14. März 2016

Großes Herz!

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Jedes Jahr veranstaltet die evangelische Kirche eine besondere Fastenaktion, auf die ich mich immer schon Wochen vorher freue. 2016 steht sie unter dem Motto „Großes Herz!“. Dabei geht es weniger um den Verzicht auf Schokolade, als viel mehr um eine Einladung zum Fasten im Kopf. Wie immer begleitet mich der wunderschön gestaltete Tagestischkalender mit täglichen kleinen Impulsen, die Routine des Alltags zu hinterfragen, neue Perspektiven einzunehmen und zu entdecken, worauf es ankommt im Leben.

Das Herz hat schon immer eine wichtige Bedeutung für Mariengold. In seiner grafischen Form ist es nicht nur wesentlicher Bestandteil des Logos, sondern auch Kern des gesamten visuellen Erscheinungsbildes meines Labels. Überall auf der Welt steht es als Symbol für die Liebe.

Liebe ist die stärkste Kraft in unserem Leben. Und diese Kraft gilt es immer weiter zu festigen. Besonders die Liebe zu uns selbst zu stärken, liegt mir mit Mariengold am Herzen (da haben wir es wieder, das Herz).

Puppen sind Bilder des Menschen und als solche eng mit dem Herzen verbunden: Sie wecken Gefühle und tun der Seele gut. Wenn Kinder oder auch erwachsene Menschen sich liebevoll um ihre Puppe kümmern, sie umsorgen und im Arm halten, dann bemuttern sie in diesem Moment in Wirklichkeit nicht nur ihre Puppe, sondern auch sich selbst. In diesem Spiel, in dieser Begegnung lernen sie Selbstliebe und Fürsorge, beides wichtige Fähigkeiten auf ihrem Weg zu heilen Erwachsenen.

Denn nur wenn wir selbst zu uns stehen, uns annehmen und lieben, wie wir sind, können wir auch in Freiheit zu anderen finden und wahre Liebe weitergeben. Und wenn es mir gelingt, mit meinen Puppen, Kursen und DIY-Angeboten diese Saat ins Leben anderer Menschen zu bringen, macht mich das unheimlich glücklich und öffnet mir das Herz.

Sieben Wochen ohne Enge, so lautet der Untertitel der diesjährigen Aktion zwischen Aschermittwoch und Ostern. Das Herz liebt die Weite und Fülle. Wo es sich nicht verhärtet und verschließt, ist es der offene Ort des Menschlichen, der Ort des Teilens, Gönnens und Verzeihens. Das weite Herz begegnet fremden Menschen mit Neugier und ohne Vorbehalte, es teilt, was da ist, freut sich über das Glück anderer und schenkt Vergebung, ohne aufzurechnen, was war.

Den Herzschlag zu spüren, wach und lebendig zu sein, sich ganz und vollständig und verbunden zu fühlen, beheimatet im eigenen Herzen und dem anderer Menschen zu sein, ich bin mir sicher, das ist unser aller tiefster und innigster Wunsch im Leben. Der spanische Mystiker Johannes vom Kreuz hat einmal gesagt: „Herz, worauf wartest du? Lieben kannst du sofort.“ Dafür braucht es natürlich eine gewisse Furchtlosigkeit. Aber wir dürfen vertrauen. Denn wir alle werden gehalten vom Leben selbst.

Was macht dein Herz weit?
Wer hat alles Platz in deinem Herzen? Auch du selbst?

Meine Gedanken zur Fastenzeitaktion in 2015 findet ihr hier.

in: Einblicke und Ausblicke