14. September 2017

Frischer Wind für Susi

Anfang Mai erhielt ich ein verzweifeltes E-Mail mit dem Betreff „Puppen-Sorgen“. Darin erzählte mir eine Kundin, ihr kleiner Sohn hätte ihre erste eigene Puppe geerbt und ganz innig in sein Herz geschlossen. Leider aber wäre Susi, so der Name der Puppe, mittlerweile ganz zerliebt und abgekuschelt und statt eines Gesichtes hätte sie ein großes Loch. Die Puppenärztin, die sie aufgesucht hatte, hätte ihr nicht helfen können und jetzt wolle sie selbst versuchen, die Puppe wieder in Ordnung zu bringen. Ob ich ihr mit einem Stück Stoff weiterhelfen könne?

Ich konnte sogar noch mehr für sie tun und habe die komplette Reparatur übernommen. Es war zwar aufwendiger als gedacht, aber es hat sich gelohnt. Die Puppe hat ein zweites Leben bekommen und meine Kundin und ihr Sohn waren überglücklich. Obendrein hat die Oma, also die Mama der Kundin, für ihr zweites Enkelkind, das im Herbst geboren wird, eine weitere Puppe nach dem Vorbild von Susi bei mir in Auftrag gegeben. Klingt nach großer Puppenliebe und viel Spielfreude.

Anfragen für Reparatur, Aufarbeitung und Veränderung von Puppen an hello@mariengold.net.


21. Juni 2017

Haare für die Silke-Puppe

Wenn ich die Puppen der Traditionsmarke SILKE der Kösener Spielzeug Manufaktur nur ein bisschen früher entdeckt hätte, ich wäre wahrscheinlich keine Puppenmacherin geworden. Dann hätte ich Anfang der 2000er als junge Mama meiner Tochter genau so eine Puppe gekauft. Stattdessen, und das war sehr gut so, nähte ich sie selber, weil ich in den Geschäften nicht fündig wurde. Aber das war nur die halbe Wahrheit, wie sich später herausstellen sollte. Denn es gab sie, die schönen Puppen, nur wenige Hundert Meter von meinem damaligen Zuhause entfernt, in einem kleinen, feinen Laden am Kollwitzplatz hier in Berlin, dem Dudu, in dem ich mir damals mit meinem schmalen Budget nichts leisten konnte. Aber gucken. Und so verliebte ich mich in diese Puppen. Zu dem Zeitpunkt hatte meine Tochter längst ihre Tilda aus meinen Händen und ich war im Fieber und stellte selbst Puppen für den Verkauf her.

Seitdem sind mir die SILKE-Puppen immer wieder über den Weg gelaufen, meist paarweise, denn mehr hatten die Geschäfte in der Regel nicht vorrätig. Ich hatte sie aus der Ferne lieb, ihre schlichte Erscheinung, den sanften Gesichtsausdruck, ihre Zartheit, aber auch die Ruhe und Gelassenheit, die sie ausstrahlten.

Sie erinnerten mich auch an die Puppen von Käthe Kruse. Und tatsächlich stellte sich heraus, dass die Kösener Spielzeug Manufaktur 1911/12 von der weltberühmten Puppenmacherin gegündet worden war, bevor sie 1949 Bad Kösen verließ, um mit ihren Kindern in Donauwörth eine neue Firma aufzubauen.

All das ging mir durch den Kopf, als ich im April eine Puppe zugeschickt bekam mit der Bitte, ihr Haare zum Frisieren zu machen. Es gab zwar vorher einen E-Mail-Austausch und auch Bilder, aber erst als die Puppe leibhaftig in meinem Atelier eintraf, begriff ich, was ich da in den Händen hielt. Eine SILKE-Puppe, was für ein Glück. Und ich durfte ihr etwas von Mariengold hinzufügen, Doppelglück! Zuerst hatte ich Zweifel, ob das passen würde mit dem Goldschopf, ob es der Puppe nicht etwas von ihrer besonderen Erscheinung nehmen würde. Aber das Wallehaar war genau richtig, denn es hat das Mädchen, das auf seine Puppe wartete, sehr glücklich gemacht.

Anfragen für Reparatur, Aufarbeitung und Veränderung von Puppen an hello@mariengold.net.


17. Mai 2016

Zettelwirtschaft (und ein Give-Away für euch)

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Vor einigen Wochen war die letzte Seite meines Auftragsbuches erreicht. Für mich ein guter Anlass, mal wieder darüber nachzudenken, wie es mit den Puppenbestellungen weitergehen soll. In den letzten Jahren war die Gestaltung meiner Auftragsbücher ja immer auch Weichenstellung für die kommenden Monate und Einladung zur Verwirklichung meiner Vorstellungen und Wünsche.

In diesem Sinne reflektierte ich die aktuelle Auftragslage, Routine und Abläufe in meinem Atelier sowie meine Pläne für die Zukunft und hatte ganz plötzlich Lust, ein neues Format auszuprobieren.

Kein Buch, sondern ein Abreißblock sollte es werden. Und dieses Mal wollte ich ihn nicht selbst basteln, sondern von meiner Grafik-Designerin Clara gestalten und professionell drucken lassen. So ein entstand ein hübscher kleiner Auftragsblock, der mir jetzt beim Planen der neuen Puppen ganz viel Freude bereitet.

Diese Freude möchte gern mit euch teilen und habe mit Clara einen Puppenauftragszettel entworfen, den ihr hier herunterladen und ausdrucken könnt, so oft ihr möchtet, sei es für professionelle Bestellungen oder für Puppen, die ihr ganz privat für eure Lieben näht. Macht es euch schön dabei und genießt den Beginn eures neuen Herzensprojektes.

Mehr Downloads und Give-Aways findet ihr hier.


26. April 2016

Namen los!

Ganz oft werde ich gefragt, wie ich auf die Namen für meine Puppen komme. Die fliegen mir ehrlich gesagt einfach so zu. Zwar pflege ich seit Jahren eine Liste mit meinen liebsten Namen aller Zeiten, aber jede Woche, wenn es an die Benennung der Freitagspuppe geht, kommt ganz verlässlich ein neuer Name. Es ist ganz leicht.

Manchmal finde ich ihn in einem Buch, manchmal in einem Filmabspann. Manchmal denke mir selbst einen aus oder verändere bekannte Namen, indem ich Buchstaben hinzufüge oder weglasse, so dass sie ein bisschen anders klingen oder besonders aussehen.

Ich finde, ein Name muss aus dem Bauch kommen. Dabei hilft es mir manchmal, herumzuspinnen und beliebig Silben aneinanderzureihen, nicht nur im Kopf, sondern laut ausgesprochen. Das macht gute Laune und es kommen die besten Namen dabei heraus.

Inspiration hole ich mir gern aus dem Skandinavischen, dort gibt es schöne kurze Namen voller Leichtigkeit und Freude. Aktuell mag ich auch slawische Namen sehr, weil sie oft etwas Verzaubertes und Kraftvolles haben. Märchen sind ebenfalls gute Quellen. Oder Kinder, die haben immer tolle Ideen.

Überhaupt bin ich sehr dafür, die Kinder zu fragen, wie ihre Puppe heißen soll. Sie wissen meist genau, wen sie da vor sich haben, und kennen auch den richtigen Namen.

Wenn man wie ich Puppen professionell herstellt und verkauft, geht es aber nicht nur um Intuition. Ob ein Name passt oder nicht, entscheiden dann auch noch andere Faktoren.

Was mir bei den Namen für meine Puppen wichtig ist

Signatur. Die Namen sollen nicht nur zu den Puppen selbst, sondern auch zu der Marke Mariengold passen und in diesem Sinne eine Art Markenzeichen sein. Idealerweise sind sie ikonisch und haben einen hohen Wiedererkennungswert. Wichtige Stichworte sind Leichtigkeit und Frische, Humor und Verspieltheit, Lieblichkeit, aber auch Stärke und Selbstbewusstsein. Besonders spannend finde ich, Namen zu verwenden, die noch nicht besetzt sind, oder bekannte Namen in einen neuen Kontext zu bringen. Dazu gehört für mich auch, keine typischen Namen für Waldorfpuppen zu verwenden.

Storytelling. Neben dem äußeren Erscheinungsbild einer Puppe, ist ihr Name eine weitere Möglichkeit, ihre Geschichte zu erzählen. Dabei geht es um Assoziationen und Bilder im Kopf, die Vermittlung von Gefühlen und die Sichtbarmachung von Werten. Namen sind auch Energieträger. Sie können sanft, kraftvoll, frech, romantisch, wild, ätherisch, verspielt, witzig, außergewöhnlich usw. sein. Sie können von einer Geschichte oder einem Märchen inspiriert sein oder an einen geliebten Menschen erinnern. Im besten Fall passen Aussehen, Ausstrahlung und Name perfekt zusammen.

Spiel. An die Kinder denke ich natürlich auch. Für sie ist mir wichtig, dass die Namen kurz und einprägsam sind, eine liebevolle und fröhliche Ausstrahlung haben und Lust aufs Spielen machen.

Sympathie. Nicht zuletzt zählen auch persönliche Vorlieben mit. Ich mag Namen, die mit L oder M beginnen und/oder auf i enden. Interessant finde ich den Kontrast von weichen und harten Lauten und ich spiele gern mit geschlechtsneutralen Namen.

Tipps für euch

Wenn euch der Name gefällt, den eure Puppe mitbringt, behaltet ihn. Vielleicht habt ihr von Anfang an eine Verbindung gespürt und er hat sogar zu eurer Kaufentscheidung beigetragen. Dann stellt die Puppe euren Kindern ganz selbstverständlich mit ihrem Namen vor.

Wenn nicht, sucht einen neuen aus. Mir ist es überhaupt nicht wichtig, dass die Puppen den Namen behalten, den ich ihnen gegeben habe. Ganz im Gegenteil. Es macht viel Freude, gemeinsam mit den Kindern auf Namensfindung zu gehen. Außerdem stärkt es das Band zur Puppe und kann einen ganz bestimmten, erwünschten Spirit in die Familie bringen.

Offenheit und Geduld sind wichtig. Manchmal dauert es ein bisschen, bis sich der richtige Name offenbart. Wenn eure Kinder alt genug sind, lasst sie am besten selbst wählen. Dabei kommen meistens die schönsten, lustigsten, einzigartigsten und rührendsten Kreationen heraus. Bei ganz kleinen Kindern könnt ihr es erst einmal bei der Bezeichnung „Puppe“ oder Koseformen davon belassen und abwarten, was sich im Laufe der Zeit tut.

Zum Abschluss noch ein paar Favoriten für euch: Jina, Kit, Rumi, Golda, Betka, Fink, Finzi, Malphi, Nilla, Winka, Toska, Momo, Tomme und Winz.


17. März 2016

Zitate gesucht

Für ein neues Projekt suche ich Zitate, Textstellen und Aussprüche zu Puppen und Puppenmacherei.

Ob von Käthe Kruse oder Astrid Lindgren, von vergangenen oder heutigen Puppenmacherinnen, auf Blogs oder in Büchern gefunden, inspiriert vom Bauhaus oder von der Reformpädagogikbewegung, gut Gesagtes oder schlau Gedachtes, auf Deutsch oder auf Englisch, eure eigenen Worte oder die eurer Kinder, schickt es mir an hello@mariengold.net.

Ich freue mich und sage schon einmal Danke.


29. Februar 2016

Zweites Leben für die Puppen

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Vor einigen Monaten erzählte mir eine liebe Stammkundin von Edda, der Puppe, die ich vor bald drei Jahren für ihre Tochter angefertigt hatte. Die Puppe wurde heiß geliebt und viel bespielt, zeigte aber leider starke Abnutzungserscheinungen. Der Stoff an Händen, Füßen und Gesicht war dünn und löchrig geworden. Da halfen auch keine Flickversuche mehr. Ich bat die Kundin, mir die Puppe nach Berlin zu schicken, damit ich mir selbst ein Bild machen und wenn möglich eine Reparatur vornehmen konnte.

Beim Wiedersehen mit Edda ging mir richtig das Herz auf! Ich war gerührt, weil der Puppe so sehr anzusehen war, dass sie unendlich geliebt und bespielt wurde. Trotz der Löcher sah sie gepflegt, gut umsorgt und wertgeschätzt aus. Ihre Kleider waren wunderschön und mir kamen fast die Tränen beim Anblick der kleinen Wollstrümpfchen, die die abgeriebenen Füße schützten.

Den Kummer meiner Kundin und ihrer Tochter konnte ich gut nachvollziehen und wollte gern die Verantwortung übernehmen und sehen, was sich machen ließe.

Eigentlich war es ganz einfach. Zuerst rettete ich das Puppenhaar, das noch völlig in Ordnung war, und löste vorsichtig das Perückenkäppchen vom Kopf. Dann entfernte ich den Kopf vom Körper und ersetzte ihn durch einen neuen. Stickte Augen und Mund in denselben Farben. Befestigte wieder den alten Haarschopf. Hauchte der Puppe mit etwas roter Farbe neues Leben ein. Und schon blinzelte Edda mich wieder fröhlich an.

Die Puppe machte sich gleich auf den Weg zurück zu seinem Kind. Und wie ich kurz darauf hörte, wurde sie freudig empfangen und glücklich in die Arme geschlossen. Alles gut gegangen.

Ein bisschen rätselhaft finde ich es aber noch immer, dass der Stoff an Eddas Körper schon nach relativ kurzer Spielzeit so verschlissen war. Hatte ich doch bereits Puppen von mir aus denselben Zutaten gesehen, die deutlich älter und zerliebt zwar, aber dennoch ziemlich gut in Schuss waren.

Und doch, es musste am Material liegen. An dem Stoff, auf den ich seit Jahren schwöre, den ich für einen der besten in Europa, vielleicht sogar auf der Welt halte, und den viele andere Puppenmacherinnen ebenfalls verwenden. Mangelnde Qualität? Ich weiß es nicht.

Puppen aus natürlichen Materialien verändern sich mit der Zeit. Sie werden weicher und ihr Stoff wird grau und schmutzig. Nach einer gründliche Wäsche sehen sie aber gleich viel besser aus (eine ausführliche Anleitung dazu findet ihr in meinen FAQ). Bei dieser Gelegenheit können die Puppen auch auf offene Stellen und Beschädigungen untersucht werden. Das meiste lässt sich leicht flicken und ausbessern.

Schmutz und kleinere Schäden tun der Liebe der Kinder zu ihren Puppen meist keinen Abbruch, ganz im Gegenteil: Ihre Herzen sind so groß und offen auch und vor allem für alles Unperfekte, Bedüftige, Schadhafte, Beschützenswerte, Verletzliche. Mein kleiner Lieblingstipp an dieser Stelle: Regelmäßig das Wangenrot auffrischen – das gibt den Puppen sofort neues Leben und erfreut die Kinder.

Wenn ihr auch eine reparaturbedürftige Puppe habt, ob von Mariengold oder nicht, schaue ich sie mir gern an und helfe, wenn ich kann. Einfach E-Mail an hello@mariengold.net schicken.


14. Oktober 2015

Herzchenangelegenheit

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Design Management hat mich schon während meines Studiums der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin wahnsinnig interessiert. Vielleicht weil es meinem Sinn für Schönes und meinem Bedürfnis nach Struktur und Klarheit gleichermaßen entgegenkommt.

Während meiner studentischen Mitarbeit in der Design Agentur MetaDesign habe ich außerhalb der Uni Design Management von der Pike auf gelernt und zehre noch immer von den Erfahrungen und dem Wissensschatz aus dieser Zeit. Das heißt nicht, dass ich ein Profi bin, aber das Thema Corporate Design ging mir mit Mariengold immer leicht von der Hand und macht mir viel Freude.

Was ist Corporate Design?

Corporate Design, das ist das Erscheinungsbild eines Unternehmens oder einer Organisation. Es ist ein Teilbereich der Corporate Identity, der Unternehmenspersönlichkeit, die durch eine langfristige Strategie konsistenten Handelns, Kommunizierens und visuellen Auftretens entsteht. Ziel ist die Prägung eines wiedererkennbaren, die Selbsteinschätzung vermittelnden Erscheinungsbildes in der Öffentlichkeit. In diesem Prozess spiegelt das Corporate Design die Unternehmsidentität nach außen und sorgt für Ganzheitlichkeit, also die Übereinstimmung von Selbstbild und Fremdbild.

Das klingt erst einmal ziemlich theoretisch, ist aber ein grundlegendes und spannendes Thema für jedes Unternehmen, auch für Menschen, die in viel kleinerem Rahmen mit ihrer Herzenssache beruflich selbständig sind. Denn es vermag die Seele eines Projektes über das Visuelle nach außen zu tragen, was neben einem guten Produkt oder einer guten Dienstleistung ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist. Ein ganzheitliches Corporate Design ist auch ein Zeichen von Professionalität.

Aber noch einmal zurück zur Definition: Corporate Design ist die einheitliche Gestaltung aller Kommunikationsmittel und Produkte eines Unternehmens oder einer Organisation. Dazu gehört alles, was die visuelle Erscheinung ausmacht, also Firmenzeichen, Geschäftspapiere, Werbemittel, Verpackung, manchmal auch Klänge, Architektur und Arbeitskleidung.

Das Herz des Ganzen ist das Logo. Ein gutes Logo macht aber noch kein komplettes grafisches Erscheinungsbild. Dafür braucht es noch mehr, nämlich Typografie, Farben, Formate und Bilder, also Gestaltungsrichtlinien, die in einem sogenannten Corporate-Design-Manual festgehalten werden. Sie bilden die Grundlage für jede Gestaltung und sind ein wichtiges Arbeitsmittel für alle daran beteiligten Mitarbeiter des Unternehmens oder externe Dienstleister wie eine Werbeagentur oder ein Designbüro.

Corporate Design bei Mariengold

Bei Mariengold ist das meine Grafik-Designerin Clara, die seit einigen Jahren für das visuelle Erscheinungsbild zuständig ist. Sie hat – in enger Zusammenarbeit mit mir – das Logo und die Gestaltungsrichtlinien entwickelt und wendet diese auf alle Kommunikationsmittel (Internetseite, Flyer, Geschäftspapiere, Kursaushänge) und Produkte (Blog, E-Books) von Mariengold an.

Dadurch ist mit der Zeit ein einzigartiges, prägnantes und wiedererkennbares Corporate Design entstanden, das in Einklang mit dem Selbstverständnis und den Werten meines Labels steht und die Essenz von Mariengold hoffentlich glaubwürdig nach außen vermittelt.

Wichtige Stichworte für Claras Gestaltungsarbeit sind Herzverbundenheit, Offenheit, Leichtigkeit, Frische und Humor. Deshalb das handgezeichnete Herzchen im Logo. Hellrosa, Weiß und Pink als Farben. Und spielerische Collagen. Um ein paar Beispiele zu nennen.

Es geht aber nicht nur um Wiedererkennbarkeit und Konsistenz, sondern die Herausforderung besteht auch darin, immer wieder lebendig und modern zu wirken. Das geschieht durch kleine, manchmal minimale Veränderungen, die an neuen Kommunikationsmitteln und Produkten ausprobiert und dann vielleicht langfristig übernommen werden. Auch wenn dabei Zeitgeschmack und Trends eine Rolle spielen können, ist es wichtig, dass das Corporate Design weiterhin der Unternehmensstrategie und nicht einer Mode folgt.

Anregungen für euch

Wenn ihr gerade dabei seid, euch selbständig zu machen und ein Corporate Design für euer Projekt zu entwickeln, sind die folgenden Anregungen vielleicht hilfreich für euch:

Die wichtigste Frage zu Beginn ist die, wofür euer ihr mit eurer Geschäftsidee steht. Wie lautet euer Selbstverständnis? Welchen Sinn macht eure Arbei für euch? Was sind eure Werte? Welcher Vision folgt ihr? Es geht dabei um das Herz und die Essenz eures Vorhabens.

Nehmt euch Zeit für diese Überlegungen. Macht euch Notizen und destilliert am Ende die wichtigsten Stichworte heraus. Sie bilden die Grundlage für euer Corporate Design.

Als nächstes geht es um das Praktische. Welche Ziele verfolgt ihr? Welche Zielgruppe soll das Design ansprechen? Und was soll eigentlich gemacht werden? Ein Logo? Eine Internetseite? Ein Flyer? Oder das Komplettprogramm? Welches Budget steht euch zur Verfügung? Schreibt die wichtigsten Informationen auf und ergänzt sie um eure Stichworte von oben.

Ihr könnt auch Inspiration von anderen Unternehmen sammeln. Vielleicht gibt es Corporate Designs, die ihr besonders gelungen findet? Studiert auch die Erscheinungsbilder eurer Konkurrenz. Wie könnt ihr euch davon abgrenzen? Aber schaut nicht zu sehr nach links und recht, manchmal verstellt das den Blick auf die eigenen Ideen.

Wenn ihr schon erste Ansätze für die Gestaltung habt, z. B. ein Symbol oder eine Farbe, notiert auch diese.

Das alles zusammen ergibt euer Briefing, also die Aufgabenstellung für den Designprozess. Je besser das Briefing, desto besser das Ergebnis. Jetzt kann es losgehen.

Wenn ihr nicht selbst vom Fach seid, empfehle ich euch die Zusammenarbeit mit beruflichen Grafik-Designer/innen. Ja, ein professionelles Corporate Design kostet Geld, je nach Umfang sogar viel Geld. Aber so eine Investition zahlt sich langfristig aus und sorgt für einen guten Start in euer Business.

Wenn ihr euch keinen Profi leisten könnt, hört euch im Freundes- und Bekanntenkreis um. Vielleicht findet ihr da jemanden für euer Anliegen. Oder ihr nehmt Kontakt zu einer Hochschule mit Fachrichtung Kommunikationsdesign auf. Studenten arbeiten oft für weniger Geld, sie sind am Puls der Zeit und möchten Erfahrungen sammeln. So ähnlich habe ich es 2008 gemacht. Da hat Joy von Wurzelfrau die erste Internetseite für Mariengold gestaltet. Auch sie stand damals am Anfang, wollte sich gern ausprobieren und hat nur einen verhältnismäßig kleinen Preis genommen.

Vielleicht habt ihr aber auch Lust (oder es bleibt euch nichts anderes übrig) und ihr macht es ganz allein. Meine Freundin Anita hat so ein Selfmade Corporate Design für ihr Label Lilla Kirrivi gestaltet und es wirkt hochwertig und stimmig. Natürlich kostet dieser Weg mehr Zeit und sicher auch mehr Nerven, aber ihr könnt dabei viel lernen und seid unabhängig.

Wenn euer Corporate Design dann steht, bleibt an dem Thema dran. Stellt euch regelmäßig die Frage, ob es zeitgemäß ist, sprich ob ihr euch und eure unternehmerische Vision noch damit identifiziert. Wahrscheinlich braucht es irgendwann eine Erfrischung oder gar eine komplette Überarbeitung. Schließlich verändert ihr euch und damit auch euer Label sich mit der Zeit und diesen Wandel darf auch euer Corporate Design spiegeln.

Und vergesst die Freude nicht! Das Erscheinungsbild eures Business‘ ist eine wunderbare Möglichkeit, euer tiefstes Herzensanliegen nach außen zu tragen. Das ist eine große Chance und ein großes Glück und dieses Glück wird auch den Erfolg anziehen.

Ich wünsche euch alles Gute auf dem Weg!


20. April 2015

Mariengold #4: Ein Fanzine für Puppenliebe

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Anfang des Jahres habe ich hier auf meinem Blog eine vierteilige Reihe begonnen, in der ich den Menschen, die ganz neu zu Mariengold gefunden haben, die einzelnen Bereiche meiner Arbeit genauer vorstelle. Den Anfang machte mein Angebot zur Herstellung von selbstgenähten Stoffpuppen, sozusagen das Puppenglück aus eigener Hand. Es folgten die Puppen à la Carte, die ich für euch herstelle, dann das Werkeln unter Puppennähverliebten in meinen Kursen. Heute, im letzten Teil dieser Reihe, geht es um mein Herzensprojekt, meinen Blog. In diesem Sinne, Willkommen bei Mariengold!

Seit 9 Jahren blogge ich jetzt schon. Das ist etwas länger, als es Mariengold gibt. Angefangen habe ich 2006 mit einem kreativen Tagebuch namens Marigold bei Blogspot. In dieser Zeit eröffnete sich mir eine ganz neue, aufregende und wunderbare Welt der unbegrenzten Möglichkeiten und inspirierenden Begegnungen, in der ich später meinen Platz als professionelle Puppengestalterin fand.

Meine selbst erschaffene Arbeit kann ich mir ohne das Internet gar nicht vorstellen. Ohne das Schreiben auch nicht. Deshalb blogge ich von Herzen gern.

Der Mariengold Blog

Mit dem Bloggen verbinde ich meinen Beruf und das, was ich am liebsten tue, nämlich schreiben. Dabei ist es mir eigentlich gleich, worüber ich schreibe. Die richtigen Worte zu finden und einen guten Text zu verfassen, macht mir einfach riesig Freude.

Im Großen und Ganzen gibt es hier zwei Arten von Artikeln:

Bei den einen geht es ganz allgemein um Puppen und Puppenmacherei. Dazu gehören zum Beispiel die Buchrezensionen, in denen ich Geschichten mit Puppen und Anleitungen zur Herstellung von Puppen und Puppenkleidung bespreche, die Fundstücke, in denen ich schöne Dinge und gute Ideen aus der Welt der Puppenmacherei im Internet vorstelle, kleine DIY-Projekte zum Selbermachen, Tipps und Tricks für die Puppengestaltung sowie Portraits über Leute, die mich inspirieren.

Die anderen drehen sich im weitesten Sinne um Mariengold. In diesen Artikeln erzähle ich über den Alltag in meinem Atelier, stelle meine Puppen vor, schreibe über meine E-Books und Anleitungen sowie das Material zum Selbermachen von Puppen, halte euch über meine Kurse auf dem Laufenden, berichte von unserem Puppenkünstlerinnenkollektiv 8Hände und über die Zusammenarbeit mit anderen Kreativen, aktuell das Filzkopfpuppenprojekt mit 1000 Rehe.

Mein Schreibstil ist offen, lebendig und warmherzig. Anders kann ich, glaube ich, gar nicht schreiben. Ganz besonders persönlich sind meine Glückslisten (die mag ich am liebsten), die Einblicke und Ausblicke mit Gedanken zu meiner Arbeit und Entwicklung als Puppengestalterin und meine Reiseberichte von unterwegs. Diese Impressionen aus meinem Leben sind es auch, die ihr am meisten mögt und die mir immer ganz viel E-Mail-Post bescheren.

Die Redaktion? – Das bin ich.

Als ich vor 9, 10 Jahren mit dem Puppennähen begann, gab es nur eine Handvoll Blogs von Puppenmacherinnen; für mich waren das die Puppenwiege (die jetzt leider geschlossen ist), die Puppenliesl und Allerleipuppen (meine größte Inspiration damals). Mittlerweile aber gibt es eine richtige Blogosphäre zu dem Thema. Diese Blogs sind meist persönliche Tagebücher, in denen es um Handarbeit, alltägliche Dinge, die Familie und die Natur geht und natürlich die neuesten Puppen gezeigt werden.

Was ich mir immer gewünscht habe, war ein Online-Magazin über Puppengestaltung, persönlich geschrieben und journalistisch aufbereitet, mit einem einzigartigen Konzept, vielseitigen, interessanten Beiträgen und einem frischen Design. Und weil es so etwas noch nicht gibt, versuche ich es einfach selbst, hier auf und mit meinem Blog. So ein Projekt braucht natürlich Zeit, viel Zeit, Know-How, Mut und Ideen. Mir macht das wahnsinnig viel Spaß. Wohl auch, weil ich immer auch gern als Journalistin arbeiten wollte.

Für meinen Blog habe ich vor einiger Zeit ein Konzept entworfen, das ich laufend aktualisiere und nach Lust und Laune weiterentwickele. Dafür nehme ich mir ein, zwei Mal im Monat ein paar Stunden Zeit. Dann sammle ich Ideen für Artikel, mache einen groben Plan für die Beiträge der nächsten Wochen, fertige erste Skizzen an und beginne mit dem Texten, suche Fotos zusammen und überlege mir passende Bilder, schreibe Briefings für Clara, die z. B. die Collagen für die Fundstücke gestaltet, recherchiere Material für spätere Artikel, fordere Rezensionsexemplare für Buchvorstellungen an, denke mir Überschriften aus und schmiede Zukunftspläne wie gerade für den Puppen Make-Along mit Naturkinder im Herbst.

Zur Zeit erscheinen pro Woche drei Artikel auf meinem Blog, von denen immer einer über die Puppe für den Sofortkauf am Freitag ist. Das Schreiben erledige ich eher nebenbei, das heißt, es gibt keine festen Zeiten. Am liebsten aber schreibe ich nachmittags nach vollendetem Tagwerk. Wenn ich einmal angefangen habe, komme ich in der Regel gut in Schwung und arbeite dann meistens an mehreren Beiträgen gleichzeitig. Mindestens eine Stunde Zeit investiere ich in jeden Artikel, meistens mehr.

Aber eigentlich ist das Schreiben (nicht nur für den Blog) die einzige Tätigkeit für Mariengold, bei der ich nicht auf die Uhr schaue. Ich kann die Zeit dabei so richtig schön vergessen, genieße Momente des Flows und denke auch nicht über das Thema Geld nach. Herrlich.

In Zukunft möchte ich meinen Blog weiter zu einem Online-Magazin für Puppengestaltung ausbauen, nichts Großes, einfach ein Ort, der anderen Puppenverliebten und mir Freude bereitet. (Ich träume auch von einer kleinen Redaktion und der Zusammenarbeit mit Gastautorinnen und -autoren.) Wenn alles gut geht, werde ich in diesem Jahr endlich richtig Leben in mein langjähriges Herzensthema Puppen als Spiegel der Seele hier auf dem Blog bringen, eine Interviewreihe mit Menschen beginnen, die direkt oder im weiteren Sinne mit Puppen und Puppengestaltung zu tun haben, und eine Frage-Antwort-Kolumne entwickeln.

Bloggen tut mir einfach gut. Ich mag es, zu schreiben und zu fotografieren und erzähle gern Geschichten aus meinem Leben als Puppengestalterin mit allen Höhen und Tiefen und Widersprüchen. Ich schreibe aus dem Bauch heraus und ehrlich, auch wenn es mir gerade nicht so gut geht. Und ich zeige den Menschen (und mir selbst) lieber den Silberstreif am Horizont oder das Licht, durch den den Riss hereinkommt. Das mag ich an meinem Blog und an meinem Schreiben.

Vielen Dank, dass ihr so gern hier mitlest. Das bedeutet mir sehr viel.

Dieser Blog ist für euch. Feedback, Anregungen und Fragen an hello@mariengold.net sind Willkommen.


9. März 2015

Helden des Alltags: Notizblock und Stift

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Helden des Alltags, das sind all die kleinen und großen Dinge, die das Arbeiten in meinem Atelier verschönern und mir sehr lieb sind. Ab und zu stelle ich sie hier vor.

Die besten Ideen kommen mir nicht unter der Dusche, sondern unterwegs. Wenn ich mit der S-Bahn durch Berlin fahre, einen Milchkaffee in meinem Lieblingscafé Goodies hier in Zehlendorf genieße, meine Runden um den Schlachtensee drehe oder als Beifahrerin längere Zeit mit dem Auto unterwegs bin. Wie oft habe ich mich schon geärgert, wenn ich dann nichts zum Schreiben zur Hand hatte!

Da passte es gut, dass ich letztes Jahr nach über zehn Jahren ein neues Portmonee brauchte. Schwarz und aus Leder sollte sein. Schlicht und einfach in der Gestaltung. Und groß. Zumindest groß genug für zwei neue Begleiter. Auf COS war wie immer Verlass, dort fand ich nach längerer Suche schließlich mein neues Portmonee, mit dem ich richtig glücklich bin.

Nicht zuletzt, weil darin auch ein Mininotizblock und ein kleiner Bleistift Platz finden. Und die sind seit dem fast täglich in Gebrauch. Was ich damit aufschreibe: Ideen für Mariengold, schöne Worte, die ich so aufschnappe, Gedankenblitze, Musik- und Literaturtipps, Titel für Blogartikel, Geschenkideen, Dinge, die noch zu erledigen sind, eben alles Mögliche, dem ich später zu Hause in Ruhe nachgehen möchte.

Das funktioniert richtig gut und ist oft die Rettung, wenn mich unverhofft die Muse küsst, ich vor Ideen nur so übersprudele und kaum noch einen klaren Gedanken fassen kann. So war es auch auf dem Flug nach Teneriffa. Da habe ich in Windeseile einen supertollen Entwurf für das Vorwort für Lauras und meine neue Puppennähanleitung gescribbelt, den ich zu Hause nur noch ausformulieren musste.

Dass es immer praktisch ist, so einen kleinen Notizblock zur Hand zu haben, zeigte sich auch in meinem letzten Pupennähkurs, als ich eine etwas schief genähte, hellblaue Puppenlatzhose mit Seitentaschen zu verschenken hatte. Drei Frauen waren interessiert, also losten wir mit Zettelchen von meinem Block. Nützlich ist er auch beim Stöbern im Buchladen, eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Dann notiere ich mir alle spannenden Titel (zuletzt „Wir brauchen neue Namen“ von NoViolet Bulawayo und „Die Middlesteins“ von Jamie Attenberg), die ich später in der Bibliothek ausleihen möchte.

Auch wenn ich nach außen hin vielleicht nicht so wirken mag, gehört eine gewisse Zerstreuung einfach zu mir dazu (mein Mann nennt mich manchmal auch liebevoll „Head Machine“). Die Möglichkeit, Dinge aufzuschreiben und damit aus dem Kopf zu bekommen, macht aus meinen Gedankenspaghetti ein geordnetes Chaos, mit dem ich gut etwas anfangen kann. Deshalb sind mein kleiner Notizblock und der Bleistiftstumpen (wie auch die vielen anderen Kritzelhefte, Schreibbücher und Abrisszettelblöcke in meinem Leben) nicht nur Helden, sondern sogar Superhelden meines Alltags.


19. Februar 2015

Mariengold #2: Puppen à la Carte

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Im Januar habe ich hier auf meinem Blog eine vierteilige Reihe begonnen, in der ich den Menschen, die ganz neu zu Mariengold gefunden haben, die einzelnen Bereiche meiner Arbeit genauer vorstelle. Den Anfang machte mein DIY-Angebot zur Herstellung von selbst genähten Stoffpuppen, sozusagen das Puppenglück aus eigener Hand. Heute geht es weiter mit den Puppen, die ich für euch nähe. In diesem Sinne, Willkommen bei Mariengold!

Das Herz von Mariengold sind die Puppen. Mit ihnen hat vor 8 Jahren alles angefangen, als ich mich mit dem Wunsch selbständig machte, Puppen für die Kinder dieser Welt zu nähen. Mittlerweile ist die Herstellung von Puppen neben meinen Kursen, Anleitungen und Material zum Selbermachen und meinem Blog ein viel kleinerer Teil meiner Arbeit als noch vor ein paar Jahren. Aber er bereitet mir immer noch die allergrößte Freude und inspiriert das Gesamtpaket von Mariengold jeden Tag.

Puppen sind das beste Spielzeug für Kinder, das ich mir vorstellen kann. Sie wecken Gefühle und tun der Seele gut. Puppen sind Bilder des Menschen und das macht sie so wertvoll. Es braucht Phantasie und Einfühlungsvermögen, sie im Spiel zum Leben zu erwecken und sie als Begleiterinnen fürs Leben zu gewinnen.

Ich stelle Puppen her, die diese Herzensverbindung ermöglichen. Dabei folge ich meinem Anspruch, charakterstarke, anregende und stabile Puppen zu erschaffen, die nahe an der Lebenswirklichkeit und den Bedürfnissen der Kinder dran sind und die Entwicklung naturangelegter Kräfte wie die der Phantasie, Neugier und Nachahmung fördern. Mehr dazu findet ihr hier.

Wer sich eine original Mariengold-Puppe aus meinen Händen wünscht, hat zwei Möglichkeiten: Eine Puppe nach Wunsch bei mir in Auftrag zu geben oder eine von mir frei gestaltete Puppe in meinen Shops im Internet zu kaufen.

Puppen auf Bestellung

Aufträge zur Herstellung von Puppen sind bei Mariengold herzlich Willkommen.

Die Wartezeit beträgt ein paar Wochen bis einige Monate, je nach Anzahl der Bestellungen, die ich gerade in meinem Auftragsbuch habe. Dort lass ich aber auch immer Platz für dringende, kurzfristige Wünsche. Diese Option gilt vor allem für Stammkunden und Geschwisterpuppen. Der normale Weg ist, dass ich bei Interesse euren Namen auf meine Kundenliste setze und mich bei euch melde, sobald die Zeit für eure Bestellung gekommen ist. Erst dann besprechen wir die Details.

Das machen wir per E-Mail. Dafür gebe ich euch zu Beginn weitere Details zum Bestellvorgang und Fragen zu eurer Wunschpuppe. Diese Fragen helfen uns, all die Informationen zu sammeln, die ich für die Anfertigung eurer Puppe benötige, z. B. Größe, Merkmale und Lieblingsfarben. Ihr könnt mir alles schreiben, was euch dazu einfällt und wichtig erscheint. Die einen beantworten meine Fragen kurz und bündig. Die anderen schreiben seitenweise ihre Wünsche nieder, fertigen Zeichnungen an und belegen jedes Detail mit einem Link aus meinem Portfolio. Wieder andere lassen mir vollkommene kreative Freiheit. Manche bleiben ganz nüchtern und sachlich. Andere lassen eher ihr Herz sprechen. Manchmal wird eine Puppe genau so gewünscht, wie ich sie schon mehrmals genäht habe (z. B. Lumi oder Nico). Oder es soll etwas ganz, ganz Neues entstehen. Was auch immer euer Weg ist, gemeinsam entwickeln wir eine Vision eurer Wunschpuppe, die ich dann in meinem Atelier in die Wirklichkeit umsetze.

Die Details zu eurer Bestellung halte ich in meinem Auftragsbuch fest. Darin schreibe ich ganz genau auf, wie eure Puppe aussehen und was für Kleidung sie tragen soll. Wenn es soweit ist, beginne ich mit der Arbeit.

In der Woche, bevor ich eure Puppe nähe, stelle ich ihre Kleidung her. Warum ich das so mache? Keine Ahnung. Erst die Kleidung, dann die Puppe, so gefällt mir das. Für Shirts, Hosen, Mützen usw. suche ich zuerst alle Stoffe und Garne heraus, ein Arbeitsschritt, den ich sehr gerne mag. Zur Zeit ist mittwochs mein Kleidernähtag. Dann nähe ich die gesamte Puppenkleidung und auch die Puppenteile für die nächste Woche. Das Stricken und Häkeln erledige ich an zwei bis drei Abenden (das mag ich ehrlich gesagt nicht so gerne).

Montag und Dienstag ist Puppennähtag bei Mariengold. Dann wird gewickelt und gestopft, geknotet und geknüpft, genäht und gestickt. Könnt ihr euch denken, welche die am häufigsten gestellte Frage in meinen Kursen ist? Klar: Wie viel Zeit ich für die Herstellung einer Puppe benötige. Nur so viel sei an dieser Stelle verraten: Mit der Zeit geht es immer schneller, auch noch nach so vielen Jahren Expertise. (Meine Kursteilnehmerinnen erfahren es genauer.)

Wenn eure Puppe fertig genäht ist, kleide ich sie schön ein und werfe einen Blick aus dem Fenster. Bei blauem Himmel und Sonnenschein, klatsche ich in die Hände und greife fröhlich nach meiner Kamera. Wenn es draußen grau und dunkel ist – fotografiere ich trotzdem. Zum Glück kenne ich mittlerweile ein paar Tricks und Kniffe, die mir helfen, die Puppen bei jedem Wetter fotografisch gut einzufangen.

Die Bilder schicke ich euch dann zusammen mit ein paar persönlichen Worten und der Rechnung per E-Mail zu. Gezahlt werden kann via Banküberweisung oder Paypal. Sobald euer Geld bei mir eingangen ist, macht eure Puppe sich hübsch verschnürt und verpackt ohne viel Firlefanz auf den Postweg und zwar versichert und mit Sendungsverfolgungsnummer via DHL oder Hermes. Dann heißt es Warten, für euch auf eure Puppe und für mich – das ist allerdings kein Muss – auf eine kurze Rückmeldung, dass alles gut gegangen ist und die Puppe vielleicht sogar schon von ihrem Kind in die Arme und ins Herz geschlossen wurde. Dann ist mein und hoffentlich auch euer Glück perfekt!

Wenn ihr eine Mariengold-Puppen in Auftrag geben möchtet, schreibt an hello@mariengold.net. Die momentane Wartezeit liegt bei 3 bis 4 Wochen. Weitere Informationen zu Bestellung und Preisen findet ihr hier.

Puppen für den Sofortkauf

Neben den Auftragspuppen nähe ich jede Woche auch eine Puppe für den Sofortkauf. Diese Puppen eigenen sich für den kurzfristigen oder spontanen Kauf, wenn ihr euch überraschen lassen möchtet oder einfach warten wollt, bis die Puppe eurer Träume eines Tages bei Mariengold auftaucht und ihr sofort spürt, dass genau sie es ist, die ihr euch schon immer gewünscht habt (genau so haben es mir glückliche Kundinnen schon berichtet).

Jede Woche biete ich eine solche Puppe in meinen Shops bei DaWanda und Etsy an. Diese zeige ich immer aktuell am Freitag hier auf meinem Blog. Jedoch werden die Puppen schon vorher in meinen Shops gelistet, sobald sie fertig genäht sind, was meistens montags oder dienstags ist. Puppen für den Sofortkauf können nicht reserviert werden. Es gehört also auch ein bischen Glück dazu, eine zu bekommen.

Für mich sind diese Puppen eine gute Möglichkeit, künstlerisch frei zu arbeiten, meine ganz eigenen Vorstellungen umzusetzen, Schnitte und Techniken zu verfeinern oder etwas ganz Neues auszuprobieren. Das mag ich sehr. Aber genauso gern erfülle ich eure Wünsche.

Auf die richtige Mischung kommt es an. Und die ist für mich, so wie sie gerade ist, sehr stimmig, weil sie mir ein gewisses Maß an finanzieller Sicherheit bietet und gleichzeitig viel Raum für Kreativität lässt.

Ganz gleich, ob ihr eure ganz persönliche Wunschpuppe bei mir in Auftrag gegeben habt oder eine Puppe für den Sofortkauf euer Herz im Sturm erobert hat: Ich danke euch sehr für euer Vertrauen in mein Herz und meine Hände (denn beides gehört zusammen). Mögen all diese Mariengold-Puppen liebevolle Spielgefährtinnen und treue Wegbegleiterinnen werden!