17. Dezember 2014

Hello Goodbye Hello

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Letzte Woche Donnerstag saßen Karoline und ich zusammen im Goodies am Schlachtensee und haben bei Milchkaffee und den besten Frischkäsebrownies der Stadt vier Jahre Zusammenarbeit für Mariengold besiegelt. Das Jahr 2014 war für uns beide herausfordernd und bewegend und entscheidend für die Zukunft, was schließlich auch dazu geführt hat, dass unsere Wege sich hier und jetzt erst einmal trennen. Da tat es unheimlich gut, uns nach dem letzten großen Weihnachtspuppenarbeitsrutsch in meinem Atelier einen schönen Nachmittag miteinander zu gönnen, noch einmal ausführlich zu schwatzen und zu schmunzeln und uns ausgiebig durch das köstliche Angebot in dem kleinen Coffeeshop zu futtern.

Gemessen an sieben Jahren Selbständigeit als Puppengestalterin, sind vier Jahre mit einer Mitarbeiterin eine ziemlich lange Zeit. Ich erinnere mich noch sehr gut an unser Kennenlernen im Dezember 2010 und daran, was mir bei der Aussicht auf die Zusammenarbeit mit einer Näherin so durch den Kopf ging – Gedankenspaghetti natürlich. Damals hatte ich überhaupt keine Ahnung, was für eine Entwicklung Mariengold bevorstand, welche Möglichkeiten auf mich und mein Label warteten und was für ein Glück Karoline mir dabei bringen würde.

Karoline ist eine hervorragende Schneiderin und sie war einfach die beste Mitarbeiterin, die ich mir an meiner Nähmaschine vorstellen kann: Zuverlässig, supersorgfältig und genau, offen für jede noch so kniffelige Herausforderung mit Nadel und Faden, von ausgeglichenem und sonnigem Gemüt und vor allem richtig gut, in dem was sie tut.

Vier Jahre lang hat Karoline für Mariengold Puppenkleidung und Puppenteile genäht und es mir dadurch ermöglicht, mich neben dem reinen Handwerk auch anderen Projekten zu widmen wie meinen DIY-Anleitungen für Puppen und Puppenkleidung, diesem Blog oder dem noch ganz frischen Puppenkünstlerinnenkollektiv 8Hände. Gerade in den letzten beiden Jahren habe ich entdeckt, was für eine Riesenfreude mir genau dieses Arbeiten macht, bei dem es um die Erforschung und Gestaltung der großen, weiten Welt der Puppenmacherei und die Entwicklung von ganz neuen Produkten und Angeboten geht.

Und genau da sehe ich auch die Zukunft von Mariengold. Schon seit einiger Zeit, wie ihr vielleicht wisst, weil ich es schon ein paar Mal hier geschrieben habe. Aber es hat eben zwei, drei Jahre gedauert, diese Vision Schritt für Schritt in die Wirklichkeit umzusetzen und ich bin immer noch dabei. Praktisch bedeutet das, dass ich immer weniger Puppen nähe und dafür andere Bereiche von Mariengold stärke und weiter ausbaue. 2014 war mit allen Höhen und Tiefen das wahrscheinlich wichtigste Jahr in diesem Prozess. Und dass in diesem Dezember auch die Zusammenarbeit mit meiner Näherin zu Ende gegangen ist, sehe ich – bei allem Abschiedsweh – als ein gutes Zeichen.

Eine wichtige, wegweisende, wahnsinnig glückliche, aber auch irre anstrengende Zeit für Mariengold geht langsam vorbei und wandelt sich zu etwas Neuem. Ich freue mich, bin neugierig auf 2015 und ein bischen aufgeregt, habe natürlich auch Herzklopfen und viele Fragezeichen, bin unsicher und manchmal auch etwas bang, ob mein Plan wirklich aufgehen wird. Aber das stärkste Gefühl ist Dankbarkeit für meinen wunderbaren Weg mit Mariengold. Es macht mich sehr, sehr glücklich, mit den Puppen etwas so Wertvolles und Schönes in die Welt zu bringen und mit meinem Angebot andere Menschen zu inspirieren und sie darin zu unterstützen, es auch zu tun. Das ist Mariengold und wird es hoffentlich immer sein.

in: Einblicke und Ausblicke, Zusammenarbeit