June was an intensive and moving month for me and there is a lot I could write about now that it is nearly past. Generally, this month I had an incredibly big need to write which probably has something to do with all my questions about life and my place in this world, now that I am at the beginning of a change process for Mariengold. Writing helps me to connect, understand, arrange my thoughts, position myself, make peace and so much more. Writing is good. But writing so much and so personal in this place? These days I am thinking about this question a lot and ask myself if my weblog is still the right place for all my thougths and ponderings. I really want to go further with my writing, I am ready for new adventures and curious where it will lead me. I have the feeling that in this ongoing shift for Mariengold writing is an important keyword, that it is not just the compass but also the destination or at least one of the destinations of my journey. Where ever this will be. Everything seems to be open at the moment. I don’t really know how things will go on for Mariengold after my summer break. I am taking a timeout from doll making and blogging for some weeks and will presumably be back here mid August. You can reach me via E-Mail and also my Etsy shop will be open except during the time when I am on vacation in the mountains with my family. Wishing you a wonderful summer and waving goodbye half crying, half laughing.
Der Juni war ein intensiver und bewegender Monat für mich und es gibt viel, über das ich jetzt an seinem Ende schreiben könnte. Ich mache mir ja immer schon im Laufe des Monats ein paar Notizen und schreibe Ideen und Stichwörter auf. Da waren im Juni zum Beispiel mein einjähriges Gitarrenspiel-Jubiläum, mein ungewöhnlich langes Kranksein, das Thema Kreativität, über das ich nach meinem letzten besuchten Puppennähkurs viel nachgedacht habe, der Beginn meines Business Coachings und die mögliche Bedeutung der auffällig vielen Anfragen für Mariengold Heilungspuppen in den letzten Wochen. Stattdessen möchte ich über das Schreiben selbst schreiben.
Im Juni habe ich so viel geschreiben, wie lange nicht mehr. Ich hatte ein riesengroßes Bedürfnis zu schreiben und habe das auch getan. Manchmal war es leicht, manchmal war es schwer. Völlig unabhängig von Prozess und Ergebnis musste ich es einfach tun, ich musste schreiben. Erst nach einem ebenso interessanten wie emotionsgeladenen Gespräch mit meinem Mann über einen meiner letzten Artikel hier begann ich mich ernsthaft zu fragen, warum ich eigentlich schreibe, so viel, so persönlich, so offen. Nach Antworten musste ich nicht lange suchen. Das Schreiben hilft mir, mich selbst kennenzulernen, mich zu verorten, meine Gedanken zu sortieren, Klarheit zu gewinnen, Frieden zu machen.
In letzter Zeit ist mir an meinem Schreiben aufgefallen, dass es mir wichtig ist, in die Tiefe zu gehen, genau hinzuschauen, den Dingen auf den Grund zu gehen, sie zu benennen, Sinn zu finden, konkret zu sein, präzise Formulierungen zu finden, mich möglichst einfach, klar und treffend auszudrücken. Aber auch Brüche und Widersprüche wollte ich zeigen, Grenzen ausloten, Sinn herstellen, wo ich ihn nicht auf den ersten Blick erkennen konnte, und provozieren, vor allem mich selbst. In meinem Kopf ist die meiste Zeit ein wildes Durcheinander. Das Schreiben setzt einen Gegenakzent. Gerade jetzt, wo ich mich in einer schwierigen persönlichen und beruflichen Phase befinde, in der ich mich scheue, bestimmte Themen genau unter die Lupe zu nehmen, scheine ich um so mehr Energie darauf zu verwenden, bei anderen, im Moment viel weniger wichtigen Dingen besonders genau hinzuschauen. Du meine Güte, wie lange ich an einigen Artikeln geschrieben habe! Aber es musste sein. Und es zeigt mir, dass ich die Fähigkeit habe, klar zu denken und noch viel mehr, nämlich dass es mir ein tiefes Bedürfnis ist, die Welt und mich darin zu verstehen. Ich wünschte nur, ich hätte den Mut, die wirklich wichtigen Dinge in meinem Leben auch so anzuschauen und zu durchdringen, wie ich es in diesem Monat bei anderen Themen gemacht habe. Ich erkenne darin eine Ablenkungsstrategie. Oder ist es ein langsames Herantasten? Eine Arbeiten an der Oberfläche, das Stück für Stück tiefer geht?
Je mehr ich über mein Schreiben nachdachte, desto grundsätzlicher wurde mein Fragen. Ja, was mache ich hier eigentlich? Mit hier, meine ich dieses Journal, diesen Blog, der doch eigentlich ein Portfolio-Blog über meine Arbeit als Puppenmacherin sein soll. Das Schreiben selbst ist gut für mich. Das Veröffentlichen persönlicher Texte hier stelle ich machmal in Frage. Es gibt Gründe, die dafür sprechen. Und es gibt Gründe, es nicht zu tun. Heute sehe ich es so und morgen vielleicht so. Das ist in Ordnung, und ich bin bereit mit diesem Fluss zu gehen. Was immer ich richtig und wichtig finde, werde ich tun.
Darüber hinaus stelle ich mir noch die Frage, ob ich dem Schreiben eigentlich wirklich die Bedeutung in meinem Leben einzunehmen erlaube, die es in meinem Herzen schon hat. Ich habe die Autorin in mir vor allem in den letzten Jahren immer wieder verleugnet, aus Angst ich wäre nicht gut genug, um mehr daraus zu machen. Möglicherweise habe ich mir deshalb auch ein Handwerk als Beruf ausgesucht. Aber das Schreiben hat mich auch bei der Puppenmacherei immer begleitet und in letzter Zeit offensichtlich mehr und mehr Bedeutung gewonnen. Hier auf meinem Blog hat es einen kleinen geschützten Raum, wohlgesonnene Leserinnen und Leser, eine Probierbühne, auf der allein ich bestimme, was gespielt wird. Im Moment habe ich das Gefühl, dass mein Blog nicht mehr der richtige Raum ist, er wird mir allmählich zu eng. Vielleicht ist es nötig, ihn zu verlassen, wenn ich mit dem Schreiben wachsen möchte. Das heißt nicht, dass ich die Puppenmacherei aufgeben werde. Aber es heißt, dass ich neben der Puppenmacherei einen neuen, unabhängigen Raum für mein Schreiben finden möchte. Ich will mutiger werden und mich der Gewissheit anvertrauen, dass mich das Schreiben dahin tragen wird, wo immer ich sein möchte. Wo das ist? Ich bin dabei es herauszufinden. Und möglicherweise ist das Schreiben in diesem Prozess, in dem ich mich gerade befinde, nicht nur mein Kompass, sondern auch mein Ziel oder zumindest ein Ziel.
Bestimmt spürt ihr ihn auch, den Wind der Veränderung, der hier weht. Im Moment weiß nicht genau, wie es hier nach der Sommerpause weitergehen wird. Sommerpause ist ein gutes Stichwort. Ich werde voraussichtlich bis Mitte August eine Auszeit vom Puppenmachen und Bloggen nehmen. Auszeit, ja. Raus aus gewohnten Zusammenhängen, Ansprüchen, Beziehungen und Pflichten. Eine Reise ins Innere. Natur und Weite. Reflektion und Meditation. Herzöffnung. Mutmachen für den kommenden Schritt. So oder so ähnlich. Meine Stimmung jetzt in den letzten Arbeitstagen vor meiner Auszeit schwankt von vorfreudig und neugierig bis ratlos und ängstlich. Ich bin sehr erschöpft und in meinem Kopf und Herzen ist eine große Unruhe. Ich weiß noch nicht, was ich vor allem in den nächsten beiden Wochen machen werde, so ganz für mich allein, ohne Arbeit, ohne Kind (das ist verreist), ohne Mann (der arbeitet). Meine Überschrift für die kommende Zeit ist Weite. Dafür werde ich vielleicht für den Anfang ein paar Orte hier in Berlin besuchen, die mir einen weiten Blick und damit hoffentlich auch weites Denken, mutiges Hinschauen und Fühlen und pures Sein erlauben. Ich denke da an das Flugfeld Tempelhof, den Fernsehturm und den Teufelsberg. Mehr Pläne habe ich noch nicht gemacht. Und das ist auch gut so. Es darf kommen, was möchte. Ich bin da.
Was ich im Juni toll fand: Lemon Curd, Michael Kiwanuka, Smoothies mit frischen statt tiefgekühlten Beeren, Kindheitssommererinnerungen, die ersten Pfirsiche und Aprikosen, Shorts, roter Lippenstift, Lauryn Hill, Risi Bisi, Hörbar Rust, üppige Pfingstrosen, selbstgemachte Grill-Sauce, Hitzegewitter, Erdbeeren satt, das erste Eis am Stiel, Wunderlied, Ringbahnfahrten und Kiezreisen, meine neuen Ombre Yoga Leggings von Purusha, Überraschungsbesuch von Totò an ihrem Geburtstag, Jasminduft, Ringelshirts, Eintauchen in die Highland Saga, den ganzen Sommer noch vor mir zu haben.
Worauf ich mich in der Sommerpause freue: Wieder nach Doro, Alpenglühen, Kirschen, mein Geburtstag, Sonne, Mohnblütenrot und Kornblumenblau, Blaubeerpfannkuchen, Pilze finden.
Noch etwas Organisatorisches, bis auf die Zeit des Urlaubs im Tessin werde ich per E-Mail erreichbar sein. Auch meine Webshops werden geöffnet sein.
Ihr Lieben, ich wünsche euch einen herrlichen Sommer und verabschiede mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Seid ganz lieb gegrüßt,













































