21. April 2021

PuppenMITmacherei 2021: Dieses Jahr gibt es sie endlich wieder!

Nach vier Jahren Pause und unter dem Eindruck einer anhaltenden Pandemie, in der wir sicher alle etwas Seelennahrung brauchen können, ist sie zurück, die PuppenMITmacherei von NATURKINDER und Mariengold, zu der wir euch ganz herzlich einladen.

Seit Wochen haben Caro und ich Vorfreudeherzchen in den Augen, denn trotz der langen Pause ist die PuppenMITmacherei etwas ganz Besonderes für uns. Wir haben dabei stets viele tolle Menschen kennengelernt, einen superfreundlichen und ermutigenden Austausch zwischen den PuppenMITmacherinnen wahrgenommen und wunderschöne, herzige Puppen in einer großen Vielfalt entstehen gesehen. Das wünschen wir uns auch für dieses Jahr. Gerade in dieser speziellen Zeit, die uns alle so sehr fordert und uns so viel abverlangt, soll die PuppenMITmacherei eine kleine Insel der Glückseligkeit sein, auf der alle, die sich jetzt manchmal (oder auch anhaltend) traurig, müde, einsam, geschafft, ängstlich, überfordert, verloren, genervt oder was auch immer fühlen, ein wenig Freude, Erholung und Gemeinschaft finden.

Für diejenigen, die ganz neu zu Mariengold und den Puppen gefunden haben, hier die wichtigsten Details:

Die PuppenMITmacherei ist eine Community-Aktion im Internet, bei der wir (also ihr und Caro und ich) gemeinsam Puppen nähen und darüber auf unseren Blogs und bei Instagram berichten.

Das Ganze ist allerdings kein Online-Kurs, das heißt, wir Veranstalterinnen leiten die Puppenherstellung nicht Schritt für Schritt an und wir werkeln auch nicht an den gleichen Puppen. Vielmehr bringen alle ihre Ideen mit, arbeiten mit selbst gewählten Anleitungen, Schnittmustern und Materialien an ihren eigenen Puppen und tauschen sich optional bei sechs thematischen Online-Dates mit den anderen PuppenMITmacherinnen im Internet aus.

Ablauf

Richtig los geht es in zwei Wochen am 5. Mai. Ab dann treffen wir uns immer am ersten Mittwoch des Monats, erzählen von unserem Fortschritt, zeigen Bilder, teilen unsere Freude, tauschen uns aus, geben Feedback und machen uns gegenseitig Mut. Im Sommer gibt es eine längere Pause. Und das große Finale ist für den 3. November geplant, dann sollen die Puppen fix und fertig sein.

5. Mai: Ideensammlung
Bei unserem ersten Treffen geht es um Ideen und Inspiration. Habt ihr schon Erfahrung im Puppenmachen? Wie stellt ihr euch eure Puppe vor? Möchtet ihr vielleicht mal etwas ganz Neues ausprobieren? Welche Puppen gefallen euch besonders gut? Könnt ihr Bücher, Anleitungen und Online-Tutorials empfehlen? Wo kauft ihr euer Material ein? Und ganz wichtig: Wem wollt ihr mit eurer Puppe eine Freude machen? Erzählt es uns.

2. Juni: Vorbereitungen
Ihr wisst jetzt, was für eine Puppe ihr nähen möchtet. Anleitung,  Schnittmuster und Materialien liegen bereit. Denkt auch an die Arbeitsutensilien. Besorgt euch alles, was ihr zur Herstellung eurer Puppe braucht. Und macht auch eure Nähmaschine fit. Denn bei diesem zweiten Treffen geht es direkt los und wir nähen die Puppenteile.

4. August: Herstellung von Kopf und Körper
Bei unserem dritten Treffen nehmen wir gemeinsam die erste große Hürde und fertigen den Puppenkopf an. Wenn das geschafft ist, stopfen wir die Arme und Beine und nähen die Puppe zusammen.

1. September: Gestaltung von Gesicht, Haaren und Details
Bei unserem vierten Treffen wird es noch einmal richtig kniffelig, denn es geht um die Gestaltung des Gesichtes. Danach bekommt die Puppe Haare und süße, kleine Details wie Bauchnabel, Popo, Ohren und worauf immer ihr Lust habt.

6. Oktober: Anfertigung von Kleidung, Accessoires und Möbeln
Weiter geht es mit den Puppenkleidern. Bei unserem fünften Treffen stellen wir unter dem Schnurren der Nähmaschine und dem Klappern von Stricknadeln Kleidung für die Puppe her. Wer mag, stattet sein Goldstück noch mit Accessoires und Möbeln aus.

3. November: Finale
Die Puppen sind jetzt fertig genäht und schön eingekleidet. Bei unserem sechsten und letzten Treffen präsentieren wir unser Werk, schauen – wenn ihr mögt – noch einmal zurück auf die letzten Wochen und Monate und freuen uns darauf, die Puppe endlich dem Menschen in die Arme zu legen, für den sie gedacht ist. Vielleicht zu Weihnachten?

Mitmachen und Teilen

Die PuppenMITmacherei ist offen für alle Puppennähverliebten, ganz gleich ob ihr dieses Handwerk ganz neu entdeckt habt, wenig, mittel oder viel Erfahrung mitbringt oder professionelle Puppenmacherinnen seid.

Was für eine Puppe ihr herstellt, könnt ihr frei entscheiden. Das kann eine klassische Waldorfpuppe à la Karin Neuschütz sein, eine Filzkopfpuppe wie Charlie Bo, eine Jess Brown Rag Doll, wie Caro und ich sie 2016 gemacht haben, eine Strickpuppe oder etwas ganz anderes.

Wenn ihr eure Puppenmacherei mit uns teilen möchtet, benötigt ihr einen eigenen Blog oder einen Instagram-Account. Dort könnt ihr an den sechs Terminen zu den jeweiligen Themen schreiben und Fotos veröffentlichen.

Bei unseren sechs Online-Dates sammelt Caro alle Beiträge bei NATURKINDER, wo ihr eure Blogartikel ganz einfach mit einem speziellen Blogging Tool verlinken könnt.

Wenn ihr bei Instagram mitmacht, nutzt bitte den Hashtag #puppenmitmacherei2021. Damit könnt ihr dann auch sehen, was die anderen machen und euch vernetzen, wenn ihr mögt. Ich schaue an diesen Tagen auch regelmäßig vorbei, um eure Puppen zu bestaunen, Kommentare zu moderieren und Fragen zu beantworten. Mich findet ihr bei Instagram natürlich unter @mariengold, Caro unter @naturmama.

Der oben beschriebene Ablauf dient übrigens nur der groben Orientierung. Werkelt, schreibt und fotografiert, ganz wie es euch gefällt.

Natürlich könnt ihr auch mitmachen, ohne euch öffentlich zu beteiligen. Nur für euch. Auch schön.

Eine offizielle Anmeldung ist nicht nötig. Ihr könnt mir aber gern an hello@mariengold.net schreiben, wenn ihr dabei seid. Das steigert die Vorfreude.

Auch bei Fragen meldet euch jederzeit gern.

Ausblick

In zwei Wochen geht es mit dem ersten Treffen zum Thema Inspiration los. Dann erzähle ich euch auch, was für eine Puppe ich dieses Mal herstellen werde.

Pünktlich zum Beginn der Aktion ist für Mai eine Sonderpreisaktion für meine eBooks für Puppen und Kleidung geplant. Und ich werde natürlich auch meine Vorräte für Puppenbastelmaterial kräftig aufstocken, falls ihr eure Puppe mit einer Anleitung und Material von Mariengold nähen möchtet. Mehr dazu bald.

Caro und ich freuen uns riesig auf euch und eure Puppen in der PuppenMITmacherei 2021!

Zur Einstimmung und zum Lust und Mut machen findet ihr hier alle meine Beiträge zu den Ausgaben in 2015, 2016 und 2017. Bei Instagram werdet ihr mit dem Hashtag #puppenmitmacherei fündig.


13. April 2021

DIY: Neue Haare, neues Leben

Wenn Puppen, die vielleicht aus einer längst vergangenen Kindheit stammen, ein zweites Leben mit dem Nachwuchs bekommen sollen, werden oft neue Haare gewünscht. Gerade ältere, traditionell hergestellte Waldorfpuppen haben in der Regel einen bestickten Schopf, bei dem das Haar mit Wollgarn und langen Stichen direkt auf den Kopf genäht wurde. Mit der Zeit haben sich meist einzelne Stiche gelöst und das Haar ist dünn geworden und sieht zerzaust aus. Klar, dass der neue Lebensabschnitt dann mit einer neuer Frisur eingeläutet werden soll.

So kompliziert und unveränderlich so ein gestickter Haarschopf auf den ersten Blick anmuten mag, eine Erneuerung ist machbar und macht auch Spaß, so wie Typveränderungen eigentlich immer Spaß machen. Das neue Haar könnte man natürlich wieder sticken. Leichter und schneller aber geht es mit einer anderen Methode, die sich in den letzten Jahren durchgesetzt hat, nämlich das Häkelkäppchen mit eingeknüpften Strähnen, das übrigens genauso leicht und schnell ersetzt werden kann, sollte irgendwann wieder einmal eine Veränderung gewünscht werden.

Und so geht’s

Ihr benötigt eine Schere, am besten auch eine kleine Stickschere, eine Pinzette oder eine kleine Zange, Puppenhaargarn, farblich passendes Nähgarn, eine Häkelnadel, Stecknadeln und eine Nähnadel. Für das Haar empfehle ich euch das Mohairgarn aus meinem Shop, das dort als einzelne Knäuel in neun verschiedenen Farben erhältlich ist.

Zuerst den alten Haarschopf entfernen. Dafür die langen gestickten Stiche mit der Schere aufschneiden und die Fäden von Hand oder mit Hilfe der Pinzette oder Zange aus dem Kopf holen. Am Anfang, wenn das Haar noch recht dicht ist, geht das gar nicht so leicht und man muss ein bisschen probieren, wo man ziehen und zupfen muss, damit sich etwas bewegt. Besonders am Haaransatz finden sich manchmal recht kleine Stiche. Die bearbeitet man am besten mit einer kleinen, feinen Schere. Hier besonders vorsichtig arbeiten, um den Stoff nicht zu beschädigen.

Aus dem Puppenhaargarn ein einfaches Käppchen häkeln, das eng und eher knapp auf dem Kopf sitzt. Wie genau das geht, findet sich z. B. in meinem Mitzi eBook und Baby Twink eBook. Auch die folgenden Arbeitsschritte werden dort ganz ausführlich erklärt, hier die Kurzversion für alle Handarbeitsversierten und Wagemutigen:

Das Käppchen auf den Kopf setzen, mit Stecknadeln fixieren und mit kleinen Stichen entlange des Randes festnähen.

Haarsträhnen in der gewünschten Länge zuschneiden und mit der Häkelnadel in das Käppchen knüpfen. Zum Schluss die Strähnen mit der Schere zurechtstutzen, bei Bedarf einen Hauch Rot auf die Wangen geben und die Puppe in ihr neues frisch frisiertes Puppenleben entlassen.

Alle Details zu meinem Reparaturangebot findet ihr hier, weitere Beiträge zum Thema hier.


23. März 2021

Streicheleinheiten für die Seele: ein Portrait über mich und meine Arbeit

In meinen Kursen begegnen mir viele tolle Frauen. Eine davon ist Rena, die 2016 eine Puppe bei mir nähte. Mit ihrem Hintergrund als Kunsttherapeutin, ihrem freundlichen Wesen und offenen Herzen hatten wir gleich eine Verbindung und begannen nach dem Kurs einen jahrelangen intensiven Austausch über die Möglichkeiten von Puppen/machen bei der inneren Heilung und Entwicklung.

Rena ist auch Journalistin und als sie vorschlug, ein Portrait über mich und meine Arbeit zu schreiben, war ich hocherfreut. So kam es, dass wir uns nach drei Jahren in Hamburg wiedersahen und an einem grau-verschneiten Tag im März in einem gemütlichen Café in Altona über meinen Werdegang und meine Erfahrungen als Puppenmacherin und Kursleiterin sprachen.

Das war fast auf den Tag genau vor zwei Jahren. Wir hätten das Portrait gern in einem Magazin im Zeitschriftenladen gesehen, aber dazu kam es nicht. Dafür veröffentliche ich es jetzt hier auf meinem Blog und wünsche euch viel Freude damit.

Klickt auf diesen Link und ihr könnt es online lesen oder auch ausdrucken.

Vielen Dank, liebe Rena, für diesen mit Herzblut geschriebenen Artikel, die zahlreichen eMails, die in den vergangenen fünf Jahren zwischen Schwäbisch Gmünd und Berlin hin und her gingen sowie deine stetige Ermutigung und Inspiration für meine Arbeit!


16. März 2021

Geschenkideen für Puppennähverliebte #11 (Osternest-Ausgabe)

1 Frühlingserwachen für die Haut verspricht das Wonder Balm des deutschen Naturkosmetik-Labels The Glow. Es besteht ausschließlich aus natürlichen Zutaten und eignet sich als Hautcreme, Make-Up-Entferner, Lippenbalsam, Gesichtsmaske, Highlighter, Handcreme und vieles mehr. Der Effekt: zarte, strahlende Haut mit einem umwerfenden Glow. Erhältlich für 14 Euro direkt bei The Glow.

2 Ein kleines Wunder sind auch die Wonder Clips von Clover. Die bunten Stoffklammern sind eine super Alternative zu Stecknadeln und es lassen sich damit vor allem dickere Stoffe und mehrere Lagen ganz einfach und ohne Verrutschen zusammennähen. 10 Stück gibt’s für 7,90 Euro, z. B. hier.

3 Das Buch „Hände. Eine Kulturgeschichte“ von Jochen Hörisch ist unseren beiden Lieblingswerkzeugen gewidmet. Erhältlich im Buchhandel für 28 Euro.

4 Kleine feine Helferlein können viel Freude machen. Deshalb darf dieser hübsche rosarote Nadeleinfädler gern ins Osternest geflogen kommen. Gibt’s für 4,90 Euro von und bei Prym.

5 Ein Spielständer-Paar im Miniaturformat ist ein vielseitiges Möbelstück für die Puppenecke. Daraus kann z. B. eine kleine Küche, eine gemütliche Höhle oder ein Haus für ganz kleine Püppchen entstehen. Erhältlich auf Anfrage bei @spielholz.berlin oder mit etwas Glück in kleiner Auflage im Shop, Preis 70 Euro.

6 Ein Strauß Blumen auf dem Tisch hebt die Stimmung und bringt Farbe und Lebendigkeit. Wenn es nur ein paar sein sollen, ist diese Scheibe aus Kupfer zum Einsetzen in Vasen hilfreich und praktisch. Sie hat verschieden große Löcher, in denen einzelne Blumen wunderschön arrangiert werden können. Der Clou: Die Löcher sind wie Sternenbilder angegeordnet, entsprechend viele hat der Wassermann und wenige der Krebs. Erhältlich für 18,50 Euro direkt beim Hersteller in den Niederlanden. (Der Versand geht blitzschnell.)

7 Socken stricken sich das ganze Jahr gut weg. Bei MINUK gibt es eine handgefertigte Lederhülle für Nadelspiele, um Nadeln und Strickstück vor Maschenverlust oder verhedderten Nadelspitzen zu schützen. Preis 19 Euro.

8 Dazu würe diese elegante kleine Fadenschere passen, vollgeschmiedet und in bester deutscher Handwerkskunst hergestellt. Zu kaufen für 12,98 Euro direkt in der Manufaktur.

9 Nicht nur Farben, auch Düfte können unsere Stimmung heben. Besonders die drei aus „Duftendes Zitrusglück“ von Primavera. Grapefruit, Orange und Zitrone sind spritzig, schenken Lebensfreude und wirken anregend auf Körper, Geist und Seele. Einfach am Fläschchen riechen, mittels Diffusor im Raum verstäuben oder mit einem Trägeröl am Körper tragen. Das Set ist aktuell für 12,90 Euro in vielen Bioläden erhältlich oder online bei Primavera.

10 Wer Puppen näht, dessen Herz schlägt in der Regel auch für Schafe. Und dafür ist der Bloomy Sheep Pin von Wollen wie gemacht, Preis 10 Euro.

Das Internet ist voller schöner Dinge und guter Ideen. Wenn ihr Vorschläge und Links für die Reihe habt, schreibt gern an hello@mariengold.net. Die Geschenkideen der letzten Jahre findet ihr hier, weitere Fundstücke hier.


2. März 2021

12erinnerungsstücke2021: Januar, Februar, März

Als ich neulich wieder einmal die Kiste mit den Mariengold-Erinnerungsstücken öffnete, war ich schier überwältigt von der Fülle, die sich mittlerweile angesammelt hat. Eigentlich bin ich überhaupt keine Sammlerin und sortiere in allen Bereichen regelmäßig aus, was ich nicht mehr brauche. Nur diese Kiste bleibt seit 15 Jahren unangetastet. Da lagern viele schöne Schätze und Andenken, die es eigentlich verdient hätten, mal ans Licht geholt zu werden.

So kam mir die Idee für #12erinnerungssstücke2021, eine Aktion, bei der ich jeden Monat diesen Jahres ein Erinnerungsstück von meiner Reise mit Puppen/machen auf meinem Instagram-Account teile. Hier auf dem Blog fasse vier Mal drei Monate zusammen:

Erinnerungsstück 1/12: Meine allererste selbstgemachte Puppe hatte einen fliederfarbenen gestrickten Körper und war rundherum eingestrickt, weil Stricken damals die Handarbeitstechnik war, die ich am besten beherrschte. Kurz darauf, im Herbst 2005, machte ich Tilda, meine zweiterste, eigentlich-erste traditionelle Puppe nach Waldorfart, Herzenspuppe meiner Tochter und jahrelang festes Mitglied unserer Familie. Für immer und ewig werde ich sie für die schönste und wichtigste Puppe halten, die ich je gemacht habe. Den Anfängerinnengeist von damals kann ich noch immer spüren, vor allem wenn ich in meinen Kursen miterleben darf, wie Menschen unter meiner Anleitung wiederum ihre allererste Puppe nähen. Die Anfertigung von Tilda ging mir damals übrigens überhaupt nicht leicht von der Hand und wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich das mal beruflich machen würde, hätte ich ungläubig den Kopf geschüttelt. Heute ist das Puppenmachen mein unendliches Forschungsfeld und eine Einladung, mich dem Leben anzuvertrauen und in Beziehung zu gehen. Es ist nicht so, dass ich unbedingt Puppen machen muss, und möglicherweise ist es irgendwann genauso unverhofft vorbei, wie es begonnen hat, aber noch sind mein Herz und meine Hände immer wieder auf’s Neue neugierig auf das Leben, das dabei entsteht.

Erinnerungsstück 2/12: In dem Jahr, bevor ich mich mit den Puppen selbständig gemacht habe, las ich die Weitseher-Trilogie von Robin Hobb, empfohlen von einer damaligen Brieffreundin aus Finnland. Bis dahin hatte ich, trotz dass ich schon immer ein Buchwurm bin, noch keinen einzigen Fantasy-Roman gelesen – und auch danach nie wieder. Aber diese drei Bücher zu genau diesem Zeitpunkt waren meine Verbindung in das Reich der großen, phantastischen Geschichten, der Magie und Träume, die es brauchte, um die Tür zu meiner Kindheit wieder zu öffnen und mir selbst zu erlauben, groß zu träumen, meine Leidenschaft für das Puppenmachen auszuleben und schließlich einen gewagten beruflichen Weg einzuschlagen. Diese Trilogie ging mir ans Herz, aus Gründen, die ich teilweise erst heute, 15 Jahre später, verstehe und ich bin unendlich dankbar, dass ich mich damals so von der Geschichte, den Charakteren und Bildern habe berühren und verwandeln lassen.

Erinnerungsstück 3/12: Die einzige offensichtliche Verbindung zwischen meinem Studium und meiner Arbeit als Puppenmacherin ist meine (halbwegs) professionelle Marketingkommunikation. Studiert habe ich Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin, bin wenige Wochen nach meinem Abschluss Mutter geworden und habe mich drei Jahre später mit den Puppen selbständig gemacht. Dass daraus relativ schnell eine ernsthafte berufliche Perspektive wurde, lag sicher auch daran, dass ich ein gutes Händchen für Marketing habe – und auch Freude daran. Gerade anfangs hatte ich nur ein schmales Budget, aber ich habe immer mit tollen Menschen zusammengearbeitet, mit denen es gelang, das Selbstverständnis und die Werte meines Labels in sichtbare Gestaltung zu übersetzen. Wie mit Joy, die mir 2008 mein erstes Logo und meine erste Internetseite gestaltete. Dieser Stempel erinnert mich an meine Anfänge und an die wunderbare Möglichkeit, mit einem gut durchdachten und gut gemachten visuellen Erscheinungsbild mein tiefstes Herzensanliegen mit Mariengold nach außen zu tragen. Das ist eine große Chance und ein großes Glück, denn Marketing, so unbeliebt es unter Kreativen oft ist, schafft Verbindung, nicht nur zwischen Marken und Konsumenten, sondern vor allem zwischen Menschen.

Ihr seid übrigens herzlich eingeladen, euch der Aktion jederzeit mit dem Hashtag #12erinnerungsstücke2021 anzuschließen. Dabei könnt ihr euch auf ein bestimmtes Thema beziehen (so wie ich auf das Puppenmachen) oder Monat für Monat frei entscheiden. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dabei seid und eure liebsten Erinnerungsstücke teilt!