7. November 2013

Werk-Treffen mit Bananenbrot

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Letzten Freitag habe ich hier in meiner Werkstatt ein Frühstück für befreundete Berliner Puppenmacherinnen gemacht. Mit dabei waren wieder Anita von Lilla Kirrivi, Julia von Von Kowalke und Laura von 1000 Rehe. Es war ein sehr gemütliches und entspanntes Treffen an einem grauen Herbsttag, an dem so ein ausgedehnter Genuss in lieber Gesellschaft bei Kerzenschein, leiser Musik und vielen Leckereien genau richtig ist.

Etwas müde waren wir alle. Die Arbeitswoche steckte uns in den Knochen, wohl auch das ganze Jahr mit seinen Aufs und Abs. Jede von uns hat in 2013 viel geschafft und eine Menge für ihr Handmade-Label bewegt. Ein Grund zur Freude und zum Feiern, aber auch zum Innehalten und Verschnaufen.

Eigentlich ist es im November an der Zeit, mal auszuatmen und die Arbeitskurve langsam absinken zu lassen, sich zu erholen und neue Kraft zu sammeln. Aber gerade jetzt in der Zeit vor Weihnachten nehmen Tempo und Dichte in unseren Werkstätten noch einmal kräftig zu. So ist das jedes Jahr. Meine Versuche, es mal anders zu gestalten und doch nicht so richtig auf die Reihe zu bekommen, nehme ich mittlerweile mit Humor.

Umso wichtiger sind regelmäßige Auszeiten wie unser Frühstück. Wir haben natürlich viel über die Arbeit gesprochen, über Pläne für das nächste Jahr und die ewige Frage, wie wir Arbeit, Familie und die Erfüllung eigener Bedürfnisse besser im Gleichgewicht halten können. Nadel und Faden ruhten aber an diesem Vormittag und das Internet war für ein paar Stunden abgeschaltet. Herrlich.

Ich selbst habe an diesem Freitag zum ersten Mal seit Monaten gespürt, wie erschöpft ich eigentlich bin. Hätte nicht ein Puppennähkurs-Wochenende angestanden, wäre ich wohl zwei Tage mit Ingwertee und meinen Büchern im Bett geblieben. Das habe ich dann am Montag und Dienstag nachgeholt mit freudiger Aussicht auf mehr, viel mehr.

Denn heute fahren Julia und ich zu einem winterlichen Yoga-Retreat an die Ostsee, wo wir auch letztes Jahr schon unser Novemberlicht gefunden haben. Ich freue mich seit Wochen wahnsinnig auf diese vier Tage am Meer mit Yoga und Meditation, lieben Menschen, wunderbarem Essen und langen Freundinnen-Abenden wie im Ferienlager.

Weil ich es in den letzten Tagen so ruhig habe angehen lassen, gibt es in dieser Woche leider keine Freitagspuppe für euch.

Stattdessen verabschiede ich mich schon heute ins Wochenende und lege euch das köstliche Bananenbrot ans Herz, das ich vor einiger Zeit bei Slomo entdeckt und letzte Woche für meine Gäste gebacken habe. Das Rezept ist ursprünglich von Sophie Dahl, aber Okka hat es auch sehr schön aufgeschrieben.

Habt ein gutes und gemütliches Wochenende!

Mehr zu den Werk-Treffen findet ihr jetzt übrigens in der gleichnamigen Kategorie auf der rechten Seite.

 


11. September 2013

Ein Quilt für sie

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Seit zehn Jahren ist sie in meinem Leben, seit neun Jahren auf der Welt. Seitdem sie sich das erste Mal in mir regte, wollte ich ihr etwas Besonderes aus meinen Händen schenken.

Jahrein, jahraus erträumte ich mir eine Decke für sie, eine Decke fürs Leben. Ich begann Ideen und Stoffe zu sammeln. Die Vorfreude wuchs. Nur Zeit fand ich keine. Erst war ich ein paar Jahre nur für sie da, danach machte ich mich mit Mariengold selbständig und bin seitdem am Jonglieren, mal mehr, mal weniger. Für große Herzensprojekte fehlte immer die innere Ruhe.

In diesem Jahr stand der letzte einstellige Geburtstag an. Die 9 in der 13 hat mir den letzten Kick gegeben und ich begann endlich. Doch allein konnte ich dieses große Projekt beim besten Willen nicht bewältigen, schließlich kreisten die Jonglierbälle munter weiter.

Also habe ich mir Unterstützung gesucht und fand sie in zwei Freundinnen. Die eine schnitt, legte und nähte einen ganzen Tag lang mit mir. Die andere übernahm das Sandwich und nähte mit tellergroßen Kreisen drei Lagen zusammen.

Pünktlich zum Junigeburtstag an der Ostsee war der Quilt fertig. Und ich so dankbar für die Freundinnen-Hilfe und für die Vollendung einer jahrelang gereiften Idee.

Für meine Tochter war der Quilt ein Geschenk des Himmels. Über den Sommer wurde er zu ihrem zweiten Zuhause. Was ich mir erträumt habe, hat sich erfüllt. Die Decke schmiegt sich um ihr Leben, hält und wärmt sie und soll es immer tun.

In einem gewissen Sinne habe ich mit diesem Projekt auch aus einer beruflichen Not eine private Tugend gemacht. Aufgrund der EU-Verordnung zur Spielzeugsicherheit kann ich für Mariengold leider nicht mehr alle Stoffe aus meinem Vorrat verwenden. Deshalb habe ich mich im Laufe dieses Jahres von einigen Schätzen verabschiedet.

Was in mein Quilt-Projekt passte, habe ich zurückgelegt. Und so wuchs der Stapel in Rosa, Creme, Rot, Gold und Lindgrün stetig an, bis ich endlich seinen Ruf erhörte und die Geschichte ihren glücklichen Lauf nahm.


17. Juni 2013

Ein neues E-Book ~ A new E-Book

A warm welcome to the Midsummer’s week here at Mariengold. This week I want to celebrate the release of my second doll making e-book with you. Today I will tell you a bit more about my e-book concept, introduce you to the particular doll design that the e-book is about tomorrow, surprise you with a special participate event on Wednesday, host a virtual release party on Thursday and finally let the week gently fade away with a suitable Friday doll. To make it easy for me, I will mostly write in German. If you want to follow my articles, you can quite simply work with an online translator such as the one from Google. The e-book and some new offers for doll making material as well as a commercial use license for my e-books will be listed in my Etsy shop on Thursday. Thank you so much for your understanding and a happy and sunny Midsummer’s week to you.

Herzlich Willkommen zur Mittsommerwoche hier bei Mariengold. Ich freue mich, dass ihr hier seid, um mit mir die Veröffentlichung meines neuen Puppennäh-E-Books zu feiern.

Heute erzähle ich euch ein bischen von meinem E-Book-Konzept und stelle morgen den Puppentyp des neuen E-Books vor. Am Tag darauf kommt ihr so richtig ins Spiel, lasst euch überraschen. Am Donnerstag findet eine kleine virtuelle Veröffentlichungsparty statt, gefolgt von einer passenden Freitagspuppe am Ende der Woche.

Mariengold E-Books

Werfen wir einen kurzen Blick zurück. Anfang 2013 habe ich mein erstes E-Book veröffentlicht. Seitdem haben viele Menschen auf der ganzen Welt die Mariengold Puppe Mitzi genäht. Während der Arbeit am E-Book wusste ich überhaupt nicht, wie sich das Projekt entwickeln würde. Der Aufwand war in vielerlei Hinsicht hoch, ebenso das finanzielle Risiko. Aber hatte ich die ganze Zeit ein gutes Gefühl und wusste, dass es der richtige nächste Schritt für Mariengold ist. Und so kam es auch. Mitzi wurde ein großer Erfolg. Nach ein paar Wochen waren die Investitionen gedeckt. Und ich bekam Lust, gleich noch ein E-Book zu schreiben. (Was mir heute zugegebenermaßen ein bischen verrückt vorkommt.)

Vier Monate später folgt nun also mein zweites E-Book in einer Reihe von Puppennähanleitungen mit verschiedenen Schwerpunkten, Schwierigkeitsgraden, Schnitten und Techniken, in denen ich mein Wissen und meine jahrelange Erfahrung als Puppenmacherin teile und hoffe, die Herstellung von vielen schönen Puppen anregen und anleiten zu können.

Meine E-Books sind ausführliche, professionell gestaltete Anleitungen zur Herstellung von Puppen nach Mariengold Entwürfen. Sie beinhalten Schritt-für-Schritt-Erklärungen mit vielen Bildern und ausführlichen Beschreibungen, anschauliche Illustrationen und Erklärungen der wichtigsten Nähtechniken, Schnittmuster für mehrere Puppengrößen und für erste Kleidung wie Unterwäsche oder Windeln, umfangreiche Hinweise und Bezugsquellen für Material und Arbeitsutensilien, Hintergrundinformationen und Geschichten aus der Mariengold Werkstatt und natürlich viele ermutigende Worte für eure Arbeit.

Das Schreiben und konzeptionelle Arbeiten macht mir viel Freude. Mittlerweile sind meine E-Books und Anleitungen neben Puppen, Kursen und Mentoring ein wichtiger Teil des Mariengold Angebotsmixes, der meine Arbeit erst so richtig spannend und abwechslungsreich macht. Weitere E-Books und Neuigkeiten werden also folgen.

Nach wie vor ist mein Ziel, mich mehr und mehr aus der reinen Handarbeit zurückzuziehen und dafür ein breites Angebot innovativer Produkte rund um die Puppenmacherei zu entwickeln. Und nicht zu vergessen das Schreiben, das mir sehr am Herzen liegt und das ich seit einiger Zeit als weiteres berufliches Standbein aufbaue.

Copyright und Lizenzen

Wenn ihr euch wiederum die Puppenmacherei als berufliche Tätigkeit aufbauen möchtet, könnt ihr dies jetzt ganz offiziell und rechtlich abgesichert mit Hilfe meiner E-Books tun. Ich hatte es ja schon mit der Veröffentlichung des Mitzi E-Books angekündigt, jedoch sollte noch etwas Zeit vergehen, bis ich die Idee wirklich durchdacht und vor allem mit juristischer Unterstützung umgesetzt haben würde.

Grundsätzlich gilt zum Copyright, dass die Mariengold Puppennäh-E-Books und die darin enthaltenen Schnitte urheberrechtlich geschützt sind und nur für private Zwecke verwendet werden dürfen. Da die Nachfrage nach einer gewerblichen Nutzung aber groß ist und ich grundsätzlich offen dafür bin, habe ich mich entschieden, in einem gewissen Rahmen und zu klar definierten Bedingungen Nutzungseinräumungen zu gewähren.

Wenn ihr also Puppen nach Mariengold Entwürfen gewerblich verkaufen möchtet, könnt ihr ab Donnerstag entsprechende Lizenzen erwerben, die es euch erlauben, mit meinen E-Books bis zu 50 Puppen für den Verkauf herzustellen. Alle Informationen und Details dazu findet ihr in drei Tagen in dem entsprechenden Angebot in meinen Webshops bei DaWanda und Etsy.

Vielleicht fragt ihr euch, wie ich auf die Stückzahl von 50 gekommen bin. Dazu habe ich mich lange mit meinem Anwalt beraten. 50 Puppen sind meiner Meinung nach ein guter Rahmen, um einerseits um zu testen, ob ihr euch mit der Puppenmacherei wirklich erfolgreich selbständig machen könnt, und andererseits um aufbauend auf meinen E-Books eigene Schnitte und Techniken für euer individuelles Puppenhandwerk zu entwickeln. Und wenn das gar nicht euer Wunsch ist und ihr einfach Freude am Puppennähen nach meinen Entwürfen habt, könnt ihr nach den erlaubten 50 Puppen wieder eine neue Lizenz kaufen.

Soweit der Plan. Ich bin jetzt natürlich sehr gespannt auf die ersten Erfahrungen, schließlich ist das ein ganz neuer, aufregender Schritt für Mariengold.

Shopangebote

Schon lange bewährt haben sich dagegen die Materialangebote in meinen Webshops. Neben der Lizenz für die gewerbliche Puppenherstellung wird es ab Donnerstag natürlich auch eine komplette Materialpackung sowie weiteres Material passend für das neue E-Book geben.

Anfang des Jahres habe ich lange überlegt, ob ich diese Art von Starthilfe überhaupt noch geben möchte. Meine Entscheidung, nur noch Material anzubieten, das genau auf meine E-Books zugeschnitten ist, hat sich aber als richtig herausgestellt. Die Nachfrage ist groß und die Materialpakete werden rege geordert. Bei aller Freude darüber, ist es aber auch so, dass die Pflege sowohl der Webshops als auch des Vorrats hier in meiner Werkstatt einiges an Zeit und Aufmerksamkeit erfordert, ganz zu schweigen von den vollbepackten Touren zur Post. Dieses Angebot werde ich langfristig sicher nur mit weiterer personeller Unterstützung fortsetzen.

Mariengold Team

Aber bis es soweit ist, genieße ich die gute Zusammenarbeit mit meinem bestehenden Team, dem ich für die Mitarbeit an diesem Projekt von Herzen danke.

Die wunderbare Clara war auch dieses Mal verantwortlich für das Layout des E-Books. Darüber hinaus hat sie auf Zuruf alle möglichen anderen Gestaltungsaufträge erledigt, so dass ich mich voll und ganz auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren konnte.

Erin, meine Kursbekanntschaft aus dem letzten Jahr, hat auch das neue E-Book ins Englische übersetzt. Als Muttersprachlerin mit einem sehr feinen Gespür für meine Sprache hat sie das tausend Mal besser gemacht, als ich es je mit meinen Kenntnissen aus dem Englisch-Leistungskurs und aus der Kommunikation mit meinen ausländischen Kunden hätte tun können.

Und nicht zu vergessen meine Mitarbeiterin Karoline, die mich seit fast drei Jahren im Werkstatt-Alltag tatkräftig und stets mit einem sonnigen Lächeln im Gesicht unterstützt und mir den Rücken für all die großen und kleinen Mariengold Projekte freihält.

Noch relativ frisch dagegen ist die Zusammenarbeit mit dem Anwalt für Kreativrecht Dirk Otto, der mich in juristischen Fragen berät und bei allen Herausforderungen der professionellen Puppenmacherei unterstützt.

So ein Netzwerk habe ich mir immer für Mariengold gewünscht. Zusammen mit den Kursen und Mentées, die ich betreue, habe ich viel Kontakt zu Menschen und vor allem das riesengroße Glück, dass diese Menschen mir helfen, das Beste in mir und Mariengold zum Vorschein zu bringen. Was für eine Freude.

Soweit für heute. Ich freue mich schon darauf, euch morgen den Puppentyp meines neuen E-Books vorzustellen.


29. April 2013

Werk-Treffen in April-Blüte

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Letzte Woche fand wieder ein Werk-Treffen Berliner Puppenmacherinnen statt. Die Premierenrunde vom März bestehend aus Laura von 1000 Rehe, Julia von Von Kowalke und mir war mit Anita von Lilla Kirrivi dieses Mal um eine Puppenmacherin reicher.

Wir haben uns im Café Im Nu im Prenzlauer Berg getroffen, an einem Tisch in der Sonne mit Blick auf den frühlingserwachenden Helmholtzplatz. Es war so schön, mal wieder zu Besuch im alten Kiez zu sein, noch dazu mit Frauen, mit denen (und unseren insgesamt sieben Kindern) ich einige Jahre lang dort eine sehr gute Zeit verbracht habe.

Aber anstatt in den alten Zeiten zu schwelgen, haben wir den Blick auf unsere Arbeit gerichtet, auf das Puppenmachen. Vier Frauen, vier gestalterische Konzepte, vier Erfahrungshorizonte und viele gemeinsame Fragen und Herausforderungen – der Gesprächsstoff ist uns natürlich nicht ausgegangen und so schnatterten wir die ganze Zeit fröhlich durcheinander.

Am meisten beschäftigen uns zur Zeit die gesetzlichen Anforderungen an die gewerbliche Puppenmacherei, wobei wir mittlerweile alle auf einem gut Weg sind. Das ist, neben vielen einsamen Stunden Recherche und Lektüre, Anfragen bei und Kommunikation mit Materialanbietern, Tests und Dokumentation, auch dem gewachsenen Miteinander und professionellen Austausch der Puppenmacherinnen zu verdanken. Unser kleines Treffen von vier Frauen im Hier und Jetzt ist nur eine von vielen Möglichkeiten, wie sich Puppenmacherinnen auf der ganzen Welt momentan gemeinsam den Herausforderungen stellen und sie auch meistern.

Unsere vier Puppen dagegen interessierte dieses Gespräch herzlich wenig. Sie hüpften schon ungeduldig in den Taschen auf und ab und warteten auf ihren Auftritt. Und so haben wir irgendwann die Frühstücksteller und Müslischalen geleert, die Getränke außer Reichweite gestellt und uns praktischen Dingen gewidmet wie der ausgiebigen Betrachtung, Befühlung und Bewunderung der Puppen der anderen und schließlich auch dem handwerklichen Thema unseres Werk-Treffens, dem Stopfen.

Bei vier Puppenmacherinnen gelangt bei jeder die Wolle etwas anders in die Puppe. Wohlgeformt und fest sind sie alle, aber die Stopftechniken unterscheiden sich. Besonders Anitas Ansatz hat Eindruck gemacht. Und Julias Stopfwerkzeug, das ihr kleiner Sohn für sie geschnitzt hat, zauberte uns allen ein Lächeln ins Gesicht und erinnerte uns einmal mehr daran, für wen wir unsere Arbeit machen.

Schön war es, gut hat es getan und Lust gemacht auf mehr. Unser nächstes Treffen wird vielleicht schon im Mai stattfinden, dann hoffentlich unter freiem Himmel und mit Besuch aus Schweden.

 


25. März 2013

Österliches Werk-Treffen

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Letzte Woche habe ich einen Tag mit meinen Freundinnen Laura von 1000 Rehe und Julia von Von Kowalke verbracht. Wir haben ausgiebig gefrühstückt, geplaudert und natürlich gemeinsam gearbeitet.

Laura war wie immer eine wunderbare Gastgeberin. Draußen stürmte der Schnee, auf der Heizung trockneten Mützen und Schals, aber auf dem Tisch standen ein herrlicher Osterstrauß und ein liebevoll zusammengestelltes Frühstück mit selbst gebackenem Rosinenzopf, Sonne in Mangoform und einem Geschirrschatz vom Flohmarkt. Keine Spur also von der Berliner Wintertristesse, die an diesem Donnerstag besonders grau und nass war.

Das Thema unseres Werk-Treffens war Puppenhälse. Jede hat Schnitte und ein paar Entwürfe und Ansätze mitgebracht und gemeinsam haben wir getüftelt, probiert und genäht und sind durch den gemeinsamen Austausch und den besonderen Raum, den wir für unser Experimentieren geschaffen haben, unseren individuellen Lösungen ein gutes Stück nähergekommen. Am Freitag konnte ich dann schon die erste Mariengold Puppe mit Hals nähen.

Das gemeinsame Arbeiten mit Laura und Julia hat großen Spaß gemacht. Es gab für jede ein paar Aha-Momente, neue Ideen und frischen Mut für den weiteren Weg.

Unser Austausch ist sicher auch so fruchtbar und entspannt, weil wir drei seit Jahren Freundinnen sind, auch schon bevor wir Puppenmacherinnen wurden. Unterstützung, Inspiration und das Teilen von Freud und manchmal auch Leid sind ganz selbstverständlich. Zwischen uns gibt es Vertrauen und Herzensverbindungen, die meiner Erfahrung nach über den rein virtuellen Austausch via E-Mail und Social Media leider nicht so leicht entstehen.

Die Puppenmacherinnen-Welt ist manchmal ganz schön verrückt, so dass ich gerade in diesen Zeiten – Stichwort gesetzliche Anforderungen an die gewerbliche Puppenmacherei – immer wieder froh bin über die Möglichkeit des ganz persönlichen und vertraulichen Austauschs mit Laura und Julia.

Zum winterlichen Oster-Frühstück habe ich übrigens ein warmes Reis-Congee mit gedünstetem Süß mitgebracht. Hier ist das Rezept für euch:

Reis-Congee mit Frucht und Nuss

1 große Tasse Reis (2/3 Rundkornreis, 1/3 Süßreis) und
8 Tassen Wasser

drei bis vier Stunden lang bei kleinster Hitze köcheln lassen, so dass der Reis zerfällt und ein sämiger Brei entsteht. Das Congee noch heiß in Gläser füllen. Im Kühlschrank ist es als Grundlage für mehrere Mahlzeiten gut zwei Wochen haltbar.

Für ein bauchwärmendes und stärkendes Frühstück für Zwei in einer gebutterten Pfanne

1 Apfel,
eine Handvoll Rosinen,
4 klein geschnittene getrocknete Aprikosen und
gemahlene Mandeln oder Haselnüsse

fünf bis zehn Minuten dünsten. Congee in der gewünschten Menge unterrühren, bei Bedarf mit etwas Ahornsirup süßen und für die Wärme mit Ingwer und Zimt abschmecken.

Bon Appétit!