18. Juli 2016

In die Puppen (große Pläne für 2017)

DSC03635

DSC03639

DSC03599

DSC03601

DSC03592

DSC03871

DSC03855

DSC03640

DSC03857

DSC03864

DSC03865

Outside

DSC03888

In den letzten Wochen waren Laura und ich in den schönsten Ecken Brandenburgs unterwegs auf der Suche nach einem Ort für unser neues gemeinsames Projekt.

Seit eineinhalb Jahren arbeiten wir zwei Berliner Puppenmacherinnen jetzt zusammen, haben gemeinsam die Filzkopfpuppe Charlie Bo ins Leben gerufen, ein Anleitungsbuch für diese Puppe geschrieben und einen Kurs dazu gestartet, der im September in die vierte Runde geht. Laura und ich, das geht gut. Wir sind ein Dreamteam und ergänzen uns ganz wunderbar. Jetzt wollen wir gemeinsam weitergehen, etwas Neues wagen.

Dafür haben wir uns auf den Weg gemacht, in die Uckermark und in den Hohen Fläming, haben unsere Köpfe in neue Räume gesteckt, Menschen mit spannenden Visionen getroffen, alte Bäume gestreichelt, in Zirkuswagen gelugt, Katzen gezählt, göttliche Holunderbrause in wildromantischen Gärten gesüffelt, sonnenwarme Früchte genascht, Betten ausprobiert, in Kochtöpfe geschaut, geträumt und gesponnen, Pläne geschmiedet und in Vorfreude geschwelgt.

Was wir vorhaben? Wir wollen mit euch raus aufs Land für ein mehrtägiges Puppenmacherei-Retreat unter dem Motto „Werkeln & Wohlfühlen“. Nächstes Jahr im Juni soll es soweit sein. Die Details erfahrt ihr im Oktober, dann geht es auch los mit den Anmeldungen.

Wenn ihr schon jetzt Lust habt, dabei zu sein, schreibt ganz unverbindlich an hello@mariengold.net. Dann erfahrt ihr die Neuigkeiten als erste.

Laura und ich freuen uns wie verrückt auf die Zeit mit euch und den Puppen!

Mehr zu unserem gemeinsamen Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier. In unserem letzten Kurs in diesem Jahr am 24. September ist noch genau ein Platz frei. Details dazu hier, Anmeldungen an hello@mariengold.net.


13. Juli 2016

DIY: Ringelbandeau

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

SONY DSC

Nach einer Anleitung für das beliebte Ringelbandeau der Mariengold Puppen bin ich schon zig Mal gefragt worden. Es steht auch schon seit Monaten auf meinem Zettel, aber ich habe mich bisher gedrückt. Es gibt da nämlich einen Arbeitsschritt, sozusagen den entscheidenden Handgriff oder das kleine große Kunststück, das aus einem einfachen Stück Stoff einen feinen, zur Runde geschlossenen Schlauch macht.

Dafür die richtigen Worte zu finden, kam mir irre schwer vor. Genauso gern wollte ich die sprachliche Nuss aber auch knacken und stellte mich letzte Woche schließlich unerschrocken der Herausforderung.

Wie erwartet habe ich länger als sonst mit den Worten jongliert, aber das soll euch nicht entmutigen, im Gegenteil: Einmal verstanden, wie es geht, und mit ein bisschen Übung ist so ein Bandeau ganz fix genäht und sieht tipp topp aus als Haarband, Rundschal, Zopfgummi, Bustier, Ohrenwärmer, Minirock oder was auch immer euch und den Kindern dazu einfällt.

Ihr braucht

Baumwolljersey in fester und zugleich elastischer Qualität (die schönsten Ringel gibt es bei Frau Tulpe)

Nähgarn

Nähmaschine

Schere

Nähnadel

Und so geht’s

Aus dem Stoff ein Rechteck zuschneiden. Die Breite entspricht dem Kopfumfang eurer Puppe minus 2 cm, damit das Bandeau später schön fest sitzt. Die Länge nach Wunsch wählen und mal zwei nehmen, da der Stoff hier doppelt liegt. Bei mir ergibt das die Maße 30 cm x 15 cm für eine 40 cm große Puppe mit einem Kopfumfang von 32 cm.

Die kurzen Seiten rechts auf rechts mit der Nähmaschine zur Runde schließen. Und jetzt kommt der Zauberkniff: Das Teil so in die Hände nehmen, dass Daumen und Zeigefinger jeweils links und rechts die Naht fassen. Die anderen Finger nach innen bewegen und dadurch den Stoff in der Mitte zusammendrücken. Die beiden Daumen-Zeigefinger zusammenführen, so dass die Naht rechts auf rechts aufeinandertrifft, quasi um den restlichen Stoff herum. Das Knäuel unter die Nähmaschine legen und die langen Seiten Stück für Stück zusammennähen, indem die Kanten immer wieder rechts auf rechts aufeinandergelegt werden. Da entsteht allmählich ein Schlauch. Die Naht 2 bis 3 cm vor Ende der Runde stoppen, das Teil auf die rechte Seite drehen und die Öffnung von Hand im Matratzenstich schließen.

Am besten näht ihr gleich noch ein Bandeau in einer anderen Farbe, eins für die kleine Schwester, eins für den nächsten Kindergeburtstag, eins aus Samt mit eingearbeitetem Gummi in Gedenken an die 90er Jahre usw. Ich wünsche euch viel Freude dabei!

Weitere DIYs findet ihr hier, meine E-Books für Anleitungen und Schnittmuster für weitere Puppenkleidung hier und hier.


11. Juli 2016

Romantische Zuversicht (ein Wochenende unter Puppenmacherinnen)

DSC03794

IMG_4991

DSC03670

DSC03725

DSC03849

DSC03852

DSC03730

8haende021

8haende027

DSC03807

DSC03748

DSC03823

DSC03804

DSC03766

DSC03768

8haende011

DSC03686

DSC03687

DSC03843

Was haben wir uns gefreut auf unser lang geplantes Wochenende auf dem Land, auf ganz viel Zeit miteinander und für das Handwerk unserer Herzen, die Puppenmacherei. Anfang Juli besuchten Julia von von Kowalke, Laura von 1000 Rehe und ich die Vierte in unserem Bunde, Anita von Lilla Kirrivi, in ihrem neuen Zuhause. Zusammen sind wir 8Hände, ein Puppenmacherinnenkollektiv aus Berlin, das sich seit 2013 regelmäßig zum Austausch und Werkeln trifft.

Seit Anitas Umzug vor einem Jahr war es ruhig geworden um unsere Gruppe. Auf einmal fehlten zwei Hände. Gleichzeitig entstand eine neue Idee für unser Miteinander, eine jährliche, kreative Auszeit auf dem Land, in der wir uns nur den Puppen widmen würden – was für herrliche Aussichten!

Herzklopfen auf dem Weg in die Oberlausitz. Einmal sprach Laura hinterm Steuer von „romantischer Zuversicht“, in welchem Kontext, weiß ich nicht mehr, aber ich liebe ihre Wortkreationen und nahm diese als Überschrift mit in unser Wochenende.

Wir hatten eine wunderbare Zeit miteinander: Wiedersehensfreude im Garten mit frischen Blumen und zweierlei Kuchen, großes Hallo unter den mitgereisten Puppen, ein Haus voller Geschichte und Geschichten in einem Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint, Schatzsuche auf dem Dachboden, ein tschetschenischer Abend mit fantastischen Manti und Frauen aus der Gegend und von viel weiter her, Ferienlagerstimmung zur Nacht, Schlafen in Lieblingsbettwäsche aus altem Leinen, Kirschenernte, eine kleine Herde Schafe hinterm Haus, Anitas Gastfreundschaft und immer wieder köstliche Speisen und Labsal für Bauch und Seele, Abendbrot bei Kerzenschein, Weißweingespräche, Kätzchen-Talk und Vorfreude mit Linda, Flohmarktbesuch in Oppach, vertraute Landschaften (meine alte Heimat), Kopflüften bei Nieselregen, mitternächtliches Mitfiebern beim Elfmeterschießen und natürlich großes Puppennähglück und viel Plaudern und Lachen, leuchtenden Augen und frohen Herzen.

Bald sind es 10 Jahre für mich mit den Puppen und Mariengold. Laura kenne sogar noch länger, Julia und Anita auch schon einige Jahre. Uns hat immer mehr als die Puppen verbunden, aber es sind vor allem sie, die 8Hände zusammenhalten. Sie sind für uns der schönste Grund, uns zu begleiten, auszutauschen und miteinander zu sein.

In den letzten Jahren haben wir vier verschiedenste Erfahrungen gesammelt, gute, aufregende, doofe, traurige, erstaunliche, ermutigende, beglückende, bedrückende. Wenn ich an 8Hände denke, rührt es mich jedes Mal sehr, mitzuerleben, wie jede ihr Bestes gibt, sich mit ihrem Wirken als Puppenmacherin im Leben einzurichten. Jede von uns geht ihren ganz eigenen Weg. Spannend und schön, das mitzuverfolgen und selbst ein kleiner Teil davon sein zu dürfen. Dafür bin ich sehr dankbar. Zuweilen machen wir uns den Rücken krumm für Familie, Alltag und Arbeit und stöhnen und motzen in der Rush-Hour des Lebens unter den Anforderungen und Ansprüchen, die wir selbst an uns richten. Wunsch und Wirklichkeit liegen manchmal weit auseinander, manchmal auch nicht. Ein paar Illusionen über das Leben als Puppenmacherinnen haben wir alle bereits losgelassen. Unsanfte Landungen auf dem Hosenboden und Tränen gab es auch schon (zumindest bei mir). Grübeln über die Zukunft, finanzielle Unsicherheit, ein bisschen Bammel vor dem Alter sowieso. Und doch sind wir von ganzem Herzen dabei. Weil wir Puppen lieben und mit Puppenmacherei leben möchten. Trotz allem. Das war für mich an unserem Wochenende die romantische Zuversicht, mit der Laura die gemeinsame Zeit eröffnete. Und diesen Gedanken nehme ich mit.

Zusammen geht vieles leichter. Freude wird vervielfacht, Sorgen werden geteilt. So einfach ist das. 8Hände möchte ich nicht missen. Sommerliche Stippvisiten auf dem Land mit Puppen/macherei von jetzt an auch nicht mehr.

Mehr von 8Hände findet ihr hier.