8. Dezember 2020

Goodbye Honigpumpe (Hello Popcorner)

Vergangenes Wochenende fand mein letzter Puppennähkurs für dieses Jahr statt. Um ihn hatte ich am meisten gebangt und gehofft, dass er auch unter den derzeitigen Umständen stattfinden könnte, denn es war gleichzeitig mein letzter Kurs im Familienzentrum Honigpumpe im Waldorfkindergarten Prenzlauer Berg. Hier hatte vor zwölf Jahren alles begonnen, nur wenige Monate nachdem das neugebaute Haus in der Choriner Straße in Betrieb genommen worden war. Damals besuchte meine Tochter diesen Kindergarten, was mir als frischgebackene Puppenmacherin viele Möglichkeiten für meine berufliche Selbständigkeit eröffnete.

So konnte ich Kontakte in die Berliner Waldorf-Community knüpfen, meine ersten Puppen verkaufen, erhielt viel Zuspruch, Unterstützung und wertvolles Feedback sowie frühzeitig das Angebot, im angegliederten Familienzentrum Kurse durchzuführen. Bis dahin hatte ich nicht mehr als zwei Handvoll Puppen genäht, aber eine liebe Freundin (Hallo Uli, falls du hier noch mitliest!) glaubte ganz fest an mich und sah, was ich noch nicht sehen konnte, und organisierte meine erste Veranstaltung quasi im Alleingang, wofür ich bis heute dankbar bin, denn ich weiß nicht, ob ich es mir sonst zugetraut hätte. An meinen ersten Kurs habe ich kaum Erinnerungen, aber ich weiß noch, dass er mit zehn Leuten aus dem Stand ausgebucht war. Und so ging es immer weiter, der Zulauf war enorm und ließ mir Brust und Herz schwellen. Bis heute habe ich grob über den Daumen gepeilt an die 80 Kurse gegeben, an denen um die 400 Frauen (und genau zwei Männer) teilnahmen und ebenso viele Puppen entstanden.

In dieser Zeit wuchs ich als Mensch und Puppenmacherin, entwickelten sich meine Puppen stetig weiter und wandelten sich Konzept und Stil meiner Kurse. Was jedoch immer blieb, war das Haus, der Waldorfkindergarten Prenzlauer Berg, der mir ein wunderschönes, liebevoll gestaltetes und lebens- und menschenfreundliches Zuhause für meine Kurse bot, in dem ich mich immer wohl und sicher fühlte. Warum dann der Abschied?

Der Hauptgrund ist, dass ich schon lange nicht mehr in der Nachbarschaft, sondern bereits seit einigen Jahren in Zehlendorf lebe, was am anderen Ende von Berlin ist. Diese Distanz erfordert pro Kurswochenende sechs Stunden Fahrtzeit und das einmal im Monat, mit U- und S-Bahn und einem großen roten Koffer quer durch die Stadt gurken – das wollte ich irgendwann nicht mehr. Außerdem wünschte ich mir eine Veränderung. Meine Tochter war schon lange kein Kindergartenkind mehr und auch ich entwuchs mehr und mehr dem alten Kindergarten, so sehr ich ihn mochte, und sehnte mich nach einem neuen Umfeld, einer neuen Gemeinschaft, neuen Möglichkeiten.

Und so spielte mir das Leben Anfang diesen Jahres ganz unverhofft den Projektraum Popcorner in Friedenau zu. Ich konnte mein Glück kaum fassen: Ein ehemaliges Ladengeschäft, Berliner Altbau, wunderschön gelegen, mit einer freundlichen und gut gemischten Nachbarschaft. Ein großer, heller Raum mit hohen Schaufenstern, Parkett und einer lichten, leichten und kreativen Atmosphäre. Drei Betreiberinnen, die diesen Raum mit viel Herzblut, Engagement und Lebendigkeit gestalten und ein ansprechendes, vielseitiges Angebot für Klein und Groß aufbauen. Ein Samstags-Wochenmarkt und ein Café mit Lieblings-Potenzial in Laufweite. Und das Ganze nur 20 Minuten mit dem Auto von meinem Zuhause entfernt. Jackpot!

Bei aller Freude über diesen wahnsinnig tollen neuen Raum, verabschiede ich mich aber auch mit einem weinenden Auge vom Kindergarten, denn es sind viele Erinnerungen und Begegnungen, Kleinigkeiten und große Gefühle damit verbunden, die mein Leben geprägt und reicher gemacht haben.

Der Morgenkaffee bei Impala am Senefelder Platz, dem Coffeeshop mit den freundlichsten Baristi der Stadt.

Das Geräusch meines Rollkoffers auf dem Asphalt der Schwedter Straße.

Der große Kirschbaum im Garten des Kindergartens und wie er sich mit den Jahreszeiten veränderte (Lieblingszeit Hochblüte im April).

Das Magazin a tempo, das lange zum Mitnehmen im Foyer auslag und das ich gern auf der Heimfahrt las (bis mir die Augen zufielen).

Die Hintergrundrauschen der Eltern, die an den Wochenenden Putzdienst hatten. Ich mochte es, wenn etwas los war in dem großen Haus.

Der Kochkurs der Ayurveda-Ausbildung des Gesundheitszentrums Sonne und Mond, der ein, zwei Mal im Jahr zeitgleich stattfand und stets die köstlichsten Düfte zu uns ins Obergeschoss aufsteigen ließ.

Der alljährliche große Adventskranz mit den dicken, roten Kerzen.

Die herrlichen, kunstvollen Faltsterne aus farbigem Transparentpapier an den Fenstern.

Überhaupt die wunderschöne Dekoration, die liebevoll hergerichteten Jahreszeitentische, Blumen und Sträuße im ganzen Haus, die den Jahreslauf immer wieder sichtbar und spürbar für mich machten.

Meine heilige, stets allein verbrachte Mittagspause bei Si An in der Kastanienallee, wo jahrelang ein- und dieselbe Playlist lief, die ich am Ende auswendig kannte. (Und wo ich wiederum jahrein jahraus dengleichen Lunch bestellte, was die Bedienung irgendwann auch abgespeichert hatte und kaum noch nachfragte.)

Die tolle Choriner Straße, Heimatstraße des Kindergartens und eine meiner Lieblingsstraßen in Berlin, weil dort immer bunte Wimpelketten zwischen den Häuserreihen flattern.

Das Geräusch der Kindersicherung am Tor.

Dieser spezielle, heimelige Geruch.

Die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner, die ab und zu vorbeischauten und sich mit leuchtenden Augen nach den Puppen erkundigten. Sie sind allesamt die gute Seele das Hauses.

Die Bunzlauer Keramik, die so typisch für Waldorfkindergärten ist und aus der der Kräutertee, den ich immer servierte, einmal mehr schmeckte.

Nach Feierabend auf einen Sprung in den großen LPG Biosupermarkt, um Proviant für die Rückfahrt zu besorgen (am liebsten Dinkelhappen).

Wie der Garten über die Jahre wuchs und gedieh und sich zu einer prächtigen grünen Stadtoase entwickelte. (Ich sehe immer noch meine Tochter dort auf der Schaukel.)

Die wunderbaren, zerliebten Puppen, die ich auf meinen Rundgängen durch die Gruppenräume immer entdeckte und von denen ich einige aufarbeiten und reparieren durfte.

Das Schaufenster von The Lovers ein paar Häuser weiter, vor dem ich stets Halt machte und ein bisschen davon träumte, irgendwann einmal in einem ebenso schönen Space einen Kurs zu geben. (Dieser Traum ist mit dem Popcorner in Erfüllung gegangen.)

Der Buchladen Mundo Azul, an dem ich mir auch oft die Nase platt drückte, um zu schauen, was es Neues gibt.

Die vielen vertrauten, aber namenlosen Gesichter, die ich regelmäßig wiedersah, wenn ich im Kiez rund um den Kindergarten unterwegs war.

Die neueste Ausgabe der Kindergartenzeitung vorzufinden und darin zu schmökern. (Ich frage mich bis heute, ob es so ein tolles Blatt auch in anderen Einrichtungen gibt.)

Das regelmäßige Stöhnen über den Staubsauger. Auch das, ja.

Das Abschließen und Dichtmachen des Hauses mit Sack und Pack links und rechts in der Hand, schief sitzender Mütze auf dem Kopf, fix und foxy, aber mit ganz vielen Puppenschmetterlingen im Bauch.

Das unendliche gute Gefühl, das ich mit meinen Kursen hier immer Willkommen und richtig war.

Und ich schwöre, dass ich jedes, wirklich jedes Jahr im Dezember beim Hinaustreten auf die Straße in die Dunkelheit des Spätnachmittags den Weihnachtsstern am Himmel leuchten sah!

Rückblickend würde ich sagen, dass es in den letzten zwölf Jahren an diesem Ort vor allem darum ging, meine Kursarbeit aufzubauen, einen Umgang mit meinen Ängsten und Unsicherheiten mit Menschen zu finden, mich zu öffnen, in die Begegnung  zu gehen und in Verbindung zu kommen und mehr und mehr ich selbst zu werden. Dafür gab mir der Kindergarten genau den richtigen Raum, in dem ich mich wohl, sicher und geborgen fühlte. Der neue Veranstaltungsort ist anders, hat eine andere Energie und Qualität und wird sicher etwas ganz Neues aus mir hervorbringen, auf das ich sehr gespannt bin. Mit der Erfahrung der ersten Kurse, die ich dieses Jahr dort schon gegeben habe, würde ich sagen, dass die anstehenden Themen Sichtbarkeit, Reife und meine volle Kraft und Größe sind. Aber dazu zu gegebener Zeit mehr.

Jetzt heißt es erst einmal Abschied nehmen vom Waldorfkindergarten Prenzlauer Berg, dem ich das beste erste Zuhause verdanke, das ich mir für meine Kurse vorstellen kann, viele schöne Begegnungen, wunderbare Erinnerungen, sogar Freundschaften, die bis heute anhalten.

Die Puppe, die mich jahrelang als Modell begleitete, ließ ich am Sonntag einer spontanen Eingebung folgend im Kindergarten zurück. Namenlos, aber heißgeliebt wie sie war, ist sie durch unzählige Hände gegangen, hat viel Lachen und Plaudern gehört, auch die ein oder andere Träne gesehen (auch von mir) und ist angefüllt mit hunderten von Stunden Puppennähglück. Möge sie dieses Glück weiter in den Kindergarten tragen und den Kindern Freude bringen!

Ab Januar 2021 finden alle meine Kurse im Projektraum Popcorner in der Hedwigstraße 12 in Berlin-Friedenau statt. Alle Details und die Termine findet ihr hier. Anmeldung an hello@mariengold.net.

Ich freue mich sehr darauf, an meinem neuen Veranstaltungsort Puppen mit euch zu nähen und neue Erinnerungen und Glücksmomente zu schaffen.


6. Oktober 2020

25 Dinge über Mariengold

Das einzige Erbstück, das ich von meiner Oma, die viel zu früh verstorben ist, besitze, ist eine kleine Armbanduhr. Ich trage sie zu jedem meiner Kurse. (Sonst lebe ich ohne.)

Ich häkele immer die Schuhe vor der Mütze, immer.

In der Pflege meines Autos bin ich überhaupt nicht gut. Tatsächlich schaffe ich es nur einmal im Jahr in die Waschanlage, nämlich kurz vor der Landpartie, weil dann Laura mitfährt. Ich weiß zwar, dass ein verwildertes Auto sie überhaupt nicht stören würde, aber es ist mir trotzdem wichtig.

Die Abitur-Beilage unserer Tageszeitung kurz vor den Sommerferien wird immer heiß erwartet, weil darin tausende von Namen stehen. Besonders bei den Waldorfschulen werde ich für meine Puppen fündig.

Letztes Jahr hatte ich 20-jähriges Abi-Jubiläum. Dafür sollte jeder einen kleinen Steckbrief ausfüllen, auf dem natürlich auch nach dem Beruf gefragt wurde. Ich zögerte lange, ob überhaupt und was ich da hinschreiben sollte. Es beschäftige mich tagelang, mehr als es eigentlich sollte, was mir zeigte, dass da immer noch so etwas wie Scham für meinen ungewöhnlichen Werdegang ist, vor allem gegenüber Menschen, die mich schon in meiner Schulzeit kennen. Letztlich schrieb ich „Puppen und Erwachsenenbildung“.

Die Auslosung und Benachrichtigung der Tauschpartnerinnen für Puppen&Packen letztes Jahr dauerte eine Stunde und 42 Minuten. Copy & Paste war mein bester Freund.

Für die Landpartie zu packen dauert noch einmal 20 Minuten länger.

Wieder daheim auszupacken dauert genauso lange. Richtig anzukommen, ohne dass einem ständig die Puppen/macherinnen im Kopf herumtanzen jedoch: einen Tag.

Seit Anfang 2018 ist Mariengold bei Instagram. Eigentlich wollte ich mir nur den Namen sichern und drei Bilder als Platzhalter dalassen. Wie es stattdessen weiterging, seht ihr hier.

Von meinem vorletzten Sommerurlaub bin ich mit 17 Namen für Puppen nach Hause gekommen, siehe auch hier.

Vor einem Jahr sprach mich eine Schamanin auf der Straße an. Das war am selbem Tag, an dem mein erster Business Coaching Termin stattgefunden hatte. Was sie zur mir sagte, waren zwar Gemeinplätze, aber es passte perfekt zu dem, was ich vorher mit der Coach besprochen hatte.

Ich möchte nicht wissen – oder eigentlich doch -, wie oft ich in den letzten Jahren mein Maßband aufgerollt habe.

Eure Lieblingspuppe in 2019 war Rio. Meine auch.

Den Veranstaltungsort für unsere Landpartie lernte ich Anfang der 2010er Jahre zuerst als Teilnehmerin eines Yoga-Retreats kennen. Damals war ich zwar schon Puppenmacherin, ahnte aber noch nicht, dass ich irgendwann einmal selbst mehrtägige Workshops veranstalten würde.

In meinen Kursen biete ich mittlerweise zehn verschiedene Farben für den Mund an. Ich selbst verwende seit Jahren nur eine einzige, nämlich ein helles, warmes Altrosa, das finde ich immer passt.

Es ist auch die Farbe, die am häufigsten von meiner Kundinnen und Kunden und in den Kursen bestellt wird.

Rekord! Im November 2019 verkaufte ich 60 Materialpackungen, so viele wie vorher in keinem Monat. Nur mal zur Vorstellung, das waren ca. 21 kg Stopfwolle.

Meine allererste Bestellung bei meinem Hauptlieferanten Wollknoll gab ich am 14. Januar 2008 auf. Inhaltlich unterschied sie sich nicht allzu sehr von heute, nur die Mengen sind jetzt beträchtlich höher.

Im April 2020, der Hochzeit des Lockdown, verkaufte ich 52 Würfel Rosen-Handbutter, so viele wie in der ganzen Zeit seit der Einführung des neuen Produktes ein Jahr zuvor nicht.

Für den Launch meiner Scrunchies im Juni nähte ich nicht weniger als 120 Stück.

Und habe bis heute erst drei Paar verkauft. (Das war mal ein richtiger Flopp.)

Die beste Zeit zum Schreiben ist für mich am späten Nachmittag und die meisten meiner Texte entstehen nach 17 Uhr.

Ich liebe Farben und finde auch gern selbst passende Bezeichnungen. Besonders mag ich meine Eigenkreation Zimtrosa für ein Altrosa, das in Richtung Braun geht.

An meinem Hochzeitstag vor zwei Wochen verkaufte ich vier Puppen, drei davon nach Übersee.

Die Bilder von mir auf dieser Website sind von 2012, also acht Jahre alt, genauso alt ist auch die aktuelle Version meiner Website. Zum zehnjährigen Jubiläum soll es einen Relaunch geben. Mir graut ehrlich gesagt jetzt schon davor.

Und gleichzeitig freue ich mich riesig, weil ich weiß: Es wird wieder ein Neubeginn.

Mehr Dinge über Mariengold findet ihr hier: 2019, 2018, 2017, 2015 und 2013.


22. Januar 2020

Gutes neues Ja! (Hello, 2020)

Die ersten Wochen des neuen Jahres sind schon vorbei und es ist immer noch ruhig hier auf meinem Blog. Ich genieße das, genieße die Stille, das Verweilen und Nach-innen-Gehen. Mein Fokus für die kommende Zeit ist schon länger klar, ich weiß, was mir wichtig ist und welchen Weg ich in den nächsten Monaten einschlagen möchte.

Aber erst einmal bleibe ich in der Ruhe und sammle Kraft und Inspiration, bevor ich die ersten Schritte gehe. Ohne Tatendrang das neue Jahr zu beginnen, den Januar entspannt verstreichen zu lassen, macht frei und ruhig im Kopf und im Herzen. Das schätze ich gerade sehr. So entsteht das Neue erst einmal in mir drin, bevor ich ihm Ausdruck in der Welt gebe.

In dieser Stille empfinde ich vor allem eine große Freude darüber, dass ich das Puppenmachen nach all den Jahren immer noch als unendliches, lebenslanges Forschungs- und Gestaltungsfeld wahrnehme. Es ist eine fortwährende Einladung, mich anzuvertrauen, in Beziehung zu gehen und immer mehr in mich selbst hineinzuwachsen. Dass ich diese Aufgabe gefunden habe und mich ihr in dieser Intensität widmen darf, dafür bin ich unendlich dankbar.

Puppen sind magisch, das Puppenmachen ist es auch. Wer oder was genau ist eine Puppe? Warum berühren sie uns so? Und warum ist es Menschen wie mir so ein großes Bedürfnis, sie mit den eigenen Händen zu gestalten und schön zu machen? Die Antworten auf diese Fragen immer bewusster zu erleben und zu begreifen, ist es, was mich voller Freude, Hingabe und Offenheit immer weitermachen lässt.

Ich freue mich auf 2020 und wünsche euch und uns ein gutes immer neues Ja zu allen Veränderungen und Neuigkeiten, die es bringen mag!

Guten Tag, liebes Glück


18. Dezember 2019

Eine kleine Sammlung von Herzmomenten und Freudebegegnungen in 2019

So viele herzliche Rückmeldungen auf meinen Jahresrückblick 2018, in dem ich auch schrieb, dass ich manchmal Feedback vermisse. Die meisten konnten gar nicht glauben, dass ich kaum E-Mails bekomme.

Der Austausch mit anderen Frauen mit einem Handmade-Label wie Julia von dreifünfacht, Jule von HeyMamaWolf, Anna von madamezorro, Antje von Minuk, Caro von Naturkinder und natürlich meinen engen Freundinnen Julia von von Kowalke und Laura von 1000 Rehe.

Weihnachtspost von Kursteilnehmerinnen, Kundinnen und Leserinnen, wie von Claudine: „So gerne denke ich an die schöne Zeit im Mai zurück und freue mich an den Puppen, die ich gemacht habe und die jetzt richtig fest bespielt werden von meinen lieben Großkindern.“

Auch Bärbel und ihr Mann schrieben mir und schickten einen Brot-Ring für ein segensreiches neues Jahr. Diese Tradition kannte ich vorher noch gar nicht.

Eure E-Mails zu meiner Ringelstrümpfe-Überraschungspäckchen-Verlosung, bei der ich nach euren schönsten Puppen/nähmomenten in 2018 gefragt hatte. Hier kleiner Auszug zum Mitfreuen:

„Wir haben übrigens im Oktober nochmal Nachwuchs bekommen, der natürlich auch irgendwann eine Puppe bekommen soll. Da freu ich mich jetzt schon drauf: dass mir erstmal die Kinder nicht ausgehen, um Puppen zu machen!“ (Malwine)

„Mein schönster Puppennähmoment war bei der Landpartie: mit anderen Puppennähverliebten um einen Tisch sitzen und Puppen nähen, das hat mich glücklich gemacht und ich bin so dankbar für dieses Erlebnis.“ (Julia)

„Ich hatte dieses Jahr viele schöne Puppennähmomente. Der Kurs bei dir in Berlin war sicher einer der Höhepunkte, die Freundschaften, die sich daraus ergeben haben und immer wieder die Seele wärmen.“ (Linda)

„Das war, wie ich dem Postboten die Tür öffnete, mein Puppen&Packen-Päckchen ankam und ich es ganz gemütlich auspackte. Ich bin immer noch in Vorfreude, was daraus entstehen wird, entwerfe gerade eine kleine Babypuppe dafür.“ (Susi)

„Der schönste Moment war, dass ich mich überhaupt getraut habe, zu starten.“ (Dagmar)

„Mein schönster Puppennähmoment 2018 war unser Treffen im Sommer. So viele Puppennähbegeisterte an einem Tisch – das war toll!“ (Kerstin)

„Ich habe eine Puppe gemacht, in einer Zeit, in der es mir gar nicht gut ging. Die Puppe hat mir sehr geholfen, sie hat meine Seele gestreichelt. Und weißt du was? Mir geht es so gut wie lange schon nicht mehr.“ (Nicole)

„Meine schönsten Puppennähmomente durfte ich dieses Jahr in meinen ersten eigenen Kursen erleben, die ich als Hebamme und Puppenmacherin für werdende Mütter anbot.“ (Rebekka)

„In den Sinn kommen mir viele Momente mit unseren beiden Kindern, die mich manchmal in ihrer Innigkeit des Puppenspiels besonders berührt haben und mein Herz vor Freude mithüpfte.“ (Kristin)

Mit den Ringelstrümpfen habe ich scheinbar einen Nerv getroffen. Bis heute wird die Anleitung munter heruntergeladen und ich stelle mir gern vor, wie viele Paar Puppenstrümpfe seit der Veröffentlichung wohl entstanden sind.

Besonders freute mich zu erfahren, dass Frauen, die sich vorher nicht ans Strümpfestricken gewagt hatten, endlich damit begonnen haben.

Im Januar kam es zum ersten Mal in über zehn Jahren vor, dass ich mitten in einer Veranstaltung krank wurde – ein Albtraum als Kursleiterin. Den zweiten Tag hätte ich eigentlich im Bett bleiben sollen, ging aber natürlich trotzdem hin (was soll man machen?) und brachte zum Glück alles gut über die Bühne. Hut ab vor meinem Körper, der sicher seine letzten Kräfte dafür gebündelt hatte! Dafür gönnte ich mir die nächsten Tage den Luxus des Nichtstuns, hüllte mich in meine Bettdecke ein, zählte Sonnenstrahlen (und Schneeflocken) und dachte noch einmal in Ruhe über 2019 nach und was mir eigentlich wirklich wichtig ist – und kam zu Erkenntnissen, die ich ohne diese erzwungene Auszeit sicher nicht gehabt hätte. Dafür war ich sehr, sehr dankbar.

Ich bin hin und weg, dass Julia und Steffi, die sich 2018 bei meiner Päckchentausch-Aktion Puppen&Packen kennengelernt hatten, ihre Freundschaft dieses Jahr weiter vertieften. Nachdem Steffi Julia in ihrem Atelier in Dresden besucht hatte, gab es Anfang des Jahres einen Gegenbesuch in Gießen, wo Julia an einem Puppennähkurs von Steffi teilnahm.

Ende 2018 gönnte ich mir und meinem Label ein kleines, feines Liebhaberprodukt – Rosenbutter für die Hände. Auf die Idee hatte mich Caro von Naturkinder gebracht, die selbst eine tolle feste Handcreme in ihrem Sortiment hat und auch den Kontakt zur Herstellerin vermittelte. Ich war schon länger auf der Suche nach einem solchen Give-Away zur für meine DIY-Kundinnen und Kursteilnehmerinnen und freute mich, dass es sich schließlich so gut fügte. Das Feedback war überwältigend, so dass ich diesen Handschmeichler mittlerweile auch zum Verkauf anbiete.

Auch dieses Jahr quälte meine Nähmaschine sich wieder mehr schlecht als recht durch den Alltag. Und so statteten wir wieder mehrere Male Herrn Kieselbach in seiner Werkstatt einen Besuch ab. Egal mit welchem Problem ich bei ihm anklopfe, er bekommt die Maschine immer wieder flott und das meist nur gegen einen Obolus für die Kaffeekasse.

Wenn Leserinnen mit Zeitungsausschnitte schicken, die mit Puppen/machen zu tun haben, wie Ariete, als in einer Leipziger Tageszeitung ein Beitrag über die Designerin und Puppenmacherin Regina Herrmann erschienen war.

Ich staunte nicht schlecht, als mir eine Kundin im Februar schrieb: „Wann geht diese tolle Puppe denn auf Reise? Meine Tochter hat schon so lange auf eine solche Puppe gespart und mit dem Zeugnisgeld hat es nun endlich geklappt.“

Anfang des Jahres traf ich zufällig den Empfänger des Holz-Buches, das ich 2017 verlost hatte, auf der Straße. Seine Frau, eine liebe alte Bekannte aus dem Prenzlauer Berg, mit der ich auch schon Puppen genäht habe, hatte das Buch gewonnen. Er erzählte mir auch, dass er mich alle zwei Monate auf ihren Laptop-Bildschirm sieht, wenn sie mich auf meinem Blog besucht. Das war eine lustige Begegnung!

Ende Februar bekam ich zum ersten Mal einen vierstelligen Betrag von Etsys Zahlungssystem auf mein Bankkonto überwiesen. Die Auszahlungen erfolgen immer wochenweise. Das Geld kam von meiner alljährlichen Sonderpreiskation zum Valentinstag.

Gute Neuigkeiten von Christina – meine Puppen auf der Bühne: „Vielleicht erinnerst du dich: Vor ca. zwei Jahren habe ich eine Puppe bei dir genäht, die ich für ein Theaterstück brauchte. Etwas später hast du dann noch eine zweite Puppe für mich angefertigt. Ich habe das Projekt mehrmals aufgegeben und bin dann doch immer wieder ermutigt worden weiterzumachen. Inzwischen halte ich das Stück für so ausgereift, dass ich am 23. Februar um 15 Uhr eine Probeaufführung (…) veranstalten möchte. Hierzu möchte ich Dich ganz herzlich einladen.“

Eine Postkarte aus Erfurt von Ramona mit einem Hinweis auf den Puppenbauer Martin Gobsch mit Werkstatt auf der Krämerbrücke und dass sie an mich denken musste, als sie dort war.

Im Frühjahr machte ich eine harte Zeit durch, als ein Familienmitglied schwer erkrankte. Meine Freundin Julia schrieb mir: „Ich drück’ dir die Daumen. Und eine Extraportion Sonne für dich: Die kommt immer genau dann raus, wenn ich Dir schreibe.“

Diese Erkrankung wirft bis heute einen Schatten. Unter diesen Umständen stellten sich meine Kurse als ein Segen heraus, denn sie schenken mir wertvolle Stunden der Ablenkung und Konzentration auf mein Lieblingsthema mit Menschen, die mit offenen Armen und weiten Herzen da sind, dass es jedes Mal wie Balsam ist. Besonders in diesem Jahr erlebte ich das Puppenmachen immer wieder als einen sicheren Ort, an dem ich zur Ruhe kommen, Kraft tanken und Trost finden kann. Dafür bin ich zutiefst dankbar. Puppenmachen tut der Seele gut, auch und gerade in schweren Zeiten.

In den letzten Monaten kamen erstaunlich viele Lob- und Dankesworte für meine Buchvorstellungen.

Sogar Cristina Cevales-Labonde schrieb mir, die Autorin eines meiner Lieblingsbücher zum Puppenmachen, um mir ein Exemplar der Neuausgabe ihres Bestsellers „Biegepüppchen selbst gemacht“ zukommen zu lassen. Ein Fangirl-Moment!

Im März brachte eine Frau Lavendelblüten mit in den Kurs, um sie in ihre Puppe zu füllen. Alle waren begeistert, es wurde schwesterlich geteilt und duftete herrlich!

Mein Mann sagt manchmal schmunzelnd, dass meine Kurse schwanger machen. Und tatsächlich gab es dieses Jahr wieder eine Schwangerschaft „in diesem Zusammenhang“: Daike hielt kurz nach unserem Kurs im März einen positiven Schangerschaftstest in den Händen. Während des Puppennäh-Wochenendes hatte ich die ganze Zeit gespürt, dass sie sich ein Baby wünscht.

Friederike per Mail kurz vor meiner Kurs-Premiere bei Wollknoll im April: „Ich wünsche Dir eine gute Zeit beim Puppen-Näh-Vergnügen in Süddeutschland.“ Das fand ich unglaublich aufmerksam.

In eben diesem Kurs trug Halina jeden Tag ein anderes Paar Ohrringe mit einem Bezug zum textilen Handwerk: Am Montag Scheren, am Dienstag Garnrollen, am Mittwoch Nähmaschinen.

Als wir im Frühling unsere Wohnung renovierten und ich der Frau, die unsere Wände lasierte, erzählte, dass ich Puppen mache, hatte sie sofort den Namen meines Labels parat. Ihr Kommentar: „Man kennt sich eben unter Waldorfs.“

Wegen dieser Renovierung lebten wir für sechs Wochen in einer anderen Wohnung. Dort gegenüber gab es einen Scherenschleifer und bei dieser supergünstigen Gelegenheit ließ ich natürlich alle meine Scheren aufarbeiten und war erstaunt, wie leichtgängig sie danach wieder schnitten.

Eine Bestellung aus Saudi-Arabien.

Loredanas Tochter liebt ihre Puppe so sehr, dass ich regelmäßig ein neues Exemplar anfertige, wenn die alte ganz und gar nicht mehr bespielbar ist: „Es ist die vierte Lotti, die erste hat sie zum zweiten Geburtstag bekommen. Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie wichtig Greta ihre Lotti ist, obwohl sie im Mai bereits acht Jahre alt wird. Eine Seelenpuppe, sag ich immer.“

Eine Reparatur zu Ostern, mit Schokolade und Postkarte von Anna: „Wir lieben deine Puppe. Sie heißt Lilly.“

Ein E-Mail von Ulla: „Den Artikel über Puppen und Kleinstkinder werde ich übrigens ausdrucken und ins Teamzimmer der Praxis für Kinderpsychiatrie legen, in der ich arbeite, bis ich mich vielleicht auch irgendwann traue, mit etwas Kreativem meine Brötchen zu verdienen.“

Als im April ein paar Wochen vor unserer Landpartie eine Frau ihre Teilnahme absagte, blieb der Platz lange frei, bis sich an einem Tag gleich drei Interessentinnen meldeten. In so einem Fall gilt immer: Wer zuerst kommt, bekommt den Platz und das war Marina – die mittlerweile den Rekord hält, denn sie war schon drei Mal mit uns im Hohen Fläming!

Anfang Mai war eine Frau aus der Schweiz im Kurs, die im Sommer immer eine Alp macht und viel Interessantes darüber berichtete. Prompt tauften die anderen Teilnehmerinnen ihre Puppe auf den Namen Heidi. Und den behielt sie auch, wie sie mir im November erzählte, als sie nach dem Alp-Sommer wieder zu mir in den Kurs kam.

Julias Feedback zu meinem Blog: „Nun wage ich es mal, nachdem ich eben deinen Artikel gelesen habe, und schreibe dir eine E-Mail, mit der ich mich bedanke. Ich lese deinen Blog ohnehin so gerne, aber besonders berührt hat mich dein letzter Eintrag „Gleichmutig“ und ein etwas älterer zum Thema Neid und Konkurrenz. Danke, dass du so offen über diese Gefühle schreibst und uns damit zeigst, dass sie zum Menschsein dazugehören. Noch niemals vor deinem Artikel, konnte ich Neid etwas Gutes abgewinnen. Es war so befreiend, die Perspektive endlich darauf zu richten, was uns dieses Gefühl zeigen will. Und auch heute wieder fühle ich mich mit deinem Artikel so in meinem Menschsein verstanden und erinnert an das, wohin ich will.“

Meine Antwort an Julia: „Tatsächlich schrieb ich an dem Artikel über zwei Jahre, vom ersten Entwurf bis zur Veröffentlichung. Und auch gestern zögerte ich noch einmal stark, bevor er online ging. Es erfordert wirklich Mut (den ich oftmals nicht habe, sonst würde ich mehr solche Texte schreiben), sich so offen zu zeigen, vor allem bei Themen, die auch Schwächen und Ängste eingestehen. Umso mehr freut es mich, wenn ich dann persönliche Rückmeldungen wie deine erhalte.“

Und eine Frau, die eigentlich etwas bestellt hatte, nahm auch Bezug auf diesen Text: „PS: Deine Puppen sind wirklich bezaubernd. Ich hoffe, dass sich das Mai-Tief bald in ein Juni-Hoch verwandelt!“ – Und genauso kam es dann auch.

Kurz vor den Sommerferien verkaufte ich viele Puppen, die als Abschiedsgeschenk für Kindergärten gedacht waren. Solche Wertschätzung berührt mich immer sehr.

Im Juni trug sich etwas Bemerkenswertes zu: Es kam ein Mädchen in unseren Kurs-Raum, das sich äußerst interessiert an den Puppen zeigte und fragte, ob sie ein bisschen mitmachen könne. Tatsächlich konnten wir sie gut einbinden und im Gespräch stellte sich heraus, dass es sich um die mittlerweile elfjährige Tochter einer Frau handelte, die vor Jahren in einem meiner ersten Kurse war, um eine Puppe für ihr damals einjähriges Kind zu machen. Da wurde mir bewusst, wie die Zeit vergeht und dass ich irgendwann vielleicht auch die Kinder und Enkelkinder meiner Kursfrauen unterrichten würde.

Anfang August knackte ich die 4000 Verkäufe bei Etsy. Seitdem sind noch über 400 dazugekommen.

Dass es bereits vor der offiziellen Ankündigung so viele Anmeldungen für Puppen&Packen gab. Viele neue, aber auch bekannte Namen.

Als Ulrike und Douglas uns mitteilten, dass der Seminarbetrieb im Refugium Hoher Fläming weitergeht. Es wird zwar sicher anders werden ohne die beiden, aber ich bin froh, dass unsere Landpartie weiter ihr Zuhause an diesem schönen Ort hat.

Karoline bei der Vorstellungsrunde der Landpartie im September, wie sie die ganze Zeit liebevoll über das Haar der Puppe streichelte, die sie ein paar Monate zuvor bei mir im Kurs in Berlin genäht hatte.

Friederike, die unbekannterweise Sabine aus der Schweiz vom Flughafen abholte, um mit ihr den Rest der Reise nach Wiesenburg anzutreten.

Dass manche Frauen nicht genug von unserem Puppennäh-Workshop auf dem Land bekommen und immer wiederkommen möchten.

Daniela aus Wien schrieb z. B. auf dem Feedback-Zettel unter „Was ich mir für das nächste Mal wünschen würde“: Dass ich wieder dabei bin. (Ist sie.)

Eine Kursteilnehmerin/Blogleserin/mittlerweile auch Freundin, die, nachdem sie ein Konto bei Paypal eröffnet hatte, mir als allererstes „eine kleine Spende für dein großes Engagement“ schickte.

Dass mein kommender Kurs in Wien in weniger als 90 Minuten ausgebucht war, nur mit Hilfe der Interessentinnen-Liste, die ich seit zwei Jahren führe.

Dass das wunderschöne Kleiderset Anouk von Naturkinder von meinen Puppen inspiriert wurde.

Mutter und Tochter, die gemeinsam bei Puppen&Packen mitmachten. Die (erwachsene) Tochter meldete später auch die Mutter zur Landpartie an. Überraschung!

Wie gut einige Matches bei Puppen&Packen passten. Da waren z. B. Rebekka und Claudia, die eine praktizierende Hebamme, die andere angehende Hebamme. Oder Janet und Dagmar, beide ohne Internetpräsenz, die sich per Mail und Brief besser kennenlernten. Genau wie bei Heike und Kirsten, zwischen denen sogar eine Brieffreundschaft entstanden ist. Oder die beiden Julias, die eine kam gerade zurück von der Landpartie in Wiesenburg, die andere lebt nur ein Dorf weiter. Oder Tanja, die ihre Tauschpartnerin überraschenderweise vorab auf der Landpartie kennenlernen konnte.

Auch ich hatte wieder großes Glück mit meiner Tauschpartnerin Rebekka. Als Dankeschön für ihr Päckchen schickte sie mir einen liebevoll gestalteten Brief voller Wertschätzung, der mich sehr berührte.

Wenn in der Betreffzeile für eine Bestellung steht: „Geschwisterliebe, kleiner Bruder, Geschwisterschlamperle“ und eine liebe Stammkundin auch für ihr drittes Kind eine Puppe bei mir in Auftrag gibt.

Wie liebevoll und sorgsam die Puppen, die zu mir zur Reparatur kommen, immer verpackt sind. Teilweise mit Kuscheltier und Decke.

Wofür ich dankbar bin, wenn ich an die 17 (!) Kurse und Workshops zurückdenke, die ich dieses Jahr gegeben habe: Wunderbare Begegnungen mit wunderbaren Puppennähverliebten, aufblühende Kreativität und Schaffenslust, ansteckendes Lachen und vor Freude rotgefärbte Wangen, die Möglichkeit, als Kursleiterin immer weiter zu lernen und meine Expertise zu vertiefen und die angenehme Gemeinschaft, die ich in allen Veranstaltungen erleben durfte und die mir immer wieder ein willkommener Gegenpol zur Werkstattarbeit in Stille ist.

Wenn aus Puppen-Kundinnen DIY-Kundinnen werden. (Denn dann habe ich sie erfolgreich mit dem Puppennähfieber angesteckt.)

Dass das vierte Quartal wieder so umsatzstark war. Das ermöglicht mir, Rücklagen zu bilden für Zeiten, in denen es nicht so gut läuft und auch das ein oder andere anzuschaffen, für das es sonst nicht so viel Spielraum gibt.

Letzte Woche ein zauberhaftes Überraschungspäckchen von Linda, einer lieben Kursteilnehmerin, mit der ich mich über die Jahre angefreundet habe. Es kam genau zur rechten Zeit, als ich vor lauter Arbeit den Advent nicht spüren konnte. Linda ist so eine gute Seele, ein Herz von Mensch und ich bin unheimlich dankbar für unsere Mail-Freundschaft.

Wenn auch die letzte Puppe des Jahres, die im Shop noch auf ihr Kind wartet, verkauft wird und die Kundin dazu schreibt: „Ich bin ganz verzaubert und freue mich für meine Tochter Alma.

Nach einem intensiven Arbeitsjahr meine Werkstatt so richtig blitzeblank zu putzen, aufzuräumen, die Nähmaschinen in den Winterschlaf zu schicken, auszusortieren, was gehen darf, und zum Abschluss ordentlich zu räuchern. (Das war tatsächlich gestern.)

Und heute Morgen um 8.40 Uhr in meinem kleinen Lieblingscafé hier ums Eck Übergabe von zwei Püppchen, die ich als wirklich Allerletzte noch für eine liebe Bekannte genäht habe. Ihre glücklichen Augen waren für mich stellvertretend der Lohn für mein ganzes Puppenwerk in 2019.

Und zu guter Letzt: Die Goldene Postkarte war ein völlig unverhoffter Erfolg. Es gab superviel positives Feedback und die erste Auflage war ruckzuck ausverkauft. Meine Grafik-Designerin Clara, die die Karte auch gestaltet hatte, meinte dazu, dass der Spruch eben auch gut in unsere Zeit passe, nicht nur wegen Weihnachten, sondern auch als Trost gegenüber dem Weltgeschehen.

Genau das – zu spüren, dass ich den Menschen mit Mariengold etwas schenke, ob Trost, Inspiration, Liebe, Freude oder Heilung, macht mich glücklich und dankbar und gibt meiner Arbeit einen Sinn, der mich durch alle Zeiten trägt und mich dieses handgemachte Leben immer wieder als Wunder erfahren lässt.

Die gesammelten Herzmomente und Freudebegegnungen der letzten Jahre finden sich hier den Glückslisten.


19. Februar 2019

22 Dinge über Mariengold

Auf meiner Liste mit Puppennamen befinden sich derzeit 278 Stück – zweihundertachtundsiebzig schönste Namen.

Es kommt allerdings nur selten vor, dass ich darauf zurückgreife, weil mir die Namen für meine Puppen in der Regel einfach so zufliegen.

Manchmal wünschte ich, ich bräuchte für meine Arbeit nicht so viel Material. Das ständige Bestellen, Verräumen und Im-Auge-Behalten meiner Vorräte kostet nämlich ganz schön viel Zeit (und braucht auch eine Menge Platz).

Kurz bevor ich mich mit den Puppen selbständig gemacht habe, hatte ich einen Platz am Seminar für Waldorfpädagogik hier in Berlin. Eigentlich wollte ich Handarbeitslehrerin, wurde im Aufnahmegespräch aber ganz schnell in Richtung Klassenlehrerin gelenkt, was ich nachvollziehen konnte und was mich auch durchaus gebauchpinselt hat. Ein paar Wochen später jedoch wachte ich eines Morgens auf und wußte ganz sicher, dass das nicht mein Weg ist, und sagte das Studium ab. Danach war ich frei für die Puppen, begann bereits als frischgebackene Puppenmacherin mit meinen Kursen für Erwachsene und entdeckte im Unterrichten eine große Leidenschaft und großes Können.

Seit meiner Premiere 2007 habe ich 115 Kurse gegeben, inklusive zwei Landpartien und sieben Filzkopfkursen mit Laura sowie einem Kids Kurs.

Im Dezember 2010 gab es zum ersten Mal mehr Interessinnen als Plätze, so dass ich eine Warteliste begann.

Aktuell befinden sich 19 Namen darauf.

Auf der für den Kurs nächste Woche in Wien sind es 37.

Vor jedem einzelnen Kurs habe ich Lampenfieber.

Meine allererste Puppe, Tilda, die ich 2004 nach einer Anleitung von Karin Neuschütz für meine Tochter nähte, hatte rotbraunes Haar. Bis heute ist das meine Lieblingsfarbe.

Obwohl Laura und ich uns schon seit 14 Jahren kennen, wir einmal Kieznachbarinnen waren und schon unzählige Briefe hin und her geschickt haben, kann ich mir ihre Postleitzahl nicht merken und habe ganz oft einen Zahlendreher drin.

Ganze acht Jahre dauerte es, um das Holzköpfchen, das ich 2008 bei einem Schnitzkurs auf Hof Lebherz anfertigte, im Rahmen der PuppenMITmacherei zu einer kompletten Puppe zu vervollständigen.

Und nur wenige Minuten, um das Ganze wieder rückgängig zu machen. Ja, genau, die Puppe ist jetzt wieder nur ein Köpfchen. Pur gefällt es mir einfach am besten.

Eine Zeitlang nannte ich mich „Puppengestalterin“, das stand sogar auf meiner Karte. Heute kann ich darüber lachen bzw. möchte ich mich eigentlich lieber selbst in den Arm nehmen, weil ich den dahinterliegenden Wunsch so deutlich sehe, meine Arbeit auf diese Weise aufzuwerten. Mittlerweile bin ich wieder bei „Puppenmacherin“ und fein damit.

Bei der letzten Aufräumaktion auf meinem Blog habe ich 215 Artikel gelöscht.

Ungefähr 50 davon habe ich in den zwei Wochen darauf wieder reaktiviert und die restlichen 265 nach wiederum zwei Wochen endgültig gelöscht.

Letzten Oktober gab es ein denkwürdiges Ereignis, als ich nämlich zum ersten Mal zehn Puppen für den Sofortkauf in meinem Shop vorrätig hatte, das gab es vorher noch nie. Ein Grund zum Feiern war das zwar nicht, bedeutete es ja vor allem, dass die Puppen zu diesem Zeitpunkt nicht gut liefen (was ich auch auf das Aus von Dawanda schob). Andererseits war es auch toll, meinen Kundinnen und Kunden eine so große Auswahl an bieten zu können. (Bis Weihnachten waren sie alle verkauft.)

Erst vor kurzem habe ich die Illusion aufgegeben, dass ich noch ein Studium oder eine Ausbildung in Kunsttherapie brauche. Obwohl ich jahrelang daran festgehalten hatte und dieses Ziel ein wichtiger Motivator für mich war, ging das Loslassen erstaunlich leicht.

Letztes Jahr kam es zum allerersten Mal vor, dass mir eine Nähnadel abgebrochen ist.

Ich habe eigentlich immer Wollflusen an meinen Schuhen.

Seit Jahren sammle ich Material für einen Blogartikel mit dem Arbeitstitel „Puppenmachen heute“, der in dieser Form wahrscheinlich nie erscheinen wird. Trotzdem mache ich weiter, einfach weil’s Spaß macht und spannend ist und vielleicht irgendwann etwas anderes daraus entstehen wird.

Im November 2018 verschickte ich 76 Pakete mit Puppen und Material, im Januar 2019 genau die Hälfte.

Noch mehr Dinge über Mariengold findet ihr hier, hier, hier und hier.