4. März 2020

Mein Winter in Dingen

Jeden Monat – von jetzt an in größeren Abständen – halte ich hier ein paar Dinge fest, die von Herzmomenten und Freudebegegnungen erzählen. Das kann ein Buch sein, ein Rezept, Musik oder einfach eine schöne Erinnerung sein.

1 Manchmal ist es pure Magie: Schon länger wünschte ich mir einen neuen Schal, allein es fehlte die Zeit, mich auf die Suche zu machen. Deshalb staunte ich umso mehr, als meine Freundin und Grafik-Designerin Clara mir genau so einen Schal zu Weihnachten schenkte. Schöner hätte ich ihn mir nicht vorstellen können, am liebsten trage ich ihn um den Kopf und dazu ein paar goldene Ohrringe.

2 Meine Schwiegereltern leben in der Altmark, nicht weit von Hitzacker im Wendland. Dorthin verschlug es uns Ende Dezember für einen langen Spaziergang an der Elbe. Danach gab es eine Stärkung in der Inselküche, einem wunderschönen, stimmungsvollen Lokal direkt am Wasser, wo wir die Weihnachtszeit auf das Köstlichste ausklingen ließen. Das möchte ich unbedingt wiederholen!

3 Aus dem Garn von November ist mittlerweile ein Bär geworden. Es geht zwar nur im Schneckentempo voran, aber ich genieße jeden einzelnen Arbeitsschritt und bin nach wie vor schwer verliebt in Myrtil. Übrigens stricke ich den Bären parallel mit einer ehemaligen Kursteilnehmerin, die mir sehr ans Herz gewachsen ist, so macht es noch viel mehr Freude. Und ich habe Kontak zu der Designerin aufgenommen und sie um ein Interview gebeten, auf das ihr euch mit mir freuen dürft.

4 Silvester feierten wir mit Freunden und alle trugen Perücke. So tanzte ich mit einem schneeweißen Bob ins neue Jahr. Unglaublich, was so eine Veränderung bewirken kann – ich hatte jedenfalls lange nicht mehr so viel Spaß! (Der Spaß begann übrigens schon ein paar Tage vorher, als mein Mann und ich bei Deiters am Alexanderplatz hier in Berlin Perücken probierten und eine uns völlig neue Kostümier-Welt entdeckten.)

5 Am nächsten Tag besuchte ich wieder das alljährliche Neujahrssingen meiner ehemaligen Kundalini-Yogalehrerin Joy Gabrielle mit erhebenden Mantren und einem Schwert-Ritual für eine kraftvolle Ausrichtung im neuen Jahr. Es war eine unfassbar intensive Erfahrung, die für mich auch der Beginn einer Reihe von Entscheidungen war, die ich in den nächsten Wochen treffen sollte.  

6 Ich mache nämlich seit September ein Business Coaching für Mariengold, das seit Jahresbeginn erste sichtbare Früchte trägt. Mehr möchte ich dazu (noch) nicht schreiben, nur so viel: Dass es hier auf dem Blog so ruhig ist, hängt auch damit zusammen und wird sicher noch eine Weile so bleiben. Mir die Zeit für meine berufliche Entwicklung zu nehmen, bedeutet mir gerade sehr viel, auch wenn das heißt, dass sie woanders fehlt. 

7 Im Januar verbrachte ich einen wunderbaren Tag mit meiner Freundin Julia in Schöneberg. Wir stöberten uns durch die Nordliebe in der Goltzstraße, aßen ausgiebig zu Mittag, bummelten weiter in die Akazientraße und tranken einen Abschiedskaffee im Impala. Als wir beide noch im Prenzlauer Berg lebten, sahen wir uns fast täglich, mittlerweile sind unsere Treffen viel, viel seltener geworden, aber wir können können mehr denn je stundenlang miteinander reden, lachen, fluchen, trösten und träumen.

8 Mein Lieblingslied im Winter war „Neon Woods“ von Tara Nome Doyle, entdeckt wie immer auf meinem Lieblingssender radioeins.

9 Das beste Buch, das ich in den letzten Wochen gelesen habe, war „Sprache und Sein“ von Kübra Gümüsay, ein Thema, das mich schon seit meinem Studium der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation leidenschaftlich beschäftigt. In dem Buch geht es darum, wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik beeinflusst und wie wir respektvoll, wohlwollend und ohne Angst vor Fehlern über die Probleme in unserer Gesellschaft sprechen können. Mich hat das sehr berührt und ich habe viel dazugelernt.

10 Neben Yoga bin ich auch ein großer Fan von Atmen. Deshalb wollte ich schon lange Christine Schmid kennenlernen, Atem-Coach und Künstlerin aus Hamburg. Da traf es sich gut, dass sie im Februar (an einem Wochenende, an dem ich nicht arbeitete – welch Glück!) eine Atem Exclusive Class in Berlin gab, an der nur vier Frauen teilnahmen, was diesen Tag besonders lehrreich, intensiv und berührend machte. Christine unterrichtet Transformational Breath, eine spezielle Atemtechnik, bei der es um die Erschließung von ungenutzten Atemräumen im Körper geht. Das Besondere an unserer kleinen Gruppe war, dass jede Teilnehmerin eine ausführliche Analyse ihres Atems bekam. Das war unglaublich spannend, denn nur durch Beobachten, wie der Atem in den Körper ein- und ausfließt, konnte Christine die wichtigsten Lebensthemen erkennen und wertvolle Hinweise geben. Und dann wurde gemeinsam geatmet, aber wie! Bei mir erst flach und unter Stocken (und der ein oder anderen Träne), dann allmählich ruhiger und tiefer und irgendwann ganz frei und verbunden. Wow! Spätestens seit dieser Erfahrung weiß ich, dass der Atem eines der wirkungsvollstes Werkzeug für Transformation ist. Christine sagt dazu: „So wie wir atmen, leben wir.“ Wenn wir uns Veränderung und Entwicklung wünschen, kann der Atem uns dabei unterstützen. Ich bleibe dran. (Zum Kennenlernen empfehle ich euch diesen Podcast mit Christine.)

11 Außerdem war ich letzte Woche für ein paar Tage in Wien, wo ich nicht nur einen Puppennähkurs gegeben, sondern auch selbst an einer Veranstaltung teilgenommen habe und zwar vom Writer’s Studio, das in dieser Reihe auch schon das ein oder andere Mal Thema war. Dreieinhalb Stunden Schreiben mit Gleichgesinnten, unter humorvoller Anleitung und in einer Atmosphäre voller Offenheit und Wertschätzung waren genauso toll, wie ich es mir vorgestellt hatte und ich hoffe, noch in diesem Jahr für einen mehrtägigen Workshop wiederkommen zu können. Ich liebe es zu schreiben und da geht noch so viel mehr und ich freue mich sehr, einen Ort gefunden zu haben, an dem das Schreiben derart gefeiert wird.

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(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)

in: Monatsdinge