Einer der schönsten Momente des Monats war für mich am 25. Januar, als sich nach einer gefühlten Ewigkeit zum ersten Mal wieder Sonnenstrahlen zwischen den Wolken zeigten, diese sich schließlich sogar ganz und gar verzogen und Berlin für ganze zwei Tage im Sonnenschein war.
Die Sonne sorgte nicht nur für tropfenden Schnee, sondern machte auch etwas in mir wieder weich, das sich in den letzten Wochen verhärtet hatte.
Nach den Weihnachts- und Neujahrsferien zog der Arbeitsalltag viel zu schnell wieder in mein Leben ein. Ich jonglierte gleich wieder mit mehreren großen Projekten. In der Werkstatt suchte ich mir Herausforderungen und nähte in den ersten beiden Wochen jede Puppe mit einem anderen Schnitt und experimentierte mit neuen Techniken. Die Organisation meiner Aufträge für Januar und Februar war zäh und kostete mich viel Zeit und Nerven. Die Arbeit am Puppennäh-E-Book ging in die letzte heiße Phase und ich begann das Drumherum für die Veröffentlichung zu organisieren. Viele E-Mails wurden hin- und hergeschickt. Ich habe zum ersten Mal eine Budgetplanung für Mariengold vorgenommen und klare Ziele formuliert. Keine Illusionen mehr. Eine große, aus purer Unwissenheit resultierende und sicher vermeidbar gewesene Ausgabe hat sich angebahnt und wird mich wohl eine zeitlang im wahrsten Sinne des Wortes beschäftigen. Ich war zum ersten Mal zur Beratung bei einem Anwalt. Und ich habe in diesem Monat mit meiner Altersvorsorge begonnen, begleitet von der Unsicherheit, ob es der richtige Zeitpunkt ist.
Zusammengenommen schienen mir all diese Prozesse und Projekte zeitweise den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Von wegen klare Linie.
Denn immer wieder schob sich die Frage dazwischen, ob ich das alles wirklich will und wie weit zu gehen ich bereit bin.
Im letzten Jahr habe ich viele Weichen für Mariengold gestellt, Wünsche formuliert und wichtige Projekte auf den Weg gebracht und teilweise realisiert. Mir wurde bereits 2012 viel geschenkt, aber es bleiben natürlich noch Wünsche als hoffnungsvolle Projektionen für dieses Jahr. Im Januar habe ich immer wieder geschaut, was konkret ich jetzt tun kann, um diese zu erfüllen. Ich habe einiges bewegt oder auch erst einmal nur geplant, mich aber oft auch als nicht handlungsfähig oder -willig wahrgenommen.
Das Jahr 2013, das noch ganz jung vor mir liegt, sehe ich als das Jahr der Manifestation. Auch wenn ich mir noch gar nicht so sicher bin, was ich beruflich eigentlich möchte, so habe ich doch eine Vision für Mariengold und eine Ahnung davon, was möglich ist, ganz unabhängig davon, ob ich das wirklich möchte.
Ein klares Ja, für welchen Weg auch immer, habe ich mir noch nicht gegeben.
Deshalb heißt es in diesem Jahr für mich, alle Ängste und Sorgen in Vertrauen zu wandeln und aus dieser Kraft zu handeln. Oder einfacher gesagt: “Jetzt oder nie!”, was auch immer das für Mariengold oder andere Bereiche meines Lebens bedeuten könnte.
Alles ist offen. Und im Licht der Wintersonne betrachtet macht mir die Veränderung, die in der Luft liegt, viel weniger Angst, sondern mehr Vorfreude.
Was ich im Januar toll fand: Meine erste Fahrstunde, Moskauer Pelmeni im Café Datscha, Schneesterne auf meinem Mantel, Just Little Things, die Karma Necklace, “Just Kids” von Patti Smith als Hörbuch mit Sophie Rois, die alten CDs von Elliott Smith mal wieder zu hören (Miss Misery!), der Duft von Hyazinthen, die Klappentexterin und “Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen” von Aimee Bender.
Was im Februar kommt: Eine Kurzreise nach Hamburg mit meinem Mann, Vasalisa in der Schaubude, Fasten, der helle Teil des Winters, 1000 Gefühle – für die es keinen Namen gibt, ein Werktreffen mit Laura und Julia, “Open City” von Teju Cole und endlich wieder Besuch von Totò.























