14. März 2016

Großes Herz!

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Jedes Jahr veranstaltet die evangelische Kirche eine besondere Fastenaktion, auf die ich mich immer schon Wochen vorher freue. 2016 steht sie unter dem Motto „Großes Herz!“. Dabei geht es weniger um den Verzicht auf Schokolade, als viel mehr um eine Einladung zum Fasten im Kopf. Wie immer begleitet mich der wunderschön gestaltete Tagestischkalender mit täglichen kleinen Impulsen, die Routine des Alltags zu hinterfragen, neue Perspektiven einzunehmen und zu entdecken, worauf es ankommt im Leben.

Das Herz hat schon immer eine wichtige Bedeutung für Mariengold. In seiner grafischen Form ist es nicht nur wesentlicher Bestandteil des Logos, sondern auch Kern des gesamten visuellen Erscheinungsbildes meines Labels. Überall auf der Welt steht es als Symbol für die Liebe.

Liebe ist die stärkste Kraft in unserem Leben. Und diese Kraft gilt es immer weiter zu festigen. Besonders die Liebe zu uns selbst zu stärken, liegt mir mit Mariengold am Herzen (da haben wir es wieder, das Herz).

Puppen sind Bilder des Menschen und als solche eng mit dem Herzen verbunden: Sie wecken Gefühle und tun der Seele gut. Wenn Kinder oder auch erwachsene Menschen sich liebevoll um ihre Puppe kümmern, sie umsorgen und im Arm halten, dann bemuttern sie in diesem Moment in Wirklichkeit nicht nur ihre Puppe, sondern auch sich selbst. In diesem Spiel, in dieser Begegnung lernen sie Selbstliebe und Fürsorge, beides wichtige Fähigkeiten auf ihrem Weg zu heilen Erwachsenen.

Denn nur wenn wir selbst zu uns stehen, uns annehmen und lieben, wie wir sind, können wir auch in Freiheit zu anderen finden und wahre Liebe weitergeben. Und wenn es mir gelingt, mit meinen Puppen, Kursen und DIY-Angeboten diese Saat ins Leben anderer Menschen zu bringen, macht mich das unheimlich glücklich und öffnet mir das Herz.

Sieben Wochen ohne Enge, so lautet der Untertitel der diesjährigen Aktion zwischen Aschermittwoch und Ostern. Das Herz liebt die Weite und Fülle. Wo es sich nicht verhärtet und verschließt, ist es der offene Ort des Menschlichen, der Ort des Teilens, Gönnens und Verzeihens. Das weite Herz begegnet fremden Menschen mit Neugier und ohne Vorbehalte, es teilt, was da ist, freut sich über das Glück anderer und schenkt Vergebung, ohne aufzurechnen, was war.

Den Herzschlag zu spüren, wach und lebendig zu sein, sich ganz und vollständig und verbunden zu fühlen, beheimatet im eigenen Herzen und dem anderer Menschen zu sein, ich bin mir sicher, das ist unser aller tiefster und innigster Wunsch im Leben. Der spanische Mystiker Johannes vom Kreuz hat einmal gesagt: „Herz, worauf wartest du? Lieben kannst du sofort.“ Dafür braucht es natürlich eine gewisse Furchtlosigkeit. Aber wir dürfen vertrauen. Denn wir alle werden gehalten vom Leben selbst.

Was macht dein Herz weit?
Wer hat alles Platz in deinem Herzen? Auch du selbst?

Meine Gedanken zur Fastenzeitaktion in 2015 findet ihr hier.


11. Januar 2016

Willkommen im neuen Jahr (und ein Rezept für Neujahrsschokolade)

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Weihnachten, die Zeit zwischen den Jahren, Silvester, Neujahr, – leise, viel leiser als sonst vollzogen sich diese großen Anlässe in meiner Welt. Zum ersten Mal seit Jahren ohne ausgiebigen Rückblick, ohne große Pläne für die Sechzehn. Für mich ist es dieses Mal weniger ein Neubeginn, eher ein Weitergehen. Auch gut. Fühlt sich sogar sehr gut an.

Am Dreikönigstag Wintereinbruch in Berlin. Wie hatte ich es vermisst: das Knirschen erster Schritte durch den Schnee, die klare Luft und der frische Duft, die friedliche Stille, die angehaltene Zeit. Wie eine sanfte Landung im neuen Jahr, wenn auch mit Verspätung.

Klein anfangen.

In diesem Jahr möchte ich weiterhin meine Arbeit gut machen und meine Fähigkeiten und Talente, meine Leidenschaft und Liebe in die Dinge stecken, die mir Freude bereiten. Auf dass Mariengold auch zur Freude für andere wird.

Was tut mir gut?
Was ist gut für das Gemeinwohl?

Zwei einfache Fragen, in der einen oder anderen Reihenfolge. Dieses Jahr will ich ihnen wach, furchtlos und von ganzem Herzen folgen.

Mit meiner Puppenmacherei möchte ich noch mehr ins Leben gehen, dorthin, wo der Puls schneller geht und das Herz wilder schlägt, meine Komfortzone verlassen. Ich möchte mein Netz weiter knüpfen, in Gemeinschaft arbeiten, mit anderen kreativ sein. Das Ich im Wir spüren. Das scheint mir auch vor dem Hintergrund der globalen Geschehnisse ein guter Weg zu mehr Mitgefühl und Frieden zu sein.

Es ruhig angehen lassen, langsam beginnen, die nächsten Schritte sanft herbeispüren – das ist das Beste im Januar. Heiße Schokolade ist jetzt immer eine gute Idee. Sie stärkt, tröstet und macht glücklich. Diese hier hat es ganz schön in sich. Aber zur Feier des Jahres kann man schon mal in die Vollen gehen.

Neujahrsschokolade

(Original-Rezept von hier)

250 ml Milch (ich nehme Mandelmilch oder die leichtere Reismilch, andere Milch geht natürlich auch)
1 Beutel Kamillentee
1 gehäufter EL reiner Kakao (am besten in Bio-Qualität, z. B. von Naturata)
1/2 TL Maca-Pulver (z. B. von Veganz, auch in ausgewählten dm Filialen erhältlich)
Eine kräftige Prise Zimt
Etwas Meersalz
Honig zum Süßen

Die Milch mit dem Kamillenteebeutel in einen kleinen Topf geben und langsam erwärmen. Vom Herd nehmen und ein paar Minuten ziehen lassen. Den Teebeutel entfernen. Kakao, Maca, Zimt und Salz hinzugeben und gut verrühren. Etwas abkühlen lassen. Nach Belieben mit Honig süßen. In die Lieblingstasse füllen und genießen.

Habt einen besten Anfang – jeden Tag!
Ich wünsche euch alles Liebe und Gute für 2016.


17. Dezember 2015

Herzmomente und Freudebegegnungen in diesem Jahr

Das original Baby Twink in einer kleinen Nebenrolle in Brechts Kaukasischem Kreidekreis zu sehen, aufgeführt von der 8. Klasse unserer Waldorfschule.

Die Zusammenarbeit mit meiner Freundin Laura von 1000 Rehe.

Dass unsere beiden Filzkopfkurse in diesem Jahr in Windeseile ausgebucht waren.

Und dass sich auch für 2016 schon so viele Frauen angemeldet haben.

Ineke Gray in meinem Puppennähkurs im März zu haben und wie sie am Sonntag Morgen ein ganz zauberhaftes, kleines Stück mit ihren Puppen und Requisiten für uns gespielt hat.

Der blühende Kirschbaum im Garten des Waldorfkindergartens Prenzlauer Berg, der mich jedes Jahr aufs Neue im Frühling ergreift.

Der Kurstag im April, der mit dem Haus- und Gartentag des Kindergartens zusammenfiel und an dem ich so viele bekannte Gesichter und ehemalige Teilnehmerinnen traf, sogar eine Frau, die bei meinem allerersten Kurs vor 7 Jahren dabei war!

Als am Ende meines Kurses im Mai die Tochter einer Teilnehmerin die soeben vollendete Puppe überglücklich in die Arme schloss und in breitem Wienerischen Dialekt schwärmte: „Mama, die Puppe ist einfach ganz wunderbar!“

Überhaupt, dass Frauen aus Österreich, den Niederlanden, der Schweiz, Spanien und Frankreich kommen, um mit mir eine Puppe zu nähen. Unglaublich, immer noch und immer wieder.

Oder dass die Frauen in meinen Kursen oft ihre allerersten freien Tage seit der Geburt ihrer Kinder mit mir und den Puppen verbringen. Was für eine Ehre und welch ein Glück!

Langjährige DIY-Stammkundinnen in meinen Kursen zu begrüßen.

Oder wenn Puppenkäuferinnen zu Kursteilnehmerinnnen werden.

Eine Frau, die nach dem Kurs noch ein paar Tage in Berlin verbrachte und währenddessen im Alleingang eine weitere Puppe nähte und mir dazu schrieb: „Es tut gut zu wissen, dass du ganz in der Nähe bist.“

Eine Kursteilnehmerin, die bereits zum vierten Mal dabei war und in diesem Jahr einen Charakter aus einem alten brasilianischen Kinderbuch nähte.

Und ihre Tochter, die ich von klein auf kenne, weil sie nach jedem Kurs mit ihrem Papa die Mama abholt, immer mit großer Freude und herzigen Liebesbekundungen für die neue Puppe.

Wenn ich von Kursteilnehmerinnen lernen kann, z. B. wie man anständige Pobacken macht oder einen nach innen gestülpten Bauchnabel oder wie man Perückenkäppchen ordentlich annäht.

Mein Morgenkaffee bei Impala Coffee, bevor der Kurs beginnt.

Und manchmal auch danach.

Wenn Frauen spüren, wie erschöpft ich am Ende eines Kurswochenendes bin und beherzt beim Aufräumen mit anpacken. Dann geht es doppelt so schnell.

Mehrmalige Kursteilnehmerinnen, die sagen, mit jeder neuen Puppe werden sie besser.

Und doch am innigsten ihre allererste lieben (genau wie ich).

Wenn ich beobachte, wie Kursteilnehmerinnen sich anfreunden, z. B. durch eine zärtliche Berührung auf dem Weg zum Lunch oder wenn sie Telefonnummern tauschen.

Wie eine junge Erzieherin aus Brasilien im Kindergarten einer anderen Kursteilnehmerin Arbeit fand, nachdem die beiden sich bei mir kennengelernt hatten.

Die Rückansicht einer Teilnehmerin aus meinem November-Kurs auf dem Weg nach Hause und wie die gerade genähte Puppe fröhlich aus dem Rucksack schaute.

„Alles von Zackarina und dem Sandwolf“ von Asa Lind: Einmal auf dem Weg zum Kurs hörte ich morgens in der U-Bahn einer Spanierin und einem Spanier zu, wie sie sich gegenseitig aus diesem Buch vorlasen. Trotz dass ich nichts verstand, war ich ganz verzaubert.

So viel Weihnachtspost von befreundeten Bloggerinnnen und Freundinnen und Freunden von Mariengold!

Eine Blogleserin, die mich per Anruf auf den Käthe Kruse Film im Ersten im April aufmerksam machte (verpasst habe ich ihn leider trotzdem).

Und dass meine Freundin Julia von VonKowalke mir den Film später schenkte.

Wie wir von 8Hände zusammenhalten und uns gegenseitig aushelfen, wenn z. B. das Material knapp wird, auch 16 Stunden vor dem nächsten Puppennähkurs.

Wie die anderen drei Puppenmacherinnen unseres Kollektivs ihre Puppen immer so schön in Tücher hüllen, wenn sie sie zu unseren Treffen mitbringen.

Anitas Abschied von Berlin. Traurig und schön zugleich und eines der besten Frühstücke in diesem Jahr.

Große Vorfreude und Pläneschmiederei für unser 8Hände-Wochenende auf dem Land nächsten Sommer.

Die Coffee-Dates mit meiner Freundin und Grafik-Designerin Clara und dass sie Mariengold seit fünf, sechs Jahren so schön macht.

Die Nachricht von einer lieben Kundin und Kursteilnehmerin, dass sie sich nach einer langen Erschöpfungsphase in einer Klinik erholt und dabei selig Puppen näht.

Eine Kundin aus Österreich, die mir schrieb, dass sie für ihre schwerkranke Mutter eine Puppe nach meiner Anleitung genäht hatte, die Mutter später in ihren Armen starb, mit der Puppe in den Händen.

Ein Foto, das meine Glücksliste vom Herbst, sorgfältig ausgedruckt, im Haus einer langjährigen Blogleserin aus der Schweiz zeigt.

Mein Mann, wie er ab und zu eine meiner Puppen in die Hände nimmt, und ich weiß, dass er diese eine ganz besonders schön findet.

Frische Blumen auf meinem Arbeitstisch.

Dass sich unerwartet viele Kinder für meine Puppennäh-AG in der Klasse meiner Tochter angemeldet haben. Im Januar geht’s los – große Aufregung!

E-Mails von Männern von puppennähverliebten Frauen, die Anleitungen, Materialpackungen und Gutscheine für Puppennähkurse bei mir bestellen.

Die PuppenMITmacherei, die Caro von Naturkinder und ich für und mit euch veranstaltet haben.

Wiedersehen mit einer alten Mariengold Puppe: Ebba hatte zwar viele Löcher und war ganz grau und speckig, aber sie sah auch wunderbar zerliebt aus. Und es ist mir gelungen, sie wieder schön herzustellen.

So viele Bestellungen aus meiner alten Heimatstadt Dresden in diesem Jahr!

Und so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer an meiner Umfage. Ihr seid ganz großartig!

Die Erkenntnis am Ende eines verrückten Jahres mit mehr Tiefs als Hochs: Was immer geschieht, es geschieht für und nicht gegen mich. Die guten wie die doofen Dinge. Alles ist immer genau richtig.

Herzmomente und Freudebegegnungen aus dem letzten Jahr findet ihr hier.


30. November 2015

21 Dinge über Mariengold

Meine allererste Begegnung mit einer sogenannten Waldorfpuppe hatte ich vor ungefähr 10 Jahren auf einem Spielplatz im Prenzlauer Berg. An dem Tag regnete es und ich wollte mich gerade mit meiner Tochter auf den Heimweg machen, als ich auf dem nassen Asphalt eine Puppe liegen sah. Es war Liebe auf den ersten Blick. Noch nie hatte ich etwas so Anrührendes gesehen. Der Spielplatz war schon leer, also nahm ich die Puppe mit nach Hause und wünschte, ich würde es übers Herz bringen, sie einfach zu behalten, was ich natürlich nicht konnte. Deshalb brachte ich die Puppe am nächsten Tag zurück, setzte sie an einen trockenen und sicheren Platz und hoffte, sie würde dort von ihrem Kind wiedergefunden werden.

Mariengold gibt es seit 8 Jahren. Und noch immer ist es ganz große Puppennähliebe.

Wenn ich Blogartikel schreibe, beginne ich mit den Bildern. Erst die Bilder, dann der Text. Immer.

Meine rosa Stoffschere begleitet mich schon seit vielen Jahren. Sie ist total stumpf, weil ich sie noch nie habe schleifen lasssen. Aber ich weiß genau, wie ich sie halten muss, damit sie trotzdem halbwegs schneidet.

Jedes Jahr gebe ich ungefähr 70 Euro für Aushänge für meine Puppennähkurse in Berlin aus. Und das obwohl nur ganz wenige Teilnehmerinnen auf diesem Weg zu mir finden.

Seitdem meine Schreibtischplatte weiß ist, muss ich sie alle zwei Tage abwischen. Ich habe total unterschätzt, wie schnell man auf so hellem Grund Schmutz und Fussel sieht.

Meine meistverkaufte Puppennähanleitung? Ich dachte immer, das sei Mitzi. Seit ein paar Monaten werte ich die Verkäufe genau aus und weiß jetzt, dass es Baby Twink ist.

Wenn ich Haarstähnen in Perückenkäppchen knüpfte, arbeite ich immer kreisförmig vom Ansatz zum Scheitel, ähnlich wie Jahresringe bei Bäumen.

Manchmal ducke ich mich auf Veranstaltungen der Waldorfszene hier in Berlin weg, weil ich nicht von Kundinnen oder Kursteilnehmerinnen gesehen werden möchte.

Frühstück gibt’s bei mir immer um 9.30 Uhr. Dann esse ich Müsli mit Reismilch oder trinke einen Smoothie. Davor und danach gibt es literweise heißes Wasser und Ingwer-Zitronen-Tee.

Ich arbeite schon immer von zu Hause aus. Es gab Jahre, da hätte ich mir einen Arbeitsraum außerhalb leisten können. Zur Zeit möchte ich die Kosten dafür lieber nicht tragen. Aber wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es ein sonniges Atelier in Friedenau oder Schöneberg mit einem Schaufenster und einem großen Holztisch für meine Kurse.

Oft werde ich nach dem Garn gefragt, mit dem ich Bommelmützen wie diese stricke. Das Garn ist leider nicht mehr erhältlich. Deshalb habe ich damals sämtliche Vorräte in Berlin aufgekauft.

Die Vorstellung, dass Menschen, die mich im echten Leben kennen, meinen Blog lesen könnten, ist mir schon immer wahnsinnig unangenehm.

Die schwierigste Entscheidung, die ich 2014 getroffen habe und die auch dieses Jahr sehr stark beeinflusst hat, war, nach dem Abschied von Karoline keine neue Mitarbeiterin einzustellen.

Diese Woche kommt die allerletzte Mütze aus der letzten großen Bestellung bei meiner Strickerin vor 1,5 Jahren zum Einsatz. Ich habe die Mützen damals nicht gezählt, weiß aber noch, dass sie mir unendlich viel vorkamen, und glaubte, niemals noch so viele Puppen zu nähen (oder nähen zu wollen).

Nächstes Jahr gebe ich zum ersten Mal einen Puppennähkurs für Kinder. Und habe riesiges Muffensausen.

Seit Jahren sammle ich schöne Namen auf einer Liste. Gebraucht habe ich sie aber noch nie, weil mir die Namen für meine Puppen immer einfach so zur rechten Zeit zufliegen.

Es passiert immer wieder, dass Menschen aus meinen alten Leben als Schülerin und Studentin zu Mariengold finden. Einmal hat eine Kommilitonin, die ich 2004 zuletzt gesehen habe, eine Puppe in meinem Dawanda-Shop gekauft. Vor einem Jahr hat eine Frau an einem Kurs teilgenommen, die an derselben Schule war wie ich. Und letzte Woche hat eine Mitschülerin aus meinem Abi-Jahrgang eine Puppennähanleitung und Bastelmaterial gekauft und mir erzählt, dass sie seit zwei Jahren regelmäßig meinen Blog liest.

Das wichtigste, das ich 2005 in Bezug auf Mariengold gelernt habe, ist Demut. Ich durfte üben, auszuhalten, nicht zu wissen, was die Lösung ist, und mich stattdessen für eine tiefere Weisheit zu öffnen, dir mir zeigt, wie es weitergehen könnte.

Zur Zeit sind meine Lieblingsfarben für Puppenhaar Rotbraun, Strohblond und Hellbraun.

Das aktuelle Porträtbild hier auf meiner Internetseite hat mein Mann gemacht, vor einem Bauwagen in der milden Oktobersonne. Es steckt so viel Liebe in seinem Blick auf mich. Deshalb mag ich das Bild sehr.

Noch mehr Dinge über Mariengold und weitere Einblicke findet ihr hier.


23. November 2015

Was gerade so lost ist #6

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Mondfinsternis

Anfang November habe ich mir endlich Zeit genommen, meine Umfrage zu Mariengold ausführlich auszuwerten. Ihr glaubt gar nicht, wie viel Zeit von der ersten Idee bis zum Design des Fragebogens und schließlich zur Veröffentlichung vergangen ist! Jetzt bin ich unglaublich froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe. Deshalb noch einmal ein riesiges Dankeschön an alle, die mitgemacht haben!

Die Ergebnisse sind von großem Wert für mich und zeigen auf, wie es in den nächsten Monaten hier und mit Mariengold im Allgemeinen weitergehen könnte. Es ist spannend wahrzunehmen, dass wir diesen Weg auch ein Stück gemeinsam gehen und dabei immer wieder neue Themen in den Vordergrund rücken. Was meinen Blog angeht, sind eure Favoriten momentan Inspiration und praktische Anregungen zur Puppengestaltung, persönliche Geschichten aus meiner Werkstatt und meinem Leben sowie Puppen und Puppenmacherei im Kontext von Heilung und Entwicklung. Das kann ich mir für 2016 auch gut vorstellen.

Über den Fragebogen hinaus habe ich auch viele herzliche E-Mails von Freund/innen und Wegbegleiter/innen von Mariengold bekommen, die mich sehr gefreut, zum Nachdenken angeregt und sogar ein bisschen zum Weinen gebracht haben. Auch dafür möchte ich Danke sagen! Eine Leserin, Birgit, hat mich besonders berührt. Sie schrieb:

„Bleiben Sie bitte so authentisch, naturverbunden und voller Empathie. Veränderungen und Weiterentwicklungen sind gut und wichtig, manchmal ergeht es einem aber auch wie Tiger und Bär in der Geschichte von Janosch, die feststellten, dass sie bereits alles hatten, um glücklich zu sein.“

Birgits Worte beschreiben sehr gut die Entwicklung, die ich in den letzten Wochen in mir wahrgenommen habe. Ich habe hier ja oft von Achterbahnfahrten geschrieben, von einer inneren Unruhe und der Suche nach – was auch immer. Die vergangenen 18 Monate waren eine wahnsinnig intensive Zeit und eine riesengroße Herausforderung. Ich habe Entscheidungen getroffen und Wege eingeschlagen, von denen ich nicht wusste, wohin sie führen würden. Manche waren richtig und gut, andere nicht. Mariengold wurde ein Mal kräftig durchgeschüttelt, stand im Sommer kurz vor dem Aus und wurde doch die ganze Zeit liebevoll von mir gehalten. Hier und da klang das sicher in meinen Texten durch.

Und jetzt? Langsam kehrt Ruhe ein. Ich habe viel über mich und meine Arbeit gelernt, wurde von lieben Menschen unterstützt, habe mir stets das Herz von meinen Puppen wärmen lassen und einfach immer weitergemacht. Meine Perspektive auf die Achterbahnfahrt, auf dieses Auf und Ab, hat sich geändert. So ist das Leben, mein Leben. Zum ersten Mal seit langer Zeit spüre ich: Ich habe alles, um glücklich zu sein.

Was mich gerade noch glücklich macht

Die PuppenMITmacherei mit Caro von Naturkinder und vielen Frauen, die teilweise zum allerersten Mal eine Puppe nähen. Das erinnert mich an meine eigenen Anfänge und den Zauber des Beginns von Mariengold.

Meine Tochter, die jetzt regelmäßig kleine Aufgaben in meiner Werkstatt übernimmt, so dass mir ein bisschen mehr Zeit für anderes bleibt.

Das Filzkopfpuppenprojekt mit Laura von 1000 Rehe. Im nächsten Jahr geht es weiter mit unseren Kursen. Und ein neues aufregendes Projekt kündigt sich auch schon.

Die Freiheit, zu bloggen, wie ich es möchte. Es geht gerade in Richtung ein bis zwei Artikel pro Woche plus die Puppe am Freitag.

Meine Kurse. Mehr Puppennähglück geht nicht!

Schlicht und einfach. So sind meine Puppen. Dafür liebe ich sie von Herzen. Und so sollen sie bleiben.

8Hände. Zwar geht es gerade sehr ruhig in unserer Gruppe zu, aber es tut gut zu wissen, dass wir uns haben.

Meine Heimatstadt Berlin. Die Stadt ändert sich mit jedem Tag und steckt voller Möglichkeiten. Es ist immer wieder eine Freude, um die nächste Ecke zu biegen.

Die Zusammarbeit mit meiner Grafik-Designerin Clara. Es braucht nicht viele Worte, uns über die Gestaltung des Mariengold Designs zu verständigen.

Gute Aussichten. Am Ende meiner Schulzeit wollte ich eigentlich Kunsttherapeutin werden. Es kam anders und ich bin schließlich bei den Puppen gelandet, was gar nicht so weit davon entfernt ist, wie ich immer wieder feststelle. In diesem Jahr hat sich deutlich der Wunsch gezeigt, dass ich weiter lernen und wachsen möchte. Es ist nie zu spät.

Erste Pläne für 2016. Einen neuen Kalender habe ich schon und sammle jetzt Vorfreudetermine für das neue Jahr.


14. Oktober 2015

Herzchenangelegenheit

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Design Management hat mich schon während meines Studiums der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin wahnsinnig interessiert. Vielleicht weil es meinem Sinn für Schönes und meinem Bedürfnis nach Struktur und Klarheit gleichermaßen entgegenkommt.

Während meiner studentischen Mitarbeit in der Design Agentur MetaDesign habe ich außerhalb der Uni Design Management von der Pike auf gelernt und zehre noch immer von den Erfahrungen und dem Wissensschatz aus dieser Zeit. Das heißt nicht, dass ich ein Profi bin, aber das Thema Corporate Design ging mir mit Mariengold immer leicht von der Hand und macht mir viel Freude.

Was ist Corporate Design?

Corporate Design, das ist das Erscheinungsbild eines Unternehmens oder einer Organisation. Es ist ein Teilbereich der Corporate Identity, der Unternehmenspersönlichkeit, die durch eine langfristige Strategie konsistenten Handelns, Kommunizierens und visuellen Auftretens entsteht. Ziel ist die Prägung eines wiedererkennbaren, die Selbsteinschätzung vermittelnden Erscheinungsbildes in der Öffentlichkeit. In diesem Prozess spiegelt das Corporate Design die Unternehmsidentität nach außen und sorgt für Ganzheitlichkeit, also die Übereinstimmung von Selbstbild und Fremdbild.

Das klingt erst einmal ziemlich theoretisch, ist aber ein grundlegendes und spannendes Thema für jedes Unternehmen, auch für Menschen, die in viel kleinerem Rahmen mit ihrer Herzenssache beruflich selbständig sind. Denn es vermag die Seele eines Projektes über das Visuelle nach außen zu tragen, was neben einem guten Produkt oder einer guten Dienstleistung ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist. Ein ganzheitliches Corporate Design ist auch ein Zeichen von Professionalität.

Aber noch einmal zurück zur Definition: Corporate Design ist die einheitliche Gestaltung aller Kommunikationsmittel und Produkte eines Unternehmens oder einer Organisation. Dazu gehört alles, was die visuelle Erscheinung ausmacht, also Firmenzeichen, Geschäftspapiere, Werbemittel, Verpackung, manchmal auch Klänge, Architektur und Arbeitskleidung.

Das Herz des Ganzen ist das Logo. Ein gutes Logo macht aber noch kein komplettes grafisches Erscheinungsbild. Dafür braucht es noch mehr, nämlich Typografie, Farben, Formate und Bilder, also Gestaltungsrichtlinien, die in einem sogenannten Corporate-Design-Manual festgehalten werden. Sie bilden die Grundlage für jede Gestaltung und sind ein wichtiges Arbeitsmittel für alle daran beteiligten Mitarbeiter des Unternehmens oder externe Dienstleister wie eine Werbeagentur oder ein Designbüro.

Corporate Design bei Mariengold

Bei Mariengold ist das meine Grafik-Designerin Clara, die seit einigen Jahren für das visuelle Erscheinungsbild zuständig ist. Sie hat – in enger Zusammenarbeit mit mir – das Logo und die Gestaltungsrichtlinien entwickelt und wendet diese auf alle Kommunikationsmittel (Internetseite, Flyer, Geschäftspapiere, Kursaushänge) und Produkte (Blog, E-Books) von Mariengold an.

Dadurch ist mit der Zeit ein einzigartiges, prägnantes und wiedererkennbares Corporate Design entstanden, das in Einklang mit dem Selbstverständnis und den Werten meines Labels steht und die Essenz von Mariengold hoffentlich glaubwürdig nach außen vermittelt.

Wichtige Stichworte für Claras Gestaltungsarbeit sind Herzverbundenheit, Offenheit, Leichtigkeit, Frische und Humor. Deshalb das handgezeichnete Herzchen im Logo. Hellrosa, Weiß und Pink als Farben. Und spielerische Collagen. Um ein paar Beispiele zu nennen.

Es geht aber nicht nur um Wiedererkennbarkeit und Konsistenz, sondern die Herausforderung besteht auch darin, immer wieder lebendig und modern zu wirken. Das geschieht durch kleine, manchmal minimale Veränderungen, die an neuen Kommunikationsmitteln und Produkten ausprobiert und dann vielleicht langfristig übernommen werden. Auch wenn dabei Zeitgeschmack und Trends eine Rolle spielen können, ist es wichtig, dass das Corporate Design weiterhin der Unternehmensstrategie und nicht einer Mode folgt.

Anregungen für euch

Wenn ihr gerade dabei seid, euch selbständig zu machen und ein Corporate Design für euer Projekt zu entwickeln, sind die folgenden Anregungen vielleicht hilfreich für euch:

Die wichtigste Frage zu Beginn ist die, wofür euer ihr mit eurer Geschäftsidee steht. Wie lautet euer Selbstverständnis? Welchen Sinn macht eure Arbei für euch? Was sind eure Werte? Welcher Vision folgt ihr? Es geht dabei um das Herz und die Essenz eures Vorhabens.

Nehmt euch Zeit für diese Überlegungen. Macht euch Notizen und destilliert am Ende die wichtigsten Stichworte heraus. Sie bilden die Grundlage für euer Corporate Design.

Als nächstes geht es um das Praktische. Welche Ziele verfolgt ihr? Welche Zielgruppe soll das Design ansprechen? Und was soll eigentlich gemacht werden? Ein Logo? Eine Internetseite? Ein Flyer? Oder das Komplettprogramm? Welches Budget steht euch zur Verfügung? Schreibt die wichtigsten Informationen auf und ergänzt sie um eure Stichworte von oben.

Ihr könnt auch Inspiration von anderen Unternehmen sammeln. Vielleicht gibt es Corporate Designs, die ihr besonders gelungen findet? Studiert auch die Erscheinungsbilder eurer Konkurrenz. Wie könnt ihr euch davon abgrenzen? Aber schaut nicht zu sehr nach links und recht, manchmal verstellt das den Blick auf die eigenen Ideen.

Wenn ihr schon erste Ansätze für die Gestaltung habt, z. B. ein Symbol oder eine Farbe, notiert auch diese.

Das alles zusammen ergibt euer Briefing, also die Aufgabenstellung für den Designprozess. Je besser das Briefing, desto besser das Ergebnis. Jetzt kann es losgehen.

Wenn ihr nicht selbst vom Fach seid, empfehle ich euch die Zusammenarbeit mit beruflichen Grafik-Designer/innen. Ja, ein professionelles Corporate Design kostet Geld, je nach Umfang sogar viel Geld. Aber so eine Investition zahlt sich langfristig aus und sorgt für einen guten Start in euer Business.

Wenn ihr euch keinen Profi leisten könnt, hört euch im Freundes- und Bekanntenkreis um. Vielleicht findet ihr da jemanden für euer Anliegen. Oder ihr nehmt Kontakt zu einer Hochschule mit Fachrichtung Kommunikationsdesign auf. Studenten arbeiten oft für weniger Geld, sie sind am Puls der Zeit und möchten Erfahrungen sammeln. So ähnlich habe ich es 2008 gemacht. Da hat Joy von Wurzelfrau die erste Internetseite für Mariengold gestaltet. Auch sie stand damals am Anfang, wollte sich gern ausprobieren und hat nur einen verhältnismäßig kleinen Preis genommen.

Vielleicht habt ihr aber auch Lust (oder es bleibt euch nichts anderes übrig) und ihr macht es ganz allein. Meine Freundin Anita hat so ein Selfmade Corporate Design für ihr Label Lilla Kirrivi gestaltet und es wirkt hochwertig und stimmig. Natürlich kostet dieser Weg mehr Zeit und sicher auch mehr Nerven, aber ihr könnt dabei viel lernen und seid unabhängig.

Wenn euer Corporate Design dann steht, bleibt an dem Thema dran. Stellt euch regelmäßig die Frage, ob es zeitgemäß ist, sprich ob ihr euch und eure unternehmerische Vision noch damit identifiziert. Wahrscheinlich braucht es irgendwann eine Erfrischung oder gar eine komplette Überarbeitung. Schließlich verändert ihr euch und damit auch euer Label sich mit der Zeit und diesen Wandel darf auch euer Corporate Design spiegeln.

Und vergesst die Freude nicht! Das Erscheinungsbild eures Business‘ ist eine wunderbare Möglichkeit, euer tiefstes Herzensanliegen nach außen zu tragen. Das ist eine große Chance und ein großes Glück und dieses Glück wird auch den Erfolg anziehen.

Ich wünsche euch alles Gute auf dem Weg!


15. Juni 2015

Was gerade so los ist #5

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Mariengolds aufregendstes Projekt in diesem Jahr nähert sich langsam, aber sicher dem Höhepunkt. Seit Ende Mai ist das Charlie Bo E-Book erhältlich, an dem Laura von 1000 Rehe und ich monatelang gewerkelt haben. Begonnen hatte unser Filzkopfprojekt letzten Herbst mit der Spitzenidee, zusammen einen neuen Kurs zur Herstellung von Puppenköpfen mit der Technik des Nadelfilzens anzubieten. Unbedingt machen, waren wir uns sofort einig. Die Idee für eine ausführliche Anleitung im E-Book-Format (ursprünglich nur) für unsere Kursteilnehmer/innen kam von Laura. Aus dem Filzkopf gleich eine ganze Puppe inklusive Kleidung zu machen, rundete ich das Ganze ab. 9 Monate später ist es endlich soweit: Das E-Book ist veröffentlicht und wir stehen kurz vor unserer Kurspremiere am 4. Juli hier in Berlin. Laura und ich freuen uns riesig über die große Resonanz auf unser Projekt, die vielen E-Book-Verkäufe und zahlreichen Kursanmeldungen. Merci von Herzen und Handküsse für euch!

„Nach dem Projekt ist vor dem Projekt.“, antwortete ich neulich schmunzelnd meiner Freundin Anna auf die Frage, ob ich das freudige Ereignis auch schön gefeiert hätte. Dass es nach der Veröffentlichung von Charlie Bo gleich mit der PuppenMITmacherei weitergehen würde, wurde mir so richtig erst ein paar Tage vor deren Auftakt klar. Am 1. Juli geht es los! Caro von Naturkinder und ich freuen uns wahnsinnig über die ersten Anmeldungen und können es kaum erwarten, mit euch zusammen Puppen zu nähen. Was meinen Beitrag zu unserer Aktion angeht, schwanke ich zwischen der Vollendung meines Holzköpfchens (zu dem letzten Sommer noch Holzhände und Holzfüße hinzugekommen sind) oder der Anfertigung einer ganz klassischen Mariengold Puppe für euch zum Mitmachen. Was würde euch denn mehr interessieren?

Vorletztes Wochenende fand mein letzter Puppennähkurs vor der Sommerpause statt. So viel wie in diesem ersten Halbjahr habe ich noch nie unterrichtet. Jetzt bin ich ganz ziemlich erschöpft und ein bisschen kursmüde. Besonders aufregend war im Juni, dass eine Teilnehmerin überhaupt kein Deutsch sprach. Zwar hatte sich eine andere Frau glücklicherweise zum Übersetzen bereit erklärt, dennoch habe ich natürlich auch ganz viel Englisch gesprochen. Hinterher schwirrte mir ordentlich der Kopf, aber das zweisprachige Unterrichten machte Spaß und ging ganz flüssig. Da trifft es sich gut, dass es seit einiger Zeit schon Interesse an Mariengold Kursen im Ausland gibt. Vielleicht werde ich nächstes Jahr ja wirklich in Amsterdam (bei Ineke) und Wien unterrichten (gut, für Wien braucht es nun wirklich kein Englisch). Außerdem häufen sich die Anfragen für Puppennähkurse für Kinder. Aber das ist nichts für mich und steht erst mal nicht an.

Im April habe ich für Mariengold endlich eine Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung abgeschlossen. Das Thema hatte sich schon vor zwei, drei Jahren angebahnt, als ich begann, Schritt für Schritt  die gesetzlichen Richtlinien und Normen zur Spielzeugsicherheit in der EU umzusetzen. Auch wenn meine Puppen alle Anforderungen erfüllen und das CE-Kennzeichen tragen, ist diese Versicherung eine sinnvolle Ergänzung (die mich nach anstrengenden Überlegungen und langem Hin und Her tatsächlich besser schlafen lässt).

Letzten Dezember beendeten meine Mitarbeiterin Karoline und ich unsere vierjährige Zusammenarbeit. Seit fast einem halben Jahr arbeite ich jetzt wieder ganz allein in meinem Studio. Ungewohnt und anders war das zunächst. Aufregend und neu. Tränen und Flüche hinter der Nähmaschine gab es aber auch ein paar Mal. Mittlerweile hat sich eine angenehme Routine eingespielt. Aber manchmal fehlt Karoline eben doch. Hier und da tauchten in den letzten Monaten liebenswerte kleine Spuren unserer Zusammenarbeit auf: sorgfältig gefaltete Stoffe, ihre runde Handschrift auf den Schnittmustern, kleine Zettel, mit denen ich immer die Stoffe für sie markierte, die super Schneiderschere, die sie mir zum Abschied schenkte (nachdem sie jahrelang mit stumpfen Scheren gekämpft hatte), ihr Lachen, das mir die viele Arbeit so oft erleichterte. Mit Karolines Abschied ist ein ganz bestimmter Abschnitt bei Mariengold zu Ende gegangen. Mein Label ist im Wandel. Das Neue bahnt sich langsam den Weg.

Vor einiger Zeit im Gespräch mit meiner Freundin und Grafik-Designerin Clara rutschte mir der Satz raus: „Blümchen, Streifen, Nickystoff – das ist vorbei, das bin ich nicht mehr“. Wie so oft in meinem schwierigen Frühjahr hatte ich mich so richtig in Rage geredet, heute würde ich das anders ausdrücken. Aber tatsächlich entwickle ich seit zwei Monaten ein neues gestalterisches Konzept zur Weiterentwicklung meiner Puppen. Nach acht Jahren mit meinem Label ist es an der Zeit, meine Arbeit neu zu denken, anders erfüllend zu gestalten und nachhaltig auf die Zukunft auszurichten. Ich habe Lust auf Veränderung bei Mariengold, so wie ich als Mensch mich in den letzten Jahren auch verändert habe. Gar nicht so einfach, so ein Prozess! Um herauszufinden, wie ich mir meine Arbeit in Zukunft vorstelle, nutze ich verschiedene Kreativtechniken, gestalte z. B. ein Moodboard für die Mariengold Puppe meiner Träume (dafür auch der große Stapel Milk Magazine, die ich von Indre bekommen habe) und arbeite mit Mind Maps, um auf neue Ideen zu kommen. Auch das Schreiben hilft mir, meine Gedanken zu ordnen und Klarheit über meine Wünsche und Ziele zu bekommen.

Dabei ist mir die Idee für eine Artikelserie mit dem Arbeitstitel „Puppenmacherei Heute“ für meinen Blog gekommen. Das Thema beschäftigt mich schon ganz lange, auch weil Mariengold direkt von den großen Veränderungen der letzten Jahre betroffen ist und sie teilweise mit auf den Weg gebracht hat. Meine Beobachtungen und Erkenntnisse habe ich bereits in einigen Thesen formuliert. Auch wenn es sich dabei letztlich um meine ganz persönlichen Gedanken handelt, sind sie vielleicht spannende Impulse für alle, die Puppen gewerblich herstellen oder es in Zukunft vorhaben.

Mich interessiert aber auch, was ihr so denkt, was euch interessiert und was ihr euch von diesem Ort hier wünscht. Deshalb plane ich für den Sommer eine ausführliche Umfrage unter meiner Leserschaft zu meinem Blog. Das ist sicher wieder ein Projekt, das am Ende viel größer wird, als ich es mir jetzt vorstelle. Aber ich bin total gespannt und habe große Lust, so etwas mal zu machen.

The time is now.

Ein Satz, der mich herausfordert: Das Ziel ist im Weg.

Eine Frau und ihre Bücher, die mich inspirieren: „Made by Hand“ und „Printing by Hand“ von Lena Corwin.

Ein Abschied, den mir schwer fiel und sich doch richtig anfühlt: Von meiner Gitarre.

Ein Lied, das mich begleitet: „Stranger Lover“ von Ibeyi.

Eine Freude, die ich mir bereitet habe: Zwei schöne Haarbänder zu nähen. Und sie ganz stolz zu tragen.

Worauf ich mich im Sommer freue: Mein Geburtstag. Bergluft. Das Meer. Vier Wochen Auszeit im August.


20. April 2015

Mariengold #4: Ein Fanzine für Puppenliebe

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Anfang des Jahres habe ich hier auf meinem Blog eine vierteilige Reihe begonnen, in der ich den Menschen, die ganz neu zu Mariengold gefunden haben, die einzelnen Bereiche meiner Arbeit genauer vorstelle. Den Anfang machte mein Angebot zur Herstellung von selbstgenähten Stoffpuppen, sozusagen das Puppenglück aus eigener Hand. Es folgten die Puppen à la Carte, die ich für euch herstelle, dann das Werkeln unter Puppennähverliebten in meinen Kursen. Heute, im letzten Teil dieser Reihe, geht es um mein Herzensprojekt, meinen Blog. In diesem Sinne, Willkommen bei Mariengold!

Seit 9 Jahren blogge ich jetzt schon. Das ist etwas länger, als es Mariengold gibt. Angefangen habe ich 2006 mit einem kreativen Tagebuch namens Marigold bei Blogspot. In dieser Zeit eröffnete sich mir eine ganz neue, aufregende und wunderbare Welt der unbegrenzten Möglichkeiten und inspirierenden Begegnungen, in der ich später meinen Platz als professionelle Puppengestalterin fand.

Meine selbst erschaffene Arbeit kann ich mir ohne das Internet gar nicht vorstellen. Ohne das Schreiben auch nicht. Deshalb blogge ich von Herzen gern.

Der Mariengold Blog

Mit dem Bloggen verbinde ich meinen Beruf und das, was ich am liebsten tue, nämlich schreiben. Dabei ist es mir eigentlich gleich, worüber ich schreibe. Die richtigen Worte zu finden und einen guten Text zu verfassen, macht mir einfach riesig Freude.

Im Großen und Ganzen gibt es hier zwei Arten von Artikeln:

Bei den einen geht es ganz allgemein um Puppen und Puppenmacherei. Dazu gehören zum Beispiel die Buchrezensionen, in denen ich Geschichten mit Puppen und Anleitungen zur Herstellung von Puppen und Puppenkleidung bespreche, die Fundstücke, in denen ich schöne Dinge und gute Ideen aus der Welt der Puppenmacherei im Internet vorstelle, kleine DIY-Projekte zum Selbermachen, Tipps und Tricks für die Puppengestaltung sowie Portraits über Leute, die mich inspirieren.

Die anderen drehen sich im weitesten Sinne um Mariengold. In diesen Artikeln erzähle ich über den Alltag in meinem Atelier, stelle meine Puppen vor, schreibe über meine E-Books und Anleitungen sowie das Material zum Selbermachen von Puppen, halte euch über meine Kurse auf dem Laufenden, berichte von unserem Puppenkünstlerinnenkollektiv 8Hände und über die Zusammenarbeit mit anderen Kreativen, aktuell das Filzkopfpuppenprojekt mit 1000 Rehe.

Mein Schreibstil ist offen, lebendig und warmherzig. Anders kann ich, glaube ich, gar nicht schreiben. Ganz besonders persönlich sind meine Glückslisten (die mag ich am liebsten), die Einblicke und Ausblicke mit Gedanken zu meiner Arbeit und Entwicklung als Puppengestalterin und meine Reiseberichte von unterwegs. Diese Impressionen aus meinem Leben sind es auch, die ihr am meisten mögt und die mir immer ganz viel E-Mail-Post bescheren.

Die Redaktion? – Das bin ich.

Als ich vor 9, 10 Jahren mit dem Puppennähen begann, gab es nur eine Handvoll Blogs von Puppenmacherinnen; für mich waren das die Puppenwiege (die jetzt leider geschlossen ist), die Puppenliesl und Allerleipuppen (meine größte Inspiration damals). Mittlerweile aber gibt es eine richtige Blogosphäre zu dem Thema. Diese Blogs sind meist persönliche Tagebücher, in denen es um Handarbeit, alltägliche Dinge, die Familie und die Natur geht und natürlich die neuesten Puppen gezeigt werden.

Was ich mir immer gewünscht habe, war ein Online-Magazin über Puppengestaltung, persönlich geschrieben und journalistisch aufbereitet, mit einem einzigartigen Konzept, vielseitigen, interessanten Beiträgen und einem frischen Design. Und weil es so etwas noch nicht gibt, versuche ich es einfach selbst, hier auf und mit meinem Blog. So ein Projekt braucht natürlich Zeit, viel Zeit, Know-How, Mut und Ideen. Mir macht das wahnsinnig viel Spaß. Wohl auch, weil ich immer auch gern als Journalistin arbeiten wollte.

Für meinen Blog habe ich vor einiger Zeit ein Konzept entworfen, das ich laufend aktualisiere und nach Lust und Laune weiterentwickele. Dafür nehme ich mir ein, zwei Mal im Monat ein paar Stunden Zeit. Dann sammle ich Ideen für Artikel, mache einen groben Plan für die Beiträge der nächsten Wochen, fertige erste Skizzen an und beginne mit dem Texten, suche Fotos zusammen und überlege mir passende Bilder, schreibe Briefings für Clara, die z. B. die Collagen für die Fundstücke gestaltet, recherchiere Material für spätere Artikel, fordere Rezensionsexemplare für Buchvorstellungen an, denke mir Überschriften aus und schmiede Zukunftspläne wie gerade für den Puppen Make-Along mit Naturkinder im Herbst.

Zur Zeit erscheinen pro Woche drei Artikel auf meinem Blog, von denen immer einer über die Puppe für den Sofortkauf am Freitag ist. Das Schreiben erledige ich eher nebenbei, das heißt, es gibt keine festen Zeiten. Am liebsten aber schreibe ich nachmittags nach vollendetem Tagwerk. Wenn ich einmal angefangen habe, komme ich in der Regel gut in Schwung und arbeite dann meistens an mehreren Beiträgen gleichzeitig. Mindestens eine Stunde Zeit investiere ich in jeden Artikel, meistens mehr.

Aber eigentlich ist das Schreiben (nicht nur für den Blog) die einzige Tätigkeit für Mariengold, bei der ich nicht auf die Uhr schaue. Ich kann die Zeit dabei so richtig schön vergessen, genieße Momente des Flows und denke auch nicht über das Thema Geld nach. Herrlich.

In Zukunft möchte ich meinen Blog weiter zu einem Online-Magazin für Puppengestaltung ausbauen, nichts Großes, einfach ein Ort, der anderen Puppenverliebten und mir Freude bereitet. (Ich träume auch von einer kleinen Redaktion und der Zusammenarbeit mit Gastautorinnen und -autoren.) Wenn alles gut geht, werde ich in diesem Jahr endlich richtig Leben in mein langjähriges Herzensthema Puppen als Spiegel der Seele hier auf dem Blog bringen, eine Interviewreihe mit Menschen beginnen, die direkt oder im weiteren Sinne mit Puppen und Puppengestaltung zu tun haben, und eine Frage-Antwort-Kolumne entwickeln.

Bloggen tut mir einfach gut. Ich mag es, zu schreiben und zu fotografieren und erzähle gern Geschichten aus meinem Leben als Puppengestalterin mit allen Höhen und Tiefen und Widersprüchen. Ich schreibe aus dem Bauch heraus und ehrlich, auch wenn es mir gerade nicht so gut geht. Und ich zeige den Menschen (und mir selbst) lieber den Silberstreif am Horizont oder das Licht, durch den den Riss hereinkommt. Das mag ich an meinem Blog und an meinem Schreiben.

Vielen Dank, dass ihr so gern hier mitlest. Das bedeutet mir sehr viel.

Dieser Blog ist für euch. Feedback, Anregungen und Fragen an hello@mariengold.net sind Willkommen.


13. April 2015

Wir sind alle bestimmt zu leuchten

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Unsere tiefste Angst ist nicht die, dass wir unzulänglich sind. Unsere tiefste Angst ist die, dass wir über die Maßen machtvoll sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns am meisten erschreckt. Wir fragen uns: Wer bin ich denn, dass ich so brilliant, großartig, talentiert, fabelhaft sein sollte? Aber wer sind Sie denn, dass Sie es nicht sein sollten? Sie sind ein Kind Gottes. Wenn Sie sich kleinmachen, dient das der Welt nicht. Es hat nichts von Erleuchtung an sich, wenn Sie sich so schrumpfen lassen, dass andere Leute sich nicht mehr durch Sie verunsichert fühlen. Wir sollen alle so leuchten wie die Kinder. Wir sind dazu geboren, die Herrlichkeit Gottes in uns zu manifestieren. Sie existiert in allen von uns, nicht nur in ein paar Menschen. Und wenn wir unser eigenes Licht leuchten lassen, erlauben wir auch unbewusst anderen Menschen, das gleiche zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Furcht befreit sind, befreut unsere Gegenwart automatisch auch andere.

– Marianne Williamson, US-amerikanische Schriftstellerin

„Du bist schön“, das war das Motto der diesjährigen Fastenaktion der evangelischen Kirche. Ich war auch dabei und habe mich jeden Tag darauf gefreut, meinen Tagestischkalender umzublättern. Ostersonntag dann der Höhepunkt mit den Worten von Marianne Williamson, die mir seit vielen Jahren schon gut vertraut sind.

Sie befanden sich unzählige Male an meiner Pinnwand oder in meinem Kalender und tauchen auch immer wieder in Magazinen, Büchern und Filmen auf. Wenn ich sie lese, bewegen sie mich jedes Mal aufs Neue. In Bezug auf Mariengold haben sie mich immer ermutigt und mir den Weg geleuchtet, gerade wenn es sich schwer angefühlt hat. Und wenn es leicht war, haben sie es noch leichter gemacht.

Wohin mein Weg mich in der nächsten Zeit führen wird, weiß ich nicht. Mariengold ist (wie immer) in Bewegung, 2015 ganz besonders, wie es scheint. Manches ist gut, manches ist doof. Einige Dinge leite ich in die Wege, andere passieren eher ohne mein Zutun. Hier und da kann ich mir Entwicklungen erklären, an anderer Stelle nicht. Ich versuche, mich einfach hinzugeben und die Dinge so zu nehmen, wie sie sind. In die Köpfe meiner Kundschaft kann ich eh nicht reinschauen, also kann ich auch gleich machen, was ich möchte. Das ist sowieso das Beste und hat immer gut geklappt.

In meiner beruflichen Selbständigkeit gab es immer wieder auch Zeiten, in denen sich der Weg nicht klar gezeigt hat oder alles unheimlich anstrengend war oder einfach blöd. Was mich in guten wie in schweren Zeiten trägt, immer weiter: Zu wissen, dass die Dinge stets im Wandel sind, einen Sinn ergeben (ob ich ihn nun erkenne oder nicht) und immer etwas Wunderbares entsteht, wenn ich offenen Herzens durchs Leben gehe.

Wir sind alle bestimmt zu leuchten. Und brauchen dafür nichts weiter tun, als zu sein. Einfach wir selbst zu sein.


18. März 2015

Du bist schön!

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Jedes Jahr veranstaltet die evangelische Kirche eine besondere Fastenaktion, auf die ich mich immer schon Wochen vorher freue. Das Motto für 2015 ist „Du bist schön!“. Dabei geht es weniger um den Verzicht auf Schokolade, sondern mehr um eine Einladung zum Fasten im Kopf. Wer mag, nutzt dazu den wunderschön gestalteten Tagestischkalender als Begleiter. Der gibt zwischen Aschermittwoch und Ostern jeden Tag kleine Impulse, die Routine des Alltags zu hinterfragen, neue Perspektiven einzunehmen und zu entdecken, worauf es ankommt im Leben.

Sieben Wochen ohne Runtermachen, so lautet der Untertitel der Aktion. Es geht um ein Ja aus vollem Herzen, zu den Menschen an unserer Seite wie auch zu uns selbst. Darum, innezuhalten und stehen zu lassen, was steht, und es nicht gleich wieder einreißen zu müssen. Darum, schön zu nennen, was schön ist, und nicht sofort nach Makeln zu suchen. Das ist ziemlich schwer, vor allem, wenn es um uns selbst geht. Meist sind wir selbst unsere allergrößten Kritiker und oft richtig gut im Runtermachen der eigenen Größe. Bei mir ist das jedenfalls so.

Dabei ist das, was wir ins Herz schließen, meistens gar nicht das Perfekte und Optimierte, sondern vielmehr das Eigenwillige und Besondere. „Du bist schön!“ lädt dazu ein, den Blickwinkel zu ändern und Schönheit dort zu suchen, zu würdigen und zu feiern, wo wir sie oft übersehen, nämlich in den Abweichungen, im Schrägen und Ungewöhnlichen, in der Ungleichheit und der Disharmonie, in Brüchen und Widersprüchen, in den Unterschieden und der Andersartigkeit, in der Unstimmigkeit und der Unvollkommenheit, im Fremden und im Unscheinbaren. Der Dichter Christian Morgenstern hat einmal gesagt: „Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.“ Was für ein Satz! Er bringt uns alle zum Leuchten und heißt uns mit unserer Einzigartigkeit Willkommen im Leben.

„Du bist schön!“ – Wann habe ich das eigentlich zum letzten Mal zu meinen Puppen gesagt? Die Fastenaktion der evangelischen Kirche nehme ich auch zum Anlass, einen liebevollen Blick auf Mariengold zu richten. Was mir dabei hilft: Keine Blogs von anderen Puppenmacherinnen mehr zu lesen. Genau hinzuhören (und zu genießen!), wenn andere meine Arbeit loben oder konstruktiv kritisieren. Offenheit und Austausch. Mit liebevollen Augen zu schauen. Das Herz führen zu lassen.

Die letzten beiden Jahre waren nicht leicht für Mariengold. Ich war verunsichert von den Entwicklungen in der Welt der Puppenmacherei, fand es zunehmend schwer, mit meinen Puppen und meinem Label einer klaren Linie zu folgen, fragte mich ständig, was ich eigentlich möchte und wie ich wirklich arbeiten will, das war zermürbend. Dahinter steckte ein Mangel an Wertschätzung und Vertrauen.

Seit Beginn des Jahres kehrt langsam Ruhe ein. Das gute Gefühl und der liebevolle Blick kommen zurück. Sie werden genährt von schönen Erlebnissen und berührenden Begegnungen, von Stille und Achtsamkeit in meinem Atelier, von positiven Gedanken und Entdeckergeist, die mich allesamt die Essenz meiner Arbeit wieder spüren lassen und die Lust am Gestalten wachgekitzelt haben.

Ich sehe die Schönheit meiner Puppen. Ich sehe sie gerade in ihrer Schlichtheit und Unvollkommenheit. Ich sehe die gute Absicht, mit der ich sie nähe, und die Kinder, für die ich sie herstelle. Ich sehe, was ich richtig gut kann (und was überhaupt nicht), was mir Spaß macht (und was weniger). Ich sehe das Gold und die Maria in Mariengold, die Originalität (im wahrsten Sinne des Wortes) und die Möglichkeiten – wie wunderbar. Daraus gestaltet sich ein Weg, immer wieder neu, den zu gehen mir eine große Freude ist.

„Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.“