28. Januar 2015

Mit dem Leben strömen

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Für 2014 habe ich mir persönlich gewünscht, Yoga zu einem festen Bestandteil meines Alltags zu machen. Dass mir das auch gelungen ist, ist neben allem Schönen, das ich letztes Jahr mit Mariengold erleben durfte, eigentlich mein größtes Geschenk.

Am 21. Dezember 2013, noch bevor das neue Jahr begonnen hatte, fasste ich den Entschluss, täglich Yoga zu machen und zu meditieren und startete noch in der Mittwinternacht mein großes Projekt, das mich durch jene Wochen und Monate begleitete, die ich später als verflixtes siebtes Jahr bezeichnen würde.

Den Anfang machte ich mit einer 40-Tage-Übungsreihe und Meditation aus dem Kundalini-Yoga. Aus den 40 Tagen wurden Monate. Im Mai richtete ich mir dann einen kleinen Raum der Stille für meine Praxis ein. Über weite Strecken des Jahres übte ich fast täglich. Sogar im Sommer in Doro hatte ich meine Matte dabei. Dort begann ich auch, auf meinen Atem zu meditieren, für mich die Königsdisziplin der Meditation, von der ich immer glaubte, dass mein Monkey Mind das nienieniemals mitmachen würde. Doch weit gefehlt!

Allmählich begann ich zu begreifen, was alles möglich ist und wie viel Kraft und Inspiration mir meine Praxis schenkte. Das beflügelte auch Prozesse bei Mariengold und gab mir in der ersten Jahreshälte den Mut, wichtige Entscheidungen zu treffen, und in der zweiten Jahreshälfte die Stärke, eine sehr lange, sehr schwierige Phase durchzustehen.

Auch wenn ich Ende des Jahres nur noch am Wochenende und an freien Tagen Yoga machte, hatte ich einen riesigen Schatz gehoben. Ja, mir regelmäßig Zeit für mich selbst zu nehmen und Körper und Geist etwas Gutes zu tun, war wirklich Teil meines Alltags geworden. Was ich mir so sehr gewünscht hatte, war in Erfüllung gegangen.

Nach dem Yoga-Retreat an der Ostsee im November veränderte sich meine Praxis. Dort hatte ich mir endlich eingestanden, dass die Asanas meinem Rücken leider nicht gut taten und die Schmerzen eher befeuerten. Zuerst war ich trotzig und wollte nie wieder Yoga machen. Nie, nie wieder. Aber irgendwann machte ich einfach weiter, nur viel sanfter und achtete sehr genau auf die Signale meines Körpers. Den Fokus legte ich jetzt auf die Meditation und erweiterte im Dezember meine Praxis noch um das Schreiben. Ich hatte einen neuen Flow gefunden.

Mir Zeit für mich selbst zu nehmen, bedeutet momentan, mich für ein bis zwei Stunden in unseren Raum der Stille zurückzuziehen, ein paar wohltuende Übungen für Rücken und Schultern zu machen (Yoga kann ich das, glaube ich, nicht mehr nennen), zu meditieren und dann zu schreiben. Nur für mich. Dann erforsche ich schreibend mein Leben, meine Gedankenwelt, meine Empfindungen, meine Geschichte. Manchmal überlege ich mir vorher eine bestimmte Frage oder ein Thema. Meistens lasse ich es einfach fließen.

In meinen Texten geht es im Grunde immer um die Frage, was wirklich wichtig für mich ist. Wahrnehmen, wie es mir heute geht, was ich tief in meinem Inneren, unter der Oberfläche denke und fühle. Ehrlich sein. Zuallererst mir selbst gegenüber. Wie schwer das manchmal schon ist! Mutiger werden und es auch vor anderen aussprechen. Noch mutiger werden und danach handeln. Auch annehmen, was ich alles doof und widersprüchlich an mir finde, wofür ich mich schäme, was mir leid tut, wovor ich schreckliche Angst habe, wofür ich mir die Schuld gebe und was ich mir nicht verzeihen kann. Auch das gehört zu mir. So wie all die schönen Dinge in meinem Leben und das Licht, das mich umgibt und aus mir leuchtet. Eins sein mit mir selbst. Zugegeben, ein höchst seltener Zustand, aber einer, den ich in Bewegung, meditierend oder mit dem Stift in der Hand am ehesten erreiche. Besonders das Schreiben macht mich glücklich. Und glückliche Menschen machen oft auch andere Menschen glücklich.

Bücher, eine Frau und Musik, die mir gerade gut tun:

“Nach Hause kommen zu sich selbst. Im erwachten Herzen Zuflucht und Geborgenheit finden” von Tara Brach

“Der Jahreskreis. Den Rhythmus der Natur als unsere Kraftquelle nutzen” von Martina Kaiser

“Schreiben als Weg. Von der kreativen Kraft des Wortes” von Anna Platsch

„Meditieren. Das Tor zum Herzen öffnen“ von Sally Kempton

„The Magic“ von Rhonda Byrne

www.susannahconway.com

„Hier spricht dein Herz“ von Gregor Myle

„Für alle, die“ von Klee

 


26. Januar 2015

Bücher: „Sumikos Wunsch“ von Minako Chiba

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Die riesengroße, einzigartige und innige Liebe zwischen Kindern und Puppen ist immer wieder eine gute Geschichte wert. Ich halte stets die Augen offen nach Büchern, die davon erzählen. Manchmal kommen die Bücher auch mir zu. So gab mir vor einiger Zeit eine Kursteilnehmerin einen heißen Tip. An den genauen Titel konnte sie sich nicht mehr erinnern. Deshalb hat es ein bischen gedauert, bis ich das Buch ausfindig machen konnte, zumal es im Buchhandel scheinbar nicht mehr erhältlich ist.

Das Buch heißt „Sumikos Wunsch“ und wurde von der japanischen Autorin Minako Chiba geschrieben, von der auch die Zeichnungen stammen. Die ersten Sätze kommt mir bekannt vor:

Frau Margareth sitzt in ihrer kleinen Werkstatt und näht. Es ist schon spät. Doch Frau Margareth möchte nicht aufhören, bis die letzte Stoffpuppe fertig ist. Sie ist Spielzeugmacherin und verkauft ihre selbstgemachten Stoffpuppen an Spielzeugläden im ganzen Land.

Frau Margareth stellt auch Sumiko her, die Puppe, die nur einen einzigen Wunsch hat: Sie möchte jemanden finden, der sie ganz, ganz dolle lieb hat. Doch dann werden alle anderen Stoffpuppen im Spielzeugladen gekauft und nur Sumiko bleibt übrig. Da betritt ein kleines Mädchen den Laden und verliebt sich in die Puppe:

„Hallo! Was für hübsche Augen du hast!“ Das kleine Mädchen strahlt übers ganze Gesicht. „Bist du gekommen, um mich abzuholen?“, frage Sumiko. Ihr Herz klopft mit einem Mal ganz wild. „Ja“, sagt das kleine Mädchen, „ich will dich mit nach Hause nehmen.“

Ganz so einfach wird das aber nicht. Denn das Mädchen hat einen Papa, der nichts übrig hat für die staubige Puppe, deren schöne blaue Augen er einfach nicht sehen will. Doch das Mädchen lässt nicht locker, bis Sumikos allergrößter Wunsch doch noch in Erfüllung geht.

Diese einfache, kleine Geschichte erzählt von dem großen Glück, geliebt zu werden. Es ist ein Buch für Kinder, die auch eine ganz besondere Puppe haben, und für die Menschen, die diese Puppen anfertigen.

Mein Jagd nach dem Buch soll nicht umsonst gewesen sein und ihr könnt mein Exemplar natürlich wieder gewinnen. Schreibt dafür bis Dienstag Nacht an hello@mariengold.net. Wer das Buch bekommt, lose ich am Mittwoch aus. Viel Glück!

Minako Chiba: Sumikos Wunsch. Ein Bilderbuch aus Japan, NordSüd Verlag, ISBN: 3314016875, 5.75 Euro

(Die Gewinnerin des Buches ist Iris.)

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


21. Januar 2015

Was gerade so los ist #3

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Zurück auf Anfang. Dachte ich immer, wenn ich mir letztes Jahr vorstellte, wie es wohl werden würde ohne die Unterstützung durch eine Näherin hier in meinem Atelier. Es ist ein Neuanfang, ja, aber ist kein Zurückgehen zum Alten, sondern eine Weiterentwicklung, eine Veränderung nach Wunsch. Wie geplant stelle ich jetzt weniger Puppen her und übernehme dafür auch die Puppenkleidung, die in den letzten vier Jahren meine Mitarbeiterin Karoline genäht hat. Und ich kann’s noch! Als hätte ich nie etwas anderes getan, schneidere ich fröhlich Latzhosen, Wallekleider, Shirts, Tüllröcke, Ringelstrümpfe usw. Der Wandel vollzieht sich fließend. Es fühlt sich gut an.

Dieser Monat ist der ausgiebigen Planung für das neue Jahr gewidmet. In den ersten drei Januarwochen habe ich die Zahlen des letzten Jahres ausgewertet und ein Fazit für 2014 gezogen, Träume und Wünsche aufgeschrieben, Pläne geschmiedet, Konzepte angerissen, Projekte entworfen und wieder verworfen, Skizzen gemacht, Listen erstellt, Kooperationen angeschoben, Zeitplanungen begonnen und vor allem eins getan: mich gefragt, in welche Richtung sich Mariengold in diesem Jahr entwickeln soll und was ich dafür tun kann. Der große Plan steht, die Weichen sind gestellt.

Weil ihr mir nach solchen Artikeln oft scheibt, ich würde es so spannend machen: Glaubt mir, für mich ist es mindestens genauso aufregend wie für euch. Denn das Geschäft mit den Puppen ist nicht berechenbar. Ich weiß nicht, was die Leute bewegt. Aber ich kann schauen, was mich bewegt und daraus einen Fahrplan für die Zukunft machen, den ich nach meinen Ansprüchen gut umsetze, auch wenn es am Ende meistens ganz anders kommt.

So viel Spaß mir diese Visionsarbeit macht, so viel Zeit kostet sie mich auch. Mein größter Zeitfresser ist das Internet. Deshalb lese ich seit Anfang Januar keine Blogs mehr, sondern übe mich im bewussten Umgang mit diesem herausfordernden Medium inklusive E-Mail. Und das bringt’s wirklich. Nicht nur Zeit, sondern auch den unendlich großen Luxus, mich einfach nur auf mich und Mariengold zu konzentrieren und gute Arbeit zu machen. Und davon gab es in den letzten Tagen jede Menge.

Zum Beispiel habe ich endlich eine lang geplante Marktanalyse zum Thema DIY-Angebote für Puppengestaltung gemacht. Dabei habe ich mir angeschaut, welche Produkte rund um die Herstellung von Stoffpuppen und Puppenkleidung es gerade auf dem deutschen Markt gibt und eine Auswertung nach verschiedenen Fragen in Bezug auf Mariengold vorgenommen, speziell mit dem Fokus auf Potenzial für die Entwicklung neuartiger Produkte.

Interessante Entdeckungen habe ich da gemacht. Das Kopfschütteln über manche Preise anderer Labels für fast identische Angebote führte mich direkt zu Schritt Zwei, der Überprüfung meiner eigenen Preisgestaltung. Die war soweit in Ordnung, nur die Preise für das Starter-Kit und das Granulat habe ich um je 2 Euro erhöht. Bleibt die Frage, ob andere Anbieter mit ihren niedrigen Preisen überhaupt Gewinn machen und was das vor allem für Labels bedeutet, die wirklich von ihrer Arbeit leben wollen.

Aber sonst hat mir die Marktanalyse ordentlich Rückenwind für die weitere Entwicklung von Mariengold gegeben. In vielen Punkten hat sie bestätigt, was vorher schon mein Eindruck war, und mich darin bestärkt, meinen Weg weiterzugehen, ohne allzu sehr zu schauen, was andere so machen. Ich folge meinem eigenen Kompass und der zeigt in diesem Jahr auf Zusammenarbeit, wie hier schon geschrieben.

Das Filzkopfpuppenprojekt mit Laura von 1000 Rehe ist da natürlich ein super Start für 2015. Der gefilzte Kopf ist gesetzt, klar. Alles weitere wird gerade von uns ertüftelt, skizziert und ausprobiert. Der Ausgang dieser Entwurfsphase ist noch völlig offen und das macht einem Kopfmenschen wie mir, die am liebsten immer alles im Griff (sprich unter Kontrolle) hat, wirklich nur zusammen mit Laura Spaß.

Letzte Woche war ich bei einem Versicherungsmakler, um mich zu den Möglichkeiten für eine Haftpflichtversicherung für Mariengold beraten zu lassen. Mein Mann begleitete mich zu diesem Termin. Hinterher im Fahrstuhl, als ich halb ernst, halb im Scherz darüber klagte, was ich als Puppengestalterin so alles im Blick haben muss, sagte er: „Maria, vergiss nicht, du bist auch Unternehmerin.“; das saß. Wie recht er hat.

Tatsächlich habe ich in den letzten Monaten viel darüber nachgedacht, was es bedeutet, heutzutage als Puppengestalterin zu arbeiten. Ich schreibe schon länger an einem Artikel zu diesem Thema. Aber viel mehr als Stichworte und Fragen sind dabei bisher noch nicht herausgekommen und es wird sicherlich noch eine ganze Weile dauern, bis ich Ordnung in meine Gedanken gebracht habe. Das Thema liegt mir am Herzen. Was fällt euch denn dazu ein? Schreibt mir gern an hello@mariengold.net.

Schon seit dem letzten Jahr und einmal mehr nach den Anschlägen auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris mache ich mir viele Gedanken über die politischen Ereignisse in Deutschland, Europa und überall auf unserer Erde und frage mich, was ich persönlich zum Frieden auf der Welt beitragen kann. Was kann ich mehr tun, als ehrlich und aufrichtig durchs Leben zu gehen, anderen Menschen mit Respekt zu begegnen und meinem Herzen zu folgen in der Hoffnung, anderen damit Mut zu machen, es ebenso zu tun? So einfach das klingen mag, das ist ganz schön viel und vor allem liegt es in meinem Einflussbereich. Aber da geht noch mehr! Ich möchte in Zukunft auch mit Mariengold helfen und Menschen unterstützen, die sich für Frieden und Freiheit starkmachen. Laura schließt sich an und so werden wir unser erstes gemeinsames Projekt einem guten Zweck widmen. Mehr dazu später.

Vielleicht ist das auch eine gute Idee für 8Hände? Im Februar werden wir wieder bei Milchkaffee und Schokoladencroissants zusammensitzen und Händchen halten mit den Puppen der anderen. Vielen Dank für eure Glückwünsche zur Gründung unseres Puppenkünstlerinnenkollektivs! Wir freuen uns riesig, dass ihr den Geist unserer Idee mittragt und darauf wartet, dass es endlich auch etwas zum Mitmachen gibt. Geduld nur, Geduld. Bisher haben wir keine fixen Pläne, außer miteinander die Welt der Puppenmacherei zu erforschen, zu erleben und zu gestalten – und das über unsere Blogs mit euch zu teilen.