3. Mai 2017

DIY: Brille

Es gibt Menschen mit Brille, also gibt es auch Puppen mit Brille. Klar, so eine Brille sitzt nicht besonders gut auf dem Puppenkopf, es sei denn die Nase ist groß genug und die Puppe hat Ohren, auf denen die Bügel halten. Aber so ein kleines Accessoire macht einfach Spaß.

Auch seine Herstellung. Alles was ihr dafür braucht, habt ihr sicher zu Hause. Damit es gleich losgehen kann.

Ihr braucht

Blumendraht

Schere

Farbiges Klebeband

Und so geht’s

Zuerst die „Gläser“ anfertigen. Dafür den Draht mehrmals kreisförmig wickeln und die losen Stränge mit einer Runde Spiralen fixieren. Die beiden Gläser mit einem Stück Draht verbinden und einen stabilen Steg wickeln. Für die Bügel je vier lange Stücke Draht doppelt legen und mit dem in der Mitte entstandenen Knick den Gläsern befestigen. Jeweils ein einzelnes Stück Draht herausgreifen und damit die Bügel fest umwickeln, bis sie etwas mehr als die gewünschte Länge erreicht haben. Den Draht abschneiden und circa 2 cm umbiegen, damit die Abschlüsse abgerundet sind. Diese noch einmal fest umwickeln, das letzte Stück abschneiden und gut zwischen den anderen verstecken. Zum Schluss die Bügelenden mit farbigem Klebeband umwickeln.

Auf die Nase damit und viel Spaß!

Nachtrag:

Eine Leserin schrieb mir eine tolle Idee zu Befestigung:

Liebe Maria!
Wenn du hinten an den Bügeln aus Draht kleine Schlaufen formst, kannst du ein Gummi durchziehen und die Brille so befestigen! Dann kann auch wirklich mit der Brillenpuppe gespielt werden!
Liebste Grüße
D.

Weitere DIYs findet ihr hier.


6. April 2017

DIY: Bindebeutel

Wenn ich meine Siebensachen für die Puppennähkurse zusammenpacke, brauche ich immer viele kleine Taschen, um alle Modelle, Materialien und Arbeitsutensilien zu verstauen. Dafür nehme ich gern sogenannte Bento Bags her, die aufgrund ihrer Machart auch als Origami Bags bezeichnet werden. Im Internet finden sich zahlreiche Anleitungen und Varianten. Die einfachste habe ich hier gefunden und nachdem es endlich klick gemacht hatte, habe ich eine Tasche nach der anderen genäht.

Diese Bindebeutel, wie ich sie nenne, eignen sich perfekt, um Strickprojekte, Puppenmachereizeug, eine kleine Jause, Leggings und Top fürs Yoga, frisches Brot, Geschenke, ach, eigentlich alles zu verpacken. Zusammengefaltet passen sie in jede Handtasche und können je nach Größe, wenn die Bindebänder entsprechend hoch verknotet werden, auch als Shopper verwendet werden.

Am besten verwendet man zum Nähen alte, hundert Mal durchgewaschene Bettwäsche. Denn weich, aber zugleich auch stabil sollte der Stoff sein. Für die Anleitung habe ich ein altes Tuch von Gudrun Sjöden genommen, aus dem ich drei Beutel in verschiedenen Größen herausbekommen habe.

Einen davon verlose ich. Wenn ihr gewinnen möchtet, schreibt bis Sonntag Nacht an hello@mariengold.net. Für alle anderen Gewinnerinnen und Gewinner kommt hier die Anleitung.

Ihr braucht

Stoff (z. B. leichtes Leinen oder Baumwollgewebe)

Nähgarn

Nähmaschine

Schere

Und so geht’s

Aus dem Stoff ein Rechteck zuschneiden, dessen lange Seite drei Mal so lang ist wie die kurze, z. B. 90 cm x 30 cm oder 120 cm x 40 cm. Rundherum säumen, indem die Kanten zwei Mal 5 mm eingeschlagen und festgenäht werden. Die linke kurze Seite rechts auf rechts an die obere lange Seite legen und feststecken, die rechte kurze Seite rechts auf rechts an die untere lange Seite legen und feststecken. Dann die eine Seite diagonal über die andere legen, so dass die beiden Spitzen parallel nebeneinander liegen. Dabei entsteht auf der Vorder- und Rückseite jeweils eine diagonale Kante. Diese rechts auf rechts zusammenstecken und nähen, dabei die Enden gut sichern. Für den Boden die Ecken so aufeinander legen, dass die Nähmaschinennaht an der Seite verläuft. Mit einem Abstand von ca. 4 cm zur Spitze nähen. Den Beutel auf die rechte Seite drehen, die Ecken gut ausformen.

Mit Schönigkeiten füllen, zubinden und freuen.

Weitere DIYs findet ihr hier.

(Den Beutel gewonnen hat Anita.)


25. Januar 2017

DIY: Poncho mit Pompoms

Als ich mich letztes Jahr so viel mit den amerikanischen Rag Dolls beschäftigte, die ja sehr von Erinnerungen an die Kindheit und die gute alte Zeit inspiriert sind, habe ich mich immer wieder gefragt, was eigentlich für mich nostalgischen Wert hat. Da sind mir als erstes Pompoms eingefallen. Oder Bommeln, wie wir immer gesagt haben. Ich habe es geliebt, sie anzufertigen, in allen Größen und Farben, je wilder, desto besser, und auch heute noch finde ich sie herzerfrischend, weshalb sie immer wieder zu meinen Puppen finden. So entstand die Idee für diesen supersimplen Poncho. Gerade richtig für den Berliner Winter.

Ihr braucht

Strickgarn (bei mir waren es pflanzengefärbte Bio-Schurwolle von Hey Mama Wolf und Fine Kid von Anny Blatt)

Stricknadeln

Nähnadel

Häkelnadel

Schere

Pompom-Maker (z. B. von Clover)

Und so geht’s

Der Poncho setzt sich aus zwei rechteckigen Strickstücken zusammen, von denen jeweils eine kurze Seite des einen Rechtecks an eine lange Seite des anderen Rechtecks genäht wird, so dass ein zur Runde geschlossenes Teil entsteht. Die Rechtecke sind so breit, wie die Puppenarme lang sind. Bei einer Puppengröße von 40 cm sind das ca. 15 cm. Die Länge der Rechtecke beträgt in etwa das Zweieinhalbfache der Breite, also ca. 37 cm.

Die benötigte Maschenzahl für die gewünschte Breite anschlagen und kraus rechts stricken bis zur gewünschten Länge. Ein zweites Stück mit denselben Maßen anfertigen. Abketten und Fäden vernähen. Die beiden Rechtecke wie oben beschrieben im Matratzenstich aneinandernähen. Zwei Pompoms anfertigen. Eine Luftmaschenkette häkeln, die so lang ist wie der Halsausschnitt plus ca. 15 cm. Dieses Band mit Hilfe einer Häkelnadel in den Halsausschnitt einfädeln und die Pompoms an den Enden befestigen.

Frohes Bommeln!

Weitere DIYs findet ihr hier, meine E-Books mit Anleitungen und Schnittmuster für Puppenkleidung hier und hier.


19. Dezember 2016

DIY: Einfachste Latzhose (A Very Merry Christmas)

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An der Nähmaschine muss es bei mir immer möglichst einfach gehen. Weil das Leben oft schon kompliziert genug ist. Deshalb mag ich schlichte Kleidung für meine Puppen. Mein Lieblingsstück aus diesem Jahr ist eine simple Latzhose mit großen Taschen, wie ihr sie von Hanneli und Muck kennt. An der habe ich lange herumgetüftelt, bis sie genauso aussah und superleicht herzustellen war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Und das kommt auch bei euch an. Mittlerweile gehört die Hose zu euren Favoriten und ich werde immer wieder nach Anleitung und Schnittmuster gefragt. Die gibt es jetzt für euch hier als kostenfreies Tutorial zum Herunterladen, Ausdrucken und Loslegen.

Die einfachste Latzhose der Welt ist das perfekte, kleine Projekt, wenn das Leben mal wieder Achterbahn fährt und einem zumute ist nach etwas mit Anfang und Ende und Glücksgefühl. Damit möchte ich mich auch von Herzen bedanken für ein wortfrohes, bildschönes und austauschreiches Jahr 2016 hier auf dem Blog. Das ist mein Weihnachtsgeschenk für euch. Viel Spaß beim Nähen!

Weitere DIYs findet ihr hier, Downloads und Give-Aways hier, meine E-Books mit Anleitungen und Schnittmuster für Puppenkleidung hier und hier.


3. Oktober 2016

DIY: Puppenwaschmittel aus Kastanien

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Puppen aus natürlichen Materialien wollen auch natürlich gewaschen werden. Das geht ganz traditionell mit Kernseife, Natron und Waschsoda, aber es gibt auch eine grüne Möglichkeit mit Kastanien. Diesen Tipp gab mir eine liebe Leserin, die auf ihrem Blog Tannenblau über Naturkosmetik und Kräuterwissen schreibt. Michaela brachte mich also auf die Kastanie.

Kastanien sind supergut zum Waschen geeignet. Unsere heimische Rosskastanie gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse, d.h. ihre Früchte enthalten Saponine, das sind waschaktive, pflanzliche Seifenstoffe. Die stecken auch in Waschnüssen aus Indien, allerdings müssen diese um die halbe Welt zu uns reisen, was der Umwelt und dem Klima gar nicht gut tut. Zudem ist durch die große Nachfrage in Europa der Preis für Waschnüsse in Indien so stark angestiegen, dass die Menschen dort sich diese längst nicht mehr leisten können und auf chemisches Waschmittel zurückgreifen müssen.

Waschmittel aus Kastanien hat also viele Vorteile: Es ist natürlich, gratis, verpackungsfrei und ethisch einwandfrei. Und die Herstellung ist ganz einfach und macht große Freude, nicht nur das Sammeln der Früchte bei einem schönen Herbstspaziergang, sondern auch das Ansetzen der Lauge (it’s magic!) und das Waschen selbst mit einer so wertvollen, pflanzlichen Substanz. Eure Kinder machen bestimmt auch gern mit.

Auch wenn es hier nur um die Reinigung von Puppen geht, bekommt ihr mit Waschmittel aus Kastanien natürlich auch andere Wäsche sauber. Im Internet findet ihr viel Wissenswertes und tolle Anleitungen dazu, z. B. hier und hier.

Gerade gibt es Kastanien in Hülle und Fülle, also packen wir es an!

Ihr braucht

Kastanien (für ein Puppenwäsche reichen 3 bis 4 Stück)

Ein großes, scharfes Messer

Eine stabile Schneideunterlage

Ein Schraubverschlussglas mit einem Fassungsvermögen von ca. 500 ml

Wasser

Ätherisches Öl für den Duft (z. B. Rose, Zitrone, Mandelblüte, Lavendel)

Und so geht’s

Die Kastanien je nach Größe vierteln oder achteln, in dem Glas mit Wasser übergießen und ein paar Stunden ziehen lassen. Das Wasser wird mit der Zeit milchig-trüb und wenn man es schüttelt, schäumt es. Die Kastanien abseihen und die Lauge zum Waschen verwenden. Wer mag, gibt vorher noch ein paar Tropfen ätherisches Öl dazu.

Für das Puppenbad lauwarmes Wasser ins Waschbecken oder in eine große Schüssel geben und die Kastanienlauge hinzufügen. Darin die Puppen waschen. Anschließend gut mit klarem Wasser ausspülen und das Wasser ausdrücken. Die Puppen in ein Handtuch wickeln, das Wasser nochmals ausdrücken und an einem warmen Ort trocknen lassen. Grundsätzlich könenn die Puppen auch im Wollwaschgang bei niedriger Temperatur und geringer Schleuderzahl in der Waschmaschine gewaschen werden. Dazu die Puppen in einen Kissenbezug oder Waschsack stecken, um Fusselbildung zu vermeiden, und die Kastanienlauge in das Waschmittelfach geben. Nach dem Trocknen das Wangenrot auffrischen und die Puppen sehen wieder ganz lebendig aus.

Viel Spaß beim Puppenplanschen!

Weitere DIYs findet ihr hier, Rezepte für grüne Kosmetik hier.

(Disclaimer: Aufgrund der derzeitigen Rechtslage, die schon das bloße Nennen von Marken und Verlinken von Produkten, Marken, Menschen, Orten usw. als Werbung einstuft, kennzeichne ich diesen Beitrag als einen mit WERBLICHEN INHALTEN. Dennoch gilt: Wenn ich hier etwas oder jemanden benenne und als gut befinde, geschieht das als persönliche Empfehlung und im Rahmen meiner redaktionellen Themenauswahl. Alle hier gesetzten Links sind ein kostenloser Service von mir – unbezahlt und unaufgefordert. Alle hier genannten Produkte sind selbst gekauft. Bezahlte Kooperationen, sollte es sie jemals auf meinem Blog geben, würden immer ganz eindeutig als solche gekennzeichnet werden.)