It is the end of October, a month in which I experienced two extremes of activity. During my vacation on the Isle of Hiddensee, I rediscovered a feeling long believed to be lost in my life, namely boredom. In the course of the time I learned to stand this feeling and to appreciate the moment of freedom in boredom, which was a wonderful experience. Back in Berlin, I reached from boredom to excessive labor in a wink. If you want to read more about my October journey, please use an online translator, for example the one from Google.
Anfang des Monats, als ich mit meiner Familie eine Woche auf Hiddensee verbrachte, habe ich etwas wiederentdeckt, von dem ich in den letzten Jahren, spätestens seit Beginn meiner Berufstätigkeit, geglaubt hatte, dass ich es lange, lange Zeit nicht mehr empfinden würde. Nämlich Langeweile. Hiddensee ist eine süße, kleine Insel mit drei winzigen Dörfern und einem sehr guten, aber überschaubaren kulturellen Angebot. Der Strand ist perfekt und lädt zu langen Spaziergängen ein, die an der immergleichen, wunderschönen Kulisse entlangführen. Es war ja nicht unsere erste Reise auf die Insel. Und so stellte sich schon nach dem zweiten Urlaubstag bei der gesamten Familie ein Gefühl von Langeweile ein. Als geläuterte, erschöpfte Selbständige hatte ich mir natürlich nichts zum Arbeiten mit in den Urlaub genommen. Warum auch? Dafür befanden sich Bücher, Schreib- und Stricksachen in meinem Gepäck, von denen ich dann und wann auch Gebrauch machte.
Im Großen und Ganzen aber setzte ich mich mit diesem relativ fremden Gefühl auseinander und lernte es mit der Zeit ernsthaft zu schätzen. Endlose Spaziergänge mit Mann, Kind und Hund, tägliches Fischessen, Sonnenbaden im Strandkorb, Fernsehen am Abend, Stricken (ein Pulli und eine Mütze in einer Woche), Schreiben (ein langer Brief) und Lesen (zwei Bücher). Es war gut so. So gut! Ich habe ein paar Tage gebraucht, um zu verstehen, dass Langeweile vor allem Freiheit bedeutet und wie unfrei ich eigentlich im Alltag bin, wenn ich mich ständig mit Internet, Haushalt, noch mehr Arbeit und anderen Dingen zerstreue und ablenke. An der Ostsee gab es das alles nicht, so dass ein Gefühl wie Langeweile überhaupt erst einmal Raum bekommen konnte und weitestgehend ausgehalten werden musste, ohne dass ich wusste, was morgen ist oder in einer Stunde. Genießen, wie lang die Zeit ist. Eine herrliche Erfahrung!
Zurück in Berlin gelangte ich in null Komma nichts von der Langenweile zum kurzen Atem. Laufende Aufträge, Buchhaltung und Quartalsabschluss, Puppennähkurse, Postkartendruck, Materialbeschaffung, Kommunikation über die neue Internetseite, Puppennähanleitung und Blog-Beiträge. Ich hatte mir wieder einmal viel mehr vorgenommen und zugemutet, als ich in Ruhe schaffen konnte. Stattdessen opferte ich meine freien Nachmittage, arbeitete nicht selten auch am Wochenende und befand mich vor allem 24 Stunden am Tag in einer enormen Anspannung für Körper und Geist. Der Höhepunkt war eine knallharte Konfrontation mit dem Thema Geld, als ich erfuhr, dass eine wichtige Ausgabe für Mariengold viel höher als erwartet ausfallen würde. Da war es wieder, dieses Gefühl, dass ich so viel arbeite und mich so sehr für Mariengold engagiere und es am Ende zwar zum Leben reicht, aber doch noch nicht genug übrig bleibt für nötige und zukunftsweisende Investitionen, geschweige denn für meine Altersvorsorge. Was tun?
Glücklicherweise stand Ende des Monats ein Termin mit meiner Coach an. Meine Freundin fragte mich neulich skeptisch, ob mein Business Coaching denn wirklich Antworten bringt, auf die ich nicht auch allein kommen würde. Möglicherweise nicht. Aber das Coaching eröffnet mir einen Raum für all meine beruflichen Fragen, Anliegen und Sorgen, für die ich im Alltag keine Zeit, keinen Rahmen, keinen Gesprächspartner, keine Nerven oder schlicht und einfach keinen Mut habe. Zwei wichtige Erkenntnisse aus dem Coaching bisher sind, dass ich 1. meinen Job eigentlich ganz gut mache und dass ich 2. so viele Ressourcen, Ideen und Lösungsansätze bereits in mir trage und es oft nur einen Impuls braucht, um Veränderungen den Weg zu bereiten. Dafür bringt die Coach einen Werkzeugkoffer mit, der Prozesse anregt, beschleunigt und unterstützt, die Schritt für Schritt dazu führen, meine Anliegen zu klären.
Konkret bedeutet das im Moment, dass ich mich wieder auf die im Sommer angestoßenen Veränderungen in Punkto Arbeitszeit besinne und jeden Nachmittag diszipliniert mein Feierabend-Schild an die Arbeitszimmertür hänge, so schwer es mir auch fällt in Anbetracht der Arbeit, die stets auf mich wartet. Außerdem werde ich in den nächsten Wochen mit Hilfe der Coach einen Businessplan für Mariengold schreiben. Der Fokus wird dabei auf der Preisgestaltung für meine Produkte liegen, ausgehend davon, wieviel Geld ich wirklich brauche und zwar inklusive Altersvorsorge und Rücklagen für Investitionen, Produktentwicklungszeiten, Krankheit und Urlaub, was derzeit meine beiden wichtigsten Anliegen beim Thema Geld sind. Und wir werden eine Vorhabenplanung für das kommende Jahr skizzieren, um eine derartige Ballung von Projekten, wie ich sie zur Zeit als kräftezehrend erlebe, in Zukunft zu vermeiden.
Um den Businessplan drücke ich mich seit fünf Jahren wider besseres Wissen herum. Viel mehr folge ich einem inneren Kompass, der mich zwar schon ziemlich weit gebracht, aber noch nicht in die Selbständigkeit geführt hat, die ich leben möchte. Es ist Zeit für eine handfeste Planung. Ich freue mich auf den Prozess und habe gleichzeitig Angst davor. Er wird, wenn ich es ernst meine, Veränderungen mit sich bringen, die ich mir jetzt vielleicht noch gar nicht vorstellen kann. Auch darauf freue ich mich und habe gleichzeitig Angst davor. Leben ist Veränderung, ständig. Ich weiß noch nicht, ob ich wirklich bereit bin für diesen Weg, aber ich bin so froh, dass ich ihn wenigstens begonnen habe und dass dieser Weg professionell unterstützt und gestaltet wird. Zwar ist mein Geist zur Zeit unruhig, der Atem kurz und die Schultern sind angespannt, aber in mir ruft unermüdlich ein kleines Stimmchen: Ja, du kannst es. Dieser Stimme vertraue und folge ich. Auch in Zeiten wieder diesen.
Was ich im Oktober toll fand: Wie der Herbst sich eingeschlichen hat, “Gasoline” von Alpine, mit dem Hund durch die Blätter zu rascheln, das deli Magazin, der Duft von Holzasche, Baumkronen im sonnigen Morgenlicht, Hagebuttenzweige auf meinem Arbeitstisch, heißer Sanddornsaft, Vogelzüge und Drachen zu beobachten, stundenlang in der Bibliothek zu stöbern, Patti Moon in der Passionskirche, diese besonders warmen und sonnigen Tage Mitte des Monats, in denen ich noch einmal ohne Mantel draußen war, meine Freundin Laura endlich mal wieder auf der Bühne zu sehen, über goldene Laubteppiche zu radeln und mein neues Herbstkleid von Colette.
Was im November kommt: Bon Iver in der Arena Berlin, heiße Schokolade, ein Yoga Wochenende mit meiner Freundin auf Rügen, das Krächzen der Nebelkrähen, “Die fabelhafte Welt der Harriet Rose” von Diana Janney, Walnüsse, leise Herbstmelancholie und Wiedersehen mit Juliane.






























