7. Juli 2014

Rückblick: Schnitzen auf Hof Lebherz 2009

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Vor fünf Jahren, im Sommer 2009, habe ich einen Kreativ-Urlaub auf Hof Lebherz in Warmsen verbracht. Dort habe ich mit dem Kursleiter Jürgen Maaßen, einem renommierten Holzbildhauer und Ausstatter für das Figurentheater, und neun leidenschaftlichen Puppenbauern und -spielern aus ganz Deutschland drei Tage lang Figurenköpfe geschnitzt. Ausgehend von grob vorbereiteten Rohlingen aus Lindenholz haben wir geschnitzt, geschnitzt und geschnitzt. Jürgen und seine Assistentin Maarit Kreutzinger, eine junge Holzbildhauerin, die mittlerweile selbst unterrichtet, standen uns dabei mit Rat und Tat zur Seite. So entstanden zehn Figurenköpfe, allesamt anders und einzigartig und doch unverkennbar mit Jürgens – und in meinem Falle eher Maarits – Handschrift versehen.

Meinen Wunsch einen Kopf für eine Stoffpuppe à la Mariengold zu schnitzen, habe ich in dem Kurs nicht verwirklichen können, denn dieser war als Weiterbildung für Puppenspieler konzipiert, welche die Figuren für ihre Stücke selbst herstellen. So lag der Schwerpunkt auf der Anfertigung von bühnenwirksamen Figurenköpfen mit ihren ganz speziellen Anforderungen. Unter den vielen Puppenspielern bin ich diesen Weg mitgegangen und hatte so das Glück, einmal für ein paar Tage in eine völlig andere Welt einzutauchen, Gespräche über Puppenspiel und Bühnen zu belauschen, beeindruckende mitgebrachte Figuren zu bestaunen und das ein oder andere improvisierte Spiel zu sehen.

Und natürlich mich an einem Holzklotz abzuarbeiten, der nach vielen, vielen Stunden des Schnitzens und mit ermunternder Motivierung und tatkräftiger Unterstützung von Jürgen und Maarit schließlich die Form des Kopfes einer jungen Frau annahm. Wie es mit der hölzernen Schönen weitergehen sollte – keine Ahnung, keine Idee. Mein Holzköpfchen, wie ich es liebevoll nannte, wenn ich in den folgenden fünf Jahren in den Untiefen meines Materialschrankes auf es stieß, sollte noch einige Zeit bis zu seiner Weiterverarbeitung ruhen.

Das Wichtigste, was ich in meinen Warmsener Tagen gelernt habe: In jeder Kunst steckt ein großes Können. Und in jedem Können steckt viel Arbeit, Übung und Beschäftigung mit Material, Technik und Ausdruck. Während meines Ausflugs in die Welt des Schnitzens habe ich meine eigene Arbeit mit anderen Augen sehen gelernt. Auf neue Weise schätzen gelernt. Auf einmal wurde ich ganz neugierig auf all die Möglichkeiten, die in meinem ganz eigenen Schaffen mit Nadel und Faden liegen. Diese Abenteuerlust macht bis heute einen großen Teil meiner Motivation aus.

Die Arbeit mit dem lebendigen Material Holz und den scharfen Eisen hat mir damals viel Spaß gemacht. Hatte ich doch vor mittlerweile sieben Jahren auch das Schnitzen einer Kinderharfe für meine Tochter sehr genossen. Aber ich bekam auch große Achtung vor dem Werk von Holzbildhauern, so dass ich meinen Plan, in Zukunft auch Holzköpfe für meine Puppen zu schnitzen, demütig wieder losließ.

Eine Riesenfreude in diesem Sommer 2009 war das Kennenlernen von Maarit im Workshop und dass sie auch in Berlin lebt. Unser Kontakt ist in den letzten fünf Jahren nie abgerissen. Einmal haben wir zusammen mit unserer gemeinsamen Freundin Laura von 1000 Rehe (die Welt ist klein!) einen Stand auf dem Öko-Weihnachtsmarkt am Kollwitzplatz gemacht, zwischenzeitlich bestand unser Kontakt auch nur aus vereinzelten E-Mails. Vor einigen Wochen gab es dann ein großes Wiedersehen bei Mohnbrötchen und selbstgemachter Erdbeermarmelade. Wir haben stundenlang geplaudert, Maarit hat mir ihre Werkstatt gezeigt, geduldig alle meine Fragen zu ihrem Handwerk beantwortet und – ihr ahnt es vielleicht schon – die Geschichte des Holzköpfchens nimmt wieder Fahrt auf!


11. September 2013

Ein Quilt für sie

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Seit zehn Jahren ist sie in meinem Leben, seit neun Jahren auf der Welt. Seitdem sie sich das erste Mal in mir regte, wollte ich ihr etwas Besonderes aus meinen Händen schenken.

Jahrein, jahraus erträumte ich mir eine Decke für sie, eine Decke fürs Leben. Ich begann Ideen und Stoffe zu sammeln. Die Vorfreude wuchs. Nur Zeit fand ich keine. Erst war ich ein paar Jahre nur für sie da, danach machte ich mich mit Mariengold selbständig und bin seitdem am Jonglieren, mal mehr, mal weniger. Für große Herzensprojekte fehlte immer die innere Ruhe.

In diesem Jahr stand der letzte einstellige Geburtstag an. Die 9 in der 13 hat mir den letzten Kick gegeben und ich begann endlich. Doch allein konnte ich dieses große Projekt beim besten Willen nicht bewältigen, schließlich kreisten die Jonglierbälle munter weiter.

Also habe ich mir Unterstützung gesucht und fand sie in zwei Freundinnen. Die eine schnitt, legte und nähte einen ganzen Tag lang mit mir. Die andere übernahm das Sandwich und nähte mit tellergroßen Kreisen drei Lagen zusammen.

Pünktlich zum Junigeburtstag an der Ostsee war der Quilt fertig. Und ich so dankbar für die Freundinnen-Hilfe und für die Vollendung einer jahrelang gereiften Idee.

Für meine Tochter war der Quilt ein Geschenk des Himmels. Über den Sommer wurde er zu ihrem zweiten Zuhause. Was ich mir erträumt habe, hat sich erfüllt. Die Decke schmiegt sich um ihr Leben, hält und wärmt sie und soll es immer tun.

In einem gewissen Sinne habe ich mit diesem Projekt auch aus einer beruflichen Not eine private Tugend gemacht. Aufgrund der EU-Verordnung zur Spielzeugsicherheit kann ich für Mariengold leider nicht mehr alle Stoffe aus meinem Vorrat verwenden. Deshalb habe ich mich im Laufe dieses Jahres von einigen Schätzen verabschiedet.

Was in mein Quilt-Projekt passte, habe ich zurückgelegt. Und so wuchs der Stapel in Rosa, Creme, Rot, Gold und Lindgrün stetig an, bis ich endlich seinen Ruf erhörte und die Geschichte ihren glücklichen Lauf nahm.


17. Juni 2013

Ein neues E-Book ~ A new E-Book

A warm welcome to the Midsummer’s week here at Mariengold. This week I want to celebrate the release of my second doll making e-book with you. Today I will tell you a bit more about my e-book concept, introduce you to the particular doll design that the e-book is about tomorrow, surprise you with a special participate event on Wednesday, host a virtual release party on Thursday and finally let the week gently fade away with a suitable Friday doll. To make it easy for me, I will mostly write in German. If you want to follow my articles, you can quite simply work with an online translator such as the one from Google. The e-book and some new offers for doll making material as well as a commercial use license for my e-books will be listed in my Etsy shop on Thursday. Thank you so much for your understanding and a happy and sunny Midsummer’s week to you.

Herzlich Willkommen zur Mittsommerwoche hier bei Mariengold. Ich freue mich, dass ihr hier seid, um mit mir die Veröffentlichung meines neuen Puppennäh-E-Books zu feiern.

Heute erzähle ich euch ein bischen von meinem E-Book-Konzept und stelle morgen den Puppentyp des neuen E-Books vor. Am Tag darauf kommt ihr so richtig ins Spiel, lasst euch überraschen. Am Donnerstag findet eine kleine virtuelle Veröffentlichungsparty statt, gefolgt von einer passenden Freitagspuppe am Ende der Woche.

Mariengold E-Books

Werfen wir einen kurzen Blick zurück. Anfang 2013 habe ich mein erstes E-Book veröffentlicht. Seitdem haben viele Menschen auf der ganzen Welt die Mariengold Puppe Mitzi genäht. Während der Arbeit am E-Book wusste ich überhaupt nicht, wie sich das Projekt entwickeln würde. Der Aufwand war in vielerlei Hinsicht hoch, ebenso das finanzielle Risiko. Aber hatte ich die ganze Zeit ein gutes Gefühl und wusste, dass es der richtige nächste Schritt für Mariengold ist. Und so kam es auch. Mitzi wurde ein großer Erfolg. Nach ein paar Wochen waren die Investitionen gedeckt. Und ich bekam Lust, gleich noch ein E-Book zu schreiben. (Was mir heute zugegebenermaßen ein bischen verrückt vorkommt.)

Vier Monate später folgt nun also mein zweites E-Book in einer Reihe von Puppennähanleitungen mit verschiedenen Schwerpunkten, Schwierigkeitsgraden, Schnitten und Techniken, in denen ich mein Wissen und meine jahrelange Erfahrung als Puppenmacherin teile und hoffe, die Herstellung von vielen schönen Puppen anregen und anleiten zu können.

Meine E-Books sind ausführliche, professionell gestaltete Anleitungen zur Herstellung von Puppen nach Mariengold Entwürfen. Sie beinhalten Schritt-für-Schritt-Erklärungen mit vielen Bildern und ausführlichen Beschreibungen, anschauliche Illustrationen und Erklärungen der wichtigsten Nähtechniken, Schnittmuster für mehrere Puppengrößen und für erste Kleidung wie Unterwäsche oder Windeln, umfangreiche Hinweise und Bezugsquellen für Material und Arbeitsutensilien, Hintergrundinformationen und Geschichten aus der Mariengold Werkstatt und natürlich viele ermutigende Worte für eure Arbeit.

Das Schreiben und konzeptionelle Arbeiten macht mir viel Freude. Mittlerweile sind meine E-Books und Anleitungen neben Puppen, Kursen und Mentoring ein wichtiger Teil des Mariengold Angebotsmixes, der meine Arbeit erst so richtig spannend und abwechslungsreich macht. Weitere E-Books und Neuigkeiten werden also folgen.

Nach wie vor ist mein Ziel, mich mehr und mehr aus der reinen Handarbeit zurückzuziehen und dafür ein breites Angebot innovativer Produkte rund um die Puppenmacherei zu entwickeln. Und nicht zu vergessen das Schreiben, das mir sehr am Herzen liegt und das ich seit einiger Zeit als weiteres berufliches Standbein aufbaue.

Copyright und Lizenzen

Wenn ihr euch wiederum die Puppenmacherei als berufliche Tätigkeit aufbauen möchtet, könnt ihr dies jetzt ganz offiziell und rechtlich abgesichert mit Hilfe meiner E-Books tun. Ich hatte es ja schon mit der Veröffentlichung des Mitzi E-Books angekündigt, jedoch sollte noch etwas Zeit vergehen, bis ich die Idee wirklich durchdacht und vor allem mit juristischer Unterstützung umgesetzt haben würde.

Grundsätzlich gilt zum Copyright, dass die Mariengold Puppennäh-E-Books und die darin enthaltenen Schnitte urheberrechtlich geschützt sind und nur für private Zwecke verwendet werden dürfen. Da die Nachfrage nach einer gewerblichen Nutzung aber groß ist und ich grundsätzlich offen dafür bin, habe ich mich entschieden, in einem gewissen Rahmen und zu klar definierten Bedingungen Nutzungseinräumungen zu gewähren.

Wenn ihr also Puppen nach Mariengold Entwürfen gewerblich verkaufen möchtet, könnt ihr ab Donnerstag entsprechende Lizenzen erwerben, die es euch erlauben, mit meinen E-Books bis zu 50 Puppen für den Verkauf herzustellen. Alle Informationen und Details dazu findet ihr in drei Tagen in dem entsprechenden Angebot in meinen Webshops bei DaWanda und Etsy.

Vielleicht fragt ihr euch, wie ich auf die Stückzahl von 50 gekommen bin. Dazu habe ich mich lange mit meinem Anwalt beraten. 50 Puppen sind meiner Meinung nach ein guter Rahmen, um einerseits um zu testen, ob ihr euch mit der Puppenmacherei wirklich erfolgreich selbständig machen könnt, und andererseits um aufbauend auf meinen E-Books eigene Schnitte und Techniken für euer individuelles Puppenhandwerk zu entwickeln. Und wenn das gar nicht euer Wunsch ist und ihr einfach Freude am Puppennähen nach meinen Entwürfen habt, könnt ihr nach den erlaubten 50 Puppen wieder eine neue Lizenz kaufen.

Soweit der Plan. Ich bin jetzt natürlich sehr gespannt auf die ersten Erfahrungen, schließlich ist das ein ganz neuer, aufregender Schritt für Mariengold.

Shopangebote

Schon lange bewährt haben sich dagegen die Materialangebote in meinen Webshops. Neben der Lizenz für die gewerbliche Puppenherstellung wird es ab Donnerstag natürlich auch eine komplette Materialpackung sowie weiteres Material passend für das neue E-Book geben.

Anfang des Jahres habe ich lange überlegt, ob ich diese Art von Starthilfe überhaupt noch geben möchte. Meine Entscheidung, nur noch Material anzubieten, das genau auf meine E-Books zugeschnitten ist, hat sich aber als richtig herausgestellt. Die Nachfrage ist groß und die Materialpakete werden rege geordert. Bei aller Freude darüber, ist es aber auch so, dass die Pflege sowohl der Webshops als auch des Vorrats hier in meiner Werkstatt einiges an Zeit und Aufmerksamkeit erfordert, ganz zu schweigen von den vollbepackten Touren zur Post. Dieses Angebot werde ich langfristig sicher nur mit weiterer personeller Unterstützung fortsetzen.

Mariengold Team

Aber bis es soweit ist, genieße ich die gute Zusammenarbeit mit meinem bestehenden Team, dem ich für die Mitarbeit an diesem Projekt von Herzen danke.

Die wunderbare Clara war auch dieses Mal verantwortlich für das Layout des E-Books. Darüber hinaus hat sie auf Zuruf alle möglichen anderen Gestaltungsaufträge erledigt, so dass ich mich voll und ganz auf die inhaltliche Arbeit konzentrieren konnte.

Erin, meine Kursbekanntschaft aus dem letzten Jahr, hat auch das neue E-Book ins Englische übersetzt. Als Muttersprachlerin mit einem sehr feinen Gespür für meine Sprache hat sie das tausend Mal besser gemacht, als ich es je mit meinen Kenntnissen aus dem Englisch-Leistungskurs und aus der Kommunikation mit meinen ausländischen Kunden hätte tun können.

Und nicht zu vergessen meine Mitarbeiterin Karoline, die mich seit fast drei Jahren im Werkstatt-Alltag tatkräftig und stets mit einem sonnigen Lächeln im Gesicht unterstützt und mir den Rücken für all die großen und kleinen Mariengold Projekte freihält.

Noch relativ frisch dagegen ist die Zusammenarbeit mit dem Anwalt für Kreativrecht Dirk Otto, der mich in juristischen Fragen berät und bei allen Herausforderungen der professionellen Puppenmacherei unterstützt.

So ein Netzwerk habe ich mir immer für Mariengold gewünscht. Zusammen mit den Kursen und Mentées, die ich betreue, habe ich viel Kontakt zu Menschen und vor allem das riesengroße Glück, dass diese Menschen mir helfen, das Beste in mir und Mariengold zum Vorschein zu bringen. Was für eine Freude.

Soweit für heute. Ich freue mich schon darauf, euch morgen den Puppentyp meines neuen E-Books vorzustellen.


12. Februar 2013

Sunny Days ~ Gemeinsam zum Ziel

A warm welcome to the Valentine’s week here at Mariengold. This week I want to celebrate the release of my first doll making e-book with you. I will tell you a bit more about my e-book concept, deliver insight into the work during the last months, introduce you to the particular doll design that the e-book is about, host a little virtual release party with a big drawing on Thursday and let the week gently fade away with a suitable Friday doll. To make it easy for me, I will only write in German, the language of my heart. If you want to follow my articles, you can quite simply work with an online translator such as the one from Google. The e-book and some new offers for doll making material will be listed in my Etsy shop on Thursday. Thank you so much for your understanding and a Happy Valentine’s week to you.

Ein E-Book zu machen, ist ein riesengroßes Projekt. Das habe ich im Vorfeld schon geahnt, jedoch wurden mir die wahren Ausmaße der Arbeit erst nach und nach bewusst. Ohne meine Vorliebe für Konzepte und für das Schreiben an sich, ohne meinen Hang zu Disziplin, Struktur, Ordnung und To-Do-Listen, ohne den festen Glauben an eine Idee, von der ich eigentlich nicht wusste, ob sie überhaupt funktionieren würde, und ohne die Bereitschaft für unzählige unbezahlte Arbeitsstunden und Engagement parallel zu meinem ohnehin schon sehr fordernden Arbeitsalltag hätte ich das Projekt nicht verwirklichen können.

Und ganz sicher auch nicht ohne die tollen Frauen, die an der Arbeit an meinem Puppennäh-E-Book beteiligt waren und denen ich von Herzen danke. Ihnen ist dieser Artikel gewidmet.

Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit mit anderen Menschen gehört zu den liebsten Aspekten meiner Selbständigkeit mit den Puppen. Ich habe mich schon recht früh dafür entschieden, mit möglichst vielen Menschen zusammenzuarbeiten, nicht nur weil mir die Werkstattarbeit schnell zu einsam und fad wurde, sondern auch weil ich professionelle Unterstützung sehr zu schätzen weiß. Schließlich gibt es ganz viel, das ich selbst nicht kann, aber für die Entwicklung meiner Arbeit benötige. Dass Mariengold in den letzten fünf Jahren so schnell gewachsen ist, verdanke ich also nicht nur mir selbst, sondern auch einigen anderen Menschen.

Auftrag- und Arbeitgeberin zu sein macht viel Spaß, bringt aber auch Herausforderungen und nicht zuletzt eine gewisse finanzielle Verantwortung mit sich. Es bleibt also immer wieder abzuwägen, in welchem Verhältnis Aufwand und Ergebnis stehen und zu entscheiden, wo eine Zusammenarbeit sinnvoll ist und wo nicht.

Ich gebe zu, dass ich in dieser Frage meist meinem Herzen folge, Entscheidungen situativ treffe und einfach Vertrauen habe, dass schon alles gut gehen wird. Mit dieser Vorgehensweise bin ich allerdings im letzten Jahr schon einmal fast auf die Nase gefallen. Und auch in der letzten Phase der Arbeit am Puppennäh-E-Book hat sich herausgestellt, dass mein Gold nicht unbedingt in meinen kaufmännischen Fähigkeiten liegt.

Tatsächlich habe ich anlässlich der Suche nach Gründen für einen finanziellen Engpass vor zwei Wochen überhaupt erst einmal meine Investitionen in das Projekt addiert. Ich werde keine Zahlen nennen, aber ich weiß jetzt ziemlich genau, wie viele E-Books ich verkaufen muss, um diese Kosten zu decken, meine eigene Arbeitskraft nicht inbegriffen. Bei aller Freude an der Zusammenarbeit mit Profis ist zu bedenken, dass sie ihren Preis haben, zu Recht natürlich, und dass dieser Preis in der Regel zu finanzieren ist, bevor mit dem Projekt Einnahmen und schließlich Gewinn erwirtschaftet werden.

Ich habe meine Lektion gelernt und werde für zukünftige Projekte von nun an Budgets erstellen, um Risiken besser kalkulieren zu können. Soweit zur Zahlenseite. Denn Zusammenarbeit ist natürlich viel mehr. Und darum soll es jetzt gehen.

Grafik-Design

Das Puppennäh-E-Book ist in enger Zusammenarbeit mit meiner wunderbaren Grafik-Designerin Clara entstanden, die schon seit einigen Jahren Gestaltungsaufträge für Mariengold übernimmt. Von Clara ist auch das neue visuelle Erscheinungsbild für Mariengold, das ihr zuerst auf meiner neuen Internetseite kennengelernt habt und das auch Grundlage für das Layout des E-Books ist.

Clara hat mit ihrer Gestaltungsarbeit im letzten Jahr sehr dazu beigetragen, das äußere Erscheinungsbild von Mariengold in Einklang mit meinem Inneren und meinen Zukunftswünschen zu bringen. Claras tolle Entwürfe und ihr ausdauerndes Engagement haben meine Vision für Mariengold immer getragen und mir Mut gemacht, auch in schweren Zeiten wie dem letzten Sommer, als ich am liebsten alles hingeschmissen hätte. Mit Clara kann ich meine Ideen besprechen und erproben, bis sie ihnen schließlich Gestalt gibt. Vor allem vor dem Hintergrund der sonst recht einsamen Werkstattarbeit ist dieser Austausch sehr fruchtbar, wertvoll und prägend für Mariengold.

Claras Layout für das Puppennäh-E-Book ist wunderwunderschön. Ihr dürft euch freuen auf ein professionelles, übersichtliches und frisches Layout mit zarten Farben, klaren und auch mal schwungvollen Schriften und hübschen Illustrationen, nicht nur zur Erklärung der wichtigsten Nähtechniken, sondern auch zum Erfreuen zwischendurch. Die Texte und Fotos in der Anleitung stammen natürlich von mir, wobei Clara das Wunderwerk vollbracht hat, das Beste aus den vielen verschiedenen Lichtverhältnissen meiner Amateurbilder herauszuholen. Und das war nicht das einzige Wunderwerk. Clara hat nämlich nicht nur das E-Book zwei Mal gesetzt, einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch, sondern auch geduldig mehrere Korrekturrunden mitgemacht, jeden noch so winzigen Änderungswunsch umgesetzt und ist mir stets mit Rat und Tat bei allen Fragen hilfreich zur Seite gestanden. Es war also wieder eine rundherum gelungene Zusammenarbeit und ich freue mich auf mehr mit den nächsten E-Books.

Übersetzung

Nicht geplant war dagegen die Zusammenarbeit mit einer professionellen Übersetzerin. Bisher habe ich meine Texte immer selbst übersetzt und war damit auch zufrieden. Bis mir Ende letzten Jahres, als das Projekt schon recht weit fortgeschritten und die englische Übersetzung schon fast abgeschlossen war, Zweifel kamen, ob bei einem Projekt dieser Größe eine professionelle Übersetzung nicht sinnvoller wäre. Das Universum schickte mir auch gleich eine Muttersprachlerin aus Kalifornien, die ich in einem meiner Kurs kennenlernte und die sich bereit erklärte, die Übersetzung zu machen. Ich dachte immer, ich könne ganz gut Englisch, aber als ich Erins Übersetzung las, wusste ich sofort, dass es der richtige Schritt war, sie noch einmal in professionelle Hände zu geben. Mit Erins Texten habe ich jetzt ein sehr gutes Gefühl vor meinen internationalen Kunden und werde auch in Zukunft mit ihr zusammenarbeiten.

Probenähen

Auch völlig ungeplant und kurzfristig habe ich im Oktober ein Probe-Puppennähen veranstaltet. Dafür habe ich drei Frauen, mehr oder weniger Anfängerinnen im Puppennähen, gefunden, die bereit waren, das E-Book in einem sehr frühen Stadium (Von Claras tollem Layout noch keine Spur!) zu testen und mir ausführliches Feedback zu geben. Auch diese Aktion hat sich als wahrer Segen herauszugestellt. Zum einen hat mir die riesige Resonanz auf mein Gesuch ganz viel Rückenwind für das Projekt gegeben. Zum anderen waren die Rückmeldungen und Anregungen der Probenäherinnen selbst so konstruktiv und hilfreich, dass ich den Rohentwurf der Anleitung in Teilen noch einmal komplett überarbeitete, um sie noch besser zu machen. Und nicht zuletzt haben mir auch die schönen Puppen der Frauen und ihr liebevoller Zuspruch das Vertrauen gegeben, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Fotografie und Mitarbeit

Neben Clara, Erin und den Probenäherinnen waren noch zwei andere Frauen am E-Book beteiligt, indirekt zwar, aber ich möchte auch ihnen danken.

Da war Franzi, die im September wunderschöne Fotos von mir und meiner Werkstatt gemacht hat, die Verwendung sowohl auf meiner Internetseite als auch im E-Book gefunden haben und dort eine große Bereicherung sind.

Und da war natürlich die ganze Zeit auch meine liebe Mitarbeiterin Karoline, ohne deren kontinuierliche und zuverlässige Unterstützung so große Projekte wie das E-Book überhaupt nicht möglich wären.

Und mit Karoline, der Sonne in meiner Werkstatt, schließt sich der Kreis zum Titel dieses Artikels, der auch wieder der Name eines Preises meiner Verlosung am Donnerstag zur Veröffentlichung des Puppennäh-E-Books ist.

Der Titel des nächsten Artikels lautet Glückskick. Bis morgen also!

 

 


23. Januar 2013

Alpakita für Mariengold ~ Alpakita for Mariengold

Three years ago I met Judy, a woman originally from Peru, who emigrated to Germany a long time ago and founded a family and a lovely little kindergarten here in Berlin where I teach doll making classes regularly. Judy is deepley connected with her home country. Ever since she is living here, she wants to support the poor people in Peru. And so she founded Alpakita, a project of Peruvian knitting women who make beautiful garments of alpaca wool for sale in Germany. I just love these garments as well as the project itself and I am so happy to finally offer handmade Peruvian doll clothes for Mariengold and to make a small contribution to the support of the families in Judy’s home village. This week’s Friday doll will be the first to be dressed in Alpakita.

Schon seit drei Jahren finden in der Kinderstube Goldtröpfchen in Berlin-Charlottenburg Mariengold Puppennähkurse statt. Neben dem Waldorfkindergarten Prenzlauer Berg ist dieser kleine Kinderladen mein zweiter Kursstandort. Ich bin gern dort, weil es so gemütlich ist und die beiden Kindergärtnerinnen meine Kursteilnehmer und mich immer so liebevoll umsorgen mit frischen Blumen, Wollstrümpfen, heißem Tee, selbst gebackenem Kuchen und Geschichten aus Peru.

Judy, eine der Kindergärtnerinnen, stammt nämlich aus Peru. Sie ist vor vielen Jahren nach Deutschland gekommen und hat hier eine Familie und den Kinderladen gegründet. Mit den Menschen in ihrer Heimat ist sie immer noch eng verbunden. Sie liebt ihr Land sehr. Und dieses Herzblut steckt auch in ihrem Projekt Alpakita, mit dem sie etwas gegen die große Armut in ihrer Heimat tut.

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Alpakas haben in Peru eine lange Tradition. Einst wichtige Nutz- und Lasttiere, ist ihre Wolle heute der wichtigste Rohstoff für Kleidung. Die Menschen in Peru können meisterhaft stricken, Frauen wie Männer. Hier setzt Alpakita an. Seit Judy in Deutschland lebt, hat sie überlegt, wie sie die Menschen in ihrer Heimat wirtschaftlich unterstützen kann. So entstand ihre Idee, selbst entworfene Kleidungsstücke von peruanischen Frauen für den Verkauf in Deutschland stricken zu lassen. Das Projekt hat sich rasant entwickelt und sichert mittlerweilen vielen Familien in dem kleinen Dorf Caraz und der Hauptstadt Lima den Lebensunterhalt.

Von Judys Engagement bin ich einfach begeistert. Neben ihrer Arbeit als Kindergärtnerin und Familienfrau koordiniert sie das Projekt auf deutscher Seite ganz allein, ohne selbst einen Cent damit zu verdienen. Judy entwirft die Modelle (Und sie ist eine fabelhafte Designerin!), nimmt Bestellungen entgegen, führt Gespräche mit Boutiquen und Kunden, koordiniert die Zusammenarbeit mit den Fachkräften und Unterstützern in Peru, verkauft die Stricksachen hier in Berlin und über das Internet und erledigt all die großen und kleinen Arbeiten, die bei so einem Projekt anfallen. Und bei all der anstrengenden und unbezahlten Arbeit erzählt sie immer mit leuchtenden Augen von ihrer Heimat und den wunderbaren Frauen. Die Liebe zu Peru schwingt in allem mit, was sie tut.

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Und so ist die Strickkleidung auch etwas ganz Besonderes. Seit ich Judy kenne, kaufe ich regelmäßig Kleidung aus ihrer Kollektion für meine Familie und mich. Die Sachen sind wunderschön, schlicht und klassisch, aus weichem Alpaka in tiefen Farben und bestens verarbeitet. Und über die unglaublichen Strickkünste der peruanischen Frauen staune ich immer wieder.

Eine Zusammenarbeit von Alpakita und Mariengold war von Anfang im Gespräch. Schließlich hatten Judy und ich über die Puppen Bekanntschaft miteinander gemacht. Ende letzten Jahres war es endlich soweit und Judy präsentierte im Kurs die erste Puppenkleidung. Viele Teile wurden gleich von den Teilnehmern gekauft. Und ich selbst habe eine große Bestellung für Mariengold aufgegeben, die jetzt nach und nach geliefert wird. Ich bin so begeistert von der Qualität der Stricksachen und dem Projekt selbst, dass ich langfristig mit Alpakita zusammenarbeiten möchte. Und ich freue mich besonders, auf diesem Wege auch ein wenig zur Unterstützung der Frauen in Peru beizutragen.

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Alle Informationen zu Alpakita und zum Verkauf der Strickkleidung findet ihr auf der Internetseite des Projektes. Die Sachen werden in einigen Boutiquen in Deutschland und regelmäßig auf Märkten in Berlin verkauft. Es gibt auch einen Alpakita Webshop bei DaWanda. Ich emfpehle euch Alpakita von Herzen.

Am Freitag werde ich euch die erste Puppe im zart-wärmenden Alpakamäntelchen zeigen.