23. Januar 2024

Aus meiner Puppenreparaturwerkstatt: Ronja

Die Puppe Ronja ist ein 30 Jahre altes Erbstück, gemacht von einer Mutter für ihren Sohn, der die Puppe jetzt an sein eigenes Kind weitergeben wollte. Die Mutter bzw. Großmutter war schon länger verstorben und hatte ihre Enkeltochter nicht mehr kennengelernt. Damit die Enkeltochter etwas von der Oma bekommt, sollte die Puppe in ihre Hände übergehen. Aber bevor Ronjas zweites Leben mit dem zweijährigen Kind beginnen konnte, brauchte die Puppe eine Überarbeitung und Auffrischung, denn sie hatte ein paar Schwachstellen und vor allem sollte das Haar anders werden.

Dafür entfernte ich zuerst den alten aufgestickten Haarschopf mit Schere und Pinzette (was immer länger dauert, als man denkt). Dann flickte ich die offenen Stellen am Körper und bezog die Hände neu mit Stoff, denn der alte war dünn geworden und hatte schon Laufmaschen. Außerdem band ich den Hals noch einmal ab, damit er fester wurde und der Kopf mehr Kontur erhielt. Dann durfte die Familie eine neue Haarfarbe auswählen. Blond sollte es werden, nur welches genau? Auf dem Bild sieht man gut, wie unterschiedlich die drei verschiedenen Farbtöne wirken. Es wurde dann Strohblond, dazu gab es ein neues Kleiderset in Gelb und Grün und fertig war die neue Ronja.

Ich dachte bei der Aktion auch an die Frau, die die Puppe ursprünglich einmal gemacht hatte, und fragte mich, wie sie das Umstyling wohl finden würde. Dabei konnte ich nicht anders, als mir vorzustellen, wie sie mir von oben zulächelte und sich freute und dankbar war, dass sie und ihre Enkeltochter über die aufgearbeitete Puppe eine Verbindung haben würden.

Wenn ihr eine Puppe habt, die eine Reparatur, Erneuerung oder ein Glow-Up braucht, schickt mir eine Mail an hello@mariengold.net, am besten gleich mit aussagekräftigen Bildern, damit ich mir schon einmal einen Eindruck verschaffen und euch ein maßgeschneidertes Angebot machen kann. Langes Leben für die Puppen liegt mir am Herzen, deshalb helfe ich von Herzen gern weiter.

Alle Details zu meinem Reparaturangebot findet ihr hier, weitere Beiträge zum Thema hier.


17. Januar 2024

Wieder ein glückliches Flickwochenende auf dem Land (und ein Puppenreparierliebe-Update)

Letztes Jahr hat es uns so gut gefallen, dass meine Freundin Julia und ich gerade wieder zu Gast im wunderschönen Landhaus MariaMaria in der Priegnitz in Brandenburg waren, wo es eine neue Ausgabe des Workshops „Wear it + Repair it“ mit der Textilkünstlerin Doris Runge gab. Wieder zwei Tage nähen, stopfen, flicken, stricken und neu machen, dazu köstliche Speisen, Spaziergänge, Austausch, gute Laune und sich vom bollernden Ofen durchwärmen lassen. Es war wieder die perfekte kleine Kreativ-Auszeit mitten im Winter und ich freue mich jetzt schon auf nächstes Mal.

Im Gepäck hatte ich erneut meinen weißen Lieblingspullover, den ich letztes Mal schon fleißig geflickt und bestickt hatte und der in der Zwischenzeit unter dem Namen Konfettipullover noch mehr zum Lieblingspullover geworden war. Er sollte weitere Konfetti bekommen. Außerdem reparierte ich einen feinen Baumwollschal mit goldenem Nähgarn und dachte dabei an Kintsugi, die traditionelle japanische Reparaturmethode für Keramik, bei der Bruchstücke mit Goldlack wieder zusammengefügt werden, so dass die Bruchlinien deutlich sichtbar bleiben und zu etwas Kostbarem und Schönem werden.

Die Narbe als Erfahrung, die Gold wert sein kann, hat mich auch das ganze letzte Jahr mit Mariengold beschäftigt. Das Flickwochenende mit Doris war damals Auftakt für einen neuen Schwerpunkt meiner Arbeit als Puppenmacherin. Seitdem habe ich viele, viele Puppen repariert, aufgearbeitet, erneuert und verschönert, ein professionelles Angebot für meine Kundin*innen aufgesetzt und mit meiner Freundin Laura einen ersten Puppen Repair Circle veranstaltet. Dabei habe ich unfassbar viel gelernt, nicht nur über Puppen und Puppenmachen, sondern vor allem über das Menschsein.

Denn jede Puppe, die zerliebt und zerlumpt zu mir kommt, hat eine Geschichte. Manchmal erfahre ich diese im Vorfeld, manchmal erspüre ich sie mit Herz und Händen, ohne dass ich Genaueres weiß. Neben viel Können und Handwerk ist es auch eine energetische Arbeit. Es kam vor, dass es nur den liebevollen Blick einer außenstehende Person (die ich war) brauchte, um eine Puppe wieder ins Leben und in die Familie zu bringen. Ein anderes Mal reichten eine neue Haarfarbe, ein mutiger Schnitt und der Austausch eines völlig desolaten Körperteils oder auch nur ein herzförmiger Flicken auf der Brust. Die längste Reparatur dauerte einen ganzen Tag und fühlte sich an wie eine OP am offenen Herzen, von der ich am nächsten Tag sogar Muskelkater hatte.

Die Puppen erzählen mir ihre Geschichten, ich bringe meine ganz eigene Geschichte mit (die mich nicht zuletzt zu dieser Arbeit gebracht hat) und in der Begegnung in der Reparatur können sich diese Geschichten wandeln. Narben mögen zurückbleiben, aber sie zeugen von Heilung, Wertschätzung und Liebe – und das ist pures Gold.

All das ging mir beim Workshop in der Priegnitz durch den Kopf. Ich gestand mir zwar im Stillen ein, dass das Flicken von Kleidung zwar sinnvoll und nachhaltig, aber nicht so sehr meins ist, spürte dafür aber umso mehr die Verbindung zu meinem eigentlichen Handwerk und freute mich auf ein weiteres Jahr mit meinem Herzensthema und alles, was ich lernen und erfahren würde über Puppen und Menschen.

Ihr dürft also sehr gern weiterhin Reparaturanfragen stellen und mir, falls ihr lieber selbst Hand anlegen wollt, Bilder von euren kleinen Patient*innen schicken, damit ich aus der Ferne helfen kann. Ich werde weiter dokumentieren und teilen, was ich in meiner Reparaturwerkstatt mache, und sicher auch das ein oder andere DIY veröffentlichen.

Und 2024 soll es auch wieder einen Puppen Repair Circle geben, allerdings steht noch kein Termin fest, auch weil ich noch nach einem Ort und Rahmen suche, der mir erlaubt, es möglichst kostengünstig anzubieten. Wenn ihr mir hier oder bei Instagram folgt, könnt ihr es nicht verpassen.

Mein Reparaturangebot findet ihr hier, Einblicke in meine Puppenreparaturwerkstatt mit vielen Vorher-Nachher-Bildern hier, mein Kursangebot mit den aktuellen Terminen hier und unsere Podcast-Folge „Neues Leben für die Puppen: Über Reparaturen, Glow-Ups und Abschiede“ hier.


8. Januar 2024

Liebevoll handgemacht (Hello 2024)

In meiner Nachbarschaft gibt es eine kleine Änderungsschneiderei, an der ich oft vorbeikomme. Einmal waren dort im Schaufenster Handtaschen ausgestellt, gehäkelte, genähte, gepatchworkte, die Preisschilder herzförmig aus rotem Papier ausgeschnitten und von Hand beschriftet, die Preise selbst recht niedrig angesetzt, dazu ein Aufsteller, auf dem „Liebevoll handgemachte Taschen“ stand. Ich war davon seltsam berührt, kam immer wieder, brachte eines Tages sogar meine Kamera mit (das Bild könnt ihr hier sehen) und nahm mir das ganze letzte Jahr vor, darüber zu schreiben. Doch dazu kam es nicht, wohl weil da auch immer auch ein Schmerz mitschwang, wenn ich an die Taschen und das handgeschriebene Schild dachte, und weil ich wusste, dass das etwas mit meiner eigenen Arbeit zu tun hatte, die ich manchmal gar nicht mehr als liebevoll handgemacht wahrnehmen konnte.

Wann war das alles so kompliziert geworden? Diese Frage kam mir immer wieder in den Sinn. Wann war aus dem Stand auf dem Waldorfbasar ein Onlineshop geworden, aus dem handgeschriebenen Schild ein professionelles visuelles Erscheinungsbild, aus dem Einfach-Machen eine Strategie, aus der Herzenssache ein Business mit Erwerbsdruck, das mich so sehr fordert? Warum muss ich mittlerweile mindestens genauso viel Zeit und Energie in das Marketing für meine Angebote stecken wie in deren Kreation? Welche Zukunftsaussichten, vor allem wirtschaftliche, hat das Puppenmachen in Zeiten wie diesen? Und wie geht es mir damit?

Natürlich freue ich mich und bin stolz auf das, was ich mit Mariengold erreicht habe. Ich empfinde meine Arbeit als zutiefst erfüllend und sinnvoll, schätze die Erfahrungen und die Expertise, die ich mir aufgebaut habe, verspüre nach all den Jahren immer noch eine große Begeisterung und ein großes Interesse für Puppen und Puppenmachen und genieße die Begegnungen und den Austausch mit Menschen, die all das genauso lieben wie ich. Aber die letzten vier Jahre haben etwas mit mir gemacht.

Vor allem habe ich erst einmal Abschied genommen – und das war ein langer, harter Prozess – von dem Wunsch und dem Anspruch, von meiner Arbeit mit den Puppen leben zu können (und bin mir der Privilegien bewusst, die es mir erlauben, einer Arbeit nachzugehen, von der ich nicht leben kann). Die äußeren Umstände mit den diversen Krisen, die wir gerade erleben, sind äußerst schwierig für mein Handwerk und das wird sicher auf lange Sicht so bleiben. Deshalb möchte ich meine Arbeit aber nicht aufgeben, sondern weitermachen, trotz alledem. Weil ich fest daran glaube, dass Puppen Licht sind und Puppenmachen die Kraft hat, uns zu heilen und miteinander zu verbinden.

Für mich wird es in den nächsten Jahren darum gehen, genau das in die Welt zu tragen, durch meine Puppen, die Kurse und Workshops, den Podcast mit Laura, mein Schreiben. Es wird immer noch auch darum gehen, damit Geld zu verdienen (weil es ohne nun einmal nicht geht), aber nach meinem wirtschaftlich schlechtesten Jahr aller Zeiten bin ich bereit, es neu zu denken und anders zu machen und mehr und konsequenter in mein Wesen als Künstlerin, Wegbegleiterin und Brückenbauerin (Aszendent Waage) hineinzuwachsen. Eine erfolgreiche Unternehmerin wird in diesem Leben sicher nicht mehr aus mir werden, aber das ist auch nicht meine Bestimmung. Mein Gold liegt woanders, das ist eine wichtige Erkenntnis aus den Krisenjahren und der Kompass darf jetzt neu ausgerichtet werden und zwar wieder vollkommen auf liebevoll und handgemacht und der Verbundenheit gewidmet.

In diesem Sinne möchte ich versuchen, die Dinge in diesem Jahr etwas anders anzugehen: leichter, verspielter, mit weniger Kopf und Hochglanz, dafür spontaner, mutiger, entschlossener. Ich werde neue Kursformate ausprobieren, wieder mit meinem Handwerkszeug auf Reisen gehen, Ideen gedeihen lassen, die Menschen über das Puppenmachen in Verbindung mit sich selbst bringen, mit Laura den Podcast weiterentwickeln, mein Schreiben über Puppen/machen in eine neue Form (und vielleicht auch an einen neuen Ort) bringen, das Thema Reparieren weiter erforschen und sowieso immer weiter und noch tiefer in das Mysterium Puppe eintauchen.

Ich freue mich auf alles, was kommen mag, auf die Begegnungen und Entdeckungen unterwegs und auf den Menschen, der ich Ende des Jahres sein werde. Es ist mir eine Freude und Ehre und ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich mit meinem Wirken ein klitzekleiner Teil Eurer Liebe für die Puppen sein darf.

Alles Liebe für 2024 und immer wieder ein unerschrockenes Herz und großes Ja für die Zumutungen und Wunder des Lebens!

Work


21. Dezember 2023

Glücksmomente und Freudebegegnungen 2023

Silvester mit Laura, das erste Mal überhaupt in den langen Jahren unserer Freundschaft. Es war so ein schönes Fest. Irgendwann saß eine Puppe mit am Tisch und keinen der Gäste (die mit Puppen nichts am Hut hatten) wunderte es, alle fanden es völlig normal.

Feedback von Christina, einer lieben Bekannten, auf meinen ersten Blogartikel des Jahres: „Ich möchte Dir für diesen berührenden Text danken. Dass es nichts gibt, das ich erreichen muss, um ein wertvoller Mensch zu sein, dieser Satz rührt mich zu Tränen, trifft mich mitten ins Herz. Danke dafür!“

Von ihr kam auch die allererste Anmeldung für unseren unseren allerersten Puppen Repair Circle: „Ihr beide habt so schöne, inspirierende Angebote.“

(Fun Fact: Christina war 2017 auch bei der Premiere unserer Landpartie für Puppennähverliebt dabei.)

Anfang des Jahres machte ich noch einmal eine Puppe wie Melisse. Sie wurde von einer Kundin in den USA gekauft und mit den Worten kommentiert: „She is exactly what I need in my life right now!“

Mitte Januar verbrachte ich mit meiner Freundin Julia ein wunderbares Flickwochenende auf dem Land, welches zugleich mein Lieblingsthema des Jahres setzte. Für mich war es besonders schön, mal auf der anderen Seite zu sitzen und unendlich genießen zu dürfen, Teilnehmerin und Empfängerin von ganz viel Aufmerksamkeit und Fürsorge zu sein.

Gastgeberin war Marion, ein beeindruckender Mensch, der mir zum Vorbild geworden ist. Hier kann man mehr über sie erfahren. (Weil Frauen ab 45 oft unsichtbar gemacht werden.)

Für die erste Podcast-Folge des Jahres verließ ich meine Komfortzone und machte mit Laura eine Geschichten-Improvisation vor laufendem Mikrofon. Mein Gold liegt sicher nicht im freien Erzählen und Erfinden, aber es war eine Riesenfreude und brachte uns als Team einen großen Schritt weiter. Den Mut dafür rechne ich mir hoch an und bin Laura dankbar, dass sie meine spielerische Seite beharrlich herauskitzelt, nicht nur in besagter Folge.

Als ich im Februar in Wien war, erreichte mich eine Mail von Katharina, die vor Jahren in einem meiner Kurse in eben dieser Stadt dabei war: „Ich hatte damals auch ein Materialset für die demente Omi meiner Partnerin bei dir bestellt und daraus einen kleinen Puppenbuben gemacht. Dieser war während ihrer letzten Jahre ein wichtiger Ansprechpartner für die Omi. Letzten Sommer ist sie friedlich entschlafen und jetzt wohnt der Puppenbub bei ihrer Tochter/meiner Schwiegermami, die sehr dankbar für den kleinen Kerl und all die lustigen, lieben Momente mit ihrer Mama ist, die sie mit ihm verbindet.“

Eine Kundin, für die ich eine Heilungspuppe gemacht hatte: „Ich möchte Dir nochmals Danke sagen für die wunderschöne Puppe für mein inneres Kind. Sie rührt mich täglich aufs Neue und öffnet mir das Herz.“

Als die Puppe Hilly kurz nach ihrer optischen Überarbeitung an eine liebe Familie verkauft wurde. (Sie war die längste Hüterin meines Ladens ever).

Im Februar feierte ich zehnjähriges eBook-Jubiläum und bekam überraschend viel Feedback wie dieses von Lydia: „Vielen lieben Dank für die großzügige Geburtstags-Rabattaktion. Glückwunsch zu so vielen Jahren mit deinen so zauberhaften Puppen und Danke, dass du deine wunderbaren Fähigkeiten mit uns teilst.“

Diese alljährliche Rabattaktion ist immer wieder auch Einstieg in das Puppenhandwerk: „Ich wage es und nutze dein tolles Angebot und habe mir soeben ein eBook gegönnt. Das nutze ich, um mich inspirieren zu lassen und entscheide dann Schritt für Schritt, wie meine erste Puppe aussehen soll.“

Es kommt eher selten vor, dass ich für Männer eine Heilungspuppe mache, umso mehr freut mich Feedback wie dieses: „Heute habe ich den kleinen Alexander liebevoll in Empfang genommen. Herzlichen Dank!“

Im Frühjahr nahm ich an einem Webinar teil und konnte mich kaum auf die Inhalte konzentrieren, denn eine Teilnehmerin hatte die ganze Zeit einen großen Teddybären auf dem Schoß und sah damit sehr zufrieden aus.

Als eine Kursteilnehmerin erzählte, dass sie durch meine Goldene Postkarte auf Veit Lindau aufmerksam geworden war und dies ihr Leben nachhaltig verändert hat.

Im selben Kurs bezeichnete eine Teilnehmerin beim Abschluss ihre Puppe als Heilungspuppe und es kullerten Tränen der Rührung auf allen des Tisches.

Liebevolles Feedback von Susanne auf Instagram: „Ich freue mich, dass es Dich hier gibt, und ich durch Dich so viel Inspiration auch für meinen inneren Weg erhalte.“ (Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie wichtig und wohltuend es ist, ab und zu eine Rückmeldung auf das zu bekommen, was man in die weite Welt des Internets hinausschickt.)

All die Reparaturen, die ich dieses Jahr gemacht habe. Jede einzelne ging mir zu Herzen und hat mich etwas über das Puppenmachen und das Leben gelehrt. (Von der berührendsten habe ich hier noch gar nicht erzählt, das hebe ich mir für eine besondere Gelegenheit auf.)

Lob von einer Kundin, die um die Ecke vom Popcorner wohnt, wo ich meine Kurse gebe: „Es sind außergewöhnliche Puppen mit viel Charakter, Individualität und liebevoller Ausstrahlung, die du anfertigst.“

Als Frau Fritz von Wollknoll mir die gesamte Stopfwolle für meine zwei Kurse vor Ort schenkte, einfach so, als großes wollenes Osterei, wie sie es nannte. (Wir verstehen uns sehr gut.)

Bei einem dieser Kurse stand plötzlich Caro von Naturkinder in der Tür. Wir kennen uns schon viele Jahre über das Internet und trafen uns bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal persönlich. War das schön!

Wunderschön war es auch mit dem Schnee, der während meiner Zeit bei Wollknoll fiel. Eine meiner liebesten Erinnerungen des Jahres ist die Gemütlichkeit, die wir drinnen mit den Puppen hatten, während draußen die Flocken tanzten.

Da schmerzte mir das Herz und ging gleichzeitig auf: „Liebe Maria, vor 1,5 Jahren haben meine Kinder beide eine selbstgenähte Mitzi Puppe nach deiner Vorlage von mir bekommen. Sie sind seitdem immer und überall dabei und werden heiß geliebt. Leider ist eine Puppe nun in der Kita verloren gegangen. Hier meine Materialbestellung, um eine neue zu machen.“

Im April und Mai hatten Laura und ich wieder große Schwierigkeiten, Teilnehmerinnen für unsere Landpartie zu gewinnen. Aus Frust darüber (den wir auch im Jahr vorher schon hatten) beschlossen wir, den Workshop zum letzten Mal anzubieten. Dazu Christiane: „Es tut mir leid, dass die Landpartie zukünftig in ihrer Form nicht mehr durchführbar ist. Die Bilder auf Deiner Webseite strahlen immer so viel Freude, Fröhlichkeit und Kreativität aus. Ich wär so gern einmal dabei gewesen.“ (Uns tat es auch leid, aber zum Glück kam es anders.)

Ja, es war wieder eine Zitterpartie und Stornieren ging aus vertraglichen Gründen nicht. Umso freudiger und überraschter waren wir, als sich zwei Tage vorher eine Frau noch ganz kurzfristig anmeldete. Sechs war unsere Wunschteilnehmerinnenzahl und die war damit erreicht. (Halleluja!)

Und dann hatten wir es so schön miteinander:

Es gab ein unverhofftes Wiedersehen von Friederike und Claudia, die sich schon bei einer Landpartie in 2019 kennengelernt hatten. Damals hatte Friederike Claudia ein Puppenkleid geschenkt mit den Worten „Komm wieder!“ – und das tat Claudia, mit genau diesem Kleid im Gepäck, und Friederike war auch wieder dabei.

Ein Teilnehmerin war Volleyballerin und bei der Abschlussrunde machte sie der Gruppe das größte Kompliment: „Ihr seid meine Mädels!“

Das Motto dieser vier Tage war „Kleine Gruppe, große Gefühle“, wie ihr hier noch einmal nachlesen könnt, dort steht auch, wie es mit der Landpartie weitergeht.

Große Gefühle und große Krisen lagen dieses Jahr nah beieinander für mich. Da taten diese Worte von einer Puppenmacherin-Freundin gut: „Du hast der Welt unglaublich viel zu geben und du kannst mehr, als du denkst. Nur was du willst, diese Frage muss jede für sich selbst beantworten.“

Oder diese: „Vielen Dank für das wunderschöne Kleiderset! Du hast wirklich ein tolles Händchen für die Puppenkunst.“

Angel, Melisse und Rosa.

Und Kathleen.

Im Sommer bekamen Laura und ich zwei Mal Post von Hörerinnen, die wir spontan live in der Aufnahme der 17. Folge auspackten. Was für eine Freude!

Im Brief von Malen stand: „Euer Podcast ist ein großes Geschenk und ich erwarte jede Episode mit Ungeduld. Endlich fühle ich mich beim Puppennähen nicht mehr allein und sehe auch einen tieferen Sinn in meiner Arbeit.“

Im Juli erkannte mich eine Leserin am See, kurz darauf schrieb sie mir: „Liebe Maria, wir haben uns heute an der alten Fischerhütte am Schlachtensee getroffen. Jetzt weiß ich, woher dein Blog dieses zauberfeine Strahlen hat. Von dir!“ (Es war wirklich eine angenehme Begegnung und zum Glück trug ich mein schönstes Kleid.)

Mit Julia den Barbie-Film auf großer Leinwand zu schauen, das hatte sie mir zum Geburtstag geschenkt. Wir waren wahrscheinlich die Einzigen, die bei diesem Film geweint haben.

Wenn sich auf meinen alljährlichen Sommerferien-Beitrag Bergschwestern wie Nadine melden und neben der Bergliebe auch Puppennähliebe teilen: „Ich möchte einfach nur Danke sagen für deine super Anleitungen, die kleinen Einblicke in dein Leben und den tollen Podcast.“

Wenn ich mitbekomme, dass Kursteilnehmerinnen sich noch einmal privat nach dem Kurs verabreden. Das passiert nicht allzu oft, aber wenn, dann freue ich mich immer sehr.

An einem sonnigen Altweibersommersamstag sprach mich eine Frau auf dem Wochenmarkt an, ob ich die Mariengold sei. Sie war auch eine Puppenmacherin, aus Schweden, und wir hatten uns viel zu erzählen. (Dieses Mal trug ich meine Yogaklamotten.)

Im Oktober war Cornelia bei mir im Kurs. Wir hatten uns zwei Jahre zuvor bei Wollknoll kennengelernt, wo sie einen Filzworkshop besuchte und – wie sie sagte – begeistert von der guten Stimmung war, die meine parallel stattfindenden Puppenkurse verbreitet haben.

Als ich dieses Jahr einen schweren Vertrauensbruch erleben musste, standen Laura und Julia fest meiner Seite und weinten sogar ein paar Tränen mit mir, bis es wieder gut war. Ohne ihren Beistand wäre ich sicher nicht so schnell – und gestärkt – aus dieser Krise herausgekommen.

Im Oktober war ich bei Wollen auf Recherche für ein neues Projekt und kaufte relativ viel Strickgarn ein. Normalerweise bin ich zurückhaltend und erzähle nicht so schnell, was ich beruflich mache. In der wirklich tollen Beratung durch die Mitarbeiterin war es aber nötig, dass ich mit „oute“, damit wir finden konnten, was ich suchte. An der Kasse erhielt ich dann überraschend den Rabatt für Designer*innen und ich ging dankbar und mit stolz geschwellter Brust nach Hause.

(Ja, es kommt eine neue Anleitung. Freut euch auf Januar, dann erfahrt ihr mehr!)

Das Schönste, das dieses Jahr jemand über meine Puppen gesagt hat, kam von Regine: „Du hast die Waldorfpuppen ins Licht geholt!“

Regine ist eine langjähre Puppenwegbegleiterin und mittlerweile Freundin und sie war auch der erste Gast überhaupt in unserem Podcast. Ich glaube, wir hatten alle Herzklopfen, als Laura auf den Aufnahmeknopf drückte, und heraus kam ein wunderbares Gespräch über die Magie des Puppenmachens und der Puppen. Eine bessere Jahresabschluss-Folge hätte ich mich nicht wünschen können!

Als meine Tochter an einem grauen Herbsttag in meinen Arbeitsraum kam und sagte: „Es ist so eine schöne Stimmung hier.“

Im November war Daniela bereits zum dritten Mal bei mir Kurs. Sie ist eine passionierte Näherin und teilte diese Leidenschaft und ihr unfassbar großes Fachwissen auch munter mit uns. Eher nebenbei durfte ich erfahren, dass es ihr erster Puppenkurs vor zwei Jahren bei mir war, der sie zu diesem geliebten Hobby gebracht hatte.

Nachdem ich Michelle, die vor über zwölf Jahren bei einem meiner ersten Kurse dabei war, zufällig im Bus wiedergetroffen hatte und wir uns herzlich unterhalten hatten, schickte sie mir eine Mail, in der sie schrieb: „Liebe Maria, du hast dich überhaupt nicht verändert und bist wie immer ein leuchender Mensch.“

Unser Repair Circle bescherte uns so schöne Puppen- und Bärenliebegeschichten und ich bin froh, dass ich ein paar davon aufgeschrieben habe.

Mitten in einer doofen Erkrankung erreichte mich eine lustige Anekdote von Laura, die mich genau zur rechten Zeit aufmunterte: Ihre Mutter hatte in Süddeutschland einen Spielzeugladen besucht, in dem es handgemachte Puppen gab und erzählte der Inhaberin, dass ihre Tochter (Laura) auch Puppen mache. Daraufhin fragte diese, ob das nicht zufällig 1000Rehe oder Mariengold wäre – die hätten so einen tollen Podcast!

Die 4000-Follower-Marke bei Instagram habe ich auch dieses Jahr nicht geknackt, aber immerhin folgen mir dort 3903 Menschen und einige liebe Seelen, die regelmäßig kommentieren und einen Gruß hinterlassen.

8023 Verkäufe bei Etsy finde ich auch eine tolle Zahl!

Als eine Freundin gestern die letzte Puppe aus meinem Shop an ihren Arbeitskollegen vermittelt hat, der sie seinem Patenkind zu Weihnachten schenkt. Zum ersten Mal in diesem Jahr sind alle Puppen ausverkauft, die Kiste mit den Puppen ist leer, ich freue mich auf die Feiertagspause und all die Wesen, die ich nächstes Jahr kreieren werde.

Dieses Jahr war nicht mein bestes, um nicht zu sagen, dass es wirtschaftlich gesehen wahrscheinlich das schlechteste war. Die Gründe dafür kennen wir alle. Wir alle mussten sicher in den letzten Jahren Verluste hinnehmen und erholen uns vielleicht nur langsam davon. Mir geht es so und das macht mich manchmal traurig und ratlos. Aber ich bin auch ein hoffnungsvoller Mensch und freue mich immer auf den nächsten Tag und was er bringen mag. Und genauso blicke ich auf das kommende Jahr. Ich bin dankbar für meine Familie und Freund*innen, dass ich gesund bin und fast alle meine Lieben gesund sind, ich ein liebevolles Zuhause habe und in Frieden leben und meiner geliebten Arbeit mit den Puppen nachgehen kann. Ich bin in vielerlei Hinsicht gesegnet und dass dieser Jahresrückblick wieder so lang ausgefallen ist, lässt mich hoffen, dass auch ich und mein Wirken ein Segen für andere Menschen sind.

Die gesammelten Herzmomente und Freudebegegnungen der letzten Jahre finden sich hier den Glückslisten.


14. Dezember 2023

Podcast-Episode #19: Unsere dritte Community-Folge

Die letzte Folge des Jahres widmen wir immer besonders unserer wunderbaren Community von Puppennähverliebten, mit der wir uns stark verbunden fühlen, weshalb uns diese Jahresabschluss-Episode sehr am Herzen liegt.

In den letzten beiden Jahren haben wir an dieser Stelle Fragen unserer Hörerinnen beantwortet. Dieses Mal haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht und Regine Holletz, eine Echte-Puppen-Podcast-Lauscherin der ersten Stunde, quasi als Stellvertreterin unserer Hörerinnenschaft zu uns ins Wohnzimmer-Aufnahmestudio in den Prenzlauer Berg eingeladen. Mit ihr sprechen wir über die Magie des Puppenmachens und der Puppen, dem goldenen Faden, der nicht nur uns drei verbindet, sondern auch unsere Community. Es geht u.a. um den zündenden Funken beim Puppenmachen, die Heilkraft von Puppen im Kindergarten und Friedensarbeit mit unseren Kursen.

Regine kennt die eine oder andere vielleicht noch von diesem langen Beitrag im Juni 2020, in dem ich sie interviewt und Teile ihrer Abschlussarbeit zur Ausbildung als Waldorfkindergärtnerin veröffentlicht habe. Sie ist eine feinsinnige, kluge und tiefgründige Gesprächspartnerin und es war Laura und mir eine große Freude, unsere erste Folge mit Gast mit ihr zu gestalten. Davon wird es in Zukunft sicher mehr geben.

Zum Abschluss dieses Podcast-Jahres seid ihr wieder gefragt:

Was interessiert euch? Welche Themen würdet ihr euch für die kommenden Episoden wünschen? Was würdet ihr gern von uns hören? Was hat euch bisher am besten gefallen? Und was vielleicht nicht so gut?

Jede Rückmeldung landet im Lostopf für unser Echte-Puppen-Podcast-Überraschungspaket, dieses Mal mit dem Buch „Der Trost der Schönheit“ von Gabriele von Arnim, das wie eine warme Umarmung ist, eine feingestrickte Puppenmütze mit Gute-Laune-Ringeln, Kräutersträuße mit Salbei und Lavendel aus Lauras Garten in Kroatien, Schokolade und einen Roll-On mit einer wohltuenden Mischung aus den ätherischen Ölen von Zedernholz, Lavendel und Sandelholz, alles schön farblich abgestimmt, wie ihr morgen auf meinem Instagram-Profil @mariengold sehen können werdet.

Wenn ihr an der Verlosung teilnehmen möchtet, schickt eure Themenwünsche mit eurer Postadresse bis kommenden Sonntag, den 17.12.2023 an hello@mariengold.net. Viel Glück euch allen und ganz lieben Dank im Voraus von Laura und mir – wir freuen uns sehr auf eure Anregungen!

Ihr findet unseren Podcast auf Spotify und bei Apple Podcasts. Abonniert uns dort und verpasst keine neue Episode!

Oder ihr hört uns direkt hier, indem ihr auf den Player unten klickt.

Feedback, Themenwünsche und Fragen sind jederzeit Willkommen an hello@mariengold.net oder 1000rehe@gmx.de.

Weitere Episoden findet ihr hier.

(Die Gewinnerin der Verlosung ist Susanne.)