3. Juni 2019

Der Puppennäh-Himmel auf Erden (Landpartie Mai 2019)

Als Laura und ich vor drei Jahren auf die Suche nach einem Seminarhaus für unsere Landpartie gingen, ließen wir uns von unserem Bauchgefühl leiten. Ohne viel darüber zu sprechen, waren wir uns einig, dass wir einen Ort finden wollten, der für das steht, was wir beide mögen und mit anderen Menschen teilen wollten: wildromantische Natur, Weite, ein Haus mit Seele, ein Garten zum Träumen, das gute, einfache Leben, Kreativität, pures Sein. Damals war uns noch nicht so sehr bewusst, dass wir vor allem einen Raum erschaffen wollten, an dem aus dem Wesentlichen heraus Gemeinschaft entstehen kann, eine Gemeinschaft von Menschen, die Puppen/machen genauso lieben wie wir selbst. Auch nach unserer dritten Landpartie kann ich aus ganzem Herzen sagen, dass dieser Wunsch in Erfüllung gegangen ist.

Wir Menschen sind für Gemeinschaft geschaffen und erfahren unser Leben dann als erfüllt, wenn wir uns einer Aufgabe hingeben und uns für das Wohl unserer Mitmenschen engagieren. Dadurch entsteht Verbindung und das Leben gewinnt an Sinn und Freude. Wie Frauen in Gemeinschaft und mit einem Projekt, das sie erfüllt, auf das Schönste aufblühen, erlebe ich immer wieder in meinen Puppennähkursen in der Stadt und auf unserer Landpartie. Wenn jede ihre Energie und ihre kreativen Ideen einbringt, berührt das die anderen und es entsteht ein herzverbundener Raum, in dem nicht nur Puppen gedeihen, sondern auch Glück. Persönliches Glück ist meist geteiltes Glück. Wir erleben es in der Gemeinschaft, in der Familie, im Freundeskreis. Oder eben in einer Gruppe von Gleichgesinnten, die für mehrere Tage aus allen Teilen Deutschlands zusammengekommen sind, um sich ihrer großen Leidenschaft und Sehnsucht, dem Puppenmachen, zu widmen.

Oft sind es kleine, unspektakuläre Momente, die uns klar machen: wir verstehen uns, wir sind uns nah. Das kann ein sprudelndes Gespräch über Puppen und Macherinnen sein, das kein Außenstehender verstehen würde. Die Freude am Teilen. Die Geduld, mit der eine Teilnehmerin einer anderen stundenlang beim Häkeln ihres Haarkäppchens zur Seite steht. Das Lachen, das schon am ersten Abend aus einem Zimmer tönt, in dem sich vorher keiner kannte. Das offene Ohr in der Kaffeepause. Ein liebevolles Lächeln über den Tisch. Die einvernehmliche Stille bei besonders kniffligen Arbeitsschritten. Die Fürsorge, mit der ein großer Teller für eine Teilnehmerin gefüllt und beiseite gestellt wird, die nicht am Mittagessen teilnehmen kann. Die Ernsthaftigkeit, mit der über kleinste Details gesprochen wird. Das Entzücken über die Puppe der Nachbarin. Stolz auf der eigenen Hände Arbeit, der mit einem freundschaftlichen Schulterklopfen verstärkt wird. Das Vergnügen, Teil einer Art Geheimloge zu sein, von der der Rest der Welt nichts ahnt. Die Frage an die Gastgeberin, ob man Samen von dem klatschroten Mohn bekommen könne, der direkt vor unserem Seminarraum blüht. Die Stimmung, die weiter steigt, wenn es tatsächlich Rhabarberkuchen gibt. Der Rührungs-Kloß im Hals, der nicht heruntergeschluckt, sondern zu Herzensworten ausgesprochen wird. Die feste Umarmung beim Abschied.

Gemeinschaft heißt auch, miteinander zu gestalten. Deshalb war es für Laura und mich eine große Freude und Ehre, dieses Jahr Natalie vom Rosaminze Puppenatelier als Teilnehmerin dabei gehabt zu haben. Für einen Nachmittag wechselte sie die Seiten und gab einen Mini-Workshop in der Roll-Stopf-Technik, den alle begeistert aufnahmen. Sie zeigte uns auch eine spezielle Häkeltechnik für das Puppenhaar, beeindruckte uns mit Werkzeugen, Insider-Wissen und Tricks und steckte alle mit ihrer Leidenschaft für künstlerisch gestaltet Puppen an. Was Natalie und die anderen neun Frauen einbrachten, wie sie sich in ihrem Sein zeigten und erlaubten, sich in im Herzen berühren zu lassen, war eine große Bereicherung und füllte unsere Idee von einer Gemeinschaft von Puppennnähverliebten mit Leben.

Laura und ich sind zutiefst dankbar, dass wir diese Erfahrung machen dürfen und unsere Vision vom Puppenmachen aus dem Herzen heraus und von Mensch zu Mensch verwirklichen können. Wir bedanken uns bei allen unerschrockenen Puppennäh-Abenteurerinnen, die bisher bei unseren Landpartien im wilden Brandenburg dabei waren, auch bei denen, die im September mitkommen oder bereits Interesse für 2020 angemeldet haben. Großer Dank geht auch an Ulrike und Douglas vom Refugium Hoher Fläming für ihre Gastfreundschaft, das köstliche Essen und die Einblicke in ihr nachhaltiges Leben, insbesondere an Ulrike für die Stunde Bioenergetik im Garten, die uns wunderbar in Bewegung und Verbindung mit der Natur gebracht hat. Ganz besonders danke ich dir, liebe Laura, dass du mir die Freude machst, das alles gemeinsam zu erleben!

Die nächste Landpartie findet vom 11. bis 15. September statt und ist bereits ausgebucht. Es gibt aber eine Warteliste, für die ihr euch anmelden könnt. Der Termin für 2020 wird im September bekannt gegeben. Wenn ihr euch schon einmal unverbindlich vormerken lassen möchtet, schreibt an hello@mariengold.net. Alle Details findet ihr hier, Lauras Bericht von diesem Jahr hier und Einblicke in die Landpartien 2017 und 2018 hier und hier.

© Bilder Laura Erceg-Simon, Natalie Frohn und Maria Ribbeck


25. September 2018

FKK zum letzten Mal

Vier Jahre ist es jetzt her, dass Laura von 1000 Rehe und ich die Idee hatten, zusammen einen Kurs anzubieten. Das Thema war schnell gefunden, denn es war 2014 und wie viele andere Puppenmacherinnen in Deutschland und auf der ganzen Welt experimentierte auch Laura viel mit der Filznadel und stellte die schönsten Künstlerinnenpuppen her. Und obwohl ich selbst weitestgehend vom Filzfieber verschont blieb – mir fehlte schlicht das Talent dazu -, war ich doch von der Technik und den Möglichkeiten fasziniert und hatte eine großartige Vision von Laura und mir, wie wir an einem inspirierenden Ort mit unerschrockenen und filzabenteuerlustigen Frauen einzigartige Puppenköpfe anfertigen, vor allem aber üben, tüfteln und ausprobieren, lachen und das Puppenmachen feiern würden.

Genauso kam es auch, als wir ein Dreivierteljahr später an einem superheißen Sommertag unsere Kurs-Premiere im Theater am Schlachthof, einer kleinen Off-Bühne in der Hausbergstraße im Berliner Friedrichshain, hatten. Bis dahin war aus dem ursprünglichen Plan für einen kleinen, feinen Kurs ein viel umfangreicheres Vorhaben geworden, nämlich ergänzend zu dem Kurs eine Anleitung zum Selbermachen zu verfassen. Warum nicht gleich größer denken?! So spannen wir die Idee weiter und entwarfen zu dem Kopf noch einen Körper, entwickelten eine spezielle Häkeltechnik zur Herstellung von lockigem Haar und designten einen wandelbaren Overall sowie entzückende Lederschuhe. So entstand unsere Filzkopfpuppe Charlie Bo, treue Begleiterin bei unseren Kursen und Herzstück des gleichnamigen E-Books, bei dem sich alles um das Modellieren von charakterstarken Köpfen dreht.

In dieser Zeit sind Laura und ich unheimlich gut als Team zusammengewachsen und auch als Freundinnen näher zusammengerückt. Ich bin immer wieder erstaunt und zutiefst beglückt darüber, wie leicht und erfüllend unsere Zusammenarbeit ist und wie perfekt wir uns ergänzen. Es bereitet mir die größte Freude, gemeinsam mit Laura einen Raum zu schaffen, in dem Puppennähverliebte ihrer Leidenschaft nachgehen, wachsen und sich einfach wohlfühlen können. Das ist unsere Magie und das ist, was wir weiterhin zusammen machen wollen und machen werden, auch wenn wir unserem Filzkopfkurs jetzt Goodbye sagen.

Es war ein schöner und gelungener Abschied letzten Samstag, ein Kurs wie aus dem Bilderbuch, über den ich gar nicht so viele Worte machen möchte, weil ich an anderer Stelle schon sehr treffend über unsere Filztage geschrieben habe (z. B. hier, hier und hier). Ein bisschen Weh war natürlich auch dabei, schließlich hat uns dieses Format immer viel Freude bereitet. Aber die Nachfrage ist leider zu gering, was sich bei den letzten Veranstaltungen bereits abgezeichnet hat. Eine Zeitlang war es für uns in Ordnung, dass finanziell nicht so viel herumgekommen ist, wir uns dafür aber als Co-Kursleiterinnen ausprobieren konnten und einen tollen Tag unter Gleichgesinnten hatten. Mittlerweile unterrichte ich aber an ein bis zwei Wochenenden pro Monat und Laura hat neben den Puppen noch einen anderen aufregenden Job, so dass die Zeit zum Erholen für uns sehr kostbar geworden ist und wir uns deshalb entschieden haben, den Filzkopfkurs in Zukunft nicht mehr anzubieten.

Unser Charlie Bo E-Book ist natürlich weiterhin erhältlich und wir veranstalten auch weiter Kurse zusammen, das nächste Mal die Landpartie für Puppennähverliebte im Mai 2019, die bereits ausgebucht ist, für die ihr euch aber per Mail an hello@mariengold.net auf die Warteliste setzen lassen könnt. Es gibt wahrscheinlich noch einen zweiten Termin im September, dazu demnächst mehr.

Laura gibt dieses Jahr auch noch drei eigene Puppennähkurse und zwar an den Wochenenden 13./14. Oktober, 25./26. November und 8./9. Dezember. Alle Informationen dazu bei 1000 Rehe.

Wir bedanken uns von Herzen bei allen Teilnehmerinnen unserer sechs fantastischen Filzkopfkurse, den Kundinnen, die unser E-Book gekauft und sich mutig ins Filzabenteuer gestürzt haben, den treuen und auch neuen Leserinnen unserer Blogs sowie den Gefährtinnen auf unserem Weg mit den Puppen!

Eure Laura und Maria


5. Juni 2018

Puppennähen in Grün (Landpartie 2018)

„Ihr beide seht so richtig schön entspannt aus“, bemerkte Anne am letzten Abend unserer Landpartie für Puppennähverliebte. Und das waren wir auch, Laura und ich, entspannt und glücklich nebeneinander auf der kleinen Hollywoodschaukel im wildschönen Garten des Refugiums Hoher Fläming, wo wir vier Tage lang ein Puppennähfest veranstaltet hatten. Die Sonne ging langsam unter, in der Luft der Duft von Holunderblüten, vor uns ein Tisch mit Wein und Knabberei (und natürlich ganz viel Handarbeitszeug) und drumherum unsere zehn Teilnehmerinnen, die uns so sehr ans Herz gewachsen waren, dass es unvorstellbar erschien, dass wir uns morgen in alle vier Himmelsrichtungen verabschieden würden.

Eine Stunde vorher hatten Ulrike und Douglas, unsere wunderbaren Gastgeber, ein Abschlussfoto von uns gemacht und waren angesichts der 16 Puppenwesen, die in ihrem „Geburtshaus“, wie sie es kurzerhand nannten, entstanden waren, selbst in größte Verzückung geraten. Es war eine herrliche Stimmung und sicher für alle der Höhepunkt einer wunderschönen, intensiven, lehrreichen und seelenstreichelnden Zeit.

Begonnen hatte sie in Berlin auf der Bergengrünstraße, wo ich wohne, und wo wir Koffer und Taschen, Puppen, Material und Arbeitsutensilien, darunter sieben Kilogramm Stopfwolle, meterweise Stoff und eine Nähmaschine in mein kleines Auto luden. Mit dabei war eine einzelne gelbe Rose, die Laura aus ihrem Hofgärtchen im Prenzlauer Berg mitgebracht hatte, und die den Trip zu mir nach Zehlendorf aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen trotz wässriger Vasenbehausung nur leidlich überstanden hatte. Ihre Blütenblätter waren ganz schlapp und erschöpft ließ sie ihren Kopf hängen. Auf mich machte sie überhaupt nicht den Eindruck, dass sie die Fahrt nach Wiesenburg überleben würde, weshalb ich sie am liebsten sofort auf dem Kompost entsorgt hätte. Aber nicht mit Laura! Sie bestand darauf, das Blümchen mitzunehmen, quasi auf dem Schoß zu transportieren und später im Wasserbad aufzupäppeln, damit es uns in den kommenden Tagen beim Puppennähen erfreuen könnte. Und so geschah es. Kaum im Refugium angekommen, hatte Laura schon eine Schüssel mit Wasser organisiert, in der die Rose langsam aufatmen und sich wieder in voller Pracht entfalten konnte. Was für ein rührender Anblick und wie unangenehm die Scham darüber, dass ich ihr keine Chance geben und sie einfach wegwerfen wollte. Und tatsächlich, kurz bevor unsere Teilnehmerinnen am späten Nachmittag eintrafen, war unser Raum picobello eingerichtet und auf dem Tisch blühte über allem diese starke, schöne und lieblich duftende Rose, der die Strapazen der Anreise überhaupt nicht mehr anzusehen waren.

Damit war, neben den Puppen, ein weiteres wichtiges Thema für unseren Workshop gesetzt, denn es ging auch um Selbstfürsorge, Aufblühen, Erschöpfung in der Tretmühle des Alltags, den Glauben an sich selbst und Heilung durch Liebe. Und wie die Frauen aufblühten! Dies geschah durch das charmante, alte Bauernhaus, das uns ein liebevolles Zuhause auf Zeit bot, den Zaubergarten und die üppig blühende und grünende Natur, die uns umgaben, von Ulrike und Douglas sorgsam zubereitete und appetitlich angerichtete Mahlzeiten, ein aufmerksames und liebevolles Miteinander, offene Ohren und weite Herzen, Puppen, die in jedem Stadium ihrer Entstehung zum Knutschen waren, genussvolle Körpererfahrungen, angeleitet von Carolin, einen Tänzerin und Bewegungspädagogin, die für einen Nachmittag aus Berlin angereist war, um uns so richtig schön in Bewegung zu bringen, sowie viele kleine und große magische Momente, die einem das Herz aufgehen und Tränen der Freude und Rührung in die Augen steigen ließen.

Puppenmachen tut der Seele gut, erst recht in einer Umgebung, welche die Sinne öffnet und einen ankommen lässt bei sich selbst, umsorgt und getragen von vielen guten Geistern um einen herum. Und so war es nicht nur Lauras Rose, die durch liebevolle Zuwendung zu neuem Leben erwachte, sondern diese Erfahrung durfte auch jede einzelne von uns selbst machen und nicht zu vergessen die Puppen, durch die diese Lebendigkeit auf das Schönste in die Welt hinausstrahlt.

Die Landpartie hat auch mich als Workshopleiterin erfrischt und inspiriert. Bis obenhin bin ich jetzt mit Puppenliebe angefüllt, vor allem aber mit Liebe für die Begegnung mit Menschen, die den Mut haben, sich im Herzen berühren zu lassen. Einmal mehr habe ich verstanden, dass genau das der Grund ist, warum ich Puppen nähe: um mich darüber mit den Menschen zu verbinden, mit meinen Kursteilnehmerinnen, Kundinnen und Kunden, Leserinnen und Lesern, Laura und meinen puppenmachenden und auch nichtmachenden Freundinnen und Freunden und allen, die Puppen und Puppenmacherei genauso lieben wie ich.

Die nächste Landpartie findet vom 22. bis 26. Mai 2019 statt. Alle Details findet ihr hier, Lauras Bericht von diesem Jahr hier und einen ausführlichen Text über unsere Premiere letztes Jahr hier. Anmeldung ab sofort an hello@mariengold.net.

© Bilder Laura Erceg-Simon, Maria Ribbeck und Verena Nowak


27. September 2017

FKK mit Individualbetreuung

Letzten Samstag haben Laura und ich den kleinsten Filzkopfkurs unserer mittlerweile dreijährigen Filzkopfkursgeschichte gegeben. Drei Teilnehmerinnen waren dabei, dazu wir zwei, das machte fünf Frauen an unserem Werkeltisch im Theater am Schlachthof, einer kleinen Off-Bühne in der Hausburgstraße im Berliner Friedrichshain. Obwohl bei einer solchen Runde finanziell nicht viel für uns herumkommt, waren wir uns einig, dass wir es machen wollten. Wichtig war uns nur, dass mehr Teilnehmerinnen als Profis (was genau genommen ich im Umgang mit der Filznadel eigentlich gar nicht bin) am Tisch sitzen. Ehrlich gesagt habe ich ein bisschen länger überlegt als Laura, weil ich immer alles drei Mal abwäge und genau durchrechne. Am Ende habe ich aber auf mein Bauchgefühl gehört und das wünschte sich von Herzen einen schönen Tag mit Laura und unseren drei filzabenteuerlustigen Frauen.

Ich unterrichte sehr, sehr gern und freue mich auf jeden einzelnen Kurs. Das Handwerk meines Herzens mit anderen Menschen zu teilen, gehört mit zum Schönsten, was meine Arbeit ausmacht. Je kleiner so ein Kurs ist, desto intensiver ist natürlich der Austausch. Laura und ich konnten uns in den achteinhalb Stunden am Samstag ausgiebig um unsere Teilnehmerinnen kümmern, Tipps und Tricks teilen und auch mal selbst Hand anlegen, so dass am Ende drei bemerkenswert schöne Filzköpfe entstanden waren, trotz dass wir wie immer zwischendurch auch insgeheim gezweifelt und Schnappatmung bekommen haben ob der unförmigen Gebilde, die einen in so einem Kurs zum Kennenlernen und Üben einer neuen Technik zwischenzeitlich anschauen. Dabei lernen nicht nur die Frauen sondern auch wir Kursleiterinnen eine ganze Menge. Schließlich sind wir keine supergeübten Filzkopfmacherinnen und haben uns beide mehr den einfachen Puppen verschrieben. Sobald wir aber zu Wolle und Nadel greifen, geschieht es auch um uns, der Filzwahn ergreift uns und lässt uns nicht wieder los, bis der Rücken buckelt, die Schultern schmerzen, die geprickelte Wolle vor unseren Augen zu einer Schneelandschaft verschwimmt und unsere Rischrischrisch-Trance zu den gewünschten Formen führt.

Puppenköpfe zu filzen macht unglaublich viel Spaß. Man lernt dabei viel über Physiognomie, die Erscheinung von Köpfen und den Aufbau von Gesichtern und darüber, was man an Puppen, anderen Menschen und sich selbst schön findet. Die Möglichkeiten sind unendlich und es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken und auszuprobieren.

Die meisten Frauen, die zu uns kommen, haben schon Erfahrungen im Puppenmachen. Darüber wird sich fröhlich plaudernd ausgetauscht und auf höchstem und lustigstem Niveau gefachsimpelt. (Wobei Laura und ich immer wieder feststellen müssen, dass wir uns bei weitem nicht so gut in der Szene auskennen wie unsere Teilnehmerinnen.) Die Frauen bringen immer auch ein Stück ihrer Welt mit in den Kurs. Das schafft Nähe, vor allem an so einem kleinen Tisch. Man fühlt sich gut aufgehoben, unter Gleichgesinnten. Das hören wir immer wieder und das verraten auch die leuchtenden Augen und rotgefreuten Wangen. Und das stimmt natürlich auch Laura und mich sehr froh. Dann macht es auch keinen großen Unterschied, ob wir nun drei oder sieben Teilnehmerinnen haben oder ob wir uns ein großes oder eher schmales Honorar auszahlen können. Das Glück, einen kreativ Tag in Gemeinschaft im kleinsten Theater der Welt zu verbringen, mit einer lieben Freundin als Co-Kursleiterin, schönstem Spätsommersonnenschein und Kastanienglanz und Menschen, die einander ihr großes puppennähverliebtes Herz öffnen, ist unendlich wertvoll und und bezahlbar.

Mehr zu unserem Filzkopfpuppenprojekt findet ihr hier, das Charlie Bo E-Book zur Herstellung unserer Filzkopfpuppe hier. Die Termine für die Kurse in 2018 stehen auch schon fest, sie finden am 30. Juni und 22. September statt. Außerdem veranstalten Laura und ich vom 23. bis 27. Mail wieder unsere Landpartie für Puppennähverliebte. Anmeldung an hello@mariengold.net.

Laura gibt dieses Jahr auch noch zwei eigene Puppennähkurse, einen zweitägigen am Wochenende 7. und 8. Oktober und einen eintägigen am Samstag, den 11. November. Alle Informationen dazu bei 1000 Rehe.


14. Juni 2017

PuppenMITmacherei 2017: Macht euch bereit!

Here we go with the third edition of the PuppenMITmacherei, a virtual craft initiative hosted by NATURKINDER and Mariengold which can loosely be translated as „doll making together“. Caro and I again cordially invite you to join us and make a doll in company with hopefully many other wo/men in the doll making blogosphere. Starting in July, the initiative is taking place until December. Actually, we won’t work together step by step with the same tutorial but every participant will work on her/his own doll with a tutorial, patterns and material of her/his choice. We will meet online on the first Wednesday of every month to share the process on our blogs, Instagram or Facebook. And you can link your blog posts at NATURKINDER then. Our social media hashtag is #puppenmitmacherei. For further details please see below (an online translator can be found here). If you want to join us, just drop a line to hello@mariengold.net. Looking forward to meeting you in the PuppenMITmacherei 2017!

Nach den wunderbaren virtuellen Puppennähvergnügen in 2015 und 2016 laden NATURKINDER und Mariengold auch dieses Jahr wieder ganz herzlich zur PuppenMITmacherei ein.

Mittlerweile ist die Aktion dick und fett mit rosa Herzchen in unserer Jahresplanung markiert. Seit Wochen schon sind Caro und ich voller Vorfreude, weil die PuppenMITmacherei etwas ganz Besonderes für uns ist. In den letzten beiden Jahren haben wir darüber viele tolle Menschen und neue Blogs kennengelernt, einen superfreundlichen und ermutigenden Austausch zwischen den PuppenMITmacher/innen wahrgenommen und wunderschöne, herzige Puppen in einer großen Vielfalt entstehen gesehen. Das wünschen wir uns auch für dieses Jahr.

Für diejenigen, die ganz neu zu Mariengold und den Puppen gefunden haben, hier die wichtigsten Details:

Die PuppenMITmacherei ist eine Aktion im Internet, bei der wir (also ihr und Caro und ich) gemeinsam Puppen nähen und darüber auf unseren Blogs berichten.

Das Ganze ist allerdings kein Online-Kurs, das heißt, wir Veranstalterinnen leiten die Puppenherstellung nicht Schritt für Schritt an und wir werkeln auch nicht an den gleichen Puppen. Vielmehr bringen alle ihre Ideen mit, arbeiten mit selbst gewählten Anleitungen, Schnittmustern und Materialien an ihren eigenen Puppen und tauschen sich bei sechs thematischen Online-Dates mit den anderen PuppenMITmacher/innen im Internet aus.

Ablauf

Richtig los geht’s am 5. Juli. Ab dann treffen wir uns immer am ersten Mittwoch des Monats, erzählen von unseren Fortschritten, zeigen Bilder, teilen unsere Freude, tauschen uns aus, geben Feedback und machen uns gegenseitig Mut. Das große Finale ist für den 6. Dezember geplant, dann sollen die Puppen fix und fertig sein. Neu ist die Erweiterung des Termins im November um Zubehör und Möbel. Das habt ihr euch im Feedback vom letzten Jahr gewünscht.

5. Juli: Ideensammlung
Bei unserem ersten Treffen geht es um Ideen und Inspiration. Habt ihr schon Erfahrung mit der Puppenmacherei? Wie stellt ihr euch eure Puppe vor? Möchtet ihr vielleicht einmal etwas ganz Neues ausprobieren? Welche Puppen gefallen euch besonders gut? Könnt ihr Bücher, Anleitungen und Online-Tutorials empfehlen? Wo kauft ihr euer Material ein? Und ganz wichtig: Wem wollt ihr mit eurer Puppe eine Freude machen? Erzählt es uns. (Hier meine Beiträge von 2016 und 2015.)

2. August: Vorbereitungen
Ihr wisst jetzt, was für eine Puppe ihr nähen möchtet. Anleitung,  Schnittmuster und Materialien liegen bereit. Denkt auch an die Arbeitsutensilien. Besorgt euch alles, was ihr zur Herstellung eurer Puppe braucht. Und macht auch eure Nähmaschine fit. Denn bei unserem zweiten Treffen geht es direkt los und wir nähen die Puppenteile. (Hier mein Beitrag von 2015. Letztes Jahr habe ich diesen Termin ausgesetzt.)

6. September: Herstellung von Kopf und Körper
Bei unserem dritten Treffen nehmen wir gemeinsam die erste große Hürde und fertigen den Puppenkopf an. Wenn das geschafft ist, stopfen wir die Arme und Beine und nähen die Puppe zusammen. (Hier meine Beiträge von 2016 und 2015.)

4. Oktober: Gestaltung von Gesicht, Haaren und Details
Bei unserem vierten Treffen wird es noch einmal richtig kniffelig, denn es geht um die Gestaltung des Gesichtes. Danach bekommt die Puppe Haare und süße, kleine Details wie Bauchnabel, Popo, Ohren und worauf immer ihr Lust habt. (Hier meine Beiträge von 2016 und 2015.)

1. November: Anfertigung von Kleidung, Accessoires und Möbeln
Weiter geht es mit den Puppenkleidern. Bei unserem fünften Treffen stellen wir unter dem Schnurren der Nähmaschine und dem Klappern von Stricknadeln die Kleidung für die Puppe her. Wer mag, statt sein Goldstück noch mit Accessoires und Möbeln aus. (Hier meine Beiträge von 2016 und 2015.)

6. Dezember: Finale
Die Puppen sind jetzt fertig genäht und schön eingekleidet. Bei unserem sechsten und letzten Treffen präsentieren wir unser Werk, schauen – wenn ihr mögt – noch einmal zurück auf die letzten Wochen und Monate und freuen uns darauf, die Puppen endlich den Menschen in die Arme zu legen, für die sie gedacht sind. Vielleicht an Weihnachten? (Hier meine Beiträge von 2016 und 2015.)

Teilnahme

Die PuppenMITmacherei ist offen für alle Puppennähverliebten, ganz gleich ob ihr dieses Handwerk ganz neu entdeckt habt, wenig, mittel oder viel Erfahrung mitbringt oder professionelle Puppenmacherinnen seid.

Was für eine Puppe ihr herstellt, könnt ihr frei entscheiden. Das kann eine klassische Waldorfpuppe sein à la Karin Neuschütz, eine Filzkopfpuppe wie Charlie Bo, eine Jess Brown Rag Doll, wie Caro und ich sie letztes Jahr gemacht haben, eine Strickpuppe oder etwas ganz anderes sein.

Wenn ihr eure Puppenmacherei mit uns teilen möchtet, benötigt ihr natürlich einen eigenen Blog, einen Instagram-Account oder eine Facebook-Seite. Dort könnt ihr an den sechs Terminen zu den jeweiligen Themen schreiben und Fotos veröffentlichen. Unser Hashtag für die sozialen Netzwerke lautet #puppenmitmacherei.

Bei unseren sechs Online-Dates sammelt Caro alle Beiträge bei NATURKINDER, wo ihr eure Blogartikel ganz einfach mit einem speziellen Blogging Tool verlinken könnt. Dort könnt ihr dann auch sehen, was die anderen so machen und euch vernetzen, wenn ihr mögt. Ich schaue an diesen Tagen auch regelmäßig vorbei, um eure Puppen zu bestaunen, Kommentare zu moderieren und Fragen zu beantworten.

Der oben beschriebene Ablauf dient übrigens nur der groben Orientierung. Werkelt, schreibt und fotografiert, ganz wie es euch gefällt.

Wir haben auch einen Banner für die PuppenMITmacherei gestaltet, den ihr gern verwenden könnt. Ihr seht ihn in der Seitenleiste hier auf meiner Internetseite und könnt hier eine Version herunterladen, deren Größe ihr selbständig für euer Medium anpassen könnt.

Natürlich könnt ihr auch ohne Öffentlichkeit an unserer Aktion teilnehmen. Nur für euch. Auch schön.

Eine offizielle Anmeldung für die Puppenmitmacherei ist nicht nötig. Ihr könnt Caro oder mir aber gern an hello@mariengold.net schreiben, wenn ihr dabei seid. Das steigert die Vorfreude!

Ausblick

In drei Wochen geht es los mit dem ersten Treffen zum Thema Inspiration. Ein paar Tage vorher ist Mariengold wieder zu Gast als Partner bei NATURKINDER mit einem puppennähverliebtem Give-Away für euch.

Für den Juli ist auch wieder eine Sonderpreisaktion für meine E-Books zur Herstellung von Puppen und Puppenkleidung geplant. Und ich werde natürlich meine Vorräte für Puppenbastelmaterial kräftig aufstocken, falls ihr eure Puppe mit einer Anleitung und Material von Mariengold nähen möchtet. Mehr dazu bald.

Caro und ich freuen uns von Herzen auf euch und eure Puppen in der PuppenMITmacherei 2017!

Alle Beiträge von Mariengold zur PuppenMITmacherei, auch aus den letzten Jahren, findet ihr hier.