14. Oktober 2015

Herzchenangelegenheit

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Design Management hat mich schon während meines Studiums der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin wahnsinnig interessiert. Vielleicht weil es meinem Sinn für Schönes und meinem Bedürfnis nach Struktur und Klarheit gleichermaßen entgegenkommt.

Während meiner studentischen Mitarbeit in der Design Agentur MetaDesign habe ich außerhalb der Uni Design Management von der Pike auf gelernt und zehre noch immer von den Erfahrungen und dem Wissensschatz aus dieser Zeit. Das heißt nicht, dass ich ein Profi bin, aber das Thema Corporate Design ging mir mit Mariengold immer leicht von der Hand und macht mir viel Freude.

Was ist Corporate Design?

Corporate Design, das ist das Erscheinungsbild eines Unternehmens oder einer Organisation. Es ist ein Teilbereich der Corporate Identity, der Unternehmenspersönlichkeit, die durch eine langfristige Strategie konsistenten Handelns, Kommunizierens und visuellen Auftretens entsteht. Ziel ist die Prägung eines wiedererkennbaren, die Selbsteinschätzung vermittelnden Erscheinungsbildes in der Öffentlichkeit. In diesem Prozess spiegelt das Corporate Design die Unternehmsidentität nach außen und sorgt für Ganzheitlichkeit, also die Übereinstimmung von Selbstbild und Fremdbild.

Das klingt erst einmal ziemlich theoretisch, ist aber ein grundlegendes und spannendes Thema für jedes Unternehmen, auch für Menschen, die in viel kleinerem Rahmen mit ihrer Herzenssache beruflich selbständig sind. Denn es vermag die Seele eines Projektes über das Visuelle nach außen zu tragen, was neben einem guten Produkt oder einer guten Dienstleistung ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist. Ein ganzheitliches Corporate Design ist auch ein Zeichen von Professionalität.

Aber noch einmal zurück zur Definition: Corporate Design ist die einheitliche Gestaltung aller Kommunikationsmittel und Produkte eines Unternehmens oder einer Organisation. Dazu gehört alles, was die visuelle Erscheinung ausmacht, also Firmenzeichen, Geschäftspapiere, Werbemittel, Verpackung, manchmal auch Klänge, Architektur und Arbeitskleidung.

Das Herz des Ganzen ist das Logo. Ein gutes Logo macht aber noch kein komplettes grafisches Erscheinungsbild. Dafür braucht es noch mehr, nämlich Typografie, Farben, Formate und Bilder, also Gestaltungsrichtlinien, die in einem sogenannten Corporate-Design-Manual festgehalten werden. Sie bilden die Grundlage für jede Gestaltung und sind ein wichtiges Arbeitsmittel für alle daran beteiligten Mitarbeiter des Unternehmens oder externe Dienstleister wie eine Werbeagentur oder ein Designbüro.

Corporate Design bei Mariengold

Bei Mariengold ist das meine Grafik-Designerin Clara, die seit einigen Jahren für das visuelle Erscheinungsbild zuständig ist. Sie hat – in enger Zusammenarbeit mit mir – das Logo und die Gestaltungsrichtlinien entwickelt und wendet diese auf alle Kommunikationsmittel (Internetseite, Flyer, Geschäftspapiere, Kursaushänge) und Produkte (Blog, E-Books) von Mariengold an.

Dadurch ist mit der Zeit ein einzigartiges, prägnantes und wiedererkennbares Corporate Design entstanden, das in Einklang mit dem Selbstverständnis und den Werten meines Labels steht und die Essenz von Mariengold hoffentlich glaubwürdig nach außen vermittelt.

Wichtige Stichworte für Claras Gestaltungsarbeit sind Herzverbundenheit, Offenheit, Leichtigkeit, Frische und Humor. Deshalb das handgezeichnete Herzchen im Logo. Hellrosa, Weiß und Pink als Farben. Und spielerische Collagen. Um ein paar Beispiele zu nennen.

Es geht aber nicht nur um Wiedererkennbarkeit und Konsistenz, sondern die Herausforderung besteht auch darin, immer wieder lebendig und modern zu wirken. Das geschieht durch kleine, manchmal minimale Veränderungen, die an neuen Kommunikationsmitteln und Produkten ausprobiert und dann vielleicht langfristig übernommen werden. Auch wenn dabei Zeitgeschmack und Trends eine Rolle spielen können, ist es wichtig, dass das Corporate Design weiterhin der Unternehmensstrategie und nicht einer Mode folgt.

Anregungen für euch

Wenn ihr gerade dabei seid, euch selbständig zu machen und ein Corporate Design für euer Projekt zu entwickeln, sind die folgenden Anregungen vielleicht hilfreich für euch:

Die wichtigste Frage zu Beginn ist die, wofür euer ihr mit eurer Geschäftsidee steht. Wie lautet euer Selbstverständnis? Welchen Sinn macht eure Arbei für euch? Was sind eure Werte? Welcher Vision folgt ihr? Es geht dabei um das Herz und die Essenz eures Vorhabens.

Nehmt euch Zeit für diese Überlegungen. Macht euch Notizen und destilliert am Ende die wichtigsten Stichworte heraus. Sie bilden die Grundlage für euer Corporate Design.

Als nächstes geht es um das Praktische. Welche Ziele verfolgt ihr? Welche Zielgruppe soll das Design ansprechen? Und was soll eigentlich gemacht werden? Ein Logo? Eine Internetseite? Ein Flyer? Oder das Komplettprogramm? Welches Budget steht euch zur Verfügung? Schreibt die wichtigsten Informationen auf und ergänzt sie um eure Stichworte von oben.

Ihr könnt auch Inspiration von anderen Unternehmen sammeln. Vielleicht gibt es Corporate Designs, die ihr besonders gelungen findet? Studiert auch die Erscheinungsbilder eurer Konkurrenz. Wie könnt ihr euch davon abgrenzen? Aber schaut nicht zu sehr nach links und recht, manchmal verstellt das den Blick auf die eigenen Ideen.

Wenn ihr schon erste Ansätze für die Gestaltung habt, z. B. ein Symbol oder eine Farbe, notiert auch diese.

Das alles zusammen ergibt euer Briefing, also die Aufgabenstellung für den Designprozess. Je besser das Briefing, desto besser das Ergebnis. Jetzt kann es losgehen.

Wenn ihr nicht selbst vom Fach seid, empfehle ich euch die Zusammenarbeit mit beruflichen Grafik-Designer/innen. Ja, ein professionelles Corporate Design kostet Geld, je nach Umfang sogar viel Geld. Aber so eine Investition zahlt sich langfristig aus und sorgt für einen guten Start in euer Business.

Wenn ihr euch keinen Profi leisten könnt, hört euch im Freundes- und Bekanntenkreis um. Vielleicht findet ihr da jemanden für euer Anliegen. Oder ihr nehmt Kontakt zu einer Hochschule mit Fachrichtung Kommunikationsdesign auf. Studenten arbeiten oft für weniger Geld, sie sind am Puls der Zeit und möchten Erfahrungen sammeln. So ähnlich habe ich es 2008 gemacht. Da hat Joy von Wurzelfrau die erste Internetseite für Mariengold gestaltet. Auch sie stand damals am Anfang, wollte sich gern ausprobieren und hat nur einen verhältnismäßig kleinen Preis genommen.

Vielleicht habt ihr aber auch Lust (oder es bleibt euch nichts anderes übrig) und ihr macht es ganz allein. Meine Freundin Anita hat so ein Selfmade Corporate Design für ihr Label Lilla Kirrivi gestaltet und es wirkt hochwertig und stimmig. Natürlich kostet dieser Weg mehr Zeit und sicher auch mehr Nerven, aber ihr könnt dabei viel lernen und seid unabhängig.

Wenn euer Corporate Design dann steht, bleibt an dem Thema dran. Stellt euch regelmäßig die Frage, ob es zeitgemäß ist, sprich ob ihr euch und eure unternehmerische Vision noch damit identifiziert. Wahrscheinlich braucht es irgendwann eine Erfrischung oder gar eine komplette Überarbeitung. Schließlich verändert ihr euch und damit auch euer Label sich mit der Zeit und diesen Wandel darf auch euer Corporate Design spiegeln.

Und vergesst die Freude nicht! Das Erscheinungsbild eures Business‘ ist eine wunderbare Möglichkeit, euer tiefstes Herzensanliegen nach außen zu tragen. Das ist eine große Chance und ein großes Glück und dieses Glück wird auch den Erfolg anziehen.

Ich wünsche euch alles Gute auf dem Weg!


3. Juni 2015

PuppenMITmacherei 2015: Auftakt und Einladung

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Naturkinder and Mariengold are hosting an online craft initiative called „Puppenmitmacherei“ which can loosely be translated as „doll making together“. We cordially invite you to join us and make a doll in company with hopefully many other wo/men in the doll making blogosphere. Starting in July, the initiative is taking place until December. Actually, we won’t work together step by step with the same tutorial but every participant will work on her/his own doll with a tutorial, patterns and material of her/his choice. We will meet online on the first Wednesday of every month to share the process on our blogs, Instagram or Facebook. And you can link your blog posts at Naturkinder then. For further details please see below (an online translator can be found here). If you want to join us, just drop me a line to hello@mariengold.net. All participating blogs will be collected at the end of this blog post. Looking forward to meeting you in the Puppenmitmacherei 2015!

Naturkinder und Mariengold laden euch ganz herzlich zur Puppenmitmacherei 2015 ein!

Die Puppenmitmacherei ist eine Aktion im Internet, bei der wir (also ihr und Caro und ich) gemeinsam Puppen nähen und darüber auf unseren Blogs berichten.

Wir machen keinen Online-Kurs! Das heißt, wir Veranstalterinnen leiten die Puppenherstellung nicht Schritt für Schritt an und wir werkeln auch nicht an den gleichen Puppen. Vielmehr bringen alle ihre Ideen mit, arbeiten mit selbst gewählten Anleitungen, Schnittmustern und Materialien an ihren eigenen Puppen und tauschen sich bei sechs thematischen Online-Dates mit den anderen Puppenmitmacher/innen im Internet aus.

Ablauf

Richtig los geht’s am 1. Juli. Ab dann treffen wir uns immer am ersten Mittwoch des Monats, erzählen von unseren Fortschritten, zeigen Bilder, tauschen uns aus, geben Feedback, freuen uns miteinander und machen uns Mut. Das große Finale ist für den 2. Dezember geplant, dann sollen die Puppen fix und fertig sein.

1. Juli: Ideensammlung
Bei unserem ersten Treffen geht es um Ideen und Inspiration. Habt ihr schon Erfahrung mit der Puppenmacherei? Wie stellt ihr euch eure Puppe vor? Möchtet ihr vielleicht etwas ganz Neues ausprobieren? Welche Puppen gefallen euch besonders gut? Könnt ihr Bücher, Anleitungen und Online-Tutorials empfehlen? Wo kauft ihr euer Material ein? Und ganz wichtig, wem wollt ihr mit eurer Puppe eine Freude machen? Erzählt es uns.

5. August: Vorbereitungen
Ihr wisst jetzt, was für eine Puppe ihr nähen möchtet. Anleitung,  Schnittmuster und Materialien liegen bereit. Denkt auch an die Arbeitsutensilien. Besorgt euch alles, was ihr zur Herstellung eurer Puppe braucht. Und macht die Nähmaschine fit. Denn bei unserem zweiten Treffen geht es direkt los und wir nähen die einzelnen Puppenteile.

2. September: Herstellung von Kopf und Körper
Bei unserem dritten Treffen nehmen wir gemeinsam die erste große Hürde und fertigen den Puppenkopf an. Wenn das geschafft ist, stopfen wir die Arme und Beine und nähen die Puppe zusammen.

7. Oktober: Gestaltung von Gesicht, Haaren und Details
Bei unserem vierten Treffen wird es noch einmal richtig kniffelig, denn es geht um das Sticken des Gesichtes. Danach bekommt die Puppe Haare und süße, kleine Details wie Bauchnabel, Popo, Ohren und worauf immer ihr Lust habt.

4. November: Anfertigung der Kleidung
Weiter geht es mit den Puppenkleidern. Bei unserem fünften Treffen stellen wir unter dem Schnurren der Nähmaschine und dem Klappern von Stricknadeln Kleidung für die Puppe her.

2. Dezember: Finale
Die Puppen sind jetzt fertig genäht und schön eingekleidet. Bei unserem sechsten und letzten Treffen präsentieren wir unser Werk, schauen – wenn ihr mögt – noch einmal zurück auf die letzten Wochen und freuen uns darauf, die Puppe endlich dem Menschen in die Arme zu legen, für den sie gedacht ist.

Vor zwei Jahren hat Caro übrigens schon einmal so eine Aktion mit einem ganz ähnlichen Programm gemacht. Hier könnt ihr nachlesen, wie das damals war.

Teilnahme

Die Puppenmitmacherei ist offen für alle Puppennähverliebten, ganz gleich ob vorher noch nie eine Puppe genäht habt, wenig, mittel oder viel Erfahrung mitbringt oder vielleicht sogar professionelle Puppenmacherinnen seid.

Was für eine Puppe ihr herstellt, könnt ihr frei entscheiden. Das kann eine klassische Waldorfpuppe sein à la Karin Neuschütz, eine Filzkopfpuppe wie Charlie Bo, eine Strickpuppe oder etwas ganz anderes sein.

Wenn ihr eure Puppenmacherei mit uns teilen möchtet, benötigt ihr natürlich einen eigenen Blog, Instagram-Account oder Facebook-Seite. Dort könnt ihr an den sechs Terminen zu den jeweiligen Themen schreiben und Fotos veröffentlichen. Wenn ihr via Instagram teilnehmt, taggt eure Fotos bitte mit #Puppenmitmacherei. Caro sammelt an diesen Tagen alle Beiträge bei Naturkinder, wo ihr eure Blogartikel ganz einfach mit einem Blogging Tool verlinken könnt. Dort könnt ihr dann auch sehen, was die anderen so machen und euch vernetzen, wenn ihr mögt.

Der oben beschriebene Ablauf dient übrigens nur der groben Orientierung. Werkelt, schreibt und fotografiert, ganz wie es euch gefällt.

Wir haben auch einen Banner für die Puppenmitmacherei gestaltet, den ihr gern für eure Blogs verwenden könnt. Ihr seht ihn in der Seitenleiste hier auf meiner Internetseite und könnt ihn hier für euch herunterladen.

Natürlich könnt ihr auch ohne Blog an unserer Aktion teilnehmen. Nur für euch. Auch schön.

Eine offizielle Anmeldung für die Puppenmitmacherei gibt es nicht. Ihr könnt mir aber gern an hello@mariengold.net schreiben, wenn ihr dabei seid. In den nächsten Wochen wird weiter unten in diesem Artikel eine Liste mit den Teilnehmer/innen entstehen.

Ausblick

Im Laufe der Puppenmitmacherei beantworte ich gern all eure Fragen rund um die Herstellung von Puppen. Dafür könnt ihr mir jederzeit an hello@mariengold.net schreiben. Zu jedem Termin wähle ich einige Fragen aus und beantworte sie hier auf meinem Blog.

Bei den Treffen selbst beantworte ich Fragen auch in den Kommentaren von Naturkinder.

Für den Juli plane ich wieder eine Sonderpreisaktion für meine E-Books zur Herstellung von Puppen und Puppenkleidung in meinen Webshops bei Dawanda und Etsy. Und ich werde auch meine Vorräte für Puppenbastelmaterial kräftig aufstocken. Falls ihr eure Puppe mit einer Anleitung und Material von Mariengold nähen möchtet. Mehr dazu in ein paar Wochen.

Vielleicht wird es im Oktober auch eine kleine Veranstaltung hier in Berlin zur Puppenmitmacherei geben. Dazu halte ich euch natürlich auf dem Laufenden.

Caro und ich freuen uns von Herzen auf euch und die Puppen in der Puppenmitmacherei 2015!

Puppenmitmacher/innen

19nullsieben
Amberlight
Annes Kinderkram
Barbaras Blumenkinder und Puppen Welt
Blaumarie
Blumenkinderwerkstatt
Coccinellids
Dukkah
Fairy & Snail
Farbenmärchen Puppen
für Elise handgemacht
Heather’s Welt
Isipopisi
Juffrouw Mier
Katja’s Wollrad
Kleene Trulla
kram sortieren
Kukalka
Mamarocks
MargaretesHandmadeBox
Mariengold
Märlimuus
Meeresrauschen
Mit Hand und Herz
Mosaic Magpie
My Waldorf Style Dolls
Naturkinder
Nina Hundertschnee
Ökolochic
Pigeon Blue & Powder
Puppenherz
Puppenstorch
Puppenwunsch
Rabenglück
Sans Domicile Fixe
Schäfchens Kreativstübchen
Schomburg Ingwersen
Stovchen
Till & Lilli
VergissmeinnichtKuss
Verpuppt
Vom Wiesengrund
Wollwesen
Woolbunnies
Zuckersüße Äpfel
uvm.

Wenn ihr auch dabei seid, schreibt gern an hello@mariengold.net.

Alle Beiträge von Mariengold zur Puppenmitmacherei findet ihr hier.


19. Mai 2015

FKK mit Charlie Bo (und endlichendlich mit Veröffentlichungstermin)

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Next week my friend Laura of 1000 Rehe and I will finally publish our first common e-book which is a detailed tutorial for the making of Charlie Bo, a doll with a needle-felted head and two brand new pieces of clothing! Join us on May 28th here with more details on the e-book and a drawing of course. We are looking very forward to meeting you then.

Im Oktober letzten Jahres war es, dass Laura von 1000 Rehe und ich zum ersten Mal über eine Zusammenarbeit sprachen. Komisch eigentlich, wenn man bedenkt, dass wir seit 10 Jahren miteinander befreundet sind und uns schon unser ganzes Puppenmacherinnenleben lang kennen.

Umso schöner, dass wir jetzt, in diesem runden Jubiläumsjahr unserer Freundschaft unser erstes gemeinsames E-Book veröffentlichen – und zwar kommende Woche am 28. Mai!

Wie es dazu kam

Gesichter erzählen Geschichten. Davon zeugen Worte wie Herzmund, Segelohren, Lachfalten, Rotznase, Denkerstirn, Adlernase, Schmollmund, Schwanenhals, Pausbacken, Tränensäcke, Mandelaugen, Mondgesicht oder Stupsnase.

Laura und ich lieben Geschichten. Sie ist Schauspielerin und arbeitet neben der Puppenmacherei als Clownin im Krankenhaus, ich bin ein Bücherwurm und schreibe selbst fast jeden Tag. Auf das Geschichtenerzählen verstehen wir beide uns also gut. Klar, dass wir irgendwann Lust hatten, unsere eher einfachen Stoffpuppen, insbesondere ihre Köpfe, detailreicher zu gestalten, um aus ihnen individuelle Charaktere mit einer eigenen Geschichte zu machen.

Also begannen wir mit verschiedenen Techniken zu experimentieren und landeten schließlich beim Filzen. Laura mit glühender Nadel und 1000 Ideen im Kopf und ich mit meiner Energie und Expertise, Freude an spannenden Konzepten und Lust auf ein neues Projekt. So entstand im Herbst 2014 die Idee, gemeinsam eine Puppe mit einem gefilzten Kopf zu entwerfen, ein E-Book mit der Anleitung für ihre Herstellung zu schreiben und einen ganz neuen Kurs hier in Berlin anzubieten.

Beflügelt von der Zusammenarbeit tüftelten wir nicht nur unsere eigene Methode zum Filzen von Puppenköpfen aus, sondern auch eine spezielle Häkeltechnik zur Herstellung von lockigem Puppenhaar, ein neues Schnittmuster für den Puppenkörper sowie Designs für Puppenkleidung und Schuhe.

All das hat uns riesigen Spaß gemacht und wir sind glücklich und stolz, euch heute endlich unsere Puppe vorzustellen, an der wir monatelang gemeinsam gewerkelt haben.

Die Filzkopfpuppe Charlie Bo

Am Anfang war Charlie Bo nur ein Kopf. Im Herbst 2014 hatten wir die Idee, zusammen einen Kurs anzubieten, in dem wir die Herstellung von gefilzten Puppenköpfen unterrichten wollten. Aus diesem Wunsch wurde schnell ein größeres Vorhaben, nämlich der Plan, ergänzend zu dem Kurs eine Anleitung zum Selbermachen zu verfassen. Aber warum nicht gleich viel größer denken?! So spannen wir die Idee weiter und beschlossen, zu dem Kopf noch einen Körper zu entwerfen, die zusammen unsere Filzkopfpuppe ergeben würden. Gesagt, getan: Hier ist Charlie Bo!

Besonders prägnant ist natürlich ihr Kopf. Im Vergleich zu eher einfachen Stoffpuppen ist er sehr detailliert ausgeformt und verfügt über Merkmale wie Hals, Wangen, Kinn, Augenhöhlen, Grübchen, Nase und Mund.

Charlie Bos Haar ist aus Locken vom Wensleydale Schaf. Die Augen sind gestickt und haben einen schönen Lidschwung. Der Mund und die Wangen werden mit einem wasserfesten Aquarellbuntstift gefärbt. Und Charlie Bo kann auch mit den Ohren wackeln!

Die Puppe hat einen schlanken, eher zarten Körper mit gut beweglichen Armen und Beinen, die von außen am Rumpf befestigt werden, einen leicht gewölbten Bauch, einen Po mit zwei runden Backen, auf denen sie frei sitzen kann, einen Bauchnabel, Brustknospen und Grübchen an Ellbogen und Knien. Die Hände und Füße sind mit Granulat gefüllt, damit sie etwas schwerer fallen.

Apropos Füße, die haben sogar eine Sohle und lieben Schuhe. Für sie haben wir Lederschuhe zum Schnüren entworfen, die perfekt sitzen und garantiert nicht verloren gehen. Charlie Bo trägt aber natürlich nicht nur Schuhe, sondern auch einen wandelbaren Overall, der sowohl Kleid als auch Hose sein kann.

Endspurt

Jetzt brauchen wir noch paar Tage für den Feinschliff. Clara ist in den letzten Zügen für das Layout der englischen E-Book-Version, danach stehen die Korrekturen an, die Texte für die Angebote in unseren Webshops müssen noch geschrieben und das große Finale auf Lauras und meinem Blog vorbereitet werden (Verlosung!).

Aber nächste Woche wird gefeiert: Am 28. Mai veröffentlichen wir unser Charlie Bo E-Book. Wir freuen uns auf euch!

Mehr zu unserem Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier.


22. April 2015

FKK mit Troddeln und Glitzerlaune

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Am Tag unseres letzten Treffens für die gemeinsame Arbeit an der Filzkopfpuppenanleitung schneite es. Am 31. März, keine fünf Tage vor Ostern. Gut, dass ich meine champagnerfarbene Glitzerstrickjacke und die Lieblingskette mit den bunten Troddeln anhatte! Laura schloss sich spontan an und schlüpfte in ihre altrosa Funkelstiefeletten. So brachten wir auch diesen dunkelgrauen Tag in Berlin zum Strahlen (von diesen Tagen gab es in der Zeit, als wir die Fotos für das E-Book machten, wirklich genug).

Trotzdem doof, dass das Licht so schlecht war. Denn es war der Tag, auf den wir monatelang hingearbeitet und auf den wir uns wahnsinng gefreut hatten. Unsere Puppe saß endlich fertig gefilzt, genäht und eingekleidet vor uns, die Anleitungsbilder waren im Kasten, die Texte fix und fertig. Und wir beide standen mit unseren Kameras mit tiptop aufgeladenen Akkus bereit, um unser Goldstück von allen Seiten zu fotografieren.

Was gar nicht so einfach war. Denn sogar Lauras lichtdurchflutete Wohnung mit den großen Fenstern Richtung Süden war an diesem Tag alles andere als eine geeigneter Ort für so ein wichtiges Shooting.

Wir machten das Beste draus, nahmen die Sache mit Humor, mixten uns einen feurigen Smoothie und zogen dann geduldig von Raum zu Raum, verrückten Möbel, drapierten Stoffe, probierten unterschiedliches Licht, drückten alle möglichen Knöpfe an unseren Kameras, fluchten manchmal ein bisschen vor uns hin, knipsten im Liegen, im Stehen, übereinander, nebeneinander, untereinander und hatten richtig viel Spaß. Schöne und eher mittelprächtige, tolle und lustige Bilder sind dabei entstanden. Am Ende des Tages saßen wir völlig erschöpft, aber glücklich auf Lauras Couch und machten noch ein letztes Selbstportrait mit Filzkopfpuppe. Das zeige ich euch beim nächsten Mal.

Ende nächsten Monats wird veröffentlicht, mit etwas Glück vielleicht schon früher! Von Lauras und meiner Seite sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Jetzt liegt es in anderen Händen. Clara beendet gerade das Layout für die deutsche Version. Erin steckt in den letzten Zügen für die Übersetzung ins Englische. Nächste Woche beginne ich mit dem Lektorat und Clara setzt noch die englische Version. Parallel dazu bereite ich das Angebot des E-Books und möglicherweise einer passenden Materialpackung in unseren Webshops vor und arbeite an weiteren Blogartikeln rund um dieses Projekt.

Anfang Mai lüften wir dann das Geheimnis des Namens unserer Filzkopfpuppe, stellen sie euch ausführlich vor und geben weitere Einblicke in unsere Zusammenarbeit. Den Veröffentlichungstermin können wir euch dann sicher auch sagen.

Im Moment aber schnaufen Laura und ich erst mal durch, halten die Nase in die Berliner Frühlingssonne und sammeln Bärenkräfte für den weiteren Weg Richtung Veröffentlichung und Kurse im Sommer.

Weitere FKK-Berichte findet ihr hier.


23. März 2015

FKK mit echtem Fotografen (und Smoothie-Notizen)

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Der Frühling hat Laura von 1000Rehe und mir einen gewaltigen Energiekick für unser Filzkopfpuppenprojekt gegeben. Als ich am Donnerstag die letzten Meter zu Laura spazierte, blinzelte ich fröhlich der Prenzlberger Morgensonne entgegen, lockerte mein Wolltuch, schob mir die Mütze aus der Stirn und reckte die Nase hoch in die Luft. Es ist so viel heller und wärmer jetzt. Die Luft ist samtweich und duftet herrlich frisch. Alles fühlt sich leicht an.

Bei Laura in der Wohnung dann großes Gewusel, Möbelrücken und Kaffeekochen. Der Fotograf ist da! Jo Jankowski, ein guter Freund von Laura, mit dem (und anderen Familien) wir vor 10 Jahren den Waldorfkindergarten Fliederhof in Mitte gegründet haben, war gekommen, um Bilder von unserer Zusammenarbeit zu machen.

Zwei Stunden blieb er und fotografierte uns beim Nähen und Stopfen, Texten und Besprechen, Lachen und Plaudern. Besonders komisch war die Situation, wenn Jo fotografierte, wie ich Laura fotografierte und seine Stimme wie aus dem Off Ansagen machte, wie wir uns bewegen und wohin wir schauen sollten. Zwischenzeitlich verlor ich natürlich total den Faden für die Anleitungstexte, die ich immer parallel zum Fotografieren schreibe. Und Laura verhaspelte sich ab und zu beim gleichzeitigen Posieren, Nähen und Quatschen und musste den ein oder anderen Arbeitsschritt zwei Mal machen. Aber es war ein sehr schöner, produktiver Vormittag inklusive riesiger Vorfreude auf Jos Bilder.

Laura und ich sind jetzt in den letzten Zügen der gemeinsamen Arbeit an der Anleitung. Ende März sind wir noch zwei Mal verabredet, hauptsächlich um Fotos für die Herstellung der Puppenkleidung zu machen. Klar, die Puppe braucht ja auch etwas zum Anziehen! Dafür habe ich schon vor Monaten etwas Schönes entworfen, das meine damalige Mitarbeiterin Karoline (die wunderbare Schneiderin) und ich als allerletztes gemeinsames Projekt umgesetzt haben. Und Laura tüftelt gerade an der Umsetzung einer lang gehegten Idee für die Puppenfüße.

Ja, es kribbelt gerade so richtig in unseren Händen und wir sind voller Tatendrang. Wenn unsere Treffen zu zweit an Lauras großem Tisch vorbei sind, gibt es immer noch genug zu tun, vor allem für mich allein an meinem Laptop. Dann werde ich den Rohentwurf für die Anleitung zum Abschluss bringen und an unsere Grafik-Designerin Clara und die Übersetzerin Erin übergeben, die bereits mit ihrer Arbeit begonnen haben. Was dann noch ansteht? Korrekturlesen, Planung der Veröffentlichung, Schreiben von Blogartikeln und Shoplistings und ganz sicher noch ein paar unvorhersehbare Dinge, die ich jetzt noch gar nicht auf dem Schirm habe.

Wie gut, dass es Pausen gibt! Und wie gut, dass Laura und ich unsere Smoothies haben, die uns bei Laune halten, wenn der Magen am späten Vormittag knurrt. Solche kleinen Snacks machen einfach glücklich und geben noch einmal ordentlich Kraft bis zur großen Mittagspause. Wir sind jedenfalls gerüstet!

Pausenglück Smoothie

Unsere Smoothies sind jedes Mal ein bischen anders, aber immer superlecker und gesund. Wir mixen einfach zusammen, was Lauras Küche so hergibt und wonach uns gerade ist. Letzte Woche war das:

1/2 Avocado
1/2 Birne
1/2 Banane
1/2 Orange
1/2 Möhre
Ein paar Blätter Rucola
1 kleines Stück Ingwer
1 EL Mandelmus
1 TL Leinsamschrot
1 Schuss Mangomark
Je 1 Prise Zimt, Kardamom und Kurkuma
Reis-Kokos-Drink (z. B. von Provamel, den lieben wir beide)

Das Obst und Gemüse ggf. schälen, klein schneiden und in einen circa 500 ml großen Mixbecher geben. Mandelmus, Leinsamschrot, Mangomark und Gewürze hinzufügen und mit Reis-Kokos-Drink aufgießen.

Gut mixen. Laura hat dafür einen Personal Blender, ich einen Hochleistungsmixer von Bianco, mit dem es noch cremiger wird.

So oder so: Hoch die Gläser und genießen!

Weitere FKK-Berichte findet ihr hier. Mehr Rezepte hier.