26. März 2014

Yoga

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Am Wochenende habe ich ein schönes Jubiläum gefeiert, nämlich drei Monate tägliche Yoga-Praxis zu Hause. Zur Wintersonnenwende im Dezember habe ich damit begonnen und bin bis heute dabei. Glücklich, gesund und munter!

Meine Geschichte mit Yoga ist aber schon mindestens 10 Jahre alt. Ich habe Yoga mit Anfang 20 kennengelernt, als ich meinen ersten Kurs an der Volkshochschule im Prenzlauer Berg machte. Wenig später habe ich während und nach der Schwangerschaft mit meiner Tochter im Geburtshaus praktiziert und in den folgenden Jahren immer wieder Kurse gemacht und verschiedene Stile und Schulen ausprobiert. Vor vier Jahren fand ich schließlich hier in Zehlendorf meine wunderbare Kundalini-Yogalehrerin, bei der ich seitdem alles Wichtige über Yoga, meinen Körper und mich selbst lerne. Nicht zu vergessen die Yoga-Retreats am Meer, die ich seit zwei Jahren mit meiner Freundin Julia besuche (wenn ihr mal schauen möchtet, hier und hier)!

Bei aller Liebe zum Yoga ist es mir in den letzten 10 Jahren jedoch nicht gelungen, Yoga in meinen Alltag zu Hause zu integrieren, geschweige denn eine regelmäßige Meditationspraxis aufzubauen. Bis letzten Dezember.

Der Grund für diesen plötzlichen Umschwung war ganz einfach: Schmerzen, die mich fast zur Verzweiflung brachten. Ich habe einen sehr sensiblen Rücken, der mir seit drei Jahren ziemlich deutlich meine Grenzen aufzeigt. Nach vielen Arztbesuchen, Behandlungen und Therapien, guten Ratschlägen, beruflichen Veränderungen und mehr oder weniger beherzten Versuchen in Selbstfürsorge (und Tränen natürlich!) war mir Ende 2013 auf einmal klar, dass nur die Stärkung meines Körpers und Geistes – und zwar täglich – mir dauerhaft helfen würde.

Und so begleitete meine Lehrerin mich 40 Tage lang in die tägliche Yoga-Praxis. Ihre wichtigsten Worte in dieser Zeit an mich waren, dass es nicht darum geht, die Schmerzen einfach loszuwerden, sondern gut mit ihnen zu leben. Diesen Satz wirklich zu verstehen und damit die Situation endlich so anzunehmen, wie sie ist (anstatt die ganze Zeit zu kämpfen), war ein echter Durchbruch für mich. Seitdem geht es nur noch bergauf.

Mein Körper wird jeden Tag kräftiger und weicher, mein Geist allmählich ruhiger und mein Herz friedlicher. Und wie ich diese tägliche Stunde ganz für mich allein genieße und mich jeden Tag darauf freue! Niemals hätte ich mir träumen lassen, was alles möglich ist, wenn ich Yoga mehr Raum in meinem Leben gebe und wirklich jeden Tag übe.

Neben all den positiven Effekten auf meine Gesundheit ist die eindrucksvollste Erfahrung dieser Praxis ein Gefühl von Weite, die sich immer mehr in meinem Leben ausdehnt.

In Bezug auf meine Arbeit nehme ich eine starke Öffnung wahr. So zieht es mich mehr und mehr hinaus aus meiner kleinen Werkstatt, hinein in die Welt. Neue Kooperationen entstehen. Verabredungen und Telefonate mit puppenmachenden Freundinnen nehmen zu. Den lang gehegten Traum eines Ateliers außerhalb meiner Wohnung setze ich mit viel Glück bei der Suche vielleicht schon in der zweiten Jahreshälfte um. Außerdem verlagert sich der Schwerpunkt meiner Arbeit immer mehr in Richtung konzeptionelles Arbeiten und Schreiben. Auch weil ich die körperliche Haltung beim Nähen allmählich als viel zu eng empfinde. Weitere Auswirkungen der Yogapraxis auf meinen Arbeitsalltag sind regelmäßige Pausen und pünktliche Feierabende. Und seit einiger Zeit bleibt mein Laptop am Wochenende aus. Um mehr Raum für die neu entdeckten Dinge in meinem Leben zu schaffen.

Es geht mir also sehr gut. Was besonders gut tut: Zu wissen, dass ich diesen neuen Schwung selbst bewirke. Und drei Monate sind erst der Anfang!

Meine liebsten Bücher zum Thema:

„Yoga für Frauen“ von Shakta Kaur Khalsa

„Die Kunst der Aufmerksamkeit“ von Elena Brower und Erica Jong

„Gesund durch Meditation“ von Jon Kabat-Zinn

„Die Yoga-Kriegerin“ von Ana T. Forrest

„Die Yoga-Box“ von Anna Trökes

„Leichter Leben“ von Sylvia Wetzel

„Alle sind erleuchtend“ von Kristin Rübesam

Schöne Musik dazu:

„Yoga“ von Putumayo World Music

 

in: Einblicke und Ausblicke