24. Mai 2017

Was gerade so los ist #9

Anfang 2017 habe ich einen Spruch gefunden (ich glaube, es war bei Lena), der mich mit seiner Poesie und Klarheit wunderbar durch dieses Jahr führt: Drei Schritte tue nach innen, dann den nach außen. So fügt sich seit einiger Zeit alles ganz geschmeidig zusammen, ohne dass es mich mehr Kraft, Zeit und Nerven kostet, als mir gut tun würde, wie es in den letzten Jahren oft der Fall war. Rückblickend habe ich erkannt, dass ich 2016, als es mir oft so vorkam, als würde ich nichts, aber auch gar nichts Bedeutendes für Mariengold auf den Weg bringen, vor allem innerlich gearbeitet und die Dinge reifen lassen habe, so dass sie sich jetzt, da ich mich nach einer langen Phase der körperlichen und seelischen Erschöpfung endlich wieder richtig wohl fühle, voll und ganz entfalten können. Die ersten fünf Monate von 2017 sind bald rum und derzeit befinde ich mich auf dem Höhepunkt meiner Vorhaben für dieses Jahr.

Im Juli erscheint endlich mein neues E-Book. Daran arbeite ich schon seit gut 14 Monaten, musste jedoch lange pausieren, weil einfach keine Energie da war. Dafür läuft es jetzt umso besser. Aktuell ist meine Grafik-Designerin Clara mit dem Layout beschäftigt. Parallel dazu werden die Text ins Englische übersetzt. Es folgen das Lektorat der deutschen Version, das Setzen der englischen Version und noch einmal ein Lektorat. Nach acht E-Books, die wir in den letzten vier Jahren zusammen herausgebracht haben, sind mein Team und ich sehr gut eingespielt, so dass ich davon ausgehe, dass Nummer Neun noch vor der langen Sommerpause veröffentlicht werden kann. Warum es in dem neuen E-Book geht, dazu erfahrt ihr später mehr.

Ein weiteres Herzensprojekt, das ich schon seit über einem Jahr vorbereite, ist die Landpartie für Puppennähverliebte, der mehrtägige Puppenmacherei-Workshop im Refugium Hoher Fläming, den meine Freundin Laura von 1000 Rehe und ich kommende Woche geben. Eine Veranstaltung dieser Größe ist absolutes Neuland für uns. Umso mehr haben wir es genossen, in den letzten Wochen und Monaten viele neue Erfahrungen zu machen: Die Suche nach einem geeigneten Seminarhaus, Konzeption und Planung der vier Tage von der groben Idee bis ins kleinste Detail, Schreiben von Informationstexten, Daumendrücken für die Anmeldungen, Kommunikation mit den Teilnehmerinnen, Handling der Finanzierung, praktische Vorbereitungen. Alles lief wie am Schnürchen und von Anfang an schwang so viel Vorfreude mit, dass Laura und mir die Dinge ganz leicht von der Hand gingen und wir jetzt so kurz vor der Veranstaltung einfach nur genießen, dass so etwas Schönes und Aufregendes auf uns zukommt.

Nach einer kurzen Verschnaufpause geht es nach der Landpartie munter weiter mit dem Puppennähvergnügen. Dann beginnt die dritte PuppenMITmacherei, die virtuelle Puppennäh-Aktion von NATURKINDER und Mariengold. Während ich letztes Jahr ziemlich lange überlegt habe, ob ich es wieder machen möchte (kein Wunder bei meiner Zustand damals), bin ich dieses Jahr ohne Zögern dabei und weiß auch schon, welches Projekt ich verwirklichen möchte. Die Details zur PuppenMITmacherei 2017 erfahrt ihr in wenigen Wochen von Caro und mir.

All diese Projekte laufen neben dem ganz normalen Tagesgeschäft: Puppen nähen, Materialpackungen schnüren, Bestellungen versenden, Kurse vorbereiten, E-Mails beantworten, Blogartikel schreiben, mich um die Buchhaltung kümmern, Vorräte aufstocken, Projekte für die Zukunft auf den Weg bringen und so weiter. Das alles kann ganz schön viel werden. Deshalb habe ich vor einigen Monaten eine Mitgliedschaft in einem Yogastudio in meiner Nähe abgeschlossen. Drei bis vier Mal die Woche gehe ich hin und es bekommt mir ganz wunderbar. Aufgrund meiner Rückenbeschwerden habe ich ein paar Jahre auf Yoga in der Gruppe verzichtet und nur ein kleines tägliches Programm zu Hause gemacht. Dabei tut es mir besonders mit dem Arbeitsplatz in meiner Wohnung sehr, sehr gut, regelmäßig rauszukommen, mich unter Anleitung zu bewegen und von ganz unterschiedlichen Menschen begleiten und inspirieren zu lassen.

Auch wenn nicht immer alles rund läuft und immer wieder Stolpersteine und Fragezeichen auftauchen und es sich nie so anfühlt, als wäre ich am Ziel oder auch nur in der Nähe, geht es mir gerade sehr gut. Es geht immer weiter. Es gibt so viel zu lernen und zu entdecken. Gerade in den Innenräumen, die sich erst öffnen, wenn man mit dem Leben strömt, wo auch immer es einen hinführen mag.

Drei Schritte tue nach innen, dann den nach außen.

in: Einblicke und Ausblicke