11. April 2018

Ein Jahr Yoga in Dingen

Jeden Monat halte ich hier ein paar Dinge fest, die von Herzmomenten und Freudebegegnungen erzählen. Das kann ein Buch sein, ein Rezept, Musik oder einfach eine schöne Erinnerung.

1 Ein Jahr Spirit Yoga. Als ich im März 2017 eine Mitgliedschaft abschloss, hatte ich bereits 15 Jahre Yoga hinter mir: Yoga beim Hochschulsport, Hatha-Yoga und Meridiandehnübungen an der Volkshochschule, Yoga für Schwangere, eine lange und intensive Phase Kundalini-Yoga, einige Retreats an der Ostsee mit meiner Freundin Julia, bei denen ich Vinyasa-Yoga kennenlernte, das auch bei Spirit Yoga unterrichtet wird. Immer wieder gab es kürzere oder längere Pausen, in denen mir Yoga fehlte. Wie gut es mir tut, weiß ich jetzt nach dreizehn Monaten regelmäßiger Praxis drei bis vier Mal die Woche. Ich möchte es nicht mehr missen und noch stärker im Körper und ruhiger im Geist werden.

2 Bisher hatten Orangen nur ein Mal in meinem Leben wirklich Sinn gemacht, nämlich im Urlaub auf Teneriffa, als uns die Früchte direkt vom Baum vor die Füße fielen und ihr Geschmack so perfekt zu dem Frühlingssommer passte, den wir dort erlebten. In Deutschland dagegen, vor allem im Winter, wenn sie gut zu haben sind, kühlen die Früchte mich eher aus, deshalb meide ich sie. Nach einer knackigen Yoga-Stunde allerdings, vor allem Samstag Nachmittag bei Gaelle im Level 2, sind sie köstlich und herrlich erfrischend. Sie liegen dann immer im Vorraum bereit und ich lange gern zu.

3 Neben Orangen gehört auch Gewürztee zum Runterkommen bei Spirit Yoga dazu. Er wärmt und nährt und gibt neue Kraft. Außerdem schmeckt er doppelt so gut, wenn ich mich noch verquatsche, denn mittlerweile habe ich einige Bekanntschaften dort geschlossen.

4 Zu Hause geht es dann erst einmal unter die Dusche und danach verwöhne ich meine Haut (und meine Nase) mit dem Moor Lavendel Pflegeöl von Dr. Hauschka.

5 Zeitgleich mit meiner neuen Yoga-Praxis habe ich auch Stefanie Reeb und ihr Ernährungskonzept „Wellcuisine“ kennengelernt. Es war Liebe auf den ersten Bissen und der ganzheitliche Ansatz passt perfekt zu mir und meinen Gewohnheiten. Seitdem koche ich fast ausschließlich ihre Rezepte. Meine liebsten? Alle, wirklich alle. Tatsächlich gab es noch nicht ein Gericht aus ihrer Küche, das ich nicht umwerfend köstlich fand.

6 Wenn ich gleich morgens beim Yoga bin, gehe ich danach gern ins Goodies am Schlachtensee auf einen MaKao und die Tageszeitung. Seit einigen Tagen ist der Frühling soweit, dass ich beides draußen in der Morgensonne genießen kann. Der beste Start in den Tag, die Arbeit erledigt sich dann wie von selbst.

7 Eines der wichtigsten Bücher in meinem Leben ist „Nach Hause kommen zu sich selbst“ von Tara Brach, das mich seit 2014 begleitet und das ich seitdem ein Mal im Jahr lese. Aktuell bin ich auf Seite 266 und da steht ein Gedicht von Rumi, das nicht besser zu den Auswirkungen passen könnte, die das Buch und auch Yoga auf mich haben:

Sei Erde.
Brich auf, damit wilde Blumen blühen können, wo du bist.
Du bist zu viele Jahre lang steinig gewesen.
Versuche es einmal anders.
Blühe.

8 Wenn Yoga einen Duft hätte, dann den von Sandelholz, der auch in den Nag Champa Räucherstäbchen steckt, die ich so gerne mag und die für mich vor allem nach Zuhause riechen.

9 Zum Yoga gehört auch Musik. Das mag ich auch bei Spirit Yoga, wo immer leise Musik läuft, die mal sanft trägt oder Kraft gibt, mal beruhigt oder auch zu Tränen rührt (immer wieder bei diesem Lied, das ich zum ersten Mal in Jaquelines Stunde gehört habe). Meine liebste Mantra-Musik kommt von Joy Gabrielle, bei der ich jahrelang Yoga- und einige Zeit auch Gitarrenunterricht genommen habe und die mittlerweile in der Steiermark lebt. Ab und zu ist sie in Berlin und lädt zu Singkreisen ein, die für mich zum Besten gehören, was Yoga in mein Leben gebracht hat.

10 Manchmal, wenn alles passt und ich vor allem keine Termine habe und am Wochenende keinen Kurs gebe, gönne ich mir ein kleines Retreat. Dann gehe ich an drei aufeinanderfolgenden Tagen zum Yoga, manchmal auch zwei Mal am Tag. Dazwischen ruhe ich mich aus und tue und lasse, worauf immer ich Lust habe. Dazu gehören Spaziergänge, Zeit mit meinem Mann und meiner Tochter, Kochen und Essen, ein gutes Buch und noch früher zu Bett gehen als sonst. Für das nächste Retreat außerhalb Berlins brauche ich noch eine Yogamattentasche. Die, die es zu kaufen gibt, gefallen mir nicht, deshalb möchte ich selbst eine nähen. Der Stoff liegt schon bereit.

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in: Monatsdinge