4. Dezember 2014

Bücher: „Spielzeug von Eltern selbst gemacht“ von Freya Jaffke

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Es gibt zwei Bücher in meinem Leben als Mama und Puppengestalterin, die in mir ein Gefühl von Nostalgie auslösen, obwohl ihre Zeit noch gar nicht allzu weit zurückliegt. Das ist „Die Waldorfpuppe“ von Karin Neuschütz, das ich hier besprochen habe. Und das ist auch „Spielzeug von Eltern selbst gemacht“ von Freya Jaffke.

Dieses Buch ist ein echter Klassiker der waldorforientierten Handarbeitsliteratur, ein Standardwerk der Waldorfkindergartenbewegung und mit 160.000 verkauften Exemplaren eines der erfolgreichsten Bücher des Verlags Freies Geistesleben in diesem Bereich. Das Buch, das mittlerweile in der 22. Auflage erschienen ist, enthält zahlreiche Ideen und Anleitungen zum Herstellen von Spielzeug aus Naturmaterialien und vermittelt Eltern und Erziehern, wie sie das kreative Spiel der Kinder fördern können.

So weit, so gut. Aber was ist sein Geheimnis? Warum ist es so erfolgreich? In dem Buch geht es um die Essenz der Waldorfpädagogik. Darum, dass Kinder eigentlich so wenig brauchen, um glücklich zu sein und schön zu spielen. Und dass diese Dinge ganz einfach von den Menschen hergestellt werden können, die sie am meisten lieben, ihren Eltern. Aus einfachen Materalien und natürlichen Werkstoffen. Mit viel Freiraum für die eigene Phantasie. Und natürlich mit ganz viel Liebe.

Wer schon einmal in einem Waldorkindergarten zu Besuch war, kennt all diese wunderbaren, anrührenden Spielzeuge: Die Schneckenbänder und die gestrickten Schafe, die rundgeschliffenen Bauhölzer und die Rindenschiffe, die Spieltücher und die Bohnensäckchen, die Tiere aus Astholz und das Zwergenvolk, die bestickten Filzbälle und die Häkelkordeln, die Knotenpuppen und die Seidenmarionetten, die Purzelmännchen und die Tütenfrieder.

Damals habe ich für mein kleines Mädchen fast alles aus diesem Buch selbst angefertigt oder auf Waldorfbasaren zusammengesucht. Und erst die Puppen! Denn natürlich hat das Buch mich auch auf meinem Weg in die professionelle Puppenmacherei begleitet, obwohl mir die meisten Puppen darin gar nicht so recht gefallen haben. Aber damals gab es noch nichts anderes. Und ich habe auch gespürt, dass es eben nicht um Äußerlichkeiten geht, sondern um das Herz. Meines war jedenfalls immer ganz berührt beim Anschauen, Basteln, Verschenken und Spielen.

Die wenigsten dieser Dinge gibt es heute noch im Reich meiner Tochter. Aber die Erinnerung ist ganz lebendig, in ihr und in mir, und noch heute überkommt mich ein wohliges Gefühl allein beim Durchblättern des Buches. Es wird für mich immer ein großer Schatz sein.

Der Verlag hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, das ich wie immer verlose. Wenn ihr das Buch gewinnen möchtet, schreibt bis Sonntag Nacht an hello@mariengold.net. Den Gewinner werde ich am Montag auslosen und benachrichtigen. Ich wünsche euch viel Glück!

Freya Jaffke: Spielzeug von Eltern selbst gemacht, Verlag Freies Geistesleben, ISBN: 3772523013, 15.90 Euro

(Das Buch hat Steffi gewonnen.)

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


27. Oktober 2014

Interview: „Was möchte ich tun in diesem Leben?“

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Schreiben (1)

Ganz oft werde ich gefragt, was ich beruflich machen würde, wenn ich die Puppen nicht hätte. Schreiben, denke dann immer oder spreche es auch mal laut aus, wenn ich besonders mutig bin. Das Thema Schreiben verbindet mich auch mit Sabrina Gundert, mit der ich vor einiger Zeit im Internet Bekanntschaft machte und seitdem in Verbindung stehe. Sabrina ist freie Journalistin, Autorin zweier Bücher und begleitet als Schreib-Coach in Workshops, Einzelsitzungen und auf ihrer Internetseite Handgeschrieben.de Menschen auf ihrem ganz eigenem Weg.

Für ihr neues Buch “Hab Mut und geh” habe ich Sabrina ganz viele Fragen zu meinem persönlichen Herzensweg mit Mariengold beantwortet. Ein paar Zitate meiner Antworten haben es sogar in das Buch geschafft. Einen Auszug aus unserem langen Gespräch findet ihr hier. Wenn ich heute lese, was ich im Frühling zu dem Thema gesagt habe, bin ich ganz berührt und glücklich und auch ein bischen nachdenklich. Gerade jetzt, wo bei Mariengold so vieles im Umbruch ist, spüre ich einmal mehr, wie essenziell wichtig es ist, stets im Gespräch mit sich selbst zu sein und immer wieder neue stimmige Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu finden. Weil ich weiß, dass viele nicht nur wegen der Puppen hierherkommen, sondern auch um sich für ihren eigenen Weg inspirieren und ermutigen zu lassen, habe ich Sabrina ein paar Fragen zu ihrem neuen Buch gestellt, das Ende Oktober erscheint.

Liebe Sabrina, was ist das für dich, ein Herzensweg?
Ein Herzensweg ist für mich ein Weg, bei dem wir wirklich dem folgen, was uns im Herzen brennt. Vielleicht gibt es schon lange eine Sehnsucht in uns – eine Sehnsucht nach Veränderung. Nach einer Tätigkeit, der wir insgeheim schon seit vielen Jahren nachgehen wollen, nach einem Neustart, den wir wagen wollen, einem Umzug, dem Absprung aus einer bestehenden Partnerschaft, nach einer langen Reise oder auch nach einer inneren Veränderung, die uns zum Beispiel auf den Weg von Meditation und Stille führen kann.

Meist befinden wir uns – ehe wir den ersten Schritt Richtung unseres Herzensweges machen – auf einem Weg, der diese tiefe Sehnsucht nicht stillen kann. Immer wieder tauchen Fragen auf wie: Wo zieht es mich hin? Was ist eigentlich mein Platz in diesem Leben? Was sind meine Potenziale? Was kann ich und was will ich? Was möchte ich tun in diesem Leben? Welchen Weg möchte ich gehen? Wie kann der erste Schritt auf diesem Weg aussehen? Und was muss ich in meinem Leben ändern, um ganz dem Ruf meines Herzens folgen zu können?

Andere Menschen haben uns bislang vielleicht nur nachsichtig belächelt, wenn wir ihnen von unseren größten Träumen und Sehnsüchten erzählt haben. Über die Jahre haben wir gelernt, dass das, wonach unser Herz uns sehnt, nicht machbar ist – zu wenig Geld, keine Kraft, gesellschaftlich nicht anerkannt, nicht der Norm entsprechend. Und doch spüren wir immer wieder dieses Ziehen in uns hin zu dem neuen Weg. Wir merken: Ja, das ist meins, genau das möchte ich tun, dafür lohnt es sich für mich zu leben.

Wagen wir dann doch die ersten Schritte auf solch einem Herzensweg, werden unweigerlich Ängste auftauchen – seien es unsere eigenen oder die anderer Menschen, die uns gut zureden, wir mögen doch lieber wieder unseren alten sicheren Beruf weiterverfolgen, statt diesen ungewissen Weg zu beschreiten. Doch wenn wir wirklich die Sehnsucht, das Brennen im Herzen spüren, können wir gar nicht anders, als weiterzugehen, egal, wie groß der Berg auch sein mag, der sich da gerade vor uns aufzutürmen scheint.

Was ist dein liebster Rat für Frauen, die sich auf den Weg ihres Herzens machen wollen?
Ob Frau oder Mann: Folge der Freude. Glaube an dich. Vertraue dir – und dem Leben. Denn unsere Begeisterung zeigt uns, wo es langgeht. Sie weist uns zielsicher auf unsere Talente, Wünsche und Visionen hin. Und: Unsere Freude hilft uns, dranzubleiben, auch wenn der Wind mal von allen Seiten bläst.

Wie unterstützt dein neues Buch Menschen auf ihrem Herzensweg?
Als ich losgegangen bin auf meinem Weg, habe ich mir immer eine Art Reiseführer gewünscht, in dem ich blättern und sehen könnte: Ah, hier könnte der Weg weitergehen! Ach so, diese Ängste und Zweifel sind ganz normal auf dieser Reise! Das Buch „Auf dem Herzensweg – Lebensgeschichten spiritueller Frauen“ hat im vergangenen Jahr die Geschichten von zehn Frauen vorgestellt, die ihrem Herzen gefolgt sind. Die Begegnung mit diesen zehn Frauen ist noch heute ein ganz großer Reiseproviant für mich, denn sie machen auch mir immer wieder Mut, selbst weiterzugehen.

Mein neues Buch „Hab Mut und geh“ ist nun mehr eine Art praktischer Reiseführer. Für alle die, die sich fragen: Ja, wie geht das überhaupt, den eigenen Weg zu gehen? Was sind denn meine Wünsche und Träume? Was für ein Potenzial steckt in mir? Wie gehe ich mit Zweifeln auf dem Weg um? Was sind meine Kraftquellen? Was unterstützt mich? Es ist ein Buch zum Lesen, Reinschreiben und Anhören, vor allem aber zum Leben. Jedes Kapitel besteht dabei aus Impulstexten, Inspirationen und Übungen. Da kann ich eine Visionsreise machen, innehalten mit einem kleinen Impuls oder schreibend herausfinden, was das eigentlich für mich ist, ein Herzensweg – und wo es für mich weitergehen kann.

Die einzelnen Kapitel drehen sich dabei um die Kernthemen, denen jede und jeder unweigerlich beim Gehen des eigenen Weges begegnet. Themen wie Sehnsucht, Sinnfragen, Träume, Ungeduld, Vertrauen, Scheitern und Wertschätzung. Und ich freue mich, wenn das Buch zu einem Reiseführer und Sprungbrett für all diejenigen wird, die noch an der Klippe stehen und sich fragen: Soll ich den Sprung ins Unbekannte wagen oder nicht? Möge es zu einer kraftvollen Brücke in dieses Neuland werden!

Dankeschön, Sabrina, für deine Antworten und Gratulation von Herzen zu deinem neuen Buch!

Sabrina und ich verlosen ein Exemplar ihres Herzensweg-Praxisbuches. Wenn ihr es gewinnen möchtet, schreibt bis Mittwoch Nacht an hello@mariengold.net. Den Gewinner werde ich am Donnerstag auslosen und benachrichten. Das Buch bekommt ihr dann von Sabrina zugeschickt, auf Wunsch mit persönlicher Signatur. Viel Glück!

“Hab Mut und geh. Das Herzensweg-Praxisbuch“ von Sabrina Gundert, www.handgeschrieben.de, erhältlich für 23.90 Euro im Buchhandel oder direkt bei Sabrina.

(Das Buch gewonnen hat Daniela.)

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


7. Oktober 2014

Bücher: „Die Liebe der kleinen Mouche“ von Paul Gallico

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Was wäre ein Herbstbegrüßungswochenende ohne ein gutes Buch? „Die Liebe der kleinen Mouche“ von Paul Gallico ist so ein Buch, ein schmales Bändchen zwar, aber mit einer ganz großen Geschichte über die Sehnsuchtsstadt Paris, die Magie der Puppen und natürlich die Liebe.

Die kleine Mouche sucht ihr Glück als Schauspielerin in Paris. Aber das Leben ist hart zu ihr. Das junge Mädchen ist einsam, verarmt und unglücklich und sieht eines Nachts keinen anderen Ausweg mehr als den Freitod in der Seine. Auf dem Weg zur vermeintlichen Erlösung begegnet sie auf einem Jahrmarkt einer Schar Handpuppen, die ihr schließlich vorschlagen, sie fortan zu begleiten:

Es war, als hätte sich Mouche plötzlich ein Ausblick in den Himmel eröffnet. Liebte sie doch all diese kleinen, wunderlich einnehmenden Wesen schon so sehr, dass jedes von ihnen in ein paar kurzen Augenblicken ihre Fantasie gefangen genommen und ihr Herz angerührt hatte. Und nun für immer dieses Leben – und wenn der Tag lang war, aus der Wirklichkeit in diese einzigartige Welt der Fantasie zu entfliehen …

Mouche schließt sich der Truppe an und verzaubert zusammen mit den Puppen Jung und Alt im ganzen Land. Zwischen Mouche und den Puppen entwickelt sich eine starke Liebe, die ihr neue Kraft zu leben gibt und deren Funke auch auf das Publikum überspringt, so dass das Ensemble immer beliebter und erfolgreicher wird. Aber was ist mit dem Puppenspieler, Michel Peyrot? Warum verachtet und demütigt er Mouche in dem Maße, wie die von ihm geführten Puppen das Mädchen lieben? Scheinbar haben sie ihren ganz eigenen Willen:

Denn wenn er auch hinter dem Vorhang in der Bude saß, die Puppen mit Leben erfüllte und für ihre sieben Stimmen sorgte, handelten sie doch häufig seltsam und entschieden als Individuen, über die er keine Herrschaft besaß. Nie hatte Michel sich die Mühe gemacht, groß über dieses Phänomen nachzugrübeln; er hatte es einfach hingenommen, (…)

So brutal der Puppenspieler Mouche auch behandelt, das Mädchen erholt sich jedes Mal davon und die Liebe der Puppen lässt sie Tag für Tag wie ein Phönix aus der Asche wieder auferstehen. Als Mouche eines Tages einen jungen Akrobaten kennenlernt und die beiden heiraten wollen, sieht sie eine Möglichkeit, der Gewalt des Puppenspielers zu entkommen. Der lässt sie schließlich auch gehen, aber nicht ohne ein letztes Gespräch, in das er Mouche mit den Puppen verwickelt, bei dem sie schließlich auch in ihrem Herzen erkennt, das die geliebten Puppen und der verhasste Puppenspieler eins sind:

„Wer ist das? Wer spricht da?“, rief Mouche. Und aus einem mächtigen Impuls, ohne recht zu wissen, was sie tat, griff sie nach dem Vorhang, durch den sie zwar zu sehen war, aber selbst nicht sehen konnte, und riss mit einer einzigen Bewegung den Schleier weg, der sie so lange von dem elenden, unglücklichen Mann getrennt hatte, der sich dahinter verbarg. Unbeweglich wie eine Statue saß er da, finster und hohläugig, unnachgiebig und doch vergehend vor Liebe nach ihr.

Welches Ende die Geschichte nimmt, lässt sich hier schon erahnen. Es ist ein gutes Ende, eines, das lange nachklingt.

Was mich besonders an dem Buch berührt hat, ist das Bild der Puppe, die – mit Liebe und Güte erfüllt und von Menschenhand geführt – es vermag, die wahre Natur eben jenes Menschens, so böse er auch sein mag, zum Leuchten zu bringen, wenn auch verborgen hinter einem Vorhang. Und was für ein Glück es ist, wenn ihm ein großes und freies Herz begegnet, das den Mut hat, den Schleier zum Fallen zu bringen, eben so wie die Liebe der kleinen Mouche.

Wie immer verlose ich mein Rezensionsexemplar, das mir der Verlag Urachhaus freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Wenn ihr das Buch gewinnen möchtet, schreibt bis Donnerstag Nacht an hello@mariengold.net. Den Gewinner werde ich am Freitag auslosen und benachrichtigen. Viel Glück!

Paul Gallicos Geschichte wurde 1953 übrigens auch verfilmt. „Lili“ – so der Titel – wurde mit einem Oscar, mehreren Oscar-Nominierungen und einem Golden Globe ausgezeichnet. Hier gibt es einen kleinen Einblick.

Paul Gallico: Die Liebe der kleinen Mouche, Urachhaus, ISBN: 978-3-8251-7888-8, 17.90 Euro

(Das Buch gewonnen hat Julia.)

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


4. September 2014

Bücher: „Puppenstudio“ von Jenny Doh

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Das Wort „Puppe“ gehört zu meinen Lieblingsworten. Das war natürlich nicht immer so. Diese Vorliebe hat sich im Laufe der Zeit mit meiner Arbeit als Puppengestalterin entwickelt und entfaltete sich in dem Maße, wie sich mir Stück für Stück die wunderbare Welt hinter diesem Begriff eröffnete. Ich mag besonders das Geheimnisvolle, Magische an den Puppen. Denn eigentlich sind sie für mich eher eine Art Hülle, deren Inneres und seelentiefer Grund sich erst durch Zuwendung und Spielen – ganz einfach Liebe! – entfaltet. Dann zeigt sich, welcher kleine Freund, Vertraute oder manchmal sogar lebenslanger Begleiter im wahrsten Sinne des Wortes in diesem Ding verpuppt ist.

Faszinierend an dem Begriff finde ich auch die Frage, ob eigentlich nur Bilder des Menschen Puppen sind oder ob auch Tiere und Fantasiewesen darunter laufen. Eine mögliche Antwort auf diese Frage gibt das Buch „Puppenstudio“ von Jenny Doh, das 2013 im Verlag Edition Michael Fischer erschienen ist.

Darin geben 10 internationale Puppendesignerinnen Einblick in ihre Studios, plaudern aus ihren Nähkästchen und stellen 23 Projekte und Anleitungen zur Herstellung von verschiedensten Puppen und Stofftieren vor. Da gibt es Elly, den Zauberelefanten (mein Liebling), die rote Matroschka, den Miesepeter im Froschkostüm, den tätowierten Mann, das liebe Lämmchen, Rotkäppchen (von der einzigen aus Deutschland vertretenen Künstlerin, Suse Bauer von Revoluzza) und viele mehr – eins bezaubernder als das andere, das ganze Buch eine Augenweide, großartige Inspiration und Ode an die Liebe zur Puppenmacherei!

Der englische Titel des Buches lautet übrigens „We Make Dolls“. Bevor mir der Verlag für die Rezension die deutsche Version schickte, besaß ich schon einige Monate lang die englische Ausgabe. Der Titel hat mich so sehr angesprochen, das er lange Zeit mein Mantra war und das hübsche Buch in direkter Sichtweite meines Arbeitstisches stand. Einfach zur Erinnerung, warum ich mir gerade diese Arbeit ausgesucht habe.

Um auf die Frage vom Anfang zurückzukommen: Das Buch hat mich angeregt, meinem persönlichen Begriff von Puppe nachzuspüren und habe für mich beschlossen, das eine Puppe ist, welches Wesen auch immer es vermag, in Kindern oder Erwachsenen Gefühle freizusetzen. Wie seht ihr denn das?

Wie immer verlose ich mein Rezensionsexemplar, das mir der Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Wenn ihr das Buch gewinnen möchtet, schreibt bis Sonntag Nacht an hello@mariengold.net. Den Gewinner werde ich am Montag auslosen und benachrichtigen. Ganz viel Glück euch!

Jenny Doh: Puppenstudio. Puppendesignerinnen plaudern aus dem Nähkästchen, Edition Michael Fischer, ISBN: 978-86355-119-3, 19.90 Euro

(Die Gewinnerin des Buches ist Elke.)

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


27. Mai 2014

Bücher: „Meister Marios Geschichte“ von Rafik Schami

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Der syrisch-deutsche Schriftsteller Rafik Schami hat ein neues Kinderbuch geschrieben und es handelt wieder von Puppen. Nach „Das Herz der Puppe“ (hier rezensiert), indem es um die Freundschaft zwischen Nina und der Puppe Widu geht, handelt „Meister Marios Geschichte“ von einem Puppenspieler und seinen Marionetten.

Vorhang auf – Applaus! Seit vielen Jahren zieht Mario, ein meisterhafter Geschichtenerzähler (der zweitbeste nach Astrid Lindgren wohlbemerkt!), mit seinen Marionettenpuppen durchs Land und begeistert die Menschen mit einem Märchen, in dem ein fauler Fürst zum fleißigen Bauern wird und der Prinz nicht die langweilige Prinzessin zur Frau nimmt, sondern das kluge Mädchen.

Nach mehr als siebenhundert Vorstellungen aber haben die Marionetten genug. Sie sind schrecklich gelangweilt und starten hinter den Kulissen eine Revolte. Von nun an wollen sie selbst bestimmen, was sie spielen. Also schneiden sie ihre Fäden durch und werden, was sie schon lange sein wollen:  Aus der Königin wird eine Zauberin, aus dem Hofnarr ein Clown und aus dem Prinzen ein Räuber, nur der König möchte König bleiben.

Meister Mario ist natürlich erst einmal entsetzt: „Aber, aber – das geht doch nicht. Wie soll ich ohne Fäden mit euch spielen?“ „Uns verbinden andere Fäden mit dir, die man nicht sieht. Sie gehen von Herzen zu Herzen“, antworten die Puppen.

Da erkennt Mario die Möglichkeiten und den Spaß, die sich da auftun. Von nun an treten sie alle zusammen auf: die Puppen in selbst gewählten Rollen und Mario als Riese und jeden Tag spielen sie ein neues gemeinsam erfundenes Stück.

Mit seinem neuen Kinderbuch ist Rafik Schami eine rührende, komische und herzerwärmende Geschichte gelungen, in der es um weit mehr geht als um einen erfolgreichen, aber etwas eingerosteten Puppenspieler, gelangweilte Marionetten und eine Schere. Es geht um Freiheit und Selbstbestimmung, um Verantwortung für die eigenen Lebensträume und um die Frage, wer wir sein und wie wir unser Leben gestalten wollen, wenn wir uns beherzt von der vermeintlichen Bestimmung durch äußere Umstände frei machen. Dafür braucht es viel Mut und eine gute Portion Humor. Marios Puppen machen es vor!

Das Buch mit vielen märchenhaften Illustrationen ist im Sommer 2013 im Hanser Verlag erschienen. Wie immer verlose ich mein Rezensionsexemplar. Wenn ihr gewinnen möchtet, schreibt bis Donnerstag Nacht ein E-Mail an hello@mariengold.net. Den Gewinner werde ich am Freitag auslosen und benachrichten. Viel Glück!

Rafik Schami: Meister Marios Geschichte. Wie die Marionetten aus der Reihe tanzten, Hanser Verlag, ISBN: 978344624309-5, 12.90 Euro

(Das Buch gewonnen hat Evelyn.)

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)