29. September 2021

Puppenliebe-Labels: Wie ihr sie in Kulla einnäht (und ein Sonderpreis für euch)

Auf ein Produkt, das ich dieses Jahr gelauncht habe, bin ich ganz besonders stolz: die Puppenliebe-Labels.

Die Idee hatte ich zum ersten Mal im Jahr 2011, als mit der Novellierung der EU-Spielzeugrichtlinie auch Kleinstmanufakturen (wie ich eine bin) gesetzlich dazu verpflichtet wurden, ihre Produkte, die sie gewerblich in Umlauf bringen, entsprechend bestimmter Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen herzustellen und mit einem CE-Zeichen zu versehen. Oft dachte ich, wenn ich dieses CE-Zeichen in meine Puppen einnähte, dass sich daraus doch etwas machen lassen müsste. Etwas, das nichts mit Normen und Regularien, sondern mit Herz und Freude am Puppenmachen zu tun hätte. Zehn Jahre später war es soweit und die Puppenliebe-Labels erblickten das Licht der Welt.

Die Puppenliebe-Labels sind ein Set aus 14 verschiedenen Textiletiketten mit liebevollen kleinen Botschaften zum Einnähen in eure selbstgemachten Puppen*. Hier ein paar Beispiele: „Handmade, heartfelt“, „Von Kopf bis Fuß von ♡ und Hand“, „Mein ♡ auf zwei Beinchen“, „Ready to love“, „So klein und schon Liebe“. Eins der Label ist unbedruckt und kann mit einem wasserfesten Fineliner selbst beschrieben werden. So könnt ihr eure Puppen noch individueller und persönlicher gestalten und ihnen und damit auch den Menschen, für ihr sie macht, eure Liebe und Wertschätzung mitgeben. Eine Anleitung zum Einnähen der Labels in die Mariengold Modelle wird natürlich mitgeliefert.

Damit ihr euch das Ganze noch besser vorstellen könnt, zeige ich es euch hier anhand von zwei kleinen Kulla Püppchen, die ich für Zwillingsmädchen genäht habe, die gerade in unserem Freundeskreis geboren wurden, und für die ich die Motive „Little big love“ und „Small as a bug, warm as a hug“ ausgesucht habe.

Ihr braucht

Euer Lieblingsmotiv aus den Puppenliebe-Labels

Material und Anleitung für eure Kulla

Nähmaschinengarn (am besten Zwibond von Gütermann für extrastabile Nähte)

Eine feine Stickschere

Und so geht’s

Ganz wichtig vorab: Die Labels sind so gestaltet, dass sie in die rechte Seite der Puppe (wenn ihr sie von vorne anschaut) eingenäht werden. Nur so erscheint das Motiv auf der richtigen Seite.

Die Puppenteile, speziell den Overall von Kulla wie in der Anleitung beschrieben nähen und ausschneiden.

An der rechten Seitennaht die Stelle markieren, an der das Label eingenäht werden soll. Die Naht dort mit einer feinen Stickschere vorsichtig aufschneiden und die losen Fäden des Nähgarns entfernen.

Das Label an der offenen Stelle zwischen die Stoffe der Vorder- und Rückseite legen und zwar mit der geschlossenen Seite nach innen und dem Motiv nach unten. Darauf achten, das Label tief genug in den Overall zu schieben, damit die Naht nicht über das Motiv läuft.

Mit der Nähmaschine die Öffnung großzügig schließen und dabei das Label einnähen.

Das Teil auf die rechte Seite drehen und weiter verfahren wie in der Anleitung beschrieben.

Die Puppenliebe-Labels sowie Anleitung und Material für die Kulla Puppe sind meinem Shop oder per eMail an hello@mariengold.net erhältlich.

Bis Ende des Jahres gibt es das 14-teilige Set zum Sonderpreis von 20 statt 25 Euro.

Viel Freude beim Werkeln mit den Labels voller Liebe für eure Puppen!

* An dieser Stelle möchte ich ausdrücklich betonen, dass so ein Puppenliebe-Label natürlich kein Ersatz für das CE-Zeichen ist, das eure Puppen tragen müssen, wenn ihr sie zum Verkauf anbietet. Wenn dieses Thema für euch relevant ist, empfehle ich euch das superhilfreiche CE-Handbuch von Maike Cölle.


27. September 2021

12erinnerungsstücke2021: Juli, August, September

Als ich Anfang des Jahres die Kiste mit meinen Mariengold-Erinnerungsstücken öffnete, war ich schier überwältigt von der Fülle, die sich mittlerweile angesammelt hat. Eigentlich bin ich überhaupt keine Sammlerin und sortiere in allen Bereichen regelmäßig aus, was ich nicht mehr brauche. Nur diese Kiste bleibt seit 15 Jahren unangetastet. Da lagern viele schöne Schätze und Andenken, die es eigentlich verdient hätten, mal ans Licht geholt zu werden.

So kam mir die Idee für #12erinnerungssstücke2021, eine Aktion, bei der ich jeden Monat diesen Jahres ein Erinnerungsstück von meiner Reise mit Puppen/machen auf meinem Instagram-Account teile. Hier auf dem Blog fasse vier Mal drei Monate zusammen:

Erinnerungsstück 7/12: Auf den Bildern das bin ich, als kleines Mädchen mit fünf oder sechs Jahren und als junge Frau mit Anfang 20, kurz bevor ich selbst ein Kind bekam. Diese beiden Kinder waren und sind mein wichtigstes Warum, die größte Inspiration und der stärkste Herzschlag auf meinem Weg mit den Puppen. Mein Lieblingsdetail ist der winzige, für euch wahrscheinlich nicht erkennbare Goldstern, den ich der kleinen Maria auf die Stirn geklebt habe. Damals wusste ich noch nicht, was dieser Punkt zwischen den Augen zu bedeuten hat. Aber von dem Moment an, wo ich ihm mehr und mehr erlaubte, mich zu führen, war es gut, war es Gold.

Erinnerungsstück 8/12: „Liebe Maria, das Geschenk an unsere Kinder, dein wunderbarer Puppenkurs, war so groß, dass unser Geschenk nur ein Sinnbild unserer Dankbarkeit sein kann. Sei ganz herzlich gegrüßt im Namen aller Eltern und den Puppennähern.“ Von den über 100 Kursen, die ich in den letzten 14 Jahren gegeben habe, ist mir der mit Mädchen und Jungen der 6. Klasse einer Berliner Waldorfschule vor sechs Jahren ganz besonders in Erinnerung geblieben. Das war so ungefähr der lustigste, lauteste, wildeste, lebendigste und anstrengendste Kurs, den ich bisher erlebt habe. Obwohl ich die Arbeit mit den Kindern geliebt habe und mich diese Erfahrung besonders berührt hat, wusste ich danach, dass ich besser als Kursleiterin für Erwachsene tauge und hatte einen Riesenrespekt für alle Lehrerinnen und Lehrer. 

Erinnerungsstück 9/12: Vor ca. zehn Jahren stieß ich in dem Buch „Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estés auf das russische Märchen „Vasalisa, die Weise“. Darin geht es um ein Mädchen, das von seiner Stiefmutter und deren Töchtern gequält und schließlich fortgeschickt wird. Erst in der Einsamkeit des Waldes besinnt sie sich auf ihre innere Stimme und lernt, Verantwortung für sich zu übernehmen. Die innere Stimme kommt in dem Märchen als kleines Püppchen daher, das Vasalisa vor dem Tod der Mutter von ihr geschenkt bekommen hat und seitdem in ihrer Schürzentasche trägt. Diese Symbolik hat mich damals so stark angesprochen, dass ich das Märchen unbedingt einsprechen wollte. Zwei Bekannte halfen mir bei der Aufnahme und Produktion und im Dezember 2012 veröffentlichte ich es, von mir gelesen und mit wunderschöner Musik untermalt, auf meinem Blog (wo es mittlerweile nicht mehr verfügbar ist). Den nächsten großen Auftritt hatte es 2017 bei der ersten Ausgabe der Landpartie, dem Puppennäh-Workshop meiner Freundin Laura von 1000 Rehe und mir. Wir spielten es an einem Abend ab, während die Frauen Haarkäppchen für ihre Puppen häkelten. Im Raum war eine magische Stimmung, vielleicht war es das erste Mal seit Jahren, das ihnen (und nicht ihren Kindern) ein Märchen vorgelesen wurde. Tränen der Rührung bei der ein oder anderen, nachdem der letzte Ton verklungen war, und auch Lauras und meine Augen glänzten feucht. Ich glaube, es ist dieser Satz von Vasalisa, der einen als Puppenmacherin und Puppennähverliebte direkt ins Herz geht und nicht mehr loslässt: „Wenn ich meine Puppe nur berühren kann und weiß, dass sie bei mir ist, geht es mir schon ein wenig besser.“

Ihr seid übrigens herzlich eingeladen, euch der Aktion jederzeit mit dem Hashtag #12erinnerungsstücke2021 anzuschließen. Dabei könnt ihr euch auf ein bestimmtes Thema beziehen (so wie ich auf das Puppenmachen) oder Monat für Monat frei entscheiden. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dabei seid und eure liebsten Erinnerungsstücke teilt!


23. September 2021

Podcast-Episode #01: Was sind „echte Puppen“?

Ganz herzlichen Dank für die vielen Downloads und Rückmeldungen letzte Woche auf unseren Teaser! Heute ist nun wirklich Premiere und wir freuen uns sehr, dass unser langgehegtes Projektbaby jetzt endlich in die Welt hinausgeht.

In der ersten Episode unseres funkelnagelneuen Podcasts „Echte Puppen“ stellen wir uns und unsere gemeinsame Geschichte ausführlich vor und erzählen, was für uns echte Puppen sind und warum wir unserem Podcast diesen Namen gegeben haben.

Meine Freundin Laura von 1000 Rehe und ich sind seit 16 Jahren befreundet und kennen uns schon unser ganzes professionelles Puppenmacherinnenleben lang. In dieser Episode hört ihr, wer wir sind, wie wir zum Puppenmachen gekommen sind, wie wir uns kennengelernt haben und warum wir so gern zusammenarbeiten.

Unser neuestes gemeinsames Projekt ist dieser Podcast, „Echte Puppen“. Was es mit diesem Namen auf sich hat, was für uns „echte Puppen“ sind und warum wir unseren Podcast so genannt haben, erfahrt ihr natürlich auch.

Ihr findet unseren Podcast auf Spotify und bei Apple Podcasts. Folgt uns dort und verpasst keine neue Episode!

Oder ihr hört uns direkt hier, indem ihr auf den Player unten klickt.

Dieser Podcast ist für euch. Deshalb freuen wir uns jederzeit über Feedback, Themenwünsche und Fragen.

Für Dezember ist bereits die erste Community-Folge geplant, in der wir eure Fragen rund um Puppen/machen beantworten werden. Schreibt uns also schon jetzt zahlreich an hello@mariengold.net oder 1000rehe@gmx.de!

Weitere Episoden findet ihr hier.


17. September 2021

Anouk für den Sofortkauf

Anouk ist 40 cm groß und hat aprikosenfarbene Haut, rotbraunes Haar und hellbraune Augen.

Sie trägt ein goldgelbes Nicky-Kleid, ziegelrote Hosen, graugrüne Schuhe, ein rosa Seidentüchlein und eine Mütze im Farbverlauf Pink, Puder, Gelb.

Falls ihr euch fragt, warum Anouk ein bisschen anders aussieht als meine Puppen sonst: Sie hat ausnahmsweise keinen Hals und einen klitzekleinen Mund (wie in meinen Anfängen) in der Farbe Rostrot, die ich hier zum ersten Mal verwendet habe. Entstanden ist in meiner wunderbaren Puppennähwoche bei Wollknoll.

Die Puppe ist für 205 Euro in meinem Etsy-Shop oder via eMail an hello@mariengold.net direkt bei mir erhältlich, dann beträgt der Preis 5 Euro weniger. Weitere Puppen für den Sofortkauf, sofern gerade vorrätig, findet ihr hier, mein Portfolio hier und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen hier.

Eine Puppe wie diese könnt ihr mit meineneBooks zur Herstellung von Puppen und Puppenkleidern auch selbst herstellen. Mehr dazu hier. Die eBooks sind in meinem Etsy-Shop erhältlich.

Puppenbestellungen an hello@mariengold.net. Preise und Details hier.

Mariengold Puppen werden von Hand mit großer Aufmerksamkeit und viel Liebe aus natürlichen Materialien und nach eigenen Entwürfen hergestellt. Sie haben einen kleinen Hals (die Babys jedoch nicht), einen einfachen Po, sehr gut bewegliche Arme und Beine, ein kleines Näschen und einen Bauchnabel, manchmal auch Ohren und Grübchen an Ellenbogen und Knien. Das Haar ist aus einer gehäkelten Perücke aus Mohair-Schurwoll-Garn mit eingeknüpften Haarsträhnen. Die Körperteile sind aus hochwertigem Schweizer Trikotstoff mit einem besonders reißfestem Garn genäht und sehr, sehr fest mit Schafwolle gestopft. Das Gesicht ist sorgfältig aufgestickt und die Wangen sind mit roter Bienenwachskreide eingefärbt. Die Kleidung ist aus Stoffen und Garnen aus Naturfasern. Puppen und Kleidung können von Hand mit lauwarmem Wasser und einem milden Waschmittel gereinigt werden.


16. September 2021

Ganz neu für euch: Puppen/machen zum Hören

Ich freue mich riesig, heute ein großes Geheimnis lüften zu dürfen! Meine Freundin Laura von 1000 Rehe und ich haben nämlich wieder etwas ausgetüftelt, ein neues Lieblingsprojekt, in dem unsere beiden Herzen schlagen. Bei all der Freude und Aufregung war es gar nicht so leicht, das so lange für uns zu behalten. Heute ist endlich soweit und die ganze Welt darf wissen, dass wir jetzt – Trommelwirbel – einen Podcast machen!

Falls ihr Podcasts noch nicht kennt: Es handelt sich dabei um eine Sammlung von einzelnen Audio-Beiträgen, sogenannten Episoden, die im Internet heruntergeladen oder durch einen RSS-Feed abonniert werden können. In unserem Fall also: Puppen/machen zum Hören.

In unserem Podcast mit dem Namen „Echte Puppen“ geht es um die großen Fragen, die unserer Erfahrung nach jeden Menschen bewegen, der sich mit Puppen und Puppenmachen beschäftigt und darin eine große Liebe findet: Was ist es eigentlich, das Puppen haben, das uns so tief berührt? Welche Möglichkeiten stecken in Puppen, sich selbst und seiner Seele zu begegnen? Was machen Puppen mit Erwachsenen? Oder kurz: Was ist das Geheimnis der Puppen? Wir sprechen über Themen, die uns mit den Puppen interessieren, was wir auf unserer Reise mit den Puppen gelernt haben und was uns nach all den Jahren immer noch ein Rätsel ist.

Offiziell los geht es nächsten Donnerstag, den 23. September. Aber schon heute könnt ihr in unseren Teaser reinhören und euch auf die erste einstündige Episode nächste Woche vorfreuen.

Ihr findet unseren Podcast auf Spotify und bei Apple Podcasts. Folgt uns dort und verpasst keine neue Episode!

Ihr könnt uns aber immer auch direkt hier auf dem Blog hören, wo ich jede neue Episode ankündigen und zum Abspielen verlinken werde.

Dieser Podcast ist für euch. Deshalb freuen wir uns jederzeit über Feedback, Themenwünsche und Fragen.

Für Dezember ist bereits die erste Community-Folge geplant, in der wir eure Fragen rund um Puppen/machen beantworten werden. Schreibt uns also schon jetzt zahlreich an hello@mariengold.net oder 1000rehe@gmx.de!

Lest unbedingt auch, was Laura heute auf ihrem Blog zu unserem Podcast schreibt. Ich musste gerade laut loslachen bei der Formulierung „Philosophischer Puppenrundherumbau“. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können, genau darum geht’s bei uns.

Und jetzt viel Freude mit unserem klitzekleinen Mini-Teaser zum Reinschnuppern und Mitlachen!