It is the end of September, eight weeks since my summer break and my return home from the little mountain village in Switzerland and kind of a new beginning for Mariengold. Time for a little review of the last weeks and the on-going changes in my everyday life and work. Please use an online translator, for example the one from Google, to read about my experiences in the last month. Here in Berlin we have fall vacation now and I will take a break from blogging for two weeks. Looking forward to coming back to this place mid October!
Der September neigt sich dem Ende zu. Mit ihm vergeht allmählich auch der Spätsommer, den ich so sehr mag. Morgen beginnen hier in Berlin die Herbstferien, in denen auch ich mir wieder eine Auszeit nehmen werde. Acht Wochen Alltag mit Familie und Schule, Mariengold und Haushalt, Terminen und Freizeit liegen hinter mir, seit ich Anfang August aus den Bergen zurückgekehrt bin. Zeit für einen kleinen Rückblick.
Völlig erschöpft und kraftlos bin ich nach der ersten Jahreshälfte in die Sommerpause gegangen, ohne zu wissen, ob ich danach wieder in meine Werkstatt zurückkehren würde. Die Auszeit aber, vor allem der Urlaub in den Bergen, hat meine Lebensgeister wieder geweckt. Ich habe dort endlich einmal genug Abstand zu meiner Arbeit gewonnen, um das Leben wieder in seiner ganzen Vielfalt wahrnehmen und mich selbst als Gestalterin meines Glücks erkennen zu können. Daraus wuchsen Kraft, Inspiration und Zuversicht, meinen Alltag in Berlin neu zu gestalten.
Ich habe viele Veränderungen vorgenommen, um Arbeit und Freizeit in ein wohltuendes Verhältnis zu bringen. Vor allem meinen Umgang mit dem Internet habe ich neu gestaltet. Internet während der Arbeitszeit habe ich komplett gestrichen und E-Mail-Kommunikation auf ein paar Zeitfenster täglich begrenzt. Ich kann mich jetzt viel besser auf meine Arbeit konzentrieren und habe so auch meine Arbeitszeiten spürbar reduzieren können. Was habe ich in den ersten Wochen gestaunt, wie viel Zeit ich eigentlich habe, wenn ich sie wirklich nutze und mich nicht ablenke!
Was ich nicht beibehalten habe, ist, am Nachmittag nicht zu arbeiten. Was ich nämlich wirklich gern am Nachmittag mache, ist Schreiben. Und so sitze ich an zwei bis drei Nachmittagen die Woche hier an an meinem Schreibtisch und verfasse Blog-Einträge, schreibe an meiner Puppenähanleitung oder arbeite an meinem neuen Kurskonzept für Puppen als Spiegel der Seele. Und es geht mir gut damit. Denn ich schreibe einfach sehr gern.
In den letzten Wochen habe ich viel über Regeln und Freiheit gelernt. Unmittelbar nach meinem Urlaub war es fast schon überlebens-wichtig für mich, gewisse Regeln für die Neuorganisation meines Alltags und vor allem meiner Arbeit aufzustellen und diese für einen bestimmten Zeitraum auch einzuhalten. Das ist mir gut gelungen und ich ausprobiert und erlebt, wie es sein könnte. Einiges habe ich beihalten, weil es Sinn macht (z. B. Umgang mit dem Internet, ordentliche Mittagspause), anderes habe ich losgelassen, weil es mich zu sehr eingeengt hat (z. B. kein Arbeiten am Nachmittag).
Dieses Spiel mit meinen eigenen Regeln ist mir wichtig, weil ich dadurch lerne, mehr und mehr mit dem Fluss zu gehen. Was gestern noch gut funktioniert hat, stimmt vielleicht heute nicht mehr und wird morgen erst recht anders sein. Mein Wunsch ist es, irgendwann flexibel genug zu sein, jeden Tag frei entscheiden zu können, was heute gut für mich ist. Ja, es ist wichtig und tut gut, einen echten Feierabend zu haben. Es gibt aber auch Nachmittage, an denen ich voller Energie und Ideen bin, die ich gern zu Papier bringen möchte. Und manchmal, eher selten, ist diese Stimmung auch am Wochenende da und dann möchte ich meiner Inspiration folgen und tun, worauf ich gerade Lust habe, nämlich arbeiten.
Sollen und Wollen, diese beiden habe ich in meinem Alltag in den letzten Wochen versucht genau wahrzunehmen und zu unterscheiden und vor allem in meiner Freizeit so wenig Sollen wie möglich zuzulassen (fast hätte ich mich dabei von meiner Gitarre verabschiedet, aber das ist eine andere Geschichte). Es gehört viel Achtsamkeit und Ehrlichkeit mir selbst gegenüber dazu, herauszufinden, was mir jetzt wirklich gut tun würde, was genau mich gerade antreibt und was ich eigentlich möchte. In dieses Gespräch mit mir selbst zu kommen, ist eigentlich das schönste Geschenk meines beruflichen Veränderungsprozesses.
Copyright Simone Cornel
Freiheit ist auch ein wichtiges Stichwort aus meinem Coaching. Gemeinsam mit Selbstbestimmung und Unabhängigkeit haben sich diese als die entscheidenden Werte in meinem Leben herausgestellt. Dafür habe ich die wichtigsten Stationen, Wendepunkte und Entscheidungen in meinem Leben angeschaut und versucht herauszufinden, wie alles miteinander verbunden ist. Noch nie vorher habe ich den roten Faden meines Lebens so deutlich wahrgenommen. Für diesen Einblick, den ich ohne ihre Hilfe sicher nicht gewonnen hätte, bin ich meiner Coach sehr dankbar. Wir haben noch weitere Themen herausgearbeitet, von denen einige auch Schattenseiten haben, die ganz sicher in Zusammenhang mit meiner Neigung zur Überarbeitung stehen. Ich finde das alles sehr spannend und berührend. Im Oktober geht es weiter im Prozess.
Noch immer trage ich das Bergglück des Sommers in mir. Auch nach acht Wochen Alltag mit allen Hochs und Tiefs fühle ich mich sehr wohl. Mein Rücken ist relativ stabil und schmerzfrei. Die Puppenmacherei geht mir leicht von der Hand und ich habe Freude an den aktuellen Mariengold Projekten.
In den letzten beiden Wochen habe ich aber schon auch gespürt, dass das Tempo allmählich zunimmt, mein Arbeitsalltag dichter wird und ich wieder in die Abwärtsspirale von Stress und Erschöpfung geraten könnte. Allein das wahrzunehmen und zwar ohne Wertung ist im Vergleich zur ersten Jahreshälfte ein großer Schritt für mich. Wie gut, dass jetzt die Herbstferien kommen. Eine Woche am Meer wird mein Leben wieder entschleunigen, mich ins Gleichgewicht bringen und mir Energie für die kalte und dunkle Zeit des Jahres geben. Mir regelmäßig Auszeiten zu nehmen, habe ich mir im Sommer fest vorgenommen. Deshalb werde ich auch im November noch einmal wegfahren. Schöne Aussichten!
Was ich im September toll fand: Wie Sommer und Herbst so wunderbar ineinander übergehen und dazu diese Musik: “Folk & Proud” von Various Artists, eine letztes Mal Grillen, Morgenfrische, “Disparate Youth” von Santigold, Herbstkleidung zurechtlegen, Eichhörnchengefühle, Holunderbeeren, Berry Curd, Laubduft, “Sun” von Cat Power, Himbeer Tarte von The Cook’s Atelier, Morgenspaziergänge mit dem Hund, die Stille am See, Gabriellas Lied aus dem Film “Wie im Himmel”, unverhofft einen schönen, neuen Mantel von Noa Noa gefunden zu haben, ein gemütlicher Flammkuchenabend mit Freunden, Pflaumenmus, Spätsommerwärme und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …
Was im Oktober kommt: Urlaub am Meer, Zimtschnecken und Gewürztee, Kraniche falten, warmes Frühstück und Staffel II von The Voice of Germany.
Hier folgt nun eine zweiwöchige Blog-Pause, die ich teils zu Hause, teils auf Hiddensee genießen werde. Ich freue mich auf unser Wiedersehen!
































