20. April 2015

Mariengold #4: Ein Fanzine für Puppenliebe

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Anfang des Jahres habe ich hier auf meinem Blog eine vierteilige Reihe begonnen, in der ich den Menschen, die ganz neu zu Mariengold gefunden haben, die einzelnen Bereiche meiner Arbeit genauer vorstelle. Den Anfang machte mein Angebot zur Herstellung von selbstgenähten Stoffpuppen, sozusagen das Puppenglück aus eigener Hand. Es folgten die Puppen à la Carte, die ich für euch herstelle, dann das Werkeln unter Puppennähverliebten in meinen Kursen. Heute, im letzten Teil dieser Reihe, geht es um mein Herzensprojekt, meinen Blog. In diesem Sinne, Willkommen bei Mariengold!

Seit 9 Jahren blogge ich jetzt schon. Das ist etwas länger, als es Mariengold gibt. Angefangen habe ich 2006 mit einem kreativen Tagebuch namens Marigold bei Blogspot. In dieser Zeit eröffnete sich mir eine ganz neue, aufregende und wunderbare Welt der unbegrenzten Möglichkeiten und inspirierenden Begegnungen, in der ich später meinen Platz als professionelle Puppengestalterin fand.

Meine selbst erschaffene Arbeit kann ich mir ohne das Internet gar nicht vorstellen. Ohne das Schreiben auch nicht. Deshalb blogge ich von Herzen gern.

Der Mariengold Blog

Mit dem Bloggen verbinde ich meinen Beruf und das, was ich am liebsten tue, nämlich schreiben. Dabei ist es mir eigentlich gleich, worüber ich schreibe. Die richtigen Worte zu finden und einen guten Text zu verfassen, macht mir einfach riesig Freude.

Im Großen und Ganzen gibt es hier zwei Arten von Artikeln:

Bei den einen geht es ganz allgemein um Puppen und Puppenmacherei. Dazu gehören zum Beispiel die Buchrezensionen, in denen ich Geschichten mit Puppen und Anleitungen zur Herstellung von Puppen und Puppenkleidung bespreche, die Fundstücke, in denen ich schöne Dinge und gute Ideen aus der Welt der Puppenmacherei im Internet vorstelle, kleine DIY-Projekte zum Selbermachen, Tipps und Tricks für die Puppengestaltung sowie Portraits über Leute, die mich inspirieren.

Die anderen drehen sich im weitesten Sinne um Mariengold. In diesen Artikeln erzähle ich über den Alltag in meinem Atelier, stelle meine Puppen vor, schreibe über meine E-Books und Anleitungen sowie das Material zum Selbermachen von Puppen, halte euch über meine Kurse auf dem Laufenden, berichte von unserem Puppenkünstlerinnenkollektiv 8Hände und über die Zusammenarbeit mit anderen Kreativen, aktuell das Filzkopfpuppenprojekt mit 1000 Rehe.

Mein Schreibstil ist offen, lebendig und warmherzig. Anders kann ich, glaube ich, gar nicht schreiben. Ganz besonders persönlich sind meine Glückslisten (die mag ich am liebsten), die Einblicke und Ausblicke mit Gedanken zu meiner Arbeit und Entwicklung als Puppengestalterin und meine Reiseberichte von unterwegs. Diese Impressionen aus meinem Leben sind es auch, die ihr am meisten mögt und die mir immer ganz viel E-Mail-Post bescheren.

Die Redaktion? – Das bin ich.

Als ich vor 9, 10 Jahren mit dem Puppennähen begann, gab es nur eine Handvoll Blogs von Puppenmacherinnen; für mich waren das die Puppenwiege (die jetzt leider geschlossen ist), die Puppenliesl und Allerleipuppen (meine größte Inspiration damals). Mittlerweile aber gibt es eine richtige Blogosphäre zu dem Thema. Diese Blogs sind meist persönliche Tagebücher, in denen es um Handarbeit, alltägliche Dinge, die Familie und die Natur geht und natürlich die neuesten Puppen gezeigt werden.

Was ich mir immer gewünscht habe, war ein Online-Magazin über Puppengestaltung, persönlich geschrieben und journalistisch aufbereitet, mit einem einzigartigen Konzept, vielseitigen, interessanten Beiträgen und einem frischen Design. Und weil es so etwas noch nicht gibt, versuche ich es einfach selbst, hier auf und mit meinem Blog. So ein Projekt braucht natürlich Zeit, viel Zeit, Know-How, Mut und Ideen. Mir macht das wahnsinnig viel Spaß. Wohl auch, weil ich immer auch gern als Journalistin arbeiten wollte.

Für meinen Blog habe ich vor einiger Zeit ein Konzept entworfen, das ich laufend aktualisiere und nach Lust und Laune weiterentwickele. Dafür nehme ich mir ein, zwei Mal im Monat ein paar Stunden Zeit. Dann sammle ich Ideen für Artikel, mache einen groben Plan für die Beiträge der nächsten Wochen, fertige erste Skizzen an und beginne mit dem Texten, suche Fotos zusammen und überlege mir passende Bilder, schreibe Briefings für Clara, die z. B. die Collagen für die Fundstücke gestaltet, recherchiere Material für spätere Artikel, fordere Rezensionsexemplare für Buchvorstellungen an, denke mir Überschriften aus und schmiede Zukunftspläne wie gerade für den Puppen Make-Along mit Naturkinder im Herbst.

Zur Zeit erscheinen pro Woche drei Artikel auf meinem Blog, von denen immer einer über die Puppe für den Sofortkauf am Freitag ist. Das Schreiben erledige ich eher nebenbei, das heißt, es gibt keine festen Zeiten. Am liebsten aber schreibe ich nachmittags nach vollendetem Tagwerk. Wenn ich einmal angefangen habe, komme ich in der Regel gut in Schwung und arbeite dann meistens an mehreren Beiträgen gleichzeitig. Mindestens eine Stunde Zeit investiere ich in jeden Artikel, meistens mehr.

Aber eigentlich ist das Schreiben (nicht nur für den Blog) die einzige Tätigkeit für Mariengold, bei der ich nicht auf die Uhr schaue. Ich kann die Zeit dabei so richtig schön vergessen, genieße Momente des Flows und denke auch nicht über das Thema Geld nach. Herrlich.

In Zukunft möchte ich meinen Blog weiter zu einem Online-Magazin für Puppengestaltung ausbauen, nichts Großes, einfach ein Ort, der anderen Puppenverliebten und mir Freude bereitet. (Ich träume auch von einer kleinen Redaktion und der Zusammenarbeit mit Gastautorinnen und -autoren.) Wenn alles gut geht, werde ich in diesem Jahr endlich richtig Leben in mein langjähriges Herzensthema Puppen als Spiegel der Seele hier auf dem Blog bringen, eine Interviewreihe mit Menschen beginnen, die direkt oder im weiteren Sinne mit Puppen und Puppengestaltung zu tun haben, und eine Frage-Antwort-Kolumne entwickeln.

Bloggen tut mir einfach gut. Ich mag es, zu schreiben und zu fotografieren und erzähle gern Geschichten aus meinem Leben als Puppengestalterin mit allen Höhen und Tiefen und Widersprüchen. Ich schreibe aus dem Bauch heraus und ehrlich, auch wenn es mir gerade nicht so gut geht. Und ich zeige den Menschen (und mir selbst) lieber den Silberstreif am Horizont oder das Licht, durch den den Riss hereinkommt. Das mag ich an meinem Blog und an meinem Schreiben.

Vielen Dank, dass ihr so gern hier mitlest. Das bedeutet mir sehr viel.

Dieser Blog ist für euch. Feedback, Anregungen und Fragen an hello@mariengold.net sind Willkommen.


30. März 2015

Briefe (schreiben)

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Briefe, die die Welt bedeuten. Das beste Buch für den längsten Winter.

Der allererste und schönste Briefroman, den ich gelesen habe. Immer wieder. Bald gebe ich ihn an meine Tochter weiter, die Bücher genauso liebt wie ich.

Wenn das Leben einem Rätsel aufgibt, könnte man vielleicht ihm schreiben.

„Folded Notes + Love Notes, Junior-High Style“ von Hey Jen Renee.

Ein wunderhübscher Füllhalter (in der Farbe Palladium!).

Mein Lieblingsstift.

Mein liebster Goldstift.

Mein liebster Lippenstift (für Kussmund-Grüße).

„Paper Heart Decoration“ von Sausage Jar.

Okkas Briefe an ihre Tochter Fanny. Und das tolle Buch, das daraus entstand.

Die schönste Papeterie in Berlin gibt es hier. Hier. Hier. Und hier. Und natürlich hier.

Ich wünschte, es gäbe die Briefe, die er in diesem Film für andere schreibt, als Buch. (So einen Brief von Theodore würde ich auch gern mal bekommen.)

Auch die Heldin dieser Geschichte schreibt Briefe für andere Menschen. Lily Brett ist eine meiner liebsten Autorinnen. (In dem Buch geht es außerdem um polnische Fleischbällchen, was das Buch irre komisch gemacht – was habe ich gelacht!)

„27 Letters More“ von Tisha Pletcher.

Vor einigen Jahren hatte ich gleich drei Brieffreundinnen aus Finnland und habe die allerschönste Post meines Lebens verschickt und erhalten. Hier findet man Menschen aus aller Welt zum Briefeschreiben.

„Ein Brief an mein jüngeres Ich“ von Berlin Mitte Mom.

Noch zwei Bücher fürs Herz: „Liebesbriefe großer Männer“ und „Liebesbriefe großer Frauen“.

„30 Mini-Love Notes For Valentines Day … Or Any Day“ von Alexandra Franzen.

„50 Ways To Say You’re Awesome“ von Alexandra Franzen.

„How To Write To Someone You admire & Become Their BFF (And Why Maybe … You Shouldn’t)“ auch von Alexandra Franzen. Ich liebe ihre Texte.

Meine Lieblingspostkarten aus dem Internet: Karindrawings, Wsake, Ruth Gimpel, Hello Peterson und Simone Cornel.

 The Words Are In My Mind.


2. Dezember 2014

12 Knaller-Texte übers Schreiben

„How to Put Your Writing in Public“ von Leo Babauta für Zenhabits

„Patti Smith on Wrting Poems“ von Dazed Digital

„The Creamy Kung Foo of Writing True Stories“ von Laurie Wagner für 27Powers

„Bessere Texte für Online-Medien: So geht’s“ von Ricarda Kiehl für Edition F

„Write From a Full Cup“ von Alexandra Franzen

„The Best Time to Write and Get Ideas“ von Kevan Lee für Buffer

„How to Write“ von Erin Loechner für Design for Mankind

„Eins .“ von Alma Clausen für wirdklar

„What It Takes to Be a Writer“ von Elizabeth Berg für Penguin Random House

„Mit dem Herz in der Hand“ von Sabrina Gundert für Newslichter

„The Creative Process of an Oscar-Winning Screenwriter“ von Omar Kardoudi für Sploid

„Write Like a Motherfucker“ von Cheryl Strayed für The Rumpus