1. Oktober 2018

Mein September in Büchern

Jeden Monat halte ich hier ein paar Dinge fest, die von Herzmomenten und Freudebegegnungen erzählen. Das kann ein Buch sein, ein Rezept, Musik oder einfach eine schöne Erinnerung.

1 Neuester Zugang in meiner kleinen feinen Bibliothek für Schreibbücher ist „Schreib mir was“ von Doris Lind, in dem es um persönliche Korrespondenz geht, also das altmodische Schreiben von Karten und Briefen, einer fast vergessenen Kunst, in der ich zwar gut geübt bin, weil ich es sehr, sehr gern und auch häufig mache, dieses Büchlein hat mich aber noch einmal richtig motiviert, für immer dranzubleiben. Denn jemandem etwas von Hand zu schreiben, bedeutet: Du bist mir wichtig, ich nehme mir Zeit für dich. Das ist heutzutage mit das Schönste, was man einem Menschen mitteilen kann, finde ich.

2 Ebenfalls in oben genannter Bibliothek befindet sich seit dem Frühling auch „Schafft euch Schreibräume“ von Judith Wolfsberger, das ich gleich nach Erscheinen verschlungen und zum ersten Mal in meinem Leben einen Leserinnenbrief geschrieben habe, der es sogar auf den Blog „Virginia’s Vision“ der Autorin geschafft hat, nachzulesen hier. Darin stand auch, dass ich das Buch wieder und wieder lesen würde, was ich tatsächlich tue, weil es ein unheimlich tolles, persönliches und inspirierendes Memoir ist.

3 Ganze drei Tage habe ich gebraucht, um den Roman-Zyklus von Angelika Klüssendorf zu lesen, in dem es um das Mädchen April geht, deren Kindheit an Grausamkeit und Liebloskeit kaum zu überbieten ist, die in einem Kinderheim in der DDR aufwächst, als junge Frau nach Leipzig geht, wo sie als Bürohilfskraft arbeitet, selbst überforderte Mutter wird, schließlich das Schreiben für sich entdeckt und eine intensive, aber zerstörerische Ehe eingeht. „Das Mädchen“, „April“ und „Jahre später“, in einem Rutsch gelesen, haben mich sehr berührt, tun es noch immer.

4 Von 2009 bis 2015 habe ich intensiv Kundalini-Yoga praktiziert, bis meine Lehrerin aus Berlin weggezogen ist und ich nach längerer Pause den fließenden Vinyasa-Stil für mich entdeckte. Was mir Kundalini-Yoga trotzdem bedeutet, wurde mir bewusst, als mir unverhofft „Unbesiegbar leben“ von Guru Jagat in die Hände fiel und sofort alles wieder da war: Pranayama, Surya Kriya, Chakren, Feueratmung, Jogi Bhajan, weiße Kleidung, grüne Mono-Diäten, Mantren-Singen, Meditation, Sat Nam und vieles mehr. Das alles hat mich sehr geprägt, ist jetzt erst einmal vorbei und gleichzeitig für immer lebendig in mir.

5 Ich habe mich wahnsinnig gefreut, als ich die Bachelor-Thesis von Anna, einer ehemaligen Kursteilnehmerin, mittlerweile Freundin zu lesen bekam, in der es um die Herstellung von Puppen aus dem Blickwinkel der Kunsttherapie geht. Es war mir eine Freude und Ehre, die Entstehung der Arbeit begleiten zu dürfen und vielleicht ein wenig dazu beitragen zu können, dass Puppenmacherei irgendwann auch im therapeutischen Setting ankommt.

6 Vor einigen Wochen habe ich eine alte Kochbuchliebe wiederentdeckt: „Nordische Lebenskunst“ von Camilla Jensen war früher schon einmal ständige Begleiterin in meiner Küche und wird jetzt wieder heiß geliebt, durchgeblättert, markiert und nachgekocht. Mein Favorit damals wie heute ist das Ofengebackene Paprikapesto von Seite 199.

7 Kein Buch, aber auch bester Lesestoff ist das Magazin „Werde“ in Zusammenarbeit mit Weleda, das ich kürzlich für mich entdeckt habe. Es erzählt von Menschen, die die Welt zu einem besseren Ort machen, von positivem Wandel und der Natur als Inspirationsquelle und Lehrmeisterin. Das ist gerade Balsam für meine Seele – ich habe es direkt abonniert.

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in: Monatsdinge