27. Juli 2015

Bücher: „Lulu & Pip“ von Nina Gruener

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Eigentlich hatte ich für die letzten beiden Juliwochen hier auf meinem Blog ganz andere Pläne. Es sollte noch ein DIY für eure Puppen geben, einen Artikel über die inspirierende Kraft meiner Heimatstadt Berlin und endlich, endlich den seit Jahren geplanten Beitrag über Corporate Design.

Aber die Luft ist raus. Ich mag gerade keine Puppen mehr nähen und auch keine Blogartikel schreiben zu Themen, die ich mir schon vor Wochen überlegt habe. Ich brauche eine Pause. Das Schöne an dieser Jahreszeit ist ja, dass wir irgendwann alle in das Sommerloch fallen. Für mich ist es jetzt soweit. Ich möchte nur noch tun und lassen, worauf ich Lust habe, und immer tiefer hineinsinken in meine Auszeit, die kommendes Wochenende beginnt (zumindest offiziell, denn eigentlich bin ich schon seit Tagen im Urlaubsgroove).

Also habe ich alle Pläne für diese letzte Arbeitswoche über Bord geworfen und widme mich stattdessen nur noch Dingen, die mein Herz wirklich zum Hüpfen bringen.

Bei der Frage, worüber ich gern noch bloggen würde, fiel mein Blick sofort auf dieses wunderbare Buch, das ich schon vor längerer Zeit als Rezensionsexemplar aus dem Briefkasten gefischt habe und das ich – gerade weil es so wunderbar ist – stets für später aufheben wollte, wann immer das sein sollte.

Die Zeit ist jetzt, genau jetzt. Denn „Lulu & Pip“, so der Titel, macht nicht nur wahnsinnige Lust auf Sommerurlaub, sondern erinnert mich auf eine ganz liebevolle und berührende Art und Weise an die Essenz meiner Arbeit als Puppengestalterin und das kann ich gerade gut gebrauchen.

In dem Buch geht es um Freundschaft, Freiheit und das gute, einfache Leben. Mittendrin eine Puppe, eine ganz simple Stoffpuppe. Nicht besonders schön, aber geliebt. Das sieht man, das spürt man.

Und da ist er, der Herzhüpfer in meiner Brust. Auf einmal weiß ich wieder ganz genau, warum ich Puppen nähe (zugegebenermaßen war ich diesbezüglich in letzter Zeit etwas verunsichert).

Meine Puppen sollen Lebensbegleiter/innen für Kinder sein. Je schlichter und einfacher, desto besser. Ja, so sehe ich das, auch wenn die Entwicklungen und Trends in der Puppenmacherei gerade in eine ganz andere Richtung zu gehen scheinen. Das kann manchmal ganz schön verwirrend sein. Lulu und Pip haben mir noch einmal gezeigt, was mir wirklich wichtig ist und dass der Weg, den ich mir in nächster Zeit für Mariengold vorstelle, genau richtig ist. Und dafür bin ich von Herzen dankbar.

Jetzt seid ihr bestimmt ganz neugierig auf das Buch.

Die Geschichte von Stadtkind Louisa, genannt Lulu, ist eigentlich schnell erzählt und berührt doch in der Tiefe. Mit ihrer besten Freundin, der Puppe Pip, geht es im Sommer raus aufs Land: Fische fangen, am Lagerfeuer sitzen, Sterne zählen, im Zelt in der Wildnis übernachten, in der Morgensonne Kakao schlürfen, Tiere entdecken, im Fluss baden, auf Bäume klettern, Langohr-Freund Pedro hinter den Ohren kraulen, auf den nächsten Tag freuen. Eine Geschichte, die das ganze Glück des Sommers erzählt, vor allem wenn man es mit der Herzensfreundin oder dem Herzensfreund erlebt!

Das Buch ist eine hinreißende Fotogeschichte mit grandiosen Bildern von Stephanie Rausser, liebevoll erzählt von Nina Gruener und mit einer herzergreifenden Puppe von Jess Brown.

Von dem gleichen Team gibt es auch noch „Kiki und Coco in Paris“ (ganz oben auf meiner Wunschliste). Und wie ihre Puppen hergestellt werden, zeigt Jess Brown in dem Buch „The Making of a Rag Doll“ (das ich ebenfalls bald hier vorstellen werde). Beide Bücher sind bisher nur auf English erschienen.

Wie immer verlose ich mein Rezensionsexemplar, das der Bohem Verlag mir freundlicherweise zugeschickt hat. Wenn ihr das Buch gewinnen möchtet, schreibt bis Dienstag Nacht ein E-Mail an hello@mariengold.net. Ich wünsche euch ganz viel Glück!

Nina Gruener: Lulu & Pip, Bohem, ISBN: 9783855815593, 14,95 Euro.

(Das Buch gewonnen hat Larissa.)

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


14. Juli 2015

Frühstücksglück auf vier Pfoten

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Wenn ich erschöpft bin – und das bin ich wirklich jetzt so kurz vor meiner langen Auszeit im August -, träume ich gern meinen liebsten Tagtraum. Dann bin ich eine Katze und tue den lieben langen Tag nichts als schlafen, schnurren und genießen. Einziges Ziel: absolute Tiefenentspannung. Bei der Beschwörung dieses jahrelang trainierten Bildes finde ich immer irgendwo tief in mir drin ein sonniges Plätzchen, an dem ich herrlich durchatmen und neue Kraft tanken kann. In dieser wohligen Katzenstimmung fuhr ich letzten Mittwoch raus an den Weißen See zu Anita, wo sich 8Hände zum letzten Mal vor der Sommerpause zum Frühstück trafen.

Genau genomen waren wir dieses Mal nur sechs Hände, denn Julia war leider kurzfristig verhindert. Dafür leistete uns in Anitas verwunschenem Garten ein Kätzchen Gesellschaft (so stark war mein Bild!) und strich uns vergnügt um die Beine, während wir Kaffee, frisches Obst aus eigener Ernte und das köstliche, selbstgebackene Fladenbrot unserer Gastgeberin genossen.

Laura war an diesem Morgen gerade erst aus dem Nachtzug gestiegen. Sie hatte direkt im Anschluss an unseren FKK bei 40° einen Puppennähkurs in der Schweiz gegeben. Aber von Müdigkeit keine Spur: glücklich und frisch sah sie aus und war unendlich dankbar für die heiß ersehnte, wohlige Abkühlung in Berlin.

Da saßen wir zu dritt, ließen uns das Frühstück schmecken und die Gedanken schweifen und fanden uns irgendwann in einem sehr, sehr interessanten Gespräch über unsere Arbeit wieder. Klar, wir sprechen ganz viel über die Puppenmacherei, deshalb treffen wir uns ja so gern. Aber dieses Mal war es noch mal anders.

Vielleicht war es der üppige Garten, der uns in ein sattes Grün hüllte, oder der weite blaue Himmel über uns oder der lange Sommer vor uns: es entfaltete sich ein wunderbarer Austausch über unsere grundlegenden Anliegen mit der Puppenmacherei, in dem sich unsere ganze Vielfalt, aber auch unsere mittlerweile tiefe Verbundenheit spiegelte. Ich erfuhr einiges Neues über meine puppenmachenden Freundinnen und war unendlich dankbar für die offenen Worte und den Perspektivenwechsel, den dieses Gespräch ermöglichte. Was für eine Bereicherung!

Das ermutigte mich auch, Laura und Anita den halbfertigen Prototypen der neu geplanten Mariengold Puppe zu zeigen und ihnen ein bisschen von meinen Ideen zu erzählen. Es war das allererste Mal, dass ich mit diesem jungen Konzept nach außen ging. Eine heikle Sache, wo ich doch noch mitten im Prozess bin.

Seit Monate brüte ich schon vor mich hin, mal mehr und mal weniger, aber eigentlich komme ich gerade nicht wirklich weiter. Da tat es unheimlich gut, mal mit jemandem über mein Projekt zu sprechen. Herrlich! In der Unterhaltung mit den beiden habe ich sogar ein neues Wort gefunden, das mein Vorhaben ganz vortrefflich beschreibt. Und für die verbleibenden drei Wochen bis zu meiner Sommerauszeit habe ich jetzt ganz fest Zeit für die nächsten Schritte eingeplant inklusive weiteren Austausch mit 8Hände. Zusammen geht es leichter. Vielen Dank, ihr Lieben!

(Damit keine falsche Vorstellung entsteht: Es wird nicht Knall auf Fall eine neue Mariengold Puppe geben. Dieser Weg ist ein ganz sanfter. Und ich weiß momentan überhaupt nicht, wohin er mich führen wird. Aber das fühlt sich ganz gut an.)

In Katzenstimmung geht es jetzt in den Endspurt vor dem wohlverdienten Urlaub. Bis dahin freue ich mich auf einen Tag mit Julia in Karlshorst (morgen!), drei Wochen völlig freie Puppengestaltung ohne Aufträge (und auch ohne Kind zu Hause), Blaumachen an meinem Geburtstag, das nächste Online-Date der PuppenMITmacherei, Streifzüge zu Siebenblau und Frau Tulpe, einen Videokurs zum Thema Moodboard von Eclectic Trends und alles, was der Sommer in Berlin für Mariengold und mich bereithält. Miau!

Mehr über 8Hände findet ihr hier.


6. Juli 2015

Bücher: „Pippa, die Elfe Emilia und die Katze Zimtundzucker“ von Barbara von den Speulhof

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Puppen, die zum Leben erwachen und zu der lang ersehnten Herzensfreundin werden, die sich ein Kind, das sich sonst vielleicht oft einsam fühlt, immer gewünscht hat, sind ein beliebtes Motiv in der Kinderliteratur, z. B. in „Das Herz der Puppe“ von Rafik Schami, meiner allerliebsten Geschichte zu diesem Thema.

Auch die Autorin Barbara von den Speulhof, die neben dem Schreiben noch als Hörspielproduzentin und Regisseurin arbeitet, greift diese Idee in ihrer Buchreihe über Pippa und ihre Puppe Emilia auf, deren erster Band „Pippa, die Elfe Emilia und die Katze Zimtundzucker“ im Jahr 2012 erschienen ist.

Zum Auftakt bekommt Pippa, einzige Schwester neben drei Brüdern, die Puppe Emilia geschenkt, die ihr Leben so ziemlich auf den Kopf stellt:

Diese Puppe sah anders aus als andere. Ihr rot-pink-lila-geblümtes Kleid war ein bisschen zerrissen, und ihre rot-orange-geringelten Kniestrümpfe hatten Löcher. Sie trug knallrote Lackstiefel mit dicken schwarzen Sohlen und schwarzen Schnürsenkeln. Auf dem rechten Knie klebte ein Pflaster.

Und dann beginnt die Puppe auch noch zu sprechen und verhält sich so ganz anders, als sich Pippa Elfen (und Puppen) immer vorgestellt hat:

„Pompös? Was heißt denn das schon wieder?“
„Pompös ist dasselbe wie prächtig!“ Emilia schien Bewunderung von mir zu erwarten. Aber ich, ich wusste nicht, was ich sagen sollte.
„Pooompööös“, flüsterte sie mir mit vorgestrecktem Kopf und gespitzten Lippen zu. „Kapierst du?“
Nein. ich verstand nichts.
„Wenn du das Wort pompös aussprichst, dann macht das ganz schlank im Gesicht“, grinste sie.
Wir mussten beide lachen und fielen dabei fast aus dem Bett.

Emilia ist nicht nur pompös, sondern sie hat auch Mut für drei (etwas, das Pippa fehlt). Und eine kleine, dickköpfige und machmal nervige Tyrannin ist sie auch noch. Energisch verlangt sie von ihrer neuen Menschenfreundin, die Katze Zimtundzucker zu retten, die aus ihrem roten Elfenkoffer mit den weißen Punkten entlaufen ist.

Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche und ein großes Abenteuer beginnt, in dessen Verlauf Pippa immer mutiger wird und über sich selbst hinauswächst, Frieden mit ihren Brüdern schließt (zumindest halbwegs), ihre Phantasie und die Lust zum Schreiben entdeckt und die beste Detektivin der Welt wird.

Barbara von den Speulhof ist eine großartige Kinderbuchautorin. Die Geschichte von Pippa und Emilia ist eigenartig (im besten Sinne) und einzigartig, spannend und turbulent, ermutigend und zauberhaft (ohne je süßlich zu werden) und einfach wortstark, herzerfrischend und locker-flockig kinderlustig geschrieben.

Weitere Bände der Reihe sind „Pippe, die Elfe Emilia und die Käsekuchenschlacht“ aus 2013 sowie „Pippa, die Elfe Emilia und das Heißundeisland“ aus 2014.

Wie immer verlose ich mein Rezensionsexemplar, das der Verlag Fischer Schatzinsel mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Wenn ihr das Buch gewinnen möchtet, schreibt bis Dienstag Nacht ein E-Mail an hello@mariengold.net. Viel Glück!

Barbara von den Speulhof: Pippa, die Elfe Emilia und die Katze Zimtundzucker, Fischer Schatzinsel, ISBN: 3596854806, 10.99 Euro

(Die Gewinnerin des Buch ist Raquel.)

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


1. Juli 2015

PuppenMITmacherei 2015: Ideensammlung

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Hello and welcome to the very first meeting of the „Puppenmitmacherei“, a doll making initiative by Naturkinder and Mariengold. Today it is all about inspiration and ideas. Therefor I present you some helpful questions to find out everything about the doll of your heart and how you are gonna make it. In the end I answer four frequently asked questions and make a forecast on our next virtual meeting in August. If you take part in the „Puppenmitmacherei“ and write about it on your blog, don’t forget to link your article at Naturkinder today. An online translator can be found here, more details about the initiative here. Wishing you great joy in searching and finding inspiration for your doll!

Herzlich Willkommen beim ersten Treffen der Puppenmitmacherei von Naturkinder und Mariengold!

Noch einmal zur Erinnerung: Die Puppenmitmacherei ist eine Aktion im Internet, bei der wir gemeinsam Puppen nähen und darüber auf unseren Blogs berichten. Wir machen keinen Online-Kurs! Vielmehr bringen alle ihre Ideen mit, arbeiten mit selbst gewählten Anleitungen, Schnittmustern und Materialien an ihren eigenen Puppen und tauschen sich bei sechs thematischen Online-Dates mit den anderen Puppenmitmacher/innen im Internet aus. Alles klar?

Fragen für euch

Bevor wir so richtig durchstarten, geht es heute erst einmal um Ideen und Inspiration. Sie sind die Grundlage, die Schatztruhe, aus der wir in den nächsten Wochen und Monaten schöpfen. Füllen wir sie also reichlich! Gute Fragen für den Anfang sind:

Was interessiert mich an der Puppenmacherei? Was möchte ich dabei lernen, erfahren, neu ausprobieren? Wie möchte ich mich dabei fühlen?

Was ist mir bei einer Puppe wichtig? Was macht eine Puppe für mich schön? Welche Puppen gefallen mir besonders gut?

Für wen möchte ich eine Puppe nähen? Was für eine Puppe braucht dieser Mensch? Wie stelle ich mir diese Puppe vor?

Nehmt euch ein bisschen Zeit für diese Fragen. Ihr müsst sie nicht alle beantworten (müssen müsst ihr sowieso gar nichts), sondern könnt euch auch nur die herauspicken, die euch besonders ansprechen oder die ihr klären möchtet. Nehmt eure Fragen mit auf einen Spaziergang, in die Badewanne oder unter den Kirschbaum. Füttert sie mit selbstgebackenem Kuchen oder ladet sie auf eine Entdeckungstour durch eure Stadt ein. Ihr könnt eure Antworten und Ideen einfach im Herzen tragen, sie aufschreiben, eine Zeichnung anfertigen oder eine Collage mit Bildern, Farben, Mustern und Materialproben basteln. Was immer euch Freude macht und inspiriert, ist genau richtig. So entsteht nach und nach eine Vorstellung von eurer Puppe, ein Kompass für dieses besondere Projekt.

Es geht jetzt erst einmal nur um den Blick nach innen, auf eure Wünsche und Vorstellungen von der Puppe eures Herzens. Vermeidet es zu schauen, was andere so machen, denn das lenkt euch nur von euch selbst ab. Die Antworten auf eure Fragen findet ihr nicht im Internet, sondern in euch selbst. Wenn ihr dann ein Bild von eurer Puppe habt, geht es weiter:

Möchte ich mit eigenen Schnittmustern und Techniken arbeiten oder eine professionelle Anleitung nutzen?

Seid ihr auf der Suche nach einer passenden Anleitung für eure Puppe? Dann findet ihr hier eine Liste mit Anleitungsbüchern. Wenn ihr eine Mariengold Puppe nähen möchtet, habe ich hier fünf verschiedenen E-Books für euch. Es gibt auch viele kostenfreie Tutorials im Internet, auf deren Grundlage ihr eure eigenen Ideen umsetzen könnt. Mit den Suchbegriffen „Waldorf Doll Making Tutorial“ oder „Waldorf Doll DIY“ werdet ihr bei Youtube, Flickr und Pinterest ganz sicher fündig.

Wenn ihr wisst, welche Anleitung und Schnittmuster ihr für die Herstellung eurer Puppe verwenden möchtet, geht es um ganz praktische Dinge:

Welche Materialien und Arbeitsutensilien brauche ich, um meine Puppe zu nähen? Was habe ich vorrätig? Was muss ich besorgen? Wo finde ich, was ich suche?

Die beste Lieferantin für Puppenbastelmaterial in Deutschland ist die Firma Wollknoll, mit der ich seit Jahren zusammenarbeite. Stopfwolle, Puppentrikot, Abbindegarn, Puppennadeln, Mullschlauch und Puppenhaargarn – Wollknoll hat es für euch in bester Qualität und zu sehr guten Preisen. Nähzubehör kaufe ich hier, das Puppenhaargarn von DollyMo hier. Wenn ihr eine Mariengold Puppe nähen möchtet, findet ihr hier das passende Material.

Ich wünsche euch ganz viel Freude bei der Inspirationssuche und Ideenfindung! Und denkt daran, eure Beiträge zu unserem ersten Treffen heute bei Naturkinder zu verlinken.

Fragen an Mariengold

Wie versprochen beantworte ich hier auch eure Fragen rund um Puppen und Puppenmacherei. Dafür habe ich vier Stück ausgewählt, die mir oft gestellt werden. Heute natürlich zum Thema Inspiration und Ideen.

Wie bist du zum Puppenmachen gekommen?
Ganz klassisch durch meine Tochter. Schon während der Schwangerschaft wusste ich, dass ich ihr unbedingt eine Puppe nähen wollte. Monate später gab eine Freundin den letzten Anstoß und so arbeiteten uns gemeinsam an zwei, drei Abenden plus Hausaufgaben durch Karin Neuschütz‘ „Die Waldorfpuppe“. Meine allererste Puppe Tilda seht ihr oben. So richtig Freude machte mir ihre Herstellung damals jedoch nicht. Im Gegenteil, ich nahm mir sogar vor, niemals wieder eine Puppe zu nähen. Aber Tilda wird heiß und innig geliebt. Denn sie wurde mit ganz viel Liebe angefertigt. Und das hat auch meine Tochter gespürt.

Und wie bist du Puppenmacherin geworden?
Eigentlich hatte ich nie einen bestimmten Berufswunsch, habe mich aber immer für Gestaltung interessiert und wollte vor allem frei arbeiten. Nach meinem Studium an der Universität der Künste Berlin habe ich mich viel mit textilem Design beschäftigt und verschiedene künstlerische Techniken ausprobiert. Mein Fokus lag immer auf einem Konzept für meine berufliche Selbständigkeit, in der ich all meine Interessen und Fähigkeiten ausleben könnte. Für die Puppen habe ich mich dann trotz meiner eher schwierigen ersten Erfahrung (siehe oben) ganz bewusst entschieden. Ich wollte ein Produkt herstellen, das vielseitig und zeitlos ist und für das es immer eine Nachfrage gibt. Danach ging alles ganz schnell, ein paar Wochen später verkaufte ich meine ersten Puppen, zuerst im Freundeskreis, dann auf Märkten und in einem Laden in Berlin und später bei Dawanda, nach einigen Monaten gab ich meinen ersten Kurs und so ging es immer weiter. Nach drei Jahren konnte ich dann wirklich von meiner Arbeit leben (inklusive volle Beitragszahlung für die Krankenversicherung, Rücklagenbildung für Steuern und das Alter und allem Pipapo). Bis heute ein riesengroßes Glück!

Die nächsten beiden Fragen hat Caro mir letzte Woche schon für die Partner-Aktion bei Naturkinder gestellt. Weil sie so oder so ähnlich häufig kommen, möchte ich sie auch hier beantworten:

Woher nimmst du deine Ideen?
Anders als für die meisten Teilnehmer/innen unserer Aktion ist die Puppenmacherei für mich kein Hobby, sondern mein Beruf. Meine Tätigkeit als Puppengestalterin entstand aus dem Wunsch heraus, kreativ, selbständig und mit meinen Händen zu arbeiten und mir eine erfüllende und nachhaltige berufliche Perspektive aufzubauen. Das war und ist mein größter Antrieb für die Puppenmacherei. Von den eher rationalen Überlegungen zu meiner Berufwahl habe ich euch oben schon erzählt. Aber ganz unabhängig davon schätze ich Puppen als Spielzeug für Kinder sehr. Puppen sind Bilder des Menschen und das macht sie so wertvoll. Dieser Gedanke ist die wichtigste Inspiration für Mariengold. Danach folgen die Themen Farben und das gute, einfache und manchmal gleichzeitig verdammt schwierige Leben – und wie großartig Kinder es meistern, wunderbar erzählt z. B. in den Geschichten von Astrid Lindgren und Finn-Ole Heinrich (unbedingt lesen: „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“!).

Welche Tipps und Empfehlungen hast du für Anfänger/innen?
Einfach beginnen und genießen. Puppennähen macht Spaß, verbindet das Herz mit den Händen und es entsteht dabei ein wunderbares Spielzeug für Kinder. Hochwertige, natürliche Materialien und eine gute Anleitung wie die von Mariengold tragen natürlich zu einem schönen Ergebnis bei. Das wichtigste aber ist die gute Absicht. Auch wenn die allererste Puppe dann nicht perfekt oder besonders schön ist, so wurde sie ganz sicher mit viel Liebe angefertigt, das macht sie wertvoll. Und das kommt auch bei den Kindern an.

Wie es weitergeht

Es gab in den letzten Tagen noch eine weitere Frage, die mir oft gestellt wurde: nämlich was für eine Puppe ich bei der Puppenmitmacherei nähen werde. Ich habe mich für die Mariengold Puppe Mitzi entschieden, mein allererstes und allerliebstes Modell, dessen Herstellungsanleitung ich von all meinen E-Books am besten verkaufe. Wenn ihr mitmachen und auch eine Mitzi nähen möchtet, findet ihr hier die Anleitung und das passende Material.

Der nächste Termin für die Puppenmitmacherei ist Mittwoch, der 5. August. Anleitung, Schnittmuster und Materialien für die Puppenherstellung liegen dann bereit und wir nähen die Puppenteile mit der Nähmaschine. Wegen der langen Sommerpause bei Mariengold wird mein Artikel dazu schon Ende Juli erscheinen.

Weitere Fragen zu allen Themen der Puppenmitmacherei an hello@mariengold.net.

Mehr zu Puppenmitmacherei findet ihr hier.