Es ist ruhig hier geworden. Habt ihr es bemerkt? Mir ist es gestern Abend bewusst geworden. Und die Erkenntnis hat mich nachdenklich und fast ein bischen traurig gemacht. Zwar zeige ich hier und da Bilder von neuen Marienpuppen, jedoch schreibe ich viel weniger als im letzten Jahr.
Ich habe das Jahr 2010 mit vielen, vielen Puppenaufträgen begonnen. Jeden Tag verbrachte ich Stunde um Stunde in meiner Werkstatt, häkelte, strickte und nähte auch, wenn ich am Nachmittag mit meiner Tochter zusammen war, selbst an den Abenden und Wochenenden nahm ich mir viel Zeit, um Bestellungen zu bearbeiten, E-Mails zu schreiben, Material zu besorgen, Päckchen zu schnüren, Rechnungen zu schreiben, Kurse zu planen, Pläne zu schmieden. An die vielen verpassten Momente für mich und das Miteinander mit den Menschen, die mir lieb sind, möchte ich gar nicht denken. Aber die wenige Zeit, die mir in den ersten Wochen des Jahres, für meine Internetseite blieb, war es nicht allein, die mich hier immer weniger schreiben ließ.
Während der Jahreswende habe ich viel über mein Tagebuch an diesem Ort nachgedacht. Ist es noch stimmig für mich, hier so regelmäßig zu schreiben? Ist es mir noch wichtig genug, wo doch die Zeit für mich selbst neben meiner Arbeit immer weniger zu werden schien? Macht es mir noch Freude? Wer liest hier eigentlich mit und was möchte ich, das meine Leserinnen und Leser hier finden? Wie persönlich möchte ich mich zeigen? Und was bleibt, wenn ich weniger offen schreibe? Und warum schreibe ich hier eigentlich? Viele Fragen, die ich immer noch dabei bin zu beantworten.
Es geht um Verbindungen. Zwischen Puppenmacherin und Kunden. Zwischen Poetin und Leserinnen. Zwischen Frauen, die auf ihrem Weg sind. Zwischen Handarbeiterinnen. Zwischen Menschen. Ich möchte versuchen, die Fäden wieder aufzunehmen, weiterzuspinnen, Netze zu weben, Herzensbilder zu knüpfen und die Verbindung zu stärken. Ich werde in den nächsten Wochen auszuprobieren, was passt, was mir Freude macht, was euch Freude macht. (Und dabei weiß ich überhaupt noch nicht, was kommen wird.)
Beginnen möchte ich mit einem kleinen Spiel. Ich möchte herausfinden, was euch interessiert, was euch mit diesem Ort verbindet. Stellt mir Fragen. Fragen an mich. Fragen über mich persönlich, meine Arbeit, meine Puppen, meinen Weg in die Selbständigkeit mit der Handarbeit, meine Inspiration, meine Vorlieben, Lieblingsfarbe, Spiritualität, was auch immer euch einfällt und interessiert. Ich möchte so viele Fragen wie möglich hier beantworten. Schreibt mir an kontakt@mariengold.net. Ich freue mich auf euch!
Eure Maria
Auf dem Bild seht ihr einen bestickten Flicken von meiner Tochter, Talisman auf meinem Arbeitstisch, und einen Stein in Herzform von meiner Herzensfreundin Julia, die in diesen Tagen zum dritten Mal den Willkommenssegen mit einem kleinen Menschlein genießt.



