5. November 2019

Neuauflage: „Biegepüppchen selbst gemacht“ von Cristina Cevales-Labonde

Eins meiner Lieblingsbücher zum Puppenmachen ist „Biegepüppchen selbst gemacht“ von Cristina Cevales-Labonde, das ich vor sechs Jahren schon einmal ausführlich hier vorgestellt habe. Das Buch ist ein großer Erfolg und erschien vor Kurzem in einer erweiterten Neuauflage – und natürlich darf es nicht in meiner Sammlung fehlen!

Beim Durchblättern spürte ich gleich wieder, wie sehr mir das Buch mir am Herzen liegt. Die vielen stimmungsvollen Bilder, die ausführlichen Texte, die Geschichten und kleinen Details, das übersichtliche Layout, der warme Ton und die herzliche Ansprache der Leserinnen und Leser, alles ist liebevoll, sorgfältig und solide gestaltet. An Neuigkeiten gibt es mehr und bessere Abbildungen, weitere Figuren aus den Kulturen der Welt, Tiere, Accessoires und Zubehör sowie Ergänzungen zu den Reparaturen. Es wirkt wieder alles sehr rund und stimmig und lädt zum Träumen und Werkeln ein. Was mich besonders berührt, ist das neue Titelbild (obwohl ich das alte auch sehr mochte), da es die Schönheit und Bedeutung des friedlichen Miteinanders von Menschen in all ihrer Vielfalt ausdrückt. Dass Musik hier das verbindende Element darstellt, finde ich ebenfalls sehr gelungen.

Um mehr zu erfahren, stellte ich der Autorin ein paar Fragen:

Wie kam es zu dieser erweiterten Neuauflage?

Mein Lektor, Herr Martin Lintz vom Verlag Freies Geistesleben & Urachhaus, kam auf mich zu.

Welche Ergänzungen waren Ihnen wichtig?

Abgesehen von vielen neuen und besseren Fotos, die sich aus der Arbeit in den letzten Jahren ergeben hatten, wollte ich in der neuen Auflage besonders auch einige Kulturen aufleben, sozusagen als Vertreter für die vielen Völker und Minderheiten auf der Erde. Von klein auf haben mich andere Völker immer fasziniert. Ihre Andersartigkeit fand ich spannend und dachte dabei oft an einen Strauß Blumen. Die Schönheit und Lebendigkeit entsteht ja gerade aus der Vielfalt und den Unterschieden heraus. Da für mich jede Blume einzigartig ist, konnte ich mir so eine Welt wünschen, in der die Menschen nebeneinander und miteinander leben, mit Toleranz und Respekt und ohne Bewertungen und Vorurteile. So gesehen sind meine Püppchen also ein politischer Beitrag.

Worin sehen Sie den besonderen Wert dieser kleinen Biegepüppchen?

Sich mit etwas zu verbinden, ist für mich die Basis für Vertrauen, Zuneigung und später für Verantwortung. In einer Zeit, in der wir oft überflutet werden mit Eindrücken, Infos und Materialien, ist die Liebe zu etwas der Anfang. So ist es für mich gar nicht so sehr wichtig, mit was sich die Kinder (und Erwachsenen) schlussendlich verbinden, ob es meine Püppchen sind oder etwas anderes. Wichtig ist der Anfang, dass wir uns überhaupt mit etwas beschäftigen, uns gemeinsam freuen und die Früchte der gemeinsamen Arbeit lieb gewinnen. Wie war die Stimmung miteinander? Was haben wir uns erzählt, worüber haben wir zusammen gelacht? Das finde ich wichtig. Und so ist es auch mit meinen Püppchen. Sie selbst herzustellen, sich mit dieser eigenen Puppe zu verbinden, kann viel Freude schenken. Es kann helfen, den Trubel um uns herum zu entschleunigen, weil wir uns Zeit nehmen für etwas, das wir selber herstellen, und eine Beziehung aufbauen.

Was schätzen Sie am Puppenmachen?

Wie verschieden die Puppen werden, finde ich spannend. Es sind wirklich alles kleine Unikate! Und wie kreativ wir sein können, wenn wir mit unterschiedlichen Stoffen und Haarfarbe usw. umgehen. Auch Kleinigkeiten, dass etwa nur ein winziger Stich an den Augen oder am Mund den ganzen Ausdruck verändern kann.

Welche Figur aus Ihrer Sammlung mögen Sie am meisten?

Zu Beginn meiner Beschäftigung mit den Puppen dachte ich, der feste Puppentrikot wäre praktischer. Dieser etwas dickere Stoff ist auch wirklich der einzige, der nie an den Händen und im Gesicht kaputt ging. Doch von Nahem betrachtet haben diese Puppen eine etwas grobere, aufdringliche Haut. So sind meine Lieblingspüppchen mehr die, deren Gesicht fein und fast glatt erscheint, wie etwa der Max auf Seite 18, die kleine Mila auf Seite 113 oder das Lieschen auf Seite 162. Der Nachteil ist allerdings, dass der weiche Trikotstoff empfindlicher ist. Von den Proportionen und vom Ausdruck her mag ich vor allem die kleinen Kindermodelle.

Bieten Sie Ihre Püppchen eigentlich auch zum Verkauf an? Und wie ist es mit Kursen?

Meistens entstehen die Puppen mit einem speziellen Auftrag. Dann planen wir zusammen den Stoff, die Farben und die Größe. Ich habe eigentlich nur selten welche da, die sozusagen übrig sind. Wir haben oft mit Eltern aus dem Kindergarten für Weihnachten, jeder für sich selbst privat oder für den Bazar, gebastelt. Kurse gebe ich auf Anfrage auch.

Vielen Dank, liebe Cristina, für dieses Interview und – von Puppenmacherin zu Puppenmacherein – weiterhin ganz viel Freude bei Ihrem Schaffen!

Cristina Cevales-Labonde: Biegepüppchen selbst gemacht, Verlag Freies Geistesleben, ISBN: 9783772529351, 26 Euro.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken,Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


20. Dezember 2017

Monikas Puppen (Have yourself a merry little Christmas)

Puppen und Weihnachten gehören schon immer zusammen. Dieses Fest der Liebe ist wie gemacht für besondere Geschenke, die zeigen, was uns wirklich wichtig ist. Solche Geschenke müssen überhaupt nicht groß oder viele an der Zahl sein. Vielmehr geht es darum, präsent zu sein und von Herzen zu geben. Eine selbstgemachte oder sorgsam ausgewählte und gekaufte Puppe steht für viele Schenkende genau dafür, was sie den Kindern am meisten wünschen: Liebe und Verbundenheit unter den Menschen. Denn Weihnachten, das heißt auch, zu spüren, dass in der allerdunkelsten Zeit immer irgendwann die Hoffnung und das Licht geboren wird.

Davon erzählt auch das kleine Tagebüchlein „Monikas Puppen“, das mir Claudia, Monikas Tochter und eine liebe Leserin, zur Verfügung gestellt hat. Darin erzählt Monika, 14 Jahre alt, auf eindrückliche und bewegende Weise von Weihnachten im Krieg und wie es ihr gelang, in dieser harten Zeit ihren kleinen Geschwistern eine Freude zu machen.

Mit den folgenden beiden Auszügen aus dem Buch möchte ich mich auch von Herzen für ein wunderbares Blog-Jahr voller Puppennähliebe bedanken, ganz besonders bei Claudia, die mir erlaubt hat, Monikas Geschichte hier zu teilen. Das ist mein, das ist unser Weihnachtsgeschenk für euch. Genießt das Lesen und freut euch an dem Frieden, in dem wir leben dürfen.

Kriegsweihnachten 1944

In keinem Geschäft ist ein Geschenk, nicht ein einziges Stück Spielzeug aufzutreiben. Was aber ist ein Weihnachten ohne „Schenken und beschenkt werden“? Wir Erwachsene können uns ja mit dieser Notlage abfinden, aber die Kleinsten, die vielleicht noch nie ein eigenes Püppchen, ein eigenes Pferdchen besessen haben und sich das ganze Jahr auf das Weihnachtsfest gefreut haben, sollen diese nun enttäuscht werden? Ich habe noch vier jüngere Geschwister, drei Mädel, ein Junge. Und auch bei uns war acht Tage vor Weihnachten noch kein einziges Geschenk vorhanden. Die Mutti krank, der Vati beruflich zu sehr in Anspruch genommen, sich um etwas zu kümmern. Hätten wir doch wenigstens für unser Nesthäkchen eine kleine Puppe. „Mach selbst eine“, damit gab mir Vati eine Anregung, aber nichts weiter.

Diese kleinen Karlinchen mit den gestickten Gesichtern finde ich abscheulich. Nach vielem Probieren entstand schließlich ein Püppchen ohne Stickerei und ohne Naht im Gesicht mit lustigen großen Kugelaugen. Obwohl die Anfertigung nicht allzu leicht war und auch viel Zeit erforderte, machte es mir doch sehr viel Freude. Ich fertigte 1944 für meine Geschwister vier Puppen an. Weihnachten 1945 hätte ich hundert und noch mehr arbeiten können, aber es fehlte am Material und vor allem an der Zeit. In achtwöchiger, ununterbrochener Tag- und Nachtarbeit entstanden ungefähr 60 bis 70 Puppen. Ich habe dann noch ein junges Mädel eingestellt, auch unser Lehrmädel macht oft mit Überstunden bis Mitternacht und noch länger, sonst hätte ich es nicht geschafft. Für meine Geschwister entstanden die Weihnachtspuppen noch in der Christnacht.

Während der Feiertage habe ich nur geschlafen und – gegessen.

Puppe Peterle

Diese Puppe ist für größere Kinder gedacht. Sie ist etwa 32 cm hoch.

1. Für den Kopf forme ich zuerst aus zwei bis drei großen Zeitungsbogen eine Kugel, diese überziehe ich mit dünnem Stoff (alte seidene Strümpfe, Wäschestoff oder ähnliches).

2. Nun nähe ich Wattebäuschen als Kinn und Bäckchen an, einen Wattestreifen für die Stirn. Für das Näschen überziehe ich eine Perle oder einen kleinen Knopf mit Watte und nähe auch diesen an.

3. Über das ganze ziehe ich nun nochmals eine dünne Watteschicht, damit die Konturen nicht zu scharf heraustreten. Zuletzt überziehe ich das Köpfchen mit fleischfarbigem Charmeuse.

4. Für die Augen habe ich mir kleine weiße Knöpfchen mit braunem Rand besorgt, die ich mit Fahrradlack bemalte. Später erhielt ich diese Art Knöpfe nicht mehr und musste mir mit glattweißen Knöpfen helfen. Wangen, Mund und Augenbrauen habe ich mit Temperafarben aufgemalt.

5. Für die Haare habe ich mir Flachs besorgt. Davon lassen sich gut Zöpfe flechten.

6. Am Körper führe ich zuerst die Abnäher aus, dann nähe ich die beiden Teile zusammen. Zum Stopfen verwenden ich Kapok. Zum Schluss muss ich den oberen Halsrand einhalten. Arme und Beine werden ebenfalls gefüllt und ausmodelliert, damit die Formen gut herauskommen.

7. Die Beine werden kurz über den Abnähern, die Arme direkt am Abnäher mit festem Garn in etwas schräger Lage fest angenäht, damit sie beweglich werden. Zum Schluss den Kopf, in vorderer Mitte beginnend, zweimal ringsum fest annähen.


28. November 2017

Wieder ein Tag mit Okka

Zwischen unseren ersten beiden Treffen lagen vier Jahre, drei Monate, ein paar Tage, einige Brief und Überraschungspäckchen, unzählige E-Mails und viele guten Gedanken. Okka ist mein erster und einziger Internet-Crush, ihrem Blog Slomo bin ich treu wie keinem anderen. Wie es dazu kam, dass ich eines Tages im Juli 2013 mit meinem Handwerkszeug und vor Aufregung wild auf und ab hüpfendem Herzen vor ihrer Tür stand, weiß ich nicht mehr. Aber ich weiß noch, dass sie auch aufgeregt war und viel zu viel für uns gebacken hatte.

Okka war genau so, wie ich sie mir vorgestellt hatte, und ich habe sie vom ersten Moment an wahnsinnig gemocht. Einen ganzen Tag verbrachten wir miteinander, um für ihre Tochter Fanny, damals drei Jahre alt, eine Puppe zu nähen. Dabei quatschten und lachten wir wie zwei Teenager und als am Nachmittag ihr Mann und die Kleine plötzlich in der Küche standen und Okka ihr sichtlich bewegt die Puppe in die Arme legte, wusste ich, dass dieser Tag für immer einer meiner liebsten sein würde.

Mit einer einzigen leibhaftigen Begegnung hatten wir unsere virtuelle Neugier aufeinander in eine Freundschaft mit echter Verbundenheit verwandelt. Dass wir uns erst Jahre später wiedersehen würden, machte uns nichts aus, denn wir hielten Kontakt und fühlten einander nahe. (Nahe sind sich übrigens auch Fanny und Lotte, die damals angefertigte Puppe, deren Kleidung, die ab und zu von Salut dem Bären getragen wird, es sogar in Okkas aktuelles Buch „Herdwärme“ schaffte). Als Okka wieder Mutter wurde, war klar, dass wir unseren Puppennähtag wiederholen würden. Auch Hedi sollte eine selbstgemachte Begleiterin bekommen.

Und so trafen wir uns im Oktober 2017 wieder in Okkas Küche. Wieder war es warm und gemütlich, wieder redeten wir, als ob es kein Morgen gäbe, wieder spürte ich bei ihr diese Dankbarkeit und Bewegtheit, die auch mich berührten und glücklich machten. Überhaupt hat mich an diesem Tag am meisten beeindruckt, wie unglaublich gerade heraus Okka ist. Sie traut sich, sich und ihre Gefühle zu zeigen, himmelhohe Freude, Begeisterung, Enttäuschung, Nachdenklichkeit, Tränen der Rührung. Vielleicht macht sie das verletzlich, aber es schafft auch Nähe und Vertrautheit und lässt einen sehr, sehr wohl fühlen in ihrer Gegenwart. Das ist auch in ihren Texten spürbar. Okka besitzt die wunderbare Gabe, dem Leben poetisch zu begegnen. Sie ist offen und wach und hat keine Angst, sich berühren zu lassen. Das ist, was ich am meisten an ihr schätze, bewundere und liebe. Deshalb habe ich sie so gern.

Bald sehen wir uns wieder.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


30. November 2016

Interview: „I want them to feel created, not just sewn.“

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Wenn mir Dinge etwas bedeuten, sie mir Freude schenken und mein Herz ansprechen, dann interessieren mich immer auch die Menschen dahinter. Jess Brown ist so ein Mensch. Sie ist die Designerin der Rag Dolls, die Caro von NATURKINDER und ich in der diesjährigen PuppenMITmacherei anfertigen.

Es schwingt viel mit von Jess in ihren Puppen, dem DIY-Buch und den Geschichten von Lulu & Pip und Kiki & Coco in Paris. Ich wußte gleich: Diese Frau hat ein feines Gespür für Kinder und Kindheit, einen unverwechselbaren Sinn für das Schöne sowie Herz und Hand für jedes kleinste Detail und das große Ganze. Ich bin ein großer Fan und freue mich sehr, dass sie sich Zeit für ein kleines Interview genommen hat.

What is your background as an artist? How did you get to doll making?
My background is actually in teaching. I studied early childhood development and worked for 11 years in that field. I specialized in the Reggio Emilia approach which was very hands on. I was very drawn to creating inspired and sophisticated art and toys for children.

How does a typical Jess Brown rag doll look like? And how does it feel to play with it?
The jess brown rag dog definitely has a signature look which has remained unchanged since I created the pattern nearly 18 years ago. Very long and lanky limbs, a spoon shaped head with embroidered star eyes and a felt heart shaped mouth. The hair is reclaimed sweater sewn tight to the head in a bob style. The dolls I create are stuffed with a corn fiber. The stuffing I use is a bit dense and gives the doll a sturdy feeling. I think these qualities make the dolls timeless, not trendy.

What makes a doll a valuable toy for you?
I think that our dolls are a valuable toy because each one is made with such care and intention. I think that both children and adults recognize that. The doll then gains its truest value once it finds its home. A child connecting with the doll is priceless.

Do you have a special tip for doll making? What are the aspects you pay attention to the most when making a doll?  
The biggest tip I have for doll making is to have patience with yourself. Don’t worry about following rules. Trust your instinct and be patient as the doll unfolds. This keeps the process special. You can feel it in the finished work. For me, I pay most attention to the face as that’s the part I think most people connect to first. I also spend quite a bit of time and thought on the outfits. I want them to feel created, not just sewn.

How will it go on with your dolls in the future?
I’m not sure. I take each moment as it comes. The dolls bring so much joy to the people who buy them. I can’t imagine not continuing to have that in my life.

Thank you, Jess, for all your inspiration.

© Bilder Jess Brown Design

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)


11. April 2016

Interview: „Aber Geduld und gute Nerven habe ich zum Glück!“

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Iris von Rosenrot und ich schicken schon seit einigen Jahren E-Mails zwischen Freiburg und Berlin hin und her. Wir sind ungefähr zur gleichen Zeit mit unserer Puppenmacherei ins Internet gegangen, haben uns gegenseitig Mut gemacht und unterstützt und über die Jahre begleitet, was die andere macht. Mit einem Körbchen voller Erdbeerkinder zur alljährliche Kofferte hat Iris Anfang März den 10. Geburtstag ihres Labels gefeiert. Mariengold gratuliert ganz herzlich!

Iris ist aber nicht nur bekannt für ihre wunderschönen Jahreszeitentischfiguren, Wichtelkinder, Blumenkinder und andere Püppchen, sondern sie gibt in ihrer Rosenrotwerkstatt auch Puppennähkurse für Kinder, zu denen die Familien auch schon mal aus ganz Deutschland anreisen. Klar, dass auch sie Teil meiner Interviewreihe zum Puppennähen mit Kindern sein sollte!

Liebe Iris, bitte stell dich und deine Arbeit als Puppenmacherin kurz vor.
Seit über zehn Jahren arbeite ich als Puppenmacherin und das Label Rosenrot ist mir zur Herzenssache geworden. Bevorzugt nähe ich kleine Puppenkinder und Blumenkinder für den Jahreszeitentisch. Ich entwerfe auch Anleitungen zum Selbermachen und gebe seit sieben Jahren Nähkurse für kleine und große Schneiderleins.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Puppennähkurse für Kinder zu veranstalten?
Ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht mehr so genau. Ich weiß nur noch, dass ich mit einer kleinen Dreiermädchennähbande aus der hiesigen Waldorfschule begonnen habe, Kurse zu geben, und es mir so viel Spaß gemacht hat, dass ich dabei geblieben bin. Zuerst kamen die Kurskinder vor allem aus Freiburg und dem Umland. Als ich dann bekannter wurde, kamen auch Familien von weiter weg, die ihren Urlaub in der Nähe verbrachten, und diesen mit einem Kurs in der Rosenrotwerkstatt verbanden. Ich habe das große Glück, in einer Umgebung zu leben, wo andere gerne Urlaub machen. Kindern Handarbeit mit natürlichen Materialien zu vermitteln, war und ist mir ein großes Anliegen. Kinder sind nach einem Puppennähkurs so glücklich und beseelt, wie es eben nur Kinder sein können. Sie halten das eigen hergestellte Püppchen so stolz und glücklich in ihren Händen. Das wiederum erfüllt mich mit Glück und Zufriedenheit. Es ist so herzerfrischend und erfüllend, mit Kindern in gemütlicher Atmosphäre zu nähen.

Bitte erzähle ein bisschen von deinen Kinderkursen.
Die Puppennähkurse sind für Kinder von 8 Jahren an gedacht. Bei einem Mutter-Kind-Kurs darf ein Kind auch mal 6 Jahre alt sein. Das hängt dann jedoch auch sehr von der feinmotorischen Begabung und der Ausdauer des Kindes ab. Ich hatte schon Zwerge mit 7 Jahren hier in der Werkstatt, die konnten geschickter ein Fädchen einfädeln als ein 12 jähriges Schneidermädchen. Die Kurse finden in einem kleinen, gemütlichen Rahmen statt. Das ist mir sehr wichtig. Meist habe ich nur vier bis fünf Kinder je Kurs. Das ist vielleicht nicht so lukrativ, aber dafür entspannt. Die Kinder kommen meist aus Freiburg oder der weiteren Umgebung zu mir, deshalb bereite ich die Kurse so vor, dass sie ein fertiges Puppenkind mit nach Hause nehmen können. Zwischendurch gibt es eine kleine Pause, bei schönem Wetter im Garten unterm Apfelbaum. Dann wird fleißig weitergenäht, denn der Zeitplan ist doch recht straff. Man denkt gar nicht, wieviele Fädchen man einfädeln muss und wieviele kleine Stichlein notwendig sind, bis so ein kleines Puppenkind fertig ist. Die Kinder arbeiten sich von den einfachen Formen der Wichtelwaldkinder, Weidenkätzchen, Kokosbabys, Blaubeerbübchen und anderen kleinen Blumenkinderbabys zu den aufwändigeren Projekten wie Meerjungfrau und frechen Mädchen oder Jungs vor. Da gibt es ein Mädchen, Linda, die ist inzwischen 16 Jahre alt und kommt schon so lange und regelmäßig zum Kurs, dass sie schon über 30 Püppchen genäht hat. Und sie will bald wieder kommen!

Was gefällt dir am besten an der Arbeit mit Kindern? Und was ist die größte Herausforderung?
Mit Kindern zu arbeiten und zu nähen ist so lebendig, lustig und bereichernd. Kinder gehen so offen und locker ans Nähen und freuen sich über jeden Entstehungsschritt ihres kleinen Puppenkindes. Sie können so konzentriert und ernsthaft bei der Sache sein. Es ist eine Freude zu beobachten, wie vertieft die Kinder bei manchen Arbeitsschritten sind. Natürlich gibt es auch Herausforderungen: Wenn alle Schneiderleins gleichzeitig nach mir rufen, alle gleichzeitig ein Problem haben, die Fädchen einfach nicht ins Nadelöhr wollen oder die Knötchen nicht Knötchen sein wollen, dann bräuchte ich manchmal mindestens vier Hände. Die habe ich nun nicht, aber Geduld und gute Nerven habe ich zum Glück!

Vielen Dank, liebe Iris, für deine Antworten. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude in der Rosenrotwerkstatt!

Mehr zum Thema Puppennähen mit Kindern findet ihr hier.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)