31. August 2012

Goodbye Sommer ~ Goodbye Summer

There is so much to tell you about my summer break. But not in English, not today. As one of the results of my break, from now on I will take the liberty of deciding if I want to write in English and German or in German only, maybe one day in English only. Everything is possible. Both languages have room here, sometimes more, sometimes less. German is the language of my heart and will always be my choice when I talk about the important, soulful things. English is like playing with words and exploring a new expression. I really like that. But sometimes all I want to say must be said in German. If you want to read about goats, blueberries and a new beginning, feel free to use an online translator, for example the one from Google. Thank you so much for your understanding.

Wenn ich zurückblicke auf den Sommer, sehe ich mich auf dem Monti Doro, in unserem geliebten kleinen Dörfchen im Tessin. Der Himmel ist weit und blau. Die Spätnachmittagssonne steht schon fast über dem Ziegenstall. Schroffe, spitze Berge ringsherum warten auf den Abend und das warme Glühen. Es duftet würzig-frisch. Die Ziegen haben das Dorf erobert und ihre Glocken läuten mal leiser, mal lauter. Ich liege auf der frisch gemähten Wiese vor der kleinen, weißen Kapelle. Neben mir ein Buch und mein Schreibheft, die ich beide nicht anrühre, weil es so schön ist, einfach nur hier zu sein. Von weiter her tönt Sandros Alphorn. Der erste Gruß von Doro damals bei unserem ersten Aufstieg vor einem Jahr. Der Boden ist noch ganz warm von den vielen Sonnenstunden des Tages. Nicht weit von mir wenden Jean-Paul und Margarete das Heu. Wie jeden Tag um diese Zeit schlüpft meine Tochter in ihre Stallkleidung und stapft hinauf zum Alp-Team, um beim Einholen der Ziegen und beim Melken zu helfen. Irgendwo kräht Gaddafi, der Hahn, auf der Suche nach seinen fünf Hennen. Katze Lilli und ihr Junges Maumau kommen langsam aus ihrem Hitzeversteck in der Scheune und streifen spielend durch das Dorf. Meine Haut ist rosig, warm und sonnengeküsst von der Wanderung zur Hochalp. Die unterwegs gepflückten Heidelbeeren warten oben auf dem alten Bauernschrank auf das Frühstück. Mein Mann unterhält sich über die Wäscheleine hinweg mit Antonia, die das beste Risotto im Tessin macht und uns jeden zweiten Tag Salat aus ihrem Gärtchen schenkt. Den wird es heute Abend mit Ziegenkäse und Pfannenbrot geben. Ich bin glücklich. Wegen des Pfannenbrotes und der Heidelbeeren. Wegen der Katzen und des stolzen Hahnes. Wegen unserer neuen Freunde und Bekanntschaften. Wegen des Ziegenglücks meiner Tochter. Wegen unserer Dreisamkeit und der hellen Tagen, die noch vor uns liegen. Berlin ist weit weg. Mariengold ist weit weg. Um mich nur Weite, die meinen Blick öffnet. Die Schönheit der Natur, das einfache Leben in den Bergen, das Zusammenleben der Menschen und Tiere, und ich bin ein Teil davon, einfach ich.

So war das in Doro. Ich hatte viel Zeit zum Nachdenken und Schreiben. Die weite Natur um mich herum, der Talblick, der Himmel, das Echo, die Stille, das verlangsamte Tempo, all das weitete und schärfte meinen Blick und meine Selbstwahrnehmung. Ich sah meine berufliche Situation und meine Erschöpfung auf einmal sehr klar, erkannte die Zusammenhänge und hatte auch gleich Ideen für Veränderungen, die die Umständen verbessern könnten. Ich gewann einen guten Abstand und Gelassenheit. Auch gewöhnte ich es mir ab, ständig von meinen Themen und meiner Erschöpfung zu sprechen, und spürte, wie ich mich und meine Arbeit von Tag zu Tag weniger wichtig nahm und andere Aspekte und Interessen in mir stärker hervortraten und an Bedeutung gewannen. Ich erkannte, dass es so viel anderes Schönes in meinem Leben gibt, das mir Freude macht und Kraft schenkt. Und dort oben auf dem Berg wußte ich ganz sicher, dass es möglich ist, diese Dinge in ein Gleichgewicht mit meiner Arbeit zu bringen.

Und so kam es auch. Zurück in Berlin stehe ich mit beiden Beinen auf der Erde. Ich fühle mich gut. Ausgeglichen und voller Energie. Vor allem weiß ich jetzt wieder, dass ich es selbst in der Hand habe, dass ich selbst es bin, die mein Leben gestaltet. Diesen Spielraum konnte ich lange Zeit vor lauter Erschöpfung nicht mehr wahrnehmen. Und so habe ich nach meiner Sommerpause begonnen, Schritt für Schritt Veränderungen in meinem Berufsleben vorzunehmen, die sofort gefruchtet haben, und dazu beitragen, dass mein Doro-Gefühl noch immer da ist und mir den Weg weist. Ich habe meine Arbeitszeiten reduziert, neu strukturiert und noch klarer von meiner Freizeit abgegrenzt, Internet während der Arbeitszeit gestrichen, E-Mail-Kommunikation für die Arbeit auf drei Zeitfenster täglich beschränkt und eine feste Mittagspause in den Arbeitstag integriert. Mein neues, kleines Wunderwerkzeug ist aber ein Schild mit einem schönen Bild von einer entspannten Frau und der Aufschrift “Feierabend”. Das hänge ich am Nachmittag an die Tür meines Arbeitszimmers, schließe es und betrete es erst wieder nach der Familienzeit um 20 Uhr und dann auch nur, um mich dort privat zu beschäftigen. Das Ritual mit dem Schild an der geschlossenen Tür ist mir besonders lieb geworden und steht symbolisch für einen Neuanfang.

All diese Veränderungen halten mich in meiner Mitte. Es sind erst einmal Veränderungen an den Umständen, die mich so erschöpft haben. Mein neuer Alltagsrhythmus stabilisiert und stärkt mich. Ich bekomme allmählich wieder die Kraft, meinen Arbeitsalltag zu meistern und gut für meinen Lebensunterhalt zu sorgen. Aus dieser Kraft heraus möchte ich weitergehen, tiefer schauen und herausfinden, wie glücklich ich wirklich bin mit dem, was ich tue, und fragen, was mein Herz möchte. Da liegt noch ein Weg vor mir. Aber jetzt bin ich bereit, stark und klar genug, ihn zu gehen, gut begleitet von meinem Coaching.

Es war ein guter Sommer. Ich habe Himbeereis auf mein Shirt gekleckert, einen herrlichen Pflaumen Crumble gemacht und meine Hände nach sonnenwarmen Kirschen ausgestreckt. Ich habe auf das Wetter geschimpft und mir den Rücken verbrannt. Ich bin in der Abendsonne geschwommen, bei Gewitter aufgewacht und habe im Morgengrauen nachgedacht. Ich habe am Lagerfeuer gesessen, Kokoslikör getrunken und meine kleine Nichte im Arm gehalten. Ich habe vier Geburtstagskuchen für die Feier meines Opas gebacken, einen Gutschein für ein Acht-Gänge-Menü verschenkt und an meinem eigenen Geburtstag Blaubeerpfannkuchen gegessen. Ich habe mich mit meiner Tochter gezofft und mit ihr die Ziegen geküsst. Ich habe vor Erschöpfung geweint und vor Glück gelacht. Ich habe eine Laterne durch Doro getragen, Blumen gepflückt und mich vor Schlangen gefürchtet. Ich war mit meinem Mann spazieren und mit neuen Freunden wandern. Ich habe im Schlafanzug unter dem Sternenhimmel gestanden und stundenlang im Vollmondlicht wachgelegen. Ich habe meine ersten Chucks gekauft, meine Lieblingskleider getragen und fand mich im Bikini schön. Ich kann den Sommer loslassen und freue mich auf den Herbst.

Was ich im Sommer toll fand: Gänseblümchensträuße, endlich geschafft, Grünkraft, Kinfolk Magazine, zu Tisch unter freiem Himmel, Sonntagnachmittagsfrieden im Heidehof mit leiser Musik aus geöffneten Fenstern und sanft wehende Vorhängen, mein Geburtstag in Doro und abends Blaubeerpfannkuchen, “Die hellen Tage” von Zsuzsa Bánk, Wassermelonenduft, Besuch aus Australien, “Nothing compares 2 U” von Sinead O’Conner, meterhohe Sonnenblumen, Aperol Spritz, “This I know” von Susannah Conway, Katzen und Kätzchen, das goldene Nachmittagslicht in meinem Wohnzimmer, Okkas Reiseberichte aus Paris, Himbeereis, “The Killing I” auf ARTE, Abendsonne am See und dass sie endlich schwimmen kann, meine allererste Tasse Ovomaltine mit Kristina im Nola’s, Lavendelduft in meinem Briefkasten und Bahamas.

Worauf ich mich im September freue: Dass der Herbst kommt, Hagebutten, Berlin Festival, unser Hochzeitstag, Fahrradfahren mit Ringelmütze und auch mal wieder im Dunkeln unterwegs sein, Altweibersommer, wieder essen nach dem Fasten und zwar bald hier im Reinstoff, ein toller Tisch fürs Wohnzimmer, “The Killing II”, vielleicht was Schönes stricken und Vorfreude auf die Herbstferien auf Hiddensee.

 


30. August 2012

Freitagspuppe Emma ~ Friday Doll Emma

Emma is this week’s Friday doll. She will be available in my Etsy shop tomorrow at 8 am central european time / 1 am central standard time. More information and pictures can be found in my Flickr photostream. Emma’s second outfit is for ballet and dancing. It is an allusion to my new pattern which I will publish later in September accompanied by a doll ballet outfit market in my webshop. So stay tuned! It is not time to wish you a wonderful weekend yet, isnt’t it?

Es begann mit der der Idee für meine neue Anleitung für Puppenkleidung und einem grauen Blümchenstoff, der mir eigentlich so gar nicht gefällt, aber aus dem ich etwas machen wollte, weil er nun einmal da war. Meine neue Anleitung, dieses Geheimnis lüfte ich gern schon heute, ist für ein Puppenballettoutfit. Und aus dem seltsamen Stoff wurde ein Hängerchenkleid, das sich mit weiteren Kleidern Pink, Flieder und Anthrazit wunderschön an Emma macht.

Emma ist morgen um 8 Uhr in meinem Etsy Shop erhältlich. Weitere Bilder und Informationen findet ihr in meinem Flickr Fotostream.

Die neue Anleitung werde ich später im September veröffentlichen, begleitet von einem Ballettkleidermarkt in meinen Webshops. Mein Nähtisch ist daher in diesen Tagen oft eingehüllt in pastellfarbene Tüllwolken. Mein Herz dreht Pirouetten ob dieses Anblicks und ich freue mich schon sehr, euch bald das neue Mariengold Puppenkleiderset zum Selberschneidern vorzustellen.


17. August 2012

Freitagspuppe Schlicht und Einfach ~ Friday Doll Plain and Simple

You liked my very first plain and simple Friday doll and asked for more. Here it is. But she is not only plain and simple but also comes with a second more elaborate outfit and a cute doll backpack. The doll will be available today at 8 am central european time / 1 am central standard time in my Etsy shop. More information and pictures can be found in my flickr photostream.

Meine erste schlicht und einfache Freitagspuppe vor einigen Wochen hat euch gut gefallen und ihr habt mich immer wieder um weitere gebeten. In dieser Woche bekommt ihr sie. Ganz so schlicht und einfach ist sie jedoch nicht geworden, denn sie bringt noch ein zweites aufwendigeres Outfit und einen niedlichen Puppenrucksack mit. Ich mag es einfach und unkompliziert. Und verliere mich doch immer wieder gern in schönen Details und einer reichen Farbpalette.

Das Puppenmädchen ist heute ab 8 Uhr in meinem Mariengold Laden bei Etsy erhältlich. Weitere Bilder und Informationen findet ihr in meinem Flickr Fotostream.

Hochsommerlich schön soll das Wochenende ja werden. Ich möchte noch einmal so richtig durchgewärmt und umhüllt werden vom Sonnenlicht, möchte den See riechen, Obstkuchen backen und barfuss durchs Gras gehen. Ich wünsche euch herrliche, helle Tage!


10. August 2012

Freitagspuppe Fleuri ~ Friday Doll Fleuri

Here is Fleuri, named after fleur which is French for flower, the first Friday doll after my summer break. She will be available in my Mariengold Etsy shop at 8 am central european time / 1 am central standard time. More information and pictures can be found in my Flickr photostream.

Eigentlich wollte ich meine erste Freitagspuppe nach der Sommerpause Doro nennen, nach dem Dorf, in dem wir unseren Urlaub verbracht haben. Aber Doro hat doch andere Farben, eher wiesengrün, ziegenschwarz, kapellenstrahlendweiß, hüttenbraun, strohgelb, mohnrot und alpenglutorange. Doro wird vielleicht später im Jahr als Freitagspuppe kommen. Hier ist erst einmal Fleuri für euch, benannt nach dem hübschen, kleinen, französischen Café, in dem ich gestern ein Frühstück mit meiner Freundin Kristina genossen habe.

Fleuri ist heute um 8 Uhr in meinem Etsy Shop erhältlich. Mehr Informationen findet ihr in meinem Flickr Fotostream.

 


9. August 2012

Helle Tage ~ Light Days

Back from Doro, back from the summer break. Back in my balance. I happy to be here again. A few days ago I opened my studio again, but I will take things easy and take the time to find my new working and blogging rhythm. Tomorrow the first Mariengold Friday doll will be available after my summer break. Thank you for being here, my friends!

Zurück aus Doro, zurück aus der Sommerpause. Zurück in meinem Gleichgewicht. Ich freue mich, wieder hier zu sein.

Seit ein paar Tagen bin ich zurück in meiner Werkstatt, jedoch werde ich es langsam angehen lassen, auch hier auf meinem Blog, und mir Zeit nehmen, einen neuen Rhythmus für Mariengold zu finden. Morgen gibt es die erste Freitagspuppe nach meiner Sommerpause. Und alles weitere nach und nach. Der Sommer ist noch jung. Himbeereis, Sandalen und Badeseenachmittage warten.

Unseren Urlaub haben wir wieder in dem winzigen Bergdorf im Tessin verbracht. Wer zurückblättern und weitere Bilder von Doro genießen möchte, findet meinen Eintrag vom letzten Jahr hier.