22. April 2020

Meine Kurse bleiben ein Real-Life-Erlebnis

Eigentlich hatte ich gehofft, dieser Tage wieder grünes Licht für meine Kurse zu haben. Zwar werden die Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes jetzt langsam gelockert, jedoch bleibt die Kontaktsperre noch mindestens bis zum 3. Mai bestehen, was Gruppenangebote wie meine Puppennährunden unmöglich macht. Wie es danach weitergeht, ist bisher schwer abzuschätzen. Deshalb kann ich erst einmal nur abwarten und die angemeldeten Teilnehmerinnen der kommenden Veranstaltungen um Geduld bitten.

Und die haben sie zum Glück auch. Was mich freut, ist, dass es bisher keine einzige Absage von Seiten der Frauen gab. Im Gegenteil, mehrmals wurde mir sogar mitgeteilt, dass die Aussicht auf das gemeinsame Puppennähen in dieser herausfordernden Zeit ein Lichtblick sei. Das zu hören, bedeutet mir sehr, sehr viel. Puppenmachen tut der Seele gut, darüber habe ich hier bereits ausführlich geschrieben. Und Puppenmachen in einer Gruppe von Gleichgesinnten tut so doppelt gut, das weiß ich aus zwölf Jahren Erfahrung mit meinen Kursen. Denn gemeinsam im Hier und Jetzt verbrachte Zeit schafft eine Verbindung zwischen Menschen und lässt uns spüren, wer wir sind, wofür unser Herz schlägt und dass wir nicht allein sind.

Da wundert es mich auch nicht, dass keine der darauf angesprochenen Frauen es sich vorstellen konnte, stattdessen einen Live&Online-Kurs im Internet zu besuchen. Natürlich hatte ich darüber nachgedacht, es aber zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Erwägung gezogen. Möglicherweise verpasse ich dadurch die Chance, jetzt eine der ersten zu sein, eine Pionierin, wie ich es schon mit meinen eBooks zum Puppenmachen und einem mehrtägigen Workshop wie der Landpartie für Puppennähverliebte war. Sehr wahrscheinlich werde ich dadurch auch weitere finanzielle Einbußen in Kauf nehmen müssen. Aber ich bleibe dabei und tatsächlich erscheint es mir gerade jetzt, wo sich unser Leben immer mehr ins Virtuelle verlagert, sogar mutiger, den Schritt ins Internet nicht zu gehen, sondern das einzigartige Gemeinschaftserlebnis meiner Kurse zu bewahren.

In meinen Kursen geht es um das Arbeiten mit den eigenen Händen, um Schöpfung, darum, das Leben im wahrsten Sinne des Worte zu begreifen und nicht, es auf einem Bildschirm anzuschauen. Es geht auch um ein Miteinander, Austausch und Kommunikation, um Schwingung zwischen Menschen, die sich in einem Raum nahe sind und die wunderschöne Erfahrung des Puppenmachens teilen. Dadurch entstehen Verbundenheit, Sinnhaftigkeit und Angebunden-Sein. Analoge Kontakte sind in meinen Augen nicht durch die Online-Welt ersetzbar. Deshalb werde ich meine Kurse nicht in das Internet bringen.

Das heißt aber auch, dass es jetzt Geduld und Gelassenheit braucht. Denn es liegt nicht in meiner Hand, wann ich wieder unterrichten kann. Derweil stelle ich Puppenkleidung für den großen Verkaufstisch her, stocke meinen Materialvorrat auf, bringe Werkzeuge und Arbeitsutensilien auf Vordermann, fertige neue Modelle an und setze Ideen um, für die bisher keine Zeit war. Eins kann ich euch verraten: So viele freie Wochenenden hintereinander wie jetzt hatte ich seit Jahren nicht mehr. Insgeheim habe ich mir genau das schon lange gewünscht, hätte es aber von mir aus nicht umgesetzt. Zeit zur Erholung zu haben, für Familie und Freunde, Bücher, Spaziergänge und Yoga, auch mal wieder Langeweile zu empfinden und mich auf den Montag zu freuen, das genieße ich gerade sehr. Diese Pause zeigt mir aber auch, wie sehr mir meine Kurse am Herzen liegen und dass es mein Liebstes ist, das Puppenhandwerk mit anderen Menschen zu teilen.

Umso größer ist jetzt die Vorfreude auf die kommenden Veranstaltungen, sollten sie denn stattfinden können. Hier findet ihr die aktuellen Termine und dort halte ich euch auch auf dem Laufenden, wann es wieder losgeht und unter welchen Umständen.

Ich freue ich mich also auf eure Anmeldungen und kann es kaum erwarten, wieder in gemütlich-froher Runde mit euch Puppen zu nähen!

in: Einblicke und Ausblicke, Kurse