31. Oktober 2012

Goodbye Oktober ~ Goodbye October

It is the end of October, a month in which I experienced two extremes of activity. During my vacation on the Isle of Hiddensee, I rediscovered a feeling long believed to be lost in my life, namely boredom. In the course of the time I learned to stand this feeling and to appreciate the moment of freedom in boredom, which was a wonderful experience. Back in Berlin, I reached from boredom to excessive labor in a wink. If you want to read more about my October journey, please use an online translator, for example the one from Google.

Anfang des Monats, als ich mit meiner Familie eine Woche auf Hiddensee verbrachte, habe ich etwas wiederentdeckt, von dem ich in den letzten Jahren, spätestens seit Beginn meiner Berufstätigkeit, geglaubt hatte, dass ich es lange, lange Zeit nicht mehr empfinden würde. Nämlich Langeweile. Hiddensee ist eine süße, kleine Insel mit drei winzigen Dörfern und einem sehr guten, aber überschaubaren kulturellen Angebot. Der Strand ist perfekt und lädt zu langen Spaziergängen ein, die an der immergleichen, wunderschönen Kulisse entlangführen. Es war ja nicht unsere erste Reise auf die Insel. Und so stellte sich schon nach dem zweiten Urlaubstag bei der gesamten Familie ein Gefühl von Langeweile ein. Als geläuterte, erschöpfte Selbständige hatte ich mir natürlich nichts zum Arbeiten mit in den Urlaub genommen. Warum auch? Dafür befanden sich Bücher, Schreib- und Stricksachen in meinem Gepäck, von denen ich dann und wann auch Gebrauch machte.

Im Großen und Ganzen aber setzte ich mich mit diesem relativ fremden Gefühl auseinander und lernte es mit der Zeit ernsthaft zu schätzen. Endlose Spaziergänge mit Mann, Kind und Hund, tägliches Fischessen, Sonnenbaden im Strandkorb, Fernsehen am Abend, Stricken (ein Pulli und eine Mütze in einer Woche), Schreiben (ein langer Brief) und Lesen (zwei Bücher). Es war gut so. So gut! Ich habe ein paar Tage gebraucht, um zu verstehen, dass Langeweile vor allem Freiheit bedeutet und wie unfrei ich eigentlich im Alltag bin, wenn ich mich ständig mit Internet, Haushalt, noch mehr Arbeit und anderen Dingen zerstreue und ablenke. An der Ostsee gab es das alles nicht, so dass ein Gefühl wie Langeweile überhaupt erst einmal Raum bekommen konnte und weitestgehend ausgehalten werden musste, ohne dass ich wusste, was morgen ist oder in einer Stunde. Genießen, wie lang die Zeit ist. Eine herrliche Erfahrung!

Zurück in Berlin gelangte ich in null Komma nichts von der Langenweile zum kurzen Atem. Laufende Aufträge, Buchhaltung und Quartalsabschluss, Puppennähkurse, Postkartendruck, Materialbeschaffung, Kommunikation über die neue Internetseite, Puppennähanleitung und Blog-Beiträge. Ich hatte mir wieder einmal viel mehr vorgenommen und zugemutet, als ich in Ruhe schaffen konnte. Stattdessen opferte ich meine freien Nachmittage, arbeitete nicht selten auch am Wochenende und befand mich vor allem 24 Stunden am Tag in einer enormen Anspannung für Körper und Geist. Der Höhepunkt war eine knallharte Konfrontation mit dem Thema Geld, als ich erfuhr, dass eine wichtige Ausgabe für Mariengold viel höher als erwartet ausfallen würde. Da war es wieder, dieses Gefühl, dass ich so viel arbeite und mich so sehr für Mariengold engagiere und es am Ende zwar zum Leben reicht, aber doch noch nicht genug übrig bleibt für nötige und zukunftsweisende Investitionen, geschweige denn für meine Altersvorsorge. Was tun?

Glücklicherweise stand Ende des Monats ein Termin mit meiner Coach an. Meine Freundin fragte mich neulich skeptisch, ob mein Business Coaching denn wirklich Antworten bringt, auf die ich nicht auch allein kommen würde. Möglicherweise nicht. Aber das Coaching eröffnet mir einen Raum für all meine beruflichen Fragen, Anliegen und Sorgen, für die ich im Alltag keine Zeit, keinen Rahmen, keinen Gesprächspartner,  keine Nerven oder schlicht und einfach keinen Mut habe. Zwei wichtige Erkenntnisse aus dem Coaching bisher sind, dass ich 1. meinen Job eigentlich ganz gut mache und dass ich 2. so viele Ressourcen, Ideen und Lösungsansätze bereits in mir trage und es oft nur einen Impuls braucht, um Veränderungen den Weg zu bereiten. Dafür bringt die Coach einen Werkzeugkoffer mit, der Prozesse anregt, beschleunigt und unterstützt, die Schritt für Schritt dazu führen, meine Anliegen zu klären.

Konkret bedeutet das im Moment, dass ich mich wieder auf die im Sommer angestoßenen Veränderungen in Punkto Arbeitszeit besinne und jeden Nachmittag diszipliniert mein Feierabend-Schild an die Arbeitszimmertür hänge, so schwer es mir auch fällt in Anbetracht der Arbeit, die stets auf mich wartet. Außerdem werde ich in den nächsten Wochen mit Hilfe der Coach einen Businessplan für Mariengold schreiben. Der Fokus wird dabei auf der Preisgestaltung für meine Produkte liegen, ausgehend davon, wieviel Geld ich wirklich brauche und zwar inklusive Altersvorsorge und Rücklagen für Investitionen, Produktentwicklungszeiten, Krankheit und Urlaub, was derzeit meine beiden wichtigsten Anliegen beim Thema Geld sind. Und wir werden eine Vorhabenplanung für das kommende Jahr skizzieren, um eine derartige Ballung von Projekten, wie ich sie zur Zeit als kräftezehrend erlebe, in Zukunft zu vermeiden.

Um den Businessplan drücke ich mich seit fünf Jahren wider besseres Wissen herum. Viel mehr folge ich einem inneren Kompass, der mich zwar schon ziemlich weit gebracht, aber noch nicht in die Selbständigkeit geführt hat, die ich leben möchte. Es ist Zeit für eine handfeste Planung. Ich freue mich auf den Prozess und habe gleichzeitig Angst davor. Er wird, wenn ich es ernst meine, Veränderungen mit sich bringen, die ich mir jetzt vielleicht noch gar nicht vorstellen kann. Auch darauf freue ich mich und habe gleichzeitig Angst davor. Leben ist Veränderung, ständig. Ich weiß noch nicht, ob ich wirklich bereit bin für diesen Weg, aber ich bin so froh, dass ich ihn wenigstens begonnen habe und dass dieser Weg professionell unterstützt und gestaltet wird. Zwar ist mein Geist zur Zeit unruhig, der Atem kurz und die Schultern sind angespannt, aber in mir ruft unermüdlich ein kleines Stimmchen: Ja, du kannst es. Dieser Stimme vertraue und folge ich. Auch in Zeiten wieder diesen.

Was ich im Oktober toll fand: Wie der Herbst sich eingeschlichen hat, “Gasoline” von Alpine, mit dem Hund durch die Blätter zu rascheln, das deli Magazin, der Duft von Holzasche, Baumkronen im sonnigen Morgenlicht, Hagebuttenzweige auf meinem Arbeitstisch, heißer Sanddornsaft, Vogelzüge und Drachen zu beobachten, stundenlang in der Bibliothek zu stöbern, Patti Moon in der Passionskirche, diese besonders warmen und sonnigen Tage Mitte des Monats, in denen ich noch einmal ohne Mantel draußen war, meine Freundin Laura endlich mal wieder auf der Bühne zu sehen, über goldene Laubteppiche zu radeln und mein neues Herbstkleid von Colette.

Was im November kommt: Bon Iver in der Arena Berlin, heiße Schokolade, ein Yoga Wochenende mit meiner Freundin auf Rügen, das Krächzen der Nebelkrähen, “Die fabelhafte Welt der Harriet Rose” von Diana Janney, Walnüsse, leise Herbstmelancholie und Wiedersehen mit Juliane.

 


30. Oktober 2012

Silvi

 


29. Oktober 2012

Rie

 


26. Oktober 2012

Freitagspuppe Blue ~ Friday Doll Blue

Baby Blue is this week’s Friday doll. She will be available in my Webshop on Friday October 26th at 7 am central european time / midnight central standard time. More pictures and information can be found in my Flickr photostream.

Bei meiner dieswöchigen Freitagspuppe ist der Name Programm der Kleider, aber auch der Augen, was nichts Besonderes wäre, wenn die Puppe nicht dunkelhäutig wäre.

Baby Blue ist in meinen Webshops bei Etsy und DaWanda erhältlich. Weitere Bilder und Informationen findet ihr in meinem Flickr Fotostream.

Dass ich meinen Shop für die Freitagspuppe heute schon ganz früh öffne, hat den Grund, dass ich gleich zu meinem nächsten Coaching Termin nach Friedrichshain aufbrechen werde. Ich freue mich nicht nur auf das Gespräch mit der Coach, sondern auch auf das anschließende späte Frühstück mit meiner lieben Freundin Julia. Beides wird mir richtig gut tun nach einer arbeitsintensiven Woche inklusive Kurswochenende.


25. Oktober 2012

Zwischenstand Puppennähanleitung ~ Intermediate Result Dollmaking Tutorial

Last month I was looking for testers for the Marienogld dollmaking tutorial I am currently working on and which I hope to release at the end of the year. The feedback was overwhelming, which encouraged me to work even harder on this project. The test-sewing of the German probands is now finished and I am really happy with the results. The dolls of my three testers are beautiful and their feedback was so helpful and positive. These days I am finishing my part of the work on the dollmaking tutorial, so that next week my wonderful designer Clara can begin to work on the final layout. I have not translated the tutorial into English yet, so I can’t tell if it will be available in your language this year. But I promise to make the translation as soon as possible! You will all get the chance to create your own Mariengold dolls.

Vor einem Monat habe ich hier auf meinem Blog Testerinnen für meine Puppennähanleitung gesucht. Die Resonanz war überwältigend, was mich nicht nur in Hinblick auf das Probenähen gefreut hat. Vielmehr hat euer riesiges Interesse an der ersten Mariengold Puppennähanleitung mich ermutigt, kontinuierlich an dem Projekt dranzubleiben, damit die Anleitung so schnell wie möglich veröffentlicht werden kann.

Das Probenähen war übrigens ein ganz spontaner Einfall. Noch dazu kam er in einer Zeit, in der ich gleichzeitig an einigen Projekten arbeitete, die viel Kraft und Konzentration erforderten, so dass ich zusah, diese Aktion mit möglichst wenig Aufwand über die Bühne zu bringen. Innerhalb eines Tages wählte ich drei Probenäherinnen aus, packte das Bastelmaterial zusammen, erstellte eine spezielle Anleitungsversion und schickte alles auf die Reise. Für diese besondere Zusammenarbeit entschied ich mich spontan aus dem Bauch heraus für Menschen, die ich schon ein wenig kenne. So sehr ich mich über die vielen Zuschriften freute, stellte es sich doch als wichtig für mich heraus, dieses Projekt mit Frauen zu machen, zu denen ich bereits ein vertrauensvolles Verhältnis habe.

In meinem Team waren also: Eine Kursteilnehmerin, die mit ihrer Erfahrung aus dem gemeinsamen Nähen die Anleitung für alle zukünftigen Mariengold Kursteilnehmerinnen testen sollte, die diese in Zukunft nach dem Kurs für das Nähen weiterer Puppen zu Hause erhalten werden. Ein junges Mädchen, mit dem ich mir seit einiger Zeit schreibe und das mit ihren 12 Jahren schon eine begeisterte Puppennäherin ist und die Anleitung auf ihre Eignung für Kinder prüfen sollte. Und schließlich eine Stammkundin, die mit der Anleitung ihre allerersten Schritte im Puppennähen gehen wollte.

Innerhalb von zwei Wochen nähten die drei ihre Puppen, machten Fotos und schrieben mir ausführliche Feedbacks. Was für ein Engagement! Ich bin immer noch ganz begeistert.

Die Testerinnen habe tolle Puppen genäht, die so viel ich weiß, auch schon liebevoll bespielt und innig geliebt werden. Und ich habe ganz viel konstruktives Feedback und hilfreiche Anregungen bekommen, die ich ständig in die Überarbeitung der Anleitung habe einfließen lassen. Das ging sogar so weit, dass ich einen nicht unwesentlichen Arbeitsschritt komplett neu konzipiert, frische Fotos gemacht und den gesamten Absatz neu gestaltet habe. Aber es waren auch kleine Dinge, auf die mich die Frauen aufmerksam gemacht haben, Hinweise, Tipps und Vorschläge für Verbesserungen. Vor allem aber habe ich die Rückmeldung bekommen, dass die Anleitung richtig gut ist und dass das Nähen einer schönen, stabilen Puppe damit leichtfällt. Das Probenähen war also ein voller Erfolg und ich bin sehr froh, dass ich den Aufwand nicht gescheut und die spontane Idee so schnell umgesetzt habe.

In diesen Tagen beende ich den inhaltlichen Teil der Arbeit an der Anleitung. Alle Fotos sind gemacht, die Texte geschrieben und ein ausführliches Gestaltungsbriefing für das Layout formuliert. Heute werde ich das Schlusslektorat und alle Unterlagen für meine Grafik-Designerin Clara zusammensuchen und verschicken. Damit beginnt ihr Teil der Arbeit, nämlich die finale Gestaltung. Anders als bei meinen Puppenkleidernähanleitungen wird das Layout für diese Anleitung professionell gemacht werden. Ich werde in diesem Prozess sicher auch das ein oder andere zu sagen haben, aber im Großen und Ganzen wird Clara mir hier viel Arbeit abnehmen und vor allem dafür sorgen, dass die Anleitung richtig schön und übersichtlich wird, so dass es Spaß machen wird, mit ihr zu arbeiten.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich noch nicht sagen, wann die Puppennähanleitung erhältlich sein wird. Das Jahr hat nur noch zwei Monate, zwei völlig verrückte und ausgebuchte noch dazu, und erfahrungsgemäß dauern große Projekte immer länger als geplant. Deshalb möchte ich nicht versprechen, dass ihr die Anleitung noch in diesem Jahr kaufen können werdet. Clara und ich werden aber unser Bestes geben!