Dieses Baby habe ich für Camilo genäht, der in den nächsten Wochen ein Geschwisterchen bekommen wird. Camilo hat sich ein kleines Puppenmädchen gewünscht mit dunklen Augen und dunklen Haaren und einem rosa Kleidchen.
Hier ist das kleine Wesen mit eingehüllt in eine Wolke aus Mohair.
In den nächsten Tagen werde ich zwei weitere Babies fertig nähen und in meinem Mariengold Dawanda Laden verkaufen. Vielleicht schaut ihr rein?
Nun ist der Geburtstag von meiner Leni rum. Und ich möchte mich bei allen bedanken, die mir geholfen haben, das Nähkästchen, das ich ihr geschenkt habe, zu füllen. Viele kleine Kostbarkeiten sind bei mir angekommen. Zauberstoffe. Klapperknöpfe. Wunderbänder. Regenbogengarn. Magische Perlen. Und so vieles mehr. Mein kleines Schneiderlein hat sich gefreut und von Zeit zu Zeit nähen wir nun gemeinsam. Am liebsten räumt sie natürlich alles ein und aus und bestaunt ihre Schätze. Es werden wohl noch gut zwei Jahre vergehen, bis sie für sich allein näht, kleine Projekt plant und eigenständig umsetzt. So hat sie nun aber ein feines Kästchen, das sie herbeitragen kann, wenn ich an meinem Nähtisch sitze. Vielen Dank ihr lieben Frauen!
Und für Lenis Geburtstagsgäste habe ich als Erinnerung an das Fest Herzen genäht und mit duftendem Lavendel gefüllt.
Vier Jahre. Vier Herzen. Wie die Zeit vergeht.
Ich hatte das Glück, in den letzten Wochen zwei verlängerte Wochenenden an der Ostsee zu verbringen. In Kühlungsborn hatte ich eine sehr inspirierende und heilsame Begegnung mit den Möwen. Während eines Strandspazierganges versank ich in Ziesprache mit meiner Seele und fand eine Möwenfeder, die ich bei mir tragen wollte. Das Meer rauschte und schäumte, die Möwen umkreisten mich und gemeinsam mit der wogenden See sangen sie ein Lied für mich, in dem ich mich verlor und gleichzeitig fand. Alle meine Fragen wurden von diesem Gesang beantwortet und für diesen Moment fand ich meinen Frieden.
Wieder in der Stadt las ich in dem Buch “Tierboten” von Angela Kämper über die Möwen:
Da über dem Meer fliegende Möwen den Seefahrern schon immer das oftmals lang ersehnte Land anzeigten, gibt es zahlreiche Geschichten über diese Vögel. Orientierungslosen, an Skorbut erkrankten, verhungernden und verdurstenden Schiffsbesatzungen zeigten sich die Möwen meist als erlösende Engel mit weißen, Hoffnung verheißenden Flügeln. Manchmal wurden die ein Schiff umkreisenden Möwen auch als ruhelos umherirrende verlorene Seefahrerseelen betrachtet. Der Dichter Christian Morgenstern schreibt über Vögel: “Die Möwen sehen alle so aus, als ob sie Emma hießen … “.
Die spirituelle Botschaft der Möwen ist das Finden. Wenn uns eine Möwe auf besondere Weise begegnet, sind wir wahrscheinlich auf der Suche nach etwas, vielleicht dem Zielpunkt für unseren nächsten Lebensabschnitt. Möglicherweise fühlen wir uns zurzeit ähnlich wie ein Schiffbrüchiger auf hoher See, ohne einen Fixpunkt, der uns die Richtung für unseren nächsten Schritt angeben kann. Wir haben die Orientierung verloren und irren ein wenig durch unseren Alltag. Was wir derzeit erledigen, scheint uns belanglos. Denn selbst wenn unser Lebensentwurf klar vor uns liegt - uns fehlt der Kompass für den nächsten Schritt, den wir so sehr bereit sind zu tun. Wir wissen einfach nicht, in welche Richtung wir ihn setzen sollen.
Diesen richtungsweisenden Nadelausschlag bringt uns nun die Möwe. Wahrscheinlich schreit der Vogel bei unserer Begegnung eindringlich und laut, um uns in unserer leichten Verwirrung auf sich aufmerksam zu machen. Horchen wir mit dem Möwenschrei intensiv, aber entspannt in unser Herz, in unser Innerstes hinein. Der leise Gedanke, das zarte Bild, das sich jetzt dort entfaltet, ist der Schlüssel für unsere Wegrichtung. Es ist fast so, als hätte die Möwe im Vorbeiflug einen Zettel mit dieser Karte zur Orientierung in unser Herz fallen lassen. Lesen wir die Botschaft in unserem Inneren. Uns fällt jetzt das Richtige ein. Die Möwe hat uns geholfen, den richtigen Weg an der aktuellen Kreuzung zu finden.
Während ich das las, sann ich dieser einen besonderen und vielen anderen Möwenbegegnung nach und entdeckte tatsächlich das Moment des Findens, des mich selbst Findens in meinen Strandspaziergängen. Vielleicht werde ich im Altweibersommer, wenn ich das nächste Mal an der Ostsee sein werde, noch bewusster auf die Möwenschreie hören.
Weiss ein Gärtlein klein,
wird dein Herzlein sein.
Fällt vom Stern ein Leuchten drauf
Blüht darin ein Röslein auf.
- Annemarie Schwabe
Am Wochenende habe ich meinen Jahreszeitentisch neu geschmückt. Dort finden stets schöne Dinge ihren Platz, die mir Kraft, Freude und Inspiration schenken:
Ein Strauß Rosen, den schönesten und stolzesten aller Mittsommerblumen. Ein großer Bergkristall, den ich im letzten Jahr von einem guten Bekannten zum Geburtstag bekommen habe. Ein Traumfänger von einer Freundin, in den sie kleine, für mich bedeutende Dinge eingearbeitet hat. Eine Rosenfotografie von einer Puppengefährtin, die mich seit einiger Zeit begleitet. Mein Jahreskreisbuch, in dem ich regelmäßig lese. Eine Sommerelfe, die Tuija für mich gemacht hat. Zwei kleine Tierchen, gebastelt aus Bucheckern von meiner Oma Ilse, die vor vielen Jahre gestorben ist. Diese Figuren gehören zu den ganz wenigen Dingen, die mir von ihr geblieben sind. Und schließlich ein magischer Zweig aus einem finnischen Wald.
Meinen Jahreszeitentisch zu schmücken und zu beseelen bereitet mir viel Freude und über die letzten beiden Jahre ist dieser Ort ein wichtiger Kraftplatz für mich geworden.
Heute ist Mittsommer, der längste Tag des Jahres. Ich werde diesen Tag immer mit der Geburt meiner Tochter verbinden. Den Mittsommer 2004 habe ich in den Wehen verbracht, bis in den frühen Stunden des 22. Juni Leni das Licht der Welt erblickte.
Mittsommer und Juni, das ist auch all das:
Blauer Himmel. Saftiges Grün und leuchtendes Rot. Licht und Sonne. Sommerbeginn. Zeit der Blüte und Entfaltung. Inneres und äußeres Wachstum,.Freude und Lachen. Liebe zum Leben. Die Hohe Zeit. Sommersonnwende. Sieg des Lichtes über die Finsternis. Zeit der Entfaltung und des inneren Wachstums. Sich selbst lieben und umsorgen. Mit dem Fluss des Lebens gehen. Fehler als Wegweiser annehmen. Selbstliebe als Nährboden für inneren Reichtum. Raum für Wachstum im Gleichgewicht von Liebe, Alltag, Beruf, Hobbys, Körper, Geist und Seele schaffen. Verborgenes ans Licht bringen. Der Wahrheit ins Auge sehen. Siebenschläfer. Johannistag. Magische Mittsommernacht. Kraft des Feuers. Sonnenräder und Freudenfeuer. Blumenkränze. Schutz und Heilung durch Johannissträuße. Lindenblütenduft. Erdbeerlust. Holunderfreude. Mohnblumenrot und Kornblumenblau. Goldene Getreidefelder. Rosenpracht. Schwalbenflug und Schmetterlingsglück. Eine Nacht im Freien verbringen. Sonnenbäder. Heilkräutersammelzeit. Laue Sommernächte.
Jahreskreiskarte für Diana.
Ich feiere die Feste, wie sie kommen und habe gestern mit meiner Freundin einen langen lauen Berliner Abend erlebt. Das war wunderschön. Vielen Dank, liebe Julia!
Ich wünsche euch allen eine schöne Sommersonnenwende!
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