21. April 2016

Was gerade so los ist #7

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Das neue Jahr ist bereits gute vier Monate alt, aber so richtig angekommen in 2016 fühle ich mich noch immer nicht. Das merke ich auch daran, dass ich – völlig untypisch für mich – meine Projektplanung für dieses Jahr erst im März abgeschlossen und die wichtigsten Vorhaben gerade erst begonnen habe. Zwischendurch dachte ich sogar, dass es vielleicht auch mal spannend wäre, ganz ohne Kompass unterwegs zu sein. (Lieber nicht.)

Aber jetzt ist der April da mit seinem Frühlingsfrohsinn, auf den jedes Jahr Verlass ist, und ich spüre neue Energie, Aufbruchslust und Tatendrang in Herz und Händen. Wenn ich zurückschaue auf die vergangenen Wochen und Monate, sehe ich, dass da auch schon eine ganze Menge Kraft und Inspiration da war, auch wenn ich oft das Gegenteil dachte. Ich habe Einiges angepackt und eine gute Grundlage geschaffen für das, was in diesem Jahr noch kommen mag.

Im Januar habe ich wieder einmal alle Mariengold E-Books zur Herstellung von Puppen und Puppenkleidung überarbeitet. Nach zwei Revisionsrunden in den letzten beiden Jahren waren die Anleitungen bereits auf einem guten Stand, so dass nur Kleinigkeiten geändert werden mussten. Die größte Neuerung ist wahrscheinlich, dass die Puppe Pip, inspiriert von meinem Kids Kurs, eine schönere Form bekommen hat. Das soll es jetzt aber erst einmal mit Überarbeitungen gewesen sein. Die E-Books sind gut, wie sie sind, sogar sehr gut. Das Feedback ist durchgehend positiv, die Puppen, die meine Kundinnen und Kunden mit den Anleitungen nähen, wunderschön. Jetzt ist es Zeit für etwas Neues (an dem ich bereits arbeite, aber dessen Veröffentlichung noch in den Sternen steht).

Mein erstes großes Projekt in diesem Jahr war die Puppennäh-AG, die ich mit acht Mädchen und Jungen einer 6. Klasse an einer Berliner Schule veranstaltet habe. Davon habe ich hier, hier und hier ausführlich erzählt. In dieser Zeit habe ich mich oft gefragt, was wohl für eine Lehrerin aus mir geworden wäre, wenn ich im Sommer 2007 die Ausbildung am Seminar für Waldorfpädagogik Berlin wirklich begonnen hätte. Aber das habe ich nicht, denn eines Morgens – ich hatte den Vertrag bereits unterschrieben -, wachte ich mit der unerschütterlichen Gewissheit auf, dass das einfach nicht mein Weg ist, und blies alles wieder ab. Stattdessen kamen die Puppen in mein Leben. Ein Jahr später mit meinen ersten Kursen auch das Unterrichten. Und jetzt die Kinder. So hat sich ein Kreis geschlossen. Mir hat die AG so viel Freude gemacht, dass ich sie nächstes Schuljahr für die neue 6. Klasse wieder anbieten möchte.

Zwischen den Jahren hat mein Atelier einen frischen Anstrich bekommen. Nach sieben Jahren in zartgelber Lasur sollten die Wände wieder weiß werden. Bei dieser Gelegenheit habe ich auch gründlich aufgeräumt, aussortiert, Platz geschaffen und neue Pläne für den Raum geschmiedet. Wie sich herausstellte, sollten diese jedoch für die folgenden drei Monate wieder in der Schublade verschwinden. Irgendetwas blockierte mich. Das hatte wohl etwas mit einer gewissen Verzagtheit bezüglich meiner beruflichen Orientierung zu tun. Der kreative Geist von mir strebt nach Ausdehnung, Erweiterung und beherztem Anpacken all der geplanten und erträumten Projekte für Mariengold, auch nach einem Atelier außerhalb meiner Wohnung, nach neuem Raum für neue Möglichkeiten. Mein Verstand dagegen sagt, dass dieses kleine Arbeitszimmer hier gerade sehr vernünftig ist: Es kostet nichts extra, lässt mich alle meine Lebensbereiche fließend verbinden und birgt keine finanziellen Risiken, falls es mal schlechter laufen sollte. Diese Sicherheit tut mir gerade sehr gut. Denn nach den verrückten Jahren 2011 bis 2014 befindet sich Mariengold immer noch im Übergang. Aber auch in dieser Phase möchte ich es mir schön machen. Und die Veränderung, die sich innerlich vollzieht, darf sich langsam auch im Außen zeigen. Deshalb habe ich letzte Woche endlich neue Möbel bestellt und freue mich jetzt riesig auf mein verwandeltes Atelier zu Hause.

Veränderungen gibt es auch auf meiner Internetseite. Ich habe gründlich aufgeräumt, Texte aktualisiert und alle Artikel bis Ende 2012 gelöscht. Zwei, drei Buchvorstellungen werden in den nächsten Wochen in leicht überarbeiteter Form wieder veröffentlicht, der Rest ist für immer weg. Ich mag es, dass mein Blog so lebendig ist und immer wieder verändert und an meine Ideen und Vorhaben angepasst werden kann. Bloggen ist für mich reines Vergnügen, aber kein Privatvergnügen. Mein Blog ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Er dient dem Marketing meiner Produkte, der Gestaltung und Entwicklung der Marke Mariengold und ist das wichtigste Kommunikationsmittel mit meinen Kundinnen und Kunden. Und doch ist er immer noch klein und fein, persönlich und herzlich und vor allem unabhängig. Ich blogge so oft oder selten, so professionell oder aus dem Bauch heraus, wie ich mag, und schreibe nur über Themen, die mich wirklich interessieren. Manchmal denke ich über Möglichkeiten nach, mit meinem Blog Geld zu verdienen. Aber ich komme jedes Mal zu dem Entschluss, dass es mir so, wie es jetzt ist, doch am besten gefällt. Ich möchte auch kein Instagram oder Facebook oder Snapchat für Mariengold. Heute wirkt es ja fast ein wenig anachronistisch, wenn jemand ausschließlich bloggt. Aber genau diese Exklusivität mag ich mittlerweile sehr. Und ich schätze auch die Zeit und Energie, die mir durch diesen Fokus für andere Dinge bleiben.

Woran ich gerade Freude habe in meinem Atelier

Eine Flasche Seifenblasen.

Dass die Sonne mittags so hoch steht, dass sie auf meinen Arbeitstisch scheint.

Eine Postkarte in Schwarz-Weiß mit Pipi Langstrumpf drauf, um die ich wochenlang herumgeschlichen bin, bis ich sie mir endlich von meinem allerletzten Euro im Portmonee gekauft habe.

Mittagsschlaf. Seid ihr auch manchmal so frühjahrsmüde?

Eine Collage mit Fotos von den Kindern aus meinem Kids Kurs. Sie erinnert mich an den Sinn meiner Arbeit, mit meinen Puppen und der Puppenmacherei den Menschen Freude zu bringen.

Internetfreie Zeit. Mein Internet ist seit einiger Zeit jeden Tag von 15 bis 19.30 Uhr und am Wochenende sogar ganz ausgeschaltet. Unglaublich, wie positiv sich das auswirkt.

Ein Puppenbild von Sandra von Junikate, mit der ich mich Anfang des Monats auf einen Kaffee im Silo getroffen habe. Später kam noch ihr Mann dazu, der sie so wunderbar rat- und tatkräftig bei ihrem Business unterstützt. Genau wie mein Partner, wofür ich immer wieder von Herzen dankbar bin.

Eine herrlich duftende, leichte Handcreme von Aveda.

Stoffspielereien. Seit einiger Zeit probiere ich neue Techniken aus und färbe, bedrucke und bemale. Es gibt so viele Möglichkeiten, Stoffe zu verändern und sie sich ganz zu eigen zu machen.

Geputzte Fenster.

Neue Nähnadeln. Endlich habe ich welche in der perfekten Stärke gefunden.

Das Brainstorming für mein neues E-Book. Ich bin gerade in der Phase, in der mir jeden Tag neue Ideen kommen, ich sie sammle und strukturiere und langsam mit dem Rohentwurf beginne. Aufregend.

Getrocknete Maulbeeren als Snack für Zwischendurch mit Obst und Nüssen oder in roher Schokolade.

Und dazu Milchkaffee aus Lupinen.

Dass auf meiner Aufgabenliste aktuell nie mehr als sechs Punkte stehen. So viel kann ich gut an einem Tag schaffen.

Das neue Album von Mine. So genial wie Mine Musik macht, möchte ich irgendwann einmal Puppen nähen.

Eine Konzertkarte von Anna Ternheim, die ich vor zwei Wochen im Heimathafen Neukölln live gesehen habe (unser erster Konzertbesuch zu dritt). Ganz große Liebe seit 10 Jahren.

Die alten Sachen von Herbert Grönemeyer. Land unter. Rauf und runter.

Ein neues Blogazine, das ich gern lese.

Ein Satz, den ich neulich gefunden habe: Man muss mit allem rechnen, auch mit dem Schönen.

Oder dieser, der sich seit Jahren an meiner Pinnwand hält: Go gently through your life.

Und immer wieder Blumen. Jetzt gerade am liebsten Ranunkeln in Pink, Orange, Rosa und Creme.

in: Einblicke und Ausblicke