29. Februar 2012

Goodbye Februar

February says goodbye with an extra day that makes this month seem to be a bit longer, but still noticeably shorter than the others. Here in Berlin November is back with wet cold, a cloudy sky and grey everywhere. But here and there you can see little peaks of crocuses and snowdrops, the days are getting longer and lighter, the birds are singing their songs early in the morning and when the sun is shining, I take a deep breath of spring and feel the life inside me and an overwhelming curiosity to discover what the new season will bring. I am ready for spring. There were three important things that made my February. The first was my fasting cure, which I am completing today. I am doing fasting cures of 14 to 16 days twice a year. Fastings are really special times for me. They allow me to learn about my relation to food, health, my body and the love for myself.  They are times to discover myself, my inner healer and the wisdom and strenght of my body but also to face shadows and things that got out of balance in my life. The second important happening this month was my daughter telling me I would work too much and had too little time for her. I used this as an opportunity to think about how I want to live, how much I want to work and how much time I want to spend with my family, friends and myself. Last November I decided not to work and be online at the weekends anymore. The next step I am currently taking, is limiting my work time on weekdays. I try not to work in the afternoons and the evenings. It is hard, but it works. Just because there are so many other things I love to do like playing the guitar, reading, resting, cooking and all this together with my daughter. But that’s not all. My long-term aim is to work only four days a week. It is possible, I know that. But I feel an inner resistance which has to do with my relation to work and money and my basic trust in life. At the moment I don’t know what I need to overcome my old patterns and allow myself to do what my heart is calling for. But I am on my way and it feels good. The third thing was an evining out with my love at a concert of my favorite singer/songwriter Anna Ternheim from Sweden. Her music reaches me deep inside and opens my heart. I really love being together with people who follow the voice of their heart and do what they have to do with passion and devotion. This evening I didn’t only enjoy Anna’s music and her beauty but also the good feeling to know that I am also allowing room for the voice of my heart and do what I think belongs to the best I can give.

Der Februar verabschiedet sich mit einem geschenkten Tag, der diesen Monat zwar etwas länger, aber doch noch spürbar kürzer als die anderen erscheinen lässt. Hier in Berlin ist der November zurück mit feuchter Kälte, bedecktem Himmel und grauem Einerlei. Aber hier und da blitzten schon die Krokusse und Schneeglöckchen hervor, die Tage sind spürbar länger und heller, die Vögel singen schon früh am Morgen ihr Lied und spätestens wenn die Sonne sich zeigt, atme ich den Frühling ein und spüre das Leben in mir und eine unbändige Neugier auf das, was kommt. Ich bin bereit.

Zum ersten Mal war der Februar ein Fastenmonat für mich. Recht kurzfristig habe ich mich aus einem Gefühl der körperlichen und emotionalen Unausgeglichenheit heraus für diese Auszeit entschieden und Mitte des Monats meine allfrühjährliche Fastenkur begonnen. Ich faste zwei Mal im Jahr für 14 bis 16 Tage, im Frühling und im Herbst. Das mache ich jetzt schon im sechsten Jahr. Mein Verhältnis zu meiner Ernährung ist eines der spannendsten Themen auf meinem Weg der Selbsterfahrung. Es berührt so viele Aspekte meines Lebens wie meine Gesundheit, meinen Körper und meine Selbstliebe. Gerade während meiner Auszeiten vom Essen lerne ich meine Beziehung dazu immer besser kennen und erfahre ganz viel über mich selbst, über meinen Umgang mit meinen Erfahrungen und Gefühlen, über meine innere Heilerin und die Weisheit meines Körpers, über meine Lust zu genießen und mir selbst Gutes zu tun, über mein Vertrauen in mich und das Leben, über meine Fähigkeit Leere auszuhalten.

Fastenzeiten sind ganz besondere Zeiten. Die Zeit vergeht anders und ich fühle mich immer etwas out of time. Die Tage werden nicht strukturiert durch Mahlzeiten. Ich benötige keine Ruhephasen für die Verdauung, sondern empfinde mein Energieniveau den ganzen Tag über als stabil. Mein Geist ist wacher, klarer und ruhiger. Es fällt mir viel leichter, mit dem zu gehen, was ist. Ich gehe weniger in Widerstand, bin gelassener und friedlicher. Bei jedem Fasten stellt sich für mich im Laufe der Zeit ein Kernthema heraus. Dieses Mal war es der Aspekt der Grenzerfahrung im Fasten und die Frage, wozu mir diese dient. Ich habe mich dieser Frage von vielen Seiten genähert und habe mich wieder ein bischen tiefer kennengelernt. Eine einfache Antwort aber gibt es wie immer nicht. Was mir am Fasten immer ganz besonders gut gefällt, ist, dass es einen Schnitt bedeutet und ich danach die Möglichkeit habe, mich kulinarisch auf neue Wege zu begeben. Auf diese Weise habe ich in den letzten Jahren Stück für Stück meine Ernährung umgestellt und immer mehr herausgefunden, was gut zu mir passt. Worauf ich heute, am Ende dieses Fastens Lust habe? Auf die Küche Marokkos!

In diesem Monat hat mir meine Tochter zum ersten Mal gesagt, ich würde zu viel arbeiten und zu wenig Zeit für sie haben. Ehrlich gesagt habe ich schon lange damit gerechnet, dass sie dies einmal empfinden und vor allem sagen würde. Und dennoch hat es mich ganz schön erwischt. Heute bin ich ihr dankbar für ihre Offenheit. Denn sie hat mich dazu angeregt, intensiv darüber nachzudenken, wie ich leben möchte, wieviel ich arbeiten und wieviel Zeit ich mit meiner Familie, meinen Freunden und mit mir selbst verbringen möchte. Mit dieser Frage beschäftige ich mich im Grunde schon seit Beginn meiner Selbständigkeit. Aber erst jetzt, im fünften Jahr als Puppenmacherin empfinde ich mein Geschäft als ertragreich und stabil genug, um ernsthaft über neue Freiräume nachzudenken und mir diese auch wirklich zu schaffen.

Den ersten Schritt bin ich im November letzten Jahres gegangen, als ich beschloss, an den Wochenenden meinen Computer aus zu lassen und nicht mehr zu arbeiten. Das war ein guter und wichtiger Schritt, der viel mehr frei verfügbare Zeit und damit Lebensqualität in meine Wochenenden gebracht hat. Der nächste Schritt, ich übe ihn gerade, ist, auch an den Nachmittagen und Abenden unter der Woche nicht mehr zu arbeiten. Das ist gar nicht so einfach, denn ich habe gerade die einfachen Handarbeiten wie Stricken und Häkeln gern abends erledigt. Es bedeutet ein Umplanen, diese Arbeiten nun in meine reguläre Arbeitszeit von 8 bis 15.30 Uhr zu integrieren. An den Nachmittagen nicht zu arbeiten wiederum, gelingt mir gut. Wohl weil es einfach zu viel Schönes gibt, das ich in dieser Zeit stattdessen gern tue wie Gitarre spielen, lesen, ruhen, kochen und das alles gemeinsam mit meiner Tochter. Aber diese Veränderungen sind noch nicht alles. Mein langfristiges Ziel ist eine Vier-Tage-Arbeitswoche. Möglich ist das, das kann ich ganz gut so einschätzen, aber ich spüre noch einen Widerstand. Und der sitzt tief. Dieser Widerstand hat mit meinem Verhältnis zu den Themen Arbeit und Geld und auch mit meinem Urvertrauen zu tun. Ich weiß noch nicht, was ich brauche, um meine alten Muster loszulassen und mir selbst zu erlauben, was mein Herz sich so sehr wünscht. Aber ich bin auf dem Weg und das fühlt sich schon ganz gut an.

Die Kraft des Herzens habe ich in diesem Monat ganz besonders beim Konzert von Anna Ternheim gespürt. Dass Anna seit einigen Jahren zu meinen liebsten Singer/Songwritern gehört und ich mich so gefreut habe, sie und ihre Musik endlich einmal live zu erleben, habe ich ja schon hier gschrieben. Das Konzert war so toll! Frauen mit Gitarren mag ich schon immer. Und der Brunnen, aus dem Anna schöpft, ist gewiss ähnlich tief und dunkel wie meiner. Vielleicht erreicht mich ihre Musik deshalb so tief innen und öffnet mein Herz. Menschen, die dem Ruf ihres Herzens folgen, haben auf mich eine ganz belebende Ausstrahlung und ich empfinde es als große Inspiration, mit Menschen zusammenzusein, die ihre Berufung mit Hingabe und voller Leidenschaft leben. Dieser Konzertabend war für mich ein großes Ja. Ich habe nicht nur die Musik und Annas schönen Anblick genossen, sondern auch das gute Gefühl, ebenso wie diese Musikerin der Stimme meines Herzens Raum zu geben und das zu tun, von dem ich glaube, dass es mit von dem Besten ist, das ich zu geben habe.

Was ich im Februar toll fand: Schnee, Pompom-Maker, auf dem See spazieren gehen, ein Nachmittag mit Törtchen und Juliane, Homemade Sushi, Christina Aguileras “Beautiful”, die Farbe Orange, eine langjährige virtuelle Freundin persönlich treffen, ein unverhoffte Fangopackung an einem sehr verspannten Tag, “Swingamajig” von Madelyn Mulvaney, Orangenblütenhonig, “Who do I think I am” von The Organic Sister, lange Spaziergänge im Laufschritt, Fahrradfahren im Schneckentempo, Coco Juice, Tulpen, Snatam Kaur als Begleitmusik für mein Yoga, stundenlang Bummeln bei Dussmann, Schurwollwärme, zwei neue Gitarren-Akkorde und BOY.

Was im März kommt: Frühling, Vegan brunchen, Osterglocken, “Für den Rest des Lebens” von Zeruya Shalev, Poesie, Haare schneiden, portugiesisch Naschen mit Laura, The Artist, frühlingsfein im Hamam in der Schokofabrik, Rohvolution, Puppenmacherschnack mit Juliane, Auszeit-Wochenende für Frauen mit Gabriele und Leckereien mit meinem neuen Julienne Slicer.

Nachtrag aufgrund einiger Nachfragen: Gute Bücher zum Fasten sind meiner Erfahrung nach “Bewusst Fasten” von Rüdiger Dahlke und “Wie neugeboren durch Fasten” von Hellmut Lützner. Sehr anregend, nicht nur für Fastenzeiten, finde ich zur Zeit die Bücher “Achtsam Essen” von Jan Chozen Bays und “Zen in der Küche” von Doris Zölls und Christoph Zirkelbach.


24. Februar 2012

Freitagspuppe Tinka ~ Friday Doll Tinka

This week’s Friday doll is Tinka, a little doll girl whose colors remind me of a late summer sunset. Tinka will be available in the Mariengold Etsy shop today at 6 pm central european time / 9 am us pacific time. More pictures and information can be found in my Flickr.

Letzte Woche habe ich eine Freitagspuppe namens Petite angekündigt. Die in meiner Vorstellung eigentlich bereits bis ins kleinste Detail ausgemalte Puppe hat sich dann aber doch ganz anders entwickelt und so ist von der ursprünglichen Idee eigentlich nur die Puppengröße geblieben. Eine Petite ist diese Freitagspuppe jedoch nicht. Ihr Name ist Tinka. Sie ist ein kraftvolles kleines Puppenmädchen, deren Farben mich an einen spätsommerlichen Sonnenuntergang erinnern.

Tinka ist heute um 18 Uhr in meinem Mariengold Laden bei Etsy erhältlich. Weitere Bilder und Informationen findet ihr in meinem Flickr.

Ich wünsche euch ein vorfrühlingsgeküsstes oder spätwinterlicherfrischendes Wochenende. Morgen gehe ich mit meiner Freundin Nadja in die Ausstellung “Fashion talks” im Museum für Kommunikation und anschließend ins Sarah Wiener Kaffeehaus nebenan. Am Sonntag werde ich einen langen Spaziergang um den See machen, mich meiner aktuellen Lektüre widmen, meditieren, neue Musik hören und Gitarre spielen. So dehnt sich die gemütliche die Faschingsferienzeit mit meiner Tochter noch zwei Tage aus. Hach!


23. Februar 2012

Müde Puppen ~ Tired Dolls

As a dollmaker I often get requests for doll repairs, normally not of Mariengold dolls but of dolls who were created by mothers or other dollmakers many years ago. Oh, how I love these old dolls that come and go though my hands! They are so adorable with their grey, dirty and often holey skin, sparse and thin hair, flabby limbs, deformed heads and traces of feeding and plaster. They are the most beautiful dolls a dollmaker can think of, because they so much show how much they were loved and played with their whole life. Lots of lovely memories are attached to these dolls, who often became real family members over the years. And so it is more than understandable, that families wish to keep the dolls for the next generation and therefor wish them to be repaired, refreshed and beautified. I always try my best to fulfill these wishes, but last week I had to refuse a repair request for the first time. This decision was very hard for me, because I knew how much the doll was loved in this family. But I decided to advise my customer to keep the doll in her original state. Which had two reasons. The first reason was of practical and technical nature. I just couldn’t imagine a way to repair the doll, so that she wouldn’t have looked repaired and patched too much.  The other reason was that I found the doll was just tired. For years she had been a trusty friend and beloved companion. She had performed her task. She got old and her age got more and more visible over the years. Not only that the was grey and holey, also her body posture was floppy and tired and her head hung a bit loose. Thereby the doll had a certain aura, a fact that you always have to be aware of when speaking of dolls. Dolls are pictures of human beings and their posture and aura act directly on the children. As a dollmaker I appreciate this affect and besides artistic aspects it is one of the most important elements of my doll conception. And so I decided that the worn-out but loved old doll in my hands was just right as she was. I advised my customer not to get her repaired and to keep her in the family in her special condition. The family could tell the new little child, the grand-child, that the doll was once the doll of her mother and that she loves her very much. I am sure that the child would love to hear doll stories from the past and appreciate and treat the old doll with respect. For the child itself I advised a completely new doll with an upright posture and a fresh aura. It can be so hard to let beloved things go, but sometimes it may be the best decision to let a doll age with dignity, to hug her from time to time and allow her to enjoy family life with a little distance.

Als Puppenmacherin bekomme ich auch immer wieder Anfragen für Puppenreparaturen. Dabei sind es in der Regel keine Mariengold Puppen, die repariert werden sollen, sondern vielmehr Puppen, die vor vielen Jahren von Müttern oder anderen Puppenmacherinnen genäht wurden. Bei Puppen, die noch nicht so alt sind, kann ich über eine Reparatur meist schon entscheiden, wenn ich nur ein Bild und eine kurze Problembeschreibung via E-Mail erhalte. Bei viele Jahre alten Puppen jedoch ist es meist nötig, dass ich sie in natura sehe, um einschätzen zu können, ob ich den Reparaturwunsch erfüllen kann. Diese alten Puppen, die schon von einer oder mehr Generationen Kinder bespielt wurden, sind wunderschön. Zwar ist ihre Haut grau, schmutzig und oft löchrig, auch mit Spuren von Fütterungen und Pflaster, die Haare sind schütter und dünn, ihre Glieder schlapp und die Köpfe aus der Form geraten, aber sie sind die schönsten Puppen, die sich eine Puppenmacherin wünschen kann, gerade weil ihnen so deutlich anzusehen ist, dass sie ihr Leben lang sehr geliebt und gern bespielt wurden. An diesen zerliebten Puppen hängen zudem viele schöne Familienerinnerungen. Manchmal sind sie über die Jahre gar regelrechte Familienmitglieder geworden. Da ist der Wunsch nur allzu verständlich, dass die Puppen für die nächste Generation Kinder repariert, erfrischt und verschönert werden sollen.

Im Laufe der letzten Jahre habe ich viele Puppen repariert. Ich habe mich stets bemüht, alle Reparaturwünsche zu erfüllen und war manchmal selbst erstaunt, mit wie wenigen Handgriffen eine Puppe wieder heile wurde und wie neu aussah. In der letzten Woche jedoch habe ich zum ersten Mal eine Reparaturanfrage abgelehnt. Mit dieser Entscheidung habe ich lange gerungen, ich habe hin und her überlegt und nach einer guten Lösung gesucht. Irgendwann war mir jedoch klar, dass es die beste Lösung ist, der Kundin den Rat zu geben, die geliebte Puppe in ihrem alten Zustand zu belassen. Das hatte zwei Gründe.

Zum einen wäre die Veränderung der Puppe praktisch und technisch kaum machbar gewesen, ohne dass sie danach nicht allzu repariert und geflickt ausgesehen hätte. Da die Puppe im Gesicht Löcher hatte, hätte ich den Trikotstoff dort unbedingt auswechseln müssen. Dafür hätte aber im Grunde auch der ganze Kopf neugestaltet werden müssen, inklusive der Gesichtsmerkmale und Haare. Damit wäre aber sicher auch ein gutes Stück der Individualität der Puppe verloren gegangen. Zudem hätte es bedeutet, dass ihr Kopf dann ganz frisch und neu ausgesehen hätte, während der Rest des Körpers weiterhin zerliebt, grau und dünn geblieben wäre. Einen kompletten Überzug aller Körperteile mit neuem Trikotstoff konnte ich mir auch nicht vorstellen. Das hätte die Puppe insgesamt so sehr verändert, dass sie fast eine ganz neue Puppe geworden wäre. Zudem wären der Zeitaufwand und damit auch die Kosten für die Reparatur einfach zu hoch gewesen, so dass man alles in allem auch über eine ganz neue Puppe hätte nachdenken können.

Aber es gab noch einen anderen Grund, der dafür sprach, der Kundin zu raten, die Puppe in ihrem Zustand zu belassen. In meinen Augen war die Puppe einfach müde. Sie war für die Tochter meiner Kundin eine jahrelange treue Spielgefährtin und Wegbegleiterin und hat ihre Aufgabe erfüllt. Sie war alt geworden und das sah man ihr im Laufe der Jahre einfach immer mehr an. Nicht nur, dass sie grau und löchrig war, auch ihre Körperhaltung war schlapp und müde, der Kopf hing ein wenig herab. Dadurch hatte die Puppe eine ganz bestimmte Ausstrahlung, der man sich einfach bewusst sein muss. Eine solche Ausstrahlung kann unter Umständen für ein kleines Kind nicht unbedingt förderlich sein. Puppen sind ja Bilder des Menschen und ihre Haltung und ihre Ausstrahlung wirken direkt auf die Kinder. Diese Wirkung ist mir als Puppenmacherin bewusst und neben künstlerischen Aspekten gehört sie zu den wichtigsten Faktoren meiner Puppenkonzeption.

Und so bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die zerliebte Puppe, wie ich sie in den Händen hielt, genau richtig ist, wie sie ist. Und zwar richtig für die mittlerweile erwachsene Tochter meiner Kundin. Gewiss tut es der Tochter gut, die Puppe um sich zu haben, denn sie verbindet mir ihr viele schöne Kindheitserinnerungen, die sie dazu bewegen, die Puppe mit ihrem eigenen Kind zu teilen. Ab und zu könnte das kleine Kind die Puppe trotz ihres zerschlissenen Zustands bekommen und die Mama könnte ihm erzählen, dass es einmal ihre Kinderpuppe gewesen ist und dass sie die Puppe sehr lieb hat. Das Kind würde das gewiss spannend finden und die Puppe mit gebührendem Respekt behandeln, gerade weil man ihr ansieht, dass schon alt und zerliebt ist. So könnten Mutter und Kind die geliebte und von Lebensspuren gezeichnete Puppe miteinander teilen, ohne dass eine aufwendige Reparatur nötig ist, welche die Puppe nur allzu sehr verändern würde. Für das Enkelkind selbst habe ich meiner Kundin empfohlen, über die Anschaffung oder gar Selbstgestaltung einer neuen Puppe mit einer aufrechten Haltung und einer frischen Ausstrahlung nachzudenken. Die Puppe ihrer Tochter hatte sie nämlich auch selbst genäht. Und ich bin mir sicher, dass das ein wichtiger Grund dafür war, dass diese so sehr geliebt wurde.

Handgemachte Puppen werden mit sehr viel Mühe und Sorgfalt, in bester Absicht und in stundenlanger Arbeit von Frauen für ihre eigenen Kinder oder von Puppenmacherinnen für die Kinder dieser Welt genäht. Diese Puppen sind wertvolle Geschenke. Aber auch Puppen haben ein Alter. Und gerade denen, die aus natürlichen Materialien hergestellt und die besonders gern bespielt und geliebt werden, sieht man ihr Leben auch an. Bei aller Liebe kann es auch einmal eine gute Entscheidung sein, die Idee loszulassen, eine Puppe von Generation zu Generation weiterzuvererben und sie stattdessen so zu lassen, wie sie ist und ihr einen ruhigen Lebensabend zu gönnen, vielleicht als Bindeglied zwischen den Generationen, als das sie gern einmal in den Arm genommen und geherzt werden, aber sonst das Leben und den Trubel um sich herum mit Abstand genießen dürfen.


22. Februar 2012

Anleitung für Puppenkleiderset Dotti ~ Pattern for Doll Outfit Dotti

I am happy to announce that today I publish my new Mariengold pattern for a doll outfit with the name Dotti. It is now available in the Mariengold Etsy Shop. In occassion of the release of my new pattern I hold a raffle. You can win a Dotti outfit of my favoriote dotted fabric for the doll size 16 inch / 40 cm (see last picture in this blog post). Just send me a message to kontakt@mariengold.net until Thursday night. Dotti will be the last Mariengold pattern for the next months. In March I will start the work on my pattern for a Mariengold doll.

Ende letzten Jahres habe ich für das Weihnachtsfest einige feine Puppenkleidersets mit dem Namen Lucia genäht. Schon damals habe ich geschrieben, dass das Kleiderset teils ein Patchwork, teils eine Variation bereits veröffentlichter Entwürfe ist. Ich habe auch kurz beschrieben, wie ich das Puppenkleid und die kleine Tasche hergestellt habe. Es kamen jedoch immer wieder Nachfragen, vor allem nach der Freitagspuppe Dottie, ob ich das Kleiderset nicht doch als Anleitung herausbringen könnte. Da es mir selbst auch immer besser gefällt und ich es in letzter Zeit häufiger genäht habe, entschied ich mich, euren Wunsch zu erfüllen und habe mich in der letzten Woche hingesetzt und die Anleitung recht zügig geschrieben. Und weil mir das Kleid in der gepunkteten Variante so gut gefällt, habe ich das Kleiderset kurzerhand in Dotti umbenannt.

Dotti ist ein schlichtes, aber schönes Puppenoutfit. Esbesteht aus einem weiten Kleid mit langem Rock, Leggins sowie einer gehäkelten, kleinen Tasche für allerlei kleine Dinge und große Geheimnisse.

Das Kleiderset Dotti ist ab heute auf Deutsch und Englisch in meinen Mariengold Läden bei DaWanda und Etsy erhältlich.

Anlässlich der Veröffentlichung meiner neuen Anleitung verlose ich ein Kleiderset aus dem schönen Pünktchenstoff für die Puppengröße 40 cm.

Wenn ihr das Kleiderset gewinnen möchtet, schreibt mir bis Donnerstag Nacht ein E-Mail an kontakt@mariengold.net. Die Gewinnerin werde ich am Freitag benachrichtigen.