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Vasalisa Nachklang

Hello English-speaking visitors, I am so happy about all the feedback on Vasalisa, which I recorded and offered here back in December. One reader even sent me a translation of the old Russian fairy-tale that is very close to the original. It was a pleasure to compare both versions and to see which different views on life, especially on women, they offer. We always have a choice. We can choose from countless stories of life what is right or wrong for us, what makes sense, what gives us power, joy and strength, hope and courage, healing and blessing. The month of January is the perfect time to discover nourishing and healing stories and fairy-tales and to find in our hearts the eternal spring in the deepest winter. Warm regards, yours Maria

Es ist jetzt gut drei Wochen her, dass ich meine Aufnahme des Märchens “Vasalisa, die Weise” hier veröffentlichte. Vasalisa war ein richtiges Herzensprojekt, das ich für uns alle gemacht habe. Ich habe nicht damit gerechnet, dass sich über die Feiertage, die auf die Veröffentlichung folgten, doch so viele Frauen bei mir melden würden. Ich habe Briefe bekommen, E-Mails, Anrufe, sogar Päckchen. Viele kannten Vasalisa schon. Und nicht wenige hatten als Kind furchtbare Angst vor der grausamen Baba Yaga und ihrem unheimlichen Hexenhaus aus genau diesem Märchen. Besonders gefreut hat mich daher die Rückmeldung, dass es durch meinen Stimmklang, meine Interpretation und die musikalische Untermalung gelungen ist, den Schrecken der Baba Yaga zu mildern und vielmehr die magische Verbindung zwischen Vasalisa und ihrer Puppe und die Hexe als Einweihungsmeisterin in die eigene weibliche Kraft zu betonen.

Ich habe mich im Zuge der Aufnahme lange mit dem Märchen beschäftigt, es immer und immer wieder gelesen, bin tiefer und tiefer eingetaucht, habe es interpretiert, davon geträumt, darüber gesprochen, es wirken und wieder ruhen lassen. Diese Widmung hat mich tief verbunden mit Vasalisa, aber auch mit Baba Yaga, die für mich längst ihren Schrecken verloren hat und eine starke Faszination als Märchenfigur besitzt. Da hat es auch gepasst, dass ich zwischen den Jahren endlich “Die Schatzhüterin” von Luisa Francia gehört habe. Es ist eine Sammlung von klassischen Märchen, welche die Autorin neu erzählt und dabei neue Perspektiven auf das weibliche Potential eröffnet. Ich bin für ein paar Stunden völlig abgetaucht in eine wunderbare Märchenwelt, die zur Abwechslung mal von starken und mutigen Frauen erzählt, die ihren Weg selbstbestimmt gehen. Dabei taucht auch immer mal wieder eine weise Alte auf, die den Frauen zur Seite steht und sie in ihre Kraft einweiht, jedoch nicht als grausliche, menschenfressende Hexe, sondern als Hüterin des weiblichen intuitiven Wissens. Wer weiter auf diesem Pfad wandeln möchte, der empfehle ich noch das Buch “Die Wolfsfrau” von Clarissa Pinkola Estés, in dem ich auch meine Version von Vasalisa gefunden habe.

Eine Leserin mit russischen Wurzeln, die auch einmal Kursteilnehmerin war, hat mir von ihrer Erfahrung mit Vasalisa und Baba Yaga erzählt und mir auch angeboten, eine Übersetzung zu schicken, die ganz nah an der originalen russischen Version des Märchens ist. Spannend! Beide Versionen unterscheiden sich schon ganz schön, nicht so sehr in ihrem Inhalt, aber in ihrer Erzählweise und der Betonung bestimmter Aspekte des Märchens. Wenn man auch ein wenig zwischen den Zeilen liest, bieten sie recht verschiedene Sichtweise auf das Leben, besonders auf Frauen, an.

Wir alle sehen die Welt mit unseren eigenen Augen und wie wir von dieser Welt erzählen, sagt wiederum viel über unsere Sicht auf das große Ganze. Das alles, auch Märchen, sind individuelle Deutungsmöglichkeiten der Wirklichkeit, Angebote, wie wir die Welt verstehen können. Über die Wahrheit wissen wir rein gar nichts. Aber das müssen wir auch nicht. Wir alle entscheiden selbst, welche Erzählung über das Leben Sinn macht und zu uns passt, uns stärkt und im Innersten zusammenhält ganz im Sinne des letzten Satzes der Vasalisa-Übersetzung: “Das Püppchen aber trug sie bis zu ihrem letzten Tag in der Tasche.”. Es gibt so viele wunderbare Geschichten. Jetzt im Januar ist genau die richtige Zeit, sie zu entdecken und der Seele Nahrung zu geben. So lässt sich mitten im tiefsten Winter der ewige Frühling in unseren Herzen finden.

Da mit den neuen Einträgen hier im Blog auch Vasalisa immer weiter nach unten rutschen und sich bald weit hinten in meinem Journal befinden wird, habe ich das Märchen fest unter Puppen eingebunden. Dort könnt ihr es jederzeit finden, lauschen und genießen.

Herzliche Grüße,

eure Maria


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