February says goodbye with an extra day that makes this month seem to be a bit longer, but still noticeably shorter than the others. Here in Berlin November is back with wet cold, a cloudy sky and grey everywhere. But here and there you can see little peaks of crocuses and snowdrops, the days are getting longer and lighter, the birds are singing their songs early in the morning and when the sun is shining, I take a deep breath of spring and feel the life inside me and an overwhelming curiosity to discover what the new season will bring. I am ready for spring. There were three important things that made my February. The first was my fasting cure, which I am completing today. I am doing fasting cures of 14 to 16 days twice a year. Fastings are really special times for me. They allow me to learn about my relation to food, health, my body and the love for myself. They are times to discover myself, my inner healer and the wisdom and strenght of my body but also to face shadows and things that got out of balance in my life. The second important happening this month was my daughter telling me I would work too much and had too little time for her. I used this as an opportunity to think about how I want to live, how much I want to work and how much time I want to spend with my family, friends and myself. Last November I decided not to work and be online at the weekends anymore. The next step I am currently taking, is limiting my work time on weekdays. I try not to work in the afternoons and the evenings. It is hard, but it works. Just because there are so many other things I love to do like playing the guitar, reading, resting, cooking and all this together with my daughter. But that’s not all. My long-term aim is to work only four days a week. It is possible, I know that. But I feel an inner resistance which has to do with my relation to work and money and my basic trust in life. At the moment I don’t know what I need to overcome my old patterns and allow myself to do what my heart is calling for. But I am on my way and it feels good. The third thing was an evining out with my love at a concert of my favorite singer/songwriter Anna Ternheim from Sweden. Her music reaches me deep inside and opens my heart. I really love being together with people who follow the voice of their heart and do what they have to do with passion and devotion. This evening I didn’t only enjoy Anna’s music and her beauty but also the good feeling to know that I am also allowing room for the voice of my heart and do what I think belongs to the best I can give.
Der Februar verabschiedet sich mit einem geschenkten Tag, der diesen Monat zwar etwas länger, aber doch noch spürbar kürzer als die anderen erscheinen lässt. Hier in Berlin ist der November zurück mit feuchter Kälte, bedecktem Himmel und grauem Einerlei. Aber hier und da blitzten schon die Krokusse und Schneeglöckchen hervor, die Tage sind spürbar länger und heller, die Vögel singen schon früh am Morgen ihr Lied und spätestens wenn die Sonne sich zeigt, atme ich den Frühling ein und spüre das Leben in mir und eine unbändige Neugier auf das, was kommt. Ich bin bereit.
Zum ersten Mal war der Februar ein Fastenmonat für mich. Recht kurzfristig habe ich mich aus einem Gefühl der körperlichen und emotionalen Unausgeglichenheit heraus für diese Auszeit entschieden und Mitte des Monats meine allfrühjährliche Fastenkur begonnen. Ich faste zwei Mal im Jahr für 14 bis 16 Tage, im Frühling und im Herbst. Das mache ich jetzt schon im sechsten Jahr. Mein Verhältnis zu meiner Ernährung ist eines der spannendsten Themen auf meinem Weg der Selbsterfahrung. Es berührt so viele Aspekte meines Lebens wie meine Gesundheit, meinen Körper und meine Selbstliebe. Gerade während meiner Auszeiten vom Essen lerne ich meine Beziehung dazu immer besser kennen und erfahre ganz viel über mich selbst, über meinen Umgang mit meinen Erfahrungen und Gefühlen, über meine innere Heilerin und die Weisheit meines Körpers, über meine Lust zu genießen und mir selbst Gutes zu tun, über mein Vertrauen in mich und das Leben, über meine Fähigkeit Leere auszuhalten.
Fastenzeiten sind ganz besondere Zeiten. Die Zeit vergeht anders und ich fühle mich immer etwas out of time. Die Tage werden nicht strukturiert durch Mahlzeiten. Ich benötige keine Ruhephasen für die Verdauung, sondern empfinde mein Energieniveau den ganzen Tag über als stabil. Mein Geist ist wacher, klarer und ruhiger. Es fällt mir viel leichter, mit dem zu gehen, was ist. Ich gehe weniger in Widerstand, bin gelassener und friedlicher. Bei jedem Fasten stellt sich für mich im Laufe der Zeit ein Kernthema heraus. Dieses Mal war es der Aspekt der Grenzerfahrung im Fasten und die Frage, wozu mir diese dient. Ich habe mich dieser Frage von vielen Seiten genähert und habe mich wieder ein bischen tiefer kennengelernt. Eine einfache Antwort aber gibt es wie immer nicht. Was mir am Fasten immer ganz besonders gut gefällt, ist, dass es einen Schnitt bedeutet und ich danach die Möglichkeit habe, mich kulinarisch auf neue Wege zu begeben. Auf diese Weise habe ich in den letzten Jahren Stück für Stück meine Ernährung umgestellt und immer mehr herausgefunden, was gut zu mir passt. Worauf ich heute, am Ende dieses Fastens Lust habe? Auf die Küche Marokkos!
In diesem Monat hat mir meine Tochter zum ersten Mal gesagt, ich würde zu viel arbeiten und zu wenig Zeit für sie haben. Ehrlich gesagt habe ich schon lange damit gerechnet, dass sie dies einmal empfinden und vor allem sagen würde. Und dennoch hat es mich ganz schön erwischt. Heute bin ich ihr dankbar für ihre Offenheit. Denn sie hat mich dazu angeregt, intensiv darüber nachzudenken, wie ich leben möchte, wieviel ich arbeiten und wieviel Zeit ich mit meiner Familie, meinen Freunden und mit mir selbst verbringen möchte. Mit dieser Frage beschäftige ich mich im Grunde schon seit Beginn meiner Selbständigkeit. Aber erst jetzt, im fünften Jahr als Puppenmacherin empfinde ich mein Geschäft als ertragreich und stabil genug, um ernsthaft über neue Freiräume nachzudenken und mir diese auch wirklich zu schaffen.
Den ersten Schritt bin ich im November letzten Jahres gegangen, als ich beschloss, an den Wochenenden meinen Computer aus zu lassen und nicht mehr zu arbeiten. Das war ein guter und wichtiger Schritt, der viel mehr frei verfügbare Zeit und damit Lebensqualität in meine Wochenenden gebracht hat. Der nächste Schritt, ich übe ihn gerade, ist, auch an den Nachmittagen und Abenden unter der Woche nicht mehr zu arbeiten. Das ist gar nicht so einfach, denn ich habe gerade die einfachen Handarbeiten wie Stricken und Häkeln gern abends erledigt. Es bedeutet ein Umplanen, diese Arbeiten nun in meine reguläre Arbeitszeit von 8 bis 15.30 Uhr zu integrieren. An den Nachmittagen nicht zu arbeiten wiederum, gelingt mir gut. Wohl weil es einfach zu viel Schönes gibt, das ich in dieser Zeit stattdessen gern tue wie Gitarre spielen, lesen, ruhen, kochen und das alles gemeinsam mit meiner Tochter. Aber diese Veränderungen sind noch nicht alles. Mein langfristiges Ziel ist eine Vier-Tage-Arbeitswoche. Möglich ist das, das kann ich ganz gut so einschätzen, aber ich spüre noch einen Widerstand. Und der sitzt tief. Dieser Widerstand hat mit meinem Verhältnis zu den Themen Arbeit und Geld und auch mit meinem Urvertrauen zu tun. Ich weiß noch nicht, was ich brauche, um meine alten Muster loszulassen und mir selbst zu erlauben, was mein Herz sich so sehr wünscht. Aber ich bin auf dem Weg und das fühlt sich schon ganz gut an.
Die Kraft des Herzens habe ich in diesem Monat ganz besonders beim Konzert von Anna Ternheim gespürt. Dass Anna seit einigen Jahren zu meinen liebsten Singer/Songwritern gehört und ich mich so gefreut habe, sie und ihre Musik endlich einmal live zu erleben, habe ich ja schon hier gschrieben. Das Konzert war so toll! Frauen mit Gitarren mag ich schon immer. Und der Brunnen, aus dem Anna schöpft, ist gewiss ähnlich tief und dunkel wie meiner. Vielleicht erreicht mich ihre Musik deshalb so tief innen und öffnet mein Herz. Menschen, die dem Ruf ihres Herzens folgen, haben auf mich eine ganz belebende Ausstrahlung und ich empfinde es als große Inspiration, mit Menschen zusammenzusein, die ihre Berufung mit Hingabe und voller Leidenschaft leben. Dieser Konzertabend war für mich ein großes Ja. Ich habe nicht nur die Musik und Annas schönen Anblick genossen, sondern auch das gute Gefühl, ebenso wie diese Musikerin der Stimme meines Herzens Raum zu geben und das zu tun, von dem ich glaube, dass es mit von dem Besten ist, das ich zu geben habe.
Was ich im Februar toll fand: Schnee, Pompom-Maker, auf dem See spazieren gehen, ein Nachmittag mit Törtchen und Juliane, Homemade Sushi, Christina Aguileras “Beautiful”, die Farbe Orange, eine langjährige virtuelle Freundin persönlich treffen, ein unverhoffte Fangopackung an einem sehr verspannten Tag, “Swingamajig” von Madelyn Mulvaney, Orangenblütenhonig, “Who do I think I am” von The Organic Sister, lange Spaziergänge im Laufschritt, Fahrradfahren im Schneckentempo, Coco Juice, Tulpen, Snatam Kaur als Begleitmusik für mein Yoga, stundenlang Bummeln bei Dussmann, Schurwollwärme, zwei neue Gitarren-Akkorde und BOY.
Was im März kommt: Frühling, Vegan brunchen, Osterglocken, “Für den Rest des Lebens” von Zeruya Shalev, Poesie, Haare schneiden, portugiesisch Naschen mit Laura, The Artist, frühlingsfein im Hamam in der Schokofabrik, Rohvolution, Puppenmacherschnack mit Juliane, Auszeit-Wochenende für Frauen mit Gabriele und Leckereien mit meinem neuen Julienne Slicer.
Nachtrag aufgrund einiger Nachfragen: Gute Bücher zum Fasten sind meiner Erfahrung nach “Bewusst Fasten” von Rüdiger Dahlke und “Wie neugeboren durch Fasten” von Hellmut Lützner. Sehr anregend, nicht nur für Fastenzeiten, finde ich zur Zeit die Bücher “Achtsam Essen” von Jan Chozen Bays und “Zen in der Küche” von Doris Zölls und Christoph Zirkelbach.


























