25. März 2013

Österliches Werk-Treffen

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Letzte Woche habe ich einen Tag mit meinen Freundinnen Laura von 1000 Rehe und Julia von Von Kowalke verbracht. Wir haben ausgiebig gefrühstückt, geplaudert und natürlich gemeinsam gearbeitet.

Laura war wie immer eine wunderbare Gastgeberin. Draußen stürmte der Schnee, auf der Heizung trockneten Mützen und Schals, aber auf dem Tisch standen ein herrlicher Osterstrauß und ein liebevoll zusammengestelltes Frühstück mit selbst gebackenem Rosinenzopf, Sonne in Mangoform und einem Geschirrschatz vom Flohmarkt. Keine Spur also von der Berliner Wintertristesse, die an diesem Donnerstag besonders grau und nass war.

Das Thema unseres Werk-Treffens war Puppenhälse. Jede hat Schnitte und ein paar Entwürfe und Ansätze mitgebracht und gemeinsam haben wir getüftelt, probiert und genäht und sind durch den gemeinsamen Austausch und den besonderen Raum, den wir für unser Experimentieren geschaffen haben, unseren individuellen Lösungen ein gutes Stück nähergekommen. Am Freitag konnte ich dann schon die erste Mariengold Puppe mit Hals nähen.

Das gemeinsame Arbeiten mit Laura und Julia hat großen Spaß gemacht. Es gab für jede ein paar Aha-Momente, neue Ideen und frischen Mut für den weiteren Weg.

Unser Austausch ist sicher auch so fruchtbar und entspannt, weil wir drei seit Jahren Freundinnen sind, auch schon bevor wir Puppenmacherinnen wurden. Unterstützung, Inspiration und das Teilen von Freud und manchmal auch Leid sind ganz selbstverständlich. Zwischen uns gibt es Vertrauen und Herzensverbindungen, die meiner Erfahrung nach über den rein virtuellen Austausch via E-Mail und Social Media leider nicht so leicht entstehen.

Die Puppenmacherinnen-Welt ist manchmal ganz schön verrückt, so dass ich gerade in diesen Zeiten – Stichwort gesetzliche Anforderungen an die gewerbliche Puppenmacherei – immer wieder froh bin über die Möglichkeit des ganz persönlichen und vertraulichen Austauschs mit Laura und Julia.

Zum winterlichen Oster-Frühstück habe ich übrigens ein warmes Reis-Congee mit gedünstetem Süß mitgebracht. Hier ist das Rezept für euch:

Reis-Congee mit Frucht und Nuss

1 große Tasse Reis (2/3 Rundkornreis, 1/3 Süßreis) und
8 Tassen Wasser

drei bis vier Stunden lang bei kleinster Hitze köcheln lassen, so dass der Reis zerfällt und ein sämiger Brei entsteht. Das Congee noch heiß in Gläser füllen. Im Kühlschrank ist es als Grundlage für mehrere Mahlzeiten gut zwei Wochen haltbar.

Für ein bauchwärmendes und stärkendes Frühstück für Zwei in einer gebutterten Pfanne

1 Apfel,
eine Handvoll Rosinen,
4 klein geschnittene getrocknete Aprikosen und
gemahlene Mandeln oder Haselnüsse

fünf bis zehn Minuten dünsten. Congee in der gewünschten Menge unterrühren, bei Bedarf mit etwas Ahornsirup süßen und für die Wärme mit Ingwer und Zimt abschmecken.

Bon Appétit!


19. März 2013

Buchvorstellung: Das Puppenbuch von Karin Neuschütz

— Die Gewinnerin des Buches ist Heidi. —

Wer sich für Stoffpuppen, Puppenmacherei und Waldorfpädagogik interessiert, kommt an Karin Neuschütz nicht vorbei. Von der schwedischen Autorin gibt es zahlreiche Bücher über einfaches, kindgerechtes und selbstgemachtes Spielzeug, in denen sie nicht nur über dessen Wert und Bedeutung für die Kinder, sondern auch über seine Herstellung am besten durch die Eltern schreibt.

Ihr bekanntestes Buch ist sicher „Die Waldorfpuppe“ über die Herstellung verschiedener Stoffpuppenarten und ihrer Kleidung, das ich Anfang des Jahres rezensiert habe. Was Karin Neuschütz an theoretischem Hintergrundwissen zum Puppenhandwerk in diesem Buch nur hier und da anspricht, wird in „Das Puppenbuch“ noch weiter vertieft.

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Wie sein Untertitel verrät, beinhaltet auch dieses Buch viele Anleitungen. Jedoch beschäftigt sich der größere Teil mit dem Spiel des Kindes und dessen Bedeutung für seine Entwicklung, wobei der Puppe eine ganz besondere Rolle beigemessen wird. Die Betrachtungen erfolgen im Sinne der Waldorfpädagogik und inspirieren diese andersherum sicher auch sehr stark. Das macht das Buch zu einer wichtigen Quelle für Eltern und Pädagogen, die auf der Suche nach wertvollem Spielzeug für ihre Kinder diesem Geist folgen.

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Im ersten und umfangreichsten Teil ihres Puppenbuches schildert Karin Neuschütz die Entwicklungsphasen der Kinder und beschreibt, welche Sachen sie jeweils zum Spielen anregen.

Im zweiten Teil befinden sich Anleitungen zur Herstellung von verschiedenen Puppenarten für jedes Kindesalter. Die Anleitungen sind sehr einfach, hauptsächlich in Textform, untermalt nur mit wenigen wunderschön schlichten Illustrationen aus der Feder der Autorin. Hier wiederholt sich vieles, was teils ausführlicher, teils identisch auch im Buch „Die Waldorfpuppe“ erklärt wird. Ergänzend dazu wird im Puppenbuch auch die Herstellung sehr einfacher Puppenarten wie Knoten- und Zipfelpuppen, Marionetten und Puppen aus Wollgarn erklärt.

Für Puppenkleidung gibt es nur sehr wenige Anleitungen mit ganz einfachen Schnitten für Nähanfänger. Dafür befinden sich am Ende dieses Teils eine Wasch- und Pflegeanleitung sowie Hinweise für Reparaturen und Hilfestellungen für die zehn häufgsten Fehler beim Puppenmachen.

Im dritten Teil des Buches wird ein Elternkurs angeregt, dessen Konzept nicht nur die Herstellung verschiedener Puppenarten, sondern auch die Vermittlung von theoretischem Wissen zum Spiel des Kindes und zur Bedeutung der Puppen aus Sicht der Waldorfpädagogik vorsieht. Dieser Teil ist vor allem für Frauen interessant, die selbst Puppennähkurse geben und sich dabei von der Waldorfpädagogik inspirieren lassen möchten.

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Ich habe „Das Puppenbuch“ vor einigen Jahren gelesen, als meine Tochter noch sehr klein und ich offen für die Waldorfpädagogik war. Das Buch hat mir damals Orientierung und Inspiration gegeben und sicher auch seinen Teil dazu beigetragen, dass ich Puppenmacherin geworden bin. Es ist sein Verdienst, dass ich entdeckt habe, was alles in dem Spielzeug Puppe steckt, und die Vermittlung seines Wertes zu meiner beruflichen Aufgabe gemacht habe.

Deshalb empfehle ich das Buch auch gern meinen Kursteilnehmern zur Begleitung des intensiven Nähwochenendes, wenn sie neben den handwerklichen Grundlagen für das Puppenmachen auch theoretisches Wissen zur Bedeutung der Puppen aus Sicht der Waldorfpädagogik erfahren möchten.

Für mich selbst hat das Buch neben seinem Erinnerungswert aber keine so große Bedeutung mehr. Heute blicke ich anders auf Spielzeug und die Waldorfpädagogik, nicht nur als Mutter, sondern auch als Puppenmacherin.

In den letzten Jahren habe ich mich in Hinblick auf die Puppen zugunsten meiner gestalterischen Freiheit und Flexibilität frei von starren Regeln und Prinzipien gemacht. Das zeigt sich weniger in Äußerlichkeiten als viel mehr in der inneren Haltung, mit der ich meine Puppen nähe. Individualität, Schönheit und Entdeckergeist sind mir in diesem Prozess besonders wichtig, ebenso wie Leichtigkeit, Offenheit und Freude.

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Der Verlag Freies Geistesleben hat im vergangenen Jahr „Das Puppenbuch“ wie auch „Die Waldorfpuppe“ von Karin Neuschütz neu herausgebracht. Was sich inhaltlich im Detail verändert hat oder ergänzt wurde, kann ich nicht sagen, denn meine Lektüre viel älterer Ausgaben liegt schon ein paar Jahre zurück. Was aber auf dem ersten Blick angenehm auffällt, ist die neue Gestaltung von Buchcover und Inhalt, was den Klassikern eine frische und zeitgemäße Ausstrahlung gibt und Lust auf das Lesen macht.

Habt ihr Lust auf das Puppenbuch? Ich verlose mein Rezensionsexemplar, das mir der Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Wenn ihr das Buch gewinnen möchtet, schickt bis Donnerstag Nacht ein E-Mail an hello@mariengold.net. Den Gewinner werde ich am Freitag auslosen und benachrichtigen. Ich wünsche euch viel Glück.

Ergänzend zum Puppenbuch von Karin Neuschütz lege ich euch „Puppen – heimliche Meschenflüsterer“ von Insa Fooken ans Herz, das ich letzten September besprochen habe. Dieses Buch spannt einen sehr großen Bogen und erforscht die Magie der Puppen aus Sicht der Psychologie, Literatur-, Entwicklungs- und Kulturgeschichte.

 


15. März 2013

Freitagspuppe Pekka ~ Friday Doll Pekka

Pekka, my new Friday doll, is now available in my Etsy shop. Find more pictures in my portfolio.

Meine neue Freitagspuppe ist in meinem Puppennähkurs am vergangenen Wochenende entstanden. Mit vier Teilnehmerinnen war die Runde auch für mich als Kursleiterin entspannt genug, um selbst zu Nadel und Faden zu greifen und eine Puppe zu nähen. Und so entstand, während draußen der Frühlingsschnee leise rieselte und drinnen bei fünf Frauen die Wangen immer rosiger wurden und die Augen mehr und mehr strahlten, Pekka für euch.

Den Namen Pekka fand ich übrigens auf dem Weg zum Kursort. Plakate, Filmabspänne, Litfasssäulen und dergleichen schaue ich mir immer mit einem besonderen Augenmerk auf Vornamen an. Mit Pekka am Samstag Morgen auf dem S-Bahnhof Nikolassee war es Gefallen auf den ersten Blick. Schön kraftvoll und geerdet mit einer Prise Schalk.

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Pekka ist 30 cm groß. Sie hat aprikosenfarbene Haut, kurzes braunes Strubbelhaar, dunkelbraune Augen, ein kleines Näschen, Ohren und einen Bauchnabel. Die Puppe kommt mit einer Stoffwindel im Pampers Style und einer  einer lila Häkeltasche mit einem cremefarbenen Knopf.

Pekka trägt eine hellbeiges Kleid mit Blumen in Pink, Orange, Lila und Beige, lila Pumphosen aus Baumwollnicki, orangefarbene Häkelschuhe mit Bindebändern, ein langärmeliges Jerseyshirt mit Streifen in Orange und Pink, ein rosa Seidentüchlein, eine lavendelfarbene Strickjacke mit Bindebändern aus pflanzengefärbter Schurwolle und eine Bommelstrickmütze mit einem Farbverlauf in Pink, Lila und Goldgelb.

Ihr zweites Outfit besteht pinkfarbenen Latzhosen mit roten Pünktchen aus Baumwollnicki, einem senfgelben langärmeligen Jerseyshirt, roten Häkelschuhen mit Riemchen, einem geblümten Halstuch und einer lila Jerseymütze.

Pekka ist für 275 Euro in meinen Shops bei DaWanda und Etsy erhältlich. Mehr Bilder findet ihr in meinem Portfolio.