23. Mai 2016

DIY: Sonntagsschleife

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Eigentlich habe ich es nicht so mit Rüschen und Knöpfen, Bommeln und Litzen und all dem herrlichen Kleinkram, mit dem man Puppenkleidung verzieren kann. Ich mag es schlicht und einfach. Weil ich das am besten kann und weil es mehr meist gar nicht braucht.

Wenn aber doch einmal ein Farbkleks fehlt oder ein gewisses Etwas von meinen Kundinnen und Kunden nachgefragt wird, lasse ich mir gern etwas einfallen. So entstand letzte Woche die Sonntagsschleife, die aus einem einfachen Puppenkleid einen feinen Zwirn macht. Ohne die Bänder kann sie auch als Fliege getragen werden. Geht ganz leicht.

Ihr braucht

Einen klitzekleinen Rest Baumwollgarn (z. B. Catania von Schachenmayr)

Häkelnadel

Vernähnadel

Schere

Nähgarn und Nadel zum Annähen

Und so geht’s

8 Luftmaschen plus 1 Wendeluftmasche aufnehmen und 3 Reihen halbe Stäbchen oder feste Maschen häkeln, am Ende jeder Reihe eine Wendeluftmasche arbeiten. Den Faden abschneiden, durch die letzte Masche ziehen und vernähen, den Anfangsfaden ebenso. Für die Schleifenform das Rechteck fest abbinden, indem das Garn mehrfach um die Mitte gewickelt und fixiert wird. Für die Bänder einen ca. 8 cm langen Faden mit Hilfe einer Nähnadel auf der Rückseite so einfädeln und verknoten, dass die beiden Enden schön nach links und rechts fallen. Annähen und auf zum Picknick unterm blühenden Kirschbaum!

Weitere DIYs findet ihr hier.

Auf der Suche nach dem passenden Kleid? Hier gibt es meine E-Books mit Anleitungen und Schnittmustern für Puppenkleidung.


4. Mai 2016

DIY: Blütenhaarband

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Gibt es etwas Schöneres auf der Welt als Blumen? Na klar, Blumenkränze im Haar, dazu ein Himbeereis und barfuß durch den Tag spazieren. Davon ist dieses einfache Haarband inspiriert, das ich immer wieder gern für meine Puppen anfertige. Dabei kann man wunderbar in Farben schwelgen und ruckzuck einen romantischen, sommerfeinen Look zaubern.

Ihr braucht

Baumwollgarn in verschiedenene Farben (z. B. Catania von Schachenmayr)

Häkelnadel

Vernähnadel

Schere

Gummiband 15 bis 20 mm breit (z. B. elastisches Schrägband)

Nähmaschine und Nähmaschinengarn

Und so geht’s

Für das Haarband braucht ihr eine Handvoll Blüten, je nach Kopfumfang und Dichte etwa 15 bis 20 Stück:

4 Luftmaschen häkeln und mit einer Kettmasche zum Ring schließen. Zu Beginn der 1. Runde 2 Luftmaschen häkeln, dann 9 feste Maschen in den Ring arbeiten und mit einer Kettmasche in die 2. Luftmasche der Anfangsluftmaschen zur Runde schließen. In der 2. Runde die Blütenblätter anfertigen. Dafür die Folge in Klammern 5 Mal bis zum Ende der Runde häkeln (2 Luftmaschen, 1 Stäbchen und 1 halbes Stäbchen in die 1. Masche, 1 Kettmasche in die nächste Masche). Den Faden abschneiden, durch die letzte Masche ziehen und vernähen, den Anfangsfaden ebenso.

Das Gummiband in der passenden Länge zuschneiden. Damit es später gut hält, sollte es recht knapp auf dem Puppenkopf sitzen. Mit der Nähmaschine (oder auch von Hand) die Enden schließen und die Blüten fixieren. Ich verwende dabei Nähgarn in einer einzige Farbe, ihr könnt natürlich zwischendurch auch wechseln.

Viel Freude beim Werkeln und einen schönsten Mai für euch.

Weitere DIYs findet ihr hier. (Und das Rezept für besagtes Himbeereis kommt auch ganz bald.)


4. November 2015

PuppenMITmacherei 2015: Anfertigung der Kleidung (und ein DIY)

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Welcome back to the fifth and next to last meeting of the „Puppenmitmacherei“, a doll making initiative by Naturkinder and Mariengold! The dolls are now completed and ready to be dressed. Time to play with fabrics and yarns! Below I share tips and tricks, answer some frequently asked questions and make a forecast on our last date in December. An online translator can be found here, more details about the initiative here. If you take part in the „Puppenmitmacherei“ and write about it on your blog, Instagram or Facebook, don’t forget to link your article at Naturkinder. Caro and I wish you great joy in making your doll outfits today.

Herzlich Willkommen beim fünften und vorletzten Treffen der Puppenmitmacherei von Naturkinder und Mariengold! Bei unserem letzten Online-Date haben wir letzte Hand an die Puppen gelegt und sie fix und fertig vollendet. Sie blicken nun mit wachen Augen in die Welt und haben sicher schon wilde Küsse, Liebesbekundungen und vielleicht auch einen Namen bekommen.

Was jetzt noch fehlt, ist die Kleidung. Neben der Gestaltung der letzten Details an der Puppe selbst, ist auch das Einkleidung ein Lieblingspart bei der Puppenherstellung. Zeit also zum Spielen mit Stoffen und Garnen! Let’s go.

Kleidung für Puppen

Die Herstellung von Puppenkleidung macht riesigen Spaß. Man kann dabei so richtig eintauchen in Farben, Muster und Materialien und seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Dafür muss man gar nicht besonders gut nähen, stricken oder häkeln können. Für den Anfang reichen ganz einfache Projekte wie eine weite Hose mit Gummizug, ein Shirt aus dem alten Lieblingsbody, von dem ihr euch nicht trennen könnt, ein simpler Rock oder ein improvisiertes Kleid aus einem Knallerstoff. Schaut mal, wie die Kleidung eurer Kinder genäht ist. Traut euch, die Schnittmuster direkt von Hand auf den Stoff zu zeichnen. Vertraut euch. Perfektion ist jetzt nicht gefragt.

Wenn ihr nicht nähen, aber dafür stricken könnt, auch gut. Dann hüllt ihr eure Puppe von oben bis unten in Maschen. Und wenn euch das alles so gar nicht liegt, findet sich in der Familie vielleicht eine Oma, die leidenschaftlich gern mit ihren Händen arbeitet und Lust hat, eine ganze Puppengarderobe anzufertigen. Oder ihr schaut euch auf Flohmärkten und in Spielzeugläden um.

Sicher werdet ihr bald feststellen, dass Puppenkleidung sich sehr gut eignet, um alle möglichen Handarbeitstechniken zu lernen. Die Projekte sind relativ klein und gehen schnell von der Hand, sie verzeihen Fehler und Unregelmäßigkeiten und finden meist begeisterte und dankbare kleine Abnehmer, egal ob das Ergebnis in euren Augen besonders schön ist.

Natürlich könnt ihr auch mit Vorlagen von erfahrenen Puppenmacherinnen arbeiten. Die Mariengold E-Books zur Herstellung von Puppenkleidung findet ihr hier. Sie beinhalten zahlreiche Projekte zum Nähen, Stricken und Häkeln, Schritt-für-Schritt-Erklärungen mit vielen Bildern und ausführlichen Beschreibungen sowie Schnittmuster für zwei Puppengrößen. Damit könnt ihr gleich loslegen und gelangt – so das Feedback meiner Kundinnen – ganz leicht zu schönen Ergebnissen.

Puppenkleidung könnt ihr aus allen möglichen Stoffen und Garnen herstellen. Für Kinder am besten geeignet sind natürliche Fasern wie Baumwolle, Leinen, Schurwolle usw. Ihr könnt auch die abgelegte Kleidung eurer Kinder verwenden und Lieblingsstücken ein zweites Leben schenken. Weiches Material lässt sich gut an- und ausziehen, schmeichelt der Kinderhaut und fällt schön an den Puppen. Einfache und weite Schnitte, elastisches Gummiband und leicht gängige Verschlüsse kommen kleinen Händen entgegen. Harmonische Farben tun Augen und Seele gut.

Kleidung hält Puppen nicht nur warm und schön, sondern sie ist auch eine wunderbare Möglichkeit, ihre Persönlichkeit herauszuarbeiten, die individuellen Vorstellungen eurer Kinder umzusetzen oder gleich mit ihnen gemeinsam zu werkeln. Kinder gehen da mit ganz viel Freude, Kreativität und Improvisationtalent heran und zaubern aus dem, was gerade da ist, das, was sie sich wünschen. So wird aus dem cremefarbenen Seidentuch ein Hochzeitskleid, aus dem Lieblingshaargummi mit den Kirschen ein fescher Gürtel und aus dem Blümchentaschentuch der lang ersehnte Minirock.

Ihr spürt es bestimmt jetzt schon: Eine selbst gemachte Puppe ist ein echtes Herzensding, vielleicht das schönste Geschenk, das ihr euren Kindern machen könnt. Ein Kleiderschatz, der mit der Zeit durch viele emsige und kreative Hände wächst, hält dieses Geschenk jahrelang lebendig.

DIY für kuschelige Wärme

Für die kalte Jahreszeit habe ich noch ein einfaches Projekt zum Selbermachen für eure Puppen, nämlich gestricktes Tuch aus Mohairgarn à la Tibi, das um die Schultern, als Schal oder Kopftuch getragen werden kann.

Ihr braucht

1 Knäuel Mohairgarn (z. B. Soft Kid von GGH)

Rundstricknadeln der Stärke 3 bis 4

Schere und Vernähnadel

Und so geht’s

5 Maschen anschlagen und eine Reihe rechts stricken. Das gesamte Tuch wird kraus rechts, also nur mit rechten Maschen gestrickt. In der nächsten und allen folgenden Reihen jeweils nach der ersten und vor der letzten Masche eine Masche rechts verschränkt zunehmen. Weiterstricken, bis das Tuch die gewünschte Länge erreicht hat. Für eine Puppe von 30 cm ist eine Länge von circa 35 cm empfehlenswert, für eine größere Puppe von 40 cm sind es circa 45 cm. Nach der letzten Reihe die Maschen abketten, den Faden abschneiden und durch die letzte Masche ziehen. Fäden vernähen.

Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß und gutes Gelingen bei der Puppenkleiderschneiderei! Und denkt daran, eure Beiträge heute bei Naturkinder zu verlinken.

Fragen an Mariengold

Wie immer beantworte ich noch ein paar Fragen zum Thema.

Kann ich mit deinen Anleitungen auch Kleidung für Puppen machen, die nicht nach Mariengold Designs hergestellt wurden?
Na klar! Die Entwürfe passen auch anderen Puppen mit ähnlichen Maßen und können leicht für andere Puppengrößen angepasst werden, indem die Schnitte für die genähte Kleidung mit Hilfe eines Kopierers vergrößert oder verkleinert werden bzw. die Maße für die Strickkleidung umgerechnet werden.

Welche Läden in Berlin kannst du für Stoffe und Garne empfehlen?
Berlin ist eine große Stadt und es gibt viele tolle Läden für kreative Menschen. Ich kenne bei weitem nicht alle, werde aber oft in diesen fündig:

Wollen Berlin in der Gärtnerstraße 32
Siebenblau in der Pappelallee 86
Loops in der Wörther Sraße 19
Frieda Hain in der Gärtnerstraße 10
Frau Tulpe in der Veteranenstraße 19
Fadeninsel in der Oranienstraße 23

Mit welcher Nähmaschine arbeitest du?
Ich nähe mit einer Brother Inno-vis 10 Anniversary. Ich habe auch eine Overlock-Nähmaschine, eine Bernina 700D. Mit der geht alles ein bisschen schneller und einfacher, denn sie näht und versäubert in einem Schritt. Aber so eine Maschine braucht ihr nicht unebdingt für die Puppenkleiderschneiderei. Eine einfache Haushaltsnähmaschine ist völlig ausreichend. Ich habe auch schon von Frauen gehört, die Puppenkleidung komplett von Hand nähen. Apropos Versäubern, als professionelle Puppenmacherin mache ich das natürlich. Wenn ihr für eure Kinder näht und der Stoff nicht allzu sehr ausfranst, könnt ihr diesen Arbeitsschritt einfach weglassen.

Maschenproben sind mir ein Graus. Müssen die unbedingt sein?
Wenn ihr mit einer Anleitung arbeitet, sind Maschenproben hilfreich, um auf die nötigen Maße und letztlich zu einem Kleidungsstück zu kommen, das eurer Puppe wirklich passt. Gerade wenn ihr noch lernt, tut ihr euch mit diesem Arbeitsschritt einen Riesengefallen. Ihr könnt aber auch einfach drauf losnadeln. Je erfahrener ihr im Stricken seid, desto freier könnt ihr arbeiten.

Wie es weitergeht

Der nächste Termin für die Puppenmitmacherei ist Mittwoch, der 2. Dezember. Dann findet das Finale statt und die Puppen haben ihren großen Auftritt! Caro und ich freuen uns riesig und können es kaum erwarten die ganze Puppenschar unserer Aktion in ihrer vollen Pracht zu sehen.

Weitere Fragen zu allen Themen der Puppenmitmacherei an hello@mariengold.net.

Mehr zu Puppenmitmacherei findet ihr hier.


15. September 2015

DIY: Puppenkörbchen

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Auf einmal waren sie da in der DIY-Blogosphäre: große Körbe, mittlere Körbe, kleine Körbe, Aufbewahrungskörbe, Korbtaschen, Schmuckschalen usw. Alles aus Seil genäht. Zwei Videos machten dazu die Runde, die wunderbar erklärten, wie es geht, DIY Rope Baskets von Elle Frost und How To Make Rope Baskets von Gemma Patford. Tatsächlich supereinfach!

Und so kam es, dass meine Tochter zu ihrem 11. Geburtstag den tollsten Papierkorb der Welt geschenkt bekam. (Den sie so toll findet, dass sie ihn nicht als solchen verwenden mag und ihn stattdessen umgedreht als kleines Tischchen nimmt.)

Für mich war die Sache damit eigentlich erledigt. Ausprobiert und gut. Bis ich auf die Idee kam, dass sich mit dieser Technik auch ganz einfach wunderschöne Puppenkörbchen herstellen lassen. Gesagt, getan und mit euch geteilt.

Ihr braucht

Geflochtenes Baumwollseil in der Stärke 5 mm (z. B. hier erhältlich, 100 Meter sind ausreichend für mehrere Körbchen)

Nähmaschinengarn (besonders schön wird’s zweifarbig: für mein Körbchen habe ich für den Boden und das untere Drittel helle Orchidee genommen, für den Rest Creme)

Nähmaschine

Maßband

Stecknadeln

Nähnadel

Schere

Und so geht’s

Je nach gewünschter Größe eures Puppenkörbchens nehmt ein 15 bis 20 cm langes Stück Seil doppelt und näht es mit der Nähmaschine im Zickzackstich mit Stichlänge 3 und Stichbreite 6 zusammen. Dann geht es spiralförmig weiter. Wenn der Boden groß genug ist, kippt das Stück um 90 Grad und näht weiter, bis die gewünschte Höhe des Körbchens erreicht ist. Markiert die Position der Henkel mit Stecknadeln und spart diese Teile in der nächsten Runde aus. Noch eine letzte Runde darüber nähen. Das Seil von der Kone abschneiden und das Ende mit einer kleinen Handnaht sauber am Rand fixieren.

Und dann ab ins Körbchen mit den Puppen. Viel Freude beim Einkuscheln und Herumtragen!

Weitere DIYs findet ihr hier.


10. Juni 2015

DIY: Bunte Haarsträhne

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Bunte Haarsträhnen gehören zu den schönsten Erinnerungen an die Sommer in meiner Kindheit (dicht gefolgt von schief und krumm abgeschnittenen Jeans, Wassermelone satt, Freundschaftsarmbändern, Capri Eis und dem Geruch von Freibadchlor mit Pommes).

Klar, dass ich die bunten Haarsträhnen irgendwann auch mal für meine Puppen ausprobieren wollte. Ganze zwei Jahre lang hatte ich das Projekt schon auf dem Zettel, bis ich mit dem lang ersehnten Einzug des Sommers letzte Woche hier in Berlin richtig Lust darauf bekam und mein Vorhaben endlich umsetzte. Auch nach geschätzten 20 Jahren wussten meine Hände noch ganz genau, wie das ging. Und einmal angefangen, wollte ich gar nicht wieder aufhören. So weit gegangen, mir selbst so eine bunte Strähne ins Haar zu wickeln, bin ich dann aber doch nicht – noch nicht.

Wenn ihr eure Puppen auch sommerfein machen möchtet, zeige ich euch heute, wie’s geht.

Ihr braucht

Baumwollgarn in verschiedenen Farben (die Limone von Schöller und Stahl ist perfekt)

Nähgarn

Schere

Und so geht’s

Schneidet aus dem Baumwollgarn ein Stück von jeder Farbe zurecht, das ungefähr 2,5 mal so lang ist wie die Haarsträhne, die ihr umwickeln möchtet. Legt die Strähnen aneinander und knotet sie ganz fest an den Haaransatz. Ein einfacher Knoten reicht aus, sonst wird es zu dick. Nehmt den ersten Faden in der Farbe, mit der ihr beginnen möchtet, und wickelt ihn um den Knoten, so dass dieser unsichtbar wird. Arbeitet dabei auch das kürzere Ende der Baumwollsträhnen mit ein. Wenn das gewickelte Stück lang genug ist, wechselt zur nächsten Farbe und immer so weiter. Wickelt schön straff und wenn nötig in mehreren Lagen, damit es richtig dicht wird und das Haar nicht durchscheint. Zum Beenden verknotet ihr die Baumwollsträhnen miteinander oder bindet sie mit einem Stück Nähgarn ab.

So schön gemacht, kann der Sommer kommen. Ich wünsche euch viel Spaß beim farbenfrohen Wickeln!

Weitere DIYs findet ihr hier.


24. Februar 2015

DIY: Seidentuchpüppchen

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Wenn sich in meiner Familie oder in meinem Freundeskreis ein neues Baby ankündigt, freue ich mich immer riesig. Bald werde ich wieder Tante eines kleinen Mädchens am anderen Ende der Welt. Zeit für einen Willkommensgruß aus Berlin!

Neben einer Kleinigkeit für die Eltern ist mein Standardgeschenk zur Geburt eines Kindes entweder die gute alte Teufelsmütze, die ich bestimmt schon 20, 30 mal gestrickt habe, oder ein ganz einfaches Püppchen aus pflanzengefärbter Seide, das sich wunderbar als allererstes Spielzeug fürs Baby eignet.

Es besteht nur aus etwas Schurwolle und einem Seidentuch, aus denen durch ein paar Handgriffe die einfachste Puppe der Welt entsteht. Solche Püppchen sind sehr schlicht in ihrem Ausdruck und haben nur das, was wirklich nötig ist. So können sie den Kindern alles sein. Sie können sie greifen, winden, drücken, erforschen, an ihnen riechen, sie in den Mund nehmen, an ihnen saugen, mit ihnen kuscheln. Und auch später, wenn die Kinder älter sind und ganz andere, viel detailreichere Puppen zum Spielen haben, bleiben ihre Seidentuchpüppchen ihnen vertraute und innig geliebte, kleine Freunde mit einem ganz besonderen Platz in ihrem Herzen.

Seidentücher sind ein ganz tolles Material für Erstlingspuppen. Sie sind weich und leicht und von leuchtender Farbkraft. Sie haben einen schimmernden Glanz, eine fließende Gestalt und einen feinen Griff. Seide, besonders wenn sie natürlich gefärbt ist, wirkt belebend auf die Sinne und hat eine ganze besonders Strahlkraft. Das macht diese einfachen Püppchen so schön und wertvoll.

Habt ihr Lust bekommen? Na dann los – heute zeige ich euch, wie ihr selbst so ein Seidentuchpüppchen herstellen könnt.

Ihr braucht

25 Gramm Schurwolle am Vlies

Nähgarn in der Farbe eures Seidentuches

1 Seidentuch ungefähr mit den Maßen 55 cm x 55 cm

sowie Filznadel und Schere

Und so geht’s

Aus langen Strähnen des Schurwollvlieses wickelt ihr eine feste Kugel mit einem Umfang von 20 cm. Mit der Filznadel könnt ihr das Ende der letzten Strähne fixieren und die Form der Kugel schön abrunden. Falls nötig, bügelt euer Seidentuch (was ich aus purer Faulheit nicht getan habe) und breitet es dann vor euch auf dem Tisch aus. Darauf legt ihr die Wollkugel – und zwar ein Stückchen höher als in die Mitte – und bindet sie mit einem Stück Nähgarn fest ab, so dass ein Kopf und vier Zipfel für die Arme und Beine entstehen. Die Zipfel für die Arme sind ein bischen kürzer als die für die Beine. Aus den Enden der Zipfel könnt ihr noch Hände und Füße knoten.

Seidentücher in wunderschönen, natürlichen Farben gibt es z. B. bei der Pflanzenfärberei Kroll und bei Frau Lichtig, die ihre Waren auch auf einigen Märkten hier in Berlin anbietet.

Ihr könnt eure Seidentücher natürlich auch selbst färben, z. B. mit Zwiebelschalen, Holunderbeeren oder Walnuss. Anleitungen dafür findet ihr im Internet oder in dem Buch „Mit Pflanzen färben – ganz natürlich. Neue Rezepte zum Färben von Wolle und Seide“ von Eva Jentschura aus dem Verlag Freies Geistesleben.

Viel Freude beim Herstellen dieser schönen, einfachen Püppchen!

Weitere DIYs findet ihr hier.


1. Dezember 2014

DIY: Stricktuchpuppen zum Pucken

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Kurz nachdem meine Tochter geboren wurde, schloss ich mich einer Elterninitiative zur Gründung eines neuen Waldorfkindergartens in Berlin-Mitte an, der heute als Fliederhof bekannt ist. Die intensive Mitarbeit dort sowie die nachfolgenden Kindergartenjahre haben meine Arbeit als Puppengestalterin natürlich sehr inspiriert.

In der Gründungsinitiative habe ich zum Beispiel meine liebe Freundin Laura von 1000 Rehe kennengelernt. Damals waren wir noch keine Puppenmacherinnen, sondern Mamis, die im wöchentlichen Bastelkreis Spielsachen für den Kindergarten herstellten. Dort bin ich auch zum ersten Mal mit sogenannten Waldorfpuppen in Berührung gekommen. Liebe auf den ersten Blick war es aber nicht, denn diese Puppen wirkten so unheimlich streng und altbacken auf mich. Es war vor allem Laura mit ihrer frischen und freien Herangehensweise und ihrer unbändigen Kreativität, die mir später zeigte, dass es auch ganz anders geht.

Es gab aber ein besonderes Erlebnis in dieser Zeit, das mich  sehr berührte und mir große Lust auf die Puppenmacherei machte. Ich erinnere mich noch genau, wie Anna, die Gründungserzieherin, uns Eltern ihre einfachen Stricktuchpuppen zum Pucken vorstellte, die sie den Kindern als einzige Puppen zum Spielen geben wollte. Dafür nahm sie ein Stück Wolle und wickelte es mit ruhiger und aufmerksamer Geste zu einer Kugel auf. Diese band sie mit einem schlichten naturweißen Stricktuch ab, so dass ein Kopf und vier einfache Glieder entstanden. Dann nahm sie ein großes farbiges Baumwolltuch, faltete es sorgfältig und schlug die Puppe fest damit ein.

Wow! In dem Moment standen mir Tränen in den Augen. Ich war so gerührt und mein Herz ganz weit. Diese Puppe war so schlicht und einfach und doch spürte ich, dass alles in ihr steckte, was ein Kind an Puppe braucht. An diesem unscheinbaren Nachmittag in einem Raum voller geschäftiger Eltern und lärmender Kinder bekam ich zum ersten Mal eine wirkliche Ahnung davon, was meine Berufung sein könnte.

In den darauffolgenden Wochen strickte ich wie eine Weltmeisterin, schließlich sollte jedes Kind in unserem Kindergarten eine solche Puppe in die Arme gelegt bekommen. Und auch zu Hause mit meiner kleinen Tochter habe ich das Spiel unzählige Male wiederholt. Wickeln, binden, pucken, lösen. Diese Puppenmomente gehören zu meinen allerschönsten Erinnerungen an ihre Kleinkindzeit.

Als ich mich ein, zwei Jahre später auf den Weg in die berufliche Puppenmacherei machte, habe ich die Stricktuchpuppen zum Pucken natürlich in mein Portfolio aufgenommen und ein paar Jahre zum Verkauf angeboten. Sie liefen zwar nicht besonders erfolgreich, aber ich glaube bis heute fest an ihren unschätzbaren Wert. Denn ganz ehrlich, neben all den schönen Puppen, die ich heute für Kinder auf der ganzen Welt nähe, haben diese einfachen Stricktuchpuppen einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.

Damit möglichst viele Familien – denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass nicht nur die Kinder daran Freude haben –  in den Genuss dieses wertvollen Spielzeugs kommen, möchte ich heute ein Herzens-Do-It-Yourself mit euch teilen und euch zeigen, wie ihr selbst so eine Stricktuchpuppe herstellen könnt.

Ihr braucht

1 bis 2 Knäuel Strickgarn aus naturweißer Schurwolle mit einer Lauflänge von ungefähr 100 bis 120 Metern auf 100 Gramm

20 bis 30 Gramm Schurwolle am Vlies

1 Stück reißfesten Zwirn

1 Baumwolltuch ungefähr mit den Maßen 100 cm x 100 cm

und natürlich Stricknadeln, eine Schere und eine Nähnadel

Und so geht’s

Aus dem Schurwollgarn strickt ihr im kraus-rechten Muster ein quadratisches Tuch ungefähr mit den Maßen 40 cm x 40 cm und vernäht die Fäden. Damit ist die Arbeit schon geschafft und das Spiel kann beginnen.

Bei den folgenden Schritten können eure Kinder gern dabei sein und miterleben, wie aus einem einfachen Tuch und ein bischen Wolle ihre Puppe entsteht. Aus dem Schurwollvlies wickelt ihr eine Kugel mit einem Umfang von ungefähr 25 cm. Diese legt ihr in die Mitte des Stricktuchs und bindet sie mit einem Stück Zwirn ab, so dass ein Kopf und vier Zipfel für die Arme und Beine entstehen. Aus den Enden der Zipfel können auch noch Hände und Füße geknotet werden. Zum Pucken faltet ihr das Baumwolltuch ein Mal in der Diagonalen, legt es mit der Spitze nach unten und schlagt die Puppe fest damit ein.

So schön eingehüllt liegt sie warm und angenehm in den Armen eurer Kinder und begleitet sie durch den Tag. Am Abend wird die Puppe wieder gelöst und kann am nächsten Tag durch eure Hände neu entstehen. Dieser tägliche Vorgang kann zu einem schönen gemeinsamen Ritual werden, vor allem wenn er von einem kleinen Liedchen oder Vers begleitet wird. So werden die Stricktuchpuppen zu einem großen Geschenk für eure Kinder, jeden Tag aufs Neue. Und ganz nebenbei erfahren sie, dass mit viel Vorstellungskraft und Liebe aus allem alles entstehen kann, was eine der besten und wertvollsten Lektionen der Spielzeit ist.

Ich wünsche euch und euren Kindern ganz viel Freude mit den Stricktuchpuppen!

Weitere DIYs findet ihr hier.