9. Oktober 2014

Was gerade so los ist #2

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Zur Tagundnachtgleiche im September habe ich wieder ein schönes Jubiläum gefeiert. 9 Monaten lang übe ich jetzt fast täglich Yoga, seit Mai sogar in unserem eigens dafür eingerichteten kleinen Raum der Stille. Meditation ist ein fester Bestandteil meiner Yoga-Praxis. Weil mir der Einstieg unheimlich schwerfiel (das Gedankenkarussel!), habe ich in den ersten Monaten erst einmal mit gesungenen Mantras aus dem Kundalini-Yoga meditiert. Seit dem Sommer lasse ich alle Schnörkel weg und meditiere nur noch auf meinen Atem. Dass ich meinen Monkey Mind mittlerweile für wenigstens 15 Minuten am Tag bändigen kann, ist wirklich wahrlich ein kleines Wunder. Und eine echte Wohltat. Denn seit einigen Wochen gehen die Gedanken in meinem Kopf durcheinander wie Spaghetti.

Das liegt vor allem an dem Ausblick, dass meine Mitarbeiterin Karoline und ich in den nächsten Wochen unsere Zusammenarbeit beenden werden. 4 Jahre lang waren wir ein Team – und was für eins! Aber nichts im Leben bleibt ewig gleich und so tüftele ich seit Wochen an einem Masterplan für die Zukunft von Mariengold.

In diesem Prozess ist vor allem Klarheit gefragt. Das ist gar nicht so einfach. Denn allzu oft mischen sich Zukunftsängste in die Überlegungen ein und die sind ja bekanntlich keine guten Ratgeber. Als es neulich mal wieder soweit war, hat mein Mann mich mit frisch geputzten Fenstern in meiner Werkstatt überrascht. Das Ergebnis: Mehr Licht, mehr Klarheit und neuer Durchblick.

Eine wichtige Entscheidung, die ich seit dem getroffen habe, ist, dass ich ab sofort wieder Bestellungen für Puppen annehme. Bis Ende des Jahres ist mein Auftragsbuch zwar knackevoll, aber ab Januar bin ich wieder offen für eure Wünsche.

Seit dem neuen Schuljahr geht meine Tochter nicht mehr in den Hort. Deshalb ist meine Arbeitszeit jetzt viel kürzer. Aktuell arbeite ich täglich von 7.30 Uhr bis 13 Uhr. Das geht überraschenderweise gut und hängt wahrscheinlich mit dem Phänomen zusammen, das ich hier schon einmal beschrieben habe. Aber klar, es gibt auch Tage, an denen sich die reduzierte Stundenzahl bemerkbar macht, vor allem jetzt in der heißen Phase der Geschäftsplanung für das neue Jahr, in der ich auch ein paar neue Projekte anschiebe.

Da ist zum Beispiel ein neuer Kurs, den meine Freundin Laura von 1000 Rehe und ich gerade konzipieren. Wer Lauras Arbeit ein bischen verfolgt, weiß, dass sie sich seit einigen Monaten in der Kunst des Filzens von Puppenköpfen übt und diese Technik allmählich perfektioniert, was sie bei unserem letzten Werk-Treffen eindrucksvoll gezeigt hat. Um Filzköpfe wird es auch in unserem gemeinsamen Kurs gehen, den wir ab dem kommenden Frühjahr anbieten wollen. Daneben wird es natürlich auch weiterhin die klassischen Mariengold-Puppennähkurse geben. Das komplette Programm für 2015 findet ihr ab Dezember hier.

Jetzt im Herbst ist die Puppenmacherei ein großes Thema. Zu keiner anderen Zeit sind meine Anleitungen und Materialpackungen zur Herstellung von Puppen mehr gefragt. Deshalb habe ich das Sortiment in meinen Webshops bei DaWanda und Etsy etwas erweitert. Für eure Weihnachtspuppen findet ihr jetzt dort Granulat für extra Gewicht, ein Starter-Kit für die Puppenmacherei sowie einen Nähservice für Mariengold-Puppenteile.

Seit einigen Wochen habe ich Lust, mit Mariengold in ein soziales Netzwerk zu gehen. Aus Zeit- und Datenschutzgründen hatte ich das ja immer abgelehnt. Neben den Risiken, sehe ich jetzt aber in der Vernetzung mit Mariengolds Kunden und Freunden auch Chancen für mein Label. Was mir mein Bauch sagt? Ausprobieren! Mein Verstand rät mir jedoch, mich ehrlich zu fragen, worum es mir dabei wirklich geht (Nähe? Austausch? Unterstützung? Aufmerksamkeit?) und ob ich das Thema vielleicht auch im Hier und Jetzt außerhalb virtueller Netzwerke lösen kann.

Am Sonntag gehe ich mit meinem Mann und Freunden zum zweiten Mal in diesem Jahr auf ein Konzert von Agnes Obel. Immer wenn ich so wunderbare Musik wie ihre höre, möchte ich wieder Gitarre spielen. Weil das Üben leider nicht mehr in den Alltag gepasst hat, habe ich meine Gitarre vor zwei Jahren erst einmal zur Seite legen müssen. Aber bevor ich mich wieder der Musik annähere, kommt erst einmal das Weben. Nachdem ich lange nach einem Anfängerkurs in Berlin Ausschau gehalten hatte, wurde ich vor ein paar Wochen hier fündig und freue mich jetzt wie verrückt, dass ich nächsten Monat ein ganzes Wochenende bei Christina Klessmann am Webstuhl sitzen werde. Zusammen mit dem anstehenden Yoga-Retreat mit meiner Freundin Julia und dem nächsten Werk-Treffen Berliner Puppenmacherinnen sind das herrliche Aussichten für den November!

in: Einblicke und Ausblicke