren damit verbunden?
Ich wollte einfach selbst bestimmen, was ich mache, ohne Vorgaben, die man als fest angestellte Designerin nun mal bekommt. Natürlich gab es nie exakte Vorgaben zur Entwicklung meiner Produkte und das Unternehmen war immer offen für neue Ideen, aber am Ende des Entwicklungsprozesses stand oft ein Produkt, das nicht mehr 100 % meins war. Produktionsbedingte Änderungen und vor allem die Mitsprache verschiedener Abteilungen waren Punkte, die mir mehr und mehr zu schaffen machten.

Wie geht es dir jetzt als professionelle Puppenmacherin mit einem eigenen kleinen Label? Was macht dir am meisten Freude? Was ist die größte Herausforderung? Was musst du noch lernen?
Jetzt geht es mir deutlich besser! Ich mache das, was mir Spaß macht. Ich mache Puppen, die man liebhaben kann, individuell für jedes Kind, und bin gerade dabei, das Thema Puppe weiterzuspinnen. Ich habe gemerkt, dass auch Schulkinder Puppen lieben, die aber andere Bedingungen erfüllen müssen. Meine Tochter brachte mich durch eine Barbie auf die Idee, in diese Richtung zu denken. Dieses Projekt ist mir eine Herzensangelegenheit und macht mir im Moment die allergrößte Freude. Natürlich kämpfe ich auch mit Herausforderungen. Den ganzen Prozess zu verwalten von Werbung,  Homepage, Blog über Bürokram, CE-Zeichen bis hin zum Nähen, Ausstopfen und Entwickeln, ist nicht immer leicht unter einen Hut zu bekommen. Zumal ich manchmal gerade dann, wenn ich einen Lauf habe, mit was auch immer „gestört“ werde, weil mit drei Kindern ja immer auch noch irgendwas anderes läuft. Hier muss ich dringend noch lernen, Prioritäten zu setzen, ein Ende zu finden, meinen Perfektionismus abzulegen und gelassener zu werden. Ich muss einfach aufhören, Dinge perfektionieren zu wollen und neue Ideen erst mal aufschreiben und nicht gleich nachgehen. Außerdem muss ich mit mir und meiner Arbeit mehr Geduld haben und mir überall ausreichend Zeit einräumen, besonders für Dinge, die mir nicht so leicht von der Hand gehen. Und ich muss meinen Zeitplan so aufstellen, dass genug Zeit für meine Familie bleibt, ohne das Gefühl des rennenden Hamsters im Rad.

Was hast du in deiner langjährigen Tätigkeit als Produktgestalterin bei verschiedenen Spielzeugherstellern gelernt? Wovon profitierst du jetzt? Und vermisst du auch etwas?
Ich habe gelernt, dass man sich manchmal durch Aufgaben durchbeißen muss, auch wenn sie einem nicht immer zusagen. Jedes Produkt muss reifen und mit dem Reifeprozess gewinnt man für sich selbst wichtige Erfahrungen, positive wie negative. Eurch meine Arbeit bei zwei großen deutschen Spielwarenherstellern plus dem Grundbaustein meines Studiums bin ich zu der geworden, die ich bin. Ich weiß, dass es im Laufe des Jahres immer wieder Spitzen gibt, wo viel zu tun ist, wo man ranklotzen muss und die Arbeit nicht immer Spaß macht. Aber dafür kommen dann wieder ruhigere Zeiten, wo man mehr Ruhe und Muse hat. Was ich im Moment noch sehr vermisse ist der ständige Austausch mit Kolleg/innen, den ich bisher hatte. Ich treffe mich zwar einmal im Monat mit einer anderen Puppenmacherin aus Stuttgart, aber das ist etwas anderes, als sich wöchentlich zu sehen und dazwischen zu telefonieren. Außerdem habe ich noch keine klare Trennung von Beruf und Privatem, was an meinem fehlenden Zeitmanagement liegt. Daran arbeite ich. Was ich im Moment auch vermisse, ist das monatliche Gehalt, das nicht mehr kommt. Ich verdiene zwar schon Geld, aber noch nicht regelmäßig, was sich manchmal komisch anfühlt, da ich bisher finanziell unabhängig war.

Kannst du schon ein bisschen Bilanz ziehen aus deinem ersten Jahr in Selbständigkeit? Wie zufrieden bist du mit deiner Arbeit in wirtschaftlichen Hinsicht?
Die Bilanz ist auf jeden Fall positiv. Meine Arbeit macht mir Spaß. Wirtschaftlich gesehen hatte ich keine Vorstellung, was in diesem Jahr passieren wird. Ich bin erstaunt, wie viel es doch schon ist, auch in Form von Umsatz. Ich habe einen Puppenkurs gegeben und werde noch einen weiteren in diesem Jahr machen. Ich habe Puppen verkauft und Aufträge für Weihnachten vorliegen. Im Moment habe ich genau so viel zu tun, wie ich gut schaffen kann, und das passt prima für mich. Ich bin schließlich in der Startphase, das heißt, dass ich mich noch finden muss.

Was würdest du heute, wo du selbst ein Label für Puppenmacherei hast, Menschen empfehlen, die sich mit dieser Arbeit selbständig machen möchten?
Habt Geduld mit euch, perfektioniert euch nicht und habt Spaß am Puppenmachen und Weiterentwickeln eurer Ideen! Denn die Freude, die in euch steckt, steckt dann auch in euren Puppen. Alles ist möglich, wenn ihr es wollt.

Was wünschst du dir für deine berufliche Zukunft und für dein Label?
Aus dem Bauch gesagt, wünschte ich, die Tage wären länger und die Stunden würden langsamer vergehen, damit ich alle Ideen, die mir so durch den Kopf schwirren, in die Tat umsetzen kann. Überlegt mit Kopf und Verstand, wünsche ich mir Geduld, Kraft und Gelassenheit, meine Ideen zu sortieren, um dann die umzusetzen, die ich auch wirklich schaffe. Eine Mischung aus diesen Punkten würde mich glücklich machen. Vor allem soll genug Zeit für meine Familie und für mich bleiben. Meine Kinder werden gerade so schnell groß und ich genieße es, dass sie mich noch brauchen. Viel zu schnell wird der Tag kommen, an dem sie mich nicht mehr brauchen, weil sie „selber groß“ sind.

Vielen Dank, liebe Kathrin, für deine Antworten. Ich wünsche dir alles Liebe und ganz viel Freude und Erfolg mit Blaumarie!

Kathrins Internetseite findet ihr hier.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


19. Oktober 2015

Bücher: „Spielzeit“ von Merrilee Liddiard

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Auf Fine Little Day ist einfach Verlass. Seit vielen Jahren gehört das Label der schwedischen Designerin Elisabeth Duncker für mich zum Schönsten und Inspirierendsten im Internet. Als Elisabeth im Sommer auf ihrem Blog ein Kreativ-Buch für Familien vorstellte, hatte ich sofort Herzchen in den Augen und freute mich riesig, dass es auch auf Deutsch erhältlich war.

Es handelt sich dabei um „Spielzeit. 25 Phantasievolle Projekte zum Spielen und Gestalten“ von Marrilee Liddiard vom Mer Mag Blog, einer echten Fundgrube für Ideen zum kreativen Spielen. In dem Buch stellt die Autorin, Künstlerin und Mutter von drei Kindern, eine Sammlung ihrer selbstgemachten Lieblingsspielsachen vor. Spielen ist eine Kunst, so ihr Credo, und dazu schreibt sie im Vorwort:

(…) und wie in meiner Kindheit fahndete ich wieder nach leeren Schachteln, Flaschendeckeln und anderen Kleinigkeiten, die sich kreativ verwenden ließen. So konnte ich sehr direkt erleben, wie wichtig kreatives Spiel für kleine Menschen ist. Es fördert ihre Fähigkeit, Probleme zu lösen, stärkt ihr Selbstvertrauen, löst Anspannung und kann noch viel mehr leisten.

Kreatives Spielen ist eine Bereicherung für das Familienleben. Kinder lieben es, etwas aus sich selbst heraus zu erschaffen, zu basteln, zu werkeln, sich zu verkleiden, etwas ganz nach ihren eigenen Vorstellungen anzufertigen oder ganz banale Alltagsdinge zweckzuentfremden. Dazu brauchen sie nicht viel mehr als einen einladend eingerichteten Bastelplatz, der ihre Fantasie beflügelt, und Erwachsene oder ältere Geschwister, die ihnen zur Hand gehen, wenn sie ein bisschen Hilfe brauchen.

Eine der eindrucksvollsten Beobachtungen, die ich bei meinem eigenen Kind gemacht habe, war, dass ihr Spielen nicht erst mit der Verwendung des sogenannten Spielzeugs begann, sondern schon viel früher. Das Basteln, die Vorbereitung der Spielsituation, die Einrichtung der Umgebung, die Erschaffung eines bestimmten Settings, all das sind spielerische, kreative Momente. Dabei wird ganz bewusst gestaltet und das macht Spielen zu einer Kunst und zu Arbeit im schönsten Sinne.

In ihrem Buch läd die Autorin dazu ein, für und mit Kindern zusammen in schöpferische Welten einzutauchen. Da gibt es Spielereien mit Papier, tolle Verkleidungen, Spielsachen, Ideen für kleine Künstler und kreatives Recycling. Meine Lieblingsprojekte sind die Keksschachtel-Laster, die Gesichter-Anhänger aus Holz, die Mappe für Kinderkunst und natürlich die Trapez-Akrobatin, die einzige Puppe im Buch, die auch auf dem Cover abgebildet ist und die wahrscheinlich der wichtigste Grund für meine Verliebtheit ist.

Was ich an dem Buch so mag: die Ideen sind zwar nicht neu, aber überraschend anders und mit einem gewissen Twist umgesetzt, die Projekte sind vielseitig und auch ohne viel Erfahrung, große Umstände und vor allem Kosten realisierbar, die Anleitungen sind kurz und knackig und mit hilfreichen Illustrationen, sämtliche Vorlagen und Schnittmuster werden mitgeliefert, das Layout ist frisch, modern und fröhlich gestaltet und macht einfach gute Laune und richtig Lust zum Loslegen.

Wie immer verlose ich mein Rezensionsexemplar, das der Christophorus Verlag mir freundlicherweise zugeschickt hat. Wenn ihr das Buch gewinnen möchtet, schreibt bis Dienstag Nacht ein E-Mail an hello@mariengold.net. Viel Glück!

Merrilee Liddiard: Spielzeit, Christophorus Verlag, ISBN: 9783838835730 , 14,99 Euro.

(Die Gewinnerin des Buches ist Karina.)

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


14. Oktober 2015

Herzchenangelegenheit

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Design Management hat mich schon während meines Studiums der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin wahnsinnig interessiert. Vielleicht weil es meinem Sinn für Schönes und meinem Bedürfnis nach Struktur und Klarheit gleichermaßen entgegenkommt.

Während meiner studentischen Mitarbeit in der Design Agentur MetaDesign habe ich außerhalb der Uni Design Management von der Pike auf gelernt und zehre noch immer von den Erfahrungen und dem Wissensschatz aus dieser Zeit. Das heißt nicht, dass ich ein Profi bin, aber das Thema Corporate Design ging mir mit Mariengold immer leicht von der Hand und macht mir viel Freude.

Was ist Corporate Design?

Corporate Design, das ist das Erscheinungsbild eines Unternehmens oder einer Organisation. Es ist ein Teilbereich der Corporate Identity, der Unternehmenspersönlichkeit, die durch eine langfristige Strategie konsistenten Handelns, Kommunizierens und visuellen Auftretens entsteht. Ziel ist die Prägung eines wiedererkennbaren, die Selbsteinschätzung vermittelnden Erscheinungsbildes in der Öffentlichkeit. In diesem Prozess spiegelt das Corporate Design die Unternehmsidentität nach außen und sorgt für Ganzheitlichkeit, also die Übereinstimmung von Selbstbild und Fremdbild.

Das klingt erst einmal ziemlich theoretisch, ist aber ein grundlegendes und spannendes Thema für jedes Unternehmen, auch für Menschen, die in viel kleinerem Rahmen mit ihrer Herzenssache beruflich selbständig sind. Denn es vermag die Seele eines Projektes über das Visuelle nach außen zu tragen, was neben einem guten Produkt oder einer guten Dienstleistung ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist. Ein ganzheitliches Corporate Design ist auch ein Zeichen von Professionalität.

Aber noch einmal zurück zur Definition: Corporate Design ist die einheitliche Gestaltung aller Kommunikationsmittel und Produkte eines Unternehmens oder einer Organisation. Dazu gehört alles, was die visuelle Erscheinung ausmacht, also Firmenzeichen, Geschäftspapiere, Werbemittel, Verpackung, manchmal auch Klänge, Architektur und Arbeitskleidung.

Das Herz des Ganzen ist das Logo. Ein gutes Logo macht aber noch kein komplettes grafisches Erscheinungsbild. Dafür braucht es noch mehr, nämlich Typografie, Farben, Formate und Bilder, also Gestaltungsrichtlinien, die in einem sogenannten Corporate-Design-Manual festgehalten werden. Sie bilden die Grundlage für jede Gestaltung und sind ein wichtiges Arbeitsmittel für alle daran beteiligten Mitarbeiter des Unternehmens oder externe Dienstleister wie eine Werbeagentur oder ein Designbüro.

Corporate Design bei Mariengold

Bei Mariengold ist das meine Grafik-Designerin Clara, die seit einigen Jahren für das visuelle Erscheinungsbild zuständig ist. Sie hat – in enger Zusammenarbeit mit mir – das Logo und die Gestaltungsrichtlinien entwickelt und wendet diese auf alle Kommunikationsmittel (Internetseite, Flyer, Geschäftspapiere, Kursaushänge) und Produkte (Blog, E-Books) von Mariengold an.

Dadurch ist mit der Zeit ein einzigartiges, prägnantes und wiedererkennbares Corporate Design entstanden, das in Einklang mit dem Selbstverständnis und den Werten meines Labels steht und die Essenz von Mariengold hoffentlich glaubwürdig nach außen vermittelt.

Wichtige Stichworte für Claras Gestaltungsarbeit sind Herzverbundenheit, Offenheit, Leichtigkeit, Frische und Humor. Deshalb das handgezeichnete Herzchen im Logo. Hellrosa, Weiß und Pink als Farben. Und spielerische Collagen. Um ein paar Beispiele zu nennen.

Es geht aber nicht nur um Wiedererkennbarkeit und Konsistenz, sondern die Herausforderung besteht auch darin, immer wieder lebendig und modern zu wirken. Das geschieht durch kleine, manchmal minimale Veränderungen, die an neuen Kommunikationsmitteln und Produkten ausprobiert und dann vielleicht langfristig übernommen werden. Auch wenn dabei Zeitgeschmack und Trends eine Rolle spielen können, ist es wichtig, dass das Corporate Design weiterhin der Unternehmensstrategie und nicht einer Mode folgt.

Anregungen für euch

Wenn ihr gerade dabei seid, euch selbständig zu machen und ein Corporate Design für euer Projekt zu entwickeln, sind die folgenden Anregungen vielleicht hilfreich für euch:

Die wichtigste Frage zu Beginn ist die, wofür euer ihr mit eurer Geschäftsidee steht. Wie lautet euer Selbstverständnis? Welchen Sinn macht eure Arbei für euch? Was sind eure Werte? Welcher Vision folgt ihr? Es geht dabei um das Herz und die Essenz eures Vorhabens.

Nehmt euch Zeit für diese Überlegungen. Macht euch Notizen und destilliert am Ende die wichtigsten Stichworte heraus. Sie bilden die Grundlage für euer Corporate Design.

Als nächstes geht es um das Praktische. Welche Ziele verfolgt ihr? Welche Zielgruppe soll das Design ansprechen? Und was soll eigentlich gemacht werden? Ein Logo? Eine Internetseite? Ein Flyer? Oder das Komplettprogramm? Welches Budget steht euch zur Verfügung? Schreibt die wichtigsten Informationen auf und ergänzt sie um eure Stichworte von oben.

Ihr könnt auch Inspiration von anderen Unternehmen sammeln. Vielleicht gibt es Corporate Designs, die ihr besonders gelungen findet? Studiert auch die Erscheinungsbilder eurer Konkurrenz. Wie könnt ihr euch davon abgrenzen? Aber schaut nicht zu sehr nach links und recht, manchmal verstellt das den Blick auf die eigenen Ideen.

Wenn ihr schon erste Ansätze für die Gestaltung habt, z. B. ein Symbol oder eine Farbe, notiert auch diese.

Das alles zusammen ergibt euer Briefing, also die Aufgabenstellung für den Designprozess. Je besser das Briefing, desto besser das Ergebnis. Jetzt kann es losgehen.

Wenn ihr nicht selbst vom Fach seid, empfehle ich euch die Zusammenarbeit mit beruflichen Grafik-Designer/innen. Ja, ein professionelles Corporate Design kostet Geld, je nach Umfang sogar viel Geld. Aber so eine Investition zahlt sich langfristig aus und sorgt für einen guten Start in euer Business.

Wenn ihr euch keinen Profi leisten könnt, hört euch im Freundes- und Bekanntenkreis um. Vielleicht findet ihr da jemanden für euer Anliegen. Oder ihr nehmt Kontakt zu einer Hochschule mit Fachrichtung Kommunikationsdesign auf. Studenten arbeiten oft für weniger Geld, sie sind am Puls der Zeit und möchten Erfahrungen sammeln. So ähnlich habe ich es 2008 gemacht. Da hat Joy von Wurzelfrau die erste Internetseite für Mariengold gestaltet. Auch sie stand damals am Anfang, wollte sich gern ausprobieren und hat nur einen verhältnismäßig kleinen Preis genommen.

Vielleicht habt ihr aber auch Lust (oder es bleibt euch nichts anderes übrig) und ihr macht es ganz allein. Meine Freundin Anita hat so ein Selfmade Corporate Design für ihr Label Lilla Kirrivi gestaltet und es wirkt hochwertig und stimmig. Natürlich kostet dieser Weg mehr Zeit und sicher auch mehr Nerven, aber ihr könnt dabei viel lernen und seid unabhängig.

Wenn euer Corporate Design dann steht, bleibt an dem Thema dran. Stellt euch regelmäßig die Frage, ob es zeitgemäß ist, sprich ob ihr euch und eure unternehmerische Vision noch damit identifiziert. Wahrscheinlich braucht es irgendwann eine Erfrischung oder gar eine komplette Überarbeitung. Schließlich verändert ihr euch und damit auch euer Label sich mit der Zeit und diesen Wandel darf auch euer Corporate Design spiegeln.

Und vergesst die Freude nicht! Das Erscheinungsbild eures Business‘ ist eine wunderbare Möglichkeit, euer tiefstes Herzensanliegen nach außen zu tragen. Das ist eine große Chance und ein großes Glück und dieses Glück wird auch den Erfolg anziehen.

Ich wünsche euch alles Gute auf dem Weg!