14. Oktober 2014

Helden des Alltags: Schreibzeug

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Jeden Dienstag fragt Konfettiregen nach den Helden des Alltags. Auch bei Mariengold gibt es große und kleine Helden, Dinge, die den Alltag in meiner Werkstatt verschönern und mir sehr lieb sind. Ab und zu stelle ich sie hier vor.

In meinem Kopf geht es meistens ganz schön wild und kunterbunt zu. Gedanken drehen ihre Kreise. Spontane Eingebungen blitzen auf. Fragen kommen und gehen. Vergessenes taucht wieder auf. Ideen wirbeln umher. Sätze und Formulierungen bahnen sich ihren Weg. Listenpunkte machen auf sich aufmerksam. Damit die Funken nicht allzu kreuz und quer schießen, muss ich das Durcheinander regelmäßig bändigen. Am besten hilft da eigentlich Meditation. Aufschreiben tut aber auch gut.

Dafür habe ich ein einen Lieblingskugelschreiber, Farbstifte und einen einfachen karierten Notizblock mit Ringbindung, die mich stets im Alltag begleiten. Diese Dinge liegen immer in Reichweite und es vergeht kein Tag, an dem ich sie nicht benutze. Die besten Ideen kommen mir aber oft nicht hier in der Werkstatt, sondern unterwegs in der S-Bahn oder auf Reisen, wenn ich etwas Abstand und den Kopf frei habe.

Ich mag schöne Dinge, auch wenn es um das Alltägliche und Praktische geht. Nach solchen Dingen suche ich auch gerne etwas länger. Für eine Aufbewahrung für meine Schreibutensilien bin ich schließlich bei Kvinna fündig geworden, einem kleinen Stuttgarter Handmade-Label für feine Ledertaschen. Maya heißt meine neue Begleiterin in warmem Cognacbraun und tiefem Weinrot. In ihr reisen meine kleinen Freunde jetzt mit mir durch die Welt, allzeit bereit meine Gedanken zu Papier zu bringen und das Leben leicht zu halten.

Die Clutch “Maya” ist für 85 Euro bei Kvinna erhältlich.


13. Oktober 2014

Schneiderin für Puppenkleidung gesucht

Das neue Jahr bringt einige Veränderungen für Mariengold. Meine Mitarbeiterin Karoline und ich werden unsere vierjährige Zusammenarbeit in den nächsten Wochen beenden. Deshalb suche ich eine neue erfahrene Schneiderin für die Anfertigung von Puppenkleidung auf Honorarbasis hier in Berlin.

Details und ausführliche Tätigkeitsbeschreibung auf Anfrage an hello@mariengold.net.

Ich freue mich auf euch!


10. Oktober 2014

Freitagspuppe Bluebell für den Sofort-Kauf

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(Bluebell ist bereits verkauft. Bluebell is already sold.)

Bluebell, my new Friday doll, is now available in my webshops at Etsy and DaWanda. Find more pictures in my portfolio.

Bluebell ist ein 30 cm großes Puppenbaby. Sie hat aprikosenfarbene Haut, leuchtend blaue Augen, rosa Flauschhaar, ein kleines Näschen und einen Bauchnabel. Die Puppe hat auch einen Po und kann sitzen.

Bluebell trägt ein hellblaues Blümchenkleid, ein Langarmshirt mit Streifen in Pink und Grau, hellrosa Pumphosen, hellrote Schuhe und eine hellblaue Strickmütze mit Blüte.

Ihr zweites Outfit ist zum Tanzen und fürs Ballett. Es besteht aus einem bauschigen Tüllrock in Hellblau mit einem geblümten Bündchen, einem rosa Wickelbolero, einem Body mit Streifen in Pink und Grau und einem hellroten Blütenhaarband.

Bluebell ist für 255 Euro in meinen Webshops bei Etsy und DaWanda oder via E-Mail an hello@mariengold.net direkt bei mir erhältlich. Weitere Bilder findet ihr in meinem Portfolio, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen hier.

Achtung: Dieser Artikel ist nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet, da Kleinteile eingeatmet oder verschluckt werden können.

Mariengold-Puppen werden nach der europäischen Spielzeugrichtlinie 2009/48 in Verbindung mit der Spielzeugnorm EN 71 Teil 1,2,3 gefertigt.

Eine Puppe wie diese könnt ihr mit meinen E-Books zur Herstellung von Puppen und Puppenkleidern auch selbst herstellen. Mehr dazu hier. Die E-Books sind in meinen Webshops bei DaWanda und Etsy erhältlich.

Puppenbestellungen an hello@mariengold.net. Preise und Details hier.


9. Oktober 2014

Was gerade so los ist #2

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Zur Tagundnachtgleiche im September habe ich wieder ein schönes Jubiläum gefeiert. 9 Monaten lang übe ich jetzt fast täglich Yoga, seit Mai sogar in unserem eigens dafür eingerichteten kleinen Raum der Stille. Meditation ist ein fester Bestandteil meiner Yoga-Praxis. Weil mir der Einstieg unheimlich schwerfiel (das Gedankenkarussel!), habe ich in den ersten Monaten erst einmal mit gesungenen Mantras aus dem Kundalini-Yoga meditiert. Seit dem Sommer lasse ich alle Schnörkel weg und meditiere nur noch auf meinen Atem. Dass ich meinen Monkey Mind mittlerweile für wenigstens 15 Minuten am Tag bändigen kann, ist wirklich wahrlich ein kleines Wunder. Und eine echte Wohltat. Denn seit einigen Wochen gehen die Gedanken in meinem Kopf durcheinander wie Spaghetti.

Das liegt vor allem an dem Ausblick, dass meine Mitarbeiterin Karoline und ich in den nächsten Wochen unsere Zusammenarbeit beenden werden. 4 Jahre lang waren wir ein Team – und was für eins! Aber nichts im Leben bleibt ewig gleich und so tüftele ich seit Wochen an einem Masterplan für die Zukunft von Mariengold.

In diesem Prozess ist vor allem Klarheit gefragt. Das ist gar nicht so einfach. Denn allzu oft mischen sich Zukunftsängste in die Überlegungen ein und die sind ja bekanntlich keine guten Ratgeber. Als es neulich mal wieder soweit war, hat mein Mann mich mit frisch geputzten Fenstern in meiner Werkstatt überrascht. Das Ergebnis: Mehr Licht, mehr Klarheit und neuer Durchblick.

Eine wichtige Entscheidung, die ich seit dem getroffen habe, ist, dass ich ab sofort wieder Bestellungen für Puppen annehme. Bis Ende des Jahres ist mein Auftragsbuch zwar knackevoll, aber ab Januar bin ich wieder offen für eure Wünsche.

Seit dem neuen Schuljahr geht meine Tochter nicht mehr in den Hort. Deshalb ist meine Arbeitszeit jetzt viel kürzer. Aktuell arbeite ich täglich von 7.30 Uhr bis 13 Uhr. Das geht überraschenderweise gut und hängt wahrscheinlich mit dem Phänomen zusammen, das ich hier schon einmal beschrieben habe. Aber klar, es gibt auch Tage, an denen sich die reduzierte Stundenzahl bemerkbar macht, vor allem jetzt in der heißen Phase der Geschäftsplanung für das neue Jahr, in der ich auch ein paar neue Projekte anschiebe.

Da ist zum Beispiel ein neuer Kurs, den meine Freundin Laura von 1000 Rehe und ich gerade konzipieren. Wer Lauras Arbeit ein bischen verfolgt, weiß, dass sie sich seit einigen Monaten in der Kunst des Filzens von Puppenköpfen übt und diese Technik allmählich perfektioniert, was sie bei unserem letzten Werk-Treffen eindrucksvoll gezeigt hat. Um Filzköpfe wird es auch in unserem gemeinsamen Kurs gehen, den wir ab dem kommenden Frühjahr anbieten wollen. Daneben wird es natürlich auch weiterhin die klassischen Mariengold-Puppennähkurse geben. Das komplette Programm für 2015 findet ihr ab Dezember hier.

Jetzt im Herbst ist die Puppenmacherei ein großes Thema. Zu keiner anderen Zeit sind meine Anleitungen und Materialpackungen zur Herstellung von Puppen mehr gefragt. Deshalb habe ich das Sortiment in meinen Webshops bei DaWanda und Etsy etwas erweitert. Für eure Weihnachtspuppen findet ihr jetzt dort Granulat für extra Gewicht, ein Starter-Kit für die Puppenmacherei sowie einen Nähservice für Mariengold-Puppenteile.

Seit einigen Wochen habe ich Lust, mit Mariengold in ein soziales Netzwerk zu gehen. Aus Zeit- und Datenschutzgründen hatte ich das ja immer abgelehnt. Neben den Risiken, sehe ich jetzt aber in der Vernetzung mit Mariengolds Kunden und Freunden auch Chancen für mein Label. Was mir mein Bauch sagt? Ausprobieren! Mein Verstand rät mir jedoch, mich ehrlich zu fragen, worum es mir dabei wirklich geht (Nähe? Austausch? Unterstützung? Aufmerksamkeit?) und ob ich das Thema vielleicht auch im Hier und Jetzt außerhalb virtueller Netzwerke lösen kann.

Am Sonntag gehe ich mit meinem Mann und Freunden zum zweiten Mal in diesem Jahr auf ein Konzert von Agnes Obel. Immer wenn ich so wunderbare Musik wie ihre höre, möchte ich wieder Gitarre spielen. Weil das Üben leider nicht mehr in den Alltag gepasst hat, habe ich meine Gitarre vor zwei Jahren erst einmal zur Seite legen müssen. Aber bevor ich mich wieder der Musik annähere, kommt erst einmal das Weben. Nachdem ich lange nach einem Anfängerkurs in Berlin Ausschau gehalten hatte, wurde ich vor ein paar Wochen hier fündig und freue mich jetzt wie verrückt, dass ich nächsten Monat ein ganzes Wochenende bei Christina Klessmann am Webstuhl sitzen werde. Zusammen mit dem anstehenden Yoga-Retreat mit meiner Freundin Julia und dem nächsten Werk-Treffen Berliner Puppenmacherinnen sind das herrliche Aussichten für den November!


7. Oktober 2014

Buchvorstellung: “Die Liebe der kleinen Mouche” von Paul Gallico

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Was wäre ein Herbstbegrüßungswochenende ohne ein gutes Buch? “Die Liebe der kleinen Mouche” von Paul Gallico ist so ein Buch, ein schmales Bändchen zwar, aber mit einer ganz großen Geschichte über die Sehnsuchtsstadt Paris, die Magie der Puppen und natürlich die Liebe.

Die kleine Mouche sucht ihr Glück als Schauspielerin in Paris. Aber das Leben ist hart zu ihr. Das junge Mädchen ist einsam, verarmt und unglücklich und sieht eines Nachts keinen anderen Ausweg mehr als den Freitod in der Seine. Auf dem Weg zur vermeintlichen Erlösung begegnet sie auf einem Jahrmarkt einer Schar Handpuppen, die ihr schließlich vorschlagen, sie fortan zu begleiten:

Es war, als hätte sich Mouche plötzlich ein Ausblick in den Himmel eröffnet. Liebte sie doch all diese kleinen, wunderlich einnehmenden Wesen schon so sehr, dass jedes von ihnen in ein paar kurzen Augenblicken ihre Fantasie gefangen genommen und ihr Herz angerührt hatte. Und nun für immer dieses Leben – und wenn der Tag lang war, aus der Wirklichkeit in diese einzigartige Welt der Fantasie zu entfliehen …

Mouche schließt sich der Truppe an und verzaubert zusammen mit den Puppen Jung und Alt im ganzen Land. Zwischen Mouche und den Puppen entwickelt sich eine starke Liebe, die ihr neue Kraft zu leben gibt und deren Funke auch auf das Publikum überspringt, so dass das Ensemble immer beliebter und erfolgreicher wird. Aber was ist mit dem Puppenspieler, Michel Peyrot? Warum verachtet und demütigt er Mouche in dem Maße, wie die von ihm geführten Puppen das Mädchen lieben? Scheinbar haben sie ihren ganz eigenen Willen:

Denn wenn er auch hinter dem Vorhang in der Bude saß, die Puppen mit Leben erfüllte und für ihre sieben Stimmen sorgte, handelten sie doch häufig seltsam und entschieden als Individuen, über die er keine Herrschaft besaß. Nie hatte Michel sich die Mühe gemacht, groß über dieses Phänomen nachzugrübeln; er hatte es einfach hingenommen, (…)

So brutal der Puppenspieler Mouche auch behandelt, das Mädchen erholt sich jedes Mal davon und die Liebe der Puppen lässt sie Tag für Tag wie ein Phönix aus der Asche wieder auferstehen. Als Mouche eines Tages einen jungen Akrobaten kennenlernt und die beiden heiraten wollen, sieht sie eine Möglichkeit, der Gewalt des Puppenspielers zu entkommen. Der lässt sie schließlich auch gehen, aber nicht ohne ein letztes Gespräch, in das er Mouche mit den Puppen verwickelt, bei dem sie schließlich auch in ihrem Herzen erkennt, das die geliebten Puppen und der verhasste Puppenspieler eins sind:

“Wer ist das? Wer spricht da?”, rief Mouche. Und aus einem mächtigen Impuls, ohne recht zu wissen, was sie tat, griff sie nach dem Vorhang, durch den sie zwar zu sehen war, aber selbst nicht sehen konnte, und riss mit einer einzigen Bewegung den Schleier weg, der sie so lange von dem elenden, unglücklichen Mann getrennt hatte, der sich dahinter verbarg. Unbeweglich wie eine Statue saß er da, finster und hohläugig, unnachgiebig und doch vergehend vor Liebe nach ihr.

Welches Ende die Geschichte nimmt, lässt sich hier schon erahnen. Es ist ein gutes Ende, eines, das lange nachklingt.

Was mich besonders an dem Buch berührt hat, ist das Bild der Puppe, die – mit Liebe und Güte erfüllt und von Menschenhand geführt – es vermag, die wahre Natur eben jenes Menschens, so böse er auch sein mag, zum Leuchten zu bringen, wenn auch verborgen hinter einem Vorhang. Und was für ein Glück es ist, wenn ihm ein großes und freies Herz begegnet, das den Mut hat, den Schleier zum Fallen zu bringen, eben so wie die Liebe der kleinen Mouche.

Wie immer verlose ich mein Rezensionsexemplar, das mir der Verlag Urachhaus freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Wenn ihr das Buch gewinnen möchtet, schreibt bis Donnerstag Nacht an hello@mariengold.net. Den Gewinner werde ich am Freitag auslosen und benachrichtigen. Viel Glück!

Paul Gallicos Geschichte wurde 1953 übrigens auch verfilmt. “Lili” – so der Titel – wurde mit einem Oscar, mehreren Oscar-Nominierungen und einem Golden Globe ausgezeichnet. Hier gibt es einen kleinen Einblick.

Paul Gallico: Die Liebe der kleinen Mouche, Urachhaus, ISBN: 978-3-8251-7888-8, 17.90 Euro

(Das Buch gewonnen hat Julia.)