27. Februar 2017

23 Dinge über Mariengold

Als Kind hatte ich nie einen besonderen Berufswunsch, selbst im Studium sah ich mich in keinem bestimmten Beruf. Um ehrlich zu sein, ich hatte immer Angst vor der Arbeit in einem klassischen Unternehmen, so wie ich es mir vorstellte. Das war vor über 10 Jahren auch ein wichtiger Grund für meine berufliche Selbständigkeit.

Das mit der Aufregung vor Kursen wird bei mir nicht besser mit der Zeit. Obwohl ich schon sehr lange unterrichte, habe ich vor jedem Kurs ein bisschen Lampenfieber, ob mit Kindern oder Erwachsenen, mit neuen Leuten oder bekannten Gesichtern, zusammen mit Laura oder allein.

Laura und ich haben uns vor 12 Jahren bei der Gründung des Waldorfkindergartens Fliederhof in Berlin-Mitte kennengelernt. Puppenmacherinnen waren wir damals noch nicht.

Nach der Arbeit entspanne ich am besten beim Autofahren, was ich erstaunlich finde, denn ich habe meinen Führerschein erst seit 3 Jahren und fühle mich noch nicht so sicher beim Fahren. Dabei muss ich mich wohl so sehr konzentrieren, dass ich alles andere für eine Zeit vergesse.

Bei meiner Overlock-Nähmaschine wechsle ich nie die die Garnrollen, sondern mache sämtliche Nähte in Off-White. Nähmaschinen, insbesondere die Overlock, sind mir auch nach all den Jahren noch ein großes Rätsel. Deshalb bin ich immer heilfroh, wenn ich einfach anknoten kann, wenn eine Rolle verbraucht ist.

Ich bin absolut keine Sammlernatur. Weder horte ich Stoffe, noch Strickgarne oder bin ich einer anderen Leidenschaft verfallen. Was ich aber nicht wegwerfen kann, sind alte Garnspulen aus Pappe. Wohl weil sie mich an meine Oma erinnern, die schon lange nicht mehr lebt.

Ein Mal ist es mir passiert, dass ich eine Frau nicht wiedererkannt habe, die zum zweiten Mal in meinen Kurs kam.

10 Meter Gummiband reichen bei mir 5 Wochen lang, ein Rolle Paketband 4 Wochen und eine Rolle Garn für Handnähte 3 Wochen.

Wenn es mir besonders gut geht, scheint sich das auch auf meine Verkäufe auszuwirken. Einmal habe ich einen tollen Tag mit einer Freundin verbracht und als ich nach Hause kam, waren gleich zwei Puppen verkauft, für die sich vorher wochenlang niemand interessiert hatte. So ähnlich habe ich es schon mehrere Male erlebt. Und immer haben dabei Herzensmenschen eine Rolle gespielt.

Ich liebe es, nach Haarschmuck für die Puppen zu stöbern. Das meiste davon verwende ich nicht selbst, sondern verschenke es in meinen Kursen. Was ich dabei festgestellt habe: Am beliebtesten ist Hellblau, die Farbe, in der es jedoch am wenigsten zu kaufen gibt.

Letztes Jahr habe ich meine Arbeitszeit für die PuppenMITmacherei getrackt. Herausgekommen sind 42,75 Stunden für Planung und Kommunikation mit meiner Partnerin Caro von NATURKINDER, den Austausch mit den Teilnehmerinnen, die Herstellung meiner Rag Doll, das Schreiben der Blogartikel, die Organisation des Interviews mit Jess Brown und die Moderation der Kommentare auf dem NATURKINDER-Blog.

Ich habe seit Jahren eine bestimmte Lieblingsnähnadel, auf die ich besonders achtgebe. Sie ist mittellang, schön spitz, sehr stabil und hat ein Öhr groß genug für alle Garne, die bei mir zum Einsatz kommen.

Nachtschichten mache ich keine. Vielmehr bin ich ein Morgenmensch, eine echte Lerche. Und ich bekomme die Dinge auch ohne extra Arbeit nach Feierabend geregelt.

Ich habe kein Smartphone und bin nicht in den sozialen Netzwerken im Internet unterwegs. Dennoch schätze ich einige Instagram-Accounts, mein liebster zur Zeit ist @minusgold, der hat mit Puppen/macherei nichts zu tun, dafür mit Poesie und Verletzlichkeit.

Erst vor kurzem habe ich mitbekommen, dass man Stoffscheren nicht zum Schneiden von Garnen verwenden sollte. Dafür gibt es sogenannte Fadenknipser, bei denen ich mich immer gefragt habe, wozu sie eigentlich gut sind, wenn man eine Stoffschere hat. Jetzt weiß ich es.

Seit über 10 Jahren nähe ich Puppen, genauso lange bin ich auch Kundin bei Wollknoll. Mittlerweile kenne ich ihre Kontonummer auswendig.

Letztes Jahr habe ich 145 Kilo Stopfwolle verbraucht. Das ging natürlich nicht alles in meine Puppen, sondern auch in Materialpackungen und die Puppen meiner Kursteilnehmerinnen.

In den letzten beiden Wochen habe ich im Durchschnitt 18 E-Mails am Tag verschickt, die Wochenenden nicht mitgezählt, denn da arbeite ich nicht. (Deshalb sind es montags immer besonders viele.)

Die eingehenden E-Mails zähle ich lieber nicht.

Mittlerweile benötige ich keine 15 Minuten mehr, um meine Siebensachen für die Kurse zu packen. Solche Abläufe immer weiter zu optimieren, macht mir total viel Spaß. So habe ich zum Beispiel inzwischen alle Werkzeuge und Arbeitsutensilien doppelt, die ich sowohl in meinem Atelier als auch in den Kursen brauche. Das spart enorm viel Packzeit. Nicht inbegriffen sind natürlich die Zeit für die Korrespondenz mit den Teilnehmerinnen und die Vorbereitung des Puppenbastelmaterials.

In den letzten 10 Jahren habe ich an die 70 Kurse gegeben. In zweien davon habe ich am Ende geweint, vor Rührung.

Heute würde ich niemandem mehr empfehlen, sich mit Puppenmacherei selbständig zu machen, zumindest nicht, wenn der Wunsch besteht, wirklich davon leben zu können. Und doch würde ich es jederzeit wieder tun.

Aktuell befinden sich 24 Entwürfe im Content Mangement System meines Blogs. Die möchte ich alle noch dieses Jahr veröffentlichen.

Noch mehr Dinge über Mariengold und weitere Einblicke findet ihr hier.


21. Februar 2017

Bücher: „Ziegenmaserrötelpeter“ von Eva Wikander

Schön doof, so ein verregneter Sonntagmorgen. Als Anna aufwacht, gießt es in Strömen und der Himmel ist grau. Zum Glück sind da noch ihre Freundin Elinor, die bei ihr übernachtet hat, und die Puppen in der Ecke. Obwohl die heute irgendwie so langweilig aussehen. Aber was ist das? Ein roter Fleck auf Mathildas kleiner Nase. Das müssen die Röteln sein. Jetzt ist auch Elinor hellwach. Zusammen kurieren die gewitzten Puppendoktorinnen nicht nur diese Krankheit, sondern auch noch Windpocken, Masern, Ziegenpeter. Und schließlich muss sogar der Blinddarm raus.

Das ist in aller Kürze die Geschichte von „Ziegenmaserrötelpeter“ von Eva Wikander, die mir eine Leserin und Puppennähverliebte, Kerstin aus Mittenwalde, kürzlich empfohlen hat. Ende letzten Jahres bekam ich Post von ihr, einen dicken Umschlag mit einem lieben Brief, Bildern ihrer selbstgemachten Puppen und einer Kopie des Buches. Dazu schrieb sie: „Im Original mit Farbe natürlich noch schöner. Meine Kinder und meine Nichte haben sich jedes Mal köstlich amüsiert, wenn ich die Geschichte vorlas.“

Natürlich habe ich mir das Buch noch in Farbe besorgt, antiquarisch, da es leider nicht mehr aufgelegt wird, und es nicht bereut. Denn nicht nur die Geschichte ist wahnsinnig lustig, auch die Illustrationen von Lisa Örtengren sind so richtig zum Schmunzeln und Glücklichmachen, ob an einem verregneten Sonntag oder wenn man selbst krank ist. Lachen ist eben die beste Medizin.

Liebe Kerstin, leider habe deine Adresse nicht. Deshalb möchte ich mich auf diesem Weg ganz herzlich für deine Buchempfehlung bedanken. Damit hast du mir eine große Freude gemacht.

Jetzt habe ich zwei Exemplare, eins in Farbe und eins in Schwarz-Weiß. Letzteres möchte ich gern als Erinnerung behalten. Das andere Buch verlose ich. Wenn ihr es gewinnen möchtet, schreibt bis Donnerstag Nacht an hello@mariengold.net. Viel Glück!

Eva Wikander und Lisa Örtengren: Ziegenmaserrötelpeter, Ravensburger Buchverlag, ISBN: 3473334693, nur noch antiquarisch erhältlich.

(Die Gewinnerin des Buches ist Gesine.)

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


17. Februar 2017

Theo

(Theo ist bereits verkauft. Theo is already sold.)

Theo is now available in my webshops at Etsy and Dawanda. Find more pictures of my dolls in my portfolio. Custom orders are welcome to hello@mariengold.net.

Theo ist ein 30 cm großer Puppenjunge mit aprikosenfarbener Haut, leuchtend blauen Augen und strohblondem Strubbelhaar.

Er trägt graublaue Pumphosen mit Taschen an den Seiten, ein Ringelshirt mit langen Armen in Hellgrau und Weiß, rote Schuhe, ein Halstuch mit bunten Punkten und eine blaugraue Häkelmütze mit rotem Bommel.

Theo ist für 185 Euro in meinen Webshops bei Dawanda und Etsy oder via E-Mail an hello@mariengold.net direkt bei mir erhältlich, dann beträgt der Preis 5 Euro weniger. Weitere Bilder von meinen Puppen findet ihr hier und hier, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen hier.

Eine Puppe wie diese könnt ihr mit meinen E-Books zur Herstellung von Puppen und Puppenkleidern auch selbst herstellen. Mehr dazu hier. Die E-Books sind in meinen Webshops bei Dawanda und Etsy erhältlich.

Puppenbestellungen an hello@mariengold.net. Preise und Details hier.

Mariengold Puppen werden von Hand mit großer Aufmerksamkeit und viel Liebe aus natürlichen Materialien und nach eigenen Entwürfen hergestellt. Sie haben einen kleinen Hals, einen einfachen Po, sehr gut bewegliche Arme und Beine, ein kleines Näschen und einen Bauchnabel, manchmal auch Ohren und Grübchen an Ellenbogen und Knien. Das Haar ist aus einer gehäkelten Perücke aus Mohair-Schurwoll-Garn mit eingeknüpften Haarsträhnen. Speziell bei den Babypuppen entsteht es manchmal auch durch eine spezielle Häkeltechnik, bei der die Außenseite der Perücke so flauschig wird, dass sie wie natürlicher Babyflaum aussieht. Die Körperteile sind aus hochwertigem Schweizer Trikotstoff mit einem besonders reißfestem Garn genäht und sehr, sehr fest mit Schafwolle gestopft. Das Gesicht ist sorgfältig aufgestickt und die Wangen sind mit roter Bienenwachskreide eingefärbt. Die Kleidung ist aus Stoffen und Garnen aus Naturfasern. Puppen und Kleidung können von Hand mit lauwarmem Wasser und einem milden Waschmittel gereinigt werden.