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Reisetagebuch: Es war einmal

In Verbindung kommen, das war mein Wunsch, als ich euch Mitte Februar fragte, was euch interessiert, was ihr sucht, wenn ihr diesen Ort hier besucht. Viele Fragen haben mich daraufhin erreicht, Ermunterungen, Zuspruch, Worte, die von Herzen kommen und mich berühren. Was wir gemeinsam haben, ist unser Wunsch nach einer authentischen und erfüllten beruflichen Selbständigkeit. Ich schreibe mein Internettagebuch auch in der Hoffnung, dass ich euer Vertrauen in euren persönlichen Weg stärken kann, indem ich mit euch teile, was ich selbst auf meinem Weg erfahren und gelernt habe. Das ist auch der Impuls für mein Reisetagebuch, in dem ich hier Stück für Stück von meinem Weg erzählen möchte.

Als ich ein kleines Mädchen war, war mein großer Schatz ein Schneiderbuch für Kinder. Ich habe stundenlang darin geblättert und geträumt. Jedes Bild genau betrachtet, in mich aufgenommen. In Gedanken genäht und erschafft. Pläne geschmiedet, was ich selbst alles mit meinen Händen ins Leben rufen werde. In dem Mädchen mit dem blauen Rock habe ich mich selbst gesehen, mich zu ihr auf die Wiese gewünscht. Handarbeits- und Bastelbücher und Hefte mit Strickanleitungen waren meine liebste Lektüre. Im Handwerk selbst war ich damals noch nicht geübt. Überhaupt hatte ich in diesem Alter nur wenig praktischen Bezug zur Handarbeit. Ich habe viel mit meinem Bruder gespielt und mit den Nachbarjungs. Ich erinnere mich an Spiele mit Bausteinen und Tieren, Buden bauen, im kleinen Wäldchen herumstromern, Ballspiele im Hof, Bilderbücher anschauen. Weder habe ich viel mit Puppen gespielt, noch habe ich besonders früh den Umgang mit Nadel und Faden gelernt.

Meine Mutter hat mich gelehrt, dass wir mit den wenigen Dingen, die wir damals hatten, ganz viel machen können. Sei es im Spiel oder in den praktischen Alltagsdingen. Sie hat eine große Improvisations- und Gestaltungsgabe. Sie hat uns Kleidung genäht und gestrickt, Honig aus Löwenzahnblüten hergestellt und uns mit einem Lied oder einer Melodie auf ihrer Gitarre glücklich gemacht.

Diese frühen Kinderjahre haben meinen beruflichen Weg insofern geprägt, als dass ich damals schon eine Ahnung davon bekommen habe, welche Möglichkeiten, ja welch großer Schatz im Handwerk liegt. So vieles ist möglich! Alles kann gestaltet werden, wenn wir es wollen! Mit unseren Händen können wir unsere Wünsche erfüllen! Mit den Jahren und dem Erlernen verschiedener Handarbeitstechniken in der Schule und zu Hause habe ich mehr und mehr Vertrauen in meine Hände gewonnen. Meine Hände wurden geschickt und kräftig. Sie hatten Freude am Tun. Sie brachten mir Glück. Schon als kleines Kind glaubte ich fest daran, dass es eine höhere Macht ist, die meine Hände lenkt. Und in diese Kraft vertraue ich seit Jahren. Wenn mir auch sonst das Selbstvertrauen oft fehlte, so begleitet mich dieses eine Vertrauen, das Vertrauen in meine goldenen Hände (diese Farbe gab ich ihnen schon als Kind) bis heute. Jeder Pinselstrich, jede Naht, jede Masche, was immer ich begann, es führte zu einem schönen Ergebnis. Diese Erfahrungen ermutigen mich auch heute noch, jede begonnene Arbeit zu beenden, um mit ihr glücklich zu werden.

Obwohl ich den Zauber der Handarbeit schon früh entdeckte, habe ich als Kind Handarbeiten gemacht, wie ich auch mit anderen Dingen gespielt habe. In meiner späteren Schulzeit trat die Handarbeit zugunsten anderer Interessen in den Hintergrund. Ich hatte einige Hobbies, denen ich mit Leidenschaft nachging. Zum Beispiel Theaterspielen und Fotografieren und Fotos selbst Entwickeln. Aber vor allem widmete ich mich der Sprache und dem Schreiben. Ich las und schrieb selbst. In meiner Studienzeit begann ich, mich mit der Frage zu beschäftigen, wie wir mit unserer Sprache unsere Wirklichkeit erschaffen. Seit dem begeistere ich mich für die Magie und Heilkraft der Sprache und des geschriebenen Wortes.

Welches Potential in der Handarbeit steckt, der geerdeten Schwester der Kopfarbeit, der ich mich jahrelang ausschließlich gewidmt hatte, entdeckte ich später, als ich Mutter wurde. Und in dieser Zeit entdeckte ich auch das geliebte Buch aus meiner Kindheit wieder und ich erinnerte mich daran, spürte von Herzen, dass meine Seele im Handwerk zu Hause ist.

Soweit für heute. Bald schreibe ich weiter von meiner Reise.

Es grüßt euch,

eure Maria


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