30. April 2018

Mein März und April in Dingen

Jeden Monat halte ich hier ein paar Dinge fest, die von Herzmomenten und Freudebegegnungen erzählen. Das kann ein Buch sein, ein Rezept, Musik oder einfach eine schöne Erinnerung.

1 Anfang März war es in Berlin noch richtig kalt. An dem Wochenende, an dem meine Oma gestorben ist, hat mich ein Spaziergang mit meiner Tochter über den zugefrorenen Schlachtensee getröstet. Der erste Frühlingstag war am 11. März – blühende Krokusse, Schneeglückchen und Winterlinge, sechs Wochen später war schon Sommer, fast noch bevor die Kastanienblüten richtig aufgegangen waren. Das macht unglaubliche drei Jahreszeiten in zwei Monaten.

2 An Gründonnerstag war ich für ein Interview in Hamburg. Getroffen und gesprochen haben wir uns im Café Sein in Altona, in dem es nicht nur gutes Brot, sondern auch frische Kunst und immer ein Lächeln gibt. Nachmittags schien die Sonne durch Fenster direkt auf unseren Tisch und der letzte Schnee tropfte von den Dächern.

3 An Feiertagen gibt es bei meinem Lieblingssender radioeins immer einen „Radioday“ zu einem bestimmten Thema, so auch an Ostermontag, an dem sich alles um die Musik der 90er Jahre gedreht hat. In den 90ern war ich ein Teenager und wie intensiv diese Zeit für mich war, konnte ich bei dieser Playlist noch einmal nachempfinden. Mit jedem einzelnen Titel verbinde ich ein Gefühl oder eine Geschichte (die Nummer 16!), was für eine Zeitreise.

4 Ende April hatten mein Mann und ich etwas Großartiges zu feiern. Dafür ging es nach Charlottenburg in die legendäre Paris Bar auf ein Glas besten Champagner und französisches Fingerfood vom Feinsten. Man kann dort auch herrlich miteinander schweigen, denn es gibt unheimlich viel zu gucken, an den Wänden hängen unzählige Originalkunstwerke und die Gästen machen auch immer etwas her.

5 Nach der Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante fragte ich mich ernsthaft, was in diesem Lesejahr noch für mich kommen könnte. Bis mir „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky in die Hände fiel und mich ganz und gar mitnahm, ins Leben, in den Tod und wieder ins Leben. Hier kann man in die ersten Kapitel reinhören, sehr schön gelesen von einer weiterin Liebhaberin dieser wunderbaren Geschichte.

6 Nachdem ich in einem Nachrichtenmagazin schon einige Bilder von Pete Souza gesehen hatte, war klar, dass ich mir die Ausstellung „Obama: An Intimate Portrait“ im Museum THE KENNEDYS unbedingt ansehen wollte. Es ging darin um das Vermächtnis Barack Obamas, aber auch um die Macht der Bilder und wie sie ihn gekonnt changierend zwischen den Rollen eines US-Präsidenten, einer Pop-Ikone und eines Familienvaters zeigen. Ich bin ein großer Fan seines Charmes und seiner Eleganz, seiner Leichtigkeit, vor allem sein Menschlichkeit, weiß aber auch um den immensen Einfluss der Bilder für den Aufbau dieses Images.

7 Mehr als zwanzig Jahre, nachdem ich mir mein erstes und einziges Ohrloch hatte stechen lassen, folgte heute endlich das zweite. Dafür hat mir meine Freundin Julia schon vor langer, langer Zeit ein schönes Paar rote Stecker geschenkt, die ich in sechs Wochen feierlich anlegen werde.

8 I love Greta Gerwig. Ihren Film „Lady Bird“ konnte ich kaum erwarten und bin hin und weg. Meine Tochter auch, wir freuen uns jetzt schon auf die DVD und aufs Immer-wieder-Angucken.

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