29. Mai 2019

DIY: Puppenkleiderbügel

Zum Sommer Sammeln letztes Jahr im Tessin gehörte für mich auch ein kleines DIY-Projekt, das sich herrlich unter freiem Himmel umsetzen ließ. Bei unseren zahlreichen Wanderungen sammelte ich Stöcke, aus denen ich Puppenkleiderbügel schnitzte. Die Idee hatte ich von meiner Freundin Laura von 1000Rehe, die dazu auch ein DIY auf ihrem Blog veröffentlicht hat. Der nächste Sommer steht vor der Tür, der Berg ruft wieder und mit Lauras Erlaubnis teile ich die Anleitung noch einmal hier mit euch.

Ihr braucht

Astholz, frisch oder trocken

Schraubhaken 3 cm lang und 1,5 cm breit

Schnitzmesser

Säge

Farbiges Garn

Schere

Und so geht’s

Erst einmal Stöcke sammeln, am besten viele Stöcke in verschiedenen Dicken und von unterschiedlichen Baumarten, denn es zeigt sich erst beim Schnitzen, welches Holz gut geeignet ist. Ideal sind Stöcke, die ca. 15 cm lang und nicht dicker als 1,5 cm sind, bei Bedarf mit einer Säge auf die richtige Länge bringen. Mit dem Schnitzmesser die Rinde entfernen und eine schöne, glatte Oberfläche arbeiten, die Enden können abgerundet oder in Form gesägt werden. Die Schaubhaken in das Holz drehen. Das geht sehr gut, wenn das Holz frisch ist, ansonsten eine Bohrmaschine zur Hilfe nehmen. Zum Abschluss die Haken mit farbigem Garn umwickeln und oder anderweitig schmücken, da fallen euch sicher viele Möglichkeiten ein.

Ich wünsche euch einen erlebnisreichen, herzverbundenen und naturgenüsslichen Sommer und ganz viel Freude und Innigkeit mit den Menschen, die euch wichtig sind. Wenn dabei auch ein paar Kleiderbügel für die Puppen herauskommen, wunderbar!

Weitere DIYs findet ihr hier.


20. Mai 2019

Bücher: „Frau im Dunkeln“ von Elena Ferrante

Wenn ich Elena Ferrante eine Frage stellen könnte, wäre es die nach den Puppen. Die spielen nämlich in allen Büchern, die ich bisher von ihr gelesen habe, eine wichtige Rolle. In der Neapel-Tetralogie, in der es um die Freundschaft von Lila und Elena geht, bilden die Puppen ihrer Kindheit den Rahmen der Handlung, der mehrere Jahrzehnte umspannt. Zu Beginn des ersten Teils „Meine geniale Freundin“ verlieren die beiden ihre Puppen oder stoßen sie vielmehr von sich weg hinab in den dunklen Keller von Don Achille und es folgt eine Mutprobe, die zwar ihre Freundschaft besiegelt, die Puppen aber bleiben verschwunden. In den folgenden drei Teilen wird immer wieder Bezug auf diese Episode genommen, schließlich tauchen die Puppen ganz am Ende der Geschichte wieder auf, aber es bleibt ein Rätsel, wo sie all die Jahre waren. In „Der Strand bei Nacht“, Elena Ferrantes erstem Kinderbuch, das letztes Jahr erschien und das ich hier ausführlich besprochen habe, gibt es einen Wechsel der Perspektive und es stehen die Erlebnisse und das Empfinden einer Puppe im Mittelpunkt, die allein am Strand zurückgelassen wird, vergessen von ihrem Kind. Es geht dabei auch um etwas, das die Autorin selbst sehr, sehr gut beherrscht, nämlich die Kraft und das Wunder der Sprache.

Bereits einige Jahre vor der Neapel-Tetralogie war „Frau im Dunkeln“ erschienen, ein frühes Werk der Autorin, das nach ihrem großen Erfolg dieses Jahr noch einmal in neuer Übersetzung in Deutschland aufgelegt wurde. Es handelt von Leda – knapp fünfzig, allein lebend, Mutter zweier erwachsener Töchter, Universitätsprofessorin in Florenz -, die einen Sommerurlaub an der süditalienischen Küste verbringt, der erste seit dem Auszug der Kinder. Die Zeit am Strand vertreibt sie sich damit, eine junge Frau und deren kleines Mädchen zu beobachten, die innig vor sich hin spielen:

„Bei anderer Gelegenheit beobachtete ich, wie sie gemeinsam mit der Puppe spielten. Es machte ihnen großen Spaß, sie zogen sie an und aus, schmierten sie im Spiel mit Sonnenmilch ein, badeten sie in einem grünen Eimer, rubbelten sie anschließend trocken, damit ihr nicht kalt wurde, drückten sie an ihre Brust, wie um sie zu stillen, fütterten sie mit Brei aus Sand oder legten sie zwischen sich auf das Handtuch in die Sonne. Die junge Frau war schön, doch erst ihr Muttersein machte sie zu etwas Besonderem, sie schien nur ihre Tochter im Sinn zu haben.“

Und an anderer Stelle heißt es:

„Sie (die Puppe, Anmerkung von mir) bewahrte die Liebe zwischen Nina und Elena auf, das Band ihrer Zuneigung, die Leidenschaft, die sie füreinander empfanden. Sie war der strahlende Beweis eines glücklichen Mutterdaseins.“

Zunächst ist Leda wohlwollend und fasziniert, denn Nina und Elena erinnern sie an ihre eigene Vergangenheit als junge Mutter. Sie verliert sich immer mehr in ihren Erinnerungen, nicht nur an Schönes, sondern auch an alles Schwierige, Herausfordernde, Überfordernde und sie erkennt, dass sie ihren Töchtern vermutlich keine liebevolle Mutter war. So schlägt die anfängliche Sympathie allmählich in Wut und Neid um und sie lässt sich zu einer verstörenden Tat hinreißen, die besonders dem kleinen Mädchen sehr zusetzt.

In dieser Geschichte geht es vor allem um die Frage, was es bedeutet, eine Frau und Mutter zu sein und dabei eigene Wege gehen zu wollen. Es geht um all die widersprüchlichen Gefühle, die Frauen, Mütter sich selbst kaum eingestehen wollen, weil sie eigentlich unsagbar und unerhört sind. Diese Schonungslosigkeit, die tiefe Emotionalität und natürlich die einzigartige Erzählkunst von Elena Ferrante machen das Buch zu einer äußerst spannenden und eindringlichen Lektüre, die lange in mir nachwirkte. Dass dabei auch eine Puppe eine tragende Rolle spielt, hat mich besonders berührt hat.

Antwort auf meine eingangs gestellte Frage, welche Bedeutung Puppen für die Autorin persönlich haben, erhoffe ich mir von ihrem neusten Buch „Frantumaglia: Mein geschriebenes Leben“, einem Selbstporträt, das ich mir für den Sommer aufhebe und das dann vielleicht auch hier besprochen werden wird.

Elena Ferrante: Frau im Dunkeln, Suhrkamp Verlag, ISBN: 3518428705, 22 Euro.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


15. Mai 2019

Mit Mariengold gemacht #17

1 Man muss schon genau hinschauen, um das kleine Extra an Renates Puppenjungen zu entdecken. Dieses und viele weitere Details findet ihr in meinem Details E-Book.

2 Caro von NATURKINDER hat ein Herz für Puppen. Im März versteigerte sie auf Instagram eine Puppe nach meinem Baby Twink E-Book für einen guten Zweck. Ihren typischen Stil würde ich aus hunderten Puppen erkennen!

3 Bei Katrin ist mit meinem Pip E-Book eine Puppe für die Puppe entstanden: „Made a new doll for my daughter. Now Mimi is the baby and must go to the dentist with her.“

4 Puppen und Weihnachten, das gehört einfach zusammen. Für viele bedeutet das, in der Vorweihnachtzeit zum ersten Mal überhaupt selbst eine Puppe zu nähen, was Freude und Stress zugleich bedeuten kann. Umso schöner, wenn, wie bei Dagmar, das Werk pünktlich vollendet ist und das Fest dann wirklich kommen darf.

5 Es ringelt fröhlich bei Instagram. Ich freue mich immer sehr, wenn ich dort Bilder von Strümpfen sehe, die nach meiner Anleitung entstanden sind, wie diese von Julia: „Ich bin so stolz, ich hätte nicht gedacht, dass ich mich je an Socken wagen würde!“

6 Puppen und Fasching gehen auch gut zusammen. Britta schickt mir regelmäßig Bilder von Lisa, der Puppe, die sie vor Jahren bei mir im Kurs machte, und ihrer Tochter im Partnerlook, dieses Jahr: Sushi.

7 Mein Puppennähkurs im Wien Anfang März war wieder etwas ganz Besonderes für mich. Es lag schon ein Hauch Frühling in der Luft, die Stadt empfing mich mit offenen Armen und Herzen und es entstanden sieben Puppen, die monatelang von den Teilnehmerinnen herbeigefreut worden waren. Nächstes Jahr komme ich wieder, gleiche Zeit, selber Ort. Liebe Österreicherinnen, bei Interesse schreibt mir an hello@mariengold.net und ich gebe euch Bescheid, sobald der Termin fix ist.

Wenn ihr auch einmal Teil dieser Reihe sein möchtet, schickt eure Bilder gern an hello@mariengold.net. Mein DIY-Angebot zur Herstellung von Puppen findet ihr in meinem Etsy-Shop, mein Kursangebot hier, alle Beiträge dieser Reihe hier.


15. April 2019

Tilly und Ben – Zwei Lieblingspuppen aus 2019

Tilly ist 30 cm groß und hat marzipanfarbene Haut, braune Augen und goldblondes Haar mit festen Zöpfen und einem Pony. Sie trägt einen dunkelblauen Blümchenrock, ein pinkfarbenes Langarmshirt, weite Hose in Altrosa und eine Mütze im Farbverlauf Hellblau, Pink und Grün.

Ben ist ebenfalls 30 cm groß und hat aprikosenfarbene Haut, blaue Augen und rotbraunes Strubbelhaar. Er trägt hellbraune Cord-Latzhosen mit zwei großen Taschen, ein hellblaues Langarmshirt und eine altrosa Schirmmütze.

Die Puppen sind für je 165 Euro in meinem Etsy-Shop oder via E-Mail an hello@mariengold.net direkt bei mir erhältlich, dann beträgt der Preis 5 Euro weniger. Weitere Puppen für den Sofortkauf, sofern gerade vorrätig, findet ihr hier, mein Portfolio hier und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen hier.

Eine Puppe wie diese könnt ihr mit meinen E-Books zur Herstellung von Puppen und Puppenkleidern auch selbst herstellen. Mehr dazu hier. Die E-Books sind in meinem Etsy-Shop erhältlich.

Puppenbestellungen an hello@mariengold.net. Preise und Details hier.

Mariengold Puppen werden von Hand mit großer Aufmerksamkeit und viel Liebe aus natürlichen Materialien und nach eigenen Entwürfen hergestellt. Sie haben einen kleinen Hals (die Babys jedoch nicht), einen einfachen Po, sehr gut bewegliche Arme und Beine, ein kleines Näschen und einen Bauchnabel, manchmal auch Ohren und Grübchen an Ellenbogen und Knien. Das Haar ist aus einer gehäkelten Perücke aus Mohair-Schurwoll-Garn mit eingeknüpften Haarsträhnen. Die Körperteile sind aus hochwertigem Schweizer Trikotstoff mit einem besonders reißfestem Garn genäht und sehr, sehr fest mit Schafwolle gestopft. Das Gesicht ist sorgfältig aufgestickt und die Wangen sind mit roter Bienenwachskreide eingefärbt. Die Kleidung ist aus Stoffen und Garnen aus Naturfasern. Puppen und Kleidung können von Hand mit lauwarmem Wasser und einem milden Waschmittel gereinigt werden.


9. April 2019

Geschenkideen für Puppennähverliebte #7 (Osternest-Ausgabe)

1 Dieses Jahr feiert das Bauhaus seinen 100. Geburtstag. Alma Siedhoff-Buscher, die von 1922 bis 1927 am Bauhaus studierte, entwickelte u. a. völlig neuartiges kindgerechtes Spielzeug wie das „Kleine Schiffbauspiel“, das bis heute produziert wird, und die damals ebenfalls sehr erfolgreiche Wurfpuppe, die in ihrer Bewegungsfreiheit auch für die größtmögliche Freiheit für das Kind stand. Anlässlich des Jubiläums ist die Wurfpuppe bis Ende des Jahres in der Ausstellung Reflex Bauhaus in der Neuen Sammlung in München zu sehen. Karten gibt es für 10 Euro.

2 Kunstmotive mit Puppen lassen das Herz jeder Puppenmacherin höher schlagen, z. B. „Pontus“ des schwedischen Malers Carl Larsson aus dem Jahr 1890, hier als Doppelkarte für 2,70 Euro erhältlich.

3 Apropos Herz, das ist grundsätzlich sehr beliebt bei Menschen, die gern Dinge mit ihren Händen herstellen, z. B. zum Schlecken für 2,99 Euro von Butlers.

4 Wer Puppenmachen liebt, strickt und häkelt oft auch mit Vergnügen. Noch vergnüglicher wird es mit einer nützlichen Schale, die das Garnknäuel hält, damit es nicht lustig hin und her kullert. Bei Etsy lassen sich viele solcher Schalen in den schönsten Formen finden wie diese mit Alpaka von Barruntando aus Spanien für 45 Euro.

5 Wenn zwischen Papierseiten Vögel zwitschern, kann Ostern nicht mehr weit sein. Büroklammern, 6 Stück, gibt’s für 8,90 Euro hier.

6 Im Koel Magazine geht es um textile Handarbeiten für moderne Innenräume. Entsprechend frisch und inspirierend sind die Projektideen und das Grafikdesign. Erhältlich für 16,50 Euro im gut sortierten Zeitschriftenhandel oder online z. B. hier.

7 Gutes Werkzeug schont Nerven und Hände und macht einfach Freude. Zum Füllen der Puppenteile eignen sich Stopfhölzer mit langen Griffen wie die von ProBär besonders gut, preislich liegen sie sogar unter 5 Euro.

8 Eine Hängematte für den Kopf, klingt das nicht traumhaft? So etwas gibt es tatsächlich, sie dehnt und stärkt die Muskulatur am Nacken und sorgt für Schmerzlinderung und Entspannung. Herrlich! Erhältlich ab ca. 20 Euro z. B. hier.

9 Die Firma Prym hat viel Nützliches und auch Schönes zum Nähen im Angebot wie diesen Einfädler mit zwei verschieden großen offenen Haken für 2,90 Euro.

10 Die passende Handpflege für Ostern kommt von Aries in Form eines Pflege-Eies. Die durch Körperwärme freigesetzten Bio-Wirkstoffe binden die Restfeuchtigkeit und pflegen auf sanfte Art wie eine Handcreme. Erhältlich hier für 6,29 Euro.

Das Internet ist voller schöner Dinge und guter Ideen. Wenn ihr Vorschläge und Links für die Reihe habt, schreibt gern an hello@mariengold.net. Die Geschenkideen der letzten Jahre findet ihr hier, weitere Fundstücke hier.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)